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Wiener Morgenzeitung · 1927-06-25 · Heft 2990 (25.6.1927) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2990 (25.6.1927)
Date
1927-06-25
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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m* 3900 RQ3TCTt; ^AwIlÄtl^ Ä^kAEßtAtkÄUUA 06. Irmk IE Gerte 7 je Sine jüdische Bachgemeinde in Wien. Bmc BLftbrMmqg des jüdische« Buches. Ueber Initiative des Mlturamtes des LiionistischerräZandEmrilees ivurde eine jüdische Buchgemeinde gegründet,, deren Adrfgabe es ist, ihren Mitgliedern hebräische, jiddische sowie sonstige Bücher jüdischen Inhalts int anderen Sprachen zu ermästvgten Preisen zu liefern. Ferner beabsichtigt die Bnchgemeinde, auch eigene Publikationen herauszugeben, die den Mitgliedern der Buchgemeinde unentgeltlich oder gegen tzinm minimalen Beitrag zur Verfügung stehen. Die Buchgemeinde hat bereits mit einer Reihe von jüdischen Buchhändlern,, Verlagsanstalten und wissenschaftlichen Gesellschaften Abmachungen getroffen, wonach dieselben dev Buch-; gemÄnschaft ihre Publikationen und Bücher zu sehr ermäßig- Len Preisen überlassen.! ' Mitglied kann jeder Jude werden, der einen Iahre-KLe-vtrag von 5 Schilling zuhanden des Kultunamtes entrichtet. Jedes Mitglied der Bnchgemeinde kann, sobald ^,irgendeilt jüdisches Buch zu 'kaufen gedenkt, dieses beim Kultnramt bestellen, ioelches ihm jedes jüdische Buch gegen; eine 16- bis 26pwzentige Ermäßigung Verschaffelt kann. Fermr kann jedes Mitglied im Wege der Buch gemeinde sämtliche VerösicntlichungM der Gesellschaft zur jFörderurng dev Wissenschaft des Judentums, die allein uni gefähr 30 sehr wertvolle Werke aus allen Gebieten der -Mischen Wissenschaft herausgegeben hat, mit einer 25pwzentigeu Ermäßigung, die Monatsschrift für Geschichte /Und Wissenschaft des Judentums, zum Preise von 10 Mk., -die im Jüdischen Buch- und Kunstverlag Brünn erschienenen Werke mit einer bedeutenden Ermäßigung sowie die -Publikationen. der Soncino-Gesellschaft zu ermäßigtem Preise i-rchallen. Schon in den nächsten Wochen wird die Buchgeweinde i tn der Lage sein, ifjreu Mitgliedern das im hiesigen Phaii bon-Berlag erscheinende Buch des Dr. N.«M. Gelber „Die Judenstaatspvojekte 1696—1645", das reich illustriert ist; und bisher unbekannte Kapitel zur Vorgeschichte des Zionismus auf Grund neuer archivarischer Materialien beleuchtet, unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. ,An alle Ju-deit ergeht die Aufforderung, sich bet Bnchgemeinde «rzuschließen. Anmeldungen nimmt das Kulturamt, Wien, I., Kärntnerstraßc 28, täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags mündlich oder telephonisch entgegen, schriftliche Anmeldungen erfolgen an die gleiche Adresse. (Tel. Nr. 77-4-85, 77-4-66.) Me neue Summer der Monatsschrift „PaUkftina" In de« nächsten Tagen erscheint Heft 6/7 ^PalSWa" Monatsschrift für die Erschließung Palästinas. Redaktion: Adolf Böhm; Herausgeber: Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich. Aus dem reichhaltigen Inhalt seien folgende Aufsätze genannt: Agr. I. O e t t i n g c r: Die konsolidierten Siedlungen der zionistischen Organisation; Agr. Dr. Zagorodsky: Einzeluntersuchung von zwölf Wirtschaften; Dr. A. Ru pp in: Die Bevölkerung Palästinas; Agr. Her ich: Aussichten des Gemüsebaues in Palästina; Ernst Davi s: Der Kernpunkt der Währungsreform, usw. Bezugspreis: S. 8.