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Wiener Morgenzeitung · 1927-05-19 · Heft 2954 (19.5.1927) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2954 (19.5.1927)
Date
1927-05-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sorte 4 M«!, Donnerstag M. Mai 19S7 Nr. 2664 einer scharfen Kurve -aus den Schienen. Er fuhr gegen ein eisernes Gerüst, wodurch der obere Äil des Wagens abrasiert wurde. Der untere Teil fuhr weiter in einen Graben hinein. Bisher konnten ans den Trümmern des Wagens neun Tote, -darunter sechs Frauen, c l f S ch w e r v c r l e tz t e u u d e i " ' große Anzahl leichter Verletzter ged -rden. Ser »wiffeaschaMche" Betrieb a« der Budadefter UnwerfitSt. Das Lieftrungspanama an den Kliniken. V u da Pest, 18. Mai. Diei Untersuchung der Kohlenlieferungen an die Universitätskliniken hat ergeben, daß der Leiter des Wirlschaftsamtes der Universitätskliniken, Dr. B-e-la S z a b o, von dem päpstlichen Prälaten und T h e o -l o g i e p r o f e s s o r an der Budapester Universität, Dr. Josef Siegescu, der die Lieferung -der Salgo-Tarjaner Bergbaugesellschaft an die Kliniken vermittelte, 160 Millionen Kronen Provision erhalten hat. Prof. S i e g e s c u, der darüber eiuvernommen wurde, stellte diese Tatsache nicht in Abrede, bemerkte jedoch, daß er von der Salgo-Tavjauer Berbaugesellschaft für seine erfolgreiche Vermittlung beim Wirtschaftsamt der Universitätskliniken selb st eine Provision von 3 bis 5 Prozentcr halten habe. Diese Provision machte in Summa 300 Millionen Kronen aus, wovon er -dem Dr. Szabo 160 Millionen auszahlte. Prof. Dr. Siegescu ist einer der Führer d-er Regierungspartei rm Budapester Munizi-palrat. bin New dorler Schachturnier mit Laster nnd kapablanra. In Nenchork tverden Vorbereitungen für ein internationales Schachmeister-Türmer getroffen, wek^s ün Frühjahr 1928 statt finden soll. Bemerkenswert ist, daß sich ch diesem Rahmen die alten Rivalen Capabianca und Lcisker trüber treffen sollen, die seit dem Moskauer Turnier nicht mehr zusammengekommeu sind. Es sind außer an Capablanca und Dr. Lasker an die hervorragenden Großmeister Einladungen ergangen, nämlich an Aljechin, Bogolstrbow, Vidmar, Reti,- Rub-msteich Marshall, Tartakower, Grünfeld, Mavoczy^ Eolle, Przeprwka> Canal, Z)ates, Monticelli, Euwe, Kupschik, KaWan, Spielmann und Niemzowitfch. Unter, diesen. Meistern ist besonders Ka shdan mteressant, ein Jrrfter, der -bisher wenig bekannt war und gegenwärtig bei -einem Turnier des Mrnhattaw'SchachklNb's in Newyvrk, an dem u. a. Maroeqy Nnd Kupöchik teilnehmen, in glanzender Weift hie. Sptze- LWrrptet. Das Mllaer TMler. Aus Berlin wird uns gemeldet: Je weiter das Schachmeisterturnier fortschreitrt, ästo mehr treten die ausgezeichneten schachlichen Leistungen der bisher nicht stark hervorgetretenen Meister Saemifch und Brinkmann imlden Vordergrund;!fre haben bisher keine Partie, während di« Favorits Memzowitsch und Bogolsubiow bereits je eine Verkuftpartie zu verzahnen haben. Bogotzubow droht ein zweiter Verlustpunkt, da seine Partie gegen Saenmsch ungünstig steht. In der fünften Runde gewann Niemsch gegen Enoch. Die Partie Mieses-SaeneTsch, wurde abgebrochen, Saemifch steht auf Gewinn. Ebenso wurde dft Partie Licht-BrinkMann nicht zu Ende geführt; Brinkmann ist im Vorteil. Die Häuyepartsyr^n«rden vor der nächsten Runde ausgetragerr. K» Schütz Lmnerlans ansgrgmben. Bei den