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Wiener Morgenzeitung · 1927-05-19 · Heft 2954 (19.5.1927) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2954 (19.5.1927)
Date
1927-05-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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., lMS f •' U1 l"', f: •'.» >3k .V%f Vit " : '™f ^'1 ,-.#. '' ‘- W 'U'« -W ’" wyjr?W — t'l-V; "■o;^*-S Nr. 2964 Wien, Donnerstag -rviener Morgenzeitung 19. Mai 1927 Seite 5 Annk« Dierkens bestohlen. Die ehemalige Schallspielerin Annie Dierkens- Ha ittine r ft ei n, die kürzlich im Mittelpunkt eines Skandal- Prozesses stand, wurde das Opfer eines Diebes, der sich als Aushilfs-vbeiter Eingang in ihre Wohnung verschafft hatte. Er übergab Frau Dierkens Dokumente auf den Namen Alois Black lautend und gab an, im Männerheim in der Wurlitzergasse zu wohnen. Der 24jährige Mann war früher öfter als Bettler zu Frau Dierkens glommen und wurde aus Mitleid zu Reparaturarbeiten in der Wohnung ausgenommen. Die Schauspielerin stellte einen Abgang von Schmuck- und Gebrauchsgegenständen int Werte von 2500 Schilling fest. Im Männerheim ist ein Mann ltamens Black nicht gemeldet. Die Ausforschung des Diebes wurde eingeleitet. Das neue „Gänsehäufei". Die Gemeinde Men eröffnet heut« früh ihre Gommerbäder. Sowohl die Doimubäder, als auch die Luft- und Sonnenbäder „K rap fe nwald l", Ottakring und die Knderfreibäder wurden Heuer wesentlich erweitert und ausgesbaltet. Insbesondere am „Gänstchäusol" wunden umfangreiche Veränderungen voraenommen. Die Strandflächc im Familierrbad konnte durch Zerlegung der Herrenkabinen wesentlich erweitert werden. D'e neuiaeschaffene Strandfläche wurde mit mehr als dreitausend KuMmeter Wcllsand bedeckt. Am Strand wurde auch ein Musikpavillon errichtet, wo an jedem Donnerstag und Sonntaa ein dreißig Mamr starkes Orchester konzertiert. In der Turnanlage wurden die Geräte vermehrt, und neben der Wasserrutsche wurde, ein W a s s e r k a r u s s e l >l errichtet. Die Schule He I le rau-Laxe nb u rg wird sowohl am „Gänsehäusel" als auch im ,Krapsenwald1" eigerre Kurse über Rhythmische Gymnastik abhatten. Eine Neuerung ‘ft die Einführung von Besucherkarten zu einem Schilling, die zum ganztägigen Besuch der Badeanstalt 'berechtigen. 5}ic Benützung einer u.mblei'destelle;<m Famvlienbad für vier Stunden kostet ebenfalls einen Schilling. Mitbenützungskarten kosten nur sechzig Groschen; ihre Geltungsdauer ist nicht beschränkt. In allen städtischen Bädern wurde strengstens Trinkgeldverbot Angeführt. Fm Rahmen der Festwochen wird am „Gänsehäusel" am 18. Juni zum erstenmal ein großes Strand fe st aogehalten. Unter Führung des Stadtrates Siegt fand gestern eine Pressebestchtigung der neugeschaffenen Baldeverbesserungen statt, die allgemein Beifall fanden. Bühnenkünstler als Fußballer. Walter Huber (Burgtheater). Robert Nästelberger, Otto Glaser, Gustl Werner, Mbin Ritter werden sich als Fuß-- ballchamvions beim Fußballwettspiel Wiener Bühnenkünstler —Hakoah-Orchester produzieren. Dieses, Samstag, den 21. d. M., um halb 5 Uhr nachmittags auf dem W. A. E.