Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2936 (1.5.1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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M'.'. 7-.-?^ 4ör: v ^'£0^ % 3cttc 12 Men, Sonntag Wiener Morgenzeitung l. Mal 1927 Nr. 2936 Bühne und Kunst. Bolttoper. Nranfftihrung: „Ich Hab' mein .Herz in Heidelberg verloren." Diesmal kam Herr Rainer Simons rührselig. Keine nackten Höllengirls oder Strandgivls hopsten über die Bühne, sondern Student und PriWessin schwärmten einander unter Tränen an, Bierkrüge wurden geschwungen und Studentenlieder machten die Runde. „Alt-Heidelberg" ivar neu auf den Glanz hergerichtet. Die Volksoper hat ihr HerZ nicht nur an Heidelberg verloren, sondern auch an das alte VoKsstück — Text von Hardt-Warden und Löhner, musikalische Einrichtung von Fredy Raymond, der das alte Volkslied mit dem Charleston bastadiert'—, das längst keines mehr ist. Es hat nicht viel mit Kunst gemeinsam, aber es wird hoffentlich einer. notleidenden Bühne, die früher einmal eine Pflegestätte der Volksoper toar, durch Ensuite-Aufführungen über die schwierigen Sommermonate hintveghelfen. Zu dieser Prognose berechtigt die temperamentvolle Aufführung und ihr stürmischer Publrkumserfolg. Steffi Walt dt als Wirtin „Zur schönen Aussicht" ist die richtige rührselige Soubrette für ihr Borstadtpüblikum, dem fie überdies mit Virtuosität eins zu pfeifen vermag. Paula Bäck als Prinzeffin war ihre sympathische Gegenspielerin, Dr. Kroegler ein herzenbrechender Liebhaber, Otto Glaser ein Bruder Luftikus, dazu Sachverständiger für Akrobatik, Herr B a n d l e r ein feucht-fröhlicher Studiosus- Saufbruder. Josef König als Onkel vom Lande, ferner Annie Geiger, Eugen Günther und all die anderen spielten ihren Hörern zu Dank, welche über das „Gaudeamus" und die „alte Burschenherrlichkeit" in hellstes Entzücken gerieten. Ein jedes Publikum hat eben die Theaterdarbietungen, die es verdient! flb. Tanz-Matinee Katharine Edson. Theater in der Jofefstadt. Miß Edson, eine junge, schlanke Kalifornierin, ist ein tapferes Mädchen. „Eine der wenigen Weißen," wie im Programm zu lesen stand, „welche Gelegenheit hatten, die Gebräuche des Jndianerstammes der ^Hopi'-Jndianer aus eigener Anschauung kennen zu lernen, studierte sie dessen mythologisch-symbolische Tänze." Aber Miß Edson wagte sich nicht nur zu den Hopi-Jndianern vor, sondern auch an Beethovens Sonate Opus 10, Nr. 3, D-Dur heran, die sie durchtanzte, einschließlich jenes herrlichen, sehr tragischen Largo, ein Testament des Meisters, vor dem „Heiligenstädter" in Tönen geschrieben. Was die Echtheit der Jndianertänze anlangt, dürfte der Häuptling der Jndianertruppe des Herrn Direktor. Krone kompetenter sein als wir. Uns schienen sie sehr zahm und mag sie auch Miß Edson. haargenau wiedergeben — temperamentvoll gibt sie die kalifornische Dame bestimmt nicht wieder. Ihr Beethoven- Wagnis müssen wir bei aller Achtung vor dem großzügigen Unternehmen ablehnen. Nicht minder die Szene „Aus dem dunkeln Wald", die eine elementare, rassige Gestalterin erfordert. Hingegen gefiel uns die elegisch getanzte, innig gesprochene, wesenhaft geformte „Japanische Suite" sehr. Und der Schubertsche Militärmarsch gefiel allen, die bis dahin sehr zurückhaltend waren. Sie tanzte ihn mit