Erdarbeiten für den Flughafen, der in der Nähe von Samar kand errichtet werden soll, sind Ruinen eines der SchMftr TLmurs (Tamerftm) entdeckt worden. Der Bau stammt ans dem 14. Jahrhnndari. Ein Teil der Mauern mit Gemälden und -Q«M<»m-eN'de-m ist erhalten. * Tiumr Lenk chie Verstümmelung fernes Namens und TUels in ,Zamerlan" ist bis heute gebrÄrchüch) war der kriegerischeste Mongolenherrscher aller Zeiten. Er machte sich in 35 Kriegszügen ganz Mittelasien und Teil« von Indien untertänig, besiegte di« Türken rmter Sultan Bajafld I., unterjochte Syrien und zerstörte Bagdad. Er stach auf einem Kriegszug nach China. Sein Weltreich * in dessen Residenz Samarkand er unerhörte Pracht entfaltet Wie, zerfiel nach seinem Tode rasch TimursNama . lebt (wahrscheinlich mit Unrecht) als Symbol. der Cftausamkeit fort. Me mysteriöse Büchse. Jomrna Southcotts Box. Irr nächster Zeit soll in der Londoner Aatl eine merkwürdige FeiÄ-Weit siattfinden: eintz Büchse, die bürt Verfügung der vor Mehr als hundert! Jahren verstorbenen Erblcrsftrnr nur „in Zeiten ernster nationaler Mot" geöffnet werde« darf, soll in Anwesenheit einer Wnzahl Bischöfe entleert iverden. Dieft Mchft, „Joanna Southcotts Box" genannt, hat die Form einer Arche, ist!32 Zeittimeter lang, 25 Zew- '.inreter breit und 15 Zerttimeter hoch; neulich wurde sie oo» einem Unbekannten dent National Laboratory vf Phl)- fical Research gefchentt Der Mender fxr indef'en 'folgend: iutLressanten Aussührungeil gemacht: Bor Jahr Nnd Tag standen eine Näherin ued ein Gärtner, die Geschwister waren, in meinem Dienst, Anw) Und Jo^:Mng<m.^Sft-w«ren-Kmdea^^ RM WossgaN, Schneider<Atelier Heilig & Ci?, I., Kärntnerstraße Hr. 9 Telephon 78-1-86 Telephon 78-1-86 Engllsdies Hbonnementsystem. A monatlich S 50*— 1 Frühjahrs-Anzug 1 Sommer-Anzug 1 Modehose 1 Frühjahrs-Bock 1 Herbst-Rock 8 monatlich 8 SO*— 1 Frühjahrs-Anzug 1 Sommer-Anzug 1 Herbst-Anzug 1 Frühjahrs-Bock 1 Winter-Paletot 1 Modehose G monatlich 8 80 — 1 Frühjahrs-Anzug 1 Sommer-Anzug 1 Smoking-Anzug 1 Sport-Anzug 2 Hosen 1 Winter-Paletot 1 Modehose 1 Überrock Garantiert basta anal. Stoffe and erstklassige HaBarbolt. Kleider bleiben Eigentum des Abonnenten. Abonnementsdauer 2 Jahre, Bügeln, Reparaturen kostenlos inklusive Abholung und Zustellung. ölte als Mädchen zwischen 1-798 Uuft 1814 die einzige Geftllschafteoin der Joanna Soiuthcvtt aus Giitbishmn in Devttushllre und bei deren Tob nN Jahre 1814 anwesend ivar. Joanna vertrante auf ihrem 'Sterbelager der Rebekka Pengarth eine Büchse an und erklärte es als ihren letzten Willen, daß der Behälter einzig und allein „in Zeiten ernster nationaler Not nnd in Anwesenheit meiner Anzahl von Bischöfen geöffnet" werden solle. Der; Inhalt der Büchse werde dem erstaunten Volk Mittel offenbaren, durch die das Land gerettet Unid zugleich das nationale Interesse gefördert werden könne. Rebekka mußte untep heiligem Schwur gelohen, die Oeffnung der Mchft nur unter ften genannten Bedingungen zu gestatten. r Mttrszehn Jahre spater vermählte sich die ^Erbnr der mysteriösen Box mit einem gewissen Morgan. Zwei ihrer; Kinder, Ännh nnd John -Morgäun erhielten später Ms! Vermächtnis der Joanna Sonthoott. John Morgan übermittelte sie 1st25, als ftm Ende nahte, dem letzten Jn-t Haber Und bat ihn, nach demf DMen b^r Southcott zu Han^ deln. Velither Hat sie dieser -ajufbewahrt, Nnd schließlich schenkte er sie dem National LcKovcUory