- Platz stattfindet' Wettspiel, verbunden mir Balletteinlagen des Bolksopernballetts und der Tanzgruppe Dita T e n g e r, sowie Vorführungen des 70 Mann starken Hakoah-Orchesters wird sich zu einem gesellschaftlichen Ereignis gestalten. Karten von Schilling,1.— bi§ Schilling.1.20 in den Sekretariaten der Hakoäh, 1. Bez. ,WiPPlingerstraste 24, und des W. A. C. 1. Bez., Hegelgasse 3, sowie in allen Wiener Kartenbureaus. Unterricht für Fußgänger. Der Straßenverkehr unserer Tage, der an den Fußgänger immer größere Anforderungen in bezug auf Wachsamreit, turnerische Fertigkeit ufm. stellt, läßt es verständlich erscheinen, daß den FußNängern Unterricht erteilt wird, wie sie sich auf der Straße zu verhalten haben. Die ersten Untevrichtskurse dieser Art nun hat nicht etwa Wien, dessen Ein» wohner sich für gewöhnlich so verhalten, als gäbe es überhaupt keinen Straßenverkehr, sondern Paris. Dort wird wie die Blätter berichten, an verkehrsreichen - Punkten der Stadt die Unterrichtsstunde für Fußgänger wieder ausgenommen, die schon vom früheren Polizeivräsekten versucht worden war, um die zahlreichen Unfälle, die sich insbesondere in der verkehrswichtigen Zeit am Abend ereignen, einzuschrünken. Im Jahre 1926 haben sich 47 3 Todesfälle auf der Straße ereignet. Die Wacheveamtcn werden Autokurse machen, ttni Uebertretungen von Fahrern sachgemäß feststellen zu können. Die nichtigsten Uebergangsstellen werden durch grelle Farbstreifen markiert werden. Daß es in Wien nicht mindestens ebensoviel Verkehrsunfälle gibt wie in Paris, ist mir dem Umstand zuzuschreiben ,daß es bei nns keinen Straßenverkehr gibt. Gäbe es ihn aber, so wäre, es wahrscheinlich zwecklos, eine Unterrichtsstunde für Fußgänger einzuführcn, denn sie Hütte keinen Erfolg. Die Bevölkerung von Paris. Laut der Volkszählung vom 7. März ergibt sich, daß die Bevölkerungszahl von Paris 2,871.429 und unter Einrechnung der Arrondissements St. Denis und Soaux 4,628.637 beträgt. E Bei älteren Personen» die zur Arbeit unfähig, abgespannt und niedergeschlagen sind, bewirken die raldiumhaltigeu Radiostier in-Tabletten freies Kreisen des Blutes und erhöhen dos geistige und körperliche Arbeitsvermögen. Hauvtdepot: Apotheke Bayer, Wien, 1 Bez., Wollzekle 13. E Die schönsten Frottierftofso für moderne Bademäntel zu billigen Preisen bei Kann u. Fried, 6. Be>z., Linke Wienzeile 40, im Hofe. E Wie alljährlich, beabsichtigt die Ferienkolonie Büslau auch dieses Jahr in ihrem Ferienheime 3 Evholungsturnusse für schulpflichtige Kinder (beginnend am 14. Juni, endend am 14. September d. I.) einzurichten. Es wird angezeigt sein, für Reservierung des Platzes rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Anfragen^ sind an das Sekretariat des Vereines. Wien, 6. Bez., Gumpendorferstraße 92, Telephon 70-54 zu richten. 3500 Kilometer tgglM "legen im regelmäßigen Menst die Flugzeuge der Polnischen LufdverlehrS-A.