Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2950 (15.5.1927)
- Date
- 1927-05-15
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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©cito 5 Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitung 15. Mai 1927 Nr. 2950 OD19CHE WEIT Schalom Asch« Besuch im kmek. Wie unter dem 11. d. M. aus Jerusalem telegraphiert ivird, bereift jetzt der Dichter Schalom Asch zusammen mit dem geschäftsführenden Direktor des Keren Hajessod Leib I a f f e den Ernek Jesreel und Galiläa. An dem in Asulch veranstalteten Meeting nahmen die Nachbarkolonien teil. In Safed fonb ein Empfang statt, bei welcher Gelegenheit Schalom Asch eine hebräische Rede hielt, in der er seinen Gesamteindruck schilderte und er- FTtirtt', von den Leistungen des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth in Palästina begeistert zu sei Irr Begründer der hebrSifche« Bibliographie. In der in der letzten Sonntagsnummxr unseres Blattes Veröffentlichterl Besprechung der Grotteschen Publikation „Altschlcsischc Judenfriedhöfc" war u. a. erwähnt, daß im Jahre 1688 Sabbatai Baß die etwa zwanzig Jahre vorher begründete Druckcrei^in dar Stadtgemeinde Dyh.'rrrrfnrth pachtete und damit nie Grundlage für die später ansehnliche Judengemeinde schuf, lieber die Persönlichkeit des Sabbatai Baß macht nun Dr. Samuel Rappaport in einer Zuschrift folgende iiiterefsante Mitteilungen: Der Begründer der jüdischen Druckerei in Dhhelrrnfurth Sabbatai Baß war ein bedeutender Gelehrter, dessen Werke auch heute noch sowohl in frommen wie in wissenschaftlichen Kreisen populär sind und hoch gewertet werden. Er wurde 1641 in Kalisch (Polen) geboren, fungierte durch mehrere Jahre als sogenannter Meschorer, Hilfe des Kantors, in den Synagogen vor: Prag, Wien, Glogail und Posen. Wegen seiner schöner: Baßstimme nannte man ihn (wahrscheinlich hatte seine Familie noch keinen eigenen Namen) Sabbatai Bassist. In seinen Briefen unterschrieb er sich auch „Sabbatai Bassisten". Basftster ist das polnische Sldjektiv von Bassist. Infolge einer Verleumdung der Jesuiten wurde er in Breslau verhaftet, jedoch nach kurzer Zeit freigelasfen. Er starb in Krotoschin, Polen, Provinz Ppsen, 1718. Berühmt wurde Bassist nicht als Drücker, sondern viel mehr als Verfasser des Superkommentars zu Raschis Keutateuch-Kommentar müer dem Titel „Siftej Chmham-rm". Diese Arbeit des Baß ist fast allen mit Mmmentaren versehenen' Pentateuch-Ausgaben dem Raschi- Kommentar beigedruckt. Baß ist der Begründer der Wissenschaft der hebräischen Bibliographie. Sein biographisches Werk „Siftej Jeschenim" bildet die Grundlage der bibliographischen Arbeiten von I. .Ehr. Wolf, I. B. de Rossi, Eh. G. Azulei, Steinschneider, Fürst, Benjakob n. a. Er schrieb auch in jiddischer Sprache das seinerzeit verbreitete Handbuchfürjüdische Kaufleut e unter dem Titel „MassechechDerech Erez". In der Literatur wird er mit S. Baß bezeichnet. Als .Autor nannte er sich Baß, mitunter auch „Meschorer der heikigen Gemeinde Prag". Mdchensarme« in Palästina. In dem diesjährigen Keren-Hajeffod-Budget ist ein Betrag Non 11.500 Pfund für den Zweck der Förderung der Ausbildung junger Mädchen in der Landwirtschaft vorgesehen. Von diesem Betrage sind bis Ende März bereits 6693 Pfund ausgezahlt worden. Aus diesen Mitteln des Keren Hajessod unterstützt das landwirtschaftliche Departement der Zionistischen Exekutive die Mädchenfarmen in: Nachlach Jehuda in Petach TSkwah (aus Keren-Kajemeth-Voden), Schchunat Borochow in Chedemh, Baumschule in Jerusalem, Farm der orchodoxen jungen Mädchen „Berurijah" in Petach Ti-kwah. — ' Die Beträge, die aus dem landwirtschaftlichen