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Wiener Morgenzeitung · 1927-05-05 · Heft 2940 (5.5.1927) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2940 (5.5.1927)
Date
1927-05-05
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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L Mkl Rr. SS«» Der Sohn des Moses Mautner 8m Wwmor Romen vor Leopold tckokisp. Coprfgkt, tSOe-bP^-HGnU Dnl,^ Ich Hüb' ^hm bk dvettlUchnch« GnLen und da hat er mir Vaeviuf gchhrieveii. — btt schau' her: ,Lch darcke Zchm« viÄMÄs, Hm: Mautner! Ich dtmke Wnen .Es is das Ge8> von Witwen und Waisen.' Ich dank' Ihne», Herr»Mautnevk" --Setzst de, Gusti, so nücht dN pvpgehen. — Rnd wenn hu ahmnohk ttt hveißig Ioche^ dir wirft sage« können: du hast nie e ««rechten Kveu-- zer-MOMW». — dann, mein Sohn, wird dir wokl sein!" 'IS. Kapital. Ter a«!>w.Besitzer der Larnplschen Aattck — er hieß HKtznarm — verändert« viel im Geschäfte. Zunächst nach außen: Glanz «und ne«e Fassade. — Rach innen, im Herzen des Geschäftes, in den Menschen, die das Werk bedienten, wräudevte er gjkeichftE; Gustav war ihm zu jung gewesen-; an Merer Herr saß nun aus Gustavs Platz. — Frau Fanny, die -frühere Wirtschafterin, war ihm wieder zu alt gewesen; eine junge Frau, hübsch und angenehm, hatte nun SchküssÄbUnd und Küchengewalt. Man 'kann ermessen, wie Fra« Famch .ihre Nachfolgerin beurteilte! tt«b — weil Herr Fdkdmmm einmal in dem scheinbar hatten Geleise der Veränderung ftchr, ober — Kette er die Sprichwörter, daß er dachte: „Alle Me« Dmge seien Drei?!" — kurz, er wechselte auch mit dem Mschilieservnten. — Ader dieser Tausch foSie chm nicht gut bekommen, denn der frühere Fleischliefenmt, der „Arrsbeindker" Panigl, den jahrelange, allerdings — wie er behauptete — verlustreiche Beziehungen mit dem Hanse Lampl verknüpfte» — dieftr Herr Pamgl konnte trotzdem den Verlust der großen Kunde nicht verwinden. — -Go sind sie die Herren Fkeifchhüuer: Sie verlieren durch Achtzehntel Aber missen — wollen sie doch keine Kwrde!- BerdrioMH, mit finsterem Gesichte, stand Herr Panigl vor fernem Lade« Und blickte in den jetzt so zahlreichen VLlßestundar, Rachepläne schmiedend, in die Richtung der Lauchkschen Fabrik. .— ttnb als diese düsteren Pläne Gestalt gewomven hatten, suchte er Gustav Ms und sprach: „M wahr, was ch khört hcch'? — Jhner Vater gibt a GeÄ her^ denn man kannte Herrn Hermann als — sparsame« Mann. — ^Kr, Herr Panigl" erwiderte Gustav. — „No? ÖjÄ» wo — wem S* denn arbeiten:?" — „Das weiß ich Mer «och nicht. Ich such' noch ein Lokal." — „Sol Hi-rr ^drsti!..." Herr Panigl rief Gustav — er 'hatte ihn .schon tckS Kind gekannt — noch immer vertrMich Veh« BonNatNe«. „Herr Gusti! Paffen S' -auf: I Hab' a Jdee^- — „Was' für a Ad«, Herr Pamgst?" — Idos! Paffe« M atnf!" — „No, reden G schon ahnmal/ Herr Panigl." p— „Msdmru: 05 Ham ka Lokal 'und ih fy& i« mpm Ha«S ah« Schiupf'n und da lass' ih Jhnee a WKher« Mchajnen Und in a paar Wochen könne« €? «Veike« taub ih..." vollendete er mit großer Geste, „ih gD Zch«c»Ä