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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-30 · Heft 2935 (30.4.1927) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2935 (30.4.1927)
Date
1927-04-30
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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SBfen, SomSkag QBtetet Moege«-ettmrg M. AM 1927 «r. 3W Gefälschte Soüarnote« Sine McheM»»e Io ffiien. Im Laufe b'C'3 gestrigen Tages erstatteten zwei in der Inneren Stadt etablierte Geschäftsleute im Sicherheitsbuveau die Anzeige, daß ihnen mit ge f äl s ch ten 10- Dollar-Noten bezahlt wurde. Der Inhaber eines SilberwarengeschafteS berichtete, daß bei ihm ein j-u n g e r Mann, der gebrochen Deutsch mit englischem Akzent sprach, eine silberne Zigarettendose um 17 Schilling kaufen wollte. Als es zum Bezahlen kam, erklärte der Mann, daß er kein österreichisches Geld habe, und wollte mit einem 10-Dollar-Goldzertifikat zahlen. Dem Geschäftsmann kam das Auftreten des Fremden bedenklich vor, und er schickte den Verkäufer in eine Bank, um die Echtheit der Note prüfen zu lassen. Der Käufer wartete aber die Rückkehr des Boten nicht ab, sondern verließ fluchtartig das Geschäft. Bald daraus kanl der Verkäufer zurück und meldete, daß die Note falsch sei. Ter Mann, von dem eine genaue Personsbeschreibung vorliegt, konnte noch nicht ausgesvrscht werden. Bald darauf erstattete ein Herrenmcdegeschäftsin- ^Haber in der WollMe eine ähnliche Anzeige. In sein Geschäft war nachmittags ein Mann gekommen, der mit ihm nur englisch sprach. Er kaufte Wäsche um 29 Schilling, erklärte jedoch nur amerikanisches Geld bei sich zu haben und legte ein 10-Dollar-Goldzertifikat vor. Zu gleicher Zeit kam ein. etwa 2öjähriger, großer, glattrasierter Mann ins Geschäft, wählte einige Stücke und erklärte, er habe nicht genügend Geld bei sich und werde die Sachen am nächsten Tag holen, doch ist er bischer nicht erschienen. Der Mann sah scheinbar zufällig die Note, besichtigte sie und erklärte sie für e ch t. Gesprächsweise sagte er, daß er Bankbeamter fei, um den Wert feines Urteiles zu erhöhen. Der Geschäftsmann nahm daher die Note an und gab dem Käufer noch 41 Schilling heraus. Auch diese Note wurde als Fäl-! fchung erkannt. , Die Polizei nimmt an, daß es sich hier um eine veriDveigte Mlscherbando handelt. Vor der Annahme der-! '^iger Dollarnoten wird nachdrücklichst gewarnt. Begnadigung des TeneraMrektors Fried? Gestern waren Gerüchte verbreitet, daß der Gcj IteroEWreftot der Ankerbrotfabrik Artur FrÄ>, der bekanntlich wegen Preistreiberei zu drei Monaten Arrvst rckrd 2.4 Milliarden Kronen Geldstrafe im Jahre 1925 1 verurteilt wurde, teilweise begnadigt worden sei. Wie wir erfahren, ist bisher von einer Stattgebung des Begnadigungsgesuches, das von den drei Anwälten Frieds emgerevcht und von mehreren Wirtschastskörpevsihaften. und vom Jnduftriellcnverband befürwortet wurde, >«öchts -'bekannt. . E zweWvdettsechstausend Briese § wurdenbisher durch tüe Polnische Luftverkehrs-A.