Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1927-05-08 · Heft 2943 (8.5.1927) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2943 (8.5.1927)
Date
1927-05-08
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2979076-2981905-2982031--29972-3018150
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

GeNe 6 Wen, Sonntag Wren« Morgenzeltttttg s. MÄ rss? Nr. 3943 Kenner erregt halten, Dis ErklLnmg kam nach der 14. Partie, als bas KaSel die Nachricht brachte, LaSker sei Kkankt and habe daher den Kampf aufgegebem So steht denn leider dieser Kampf als ein Tovso unter den! großen' Mcisterwettkämpfm da. Wohl kein SachverstcUrdiger beKveifell den ungünstigen Einfluß des tropischen Klimas (in dem außergewöhnlich heißen Sommer 1921) auf Lasters Spiel, unH eS herrscht allgemein die Ansicht, daß in dem zahlenmäßigen Ergebnis des Wettkampfes (4:0 bei zchrr Remisen) keinesfalls das wahre StärkcvcrhLltnis der beiden Meister zum Ausdruck komme. Mit vollem Rechte freilich läßt man hierbei die Frage offen, pb ein in guter Verfassung befindlicher LaSker imstande jjchxrfen1 wäre, den Kubaner zu besiegen. Begreiflicherweise hatte nun die Schachtvelt den Wunsch nach einem zweiten, unter normalen Verhältnissen stattfindcnden Wettkampf Capablanca—Lasker, und d icser Wunsch wurde zu einem heftigen Verlang«:, als Lasker im Jahre 1924 im Newyorker Turnier in glänzender Weise vor Capablanca den ersten Preis gewann und damit bewies, daß er noch der „Mte" sei. Auch in Moskau 1925 schnitt Lasker als zweiter Preisträger /vor Capablanca ab, der den dritten Platz belegte. Somit blieb dia Schachwelt nach wie vor in Z/wei Lager getrllt: „Hier Capablanca, hier Hasker." In letzter Zeit nun ist die Situation noch unklarer geworden, indem ein «euer, gefährlicher Kronprätendent hinzukam, nämlich Alj-echrn, der Sieger von Baden-Baden, einer der erfolgreichsten Turnierspieler alter Zeten. Dasi Zustandekommen eines Wettkampfes zwischen ihm und Capablanca ist als gesichert zu betrachten. Der Schauplatz dieser hochinteressanten Veranstaltung wird der Schachklub zu Buenos-Aires sein, der .in generöser Weise alle finanziellen Schwierigkeiten behoben hat. Im September dieses Jahres soll der Wettkampf beginnen. Jedenfalls aber ist es der sehnlichste Wunsch der Schachwett,. daß der Sieger im Wettkampfe zu Buenos Aires dann gegen Lasker enterten möge. Eine Voraussetzung freilich ist dabei unbedingt nottvandig: Das Projekt darf nicht auf die langa Bank geschoben werden; denn Lasker ist jetzt 58 Jahre alt, während die beiden anderen in der Blüte des MannesalterS stehen. Die Zeit arbeitet also gegen Lasker. An einem Wettkampfe aber zwischen Aljechin oder Capablanca und einem gealterten^ Lasker hat die Schachwelt gar kein Interesse. Eine Postttertrricheuausftellung imPoftmuseum Das Postmuseum hat eine Erweiterung durch eine Postivertzeichenabteilung erfahren. Sie zeigt die Entwicklung der Postwertzeichen in historischer Reihenfolge. Es werden darin zunächst Briefumschläge vorgeführt, die aus der Zeit vor der Einführung der Briefmarke stammen;darauf folgen die einzelnen Markenreihen, Postganzfachen und Postvordrucke nach ihrer Ausgabe, darunter die ersteBriefmarkenreihe ausdemJahre 1 8 60, Zeitungsmarken aus 1861, Briefumschläge mit eingedruckter Marke von 1861, Postanweisungen von 1867, Korrespondenzkarten von 1869, Postbegleitadressen (Frachtbriefe) von 1871, Zeitungsschleifen von 