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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-29 · Heft 2934 (29.4.1927) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2934 (29.4.1927)
Date
1927-04-29
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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St’He 4 Wien, Freitag Wiener Morgenzeituirg SS. ApM 1987 Nr. 2984 ZIONISTISCHE SEKTION PRATER Der Vorstand der Zionistischen Sektion Prater gratuliert seinen Präsidenten, Herrn Direktor MOSES SCHWAOER und dessen Oattin, Frau Perle, zu dem heute stattfindenden ihres neu*€‘ bornen Sohnes. Handwerker und Kunstgewerbler der Tierwelt. Karl. M a k s i u g c r schildert in der MonatS schrift -er „Universum-Bücherei" (Berlin), „Blätter für Alle", anschaulich die Fertigkeiten der Tiere. Im Reiche der Tiere gibt es viele emsige Arbeiter und geschickte Künstler. Vor allen verdienen gewisse Arten von Vögeln Leeses Lob. Beim Nestbau zeigen sie sich als fleißige Handwerker. In manchen naturgeschichtlichen Büchern wird ihr Nestbau verglichen mit der Arbeit von Maurern, Erdarbeitern, Korbflechtern, Schneidern, Webern, Filzmachern und Zimnterleutcn. Wir wollen uns einmal diese Arbeit der Vögel beim Nestbau in einzelneir Beispielen näher cmsehen. Zu den M aiircnt unter den Vögeln gehört unsere nützliche Hausschtvalbe. Sie formt aus feuchter Erde ein kunstvolles Nest in der Gestalt des vierten Teiles eintet Kugel. Dieses Nest ist der Haltbarkeit wegen mit Strohhalmen durchzogen. Zu den Maurern sind ferner mehrere Drosseln zu rechnen, die ihre Nester in der Fornr einer Halbkugel aus Reisern flechten und dann mit Lehm' und Kuhmist ausnrauern. Außen verkleiden sie. das Nest mit Moos, und innen glatten sie es mjt faulendem Holze. Der Blauspecht sucht sich irgendeine Höhle an einem Baum; und ivenn ihm der Eingatlg zu weit ist, vermauert er ihn mit tonjger Erde bis auf ein enges Schlrrpfloch. Die Elster pflastert den Boden ihres Nestes mit einer Schicht lehmiger Erde. Noch emsiger und kunstfertiger als die Hausschwalbe ist die winzig kleine Erdschwalbe oder Uferschwalbe. Dieses unscheinbare Vögelchen gehört zu den bewunderungswürdigsten Arbeitern unter allen Tieren. Mjt seinem kleinen Schnabel und seinen zarten Füßen bohrt es fußtiefe Löcher in den Erdboden. Auch der Eisvogel ist ein tüchtiger Erdarbeiter. An einer Stelle des Ufers bohrt er eine aufsteigende Höhle hinein mit einer kleinen Rinne an jeder Seite, worin das Wasser, das ihm von Federn und Füßen abtropst, zurückfließen kann. Am Ende der Höhle befindet sich das Nest, das aus Fischgräten erbaut ist. Die Eisvögel nriihen sich paarweise zwei bis drei Wochen in emsiger Arbeit ab, bis sie sich tief genug eingegraben haben. In der Anlage deck Wasserrinne zeigen sie eine überraschende Klugheit Auch kunstfertige Korbflechter gibt es in der gefiederten Welt. Krähen, Raben und Häher flechten aus trockenen Reisern und Stengeln schöne Körbe, die mit einer bequemen Nestmulde versehen sind. Die Nester vieler Vögel weisen verschiedenartige Arbeiten zugleich auf. Die Elster versteht sich auf das Mauern ebenso ivie auf das Korbflechten. Der Grünfink, der Kernbeißer und b£e Rohrantmer verfertigen aus dürren Reisern und Halmen einen Nestkorb, worin sie dann aus Haaren, Federn und Baunrwolle