-G. „Aerolot", Wien, 1. Bezirk, Tegetthoffstraßs 7, Telephon 71-0.S4, zurück. Passagiere, Waren mrd Briefe «erden schnell und sicher best- Bereine. BortrSge und Versammlungen. Wiener Beth-Hamidrchch, 2. Bez., Tempebgasse 3. Heut«, 6 Uhr: Le'kior Dr. G. GelvhauS: „Psalmen. Jüdisches Realgymnasium (mit Oeffentllchlettsrecht), S. Böz. Gastellezgasse 3b. Ausriahme in die erste bis acht'^lasse täglich zwischen 12 und 1 Uhr;n der DirektionÄaiizle-'.. Jüdischer Frauen'WohltätkgkeltSvvrein, Wien, 10. Boz., Humibolldgasfe 27. Die 3. ordentliche Generalversammlung findet Montag, den 26. Mai, Uhr abends, im kt ei« e n G a r t e n s a a l e des Avbe-terheiins Favoriten, MX Bez., LaxenVurgevstraße 8—10, statt. Gäste «herzlich w'ü» Bühne und Kunst. da« tlchechoslowaMe Gastspiel der Frau Werbezirk. Wie wir gestern meldeten, wurde Frau Werbezirk die Einreisebewilligung nach der Tschechoslowakei nicht gegeben, so daß ihr Prager Gastspiel in Frage stand. Das Einreiseverbot stellte sich als eine Re t o r s i o n s m a ßna h m c dar, weil.der Olmü tzcr tschechischen Bühne ein Gastspiel am Wiener Carlthcater nicht bewilligt worden war. Der Oesterreichischa Bühnenvereiu erklärt nun, daß das Gastspiel der Olmützer tschechischen Schauspieler in Men nur deshalb untersagt ivurde, weil dieses kurzfristige Ensemblegastspiel in Widerspruch mit dem Kollektivvertrag stand. Die Schauspieler dev Tschechoslowakei hätten die Maßnahmen des Wiener BühnettvereineS gebilligt, lieber Einschreiten des Präsidenten Stärk des Oesterreichischen Bühnenvereines und dank der Bemühungen des Präsidenten Munzlingr der tschechischen Schauspieletorganisation wurde nun das Verbot der Einreise zurück gezogen, und Frau Werbezirk kann ihr Gastspiel absolvieren. — Aber es hätte niemandenl geschadet, ivenn das Wiener Gastspiel der -Olmützer tschechischen Bühne gestattet worden wäre. Das Verbot deS tschechischen Gastspiels in Wien hatte einen chauvinistischen Beigeschmack und beeinträchtigte die nationalkulturellen Rechte einer nationalen Minderheit. Aus den Theatern. Burgtheater. Morgen, halb 8 Uhr „Der Diktator" (Theatergemeinde Serie F). Operntheater. Morgen, 7 Uhr „Der fliegende H o l l ä n d c r" (Theatergemeinde Serie C, rot). I o h a n n-S trau ß-T h e a t e r. Bis einschließlich 26. d. M. täglich „Glück in der Liebe". Donnerstag, den 26. Mai, Erstaufführung der drei Novitäten „Der Hofbankier", SingsPicL von Willy Rosen, „Gaby und die Drei", musikalischer Schwank von Walter Kollo, und „Märchen im S chnec", Operette von Robert Stolz. Bürgertheater. Sonntag, 3 Uhr tiachmittags „Die Fledermaus" mit Frau Anny Sony a- Weiß a. G. Lustspieltheater. Margen zum 50. Male „Ein süßes Geheimnis" von Michael Feuerstein mit Hrnsi Niese in der Hauptrolle. » vorm.Malowan & FräiK raolowan Tel. 7284 UM* bringt infolgo der vorgeschrittenen Frühjahrssaison an drei Terkanfstagen and zwar vom 16. bis 18. d. M.f WM die bisher verkauften llDcrganüsBödic dMUMMMMMMMMMMMMMMMaMUMHI in den herrlichsten Farben, neuesten Dessins, modernsten Schnitten, dnrehwegs anf Seide gearbeitet, in den meisten Größen 5 160 s ISS statt nm __ Vom 18. d. M. bis 4. n. M. gelangen Covercoat- Mäntel in den herrlichsten Farben, allen Größen, modernsten Schnitten, dnrehwegs anf Seide gearbeitet, znm Preise von S 189* znm Verkauf I Ein dritter Wiener Schaljapin-Abend in Aussicht. Es stwd Vechandlungen *m Zuge, Schaljapln zu einem dritten Gastspiel an der Staatsoper zu veranlaßen. Vorausgesetzt, daß diese Verhandlungen