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Wiener Morgenzeitung · 1927-05-29 · Heft 2964 (29.5.1927) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2964 (29.5.1927)
Date
1927-05-29
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2964 Men, Smi nwy wlCRVII wiv(9«ligvUBff9 09. Mai 1927 Seite 7 e -er beste veweis für «die Erreichte Leistungsfähigkeit -es populären Leopoldstädter Warenhauses Brüder Schiffmann, 2. Be-., Daborstraße 48, ist das starke Anwachsen des Kundenkreises. Um den gesteigerten Ansprüchen genügen zu können, nrüssen Brüder Schiffmann demnächst neuerlich ihre Verkausslskalitäten umbauen mvd vergrößern. Platzmangels wegen werden daher zu Pfingsten die Warenbestän'de in allsn Einteilungen zu fabelhaft billigen Preisen abaeftoßen. Einige sensationelle Angebote: Reimooll-Popeline, doppeltbreit, in allen Farben, S. 3L0; Hochprima Mantel-Covercoats, alle Farben, reine Wolle, 135 Zentimeter breit, S. 8.90; Reimvoll-Kleiderftoffe, Ton in Ton dessllriert, früherer Preis S. 1S-OQ, jetzt nur S. 7.90; Voile und Marocain-, für Kleider, besondere OKaston, nur S. —.85; Pttam OnalitStS-Wasch-Marocalns, in den modernsten Dessins, S. 129; K-Seide, alle Farben, S. 1.98; schwere Rohseide, für Kleider, S. 4.50; RohseÄr, dessiniert, S. 4.90; Shantung-Seide, dessiniert, S. 44)0. Reichhaltigste Au Ava hl in allerneuesten Bade-Tricots, Bade-Mänteln, -Hauben und -Schuhen zu besonderen OMafionS-Preisen. Niemand versäume diese außerordentliche Kaufgelegeacheitl k rar «em Prodlem: 6in teures zelepnun stet ein Nulter mutfOtirlHßer suftvoptief? Ein Telegramm nach Polen kostet für zehn Worte 3.70 Schilling, ein Expreßbvief 1.10 Schilling; der Luftpostbrief, der in einigen Stunden nach Aufgabe in Wien dem polnischen Adressaten gugestellt wird, nur —.60 Schilling. Aufgabe bei allen Postämtern: am Mflugstoge bis 7 Uhr 20 Min. morgens beim Hauptpostamt. E Für Pfingsten. Elegante Leinenschuhe in den modernsten Farben zu S. 9.50, beige Eidechsen- und grau Krokodil-Atlassin- Spangenschuhe zu S. 11.90, rahmengenahte Herrerr-Halbschuhe in Braun und Schwarz S. 31.90, silbergraue Mode-Spangen, Tennisschuhe, Goiserer, Haferlschuhe uslw. Siehe Inserat Seite 15. Me Del-Ka-Schuh- und Strumpf-Propaganda wird bis Pfingsten fortgesetzt. E 18. östtrr. Staatswohltätigkeitslotterie. Nach dem Eck« März amtlich verlautbarten Spielplan werden bei der am 9. Juni d. I. öffentlich ftattfitkdenden Ziehung dieses um die Mitte des vorigen Jahrhunderts zugunsten der öffentlichen Wohltätigkeit errichteten staatlichen Lotterieunternehmens 40.000 Geldgewinne im Gesamtbeträge von 569.000 Schilling ausgelost. Mit einem Los, dessen Preis 3 Schilling beträgt, kann man zwei Gewinne, darunter den ersten Haupttreffer von 100.000 Schilling, gewinnen. Der Käufer eines Staatsloses, welches auch als preiswertes Psingstgefcheirk beliebt ist, sichert sich nicht nur die Beteiligung an dieser überaus günstigen Geld- Verlosung, sondern trägt auch zur Unterstützung von notleidenden Wohltätigkeitsanstallen und Karitaswevken sein Scherflein bei. E Sonderausflug nach Gsenstadt. Zur Besichtigung des altehvwürdigen Friedhofes und des berühmten Tempels sowie des Wolffchen Museums in Eisenstadt veranstalten Sonntag, 'den 10. Juni, der Verein für jüdische Geschichte und Literatur, der Jüdische Gesangverein und die Zionistische Sektion 6—8, in Begleitung der Fahne und Hauskapelle, einen gemeinsamen Ausflug. Die Jugeudverbände der Sektion haben sich der Exlkuvfion angeschlossen. Reifeleitung: Dr. K. Jellinek. Anmeldungen im Sekretariat der Zionistischen Sektion 6—8, :m Bevoinslokale, 8. Bez., Bennoplatz 1a, Tel. 36-2-69, von Montag Donnerstag zwischen 3.30 bis 5.30 Uhr nachmittags.!