eine Nestmulde formen, die noch künstlicher ist, als das Nest selber. ", Bei der Zunft der Schneider müssen wir einen fremden Vogel erwähnen. Es ist der SchnejdervoZel in Hindostan, em Vögelchen von der Größe des Zaunkönigs. Er näht ein Blatt, das er von der Erde aufhebt, an ein grünes Blatt, das noch am Baume hängt, indem er beide Ränder aufeinanderlegt, durchbohrt und mit einem zähen Halm zusammenknotet. In der so gebildeten Tasche formt er sich die Nestmulde. Aehnlich baut unser schöner Pfingstvogel oder Goldpirol sein Nest. Ein Pärchen nruß dazu zusammenarbeiten. Der eine Vogel hält einen langen Faden oder Halm an dem einen Ende fest, der andere Vogel aber flattert mit dem zweiten Ende mehrmals um einen Zweig und schürzt es fest. Auf diese Weise stellen sie zwischen einer Astgabel ein zierliches Nest her. Zementierer findet man auch unter den Vögeln. Die Salangane, eine fremdländische Schwalbe, bauen Nester, die vorr Feinschmeckern gegessen iverden. Man glaubt, daß diese Vögel Tange und andere Seepslanzen verzehren. Aus der wieder ausgewürgten Masse formen sie mit Hilfe ihres Speichels die eßbaren Nester. Andere Vögel verstehen sich auf das Gewölbebauen. Sie biäen aus Moos, Flechten und Grashalmen sehr kunstfertige Nester, die iminpr eine getvölbte, runde Form mit seitlichem Flugloch haben. Dazu gehört der liebliche kleine Zaunkönig und das Goldhähnchen, der Wasserstar und der Waldlaubvogel. Die Plattformbauer stellen die kunstlosesten Nester her. Diese Nester bestehen nur aus roh aufeinandcrgeschichteten Zweigen, Reisern und Stengeln, worauf die flache Nestmulde aus weicheren Stoffen liegt. Bon dieser Art sind die Nesterder Störche, Adler und Tauben. Welchen wir uns auch noch den Vierfüßlern zu. .Unter ihnen finden wjr ebenfalls emsige und tüchtige Arbeiter. Eine beivundernswerte Wohnung legt sich der Maubyurf an. Ihre Wände und Gänge find sauber geglättet irnb der Boden ist mit Moos, Gras und trockenen Würzelchen sehr geschickt ausgesüttett. Füchse und Dachse graben sich tiefe Röhren und Höhlen in die Erde. Auch Ratten und Mäuse bohren lange Gänge und Gewölbe in den Boden. Ser Mord am Mar. Keeskemet, 28. April. Der Kaufmann Franz Schmidt, der im vorigen Jahr den römisch-katholischen Priester Georg Magyar während eines Gottesdienstes am Altar erschossen hatte, ist zu 13 Jahren KM'ch.-tchaus verurteilt worden. Vulkane als gentralhelzung. Reykjavik, die Hauptstadt Islands, wird voraussichtlich in kurzer Zeit eine Heizung schalten, wie sie keine andere Stadt der Welt aufzuweisen hat. Er werden hier nämlich die durch vulkanische Kräfte erzeugten heißen Quellen Islands dazu verwendet, für ganz Reykjavik ein« Zentralheizung zu schaffen, die von Koks und Kohlen unabhängig ist. Island ist «bekanntlich durch die große Anzahl seiner Vulkane — es gibt hier 29 Vulkan«, darunter 7 noch tätige — unfeiner heißen Quellen ausgezeichnet. Die berühmtesten unter ihnen sind die Geifer, in denen die heiße Wassersäule bis in eine Höhe von mehr als 36 Meter steigt. DaS Wasser hat hier in der erreichbaren Tiefe deS Kanals eine Temperatur von 127 Grad. Neben diesen berühmten heißen Quellen gibt es noch eine Anzahl anderer, die sich in der Nähe von Reykjavik befinden und deren Wasier gleicherweise über 100 Grad Hitze hat. Ein gewaltiger