— ganzjährig, S. 4.50 halbjährig, Doppelheft -S. 1.60. Bestellungen sind an die Expedition der „Palästina" in Wien, 1. Bez., Kärntnerstraße 26 (Del. 77-4-85 und 77-4-86) zu richten. Zionistische BeAckSstktion 10. (Sekretariat, 10. Bcz-rl, Favoritenstraße 130.) Die nächste ordentliche Äusschußsitzuug findet Dienstag, den 26. d. M., im Cafe Kellner, 10. Bezirk, Favoritenstraße L>1, um präzise 9 Uhr abends statt. Statutengemäße Tagesordnung. Jüdischer Turnverein „Makkabi 10". (Sitz: 10. Bezirk. Favori'tenstraße 180.) Die ordentliche Turnwtsfitzung findet Dienstag, den 28. d. M., im Cafe Kellner, 10. Bezirk, Favoritenstraße 61, um 6 Uhr abends statt. Tagesordnung: 1. Berichte, 2. Som-merturnen, 3. Eventualia. Um unbedingt pünktliches Erscheinen wird gebeten. Recht in Anspruch nehmen. Bon diesem Rechts haben bereits die Tschechen, die sich gewiß ihre staatsbürgerlichen Rechke nicht schmälern lassen, Gebrauch gemacht, und besitzen heut« in lKicn nicht weniger als 36 Schulen mit tschechischer Sprache. Durch die Beistellung dieser Mittel könnte die Kultusgemeinde das Schulwesen bedeutend ausbauen und die Privatschulen, die trotz der Subventionen durch die Knltusgemeiude einen schweren Kampf führen, in eigene Verwaltung übernehmen und auf diese Weise das jüdische Erzichungswesen entscheidend beeinflussen. Der von den Sozialdemokraten geführte Kulturkampf, in den wir uns, soiveit es sich um die christliche Bevölkerung handelt,nicht mengen wollen,ist für nns Juden mit besonderer Gefahr verbunden, weil durch die Schlag- Worte Aroligiositat und Freisinn, das jüdische Kind dem jüdischen Geiste vollkommen entfremdet werden soll. In diesem Zusammenhänge wäre auch zu erwähnen, daß die preußische Regierung den jüdischen Gemeinden in Preußen im letzten Jahre, besonders für Zwecke -des jüdischen Kultus und Unterrichtes, 600.000 Mark zur Verfügung gestellt hat, die auch im Staatslbudget zum Ausdruck koinmen. Die jüdischen Gemeinden in . Mähren, Schlesien und der Slowakei, die sich jetzt zu einem Verband vereinigt haben, erhielten von der tschechoslowakischen Regierung «die Zusage, daß dieser Verband alle Rechte einer öffentlichen Körperschaft erhalten werde und daß für die Besoldung jüdischer Rabbiner und Religionsdiener aus Staatsmitteln entsprechende Beträge zur Verfügung gestellt werden. Um auch in Oesterreich derartiges zu erreiche«, wäre naturgemäß eine Ausdehnung des Wirkungskreises des österreichischen Gemeindebundes erforderlich, 'der heute lediglich auf einen Teil der Provinzgemeinden beschränkt, ein kümmerliches Dasein führen muß. Es «ist daher zu bedauern, daß die Majorität den Antrag der zionistischen Fraktion, diesem Gemeindebuud Leizutreten, -abgelehnt hat, weil ein Bund mit der Wiener Gemeinde an der Spitze, seinen berechtigten Forderungen entsprechenden Nachdruck zu verletzen imstande gewesen wäre. Dieselbe! Argumentation läßt sich auf das große Gebiet der FürsovgeiütigkeiL anwenden, wobei festgestellt werden muß, daß die Kultusgemeinde, wie es die zionistische Fraktion immer mrd immer wieder fordert, ihre Fürsovgetätigkeit bedeutend erweitert. Ein schlagender Beweis.für die dringende Notwendigkeit einer ausgiebigen sozialen Fürsovge ist der Umstand, daß züLa 40 Prozent des GesamtbuÄgeis für Mirsorgezwecke verwendet