öi Unmögliches möglich! Moderne Seidenfoulards, d:e schönsten SeidenmarroLains und einfarbige Crepe de Ch:ne per Meter nur S. 5.00 bei Kann & Fried, 6. Bez., Linke Menzeile 40, im Hofe. E Das Alter naht und mit ihm seine Beschwerden. Benommenheit, Kopfschmerzen, und Schwindelgefuhl treten auf, die Arbeitsfähigkeit nimmt ab. Es gilt, den verkalkten Blutgefäßen ihre Elastizität wiederzugeben. Das seit Jahren bewährte R a d i o f k l e r i n enthält' reines Radiumchlorid, welches die verkalkte Gefäßwand abbaut und fortspült und die Neubildung gesunden Gewebes anregt. Die Folge ist eine bessere Durchblutuna des ganzen Körpers und die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit. Der Radiumgehalt wird amtlich Merprüst. Hauptdepot: Apotheke Bayer, W:en, I., Wollzeile 13. E Zionistische Gesellschaftsreise nach Bratislava. Für ü:e am 26. Juni l. I. mit Separatdampfer stattfindende Gesellschaftsreise der Zionisten Wiens find Kartenbestellungen a 9 S. (Hin- und Rückfahrt) sofort vorzunehmen. Paß und Visum Mt für die Teilnehmer nicht erforderlich. Bestellungen: Zionistisches Bureau, 1. Bez., Kärntnerstraße 26, Tel. 77-4-85/86. Vereine, Vortrage und Versammlungen. Klub radikaler Zionisten. Mttwoch, HO Uhr abends, im Cafe Atlachof, 1. Bez., Aspernplatz (Klublokal), Versammlung. Tagesordnung: Die gegenwärtige zionistische Lage. Der kommende Kongreß. Referenten: Oberbaurat R. Stricker rmd Dr. L. Plaschkes. — Jugendverein „Erez Israel". Heute, 8 Uhr früh. Tagesausflug nach Hagenbachklamm. Treffpunkt: Schtzvedenbrücke. 2 Uhr: Hal'btagsausflug. Treffpunkt: Stadtbahn-Haltestelle Schwedenbrücke. — „Haboneh", Bund zionistischer Wsolventen höherer technischer Lehranstalten. Morgen, 1H8 Uhr abends, im Hotel „Habsburg", 1. Bez^ Rotenturmfträße 24, Generalversammlung. Heute Sonntag Dagesausflug. Treffpunkt: HlO Uhr, Endstation der 60er-Lime: Mauer Führung: Leo Lichteustern. — Maimonides-Jnstitut, Hetzgasse 40. Montag, 30. Mai: 6 Uhr: Dr. A. Kamrnka: ,Aer Prophet Habakuk." 7 Uhr: More Nebuchim: „Ueber die Figur des Satans in der Hiob-Dichtung." — Wiener Beth- Hannmasch, 2. Bez., Tempelgasse 3. Heut-, 5 Uhr, Lektor Dr. S. Gelbhaus: „Geschichte der Indem" 6 Uhr: Lektor Dr. S. Rubin: „Sprüche der Väter." Jüdisches Zentrum der Sozialen Hilssgemeinschaft Anitta Müller. 2. Bez., Untere Augartsnstvaße 35. Dienstag, den 31. Mai, von 7 bis 6 Uhr abends: Sprach- und Stimmblldungs- Kurs (Os'ar Teller). Wegen Ueberfüllung können Neuaufnahmen nicht mehr stattfinden. Bon 6 bis 7 Uhr: Juridische Beratungsstelle. Mittwoch, von 8 bis 9 Uhr: Kurs für Jndividual-Psychologie (Martha Holub). Donnerstag, von 2 bis 3 Uhr: Aerztliche Beratungsstelle Bon KT bis 8 Uhr: ErzichungsberatungSsdelle für schwer erziehbare Kinder. f , Bortrag Dr. Masslnsohn in Wwn. Der Direktor des Hebräischen Gymnasiums in. Tel Awiw spricht Donnerstag, den 2 Juni. Thema und Lokal werden noch bekanntgegeben werden. Der Vortrag findet in deutscher Sprache statt. Jüdisches Realgymnasium (mit Oeffentlichkeitsrecht), 2. zirk, Castellezgasie 35. Aufnahmen in die erste bis achte Klasse täglich zwischen 12 und 1 Uhr in der