technischer Plan ist von dem Minister Thorlakson ausgearbeitet worden, um diese heißen Quellen durch Röhren in die Stadt Reykjavik zu leiten und auf diese Wei^e eine natürliche Zentralheizung einer ganzen Stadt zu schaffen. Es wird also in des Wortes reinster Bedeutung eine Zentralheizung durch vulkanische Kräfte werden. Die Quellen liefern im Jahre ungefähr 10 Milliarden Liter Heißwasser. Auf der 6—8stündigen Uebevführungsdauer wird sich das Wasser voraussichtlich unr 20 Grccki abkühlen, so daß eS aber immer noch heiß genug ist, um auch während sehr kalter Tage in besonders harten Wintern eine genügende Heizung zu ermöglichen. Bon größter Bedeutung wird btefc Anlage auch für die Verpflegung der Bewohner werden, denn eS können durch die heißen Röhren gewaltige Gewächshäuser geheizt werden, in denen es möglich sein wird, das bisher fehlende Gemüse in diesem unfruchtbaren Lande zn erzeugen, und zwar in Massen, von denen man sich keine Vorstellung machen kann, und zu sehr billigen Preisen; denn die Heizung für die Gewächshäuser wäre ja durch die Eigenart der Heizungsursachen völlig kostenlos. Sine neue Konservierungsmethode. Die Erfindung eines Wieners. Der Wiener Universitätsprofessvr Dr. Hoch st etter hat vor langer Zeit ein Verfahren erfunden, um Menschen, Tiere und Pflanzen zu konservieren. Nach diesem Verfahren kann jeder menschliche, tierische oder pflanzliche Körper bis zum kleinsten, (sogar durchsichtige Molche), in seiner natürlichen Form, mit sejnen natürlichen Augen, Anwüchsen usw. in lebensnatürlichenFarben konserviert werden. Nunmehr hat sich das Berliner Aeternitas-Jnstitut dieser Erfindung angenommen und ist im Begriffe, da es im Besitze der Patente für die ganze Welt ist, in allen Hauptstädten der Erde Nebeninstitute zu gründen, um dann ähnlich wie bei den Bibliocheken einen Austausch der Präparate, die hauptsächlich zu Studiert- und Forschungszwecken verwertet werden sollst, zu ermöglichen. Das Berliner Aeternitas-Jnstitut hat nun gesternt Pressevertreter zu einer Konferenz geladen, wobei der Chirurtz Dr. Stadel über die Methoden des Konserviernngsverfahrens im einzelnen berichtete und an der Hand von ausgezeichneten Präparaten den Wert der Erfindung Professor Hochftetters darlegte und vor allem die Rentabüität dieses Verfahrens unterstrich. } Travmfviel und Wirklichkeit. Vor dem Zivilgericht in London findet zurzeit ein Ehescheidungsprozeß statt, der zu den originellsten Vorkommnissen an Gerichtsstelle gehört. Vor wenigen Wochen kehrte der Ingenieur John Damany ans seinem Bureau heim und fand einen Brief seiner Frau vor, die ihm anbündigto, daß sie den Abend bei einer Freundin zubringen würde. Der Gatte legte sich nach dom Essen arglos auf einen Diwan und verfiel bald in einen langen Schlaf. Im T r a u m hatte er di« Empfindung, in einen Abgrund zu fallen, und befand sich plötzlich, jäh erwachend, aus dem Fußboden des Zimmers. Aufblickend, bemerkte er jemanden auf dem Sofa im tiefsten Schlafe liegen. Er beugte sich über den Ruhenden und erkannte sich selber in dieser Lage. Der Schläfer atmete tief und hielt noch die von dem Ingenieur vor kurzem entzündete Zigarre in der Hand. Herr Damany hatte immer ein wenig Interesse für sp iriList i s ch e Angelegenheiten bewiesen, e>r nahm also an, daß eS sich hier um eine