Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2988 (23.6.1927)
- Date
- 1927-06-23
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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W?-,n, Donnerstag Wiener Morgenzettang 23. Juni 1927 Nr. 8988 Solle 8 Schweizer :'.iiu;i<ni|C bejstricn ivn .-iurt« der L'rifailer Äkii-n 2or«ft herrschte Tvi grrmgüril Hiüiäi-Cit fast völlige öknMft.*' stille, sewohl in der Kulisse als auch im SHransen. Rente«» iravoit vrrnachlüssj.ch. Äuf den:?l n l a g c in a r >'t c neticrieit. RuVoissdahlrXschuld 2.80 und -PrioritiUen 13.40. Oes-.errcichischr Eiseiibahnanlcihe 5.10, Wir,rer Bertehrsaiilcihe 2.45, Wiener itlnleihe, Emission 1018, —.45 Schilling. Stellagen: Es iiotirrien per Ultimo Juiri: Lesterrei-- chischo Kredit 15 bis 18, Staatsbahn 10 bis 12, Alpine 10 blS 12, Rima 90 bis 33, Salgo 21 bis 27 Schillinge per Ultimo .Juli: Oeftcrrcichische Kredit 29 bis 26, Staatsbahn 11 bis 16, Alpine 14 bi-Z 16, Rima 98 42, tIalgo 32 bis 96 Schilling. Kassakursc: Phö,rix Leben 150.—, Bchles. Escompie --—.65, Mercurbanl 5.76, Borkehrsbank 3.76, Bankverein 32.80 Boden-Crcdit 128.—, £>e|terr. Credit 69.—, Ungar. Credit 120.—, Anglobank 6.25, Nicderösderr. Escompte 25.—, Nativ nalbanl 245.—, NmLbahn 1065.—, Staatsbcchn 96.05, Königs- Hofer Zement 670.—, Univers. Bau 10.40, Braubank 26.00, Teerag 16.50, Siemens 23A0, Der. Elektr. 48.30, Clin 39.10, Oberöf'.err. Wasserkraft 23.75, Oesterr. Telephon 13.65, Steir. Magnesit 75.10, Ung. Kohle 915.—, Alpine Montan 40.95, Heid Masch. 1.42, Prager Eisen 270.50, Rochan-Neudek 83.50, Warchalowsti 6.30, Austria Emaill. 21.—, Oesterr. Hofherr 13.40, Krupp 23.30, Rima 157.50, Waffen 28.80. Wo:51;er 7.90, Gal. Karpathen 33.10, Awestem '6.60, «.(Teppich > -,J 61.51, Schönpriesener 187.50, «Kroat. Zucker 61.90, Oesterr. Eiseubahnverk. 52.25, Etti Bergcl 9.50, Semperit 16.75, HandelS-A. <3. 12Llch Quoten: Nordwestbahn-Schrrld —.30, Franz-Josess-Bahnv Prior. 3.70, Z.öproz. NordLvesünchn-Prior., lit. A. —<63 Schill. Wie»«er Holzbörse. Die Lage des österreichischen Holznrarktes ich wenig vcräiHert, der Umsatz im Inland ist nach tvie vor belanglos. Das ErportgesckMt rrrlünst in normalen Bohnen, rvvbei allerdings ststzn'lstcll!?» ist. tag die Lebhaftigkeit des Geschäftsverlchrs init Frankreich nn«d Italien eine Einlmße erlitten har. Das Schm 14materialgeschüft mit Ten!schlau 0 erhält dadurch eine tvesen-tliche Stütze, das; die Marktlage int Nachbarreich iveiter durchaus fest bleibt. Aliendings «verden neue erhöhte Forderungen nicht bewilligt und man kann Abschlüsse nur zu bisherigen Prei-'en tätigen. Ans diesem Grunde blieben auch die Notierungen der gestrigen Holzbörse, die übrigens bei schtzvachonr Besuch ruhigen, gcschäftslosen Mrl<ms nahm, nnuerimdert. Wrenrr Börse für landwirtichviftliche Prcdnkte. Die Teudeirz mar Astern weiter flau. Roggen nind Weizen haben sich wieder um 50 Groschen ab ge schwächt, Mais lag ruhiger, Hafer maller. Es «rotierten pro 100 Kilogramm in'Schilling: Weizen, Wiener Boden, 41.75 bis 42.50, Roggen. Marchfelder, 39.50 bis 40.—, Mais 25.50, -Hafer, inl., 35.50 bis 36.—. — Das Mehlgeschüft ist ans ein Minimum zusnmnreirgeschruaUpft. Es 'notierten für 100 Kilogramm in Schillirig: Weizenmehl, inl., 73.— bis 75.—, Ungar. 70.— bis 73.—, Kochmehl 67.— bis 09.—, Brot »re hl 60.— bis 02.—, Roggeninehl 01.— bis 08.—, Futtermehl 30.— bis 3?.—, Weizeiikleie 24.