Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2941 (6.5.1927)
- Date
- 1927-05-06
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 2041 Men, Freiing Wiener Mor-enzeltmrg 6. MÜk 1027 Sie 3nsel der verlormen Schifte. Säble 8-lavd. Ms Crittenden Mariott seinen Roman „Die Insel der. verlorenen Schiffe" schrieb, der ein Welterfolg wurde, dachte er höchstwahrscheinlich nicht daran, daß es eine solche Insel geben könnte. Zwar hält sich die Natur nicht ganz an des Schriftstellers Phantasie, sondern geht chre eigenen Wege, die jedoch grauenhaft genug sind. Die Insel der verlorenen Schiffe, von der hier die Rede ist, liegt 250 Kilometer östlich von der Hafenstadt Halifax und bildet die Spitze einer über 300 Kilometer langen und zirka 100 Kilometer breiten unterseeischen Klippe. Ueber den Spiegel des Meeres ragt sie kaum empor. Sie bietet nirgends eine hafenähnliche Einfahrt und ist ständig von einer starken Brandung umgeben, die selbst bei schönem Wetter für die in ihren Bereich gelangenden Schiffe äußerst gefährlich ist. Sable Island ist schon seit langem als Schrecken der Seefahrer bekannt. In einer Gegend des Atlantischen Ozeans gelegen, die fast immer von schweren Nebeln heimgesucht wird, geschah es oft, daß Schifft, die die Orientierung verloren, an den Gestaden dieser Insel ihr Schicksal fanden. Die Unglücksfälle, die sich seit Jahrhunderten an dieser gefährlichen Stelle ereigneten, gehen in!ne Hunderte. Diejenigen, die die Insel aus eigener Anschauung kennen gelernt haben, berichten, daß die Wracks unzähliger Schiffe, teils nur noch aus morschen Planken bestehend, teils noch halb intatt, die gewaltige Brandung der Insel säumen und so einen ungeheueren Schiffsfriedhof darftellen, wie er nicht mehr zu finden sein dürfte. Es ist selbstverständlich, daß eine derartige gefährliche Falle für die Schisfahrt ein willkommener Schlupfwinkel für Seeräuber wurde. Und jo wissen wir ans Ueberlieserungen des 18. Jahrhunderts, daß seinerzeit auf Sable Island eine Seeräuberbande ihr Unwesen trieb und die Unglücklichen, die durch eine Katastrophe ihr Schiff an den uMvirtlichen Gestaden jener Jnftl verloren, ausplünderte und sich, der wertvollen Gegenstände des Wracks bemächtigte. Erst im 19. Jahrhundert entschloß sich die Regierung, dem Unwesen der Banditen ein Ende zu bereiten. Man sandte eine Expedition nach SMe Island und errichtete eine Signalstation mit Leuchtfeuern und für die Bergung Schiffbrüchiger notwendigen Geräten. Doch trotz dieser Einrichtungen ist Sable Island noch heute eine gefährliche Gegend für den Seemann. Diese Insel der verlorenen Schiffe im Atlantischen Ozean ist schrecklicher und grausamer, als Crittenden Mariotts Phantasie es auszunlalen vermochte. Heute, im Zeitalter der drahtlosen Telegraphie, des Dampfschiffes und der technisch vollkommenen Rettungsgeräte ist diese Gefahr allerdings wesentlich herabgemindert worden. Und Ln der letzten Zeit ist auch nicht mehr die Kunde von einem Unglücksfall bei Sable Island in die Oeffentlichfcit gedrungen. SB t c u. 6. Mat. Das Wetter. Gestern herrschte rn Oesterreich vorwiegend heiteres Wetter. Nom Norden droht ein Einbruch kalter Winde, doch besteht Aussicht, daß ste nicht bis auf Mitteleuropa durchgreisen werden. Die Voraussage lautet: Ziemtlich herter, leichte Gewitterneigung, unsicheres Wetter. Zeugen gestkchrr Personen, welche Zeugen eines UnfaUes