Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2964 (29.5.1927)
- Date
- 1927-05-29
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3964 Wien, Sonntag Wiener Morgenzettung 39. Mai 1937 n Der Sohn des Moses Mautner Ein Wiener Roman von Leopold Hichlerv Copyright 1927 by R. LCirit Yeriag, Wien — Loipzlg (48. FüttfetzUNg.) Phantasie führt« ihn bereits an die Universität, in die Aula, nnter die Studenten als einen ihresgleichen. — Kein Selcher mehr. Und dies — ein solcher Wahn treibt oft die »Menschen — gab ihm Rückgrat und Stärke. Er fühlte sich.- Heiter und froh kam er am Abend dieses Tages zu seiner Mutter. sALer wie erschrak er, als er in das Wohnzimmer trat. Flehentlich weinend hob die alte Frau ihre Hände: „GusM Helf' m'r! Helf' m'r!" — „Was is denn, Mutter, Um Gottes willen?!" — „Die Floren, Gusti! Tie Flocken feim wieder ba^ Frau Sali hatte vor einem Fahr eine Staroperativn durchgemacht unsd obgleich die Operation nach Behauptung des AirzteS geglückt war — die Äugender alten Frau wuroen immer schwächer. —- Nach Erregungen oder schlaflosen Nächten erlosch fast ihr Augenlicht und sie sah bloß unzählige Staubfäden in der Lust. Flocken nannte sie dies. ,Helft m'r, GÜstileben!" rief sie wieder. „Ich will nicht erblinden. Helf' nw, mein Kind!" — „Mutter! Meine liebe Mutter! Es geht ja wieder vorüber." Er kniete neben den: Diwan nieder, worauf die alte Frau saß; er streichelte ihre welken Hände und küßte sie. „Wird gleich aushören, Mütter. Wirst schm. Es war ja scharr! öfter so und ist immer wieder gut geworden." — Wie ein Schiffbrüchiger den schwächsten Balkm — wenn er ihn auch nur euren Augenblick über Wasser hält — Uinklamniert, so preßte Frau Sali die Hand ihres Jüngsten, als könnte er ihr helfen. -- Mlmählich ging der Anfall vorüber. 'Die,Klocken" verschwanden und lächelnunter Tränen blickte'die Mutter ihrenr Sohn in die Augen. „War das ein Schreck, Gusti! Du weißt gar nicht, was ich für e Angst Hab, wenn das kommt!" — „Aber jetzt is schon gut, Mütter, was?" — „,Ja, mein BoVele." — Die Menschen werden nach Erschütterungen — die glücklich verlaufen sind — redselig. Die große Gnade Gottes ist noch fühlbar Utld die Erlösung zwingt — wenn nicht zum Gebet — zur Rede. „Weißt du, mek Kind!" begann Zfcau Sali, und die Worte liefen wie ein Quell, frisch und unerschöpflich aus ihrem Mmde. „Ich bin so glücklich, wmn ich wieder v bissel 'fei}’! Ihr wißt ja kahner, was das heißt: Nicht sehen. Abhängig sein von alle anderen Menschen auf Schritt und Tritt! Das is so e Glück, wenn die Flocken weg sind, Gustileben! Ich kann dir das gar nicht sagen! .Weißt du. mein Kind, mit dir kann ich mich noch Msredm: Die anderen — ich will ja nix sagen: Gott hat m'r große Frahd mit meine Binder gegeben, aber die anderen sind doch verheirat', Und sie haben nebbich andere Sorgen und du bist noch ledig-- aber ich ivill auch, daß du Heirat st und bald möcht' ich das lMm, solang nur Gott noch das LHtzn schenkt, ja?" — ,Ms>o» Mütter, das wird auch werden. Mer — warum sagst du, du kannst nnt mir ■.