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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-27 · Heft 2932 (27.4.1927) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2932 (27.4.1927)
Date
1927-04-27
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8932 Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitnng 27. April 1927 6efte S diese Worie gelesen, als er mit dem Kukri (dem kuninne» Messer -er GurkhaS, das auS dem Krieg lxlaimc ist), einige Stiche in Kopf und Hals erhielt. Ter Mvroec wurde durch dir Diener des Ermordeten seftgenoinmen. Hiralal starb nach ein paar Tagen im Krankenhause. Der Grund zu der Tat war folgender: Der Polizeivorstand vo«l Kalkutta hatte am 16. Jänner einen Brief eines nepalesischen Mädchens namens N a j k u m a r i erhalten, einer jungen Frau auS ftirftlichem Geblüte,, in dein sie schrieb, daß sie, 16 Jahre alt, aus Nepal entführt worden sei; von dort sei sie nach Benares und später nach Kalkutta gebracht tvordcn, wo sie für 1500 Rupien an .Hicalal Agarwala verkauft worden sei. In dessen Hause sei sie einem Leben dev Schande ausgeliefert. Runs besteht in Kalkutta eine Vereinigung, „Gurkha Samaj" genannt, »reiche den Zweck hat, die Interessen der in Kalkutta lebenden Nepalesen zu vertreten. Der des Mordes angeklagte Student war der Sekretär dieser Vereinigung. Nach den Untersuchunegn ergab sich, daß di« junge Frau eine Halbschwester d«S Angeklagten war. Die Entführte tvurde am 22. Februar nach dem Krankenhaus von Dufferin gebracht, und wenige Tage später fattd der Mord statt. Kharag wurde von fünf der bekanntesten Advokaten von Kalkutta verteidigt, aber schließlich zu acht Jahre n Zucht Halls verurteilt. Man erwartet jedoch, daß er vom Bizekünig begnadigt wird. „S, welch' schönes Mädchen." Mit vieler Mühe war es zwei Kriminalbeamten gelungen, Mr. Eduard San Martin Balsas, der wegen seiner Autodieb stähle zu den gesuchtesten Persönlichkeiten von Paris gehörte, endlich habhaft zu werden. Man setzte ihn hinter Schloß und Riegel und in der vor einigen Tagen stattgefundenen Verhandlung wurde Balsa zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Als er dann in Begleitung eines Gefangenenaufsehers durch die Gänge des Justtzpalastes geführt wurde, kanten sie an der offenen Tür eines Sitzungssaales vorbei, in dem gerade eine Verhandlung stattsand. Balsa warf einen Blick in den Saal, danll wandte er sich im Gehen noch einmal um und rief ganz begeistert aus: „O, welch schönes Mädchen!" Gesängnisnmrter sind zwar Beamte, aber auch in dieser Eigenschaft haberi sie sich den Sinrr für Schöltheit bewahrt. Der Wärter, der Balsa geleitete, wandte sich daher uirt, um ebenfalls den Anblick dieses schönen Mädchens zu gerrießen, dessen Reiz seinen Gefangenen zu einem so begeistrctcn Ausruf veranlaßt hatte. Aber so scharf, er auch hinsah, ein schönes Mädchen konnte er nicht erblicken; es war keines da und als er sich wieder umwandte, bemerkte er zu seinen! Schrecken, daß er auch den seiner Obhut anvertrauten Gefangenen nicht mehr erblicken konnte. Balsa hatte den kurzen Augenblick, den die Aufmerksamkeit seines Begleiters von seiner Person abgelenkt war, dazu benützt, geräuschlos zu verschivinden. Jetzt sucht die Polizei von neuem eifrig nach dem frechen Automarder. zoologische Brrglelche im Parlament. Im englischen Unterhaus gab es kürzlich eine erregte Geschäftsordnungsdebatte über die Zulässigkeit zoologischer Vergleiche für die