— bis 24.25. Roggenkleie 23.75 bis 24.25. Drrdapsstcr GctreiLetevminmarkt. Durch die a««'haltend flaue Stcmmung erfuhren die Preise nicht unerhebliche Rückfälle. Die Notierungen baute«« iir Pengö: O'lobe «weizen 30.02, Märizilveizen 82.54,' Oktckberroggeu 35.—, Märzroggen 27.34. Auswärtige Börsen. Berlin: Aus der unsicheren Haltung des Vormittagsverkehrs entwickelte sich bis zum offiziellen Börsenbeginn eine freundlichere Stimmung. Betreffend die Lage des GeldmaMes ist die Spekulation zuversichtlicher geworden. Auch hält nian eine Erhöhung der englischen Bankrate in der morgigen Sitzung sür un-- «: ubrschetirlich, da dort der Markt nach Aufhören der sranzösischon Goldkäufe beruhigter liegt. Eine weitere Anregung bot die 100-M«lli0ne mAnleihe der Stadt Berliri. Deckungen und kleine Kauforders führten für die ersten Kurse zurneist ffciitc Erhöhungen herbei. Knnsts-eideaktten fetzten, augeregt d««rch dle feste internationale Haltung der Seideakt'ien, bcso«rders gestern in London, um 15 Pr»- zent höher ein. Lingeviich im Zusammenhang da«nit bestand größeres Interesse für Zellstoff Waldhof, ivobe! inan von der Fusivnslnöglichkeit mit Glanzstoff i«n Verhältnis von 2:1 sprach. Aus',erde««« verkehrte«« noch Schiffahrtsabtien etwas lcbhrster. Inl Verlauf blieb die Tende«rz bei kleinen Schrvanknngerr freundlich, Anleihen setzten etwas fester ein und konnten int Verlauf noch weiter a««ziehen. An«! Geld- «««arkt hat sich nichts geä«rdert. Ans den« Devisenmarkt verstärkt sich die Nachfrage «veiter. Envähueirsivert ist dis feste Halt«t«tg der Devisen Mailand und Japan (letztere int Zusammenhang mit einer 40-Millionen-Dollar-Änleihe). — P rag: Tie Börse eröffnete «n abgeschwächter Haltung. Infolge größeren Warenarmevotes kam es zu größeren um sähen und die Kurse bröckelten durchwegs ab. Nach Erledigung der ersten Aufträge ließ das Angebot nach und die zweiten Kurse waren bereits erholt. Gegen Schluß trat auf teilweise Deckungen der Kontermine eine mäßige Belebung ein. Heimische und österreichische Banken waren eher schwächer gehalten. J«t der Kulisse verzeichncten Skoda-AMen größere Umsätze. Auf dent Allkagenlarkt überivog eine ruhige Tendenz bei durchaus behaupteten Notierungeir. — V u d ap e st: Tie Kurse hatten keine größeren Vev^ anderungeir erfahren. N«ir die Von der Spa?;r« ratton bevorzugten Effekten erzielten größere Kursgewinne Dies gilt in erster Reihe von ocit LlMen der Ersten ungarischen Versicherungsanstalt, die 15 Prozent, ««nd von Waffen, die 10 Prozent genünnen konnten. Benrerkeirsworite Besserungen de «'zeichneten noch Bauxit und Ungar. Allgemeine Steinkohlen. Der Moderne Haushalt Hygiene im täglichen Leben I. Reinhaltung bet Wohnräumc im Sommer. ..eine Jahreszeit crford-ert eine so durchgrei,ende Organisierung des Haushaltes und der pevsönlichen KLrKerpflege in bezug auf die Erfordernisse der Hygiene mie die heiße Sommerzeit. Staubentwicklung und Hitze fördern die Entwicklung aller den Dingen und Menschen feindlichen Insekten, und der Kampf, den die Hausfrauen gegen Staub und Schmutz, gegen Fliegen, Motten und alles Ungeziefer im Sommer auszuifechten haben, ist wcchrlich nicht leicht. Die Amerikaner haben in ihrem noch schwereren Karwpif gegen das Kleingetier im Haushalt wirksame Hilfsmittel gefunden. Während in früherer Zeit scharfriechende Pulver allgemein in Verwendung standen, ist man jetzt durch chenusch-praktische Versuche und durch reichliche Erfahrungen aus diesem Gebiete zu einer wirksamen gründlichen Zerstörungsmethode aller Arten Plagegeister ge«kommen: zur Durchgasung und zur Zerstäubung von