-•ei* reden als wie mit den Geschwistern?" — „Schau, mein Mini); Du bist der Jüngste und du hast mich ntix e so gekannt, wie ich in früheren Jahre so hermn gefahren bin und was ich geleistet Hab' und wie ich Dag ünd Nacht für's Geschäft gearbeitet Hab'! Die anderen Kinder haben mich noch m meiner Kraft gekannt und — es is ja e Dummheit — aber Ich schäm' mich, Gustileben! Ich schäm' mich, brijs ich e ft» T< Bowel geworden bin! Daß ich nicht «imnyhl mehr allahn auf der Gaff' gehen kann!" —- „Es is nicht so arg, Mütter! Du fürchtest dich mehr, als du Grund hast." — „Noin^ Gusti! Schau, was war heut' nachmittag: "Ich war Kaffeehaus mit dem Vater; der Vater hat mich hingeführt und is dann . . ." — „Wo is denn der Vater jetzt?" „Gr hat mich wieder Nach Haus geführt und is ins Kaffeehaus zurückgegangen. —!Mer kaff' dir erzählen, Gusti; Also der Pater hat mich hingeführt ins Kaffeehaus und ich Hab' mich zu die bekannten Damm gesetzt und der Vater is zu seiner Kartenpartie gegangen und ich Hab' imr e Kaffee bestellt und ich red' mit die Damm und Hab' gar nicht gesehen, daß der Kellner -schon beit Kaffee hingestellt hat, und ich stoß mit der Handle Schate Um wrifo sch'ltt' den Kstsfee <nvf mich und an? die Damen, die neben rnir gesessen sind, und ich Hab' mich o so geschämt, Gusti!" — „Mer, Mutter! Da is doch nichts dabei; hat er dir dann einen anderen Baffe« gebracht?" — „Mei Kind! Wenn dn gesehen chä'st, wie sich die Damen beimjüP haben und jo gemacht haben, als hätten sie wjj? geseh'n Und es wär' niL geschch'n. . „Nun, Mütter?" -- „Das tut so lpeh, Gusti! Das Mitleid! Daß mn mir helfen muß, daß ich allahn so gar nijc mehr Kn! — Glaüb' mir, Gustileben, darrmr hin ich am liebsten au Haus, Da kenn' ich schon jeden'Wnkelunh tzchdapp' mich herum in der Wohnung nnid ..." — ,fRedeu wir von was anderem, Mutter?' —?Du.hast recht, mei Kind. — No, was hast du noch gemacht, heut' nacht?" Sie sah ihnr ins Gesicht Und drohte scherzend mit dem Zeigefinger. „Mir scheint. Gusti! Du bist noch «'bissel» lnnrpm gegängelt? Ms!? Dü schaust ja ganz grün ans!" — „Mo also! Da schau favVi rief Gustav, „wie gute Augen du hast, Mütter! Auf einmal siehst du gar, daß ich grim im Gesicht bin?! Hab' ich nicht recht? Du nullst uns nur eimeden, daß du schlecht sichst! Ja, ja!" — — „Mai Kind!" sprach die alte Frgu- Nur zwei Worte, aber in dem Ton lag eine Welt von Gefühlen: Furcht — Rührung und — Koffming- — Der leidende Mensch ist gläubig wie. ein And. Er weiß, daß er getäuscht wich! «nid läßt «s doch fo gerne geschehen. — Fraü 'Sali lächelt«. „Manchmal sch' ich ja besser!" sagte sie, als Müßte sie sich entschuldigen, und dann erzählte sic wieder urch sprach immerwähreiid. — Gustav blickte zuweilen nach der Uhr. Sie merkte es: „Willst du schon gehen, Gusti?" — „'Eigentlich — ja, Mutter, jjcfj — ich Hab' iwch sehr viel zu tun,'" sagte 'Gustav und erhob sich. — „Geh, Gustileben, bleib' noch bei nur, bis der Vater nach Haus kommt." — „Mutter — ich muß schon gehen. Es ist schon spät." — „Bleib' noch, Gusti, bis der Vater konmit. Ich — möcht' heut' nicht allahn sein; ich Hab' so — es is mir — ich weiß nicht! Bleib', Gusti!"-. Noch nie hatte die alte Frau so gedrängt. 