werden muffen. Abgesehen von den großen, glänzend geleiteten Anstalten, des Spitals und des BersorgungAhauses, ermöglicht die Kultusgemeinde die Führung dreier großer Waisenhäuser, des Windeninstituts und vieler anderer gemeinnütziger Institutionen, wobei insbesondere zu betonen ist, daß die Reaktivierung des Lehrlingsheirns, des Vereins „Zukunft", ln welchem jüdische Lehrlinge zur produktiven Berufsarbeit herangeb ildet und im jüdischen Geiste erzogen werden, eine unbedingte 'Notwendigkeit ist. In dieses -Gebiet fällt auch die große Krnderfürsorge in den verschiedenen Teilen Wiens und Umgebung, sowie die Tuberkulösenfüvsorge durch Erhaltung der Tagesheimstätte und des Kinderambulatoriums tm Augarten, wo derzeit etwa 100 tuberkuloseverdächtige Kinder untergebrachtsind. Außerdem hat der Kultusvorstcnrd für weitere 160 tuberkulösegesährdete Kinder, die in speziÄl dazu eingerichteten Heimen unLevzübvingen sind, eine außerordentliche Post von 7500 Schilling beschlossen und wendet sich an die Oefßentlrchkeit mit einem Aufruf, diese Mion wävmstenZ zu fördern. Hervorzuheben ist mich die Aktion , End er aufs Land". In den verschiedensten Ferienheimen und in den Tagesheimstätten der „Jüdischen Kindevfreunde" und des Vereines „Wohlfahrt" wird mehreren hundert Kindern ein Sornmerau-fenthalt ermöglicht Die Gemeinde Wien, welche verpflichtet ist, für die im Versorgungshaus befindlichen, nach Wien zuständigen Pfleglinge die Gebühren zu bezahlen, verweigert dies unter verschiiedenen Vorwänden, Auch in diesem Punkte erweist sich die Notwendigkeit der energischen Forderung nach. Verwirklichung der jüdischen Mnderheitsrechte. Die wiederholten und lauten Klagen dev jüdischen Insassen des Lainzer Vevsorgungshanses begründen die Erhaltung be-. sondere? 'Heimle, die rituell geführt werden. <S3 mutz auch fsstgestellt werden, daß die Verpflegung in den Heimen der Kultusgemeinden bedeutend besser ist als in den Fondsspitälern und in den Anstalten dev Gemeinde Wien. In dieses. Gebiet gehört auch die produktive soziale Fürforgetätigkeit, welche sich bemüht, in einzelnen individuellen Fällen vernichtete Existenzen wieder aufzubanen. Boi dem großen Andrang der Petenten müssen Hunderte won Millionen zur Deckung der dringendsten Tag-esbedüvftriffe der Bittsteller verwendet Werdern Es wäre dvingenid notwendig, durch entsprechende Zentralisierung aller lebensfähigen Institutionen in der Zentralstelle für soziale Fürsorge unter der Aegide der Kultusgemeinde die Arbeit positiver zu gestalten. Die zionistische Fraktion setzt sich dafür' ein, daß die Zentralstelle, die bisnun die in sie gesetzten Hoffnungen nicht erfüllt hat, organisiert werde. Die Iugeiidfürsorgestelle hat eine Aktion, die die Gemeinde Wien knapp vor der: Wahlen mit großer Reklame in die Wege geleitet hat, schon lange vorher durchgeführt, nämlich die Beistellnng von Wäschekörben für neugeborene Kinder. Die Unterbringung vertoaister unverlassener Kinder in eigenen Hennen oder in privaten Häusern unter entsprechender Kontrolle der Organe der jüdilschen Jugendfürsorge, die Uebernahme der Vormundschaft über verwaiste Kinder und die Fürsorge für jüdische Sträflinge verschlingen Unsummen Geldes. Wenn die Kultusgemeinde vom Bund und von der Gemeinde die ihr «spm . inWyde. | Die Südisrfte Gemeinde. Sie Leistungen und Aufgaben der gfraelitifcheu! Kuttusgernriude