Flucht seines Astral!eibeS von seinem eigenen Ich handele. Er suggerierte nunmehr sich selber den Wunsch, zu erfahren, wo sich seine Gattin zur Zeit befände. Nach seinen Angaben sah er ein großes, mit altertümlichen Möbeln ausgestattetes Zimmer und bemerkte seine Frau tn den Armen eines ihm gänzlich unbekannten Mannes. Der Ingenieur kann nicht genau angeben, wie lange diese Vision andauerte, er erinnert sich aber ganz deutlich, daß er plötzlich wieder sein Arbeitszimmer vor sich sah und sich i n einem Fauteuil, mit einer Zigarre in der Hand, befand, die im Verlöschen war. Sein Erwachen war mit heftigem Kopfschmerz und einer großen Benommenheit verbunden. Nach einigen Augenblicken des Nachdenkens verwies er das gehabte Erlebnis in das Reich der Träume und sein Uebelbefinden brachte er mit dom etwas qualmenden Stubenofen in Verbindung. Unverständlich war ihm aber seine veränderte Körperlage, da er vor dem Traum auf dem Diwan lag und beim Erwachen sich in einem Sessel sitzend vovfand. Die nächste Zeit brachte sehr unangenehme körperliche Beschwerden für Mister Dflmgny. Er magerte sichtlich ab, litt an Appetitlosigkeit und gab ans alle diesbezüglichen Fragen seiner Gattin nur ausweichmde 'Antworten. Eines Tages erzählte er ihr den abendlichen Vorfall und setzte hinzu, daß er sie darpit keineswegs des Ehebruches bezichtigen wolle. Mrs. Damany nimnnmiimminminmtmimiiiiHmmtmmiiimnmtnmiiiiimfnunnmmiinmunnmtHniiiiiiHtmmnimM y Halowan -g bringt für die heurige Frühjahrssaison fifterüangs-lMfcc in den herrlichsten Farben, neuesten Dessins, modernsten Schnitten, durchwegs auf Seide gearbeitet, In allen Größen, zum Preis von $ 160 — iiiiiiitiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiniiiiiiiiiiiiiiiiuiniiiuiiiiHiHiuiiiiiiiMiiiiHuiuiia warf dem Gatten grundlose Eifersucht vor und fragte ironöch, wie denn das Innere des Zimmers, von dem er fasele, möbliert gewesen fei. Mit aller Genauigkeit entwarf der Ingenieur eine Beschreibung der Möblierung. Als er dabei erwähnt«, daß über dem Kamin ein alter Stich, die Schlacht von Trafalgar darstellend, hing, war eS mit der Selbstbeherrschung seiner Gattin zu Ende; sie schrie auf und verließ fluchtartig das Zimmer. Der Ehemann sah dieses Benehmen als Schuldbekenntnis an und beschloß, am nächsten Tage feinen Advokaten aufzusuchen, um mit ihm über eine Scheidung zu konferieren. Am nächstfolgenden Morgen war Mrs. Damany verschwunden. Der Ingenieur beauftragte einen Detektiv, die Spuren seiner Frau zu verfolgen, der sie auch schon nach wenigen Tagen in einem Hotel auf der Insel Wight ausfindig machte. Der Gatte wurde nunmehr telegraphisch ausgefordert, dorthin zu kommen, und erkannte auf dem Schiff, das ihn hinüberführte, den in seinem Traumbild« erblickten Galan seiner Frau. Er besaß Geistesgegenwart genug, um sich durch keine Miene zu verraten. Wenige Stunden später konnte er ein neues Stelldichein Machen den beiden Liebenden, diesmal durch realere Tatsachen unterstützt, feststellen. Jetzt hatte er Material genug, um die Scheidungsklage anzustrengen. Obzwar es den englischen Zeitungen seit einiger Zeit nahegelegt ist, Wer Scheidungsaffären nach Möglichkeit nicht zu berichten, so ist doch ^dieser Fall in die Oeffentlichkeit gedrungen. ßin mooernes hebrNIcher Lehrbuch. Mit dem Wachsen der