'Gustav fühlte, daß er bleiben solle, uns» doch zog es ihn wie nnt hundert Armen ackZ der dumpfen Luft des KrankenzrmmeiK ins Freie hinaus. — Die Jugend ist selbstsüchtig. Sie strebt nach Glanz und Heiterkeit. — Wer kann es ihr verübeln? Die Kritiker der Jugend, die Alten, sind auch einmal so gewesen. --^Gustav ging. Im Freien fühlte er die Wicht und — Reue. Er wollte zurück. Jedoch der böse Trieb ist wach und ersinnt rasch und geschickt ein Pflästerchen für die brennende Wunde des Gewissens. — Gustav kaufte einen Blumenstrauß und sandle ihn seiner Mutter mit einem kleinen Briefchen: ,j8ör dem Schlafengehen schick' ich dir rroch geschwind einen Gruß, liebe Mutter!"- Vor dem Schlafengehen. Er ging Kr Freunden, und als er um Mitternacht nach Hanse kam, stand ein Bote in seiner Wohnung und holte ihr: zu seiner Mutter.-- Trotz der späten Stunde traf er in der Wohnung seiner Eltern alle Geschwister. Sie standen mit denk Vater und dem Mzt um das Bett der schwer atmenden Frau. „Gehirnschlagl" sagte der Arzt. „Nichts zu nrachen!" — ,1-tzerr Doktor!" rief Gustav und hielt den /Zeigefinger an "seine Lippen. „Seien Sie ünbesprgt," sagte der Arzt. -/Sie ist bewußtlos. Sie hört nichts mehr." -- (Fortsetzung im MoytagHlatt.) Ar BerurteAung HSllerers. Frau Höllerer lacht ironisch. Der Lykalaugenschein,. den der Gerichtshof gestern im Beisein des Angeklagten Höllerer und seiirer Gattin vvrncchrn, gestaltete sich äußerst dramatisch. Die Kommissionsmitglicher fuhren bis znm Helenental und legten dann den ziemlich steilen Weg auf den „Schwarzen Berg" zu Fuß zurück. Als die Geschworenen des furchtbaren Abgrundes ansichtig wurden, erklärten sie, es sei ein reines Wunder, daß die Frau mit dem Leben davonkam. Höllerer wurde nun verhalten, den Vorgang, wie er seine Frau, die über dem Abgrund gebeugt stand, mit den * Armen umfaßte und hmabschleuderte, zu demonstrieren. Er unterzog sich dieser ftirchtbaren Aufgabe, am ganzen Körper zitternd. Der Vorsitzende fragte ihn: „Graut Ihnen vor Ihrer Tat?" — Höllerer wankte, dann wandte er sich zu seiner Frau, faltete die Hände nutz rief weinend; „Bitte, verzech. mir meine Tat, ich wollte dich nicht töten, glaube mir, ichwollte dich nicht töten! Verzech.mir, wenn ich auch.mit dir schön nicht mehr leben kann oder wenn du mit mir nicht mehr leben willst, so verzech mir wenigstens. Bitte, Kinderl, fei gut, sag mir nur das einzige Wort: Verzeihe!" Frau Höllerer ließ sich durch diese Worte nicht iw geringsten rühren, sondern sagte hart: „Du hast mich ja töten wollen, warum hättest du mich sonst heruntergestoßen!" Ueber. Anordnung des Präsidenten wurde nun Höllerer abgeführt, der sich händeringend immer lvichec nach seiner Frau umsah. Die Kommission begab sich dann wieder nach Wiener- Neustaht zurück, nw um s Uhr nachmittags die Verhandlung fortgesetzt wurde. Bevor M Vorsitzende das Beweisverfahren schloß, richtete er an Höllerer nochmals den < Appell, fein Gewissen durch ein Geständnis . zu erleichtern und sich dadurch einen rmchttgm Milderungsgrund zu schaffen. Höllerer legte die Hand aufs Herz urch sagte: „Ich habe nicht die Absicht gehabt, meine Frau zu töten." BntMger Dr. Toirich nahm tum zu dm zivilrochtlichen Ansprüchen der Frau Stellung und erklärte, daß sein Klient dis verlangten M Millionen Schmerzensgeld unmöglich zahlen könne. Hällerer sei Eigentümer der Wohnung und der Möbel, die einen Wert von zchn Millionen repräsentieren, und sei berett, die Hälfte dieses Betrages seiner Frau als Schmerzensgeld zu geben. Ueber Bitte Höll«rers erklärte die Frau, daß