günstiig abgeschlossen werden, findet dieses dritte Auftreten des berühmten Sängers Dienstag, den 24. Mai, als M e p h i st o in „Margarethe (Faust)" statt. Eine Ehrung Frankreichs für Max Liebetmam». Den 80jährrgen Max L^bermann wird von den Kreisen innerhalb der Künstler in Berlin eine Liebermann-Ansstellung veranstaltet. Wie wir erfahren, wird sich auch Frankreich an dieser Ausstellung zu Ehren Liebermanns beteiligen. Das Luxembourg-Museum sch'ckt das berühmte Bild Ziergarten Brannenburg", welches in Deutschland seit Jahrzehnten nicht mehr zu iehen war. Gemütliches Intermezzo in einem Buldapestor Theater. Während des Gastspiels einer Wiener Operettent r u P p e im Budapester Königstheater — es war „Wiener Blut" mit Lu^se Kar tau sch, Willi Strahl und Margit Sucht) angesetzt — versagte plötzlich die Beleuchtung vollständig, die ägyptiische Finsternis wurde zunächst durch Solovorträge eines Geigers und Cellisten (natiürlich auswendig, ohne Klavierbegleitung) „üb"rbrückt". Dann wurden einzelne Nummern der Operette bei Beleuchtung von zwei Taschenlampen von den Hauptmitwirkenden geisungen. Inzwischen wurde das Kabel gebrechen repariert. Die überaus langwährende Pause in der Beleuchtung, d*e infolge der völligen Dunkelheit eine Panik hätte Hervorrufen können, 'wurde dank der Geistesgegenwart der Musiker und Schauspieler, aber auch dank der DWplin des PMikums glücklich durchgehalten. , - f.S 9000 gefallene WlsÄe Soldaten der sraoz'öfischen Armee. Aus Paris meldet I. T. A. vom 12. Mai: Im Saal Wagram würde heute in Anwesenheit von mehr als 2000 Personen eine Gedenkfeier für die ge'^i^nen jüdischen Soldaten der französischen Armee abgchalteni Die Feier wurde vom General W h e y l e r als Vorsitzenden geleitet, der in voller Uniform erschienen war. Zu seiner Seitesaßen der Oberrabbiner von Frankreich Israel Levi und der Vorsitzende des Vereines der jüdischen Frontsoldaten Frankreichs Kru k er, ferner Vertreter des Kriegsministenums und d«r übrigen Ministe«- rien sowie General Gaichmar. General W'heyler und General Gaichmar sind beide Indens der letztere ist Ehrenvorsitzender des Keren Kajemeth in Frankreich. Das Militärorchester des 6. Infanterieregiments spielte die Marseillaise und einen Trailermarsch, worauf der Sekretär des Frontsoldatenver-i:>es Herr Rosenspan zahlreiche Begrüßungstelegrcnnme verlas. Das Erscheinen einer Mordnnng der amerikanischen Legion mit Fahnen wurde sttirmisch akklamiert. Es wurde ein Begrüßungsschreiben des Ehrenvorsitzenden des Frontsoldatenvereines Carlo Chlarce, das dieser auf seinem Sterbebett abgefaßt hat, unter großer Rührung der Versammelten verlesen, die von dem inzwischen erfolgten Mleben des Ehrenvorsitzenden unterrichtet waren. «General Wheyler hielt die Gedenkrede auf die 9000 gefallenen Juden an der französischen Front, die durch ihr Lebensopfer den Frieden haben begründen helfen. Hierauf sprach Advokat Corcos, der bekannte Zionistenführer. Er spracht von der Arbeit der jMschen Pioniere in Palästina und dem Heldentod Trumpeldv r s. Mit Enthusiasmus tvurde das Auftreten des Schwarzdart-Berteidigers Tor res begrüßt, devauSführte, sein Ment Schwarzbart hätte