der roten Fahne. A. Me Sammlung Mischer Volkslieder verlorengegangen. Aus Riga wird uns geschrieben: Der lettische Komponist M e l g a i l i s ist schon seit mehreren Jahren als Sammler jüdischer Volkslieder bekannt. Die letzten Wochen verbrachte er in Moskau, um seine bei der russischen geographischen Gesellschaft hinterlegte reichhaltige Sammlung jüdischer Volkslieder wieder zurückzuholen. Aus Moskau Reklame-Angebotl W> Keine Lotterie! Keine Teilung! loo Schilling in Dar zahle ich jedem ohne Ausnahme, welcher den „Lustigen Gesellschafter“ (mtl. 1 Heft a 40 g) durch Voreinsendung von S 5.— auf 1 Jahr abonniert and folgende Aufgabe richtig lost. 9 Die leeren Felder sind so auszufullen, daß so viele gerade und schräge Reihen wie möglich die Summe 15 ergeben. Die 5 maß in der Mitte stehen bleiben; darüber kommt die Zahl 9. Wahl und Anordnung der übrigen Werte sind beliebig, da es nur auf die Anzahl der erreichten Summen ankommt. Es ist daher nur eine Lösung pro Einsender erforderlich und zulässig. Sie ist znsamme. -nit einer Funfschillingnote ohne weitere Mitteilungen. aber mit genauester (I) Absenderangabe einzureichen. Die 1Q0 Sohllling erhält jeder Löser ohne Aufnahme ('also keine Teilung, Verlosung oder sonstige Verpflichtung; aber nur, wenn der ‘’^nnementaSelrag von 8 In bar belllegt. Alles andere ‘zwecklos. F. Oder leb, Verlag," .19,. zurückgekehrt, erzählte Melgailis jüdischen Journalisten, wie er dazu gekommen sei, sich für das jüdische Volkslied zu interessieren. Er war in seinen jungen Jahren Lehrer in Kaidan, wo er zum erstenmal die schönen jüdischen Volkslieder gehört hat, deren Melodien ihn so gefangen nahmen, daß er sie sogleich in Noten festhielt. Seit jener Zeit schrieb er jedes jüdisches Volkslied, das ihm zu Ohren kam, auf, und so gelang es ihm im Verlaufe der Zeit, mehr als hundert alte jüdische Melodien zu sammeln. Er war gerade daran, diese Sammlung herauszugeben, als der Weltkrieg ausbrach. Nach dem bolschewikischen Umsturz mußte er Rußland verlassen und hinterlegte einen Teil seiner musikalischen Werke, u. a. auch die gesammelten jüdischen Volkslieder, bei dem Sekretär der russischen geographischen Gesellschaft, Professor Tanjej e w. Dieser ist aber gleichfalls ins Ausland emigriert und so konnte Melgailis bei seiner letzten Anwesenheit in Moskau über das Schicksal feinet wertvollen Sammlung nichts Näheres erfahren. Aus den Theater». Operntheater. Morgen. halb 8 Uhr „Turandot" mit Paul Mari on a. G. — Dienstag „I os e fs l eg ende" und Schlagobers". Dirigent: Herr Dr. Richard Strauß als Gast. Burgtheater. Morgen, halb 8 Uhr „Trieschnbiel" Theatergemeinde Serie A, weiß). . ... Äkademietheater. Dienstag, halb 8 Uhr .zum ersten Male „Weiberseinde" („This Womän Büsmeß"), Lustspiel von Ben W. Levy, deutsch von Hans Winter. Neue Wiener Bühne. Morgen findet die letzte Aufführung von „Onkel Bernhard" mit Ludwig Stärk statt. Dienstag Uraufführung van.Felix Dörmanns „Inflatjon. in Paris". ' Kammerspiele. Erika Gläßner gastiert mit mehr bisj Donnerstag, den 5. Mai, in „Lissy, d ie Kokot te". Ab Freitag, den 6. Mai, gastiert Maria O r s k a. In der erste» Hälftkt Mai wird Leopoldine Konstantin die tveibliche Hauptrolle in „Duell der Liebe" von Lilly Hatvany spielen. Raimundtheater. Die neue Operette „Musik im Mai" von Emil Berte wurde zur Erstaufführung erworben. Stadttheater. Sigi Hofer tritt ab morgen in der Revue „Wien lacht wieder" auf. Roland bühne. Frau Rosy Werg in z wird in der Operette „Meine Tochter Otto" von Grünbaum und Stärk, Musik von Leon Jessel, die Titelrolle kreieren. Apollotheater. Morgen gastiert der berühmte Zaubermeister K a ß n e r. Außerdem reichhaltiges Varieteeprogramm. Monstrekonzert der Philharmoniker und des Sinfonieorchesters. Die Wiener Philharmonikev veranstalten Donnerstag, 6. Mai, halb 8 Uhr, genreknsam mit dem Wiener Sinfonieorchester im Großen Konzerthaussaal ein Monsterkonzert, dessen Leitung Direktor Franz Schalk übernommen hat. .Programme Handel: Concerto grosso G-Moll; Tschaikowski: 6. Sinfonie (pathetique) und Ouvertüre 1812; Rossini: „Wilhelm Tell"-Ouvertüre. Konzert Gerfon Margulies. Dienstag, den 3. Mai, gibt im Zeremoniensaal der Wiener Hofburg Oberkantor Gerfon Margulies sein diesjähriges einziges Konzert, für welches sich lebhaftes.Interesse kundgibt. Am Programm stehen Arien in italienischer Sprache und ausgewählte hebräische sowie jüdische. Lieder. Klavierbegleitung: Dr. Artur' Trinz. Än dem Konzert wirkt die Pianistin Gisa Adler mit. MltteleuroPStstls.es Dheater. Der bekannte Regisseur und Schriftsteller Dr. Friedrich Rosenthal hält über Einladung des Kulturbundes am Mittwoch, den 4. Mai 1927, um halb 8 Uhr abends, im Vortragssaal 1. Bez., Annagasse 5< einen Vortrag über „Mitteleurop ä isches Theater seit Krieg und Revolution". Gäste willkommen. Akademie für Musik und darstellende Kunst. Im Akademietheater gelangen Freitag, den 6. Mai, 7 Uhr, als Vorstellung der Akademie drei Einakter, gespielt von den Schülern der Schausvielklassen des Professors Dr. Heinz Schulbau r, zur Erstaufführung: „Die Lügenvrücke" von Auernheimer, „Nur aus Truh" von A. Baumberg und „Der weiße Fächer" von Hofmannsthal (Uraufführung) mit der Musik von Dr. Friedrich Hartmann; Tanz: G. Bodenwieser; Bühnenbild: Ferd. Moser. Herr Bernhard Mittler ersucht uns. mltzuteilen. daß er mit heutigem Tag aus dem Ensemble des „Jüdischen Künstlerkavaretts" geschieden ist. Zlate Rubin auf der Bühne. Der Skandalp'rvKeh zwischen Zlate Rubin und dem Rabbiner von Radymno ist bereits mehrfach dramatisiert worden; um die geschmackvolle Sensation reißen sich die jüdischen Btchnen. Eine dieser Bearbeitungen (von I. Ehomski, einem Journalisten) kündigt das Pariser jüdische Theater unter dem Titel „Zlate, die Rabbinerin von Radymno" als „Sensatkonspremiere" an. Oskar Straus ist aus Berlin in Paris eingetrosfen. Wie „Petit Puristen" erfährt, wird Oskar- Straus zwei seiner Werke. „Teresina" und „Walzertraum" die im Theatre des Champs Elhsees zur Aufführung gelangen, selbst dirigieren. Ei» Schalem Alechem-Fikm. Die „Sowkino"-Unternehmung in Moskau hat den Film „Die Sintflut" fertiggestellt, der nach dem gleichnamigen Roman von Schalem Alechem gedreht wurde. Die Darstellung erfolgte durch das Ensemble deS „Habimäh". Gemeindesubveutlou für das Krakauer jüdische Theater. Der Krakauer Stadtrat bat für das dortiae jüdische Theater eine ständige Jahressuvvention von 6000 Zloty vewiMgt. Zwe» Millionen Dollar für einen Giorgione. Aus Venedig wird gemeldet: Fürst GiavoneM steht wegen Verkaufes des berühmten Bi'des „Das