-G-, Wien, >1. Bez., T egetthoffstraße 7 (Telephon 71-0-84) befördert und einige Stunden nach der Aufgabe dem Mressaten zugestellt. Ein Expreßbrief nach Polen kostet S. 1.10. Ein Luftpostbrief nur S. 0.60. .ganzen, großen Staat noch in vollkommen mittelalterlicher!Wehe. Mußte doch der-nng^taufte Jude znm Beispiel noch!Kopfsteuer zahlen. Alsbald bekam Ugarte allerhand zu spüren. Niemand empfing mehr seine Braut. Ja selbst vor ihm verschlossen!sich die Türen, und auf der Hauptallee im Prater übersah man seinen Gruß. Er bekam Urlaub, um den er nicht gebeten hatte. Der Echzerzog tvar für ihn nicht mehr zu sprechen. Hochzeitsöeiftände sagten ab. Er lief sich die Füße wund, um hochadelige Trauzeugen zu finden. Denn, bezeichnend für ihn und seine Zeit, war es ihm unertväglich, nur einen Baron als Trauzeugen zu haben. Seme Familie arbeitete mit Hochdruck gegen ihn. Hätte es damals schon NervensanaLorien gegeben, er wäre für immer in einem solchen verschwunden. So kam der 1. Dezember 1842, der Hochzeitstag, heran. Wieder hatten am frühen Morgen zwei ungarische Grafen c&ä TrauzeuMN abgesagt, und Ugarte befand sich in heller Verzweiflung, als ihrn seine Schwester Josefa, die Stiftsdame, gemeldet wurde. Sie blieb eine Stunde lang bei ihm. Ms sie fort war, stellte sich aber Graf Klemens, bereits in der prachtvollen grün-scharlachenen Galauniform seines Regimentes, vor seinen Spiegel und schoß sich ftnit seiner Pistole in den Mund. Er starb nach zehn Minuten, ohne noch ein Wort gesprochen zu haben. Emilies Liebestraum war zu Ende. Nach Jahren vermählte sie sich, bekam viele Kinder und führte in den ersten Dezennien der Regierung Franz Josefs sin großes Haus. Der Vater Emilies aber brach unter diesem Schlag zusammen. Um jchen Preis suchte er sich wieder mit dem jüdischen Gott zu versöhnen. Er besuchte heimlich jüdische Bethäuser, und wenn die Vorsteher erfuhren, wer der vornehme alle Herr war, baten sie ihn auf den Knien, nie wieder zu erscheinen, denn auf den Rückübertvitt eines getauften Juden stand schwerer Kerker, der auch allen drohte, die ihm hiebei bchilsljch waren. Das war das alte Oesterreich! Endlich beschloß der greise Ritter von Albest nach Paris zu entstielen, wo ihn krrin GeseI daran hinderte. Seine Söhne, vornehme katholische Kavaliere, erfuhren davon, es gab fürchterliche Szenen, und auf ejnmal starb der Greis. Er wurde mit größtem! Pomp bei Sankt Äephan eingesegnet. Mor-bie bbsin -Zungen rannten von Gift WWWWWDUMWWiWMMRWMAWRAWAWWKWMWWWUWU Schneider-Atelier Heilig & a, L, KämtnerstraBe Nr. 9 % Telephon 78-1-86 Telephon 78-1-86 BnaHsdns Hbonnementsystein. A monatlich S 60*— 1 Frühjahrs-Anzug 1 Sommer* Anzug 1 Modehose 1 Frühjahrs-Rock 1 Herbst-Rock B monatlich 8 00 — 1 Frühjahrs-Anzug 1 Sommer-Anzug 1 Herbst-Anzug 1 Frühjahrs-Rock 1 Winter-Paletot 1 Modehose C monatlich 8 80'- 1 Frühjahrs-Anzug 1 Sommer-Anzug 1 Smoking- Anzug 1 Sport-Anzug 2 Hosen 1 Winter-Paletot 1 Modehose 1 Überrock Garantiert beste enai. Starte und erstklassige MaBarbelt. K eider bleiben Eigentum des Abonnenten. Aboitnementsdauer 2 