waren, der sich am 2. Mar gegen 10 Uhr vormittags in der Tavorstraße gegenüber der Hernestratze ereignete, wobei ein ältere« Mann von eurem Lastauto, das aus dem Augarten heraussuhr, gequetschr wurde — der Mann ist inzwischen an der erlittenen Verletzung verstorben —, wollten sich melden: 4. Bezirk, Favoritenstraße 3—5, Sportplätze, Tel.56-3-33. Gesüttschte PostsparwssenMcher. Mtt den Pcipreren eures „Josef Riesner, geboren am 10. Oktober 1805 zu Mödling", hat sich vor einigen Tagen berni Postamt rn der Tavorstraße ein Mann das Postsparkassenbuch Nr. 86.536 mit einer Einlage von 6 Schilling gelöst und bas Buch dann auf eine Einlage von 760 Schillurg gefälscht. Damit behob er beinr Postamt in Perchtolbsdorf zweimal tz-rnterernander je 100 Schilling. Derselbe Betrüger har weiters mit Papieren auf den Namen „Alfred Springer, geboren 15. September 1895 in Michelsdorf", beinr Postamt Nr. 8 das Postsparkassenbuch Nr. 85.636 mir einer Ern läge von 7 Schilling gelöst und es dann auf 760 Schrill, gefälscht, mit dem er dann beim Postamt Hinterbrühl zweimal ie 100 Schilling behoben hat. Der Betrüger wird als etiva 30 Jahre alt, mittelgroß, elegant gekleidet geschildert. Ter Physiker AUethe gestorben. Der Professor für PMill an der technischen Hochschule in Eharlottenburg Dr. Adolf Miethe ist, wie aus Berlin gemeldet wird, im 65. Lebensjahr gestorben. Mieches Name war rn den letzten Jahren in aller Munde, da er die Welt urir der Mttteilung überraschte, es sei ihm gelungen, auf elektrochemischem Wege die Umwandlung von Quecksilber in Gold zu erzielen. Die Nachprüfung seiner Versuche ergab, daß Miethe sich geirrt hatte; doch wäre die UmwandUung von Quecksilber in Gold theoretisch nicht unmöglich. REvepyauprmann NMtlrea getötet. Aus Bukarest wird gemeldet: Die Blätter bringen unrsangreiche Berichte, wonach die Räuberbande des Hara? lamv Nrkuiiea, die Jahre hindurch die Bevölkerung der Bukowina beunruhigte und erst jüngst in Siebenbürgen in der Umgebung von Borszeg ihr Unwesen trieb, nach aufregender Verfolgung uuö mehrstündigem Feuerkampf unschädlich gemacht werden konnte. Im Lause der Kämpfe ist Nikulica gefallen. Von den verfolgenden Truppen kanr ein Korporal ums Leben, em Gendarm erlitt einen schweren Bauchschuß und ein Polizist wurde ant Halse schwer verletzt. „Mas Ugartr und die schöne Jüdin." Zu der in unserem Blatte voin 30. April veröffentlichten Reischachschen Erzählung „Graf Ugarte nnd die schöne Jüdin" erhalten wir von Herrn Hofrat Dr. Michael H o l z m a n n folgende Darlegung, welche die historisch beglaubigten Daten Über den in dieser Erzählung genannten Bankier Kahn, Ritter von Albest, fcststellt: Samuel Heinerich Edler von Albest, geboren zu Stampfen (Uirgarn), gestorben 22. Februar 1844, mar ein um den Aufschwung der ungarischen Schafwollindustrie und durch seine Humanität verdienter Großhändler. Er hatte seine Firma zu solcher Achtung gehoben, daß englische Kaufherren seine Sendungen nie einer Durchsicht und Prüfung unterwarfen, sobald sie sein Handlungszekchen trugen. Seine Wollsortterungsanstalt, in welcher iiber 600 Arbeiter beschäftigt waren, wurde von Kaiser Franz l. besucht und ihm für die in derselben wayrUenommenen Ordnung und Tätigkeit (nrit 21. April 1818) das Allerhöchste Wohlgefallen zu erkennen gegeben. Als der Markt Trebusch in Nlahren abbrannte und die dort lebenden Tuchmacher alle ihre