Vf 'PlWcal Research. Jetzt abssr ist man so neingierig, Äas' Wunder aüzuklären, das sich feit mehr denn llstmdert Jahren hinter Nuß-i Hotzbrettern, die von Metallreifen umgeben imd Mwar^j versiegelt sind, verbirgt. So hat man 'dm Mchft geröntget! Aber dve Neugierde ist dadurch uichy ganz befriedigt ivorden. Daß vielerlei Drujge im Behälter finb, ist wohl ftstgesteM worden, doch war einzig eine Pistole Üar erkennbär. Der Porsteher des National Laboratory glaubt, iuaN werde auch! tvertvolle 'Micher Und KaniWriften finden, ble-.müteM der X-Mrjahlen nÄht WayrzNNehmen feier.. Liebe md 8he bei de» dsfimos. I In der Berliner Urania berichtet dev Polarfahrer WckflftM L edien über die Ergebnisft seiner Forschungw, der während eines wehr als dreijahrrgen Aufenthaltes unter den am nördlichsten wohnenden Stämmen, die Grundlagen der primitiven KuilLur und der Formen der Liebes- und der Ehebeziehungen dieser nördlichsten Bewohner der Erde studiert hat. i Er fand 'unter den brMchrschen Es kimo s einL durch ältest^ Traditionen geheiligte, die Grundlage alles dortigen Ehe- und LkebeÄebens bildende Sitte, die vorschreibt, baß Ehen, wenn von solchen Unter den obwaltenden Verhältnissen überhaupt die Rede ftin kcnm, bereits unmittelbar nach der Geburt geschloffen werden, in der Form nämlich, daß die Eltern dft soeben M Welt gekommenen jungen Menschen verloben und damit schon in diesem Augenblick züm spateren Ehepaar bestimmen. Kommt es nach Jahren -Zur Eheschließung, so sind die ^Gemeinfchaften in den -meisten Fällen nicht von Bestand. Der Mann tauscht die kgegen seinen freien Willen ihm mitgegeben^ Frün kurzerhand gegen eine andere Um. Meistens geschieht dies so, daß je zwei Männer, denen ihre eigenen Frauen weniger gefallen als die des anderen, einfach einen Tausch und damit eine neue Ehe eingehen. Die dem Angehörigen der Zivilisation als Selbstverständlichkeiten eingewurzelten Anschauungen von der Gäjie, der Ehetreue unjd dem mit dew Begriff der Liebe engverbUndenen, auch von der Moral her unterstützten Wjmrsch nach Mernbesrtz der Frau, sie sind den Bewohnern des nmsKichsten Kanada uöch ganz imbekannt. Für den Eskimo ist es weder eine Verletzung d!er Moral noch ein Bergchen gegen den Sinn der Ehe, wenn er seine Ehefrau Pr kürzere oder längere Zeit einem ftiner Freunde auskekht. Geht der Mann auf Rieiftn ch'er auf eiuerr ihn lang von seinem Wohnplatz fern halten-den Fischfang, ft ist es stir ihn, wenn er seine eigene FraU knicht nrrtnehmen will, gar nicht schwer, Von einem Bekannten für diese.Zeit dessen Frau nützubekommen. Eine der in den Augen des Enropäers besonders absonderlich erscheinenden traditionellen Eskimositten bezieht sich auf die cm sich häufig vorkommenden Wettstreite je zweier Männer,Um ein und dieselbe Frau. In solchen Fällen wird derjenige.der Bewerber der Ehemann, der nach dem Dafürhalten der zu diesem Zweck bestellten unparteiischen Zeugen am besten zu -lanM^VersWt. IDre iu den - Dam zwe41bewejrben -unterliegenden Männer geben sich Mit den Schiedssprüche:: «stets zufrieden, denn die Eskimos, ihrer Veranlagung nach die ftiedsertigsten Menschen, treten rftlbst dajnn wenn es 'sich Um „Liebe" handelt nie aus ihrer Reserve heraus. Unverheiratete Männer oder Frauen gibt es unter den Eskimos kaum. Werden zuviel Frauen geboren, so wirft die Zahl durch Gewaltmittel künstlich dadurch verkleinert, daß die Eltern ihre Kmft«er, wenn es Mädchen sind, UUmit telbar .nach der Geburt tötlen, denn es gilt bei dem Eskimos als eine Schande, wenn FvaUen rjdler Männer unverheiratet bleiben müssen. Und vor 'dieser „'Schande?