Direktionskanzlei. Magen- und Darmkeiden werden durch elne einfache Venecln-Trinkkur erfolgreich deLümpkt, MM EM JÜDISCHE WEIT Ae Stellung Kr Stau Kt Menschenrechte tat Schwarzbarttz-Prom. Aus Paris wird uns berichtet: In dem Blatt „Balmrte" veröffentlicht -er Präsident der französischen Liga für Menschenrechte Prof. Viktor Basch eine Erklärung, tu welcher er zunächst feststellt, daß die Liga für Menschenrechte die Tat SchwarzvarihS durchaus nicht guiyeitze, es unterliege jedoch keinem Zweifel, daß Petljura für die unter seiner Herrschaft veranstalteten Pogrome in der Ukrdine verantwortlich! war, wodurch die geistige Verfassung Schwarzbarths, der von dieser Schuld Pelljuras Kenntnis hatte, verständlich wird. Dieses Verständnis dessen, was in der Seele Schwarzvarths vorging, werde ohne Zweifel zu seiner Freisprechung führen. Ar erste Wische Honvedgeneral ta Ungar». Aus Budapest wird uns berichtet: Dieser Tage veröffentlichte das Mdlitävvewrdmmgsblat-t die Ernennung des -Obersten Martin Zöld de Sioagard zum General der Honved. Die Ernennung erfolgte in Anerkennung der außerordentlichen Verdienste des neuen Generals und ganz besonders wegen seines Wirkens im Kriege. General Zöld, der im Besitze der höchsten militärischen Auszeichnungen ist, ist Jude und nimmt als Mitglied der führenden jüdischen Körperschaften von Budapest ganz besonders är> den sozialen Arbeiten der Budapester jüdischen Gemeinde schon seit Jahrzehnten regen aktiven Anteil. General Zöld ist der erste jüdische Honved-General seit dem Bestände 'der Honved in Ungarn. In der alten österreichisch-ungarischen Armee hat eS wohl drei jüdische Generäle gegeben, und zwar Eduard Ritter von Schweitzer, Julius Bauer und General Vogl, doch gehörten diese dem gemeinsamen (k. u. L) Heere an. In der Honved ist General Zöld der erste Jude, der es zum Range eines Generals gebracht hat. Wer alle wSgllche« EntteHnngsKiireii durchgemacht hat und trotz großer diattfcher Entbehrungen keine Gewichtsabnahme erzielen konnte, versuche Dr. Hoffbauerö Entfeitungstabletteu, die vor allem keine Aenderuna der gewohnten Lebensweise verlangen und' in kürzester Zeit Gewichtsverminderung bewirken. — Depot: Apotheke H. Naher, Wollzeile Nr. LS Disputation zwischen Blatik unv Asch. Ueber die Sprachenfrage in Palästina. Aus Tel Awitv wird uns geschrieben: Das Zusammentreffen des gegenwärtig m Palästina wellenden Schalom Asch mit Bialik gestaltete sich zu einer ivichttgein. prinzipiellen Disputation über die Sprachenfrage in Palästina. Bialik äußerte hierbei einige schr zutreffende Gesichtspunkte. Wenn nicht mit allem Nachdruck und unnachsichtiger Strenge die hebräische Sprache in Schule und Leben eingeführt würde, würde sich die Sprachenfrage in Palästina :ncht auf die Mernative Hebräisch oder Jiddisch, sondern auf die Frage HebrärDh oder Englisch zuspitzen. Bon den Juden, Äe jetzt im -Land« leben, sind mindestens 30 bis 40 Prozent solche, welche niemals ein jiddisches Wort gehört geschweige denn gesprochen haben: Jemeniten, ^phardim, Juden aus. dem Kaukasus, aus der Bucharei, Marokko, Deutschkand, England und Amerika. Wollte man nun davmr abgchen, die hebräische Sprache zur herrschenden zu machen, so würde die jiddische Sprache davon gar nicht pvofitieven, roell die Juden sich in diesem Fall mit allem Eifer auf die zweite herrschende Sprache, auf die englische Weltsprache wersen, die ihnen in je&et Beziehung mehr