Budget für diese Mädchen ausgezahlt werden, schwanken Wischen' 670 Pfund und 1095 Pfund. Dazu kommt eine Ausgabe von 450 Pfund für besondere Jnstruktionskurse in diesen Mädchensarmen. Außerdem sind im laufenden Jahre noch eine Reihe von Mädchen-Kwuzgot in Petach Tikwah, Rischon le Zion, Chedera, Tiberias, Haifa, Ramatgan, Nes Zionah und Tel Awiw vom Avbeitsdeparlement der Zionistischen Exekutive begründet worden, die sich mit Gemüsebau und Blumenzucht abgeben. In Haifa unterstützt der Keren Haseste-d cnrch ein besonderes Mädchcnheim. «Kd» eia 8herem>8xzrß, A«S Jerusalem wird uns berichtet: Die Rabbiner Sonnenfeld und Klatzkin, Führer der extrem-orthodoxen Agudah, haken sich wieder einen unerhörten Mißbrauch mit dem Chevcm geleistet. Sie ließen in den von Jirden bewohnten Straßen Jerusalems einen, Bannfluch affichieren, durch tvelchen den Juden der Besuch und die Benützung der jüdischen National- Vibliothek und der hebräischen NniversitätSb i b l i o t h e k verboten wird, weil diese Bibliotheken viele freisinnige Bücher enthalten, die den agudistischen Dogmen widersprechen. Dieser unerhörte überhebliche Akt der agudistifchen Rabbiner hat begreiflicherweise in allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung, aber auch nnter den Nichtjuden Entrüstung hervorgerufen. Sine Gesundheitsorganisation «ater den bulgarischen Suiten. Vor kurzem weilte in Bulgarien der Bevollmächtigte des Vereinigten Komitees „Ort-Ose-Emigdirekt", Herr Dr. L e w i n s k y, um die dortige Aktion zugunsten des jüdischen Ausbaues in Osteuropa zu unterstützen. Trotz der schweren ökonomischen Lage in diesem Lande haben die jüdischen Gemeinschaften und zahlreiche Privatpersonen größere Summen für die Institutionen der Vereinigten Gesellschaften gespendet. Insbesondere zeichneten sich hierin die jüdischen Gemeinden in Sofia und Rustschuk aus. Im Zusammenhang mit dieser Mion wurde die Begründung einer Gesellschaft für Gesundheitsschutz der bulgarischen Juden begründet, an der sich die jüdischen Aerzte beteiligen. An der Spitze des Komitees steht Dr. Saul M e s a n, der bereits Untersuchungen über die Gesundheitsvevhältnisse unter der bulgarischen Judenheit veröffentlicht hat. AnüverLroffen -et rheumatischen, gichtischen und nervöse» Schmerzen. Kopfschmerzen und Erkältungskrankheiten. Ur1tt1,1500 A„ztc Bcftätiaett die hervorragend schmerzstillende» heilende »prompte Wirkung, «eine schädlichen Nebenwtrknngrn. Fragen Sie Ihre» Arzt! — In allen Apotheke». — Preis 8 2-20 Me Führer des Foknt i« Moskau. Zu Ehren der jetzt in Rußland wütenden Führer des Jornt Distribution Committees, Felix M. Marburg, James Becker und Dr. Bernhard Kahn, veranstaltete die Moskauer Jüdische Gemeinde einen Empfang, dem neben den führenden Mitgliedern der Gemeinde und . der jüdischen Hilfsgesellschaft „Mewopo" zahlreiche Vertreter der jüdischen Intelligenz, .Gelehrte und soziale Fürsorger, beiwohnten. Die Veranstaltung leitete der Vorsitzende der Moskauer Jüdischen Gemeinde, Albert Fuchs, der ausführtc, die Gäste repräsentieren jene große Organisation, die als erste den Nöten der Judenheit, insbesondere der russischen Juden, Verständnis entgegenbrachte. Sie haben sich! die wärmste Synrpathie und die höchste Achtung des gesamten russischen Judentums erworben. Einen starken Eindruck auf die Versammelten niachte die in deutscher Sprache gehaltene Antwortrede Felix Marburgs Er berichtete über seine fünfmonatige Reise durch verschiedene Länder der Alten Welt, wie Griechenland, Italien, Palästina, Ceylon, Indien, China, Japan usw. Wir sahen, sagte er, die Wiegen der verschiedenen Kulturen, die Schönheiten und Wulrder der Natur. Mehr