^ bewähren die Eltern ihre Kinder, indem sie sie eigenhändig Ms der Welt schaffen. Kaffeehausbetrieb auf der „Aettrischen" Wien-Baven. Schnellzüge mit 6V Mimtteir Fahrzeit. Für die Wiener bedeutet auch die weitere Umgebui.-z der Großstadt ein gern angestrebtes Ziel, sofern es sozusagen greifbar ist. Die schöne Thermalstadt Baden rückt nun wirklich wieder näher. Neue Triebwagen der elek-! irischen Lokalbahn werden von der Wiener Oper i n 60 M i- I nuten bis gum Josefsplcch in Baden fuhren. Sie haben eine prächtige Innenausstattung, federgepolsterte Ledersitze, zwischen denen überall Klapptische aufgestellt sind. Eine wertere Neuerung wird als sehr angenehm empfunden werden: Während der Fahrt wird in derr neuen Wagen ein Kaffeehausbetrieb bei den in Wien allgemein üblichen Preisen geführt werden. Ein eleganter Büffetkasten sorgt für den „Betrieb", der am 1. Juni bei täglich 36 Zügen ausgenommen werden wird. In diesen Wagen wird natürlich kein Konsumzwang bestehen. M 1. Juni werden auch die sogenannten B ä d e r s ch n e l l-. güge abgelaffen, deren Fahrkarten mit dem Besuche des herrlichen Strandbades kombiniert sein werden. * Gestern wurde mit den neuen Triebwagen eine Probefahrt für geladene Gäste angetreten. Man saß eine knappe Stunde wie in einem Pullmamr-Wagen. Das kleine Kaffeehaus funktionierte zur allscitigen Zufriedenheit und zum Lobe des Cafetiers Pöchhacker. Die Gesellschaft besichtigte auch das Strandbad, das die Einladurrg „Komm' baden irach Baden" wirklich rechtfertigt. Beim Bankkott ün Hotel „Grüner Baum" begrüßtm der Präsident der Wiener Lokalbahn A. G., Baurat A l t m a n n, und Bizebürgermeister Brusatti die Gäste. Baden gehört jetzt wirklich zur nächsten Umgebung Wiens. Wte n, 16. Mai. Das Wetter. Vom Norden droht eine kalte Luftströüümgl nach« OesteÄ reich einzudringen. Im Westen ist bereits Trübung eingetreten, in Wien selbst ist ein plötzlicher Temperaturanstieg zu verzeichnen. Die Vorhersage spricht vdn Nieverschläaen und Temperaturfall, veränderliches, kühles Wetter. Siedluvgen aus der Steinzeit. Unter der Leitung des Direktors des Naturhistorischen Staatsmuseums Dr. Bayer fanden in den letzten Tagen in der Nähe von St.Pölten Grabungen statt, wobei mehr als Mei Dutzend neolithifche Siedlungsstellen von großer wissenschaftlicher Bedeutung gefunden wurden. Besonders bemerkenswert sind die AusgrMlngen von Plastiken, vor allem weiblicher Joole. Im Norden dieser Ausgrabungen wur?">, Siedlungen aus der Hallstadtperiode gesunden. Sterbesall. Am Somrtag abends ist in Znairm Frau Rosa SJat. >tl geb. Donath, die Gattin des KteiderkonftrttonLrs Herrn Max Barth, nach längerem Leiden gestorben. In ihr verliert Mssr Freund, Herr Äemeinderat Dr. Ludwig Barth in Znatm, seine Mutter. Das Leichenbegängnis hat am Dienstag «äh* mittags auf dem Israelitischen Friedhofe in Znann shattgesmchen. Ein Borttag Dr. Wolsgang Weisl's. Dr. Wolfgmvg Weist, der vor kurzem von kkrtzere« AuseMhalt aus Palästi-ml und Araibieu zurlickgekchrt ist, unMt Samstag, den 21. d. M., MQ Uhr abends, im Nahmen der ZivmWche-n SMion Innere Stadt in den OlhntPiaWen, Men, 1. Be-., Rothtzasft 4, Mer ^SnWckdeMe Tage ür

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