Nutzen brächte als die jiddische. Bon einem grundsätzlichen Boykott gegen das Jiddische — meinte Bialik — dürfe allerdings keine Rede sein. Er sei übrigens überzeugt, daß auch in der Diaspora in spätestens bis sechzig Jcchren von der jiddischeir Sprache als Volkssprache nur mehr lvenig vorhanden sein wird. Diese Gnttvicklung häng« nicht von unserem WMen ab, das Leben m hur Galuth ist viel starker als unser WLle. Demgegenüber äußert« sich Schalom Asch mit mehr Zuversicht hinsichtlich des Fortbestandes der jiddischen Sprache. Es sei noch nicht gar so sicher, daß das Leben in den Galuthländern geger: die jiddische Sprache sei. In Amerika, m Polen und auch in Rußland entstehen jetzt neue jiddische Schulen. Die Bewegung unter den Juden, sich in den einzelnen Ländorrr dis Landessprache anzueigmn und sie im Leben zu gebrauchen, fft zwar eine schr starke. Aber daß diese Juden außerhalb Palästinas zur hebräischen Sprache als Volkssprache zurückkchren würden, hält Asch für ausgeschlossen, hingegen veranlasse diese neu« Strömung die Anhänger des Jiddischen eben' dazu, die Positionen dieser Volkssprache zu befestigen. Was Palästina betrifft, gibt Asch zu, daß dort die hebräische Sprache einen großen Sieg davongetragen habe. Ebenso, daß die Sprache der Juden in Palästina die hchräische sein müsse, doch meine er, daß auch bßa MGche Sprache zvgelaffen worden «Me. Zmn Schlüsse erzählte Schalom Asch eine interessante Epi sode aus seinem Leben: Ms er vor zwanzig Jahren nach Warschau kam, um dort seine ersten Arbeiten zu veröffentlichen, lernte er zwei Personen kennen: den gegenwärtigen Leiter des zionistischen Schuldepartements in Palästina Dr. Lurja, den größten Kämpfer fiir die hebräische Sprache, und Litwakvw, den gegenwärtigen Führer der jüdischen Bolschewiken in Rußland, der für die jiddische Sprache kämpft und die hebräische Sprach e mit vollem Eifer verfolgt. Stellen Sie sich nunmehr vor, sagt Schalom Asch, damals ivar es Dr. Lurja, der mir zugeredct hatte, daß ich nur jiddisch schreiben möge, tveil das die richttge Sprache sei, lvährend Litwakvw damals auf mich eindrang, daß ich hebräisch schreiben möge, well das die einzig richtige Sprache des jüdischen BolkÄ! sei. Das nattanale Gefühl. Der Wutter Mt zu MW aus. Aus Warschau wird uns berichtet: Anr letzter: Samstag ereignete sich in der katholischen Kirche von Tlozk ein auf) sihenerregender! Zwischenfall. Während der Pfarrer Fronte za? vor dem Altar stand und das Gebet verrichtete, lief eine Frau namens Helene Zandarsta auf den Altar und mißhandelte den Pfarrer. In der Kirche entstand eine ungeheure Panik, die Besucher verließen fluchtartig, die Kirche, wobei vier Personen nicht unerheblich verletzt wurden. Einige beherzte Mänuer befreiten den Seelsorger aus seiner peinlichen Lage und übergaben die Attentäterin, die inzwischen: stark zugerichtet worden war, der Polizei. Hier erklärte Frau Zandarska, daß sie sich zu dieser Tat deshalb habe hinreißetr lassen, tveil sie der Meinung war, daß der Pfarrer, der ein jüdisches Aussehen habe, in Wirklichkeit ein als Pfarrer verkleideter Jude sei. ' Inzwischen hatten einige antisemitische Rädelsführer nt der Stadt das Gerücht verbreitet, daß die Zandarska von den Juden gedungen worden sei, damit sie den Pfarrer miß-- handle und die Kirche entweihe. Nur mit Mühe gelang cs, die durch diese Gerüchte stark aufgeregten Geinüter zu beruhiget:. Dia weiteren Erhebungen