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Wiener Morgenzeitung · 1927-05-29 · Heft 2964 (29.5.1927) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2964 (29.5.1927)
Date
1927-05-29
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Men, Sonntag Wiener Moegemertung SN. Mai WS7 Nr. A ,'i i 1) o f), u s p r i ch l unb mit dein Charakter und den de« schworenen Dienstpflichten der Bundesangestclltcn in mitx'reinbarem Widerspruch stehe. Z u g e st 6 n d n i s s e, wclckx im Rahmen des gepein.närtipen Budgets keine Deckung finden, dürfen auf k e i n e n F a l l ge m a ch t nxrden, da die gegenwärtigen (Gebühren bereits vollvalarisiert sind. Die Resolution stellt schließlich das Verlangen, daß mit aller Entschiedenheit vorgegnngen werden möge. Eine ent schlosse ne Abwehr werde jedenfalls die restlose Billigung aller wirtschaftlirlmi Z'kreise und deren vollste Unterstützung finden. - Wenn unünuer verbotene Wege wandeln, Znm Klub, zum Je», mit Mädeln bandeln. Vergeht nicht Huber-Essig heimzu nehmen, Sonst werden Täubchen zu Hyänen. Bnettüften im Urwald. Die deutsche Reichspost will an!>en Häusern Hausbriefkästen Ln-bringen, 'n die der Postbeamte die Briefe für das gange Haus legen und sich die zeitraubende und schwierige Arbeit des Treppensteigens in den grossen Häusern ersparen kann. Ein Briefträger muß bekanntlich im Jahre mehrere Male die Höhe des Gaurisankar ersteigen, wenn er tagaus, tagein in jedem der vielen Hnwer vier Treppen emporsteigen muß. Derartige Tammelbrieikästen, nur etwas weniger leicht zu erreichen, sind im amerikanischen v wald an der Tagesordnung; denn hier dient ein Briefkasten oft genug für Briefschroiber, die viele Meilen ause:nander wohnen. Die Ansiedlimgen sind hier nicht selten ztvanzig' und dreißig Meilen von einander entfernt. Wie macht es nun der Postbote, um derartige Briefkästen zu bedienen? Die Briefkästen haben hier die merkwürdigsten Formen und bestehen meist aus einer Holzkrste oder eine: Tonne, die irgendwo aus einem Baumstumpf befestigt rst. Durch Bemalung mit grellen Farben wird er für alle weithin sichtbar gemacht, denn der Farmer des Urwaldes muß oft stundenlang reiten, um seinen Brief in den Kasten zur Beförderung stecken zu können. Die Abholung der Briefe erfolgt aus seltsame Weise. Entweder legt ein Schiff an, um den Inhalt aus dem Briefkasten zu nehmen und dafür andere Briese hineinzutun, die für den Verkehr auf dem Lande bestimmt sind, wobei man selbstverständlich darauf rechnet, daß man es mit ehrlichen Leuten zu tun hat. die sich nicht Briefe aneignen, die ihnen nicht gehören. Das Leben im Urwald aber stärkt den Sinn für das fremde Eigentum, so daß nur selten Mißbräuche Vorkommen. Ganz besonders interessant ist die Art, wie der Briefträger den Briefkasten bedient. Er muß nämlich nicht nur die zur Beförderung bestimmten Briefe aus dem Kasten nehmen, um sie ■ dem nächsten Schiff oder der nächsten Eisenbahn zuzuführen, sondern er muß auch diejenigett Briefe, die für die umwohnenden Farmer bestimmt sind, dem Kasten einverleiben. Der Farmer, der einen Brief in den Kasten tut, zieht eine Schnur heraus und läßt sie zu der Oeffnung des Briefkastens heraus- Höngen. Daraus erkennt der vornbe ereilende Briefträger, daß Briefe mitpinehmen sind. Wenn er weiter nichts mit dem Briefkasteit zu um hat, ergreift er während des schnellen VorüberreiienZ geschickt die Enden des Bindfadens und zieht an ihnen die Pappschachtel heraus, in der sich die Briefe befinden. Dann reitet er schnell ohne Unterbrechung weiter, itm die Post zu befördern, die auf Hunderte von Kilometern bis in die einsamsten Stätten des Urwaldes getragen wird. Wien, 29. Mai. Das Wetter. Die Wetterlage hat eine plötzliche Verschlechterung erfahren. Es hat tagsüber wiederholt geregnet, nachmittags begann es sich auszuheitern. Die Vorhersage lautet: Meist tritt und kühl, zeitweise Niederschläge. Das Protestmeetmg gegen die In de nve rsvlgu nge n in Rumänien findet morgen Montag um 8 Uhr abends im Olhmpiajaal (t. Bez., Rothgaffe 6) statt. Sprechen werden u. a. die Herren Oberrabbiner Professor Dr. LbajeS und Dr. Jakob O r n st c i n, Vizepräsident der israelitischen Knltusgemelnde in Wien. Eine neue österreichische Briefmarke. Zur leichteren Entrichtung der ermäßigten sDrucksachengebühr für die unmittelbar von den Verlegern als Drucksachen ins Ausland versendeten Zeitungen wird eine neue Brie smarke zu 4 Groschen ausgegeben. Weiters wird eine neue Nach marke zu 14 Groschen aufgelegt. Die Briefmarke zu 7 Groschen sowie die Nachmarke zu 4 und 8 Groschen werden nicht mehr hergestellt. Professor Wagner»Jauregg — Bürger der Ttadr Wien. Der Wiener Gemeinderat hat in vertraulicher Sitzung beschlossen, den Hvfrat Professor Dr. Julius