Tuchvorrnte, welche sie überdies Kaan schuldeten,, durch den Brand verloren, erließ er ihnen die Schuld für die verbrannte Wolle und versorgte sie ungesäumt mit neuen Wollvorräten, damit die Arbeiten ungestört fortgesetzt werden konnten. Für seine Verdienste wurde Kaan laut „Wiener Zeitung" vom 14. November 1826 in den ungarischen ykbe'sstand mit dem Prädikat Edler von Albest kttoben. Laut P oto o'r Nr. 64)6.17, 33 S.! „der allgemeinen Hofkammer" erfolgte cmt 25. Februar 1817 von Franz Grillparzers Hand, die Ausstellung eines Zeugnisses für den Wiener Großhändler Samuel Kaan, daß er sich noch nie einer Verletzung der Zollgesetze schuldig gemacht habe. (Grillparzers Werke, im Aufträge der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien herausgegeben von August Sauer, dritte Mtetlung, 6. Band, Aktenstlicke 1813-1856, Gerlach u. Wtedling, Men und Leipzig 1916, S. 314). ein Klritltrviw. Aus Newhork wird gemeldet: Der Leichnam ernes Negers, der von der Menge gelyncht worden war, wem er eine wertze Frau und Ihre Tochter zu vergewaltigen versucht hatte, wurde durch dre Straßen von Little Rock geschierst und .heute m einer verkehrsreichen Straße verbrannt. Dre Votrzer mischte sich rn den Vorgang nrcht ein, regelte vielmehr noch den Straßenverkehr. Das Lynchgerrcht sollte als allstyrecKEs BerLier Mr VieMwarze Bevölkerung dienen. Die weiße Bevölkerung hatte kurz vorher einen ergebnislosen Versuch gemacht, eines Negerjungen habhaft zu werden, der ein weißes Mädchen unter dem Vorwand, ihr die Ueberschwemmung zeigen zu wollen,, abseits gelockt und ermordet hatte. Bei Tag Bettlerin, am Abend Grande Dame. In Florenz wurde eine Bettlerin verhaftet, die auf einer belebten Stelle der Stadt zu stehen pflegte und bei den Vorübergehenden großes Mitleid erregte. Maria Maruccim — ft hieß die Frau — erschien täglich an derselben Stelle, in Lampen gekleidet, und stellte ein künstliches Bein ««d ein verschlossenes Auge ans. Abends venvandel-te sich die Bettlerin in eine elegante Dame. -Sie schritt auf eigenen Beinen nad hatte die Augen weit offen. Ihre Mahlzeit nahm sie in den besseren Restaurants ein. Auch hatte sich heran sgvsteltt, daß sie in der Bank von den täglichen Einnahmen ein Konto ev> öffnete, daschon 50.000 Are betrug. Sechzehnte österreichische «lassenlotterk. Bei der gestern abgehaltencn Ziehung des 13. Tages der fünften Klasse gewannen: 15.000 Schilling das Los Nr. 23.168; 5000 Schilling das Los Nr. 00.160; je 4000 Schilling die Lose Nr. 71.810, 78.760, 82.500; 3000 Schilling das Los Nr. 33.753; 3000 Schilling das Los Nr. 28.000; fe 1000 Schilling die Lose Nr. 26.900, 57-604, 60.720, 77.019. Außerdem wurden 1080 Gewinne zwischen 500 Schilling und 160 Schilling ausgelost. Saifouvegmn in Franzerrsbav. Aus Franzensbad wird uns geschrieben: Me alljährlich, nahm auch Heuer am 1. 'Mai die Saison mit Konzerten und Eröffnung aller kurörtlichen Einrichtungen ihren Anfang. Dre 'Bescher der Hotels und Kurhäuser hatten Verells jm* längerem alle Vorkehrungen getroffen, uni 'die HTi riuTTcr Trt "sel»'r Tji'ifjröjt züftkedenzlrstellen. Peinliche Rehifiu'Fvtf, ozonrellTfe, "staüv- und rauklffrtll'e 'Surf., vogueinv Straßen und Wege sonne die wohltuende Ruhe werden Körper und Geist, Sinn und Gemüt der Besucher mit neuen:, frisch pulsierendem Leben erfüllen. Allen Gästen ist Genaturirche Kohlensäure- und Gasbäder, eisenreiche