1372, Rohrpostbriefumschläge von 1875, Steuerpostanweisungen von 1882, Kartenbriefe von 1886 und Nachmarken von 1694. Die Sammlung umfaßt teils in Neudrucken, teils in Originalen alle Werte österreichischer Po stmarken, die Postganzfachen und Postvordrucke, die in der österverchisch-iungarischen Monarchie ausgegeben wurden und alle Postwertzeichen der österreichischen Republik. Besonderes Interesse uun zwar nicht nur für den Markensammler, sondern auch für weitere Kreise der Ausstellungsbesucher dürfte die Darstellung des WerdegangesderPostmarken bieten, der sowohl für das Buchdruckals auch für das Kupferdruckverfahren, beginnend von der Origirralzeichnung bis zum Druckbogen, in Schaukasten vorgesuhrt wird. Sin Kind der Sünde. lsrauenhafte Zustände von Sittenverderbnis winden km Zuge einer Amtshandlung gegen eine Hebamme we? gen Ererbung einer Leibesfrucht aufgedeckt. Ein Water httt seine eigene 16jährrge dichter bereits seit drei Jahren geschlechtlich mißbraucht und dann das aus dem sträflichen Verhältnis zu erwartende Kind durch eine Hebamme beseiftgen lassen. Es kam ein Sechs-Monat-Kind lebend zur Welt, das von der Hebamme getötet und >ann verbrannt wurde. Wir erfahren über den grauenhaften Fall folgendes: Im städtischen Gesundheitsamt zeigte am 3. März die im 20. Bezirck in der Wallenstemstraße wohrchaste Hebamme Berta Slabh an, daß die 16jährige Bozena Chejlawa, 20. Bezirk, Othmarggsse 16, wohnhaft, ein And zur Welt gebracht habe, das gleich nach der Geburt gestorben sei nick» von ihr in das Allgemeine Krankenhaus gebracht wurde. Im Spital war aber von der Abgabe der Krndesleicho nichts bekannt. Die Slaby mußte deshalb zugeben, daß sie das tote Kind in ihrem Küchenheche verbrannt Hab«. Die Chejlawa sei am 1. März mit Schmerzen im Unterleib zu ihr gekommen, und sie habe eine viernwnaiige Schwangerschaft sestgesteltt. Am nächsten Tage sei ein Arzt geholt nwÄ>en, der eine sechsmonatige Schwangerschaft konstatierte und in dessen Gegenwart bald damrrf ein rwrmalcr Geburtsakt vv^enommen wurde. ES kam ein allerdings sehr schwächliches Mädchen zur Welt, das von der Hebamme auf den Namen Anna notgetaust ivnrde. Nach einer Stunde sei das Kind tot gewesen. Die Reiche habe fte am nächsten Tage im Küchenherd verbrannt. Die Mutter der Bozena Chejlawa und Bozena Chejlawa tvurden auf das Konnttissarrat gebracht und einvernommen. Nach längerem Leugne» gab schließlich die Hebamme Slaby zu, daß sie an der Sechzehnjährigen einen verbotenen Eingriff unternommen habe, wofür sie 56 Schilling erhielt. Die Hebamme gab an, daß Frau Chejlawa ihr den Rat gegÄen habe, das Neugeborene durch einem Druck auf den Kehlkopf zu töten, und hinzufügte, „das Kind brauche ja nicht viel". Me Hebamme habe sich schließlich bewegen lassen, diesen Rat zu befolgen, und so das Kind getötet. Bozena wollte unter gar kernen Umständen den Vater ihres Kindes verraten. Erst nach larrgen Einvernahmen ließ sie sich zu dem Geständnis herbei, daß ihr eigener Vater, der 38jährige Schneidermeister Thomas Chejlawa, mit chr seit drei Jlchren intim verkehrte und doch das Kind eine Folge dieses BerhAtnisses war. Nun wurde auch> er vechaftet und war des Tatsächlichen geständig, doch will er mit der Beseitigung 'des Kindes nichts zu tun haben. Frau Chejlawa leugnete entschieden, der Hebamme den Rat gegeben zu hab^n, das Kind zu töten, wogegen diese beharrlich bei ihrer Aussage verblich. Thomas Chejlawa gab an, daß