sie ihm seine Kleider und Wäsche und ssimn Werkzeugkasten lassen wollet Es wurden sodann den Geschworenen eine Hauptfrage auf Mordversuch und eine Eventualfrage aus fahrlässige Tötung gestellt. Ein« weitere Eventualfrage auf schwer« Körperbeschädigung, die Dr. Teirich beantragte, wurde abgelehnt. Es folgte sodann das Plädoyer des Staatsanwaltes Dr. Gerö, das er mit den Worten: „Du, sollst' nicht töten" einleli-tete. iDer Staattsarchvaüt Unübertroffen Sei rheumattsche«, aichtifche» und nervösen Lckmerren. Lopsschmerren »nd die Ihre» «rzt! KrKLttnngslirankßeile«. nn,tr isnovttnit tttati Per.«raaa re» «rzt! — I» «ne» «pothrke». - Preis 8 2-30 mmmt E Gegen Hartleibigkeit und Hämorrhoiden, Magen- und Darmstörungen, Leber- und Milzanschiwellung, Rücken- und Kreuzschmerzen ist das natürliche ,Srang-Josef"-Bitterwasser, täglich mehrmals genommen, ein herrliches Mittel. Aerztnche Prüfungen bei Erkrankungen der Unterleibsorgane haben fest« gestellt, daß das Fmnz-I^ef-Waffer sicher lbsend und immer gelinde able'.tend wirkt. forderte die Geschworenen auf, keinen zweiten Fäll Mmpasiinger zu schaffen. Dr. Teirich ersuchte in seinem Plädoyer die Geschtvorenen, selbst eine Frage aus schwere Körperbesch ädignng zu stellen. Nach dreiviertelstündiger Beratung verkündete der Obmänn der Geschworenen den Wahrspruch, womit diese Franz Höllerer einstimmig des versuchten Gattem-? Mordes schuldig erkannten. Bei Verkündigung dieses Verdikts weinte Höllerer heftig und bat, mit seiner Frau noch einmal sprechen zu dürfen. C£r wurde jedoch abgeführt, und Frau Höllerer lächelte ironisch. Der Gerichtshof verurteilte den Angellagten zu sieben Jahren schweren Kerkers mit einem Fasttag vierteljährig und Dunkelhaft am Ta ge der Tat und sprach Frau Höllerer ein Schmerzensgeld von 10Y0 Schilling zu, welches durch die Uebergabe der gesamten Hab« des Angeklagten getilgt erscheint. Mit ihrem Anspruch auf Mmente wurde Frau Höllerer auf den Zivilrechtsweg verwiesen. Während der llrteilsverkündignng lachte Frau Höll«rer wieder zynisch, was im Publikum arge Mißstimmung hervorrief. Der Verurteilte hielt sich Bedenkzeit offen. Bekeffy kommt vor ei« ungarische» Gericht. Mit Rücksicht auf die Selbststellung des ehemaligen Herausgebers der „Stunde" Emmerich BekessY- IM den ungarischen Behörden haben diese, wie die Korrespondenz „Fliegäuf" meldet, den österreichischen Behörden bekanntgegeben, daß gegen BekessY das Untersuchungsverfahren wegen Erpressung ein geleitet wurde. Gleichzeitig verlangten die ungarischen Behörden die Uebermittlung sämtlicher Akte des Prvzeßfalles in Urschrift, oder in Tlbschrift. Die Entscheidung d«r österreichischen Behörden ist noch ausständig. Mehl und fein Ment, der Schaffner". Der Hcckem kreuzanwalt Dr. Walter Riehl überreichte im Namenseines Klienten, des Stpoßenbahnschaffners Engelbert Fuchs, beim Bezirksgericht Favoriten folgende Klage: „Auf einen stadttvärts Ehrenden 6ll-Waaen sprangen während der Fahrt zwei fugendliche, sehr jüdisch aussehende Burschen auf die rückwartigm Plattform des Triebwagens. Die beiden Burschen ftggteu mich (den Schaffner) in geradezu provozierender Weise, offenbar um mich zu ärgern oder lächerlich zu machen, wie man än die Gatterburggasse fahre. Ich beantwortet« diese hänselnden