Jahre. Bügeln, Reparaturen kostenlos inklusive Abholung und Zustellung. Kn Wiedersehen mit dem toten Satten i« j Kino. In einem Kino in Bad Reichenhall spielten sich gestern ergreifende Szenen ab. Vorgeführt wurde „Im weißen Rössel", die Verftlmung des bekannten Kadelburg'schen Lustspiels, dem die Witwe des kürzlich verstorbenen Bürgermeisters Söllner mit ihrem Sohn beiwohnte. Plötzlich erschien auf der Filmleinwand fröhlich lachend der tote Bürgernreister, seine gewohnte Virginier im Munde. Des Publikums bemächtigte sich große Auftegnng. Frau Söllner erlitt, als sie ihren Gatten vor sich sah, einen heftigen Weinkrampf und verlor das Bewußtsein. Es entstand eine allgemeine Verwirrung. Die Vorstellung mußte abgebrochen werden. Die Erklärung der sonderbaren Sache ist sehr einfach. Der Film wurde im vorigen Sommer in St Wolfgang gedreht, wo als Sommergast Söllner war, der einer Aufnahme zusah und auf diese Weise zufällig mit auf das Bild kam. Auf diese merkwürdige Weise konnte seine Witwe mit ihm nach Monaten ein Wiedersehen feiern .. . Der Prinz von Montenegro gegen »Sie luftige Witwe". Wlcil, 30. April. DaS Wetter. ) Gestern hat die Wetterbcfstrung überraschend sich durchgesetzt. Die Temperatur ist überraschend gestiegen und hat an vielen Stellen mehr als 10 Grad erreicht. Die Vorhersage spricht allerdings von Unsicherheit, vorübergehend warm, Neigung zu lokalen Gewittern. Stadtbahn und 'Straßenbahn am 1. Mat. Sonntag, den 1. Mat 1927 (Staatsfeiertag), wird der Betrieb der Wiener elektrischen Stadtbahn und der Wiener städtischen Straßenbahn nach 14 Uhr (ab Ring) aufgenorwmen. In der Kartenausgabekaste, 6. Bez., Rahlgaffe 3, können am 1. Mai von 14 vis 17 Uhr Zeitkarten bestellt und erneuert werden? die Fahrscheinvorverkaufsstellen sind an diesem Tage von 14 bis 18.30 Uhr geöffnet. TöVSsaN. In Neunkirchen starb dieser Tage Herr Sigmund Goldstern, Rabbtnatsvevweser, im 49. Lebensjahr eines plötzlichen Tod.es. Der Verblichene, welcher sich allgemeiner Beliebtheit erfreute, wurde unter überaus starker Beteiligung der Bevölkerung zu Grabe getragen. Beim Leichenbegängnis waren zahlreiche Vertreter der Behörden und auch Vertreter fremder Kultusgemeinden anwesend. Die Leiche wurde vom Trauerhaus in den Tempel gebracht — eine seltene und ganz besondere Ehrung —. woselbst Oberrabbiner Heinrich Weiß aus Wiener-Neustadl eine ergreifende Trauerrede hielt. Sodann wurde die Leiche am Friedhof in Neunkirchen beerdigt. Berlsin, 29. April. -Die Blätter melden cnt§ Paris: Prinz Danilv von Montenegro hat beim Pariser Gericht das Verbot eines Films beantragt, der ftir dm Ruf seiner Fcmrilie sowie die Geschichte seiner Borfahren und seines Geburtslandes beleidigend sei. Es handelt sich um einen seit längerem in .Frankreich und. andren europäischen Ländern gespielten, nach der Operette „Die lustige Witwe" gedrehten Film. Zum Verteidiger hat Prinz Danrlv Mul Bonochrr bestellt. < G B Die neuen Schlager | unserer Bücherschweame j S üpton Sinclair? A Der Sumpf ■ Hundert Prozent 2 Jimmie higgins ■ Man nennt mich ■ Ztmmermann ■ Samuel, der Suchende 5 Der Liebe Pilgerfahrt Maxim Gorki : g B Foma Gordejew m Drei Menschen b Eine Beichte b Verlorene Leute und ■ andere Erzählungen ■ Die Holzflößer und ■ andere Erzählungen S Der Industriebaron König Kohle Die Metropole Die Wechsler Nach der Sintflut 5 Bünde in Kassette 8 20.