Mineval- Franzensbads weltbekannte unübertroffene Moorbäder, nakurkichc Kohlensäure- und Gasbäden, eiscnreiche Mineralwässtr und bisher unMertroffene 'Glaichersalz-Starkquellen lltTken eine ffbuhe' Fülle bon 'Heilschätzen, die wolL kamn ein anderer Kurott aufzuweisen vermag. Frauenleiden jeder Art, Herzkrankheiten, Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Organe, Gicht, Rheumattsmns, Stoffwechselkrankheiten werden in Franzensvad mit großen Erfolgen behandelt. Evholungsbedikrftige aller Art finden in FranzenSbad die gewünschte Kräftigung ihres abgespannten Nervensystems und ihrer durch Krankheit geschwächten Organe. Amittcher österreichischer Tafchensayrpran sSomnrerdienst 1027;. Von dem durch das BundeSministeriuNt fiir Handel und Verkehr (Generaldirektion für die Post- und Telegrapheuverwaltung) herausgegebenen „Amtlichen österreichischen Tchchenfahrplan" ist die SoMmerausgabe 1927 bereits erschienen. Das tnr Berlage der österreichischen Staats>- druckerer erschienene 565 Seiten umfassende Knrsbr'ch enthält sämtliche Eisenbahn-, Kraftwagen- und Schiffahrbsverbrndungen in Oesterreich und im südlichen Bayern, sowie die Eisenbghntarife imd ist um den Berschleißpreis von Schilling 1.40 bei allen Buchhandlungen, den BahNLassen und Postämtern sowie bei allen übrigen in Betracht kommenden Verschleißstellen erhältlich. : 1 .1 OOQOOOOOOOOOOOOOOOOOOQCX)OOOOOOOOQCOOQOOOQOOOOOOOXXXSOCOOOOOOOOOOQOCOOOOOOOOOOOO JÜDISCHE WEIT 6in Buch über die drei semitischen Relkgkonsgründer. Jir Konstantin opel ist vor kurzem ein äußerst interessantes nnd gründliches Studienwerk über die drei semitischen Gesetzgeber nnd Religionsgründer Moses, Haminurabi und Mohammed erschienen. Verfasser des Werkes ist der Professor an der Konstantinopeler Universität und Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Portugal, M. Galant. In diesen: in türkischer Sprache verfaßten Geschichtswerke wird das Wirken dev drei genannten semitischen Gesetzgeber vom historischen, sitziologischen und juridischen Gesichtspunkte analysiert und miteinander verglichen. Sehr instruktiv ist die Gegenüberstellung dxs Familienrechtes, Straftechtes und der Stellung der Sklavinnen auf Grund der drei Gesetzgebungen, wobei auf ,die Quellen der verschiedenen Rechtsaufsassnneen hingewiesen wird. Es dürfte dies die erste gründliche vergleichende Studie der drei Weltnnd RechtSanschaunngcn der semitischen Rasse sei«. Der landwirtschaftliche Lenins der jüdischen Siedlungen Palästinas- Nach den neuesten Zahlen des Departements für landwirtschaftliche Kolonisation der zionistischen Palästina-Exekutive leben jetzt 4623 Personen in den 21 Siedlungon, die vom Keren. Hajessod subventioniert werden. 65 Prozent dieser Bewohner sind Arbeiter, der Rest Kinder. Eine vergleichende Tabelle, die von diesem Departenrent zusammengestellt wurde, zeigt die rrachfolgende interessante Entwicklung der zionistischen landwirtschaftlichen Arbeit zwischeir den Jahren 5660 (1919 bis 1920) und 5686 (1925 bis 1926): Die Zahl der Ktruzoth (17) ist gleich geblieben, aber die Bevölkerung ist von 420 auf 1744 gewachsen, während die kultivierte Fläche von 16.700 Dunam auf 41.771 stieg. Im Jahre 5680 gab es keine Moschwe Owdim (Kleinbauernkolonien); bis 5686 jedoch waren 16 solcher Siedlungen mit einer Bevölkerung von >2224 mit einer kultivierten Fläche von 52.464 Dunam begründet. Im Jahre 5680 