als das aber interessierte uns der Geist der Menschen, die Bestrebungen, Glück und Frieden zwischen Völkern, Rassen und Menschen zu schaffen. Jetzt sind wir in Rußland. Das Verdienst des Joint ist es, daß er die amerikanischer: Juden so weit gebracht hat, daß sie keinen Unterschied mehr machen zwischen Inden und Juden. Ir- Mezey Präsident der ungarischen israelitischen Landerkamlei. Aus Budapest wird uns berichtet: Am 10. Mai faiid hier die Plenarsitzung des sechsten jüdischen Gemeindedistrikts statt, in welcher die Neuwahl der Distriktsleitung durchgeführt wurde. Nach den Statuten ist der Präsident dieses Gemeindedistrikts gleichzeitig Präsident der neologen israelitischen Landeskanzlei für Ungarn, die auch politische Aufgaben in Vertretung der Judenschaft zu erfüllen hat. Um diese ,««»»» r .VA,*.- ’-.T »• r' mwj 'S>fAS ö Stelle tobte, wie wir wiederholt berichteten, ein heftiger Kampf, der von den Anhängern des Oberrabbiners Doktor Hevesi geführt mrd besonders in dem ungarischen Organ der extremen Assimilanten die widerlichsten Formen angenommen hatte. Da in diesem unschönen publizistischen Streit die wichtigsten Interessen der ungarisches Judenschaft aufs äußerste bedroht waren, haben besonnene Persönlichkeiten im letzten Augenblick die Herstellung des Friedens angebahnt, und wie der Verlauf der Versammlung der Delegierten des sechsten Gemeindedistrikts zeigt, auch wirklich erreicht. Zum Präsidenten des Distrikts und gleichzeitig der israelitischen Landeskanzlei wurde einstimmig Dr. Franz Mezey und zum Vizepräsidenten Dr.' Salomon Eulenberg gewählt. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde darauf hingewiesen, daß die jüdische Konfession in Ungarn die einzige war, die im Zuge der Bodenreform keinen Boden zugewiesen erhielt, während alle übrigen, auch die kleineren Konfessionen, in ganz unverhältnismäßigem Maße mit laridwirtschaftlichem Boden bedacht worden sind. Die Versammlung beschloß diesbezüglich bei der Regierung in entschiedener Weife vorstellig zu werden, und da heute kern freier Boden mehr zur Verfügung steht, zu fordern, daß die Regierung der jüdischen Konfession dem Werte der ihr rechtmäßig zukommenben Bodenflächen entsprechende finanzielle Subvention gewähren möge. Diese Forderung sei um so gerechtferttgter, als die jüdischen Gemeinden viel mehr und größere philanthropisch« und sozialpolitisch wichtige Institutionen erhalten müssen als alle übrigen Konfessionen des Landes. Eine neue zionistische Jugendorganisation in Berlin. Unter dem Namen „Zophim", Bund j Ä d i s ch e r P s a bs in der, hat sich in Berlin eine neue Mische Jugendopganisation gebildet. Der Bund, der aus der „Kadirnah" hervorgeaangen ist, erstrebt ohne parteipolittsche Bindung die Erziehung seiner Mitglieder im Sinne eines allgemeinen zionistischen Joeals. Schifssunfall des Keren Hajefsod-Delegierten DEor Goldstein. Auf seiner Reise von Indien über Java nach Australi en erlitt der Delegierte des Keren Hajessod Dr. Alexander Goldstein einen Schifssunsall. Der Schraubendampfer „Tasman", mit dem er fuhr, lief 1000 Meilen von Brisbane entseriit, auf ein Riff auf und saß sieben Tage in gefährlicher Lage fest. Schließlich wurden die Passagiere von dein japanischen Dampfer „Akimaru" ausgenommen und nach TomnSvillo an der Queenstandküste gebracht. Dr. Goldstein ist an der Schulter verletzt. INSWINNZSSEWKISKUIGiZWIN Sie Telephounummern der Redaktion lauten jetzt ab 6 Uh r a b e nb s 38-5-8Ü Serie, ab HS Uhr abends 38-5-83. □naaracc-onao UM DIE ZARTE SÄUGLINÖSHAUT ZU SCHONEN VERWENDE MAN FÜR ALLE BABYWÄSCHE NUR LUX WIRD NIE OFFEN VERKAUFT. . ■ > HERGESTELLT IN DEN SUNLIGHT-FABRIKEN. ■k-'M