Mitglieder des hohen Hauses. Ein Abgeordneter hatte einen Kollegen mit Stinktier tituliert, ein Ausdruck, der dem Redner einen Ordarungsruf eintrug. Der Abgeordnete erhob jedoch gegen die Rüge Protest und behauptete, in den Arhtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts sei sogar Chamberlain von Lord Churchill mit cinem Dochts verglichen morden, ohne daß dieser Vergleich dem Redner einen Ordnungsruf eingetragen hätte; zwischen einem Dachs und einem Stinktier aber bestehe hinsichtlich der Anrüchigkeit nur ein ganz geringer Gradunterschied. Man einigte sich schließlich dahin, daß eine Kommission zusammcntrat, die diesen und ähnliche Fälle von zoologischen Vergleichen in den alten Parlamentsprotokollen nachprüfte. Schließlich aber behielt ttotzdem der „Speaker" recht, und der Vergleich mtt einem Stinktier ist damit ein für allemal als unparlamentarisch gegeißcllt. «cxxx?<xxxxxxx)vov«xxxxxxxxxxxxxx)Oexxxxx Bezugspreise der „Wiener Morgenzeitung“: Monatlich Wien und Oesterreich.. . . . 8 5 — Tschechoslowakische Republik.ÖK 22— Jugoslawien ..Dinar 60'— Polen. Zloty 6 — Deutschland.. Qoldmark 4'— Frankreich, Belgien.Frcs 35 — Italien.Lire 20'- Rumänlen.. Lei 170 — Bulgarien ... . ... Lewa 100*— Amerika. Dollar 1'— Schweiz und das übrige Ausland . ..Frcs 5'— Oesterr. Postsparkascenkonto 150,693. cxxxxxx)0<x»000000c300cxx>00000000cx)00000 Maisafener HEILIG ft Cft, I.. Käminerstraße Abonsnemenl-Prospekle 9 Telephon 78-1*86 Telephon 78-1-86 A: MONATLICH s so - 1 Frühjahrsanzug 1 Modehose 1 1 Sommeranzug 1 Frühjahfsrock 1 1 Herbstrock 1 ABONNEMENT-DAUER MONATLICH S 60— Frühjahrsanzug 1 Frühjahrsrock 1 Sommeranzug 1 Winterpaletot 1 Herbstanzug 1 Modehose 1 ZWEI | ÄHRE 1 C: MONATLICH S 60- Frühjahrsanzug 2 Hosen Sommeranzug 1 Winterpaletot Smokinganzug 1 Modehose Sportanzug 1 Ueberrock Kleider bleiben Eigentum des Abonnenten. — Bügeln, Reparaturen kostenlos inklusive Abholung und luslellung. — Garantiert beste englische Stoffe und erstklassige Haßarbeit. Das Wetter. Wien, 27. ApriL Tie Wetterlage ist unverändert geblieben. Die starken Winde haben eine kceine Abkühlung gebracht. Die Vorhersage lautet: Andauern des unbeständigen Wetters. Tödlicher Autounfall eines zwölfjährigen Knaben. Gestern nachmittags wurde der zwölfjährige Schüler Alois Kolar auf der Fahrt mit seinem Fahrrad an der Kreuzung der Papvenhrimgassc und Leipzigerstraße von einem Spritzauto der Gemeinde Wien, das der Chauffeur Sandor Stroummer lenkte, niederaestoßen und überfahren. Der Knabe erlitt eine vollständige Zertrümmerung des Schädeldaches mit GchirnauStritt und verschied noch vor Eintreffen der Rcttungsgesellschaft. Die Berlchuldcnssrage konnte noch nicht aufgeklärt werden. Fenstersturz eines Schülers. Gestern um 8/<ilO Uhr vormittags stürzte aus einem offenen Fenster des Klosetts im zweiten Stock des Bundes-Realghmnasiums in der Älbertgasse der zwölfjährige Schüler der 3b-Klasse Wokgang W., Sohn eines im 8. Bezirk wohnhaften Arztes, in den Hof und erlitt mehrfache Rippenbrüche und innere Verletzungen. Der Knabe hat sich beim Hinausschen zu weit vorgebeugt, verlor das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe. Das Auto des Schauspielers Treunmnn gestohlen und wiedergesunden. Dem bekannten Schauspieler am Theater an der Wien Louis Treumann wurde gestern ftüh sein zweisitziger Renaultwagen mit dem Autokennzeichen A624 gestohlen. Das Nagenu. Darmleidende nehmen mit bestem Erfolge „BOLUCARBON“, zusammengesetzte Tierkohle-Tabletten. Bolucarbon, von ärztlichen Autoritäten empfohlen, bestbewährt bei Blähungen- Aufstoßen, akuten und chronischen Magen- und Darmbeschwerden etc., sind in der Apotheke C. BRADY, Wien, 1., Rotenturmstraße 18, Ecke Fleischmarkt, stets lagernd, wo auch Literatur gratis erhältlich ist. Postversand überallhin. Auto wurde abends in Lang-Enzersdorf führerlos aufgefunden. Die Erhebungen nach dem Täter blieben bisher erfolglos. Die hebräischen Litergturrurfe an der Universität (Hörsaal 17 der Philosoph. Fakultät) im Sommersemester 1927, über deren Einrichtung wir bereits berichteten, werden am 3. Mai, 6 Uhr abends, in der Universität eröffnet (Hörsaal 17) und sollen jeden Dienstag, 6—7 und 7—8, stattfinden, und zwar: eine 'Stunde biblische Literatur unter Berücksichtigung der Septuaginta und der modernen bibelkritischen Hypothesen; eine Stunde nelihebräische Literatur (entweder Einführung in Mischna und Talmud oder neuh>ebräische Dichtung). Als Hörer sind zugelassenr 1. Immatrikulierte Sttidierende aller Hochschulen; 2. Freunde der biblischen und der neuhebräischen Studien, die sich beim Leiter anmelden. Die Kurse, die Herr Rabbiner Dr. Kaminka liest, sind unentgeltl i di. Freiwillige Beiträge können der Verwaltung des Maimonides-Jnstitutes zugeführt werden. Großer Einbruch bei einem Juwelier in Preßbnrg. Nach einer Mitteilung der Polizeidirektion in Preßburg an das Wiener Sicherheitsbureau wurde gestern mittags zwischen 1 und 2 Uhr von verwegenen Einbrechern die Auslage des Juweliers O h e-r in Preßburg, Dürre Mautgasse, mittels Nachschlüssel geöffnet und aus dem Schaufenster Pretiosen im Werte von 70.000 Kc. entwendet. Aus die Zustandebringnng ist eine Belohnung von 6000 Kc. ausgesetzt. Antijüdische Ausschreitungen in Warschau. Im Warschauer „Sächsischen Garten" wurden kürzlich jüdische Spaziergänger von Huligans überfallen und schiver mißhandelt. Nur wenige der Exzedenten konnten von der Polizei gefaßt und festgesteltt werden. Man zählt zehn mehr oder minder schwerverletzte Juden. Eine Aktion für' den jüdischen NatlonalsondS in den rcfcfti* böhmischen Kurorten. Man schreibt uns aus Karlsbad: Die in den letzten Jahren vielfach während der Sommermonate mit Erfolg durchgeführten Aktionen in den verschiedenen Ländern haben nunmehr das Hauptbureau des Keren Kajenreth veranlaßt, eine Zentralstelle für. Kurortpropaganda vor allem in der Tschechoslowakei zu schaffen. Die Vorbereitungen für die großzügige Knrorteaktlon sind in vollen! Gang. In den Kurorten Karlsbad, Marienbad, Franzcnsbad, Teplih-Schönau und Joachimsthal wird die Kurorteaktion durch Blumentage, Tombolas und gesellige Veranstaltungen unsere zionistischen Freunde aus dein Ausland mit der arveitsfreudigen Jugend in den Bädern in Berührung bringen. Anläßlich Herzls Todestag werden in sämtlichen Bädern Herzl-Feiern veranstaltet werden, unter Heranziehung der prominentesten Persönlichkeiten unserer Bewegung. Ferner wird in diesem Jahr die in Karlsbad „geborene" Sammeltasche „Juri" Dr. Walter Kohners unseren zionistischen Freunden als Werve- und Agitationsmittel zur Verfügung stehen. Selbstverständlich werden die alten Einrichtungen der Frühstücks'- tische und geselligen Zusammenkünfte auch weiterhin ausrechtevhalten. Auch für die ostböhmischen, schlesischen und slowakischen Kurorte ist ebenfalls eine umfassende Aktion geplant. Ein Erfolg kann jedoch nur dann erzielt werden, wenn alle