Fragen vorschriftsmäßig. Der eine der Burschen gab mir zur Bezahlung seiner Fahrkarte ein« Note zu 10 Schilling, auf die ich rhm herausgab und ihn. aufforoerte, das Gelb sofort nachzuzählen. Beim Herausgeben war auch eine Tschechenfrone auf dre Hand des Burschen gerollt, worauf beide -riefen: „Sie wollen uns beschwindeln und betrügen." Da sie beide sahen, daß ich mir ihr Benehmen Nicht gefallen lassen würde, wollten sie abspringen. Der «ine der Burschen, nmnciis Julius Felbhorn, rief mir dann noch zu: „Schwindler, ich iverds dir schon helfen!" Gegen Feld Horn und seinen Pe« gleiter Siegmund Werner wurde die Airzeige wegen Amtsehrenbeleibigung erstattet. Die beiden Beschuldigten, vertreten durch Dr. Valentin Rosenfeld, stellten vor Gepicht rede stvajbare Handlung entschieden in Mrede. Sie gaben übereiustimmend au: Mr fuhren mit dem Schaffner und baten ihn nmi «ins Auskrrnft, die er uns übrigens falsch erteilt«. Werrrer gab au, daß er sich eimn Fahrschein löste und eine Zehnschillingnote zum Wechseln gab. Der Schaffner gab zurück u>w rief mit lauter. Stimme: „Zahl'n Sie das Geld sofort nach, denn Leute Ihres Schlages kenne ich schon, die deu Schaffner durch vieles Frage,: dazu brir^eu wolle,:, sich beim Wechseln zu irren " Beide behaupteten -noch, daß der Schaffner Deshalb erbost gewesen fei, weil es-ihm mißlungen sei, faM, ungültige Minzen einzuschmuggeln. Gin mit dieser Verantwortung gleichlautendes! Schriftstück hatten die beiden Beschuldigten als Beschwerde an di« Straßenbahndirektton gesandt. Da sich der Schaffner durch ein« von, der Direktion gegen ihn elngoleftet« Untersuchung geschädigt erachtete, hatte er sich dem Strafverfahren als PrivatbateillgteU angeschlosstn. Gr kam auch als einziger Zeugs in Betracht ,mb öestängte seine Anzeige vollinhaltlich, Dssv Mchter Dr. Appel verurteilte beide zu w lö Schillrng Geldstrafe, wogegen diese die Berufung einlegtpn. Der Arrest als BerforgMg. Bor e-ner Woche wurde, wie berichtet, der Hilfsarbeiter Rudolf Waniek dem Strafbez,rksgerichto 1 zu Pier Tagen Arrest verurteilt, weil ex gegen ein Fenster des Gebäude« der Polizeidirektion ein Bündel mit schmutzigev Wäsche geschleudert hatte, in der volr ihm zugegebeneu Absicht, das Fenster zu zertrümmern. Bor Gericht Mw der . Beschuldigte dem Richter Dr. Narz erklärt, daß er seit Jahren trotz eifrigen Suchens keine Arbeit finden könne, und wenn er ,licht verhungern wolle, keinen anderen AuAveg habe, als im -Arrest sich versorgen zn lassen. Als Waniek imch Warbüßung der Strafe frrikam, ging er mit seinem Mndel schmutziger Wäsche, seiner ganzen Habe, wieder zun, Gebäude der Polizeidirektio» und schleuderte .abermals das Bündel gegen em Fenster des Gebäudes, ohne daß das Fenster dadurch in Trümmer ging. Er wurde, tvie es seine Absicht war, neuerMvechastet und dem StrafbezirkSgertchte i wegen versuchter boshafter Beschädigung fremden Eigentums überstellt. I» der gesternt durchgeftthrte» Berhaudsuml tpar Waniek, ein ääjähriger, äußerst defekt gekleideter Mann, des Tatsüchlichen geständig, erklärte, daß er durch seine .HandluugchMst die große Oefsentlichkeit auf sich endlich merksam machen wollte, um auf diesem Wege vielleicht buch irgenden« Arbeit zu bekominen. Der Mchter verurteilte js,„ zu U Tagsn Arreste