Gewitter" von G r o r g i o n e um zwei Millionen Dollar mit einem reichen Amerikaner in Unterhandlung. J Unfete Msellonkutkenz. sttMtitttuni Dt» OinftnlictctmiiiH ms«. Mal, Aus Leserkreisen des Inlandes und Auslandes find uns viele Zuschriften zugekommen, in welchen wir ersuchwerden, durch Erstreckung des Einsendetermines für unsere Rätselkonlurrenz noch die Möglichkeit zu geben, an der Konkurrenz teilzuuehmen. Obwohl der Einlauf der Rätsel lösungen außerordentlich angewachsen ist, leben wir uns doch veranlaßt, denSinsenvetermin endgültig bis zum «.Mal zn verengern. Wir senden daher die vielfach verlangten Ersahexemplare von Nummern unseres Blattes, welche die einzelnen Rätsel enthalten, auch weiterhin ab, und es haben auch diejenigen, denen einzelne Nummern der „Wiener Morgenzeitung" zwecks Beteiligung an der Konkurrenz fehlen, noch Gelegenheit, die betreffenden Exemplare unseres Blattes bei uns zu beziehen. Strebte, BortrSge und Berfommlungen. Zionistische Bezirksseltion 6—8. — Pfadfinderbund „Zirenu". Dienstag, den 3. Mai, pünktlich um %8 Uhr abends im Vereinslokale, 8. Bez., Bennoplatz 1a, große Elternversammlung. Dagesordnung: Otto Hoch st ätzt: .„Elternhaus und Schule"; MaxSchrötter: „Unsere Sommerfahrt in Wort und Bild" (Lichtbildervortrag). Gäste herzl. willkommen. — Akademische Sektion des Verbandes der Zionisten-Revistowisten. Montag, den 2. Mai, 8 Uhr abends, Cafe Helvetia, 8. Bez., Langegasse 61, Vortrag Dr. Paul Diamant: ,Luden und Araber". Gäste willkommen. — Jngendverein „Erez Israel", 2. Bez., Zirkusgasse 33. Heute. 2 Uhr nachm. Ausflug. Treffpunkt Stadtbahnhaltestelle Schwedenbrücke. — Wiener Bet-Hamidrasch, 2. Bez., Tempelgaste 3. Heute, 5 Uhr, Lektor Dr. S. Gelb haus: „Geschichte der Inden"; 6 Uhr: Lektor Dr. S. Rubi n: „Sprüche der Väter". — Morgen, Montag, 6 Uhr, Lektor Dr. S. Rubin: Talmud. — Maimonides-Jnstitut, 3. Bez., Hetzgaste 40. Montag, 6 bis 7 Uhr, Dr. A. Kaminka: Reden des Propheten: Nachum; 7' bis 8 Uhr: Maimonides' More Nebuchim. — Dienstag, 6 Uhr, Universität, Hörsaal 17 der Philosoph. Fakultät. Eröffnung des Sommersemesters. Vortrag Dr. A Kaminka: „Der gegenwärtige Stand der wissenschaftlichen Psalmenforschung". E zweiliundertseSstmsend Me,c wurden bisher durch die Polnische Luftvcrkehrs-A.-G., Wien, 1. Bez., T egetthoffstraße 7 (Telephon 71-0-84) befördert und einige Stunden nach der Aufgabe dem Adressaten zugestellt. Ein Expreßbrief nach Polen kostet S. 1.10. Ein Luftpostbrief nur S. 0.60. Z. RATZ Atelier für feinste Herrenkleider - Lager in- und ausländischer Stoffe WIEN VII, Mariahilferstraße 96, Mezzanin - Tel. 37700 Gegründet 1906 - Teilzahlungen ohne Preisaufschlag Oie Dampfwäscherei „Habs bürg“ wSscht für Alle! Martenbad Hotel Walhalla SohlUerplatz. — Streng rituell. — Telephon 104. 1927 vollständig umgebaut, fließendes Wasser und Zentralwarmwasserheizung in allen Zimmern. Appartements mit Bad und Toilette. Erstklassiges Restaurant. Vor- und Nachsaison Pensionsarrangements zu bedeutend ermäßigten Preisen. Treffpunkt der Zionisten. Bes. G. Löwenthal. »aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaeaaaaaaaa aatj ie- Pension Vogel ws Merano Pension von Islre 30*— auswärts. Herrlicher Osteraufenthalt. für Pessadi 'u>ir<J um redifzeftyp üorbesteliung gebeten. 473321 8404