zionistischen Freunde aus dem Ausland während ihres Aufenthaltes in einem dieser Orte den A-ch"''-?rn mit Rat und Tat zur Seite stchen. Das schnellste Wesen der Welt. Ein englischer Gelehrter hat eingehend den Flugiuechanisnlus einer siidamerikanischen Fliege studiert, die als G-phenemhia bekannt ist. Er nennt dieses Tier daN schnellste Wesen der Welt, denn diese Fliege legt in einer Stunde 1230 Kilometer zurück, also etwa 350 Meter in der Sekunde, und mit dieser ungeheuren Kraft, die in chrem leichten Körper aufgespeichert ist, bewegt sie sich so leise dahifn, daß man sie nur wie einen Punkt vorüberschießen sieht. Wäre der Mensch imstande, einen ähnlichen Flugapparat für sich herzuftellen, dann würde sich der Schnelligkeitsrekord unserer Flugzeuge, der 460 Kilon'-ter m der Stunde beträgt, fast verdreifachen lassen. Sechzehnte österreichische Klassenlotterie. Bei der am 36. Llpril 1927 abgehaltenen Ziehung des 6. Tages der 5. Klasse gewannen: 20.000 S. das LvV Nr. 2699; 16.000 S. das Los Nr. 91.407; je 9000 S. die Lose Nr. 58.973, 83.913; 4000 S. das LO Nr. 75.337;- je 3000 S. die Lose Nr. 4450, 67.509, 61.782, 84.580; 2000 S. das Los Nr. 11.734; je 1000 S. die Lose Np. 27.478, 49.626, 54.872, 59.748. Außerdem wurden 2486 Gewinne zwischen 500 und 160 S. ausgelost. E Frühes Altern und Siechtum sind in dex heutigen Zeit keine seltenen Erscheinungen. Durch rechtzeitige Behandlung mit R a d i o >s k! e ri >n wird die Blutzirkulation in .-den Pulsadern gefördert und die Kabkablaaerung verhindert. Me Reinigung und Verdünnung des Blutes,, die Erlangung der nötigen Elastizität der verkalkten Adern und die Erhaltung der ArveitÄraft sind die Hauplwirkungen des Nadiosilcrins. Der. Nadiumgohalt rvird amtlich überprüft. Hauptdepot: Apotheke-"Bo her, 1., Wollzeich II. E Gratis erhält jeder Kunde unserer Wirtschastsabteiluug (Tiefparterre), diese Woche eine Original-Dose des bekannten Waschmittel? „Tos". A. Gerngrotz Aktiengesellschaft. Austritte aus dem Judentum. Ester Lea Rekler, 14. Dezember 1668, Brody, I., keine Adresse angegeben; Robert Gruber, 26. März 1856, Wien, gesch., 4. Bez., Starhemberggasse 29; Walter Brod, 2. Dezember 1890, Wien, verh., 6. Bvz^ Kasernengasse 9; Alfred Clain, 24 September 1699, Campina, 2. Bez., Berchtoldgasse 19; Berta Steiner, 24. August 1684, Jstoanfalu, verh., 7. Bez., Westbahnst ratze 46; Gatte Max Steiner, 22. Dezember 1879, JanoS Blaza, verh., selbe Adresse; Friedrich Schiller/ 25. Dezember 1905 M.-Ostrau, 7. Bez., Burggasse 119; Elisabeth Benedikt, geb. Ormos, 21. Juli 1896, Pretzburg, verh., 19. Bez., Grinz-ingerstrvtze 42; Gatte Otto Benedikt, Ing., 18. Mai 1697, Budapest, verh., selbe Adresse; Emilie Schlesinger, geb. Anspitzer, 4. April 1905, Wien, 18. Bez., Pötzlemsdorferstratze 25; Josef Rudolf Riüac, 23. April 1685, Wien, verh., 20. Bez., Wallensteinstratze 5; Marie Sobotka, 8. Februar 1900, Wien, I., 17. Bez., Geschwandtnergasse 4. Irma Brüder, 6. Juni 1904, Linz, l., 17. Bez., Rokitans'kygasse 11; Isidor Pudles, 26. Dezember 1906, Wien, l., 16. Bez., Friedrich-Kaiser-Gasse 32; Salamon Pud les. 21. April 1696, Wien, l., selbe Adresse; Erich Jellinek, 11. August 1906, l., 2. Bez., Gabelsbergergasse 2; Josef Mandelbaum, 2. Dezember 1896, Budapest, l., 3. Bez, Arenbergring 1; Friedrich Kotz, 27. Febr'!--!!X>5, Wien, led., 2. Bez., Hanunerpurgstallgasse 4. * WIENER STADTBRAU DIE FÜHRENDE MARKE

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