tWeifch^ Denn ein Awsbeindler — Merke 5b» weder —’ noch. Weder verkauft er, «och liefert er.! — Er zgMt. Mas tzot «non Klang! Uneigennützig. — Er gibt. — Ykb nach dieser herablassenden Mitteikmg fragte Herr Panegl: ,-Akst», was sagen S' zu der Jdee^ — 7*$tt chn 'SchÄ^n, Herr Panigl?" — „Schrpfn! DeW bleibt lAk» eseffetzssDö Dins iwoh iirun.6r L!r6rn.cl6 W eit Geheimnisvolle Tiefen II esechüeflgn «ne die Werbe der RUSSISCHEN BIBLIOTHEK Cm Kickenlosefl Bild des rassischen Menschen, seiner Seele und »einer Kunst T *4 s t o i |) Kosaken. Ein Roman a. <L Kaukasus Dostojewski,.|| Brevier. Eine Auswahl Tschechow || Dreißig komische ErxHUsngm Turgenjew || Ein Adelsnest. Roman Gogol || Petersburger Erzählungen Remisow || Russische Frauen. Erzähhmfsn O d o j e w s k i j || Magische Novellen Ler montpf f || Ein Held unserer Zeit. Roman Der russische Christ* Erzählungen Fedortschenko H Der Russe redet Jeder Band, ra Haädeueo geh., auf besten bohrfrews Papier nur S 2'— Beckerßcbwemma R. Löwxt, Wien, l„ Rotentnrmstrafie W «dh ta «Wp»! ®* ÜfT $ A»r!«h oafn herrichte«, auf menre — Brrstengern &! ©5 brauchen n«r die Maschine Äüchnkt — Me vül — wie vül gibt Jhner den« -der Vater?" — Statt Gustav erwiderte Herr Hermann. Er war wühmnd der letzte» Worte in das Mbinett, wo die beiden Herren sprachen, hineingevommen «nd er rief: ,Hch geb' ih»n —," und machte ein» kkeinr Atempause, offenbar wegen der gewaltigen Summe, — „fttnftauftnd Gulden." — „Dchß is net vühll" «widerte sehr offen Herr Panitz!. „Mer fürir Anstr-ng..." — nein, Herr Panninger," unterbrach Herr Hermann. Er veränderte gerne die Ramen hier andere«, allerdings ahne Absicht. ,^Qh, nein, Herr Panninger nmf «, „das te alles^! Nix für den Anfang! Mehr kriegt er nicht und wenn Sie meiner, der reiche Vater wird noch geben: Nicht e Zoll — c Heller, e Heller!" verbesserte rasch Herr Hermanrn, Herr« Panigls Unkenntnis des Loschen kodausch berttcksichtigerd>, „kriegt «r mehr von mir, wenn er die Mstausend Gulden angebracht hat! Rich e Heller? Von mir aus kenn er b«m Stahner kloppen!" > „Der wird Jhner m'x ankwmgen t" beruhigte Herr Panigl. „Der versteht sei G'schäft!" — „Das weiß ich, das weiß ich," schnümzelte Herr Hermann, „er is e großer Gassenjung'! Aber.— ahns fürcht' ich: Ob er nur Kundschaften ftftegen wird? — Was meinen Sie, Herr Panninger?" — „Panigl, Vater. Panigl! heißt er!" unterbrach Gustav. „Das iS nix e so wichtig; ob Panninger oder Panigler! — Die Hauptfach' is, ob du Kundschaften kriegen wirft?" — „Warmn nicht, Vater? Warum denn neht, Herr Mautner!" riefen beide zugleich und Gustav fügte hinzu: „Ich kenn' ja die Kundschaften alle von früher!" — „Mer Sie warten nix af dir." — „Ich wer' sie alle auffuchm, Vater! Ich wer' M de« Leuten in die Provinz fahren! Und du wirft sehen, ich iver' schon Aufträge kriegen!" (Fortsetzung folgt.) Schneider-Atelier Heilig & Ci, l„ Kärntnerstraße Hr. 9 Telephon 36*1-88 Telephon 38-1-86 BaslIsAes Hbonnementsystem. A monatlich S 50«— B monatlich S 00*— 1 Frfihjahrs-An*ng 1 Sommer-Anzug 