zionistischen Bewegung wächst daS Bedürfnis nach Kenntnis der hebräischen Sprache. Die jüdische Intelligenz, vornehmlich die westliche, die ein sehr intensives Bedürfnis in dieser Hinsicht besitzt, befand sich in einem tragischen Zustand: Die Erlernung der hebräischen Sprache stieß bei ihr auf sehr große Schwierigkeiten, weil der hebräische Sprachtypus so grundverschieden ist vom europäischen und daher beim Lernen keine Anknüpfungspunkte für sie vorhanden war. Wäre ein modernes Lehrbuch, das den Geschmack eines zionistischen Intelligenzlers hätte befriedigen können, vorhanden gewesen, so hätten sich gewiß hunderte von Zionisten im Westen bereits die Kenntnis der hebräischen Sprache angeeignet. Und wir hätten bereits einen breiteren hebräischen Leserkreis, eine materielle und geistige Befreiung für die hebräische Literatur unserer Tage. Die Zionistische Bereinigung für Deutschland hat nun ein neues hebräisches Lehrbuch herausgebracht. Der Verfasser ist David Joses Bornstein, der einige Jahre in Wien gelebt und von da nach Deutschland 'bezogen wurde, um das so dt'mgend benötigte Buch zu schreiben. Wir dürfen das Buch als sehr gelungen bezeichnen. Eines seiner Hauptvorzüge ist — und darin ist es im gewissen Sinne ein Novum —, daß es den Niknd, die Lehre von der Bokalisierung, sehr systematisch und gründlich behandelt. Man huldigte in hebräischen Kreisen der Meinung, daß die Vokalisierung der hebräischen Worte keine sehr wichtige Sache sei. Mit Unrecht: Wir halten die Zeit längst für gekommen, daß die Anarchie in der Hinsicht aufhöre. Der Lernende soll vom ersten Momente an daran gewöhnt werden, richtig auszusprechen. Wir sind überzeugt, daß z. B. durch die richtige Aussprache des Dagesch (Verdopplung des Konsonanten) und des schwa-na sowie der offenen Silben unsere Sprache allmählich jenen natürlich schönen Klang wieder erhalten wird, der ihr im Golus verloren gegangen ist. Die Texte zu den Uebungen sind geradezu als künstlerisch wertvoll zu bezeichnen. Gleich in den Anfangslektionen wird sehr interessanter Lehrstoff geboten. Der Verfasser, hat sich mit Erfolg bemüht, einen vereinheitlichten hebräischen Stil zu bieten, der die Primitivität des biblischen mit dem gereisten der nachbiblischen Sprache zu einer organischen Einheit verbindet. Der Lehrstoff wird systematisch und gründlich sukzessive in lebendiger Form davgeboten. In den Lesetexten ist auch das Bestreben erkennbar, den Lernenden mit der jüdischen Tradition als mit einer jüdischen Selbstverständlichkeit zu verknüpfen. Auf die Verläßlichkeit der Texte in grammatischer und orthographischer Hinsicht ist viel Sorgfalt verwendet worden, was man leider nicht von vielen Michern dieser Art behaupten kann. Der Lernende wie auch der Lehrer erhalten kein durchschnittliches Lehrbuch. Ich habe das Gefühl, daß sich derjenige Lernende, der sich ernstlich an das Studium des Buches macht, nach Absolvierung desselben wird jagen dürfen: Der Weg zur hebräischen Kultur ist mir geöffnet. Denn — das muß uns klar sein — die Kenntnis der hebräischen Sprache ist bloß das Eintrittsbillet in den Tempel unserer Kultur. Sind wir erst eingetreten, beginnt erst die freudige Arbeit des Sehens und de> Anf-stch-ejnwirken-lassens. Dr. Chaim Tartakower.

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