Wagner- Ja u r e g g anläßlich seines 7V. Geburtstages in Würdigung der hohen Verdienste um die medizinische Wissenschaft zum Bürger der Stadt Wien zu ernennen. Die Weltreise der Tochter Hugo Ssiimes'. Gestern um 3 Uhr früh ist Fräulein Clakrenore Stinnes, die Tochter des verstorbenen Hugo Stinnes, mit ihrem Auto in Wien eingetroffen. Sie befindet sich auf einer Weltreise, die sie von Berlin aus iiber Konstandinahel, Angora, Palästina, Aegypten, zurück über Palästina, Bagdad und Teheran nach Moskau, dann bis zum Baikalsee, durch die Mongolei nach Peking führen 'wird. Ueber die Mandschurei und Korea geht dann die Fahrt nach Japan, von wo aus der Pazificz in der Richtung nach Valparaiso per Schiss überquert wird. Von Valparaiso aus will Fräulein Stinnes den gesamten amerikanischen Erdteil in südnördlicher Richtung durchqueren. Sie hofft, von ihrer Tour im Herbst 1928 zurück zu sein und wird während der ganzen Fahrt Filmaufnahmen machen und später ein Buch über Hre Weltreise schreiben. Be; -er Radioreparatur getötet. In Vehlingen bei Magdeburg war der Oelmühlenbesitzer Karl Herms damit beschäftigt, die abgerissene Antenne feiner Radioanlage wieder zu befestigen. Er warf das Ende des Antennendrahtes, mit einer Schraubenmutter beschwert, über das Dach deS HauseS. Der Drrihi berührte die Starkstromleitung und H«mS wurde ans der Stelle getötet. E SRoftetne Teppichpflege, Reinigung, Aufbewahrung, 8Kparatur, Lüftschitz A. G., Men, 21./5, Magdeburgstraße 71, Tel. Drc Lag b'OmewFeier des Verbändezionistischer Jugendorganisationen aus den Wiesen des ehemaligen „BeH-Ehaluz" m Kahlenbergerdorf, fand Sonntag, den 22. d. M., trotz des ungünstigen Wetters unter sehr zahlreicher Beteiligung der Jugend statt. Vertreten waren die Gruppen: „Erez Israel", Juceudgruppc Lcopoldstnbt, Kulturgruppe XX, Vrlth-hazeftn. Josef Trumpcldor, Hanoar-Hamisrachi. Bemerkenswert war ferner die wMoraanisierte Schülerätuppe des hebräischen Lehrers Jzchak tz c r/v e rj. "Ein kleines MchtäMeLWeS 'Meeting wurde veranstaltet, die Sieger wurden mit Prämien ausgezeichnet, lieber die Bedeutung dieses Jugendfestes sprachen die Herren Sternverg, Herzberg, Dr. Kl ab er und Dr. Tartakower in hebräischer und deutscher Sprache. Nationale Tänze, hebräische Lieder und freie Spiele füllten die übrige Zeit aus. Erst lange nach Anbruch der Dunkelheit verließen die Jugendlichen ihren Ausflugsort, im Bewußtsein, einige Stunden wirklicher Freude und trauten BeisawmensetnS verbracht ■*» haben. ES war eine erhebende Veranstaltung. Heimführungen von Kriegerleichen. Vor kurzem kehrte die.zehnte Expedition des Oesterreichifchen Schwarzen Kreuzes aus Italien zurück. Enterdigungen wurden am Karst, am Predilpaß, am Jsonzo, am Piave, an der Livenza, im Nons- und im Fleimstal <vorgenommen. Hiebei war Gelegenheit, eine große Zahl von Kriegerfriedhöfen, die sich in gutem Zustand befinden, zu besichtigen und Echebungen über einzelne Gräber duvchzuführen. Don Hinterbliebenen wird dringend empfohlen, übel den Zustand der Gräber ihrer Angehörigen Nachrichten einholcn zu lassen, da viele tausend Ernzelgraber auf andere Friedhöfe übertragen wurden. Die häufige schmerzliche Ueberraschung, daß solche vergessene Gräber nach Jahren nicht mehr auffindbar sind, würde dadurch vielen erspart bleiben. Gelegentlich der Bereisungen wurde wiederholt die Beobachtung gemacht, daß der italienischen Bevölkerung das sehr geringe Interesse der ausländischen Hinterbliebenen fiir die Gräber ihrer in Italien' ruhenden Angehörigen bereits auffällt. Nähere Auskünfte über die Ergebnisse der Bereisung können beim Oesterreichischen Schwarzen Kreuz, Wien, 1. Bez., Herrengasse 21, eingeholt werden. — Im FrWhsrbst wird eine Expedition nach P olen entsendet werden. Die bärtige Erna. Ein nicht alltäglicher Vorfall ereignete sich in Treptow a. d. Rega in der Promnzialhoilanstalt. Dort war eine 20jcchrigo Pflegerin beschäftigt, die durch allerlei Sonderlichleiten ausfiel. Neben einer ungewöhnlich tiefen Stimme machte sich an der Oberlippe ein kräftiger Bartwuchs veerrbar. Ihr Benehmen fiel schließlich derart auf, daß ivurde. Dort ging nach einer Operation eine Umwandlung vor sich und aus der einstigen Erna erschien nunmehr standesamtlich eingetragen ein junger Mann mit dem Vornamen 0 ®!0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0!il B 0 0 Das starke Anwachsen unseres Kundenkreises zwingt uns, demnächst neuerlich unsere Verkaufslokalitäten umzubauen und zu vergrößern. Wir räumen daher Platzmangels wegen unser gesamtes Warenlager und verkaufen alles zu fabelhaft billigen Preisen! Einige sensationelle PSiitas* ■ Angebote: Reinwoll-Pqpeline, doppelbreit, alle Farben . . 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