Wien. Bon Dr. Jofvf LSwenhsrz, Vizepräsident der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde. Die Kultusgemeinde hat ein jährliches Budget von 5i4 Millionen Schilling, das hauptsächlich auf die -drei , großen Gebiete Kultus, Unterricht und soziale Fürsorge! aufgeteilt wird. Die Auslagen für den Kultus nehmen i jzrnen ganz hervorragenden. Raum -im Budget ein, weil; tote außer der Erhaltung der fünf Gemeindetempel m -diesem Jahre nicht weniger als 46 Dempel- und Bethaus- ^ererne in ausgiebiger Weise subventionieren mußten. ' Ö&et Bau eines W-intertempels -in Ottakring ist auch -dank «der Subvention der Kultusgemein-de ermöglicht worden. Außerdem baut jetzt -die Kultusgeimeinde eine Zerem-omen- Ihalle und Verwaltungsgebäude auf dem neuen Friedhöfe Mit einem Kostenaufwand -von zirka 1,800.000 Schilling. Die Belastung für die Kultus gemeinde war in diesvm .Jahre -deshalb so bedeutend, weil sich die privaten Spenden stark verringert haben. So -gnkgen für den großen -Leopoldstädter Tempel im Verlause eines Jahves -kaum -1500 Schilling ein. Auf entsprechender Höhe hielten sich nur die Spenden im Seitenstetten-Temipel, wo sie -im; letzten Jahre rund 65.000 -Schilling ausmachten. Sonder-!barerweise betrugen die Spenden in dem sehr judenarmen Bezirk Mnjhaus um einige hundert Schilling mehr als in der L-eopoldstadt. Im Zusammenhang mit diesem Budgetkapitel, dem die Kultusgeme-indc im Interesse der Befriedigung der religiösen Bedürfnisse der Wiener Judenfchaft ein -großes Augenmerk zuwendct, muß apch die Frage des I u g e n 'd g o t t e s d i e n st e s anigeschnitten. wc-rden. Leider ist hier ein großer Mangel sn Unterstützung seitens vieler jüdischer Lehrer sestzustellen. Mer auch -der beste Gottesdienst allein nützt nichts, wenn nicht die Jugend durch entsprechenden Unterricht in der hebräischen Sprache, in der Bibel und in. der Liturgie für den Gottesdienst -gehörig -vorbe-reit'et wird. Die Jugend nruß akti-v am Gottesdienst beteiligt sein und -darf tfyn nicht wie eine -ihr völlig fvem-de Vorstellung teilnahmslos an sich vorübergehen lassen. Zu diesem Zwecke Ist es notwendig, daß die jüdische Erziehung bereits im Warten Kindesal-ter einsetzt. Speziell im letzten Jahr ist rs gelungen, in einzelnen Bezirken, so im PraVer, im > 80., 14., 15., 10. und 6. bis 8. Bezirk jüdische!Ki nde rgä r t en zu gründen, -wo den Kindern die Ansangsgründe in der hebräischen Sprache bei gebracht werden und wo sie in der Bibelkun.de unterrichtet werden. Die Kultusgemeinde subiventioniert diese Kindergärten und SchulM in sehr ausgiebigem Maße. In den letzten zwei Jahren ist «der -Subventionsetat für das Schulwesen von 60.000 Schilling auf 140.000 Schilling erhöht worden. Nm -durch die Subvention seitens der Kultusgemeinde war -es möglich, das j ü d i s ch e Realgymnasium, diese mustergültige jüdische Anstalt zu erhalten. Die - Kultusgemeinde ist berufen, den Zusammenhang mit der W-dischen Jugend vom zarten Kind-esalter bis hinauf zur -Universität aufrecht zu -erhalten. Sie ist auch berufen und verpflichtet, die Rechte unserer Jugend vor den Behörden zu vertreten. Dank der Initiative der zionistischen Man- : datare gelang es dem Jüdischen Hochschirlansschuß, der /Lese- und Mchehalle jüdischer Hochschttler, einzelnen Fachi 'Vereinen, wie 'dem WiloMKei^, SWisten-.uud,MedWe?v-:.1 verein