waren auch noch keine Mittelstandssiedlungew mit zionistischer Hilfe begründet; dagegen gab es im Jahre 5686 deren vier mit einer Bevölkerung von 549 nnd einer Fläche! von 3477 Dunam kultivierten Bodens. Die Gesamtzifftrn sind jetzt folgende: 17 Kwuzoth, 16 Moschawim, vier MttÄshandsansiedlungen und vier Mädchenfarmen, mit einer Bevölkerung von 4628 Personen und einer kultivierten Fläche von 98.421 Dunam. ' gft die Kethnbah ein re»trgAtiges She> dokument? Wir berichteten wiederholt über Entscheidungen cliglischsr und amerikanischer Gerichtsstellen, durch welchp bei rituellen Eheschließungen zur .Verlesung geiKmgenBo KvHubah Äs rechtsgültiges Ehedokument anerkannt und die auf. Grund dieses hebräischen Ehevertrages geschlossene Ehe, ftftrne ste von einem hierzu befugten Rabbiner vollzogen wurde, als vollgültig erklärt worden ist. Im Gegensatz zu dieser Auffassung lehnen die kanadischen Gerichte, wie uns aus WontreÄ berichtet wird, sowohli den jüdischen Scheidebrief, den Get, ÄS auch die KethnbÄ) als rechtsgültige Dokumente in Ehesachen ab. So hat vdr kurzem ein Gericht iu Quebec eine durch die slleberreichung des Get getrennte Che als nicht gelöst erklärt, während , ein! Montroaler Richter entschied, daß eine jüdische Ehe, die bloß durch eine Kethnbah bescheinigt Wird, Äs ungültig zu bezeichnen sei. Diese Praxis der kanadische» Gerichte ist ganz besonders für die jüdischen AuÄvanlwrer aus Osteuropa von außerordeittlichev Wichtigkeit. Der litauische Konsul m Holland. Die litauische Regierung hat Herrn H i r s ch o w i t s ch - B e i n u s ch, einen angesehenen litauischen Juden, zum Honorarikonsul in Holland ernannt. Herr Hirschowitsch war früh er Generalsokretär der litauischen Gesandtschaft in Deutschland und dann litauischer Konsul in Oesterreich. Deutsche Hakenkreuzexpositur' in Lettland. Aus Riga wirb uns berichtet: Die reichsdeutsche HaTerckreuMutrale beginnt in letzter Zeit durch ihre hiesigen Exponenten auch in Lettland eine rührige Pogrompropaganda. Einer der Führer der lettlänüischen Hakenkreuzler ist der deutsche Baron S i r k S, 'der' in der letzten Nummer der baltischen Monatsschrift" in einem von Lügen und Verleumdungen sttotzenden ÄrMel die Juden als „typisches Parasttenvolk" hinstellt, das vorläufig noch gezwungenermaßen geduldet wird, weil die Welt unter dem Druck des internationalen jüdischen Kapitals stehe. An dem Tage, an dem es gelinaen wird, das Joch des jüdischen Kapitalismus apzuschütteln, werden auch ’bfe Juden als Volk von der Erde verschwinden. Zur Erreichung dieses Zieles müßten sich alle Nichtjuden vereinigen. Vereine. Vortrüge nnd Versammlungen. Zkoirtsttsche Sektion Prater. Morgen, Samstag, 6 Uhr abends, im Lokale, 2. Bsz., Jungstraße 8, Vortrag: „Was lehren die Wahlen?" Referenten: Dr. Taubes und Dr. Finkelstein. — Jüdischer Sportverbaud. Montag, y>9 Uhr abends, nn Sekretariat, 1. Boz., Kärntnersttaße 28, wichtige Ausschußsitzung. Die Fortsetzung der JugeMührerkonftrenz findet Samstag den 7. d. M. um %b Uhr nachmittags, 2. Bez., Zirkusgasse 33, statt, und werden alle Jugendgruppen und Vereine in Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ansgefordert, zuversichtlich und pi'ncktlich zu ersth>nen. Der Muttertag. Anläßlich des Muttertages stiftet jeder Jude Bäume auf Namen seiner Mutter durch Vermittlung des Keren Kajemech, Wien, 1. Bez., Kärntner» tzäche TÄePhyL 77M, .77486.