ihn dem Judentum nähergebracht, er begreife jetzt die Größe der Leideir seiner jMschen Brüder im Osten. Ueberall haben die Juden auf den Schlachtfeldern,gekämpft, aber nicht überall besitzen sie Bürgerrechte. Me Juden Frankreichs haben die Pflicht, von ihrer Regierung zu fordern, daß sie überall auf die Durchführung der internationalen Verträge betreffend die Gleichberechtigung der Juden achten solle. Mit einer Regierung, die in ihrem Lande Pogrome duldet, dürfen Verträge nicht geschlossen werden. Jüdisches Leben darf nicht mehr vogelfrei sein. Ich überbringe der Versammlung die Grüße desjenigen, der sein« Freiheit der Idee geopfert hat, daß man jüdisches Leben nicht ungestraft vernichten dark Bei diesen Worten, die sich Ms Schalmn Schwarzbart bezogen, applmidiertett die Versammelten lohnst. Rabbi Abraham Siebenberg gestorben. Rabbi Abraham Siebenberg, eines der ältesten Mitglieder des Warschauer Rabbinats, ist 78jährig gestorben. 40 Jahre lang bekleidete er die Rabbinerstelle in Warschau und genoß wegen seiner hohen Gelehrsanckeit großes Ansehen. Die Nachricht von seinem Wleben hat .unter der Warschauer jüdischen Bevölkerung Trauer geeckt. Las Urteil im Ritualmorb-Proreb von Dobrrvn. Das Gericht in Rhpin hat soeben das Urteil in dem Prozeß gegen etwa 20 Juden und Christen, die der Teilnahme an Tumulten in Verbindung mit der Ritualnwrdyetze antisemittscher Agitatoren beschuldigt waren, gesprochen. 16 Angeklagte, 11 Christen und 5 Juden, wurden zu je drei Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist verurteilt. Es handelt sich um die bekannte Rttualmordaffäro in Dobrzyn, zu der die Auffindung eines ermordeten Zigeunerkindes' in der Nähe des jüdischen Friedhofes Anlaß gab. Anttsemitische Agitatorein und die Zigeuner versuchten eine Ritualmordschuld zu konstruieren. Die jüdische Bevölkerung von Dobrzyn und Umgebung lebte tagelang unter beispiellosem Terror. Es kam zu schweren Angriffen, die von den Juden abgewchrt wurden. Schließlich stellle es sich heraus, daß das iZigeunerkind von eigenen Familienmitgliedern ivegen der Verbrennung einer Geldnöte tödlich mißhandelt und — um den Verdacht von sich abzulenken — an den jüdischen Friedhof gebracht worden war. Me ganze Mische Stadtratsrattion unter Anklage. Aus Riga wird uns berichtet: Bor einiger Zeit bestellte der Stadtrat von Rechiza in Lettland durch einen Mehrheitsbeschluß den jüdischen Ingenieur Papernow zum Mrektor der städtischen Elektrizitätswerke. Wenige Tage darauf ivurde dieser Beschluß aufgehoben. Die jüdische Fraktion des Stadtrates betrat gegen diesen auch aus formalen Gründen ungesetzlichen Beschluß den Weg der Beschwerde an die Aufsichtsbehövdo und gab in der Berufung auch der Meinung Ausdruck, daß es sich hiebei um eine antisemitische Ak t i o n des städtischen Magistrats handle. Wegen dieser Benrerkung überreichte der Bürgermeister namens des gesamten Magistrats gegen die ganze jüdische Stadtratsfraktion die Klage wegen Eyrenbe- I e i d i g u n g und B e r l e u m düng an das Gericht. Die ^klagten erklärten sich bereit, den Wahrheitsbeweis Mr ihre Behauptungen zu führen.

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