Flüffigleiten, die lebenszerstörend auf dieses quälende Kleintier wirken, Flüssigkeiten, die zum größten Teil als Nebenprodukte dcr Petroleumgewinnung erzeugt werden. Die ZerstäulbungWritzen sind einfache billige Blechcup,parate. Der Vorteil dieser neuen Systeme der llngegiesevvertilgung besteht darin, das; die Wiederkehr der Plagegeister fast ausgeschlossen ist. Ein Zimmer, ordentlich mit einem entsprechenden Mittel durch Zerstäuben gereinigt, ist sliegenfrei gemacht, und da die Fliege und auch alle anderen Insekten nicht nur selbst lästig sind, sondern auch Träger von Krancheitserregern bedeuten, so ist eine der obersten Pflichten der Hygiene des täglichen Lebens, allen Störenfrieden aus der Kleintierwelt, allen gesundheitsstörenden und gesundheitsgefährlichen Bakterienträgern gehörig an den Leib zu rücken. Es gibt zwei Voraussetzungen zur hygienischen Fi'chrung in Küche und Haushalt. Erstens vollständige Reinhaltung. Alles was den Staub gründlich aus der Wohnung entfernt, alles nxrs die Ansammlung von Resten und Abfällen verhütet, alles was zum gründlichen Waschen und Sauberhalten der Gsbrauchsgegenftände führt, beugt der Entstehung von Schädlingen im Haushalt vor und diese Vorbeugungsmittel, gute Wasch¬ BRÜLLUX <st der beste Schmirgel gummi Verlangt nur BRÜLLAX Feinwasehanstalt „HABSBURG“ schönt Ihre unersetzliche Wäsche mittel, ordentliche Staubsauger, staubbindende imprägnierte Tücher und Besen, moderne Ausiwaschapparate, bcdeulen für die Hygiene im täglichen Leben mehr als alle gestickten Deckchen und sonstiger Firlefanz in der Wohnung. Ist es aber aus irgend einem Grunde doch zum Ueberhandnehmen von' Fliegen, Ameisen, Motten, Russen (Schwaben) und Bettungezieser gekommen, oder hat die Hausfrau das Unglück, eine nicht einwandfreie Wohnung übernommen zu haben, dann nur rasch -die modernen Durchgasungs- und Zerstäubungsmethoden anwenden und sich von der widerlichen Plage unliebsamer Gäste in Küche und Haushalt befreien! Me Lbftmahlzett. Ein Sommerbrief.*) II. Fleischkost macht träge, „Paradieskost", wie ich kürzlich einen feinen Vortragenden das Obst nennen hörte, macht heiter und freudig. Für mich birgt ein solches Mittagessen fast einen ge-- Heimen Zauber u.n.d ich könnte es nicht mehr missen, Ich weiß und empfinde es angenchin, daß diese Lebensweise den besten Ei««fluß auf mein Wohlbefinden hat, und will mich deshalb langsam von den alten Ernährungsfehlern losmachen, um meinen Körper von überflüssigem Fett und sonstigen schädlichen Einflüssen zu befreien. Dies mutz allerdings langsam und mit Bedacht geschehen. Der Anfang dazu ist das Obftmittagessen, das ich Dir nun eben geschildert habe. Versuche einmal eine solche Mahlzeit und säge mir dann, mie sie Dir gemundet hat und «vie Du Dich danach fühltest. Dann will ich Dir erzählen, wo ich diese Weisheit hörte und noch anderes Schönes zur Umwandlung und Ausgestaltung unseres Lebens. „Wir müssen sonnige Menschen werden, um uns zu erlösen aus dem Dunkel dieser Zeit." Wäre das nicht herrlich? Du wirst nun einwenden, daß Dein Mann sich wohl nicht dazu verstehen wird, bei derlei Mahlzeiter« mitzuhalten. Da muht Du ihn eben bei seiner empfindlichsten Seite fassen, bei seinem Wohlbefinden. Unter uns gesagt, ich fand ihn neulich, als ich Euch sah, recht rrrndli-G und er könnte es vertragen, ein wenig schlanker zu >verden, ich glaube, es ließe sich schon etwas machen, ihn umzustimmen und vvn der alten Gewohnheit der früheren Mittagessnr abzubringen. Wenn Du all Deine bezaubernde