ihn: seine Frau erzählt habe, das Klick sei tot zur Welt gekommen. Er fiä der Meinung gewesen, daße ine Hebamme das -Recht habe, ein Kind, das tot zrrr Welt komme, $u verbrennen. Die Familie Cjhejlawa sowie die Hebamme Slaby wimden,gestern dem Lmidesgericht eingeliefert. Fand einer Anderlelche. In. einem Gebüsch des Türkenschanzparkes gegenüber dem Spital der Kaufmann schüft wurde die Leiche chines neugeborenen Mädchens gesunden. Es handelt sich Um eine Frühgeburt von etwa acht Monaten. Ein Unterschenkel 4var von der Leiche abgelrennt. Sie war in einem Bogen braunen Packpapieres gewickelt. Verdächtig, sich der Kindesleiche Nus diese Art entledigt #u haben, sind ein etwa 30jährigep übermittelgroßer schlanker Mann mit englisch gestütztem 'Schnurrbart imtb dunkelbraunem abgetragenen Anzug und eine etwa 30jährige mittelgroße korpulente Frau. Unsere Ratfelkonkurrenz. BerlSngermig der Me»determii>e« dir 8. Mi. Aus Leserkreisen des Inlandes und Auslandes find uns viele Zuschriften zugekommen, in welchen wir ersucht werden, durch Erstreckung des Emsendetermines für unsere Rätfelkonkurrenz noch die Möglichkeit zu geben, an der Konkurrenz teilzunehmen. Obwohl der Einlauf der Rätsellösungen außerordentlich angewachsen ist, sehen wir uns doch veranlaßt den Klnsendetermln endgültig bis zum 8. Mal zu verlängern. Wir senden daher die vielfach verlangten Ersatzexemplare von Nummern unseres Blattes, welche die einzelnen Rätsel enthalten, auch weiterhin ab, und es haben auch diejenigen, denen einzelne Nrnnmern der „Wiener Morgenzeitung" zwecks Beteiligung an der Konkurrenz fehlen, noch Gelegenheit, die betreffenden Memplare unseres Blattes bei uns zu beziehen. Ach könnte ich in einem Rosenmunde Euch küssen alle Fran'n im gauzen Erdenrunds! Weil'- aber — leide« — zuviel für mich allein, So mag der Hnber-Sfstg «ein Stellvertreter sein, tteberall erhältlich. flEGM. KORNMEHL OROSSFLEISCNHAÜEREI Zentrale: IX., Bezirk, Berggssse 19, Telephon 17-3-99 H. 16-9*34 Lieferant für Heilanstalten Abteilung für T£?;;-FIeisch tutter Aufsicht des Ehrwürdigen Rsbblntts der lar. Kultusgemeinde Wien . 40 IX., Berggasse 15 XVHI-, Währingerstraße 97 Das Wetter. Wf«, & Wai. Das Sckönlvetter hält au, wenngleich Nach derVprGvPsage eine kleinere Abkühlung z» erwarten ist. Geringer Rückgang der Arbeitslosigkeit. Ende April 1927 wurden bt Oesterreich insgesamt 181.176 unterstützt^ Arbeitslose gezählt. Im Begleich zur letzte» Zäh» lung vom 15. April ergibt sich eine Abnahme um 9806, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 8060. Personen. Zn dev eingangs angegebenen Zahl von 181.175 unterstützten ArbeWlosen kommen noch jene Arbeitslosen!, die bei den Arbeitsnacht weiSstrllen zur Arbeitsvermittlung vorgen,f; -v r*'"te cittr Unterstützung ^zu beziehen (etwa 23.000). ° Aerztliche Mchricht. Dr./ Adolf Edelma.ü.'N M ßM MrWihM iN-KarWVch wiedev ansgenormnen. \ ' L ‘ Die TragUft an der Dona/ . Wie berichtet, hat ein' junges MWchtn an der Mten Donaü ein/ Boot gemietet, aus dem es später in das Wasser gesprungen ist. Die Selbstmörderin, deren Leiche noch nicht gefunden wurde,' dürste mit der 22jährigen Verkäuferin Angela Zemann aus RadnÄvitz in der Tschechoslowakei identisch sein, die seit etwa einem Jahr in der Beremsgasss 16 gewohnt hat, war auf beitSsuche nach Men gekommen.' Hier lebte sie von Unterstüt» zungent ihrer Verwandten. Von der fahrenden Lokomotive abgestürzt. Gestern früh