-. Märchen der Wirklichkeit Wie ein Mensch geboren ward Der Spitzel Broschiert 8 2 —, geh. S 3— pro Band. Einzelbämle: Der Industriebaron König Kohle Die Metropole Die Wechsler Nach der Sintflut In Pappe geh. je 8 4.—, in Haibieder geh. je S 5.—. f. > Ra L0W1T, tlflEH« I» Rotentwnutratte u Ein Segelslug Bayern—Tirol. Aus München wird gemeldet: Udet ist Heute ujnu 10 Uhr 33 Min. vormittags vom Abhang des Schnee»-, sernerkopses aus der Zugspitze mit dem Älpensegler „Münchener Illustrierter" gestartet und hat, obwohl der Auswind fehlte, mehrere prächtige Kurven über dem Startplatz und über dem Albsee ausgeführt; sodann steuerte er m Richtung Ehvwald (Tirol), wo er nach mehreren Schleifen und ernem 25 Minuten dauernden Flug glatt auf einer Wiese landete. V»ne Seilbahn Ma rstzell—Bürgevalpc. Am 26. d. M. wurde der Bau der Schwebebahn Mavkap zell—Bürgeralpe begonnen. Der Bahnbau 'dürfte Anfang September beendet fein. JndufttteangefieUtew-VerfichLrungMlsse („Einigkeit"). Vom April vis August beginnt die chefärztliche Sprechstunde schon um halb 8 Uhr früh. Kurplätze, wie bisher, in Bad Gastein, Pisthan, Karlsbad, Bad Hall, Schallen-, dach, Trencsen-Teplitz, Gleichenberg, Baden bei Men. Auskünfte 1. Bez., Mldpretmavkt 2, Fernruf 60-5-95 Serie. Sechzehnte österreichische Klasfenlotterie. Bei der gestem avgehaltenen Ziehung des 9t Tages der S. Klaffe gewannen: 40.000 S. das Los Nr. 35.074; 10.000 S. das Los Nr. 88.829; 9000 S. das Los Rp. 33.047; 7000 S. das Los Nr. 21.089; je 3000 S. die Lost 14.496, 34.987, 56.753, 67.500: je 2000 S. die Lost Nr. 11.061, 15.886, 34.219, 66.703, 84.045; je 1000 S. die Lost Nr. 23.284, 26.783, 28.821, 29.116, 50.178, 60.677, 63.527, 67.835, 71.865. Außerdem wurden 1978 Gewinne zwischen 500 und 160 S. ausgelost. H Friedmanns Glück ist kolossal! Schon wieder wunde der Haupttreffer der Klasfenlotterie von 40.000 Schilling von den Kunden der vom Gluck besonders begünstigten Geschäftsstelle Ludwig Friedmann, Men, 1. Bezirk, Galzgries 12, auf das Los Nr. 55.074 gewonnen. Dies ist bis nun der dritte Haupttreffer in dieser Lotterie, welcher durch die Geschäftsstelle Ludwig Friedmann, Wien, 1. Bezirk, Salmvies 16, ausgezahlt wurde, und zwar entfielen vor wenigen Tagen 100.000 Schilling auf das Los Nr. 54.534 und 30.000 Schilling aus das LoS Nr. 19.845. Durch diese kolossalen Tresferevsolge sind Friedmanns Lost sehr begehrt und Bestellungen zur 1. Klasse der 17. Lotterie schon heute dringend ratsam. Abbazla Hotcl-Penslon Koyal In schönster Lage am Meeresstrand, sonnige Zimmer mit schönster Aussicht, Bäder im Hause, Vorzügliche Küche. — Komplette Pension von Lire 35'— aufwärts. II mumiPf M»,ii ui... ml».».um ...

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