1 Modehoee 1 Frühj ahrs-Roek 1 Herhst-Roek 1 Frühj ahrs-Anzng 1 Sommer-Anzag 1 Herbst-Anzug 1 Frtthjahrs-Bock - 1 Winter-Paletot 1 Modehose O monatlich 8 80 - 1 Frühj ahrs-Anzug 1 Sommer-Anzng 1 Smoking-Anzug 1 Sport-Anzng 2 Hosen 1 Winter-Paletot 1 Modehose 1 Überrock Garantiert beste ensl. Stoffe und erstklassige NaBarbelt. Kleider bleiben Eigentum des Abonnenten. Abonnement8dauer 2 Jahre. Bflgelit, Reparaturen kostenlos inklusive Abholung und Zustellung. Bühne und Kunst. »gnflatlon dl Sari»." Uraufführung in der Reuen Wiener Bühne. Drei unsäglich langweilige Akte, die sich Komödie uwmen, stellen umständlich fest, daß die Amerikaner, die seit der Inflationszeit, nach, Paris kommen, ein schlechtes Benehmen haben, alles auf der Wett, auch die Lic'be, als Geschärft betrachten umd nur von Corned-beef sprechen können. Das alles wird in eine Kleine-Witzblatt-Fabel gepreßt und das Ganze ist von Felix Dbrmann. Etliche Rpllensager beiderlei Geschlechts agieren die traurige An-, gelegenheit, Ernst W u r m s e r wewdet einigen lustig knarrenden Witz -dafür auf. Im PuAikum herrschte verärgerte Grabesstille, die bei den Mtschlüsien das Beifallgetue derer ,/vom Bau" nicht wegAatschen konnte. S. S. .Vir giSserae Frau.- Renaissaneebühne. Bom Maskenball weg wird eine Frau sterbend aus die Klinik -des berichniten Professors gebracht. Dieser, ihr Tan-partmer — was sie nie erfährt — rettet die Lebensnrüde durch feine suggestive Kraft. Er weckt ihr „Unterbewußtsein", das die Wucht vom Bräutigam zur Traumliebe, dem jremden Gefährten der Ballnacht, bekennt/Die Genesen» will zurück ins Dasein, zum Bräutigam. Die durvtte EriN'nevung des TraumwunscheS der Beronal-Psychose scheint friedlich gelöst zu fein. Auf der Schwelle zu neuem Leben aber bringt das durch jene Hypnose geweckte „Unterbewußtsein" ihr Herz zum Stillstand. Wilhelm von Scholz gibt hier ausschließlich Psycho« anailyse, Hypnose, Umkerbewußtsein. Alle Figuren seines Schauspiels haben etwas Unnatürliches, Gequältes an sich. Und vier Akte lang nur ^literarischer" Dialog. Die Darstellung war noch blasser als die Gestalten. Mihail Ta nt h o hatte sich eine einzige starre Nuance zurechtgelegt, die nicht überzeugen konnte, ebenso Herr M a s s a r e k. Else Schilling schnitt besser ab. Die begabte Stella S o r m a allein hielt das immerhin interessante Stück. Der Stimmung entsprechend fiel der Beifall gedämpft aus. a. s. Kt» Mn Theatern. Gent« Buvgtheater. Morgen, H8 Uhr, „Das und fei» Bruder". (Abonnement ö. Gruppe.) Aksd emi« thea ter. Dienstag, den tv. Mai, „Weibe r feinde" von Ben W. Levy. (Abonnement l. Gruppe.) Operntheater. Mvgen, Wl Uhr, ,/Tristan und Isolde". Moderner Theater. Morgen, 8 Uhr, Premier« des Schwankes „Der müde Theodor" von Max Real und Rar Ferner. Kammerspiele. Heute, H8 Uhr aibercks, verabschiedet sich Erib: Gläßner in ,^L i s s y die K o k o t t e". Rolandbühne. Die Premiere der Kammeroperette „Meine Tochter Otto" von Fritz Gvünbaum und Willy Stevk, Musik von Leon Jessel, mit Rosy Werginz als Gast, wurde