wurde der Z6jährige Lokom^otivflkh'ree Johann Meseritsch aus Bruck-Neudorf 26 mit Zeichen eines Schadet grundbnrches und anderen schweren inneren Verletzungen nach Wien in das Rudolfslprtcil gebracht, wo sein Zustand als sehr ernst bezeichnet wird. Nach den bisher bekannt gewordenen Nachrichten hat Meseritsch auf der Nebenstrecke der Ostbahn, die die Bruck-Netldors-Mzweigung mit Hainburg verbindet, Dienst aus den Lokomotive eines gemischten Zuges versehen. Während, der Fahrt soll sich Meseritsch aus dem Führerstand herausgebeugt' haberr, sum nach ernenr etwaigen Desekt an der Maschine zu sehen und sei es, daß er von Schwindel erfaßt pder daß er sich zu weit vorg^beugt, er verlor das Gleichgewicht und stürzte von dem in voller Fahrt befindlichen Zug auf die Streck, wo er bewußtlos liegeni blieb. Der müfahrenoe Heizer brachte den Zug sofort zumt Stehen und man schaffte den Bewußtlosen nach Bruck-Neudorß und von dort nach Wien. , Tnmultszenen!m Hernalfer Männerhelm. Das Herimlser Mannerheim ist Wrzlich durch öffentliche Versteigerung! in andere Hände übergegangen.. Gestern vormittags erschien nun der gewesene Zwangsverwalter und Bevollmächtiatp der neuen Eigentümer Dr. Berber unter Wacheassistenz.rm Heim, um ein vollständig neues -Personal zu installieren und das derzeitige Personal sowie den Verwalter abzusetzert. We Miete« setzten diesem Beginnen scharfen Widerstand entgegen und verlangten, daß sich der Bevollmächtigte mit ihren Vertreter» und denen des Personals zuerst ins Einvernehmen setze, lüutetf aufgeregten Szenen kam es dann doch zur Einleitung von Bev> Handlungen, me aber noch zu keinem Ergebnis geführt habend Ein städtisches Kurorchesier in Baden. Die Stadtgemeinde Baden hat heuör zum crstenmäl pvobÄveiso für ein Jahr ein eigenes städtisches Kurorchester engagiert, das 3A Mann stark ist ES wird im Winter kostenlos dem Pächter des Stadttheaters zur Verfügung stehen. Das Orchester leüet dev bekannte, Dirigent der Kurkonzerte Musikdirektor Karl Miesmawr. Beim Telefonieren schwer verletzt. Beim Bratislavaer Arbeitsvermittlungsamt ereignete sich ein eigenartiges Ilnglück. Eine Beamtin.des.Mmtes wurde beim Telephonieren vom elektrischen Strom schwer verletzt. Sie erlitt: schwere Brandiounden. Die .Untersuchung ergab,, daß sie Doiml/Telophonieren mit der einen Hand oie Messingbestandtelle der Hörmuschel berührte und mit der anderen Hand mit einer elektrischen/ Lampe spielend, das Postament der Schreibtischlamps hielt. Auf diese Weise wurde ein Strornkreis geschlossen urch sie Von einem/ 220 Volt starken elektrischen Strom erfaßt. E Erschöpfung, nervöse Zustände, kuriz Altetscrschsinungen, -die durch Kalkablagerungen entstehen, werden vorgebeugt durch das ärztlich erprobte Mittel RadiofHerin, das das Blut auffriischt, die Adern elastisch macht und die Blutzirkulation hebt. Der Radiumaehalt nnvd amtlich überprüft. Hauptdepot: ^Apotheke Bayer, Wien, 1. Bezirk, Wollizeile 13. E Der silbergraue ModesHuh mit reizender Asomverzierung, durchaus mit grauem Glaceleder gefüttert, zmn PreÄe von S. 24.50. (Siehe Injtlrar Seile 11.) Zu habet: in allen Del-Ka- Vevkausshäu/sern. Jede Dame, jeder Herr und jedes Kind erhält ein hübsches Geschick bei Einkauf von Kwei Paar Strümpfen oder Socken und gleichzeitigem Schuheinkaus. sMaM- und Darmleiden werden durch olne ein-^ Me Venecin«T6lMur erfolgrM^bekümA^MM Uir, i u.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.