Liebens- «oürdigkeit dazu amvendest, wird es geiviß nickst schwerer sein, ihn dazu zu bewegen, als es der Ueberredung bedurfte, daß er seine durch die schlechten L)eiter« allzu belastete Brieftasche öffnete zur Anschaffung einer feinen Sommertoilette und des schönen Hutes, der Dir nun soviel Freude macht. Versuche es nur und Du ivirst gewiß erreichen, daß er sich bereit erklärt,. einmal ein Obstmittagessen einzunehmen. Sein Wohlbefinden danach wird ihn überzeugen von dem günstigen Einfluß dieser Nahrung auf seinen Körper. Nun ist aber rwch eine Klippe, an die Du vielleicht gar nicht denkst und die doch auch recht gefährlich ist. Sie heißt „Minna"! Was wird diese treue, so besorgte gute Wirtschafterin sagen, wenn sie nicht roie immer für Euch ein leckeres Mahl nach ihrer Gewohnheit zusammenstellen kann, mit all den kleinen köstlichen Ueberraschungen, die ihre Geschicklichkeit ersinnt? Auch da kann *) Siehe „SBierwr Marge nzeiilltlrg," vom 16. d. M. iich Dir aus Erfahrung raten. Verlege das Obstmittagessen an einen Tag, lvo Minna gerade viel Arbeit hat, und entlaste sie dadurch vonr Kochen. Vielleicht ist sie sogar ganz zufrieden, wenn sie sich ohne Störung durch das Bereiten der Mittagsmahlzeit ihrer vorgenommenen Arbeit völlig widmen kann. Leicht sorgst Du für sie, wenn am vorherigen Wend eine Speise gekocht wird, von der umn etwas ausheben und am nächsten Tage wann machen kann. Und als Zugabe ein lvenig Obst wird auch sie gerne nehmen. Siehst Du, es geht alles, wenn man nur den Willen dazu hat, und ich glaube, den wirst Du aufbringen, weiur Du bedenkst, lvie gesund und angenehnr eine derartige VwMlung im Speisengenutß ist. Nun erwarte ich mit Spannung Deinen Bericht wttb bin schon sehr neugierig, was Du urir alles erzählen wirst. Es grüßt Dich Deine Hekl'L. und machen 'Waschungen mit .TeSmÄ - raavonnolse* (gos. gesch.)!! Das Schönheitsmittel der Saison £1 Hervorragend gegen Sonnenbrand und inr Bräunung. Ueberall erhältlich. Gratisproben durch „Arkana". G. m. b.H., Wien» XEL. Zenogasse 11 a. Tolephon 82-8-77. Aus dem metaje m Rüche. Mehlirocke,«suppe. Man nehme zwei Eßlöffel Kunevol (Pflanzenfett), tteiöe es recht flaumig ab, nehme drei ramfte Eier, ein wenig von Salz, Blüte, bittere Mandeln, fein gehackte Petersilie, treibe alles recht slamnig ab, nehme drei Eßlöffel feines Mehl dazu, rühre alles gut dnrcheinander und, sobald die Suppe rocht, schneide «narr mit einem Löffel kleine Stückchen hinein nnd lasse sie sechs Minuten auskochen. Gespickter Rindsbraten. (Für 6 Personen.) 1 Kilo Ninds'braten wird gut geklopft, hierauf werden in eine Kasserolle einige Zroiebeln sam-t Schale klein geschnitten, klern geschnittene gelbe Rübe. Sellerie, ganzes Neugewürz, ganzer Jngiver, ein Stückchen Lorbeerblatt gegeben, sovann wird ein Stückchen rohes Räucherffetsch in viereckige Würstl geschnitten und mit diesen der Nindsbraten gespickt. Unter ^?on"verstchtman: Ins Fleisch werden mit einem spitzigen Messer Löcher geinacht und in diese das Näucherffttsch fest hineingesteckt, das Fletsch mit der Haut wird, nachdenr es gesalzen ist, irr die obenerwähnte Kasserolle, worin sich das Grünzeug befindet, auf das Grünzeug aeleat, zwei Stunden mit einem Leidek Wasser in der^MMe An« sobald es weich genug ist, werden aus dem Fleisth schöne dünne Scheiben geschnitten, die Sauce wird durch ein Sieb passtett und über das geschnittene Fleisch gegossen, dieses noch eine halbe Stunde gedrinftet. Mt GmrHe garniA, wird es zur Tafel gegeben. * •'.*>* i