auf morgen verschoben- „Sechs Mener Theaterdirektoren suchen ein Publikum." Bvi der Samstag, den 7. ds., im Deutschen Volkschoater stattfindenden Nachtvorstellung des SchLvankes „Der Raub der S a b i n e r i n n e -n", winen sechs Wiener Theaterdirektoren mit, und zwar >der frühere Direktor des Buratheaters Hugo Thrmig, Hofrat Herterich, Dr. Beer^ Hubert M a r i f ch k a, Ludwig Körner und Franz W e n z l e r. Ferner wirken mit: Margarethe Fornes-Königswarter,-Margarethe Slezar, Anna Salten und Hans Ziegler. Die Vorstellung wird vom Verein der Freunde der Ra ti o n a lbibli oth ek veranstaltet. Gastspiel des tschechischen Schauspieles im Carltheater. Samstag den 14. Dmi eröffnet das Olmützer tschechische Schauspiel im Carltheater ein Gastspiel mit der Komödie „G r a n d- Hotel Nevada" von F. Langer. Der Bühnenverein gegen den Bottsopernverein. Der Deutschösterreichifche Bühnenvervin ersucht um Veröffentlichung folgender Feststellung: Vom Bolksopernverein wird von Herrn Strickrodt als Pachtzins für die Volksoper pro Jahr ein Betrag von S. 20.06V.— verlangt, der bis zum Betrage von S. 35.000.— ansteigen soll. Herr Intendant Strickrodt ist bereit, mehr als S. 100.000.— zu verwenden, um überaus notwendige Adaptierungsarbeiten in der Bolksoper durchzuführen. Dem gegenüber wird festgestellt, daß Direktor Beer für Adaptierungsarbeiten -in der laufenden Spielzeit ungefähr S. 40.000.— ausgegeben hat. An Pachtzins hat er an den Deutschen Bokkstheaterverein S. 700.— pro Jahr abzuführen. Ein jüdischer Schauspieler in 5 :vuo verhaftet. Wie uns aus Kowno gemeldet wird, wurde dort einer der bekanntesten jüdischen Schauspieler, das Mitglied des Kownoer genossenschaftlichen jüdischen Theaters, Herr Krem er, verhaftet. Er wird kommunistischer Propaganda beschuldigt, während es'allgemein bekannt ist, daß Kremer sich nie mit politischen Dingen Bereine. BorlrSgr «ad Bersammlungeu. HandelSvertreter-Plenarversammhmg des Gremiums Derreichischer Handelsvertreter, heute, 8 Uhr abends, im Wiener Bürgeroafe (2. Bez., Praterstraße 11). Dir Gerreralverfymmkina der Wiener Freiwilligen Rettrmgsgesellschast. Montag, 3V. Mai 1027, um 0 Uhr nachmittags, findet in der Samariterschule der Gesellschaft, 3. Bez., Radetzkystraße 1, 1. Stock, die diesjährige Generalversammlung, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rechenscha.ft^ericht pro 1026. 2. Vorlage des Rechnungsabschlusses pro'1036 und des Jahresvoranschlages Pro 1027. 3. Antrag der Kontroll-Kommisfion auf Entlastung 'des Verwaltungs-Ausschusses. 4. Wahl d«S Präsidenten und von 5 Verwaltung-- auSschußmitgliedern. 5. Allfällige Anträge. Predigten in den israelttischen Gemeindetempeln. SamStag Sei dem um Ysad Uhr beginnenden Moraengottesdienst« Bortrage, und zwar: 18. Bez., Schopenhauerftraße 30 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang); S1. Bez., HolzmeisterMe tt (Rabbiner Dr. M. Rosen mann). Samstag, um 3 Uhr nachmittags» T«g r n d ge» t te-d i en ft.

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