ustv. bedeutende Subventionen zuzusicheru. Ms Neuerung sei -auf die Gewährung von Prüfungs-, JnKriptions- und Promo-tionstaxe-n an bedürftige Wische Studenten durch die Kultusgemeinde verwiesen. Im letzten Studienjahr wurde so etwa 100 Studentcu die Fortsetzung ihrer Studien ermöglicht. Nm auch die physische Entwicklung -der Jugend zu fördern, hat die Kultusgemeinde die Augartenwiese beim Kinderambulatorrum den Kindern des jüdischen Kindergartens im 20. Bezirk den Zöglingen des Elffaibethheimes und den im Makkab-iweltverband vereinigten Turnern zur Verfügung gestellt. Für die'Errichtung von Umkleidegelegenheiten, Waschgelegenheiten und Aufbewahrung der Turngeräte hat der Vorstand entsprechende Kredite -bewilligt und die Arbeiten sind bereits in Angriff -genommen worden. In diesen Bereich Mt auch die wieder auf Initiative der zionistischen Mandatare zurückzuführeude -Schaffung eines besonderen Jugendreferates, welches der jüdischen Jugend in allen Angelegenheiten mit Rat und Tat zur -Seite zu stehen hat. Das Jugendr es erat hat die Ausgabe, bei den -Behörden, beiden Brrndesbahnen uffo. zu intervenieren. Nur so würde es ermöglicht, daß eine große Anzahl jüdischer Jungen die Ferien auf -dem Lande verbringen konnte. Auch Kr die kommende« Ferien werden Zuschüsse für Sommeravfenthalte für die einzelnen Gruppen vorgesehen. Dank der unermüdlichen Tätigkeit unseres Herrn Oberrabbiners Professor CHajes verfügt Men Wer ein großzügiges jüdisches Schulwesen, wie es keine andere Stadt au-fzuweisen hat. Hier feien das Religionslehrerseminar, das Pädagogium, die theologische Lehranstalt und last not least das jüdische Realgymnasium envähnt. Insbesondere die Zöglinge des Neligionslchrerseminars tverden dazu berufen sein, eine engere Kooperation zwischen dem jüdischen Elternhaus und der Schule zu ermöglichen und den Kindern vom Judentum, das beizub rin gen, was in vielen Elternhäusern leider verabsäumt wird. Die Erweiterung, der Gemeindebibliothek ermöglicht den Studierenden die Benützung dieser von Rvg.- Rat Dr. WachÄbnin sehr gut geleiteten Institution. Es ließe sich auf diesem Gebiete viel mehr leisten, wenn die Kultusgemeinde im Sinne des in den Staatsgrundgefetzen verankerten Staatsvertrages von St. Germain die Geltendmachung der den Juden gewährleisteten Mndecheitsrechte in Angriff nehmen wollte. Es -ist dies -eine sehr berechtigte Forderung der zionistischen Fraktion, der sich die Majorität leider widersetzt und zur Begründung ihres unrichtigen Standpunktes die öffentliche Meinung dadurch irreführt, daß sie Minderheitsrechte als „geminderte" Rechte zu interpretieren versucht. Gei Wahrung der uns gewährleisteten staatsbürgerlichen Gleichberechtigung haben wir als eine Minorität zweifellos das Recht, -von Bund und Gemeinde im Sinne des Artikels 67 des Staatsvertrages von St. Gevmain einen angemessenen Teil derjenigen Beträge zu erhalten, die etwa für Erzikhu-ng, religiöse oder Wohltätigkeitszwecke aus öffentlichen Mitteln in Staats-, Gemeinde- oder anderen Budgets ausgeworfen werden. Auch die Berufung darauf, daß man sich nicht auf einen Oesterreich aufgezwungenon Vertrag stützen wolle, ist nnstichhMig, weil diese Best-immnng in die Verfassung ausgenommen wurde, und die Juden lbei Geltendmachung dieser Forderungein chuen vevs-asiunMnäM

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