der Polizei ergaben übrige:^, daß diese PfarvermißhaMung schon der zweite Fall eines solcher: .Ueberfalles der Frau Zandarsta war und «auch das orstenral redete sich die Frau darmlf aus, daß sie der Meinung gowefeix sei, der Pfarrer sei ein verkappter Jude. Die -Untersuchung- 'des Geisteszustandes der Attentäterin tvurde ungeordnet. Das Geständnis des Pogromisten. Ans Bukarest wird uns berichtet: Der berüchtigtePogvomführer Popovic wurde dieser Tage Pr Besscrvabien, wo er als Polizeifunktionär großangelegte Schwindeleien verübte, Verhaftet. ' Popovic verwahrte sich gegen ferne Verhaftung^ und schlechte Behandlung, indem er sich darauf berief, daß eo an den blutige» Ausschreitungen gegen Jude»: führenden Anteil hatte, und fo u. a. auch, ji« iTulcea einen R-abbin^r und «ine Anzahl Juden ermordet habe, weil ihn' sein nationales Gefühl dazu dränge, die Juden 'auszurotte». Es' ist kaum anzunehmen, daß diese freiwillige Leu-- mundsnote ihn vor der Strafe wegen Schwindels und Betrug schützen wird. i Dar Jubiläum der Linzer Synagoge. Am 26. .Mai feierte die Lürzer Kultusgemeinde das Fest des ölijährigen Dempelbestandes. Ein Festkomitee, an dessen Spitze! dev Vizepräsident Herr Emil Bruder stand, bereitete die klag-- i lose Durchführung vor, und die zahlreichen auswärtigen Gäste . konnten sich überzeugen, daß auch in der österreichischen Provinz Herz und Simr für jüdische Kultur und jüdisches Leben herrscht.' Am halb 11 Uhr vormittags farid der FestgottEenst statt. Ein auf künstlerischer Höhe stehender freiwilliger Chor —; ein Verdienst des Herrn Viktor Taussig —i brachte die Gesänge (größtenteils Weisen von Lawandowsty) pr vollendeter Form! zu Gehör, und die Wlle der Tone, der Belcairto des Oberkantors Löwenstein erfüllten den Raum mit uralter jüdischer Musik.. Gemeinderabbirrer Dr. .Viktor Kurrem hielt eine Rede;,, in der! leider die Beziehungen zum lebenden Judentums vollkommen fehlten. Er erficht« der: Segen des Himmels auf die Kultusgemeinde und deren Führer, auf Staat und Land, auf Gemeinde, auf den Bündespväsidentcn, den Landeshauptrnann und den Bürgerrneifter — nur für das uralte heilige Lar:d der Väter und für die großen Führer des jüdischer: Volkes hatte er fein Wort übrig. Die weihevollen Töne der Dikrvah beendet«: d«r Gottesdienst. Beinl Bankett im Veveinshause begrüßte föcrc Präsident: Schwa ger die Gäste und gab ein Bild der Entwicklung der Gemeinde in den letztst 50 Jahrein .Er hob ihr großes Ver- , dienst um die Flüchtlingsjursorge hervor, denn Linz hatte in i der Kriegszeit nicht weniger als 20.000 der ärmsten und bedauernswertesten Oftjuden zu betreuen. Nach der F-cstrede über-; reichte Vizepräsident Enrtt Bruder ^Herrn Schwager das > Diplom der Ehrenmitgliedschaft, die höchste Auszeichnung, über! die die Gemeinde verfügt. ES folgten noch verschiedene Reden-! unter denen die der Herr«: Karl Schwarz-Graz und Paul I Stein im Mftzage des Zionistischen Landeskomitees boson-, - beve Erwähnung verdienen, Dr. Rudolf Meuzol betonte, daß 50 Jahre im Leben des Mischen Volkes nur ein bedeuwNgs- - loser Augenblick sei, der ,mr daun Inhalt gewnure, wenn er die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft bedeute «md! dev Verbindung der Völker diene. Cr schloß mit emem Bk-! vemrtnies zur blau-weiß«: Fahne, der Fahne des jüdischM .! die auch die Fahne der Menschheit sein möge. Ä

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