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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-22 · Heft 2927 (22.4.1927) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2927 (22.4.1927)
Date
1927-04-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Freitag Wiener Msrgenzettrmg 22. April 1927 Nr. 2927 wissenschastUcheit Revue „Science and Invention" allen Ernstes den Vorschlag machte, die modernen Arbeitsweisen der Expevinrentalpsychologie, die ja heute schon in der Berufseignungsuntersuchung eine bedeutende Rolle spiele!», auch für den schwer« sden Beruf — die Ehe — als Prüfstein heranzuziehen. Man müsst! den Grad der gegenseitigen Neigung und Wesensart vorher gen« feftsteUen, dann werden bittere Enttäuschungen und tut. rermeitNche Ehescheidungen leicht aus der Welt zu schaffest sein. Man muß schon sagen, daß Gernsback dabei rech: gründlich '.ergeht. Mit seinem Apparat, den er ,LiebeSmesser" betit-elw, er den Grad der Erregung fest, den bei den Partnern ei:: Kuß, eine Umarmung oder eine andere Zärtlichkeitsbezeuguug verursacht, und daraus zieht er dann Schlüsse über die Starke! der gegenseitigen Neigung und ihre Dauerhaftigkeit. Gernsback rückt seinem, allerdings originellen Pvoblem mit wissenschaftlicher Gründlichkeit zu Leibe. Und wenn er sich trotz sphygmograph in seinen Prognosen nicht irrt, dann sind wir allerdings künftig um Ehescheidungsprozesse und den Typus der „unverstandenen Frau" ärmer. Bis dahin aber wollen wir doch noch iit Demut und Gleichmut abwarten! Sin Antonnfall Achitscheria«. Paris, 21. Atpräl. Der russische Volksloinrnissär für Aeußeves Tschit scher in, der sich gegenwärtig in Saint Raphael an der Tote d'Aznr anfhält, erlitt gestern in der Ortschaft Thecule einen Antonnfall. DaS Automobil lvurde fast vollständig zertrümmert, doch blieb Tschitscherin selbst unverletzt. Der gestrige Sturm. Der am gestrigen Vormittag herrschende heftige Wind hat einige Baugebrechen zur Folge gehabt, so daß «die städtische. Feuerwehr einige Mule zur Intervention ausfahren mußtq. So war am Dache des Hauses in der Nußdorferstvaße 21 ein Wcchlreklameschild beschädigt worden und einige große Buchstaben fielen m die Tiefe. In der Le opold ftadt und in Favoriten gab es mehrere bauliche Beschädigungen, die gleichfalls durch die Feuerwehr behoben wurden. — Im Lokale des Konsumvereines der Südbahnangestellten riß der Sturm ein. Oberlicht^ senster aus den Angeln und schleuderte es in den Verkaufsraum, wo es die Magazineursgattin Kre pelka am Kopfe traf, so daß sie mit erheblichen Verletzungen in das Wisdeml: Krankenhaus gebracht werden mußte. E lleSerbringer-ZtmMcher und Prämieneiulagebücher ver Sefteneichilchrn Poftsparkafse. Neben den bisherigen Einlagebüchern, die auf Namen bauen und hei Behebungen und anderen Anlässen -den jJdentitäts- . Nachweis des Einlegers, insbesondere durch seine Untorschrist, erfordern, gibt die Oesterreichischr Postsparkasse vom 22. April an auch Ueberbringer-Sparbücher und Prämieneinlagebücher aus. Dia Ueberbringer-Sparbücher sind Einlagebücher von gleicher Art wie die Einlagebücher der anderen österreichischen Sparkasjan lmd der österreichischen Banken. Auch das Ueberbringer-Sparbuch hat auf einen Namen zu lauten, es wird aber nicht geprüft, ob der angegebene Name der Name des Einlegers öder des Eigentümers der Einlage ist. Der Vorweiser d«2 Ueberbringer-Sparbuchs wird als berechtigter Inhaber angesehen; gegen Mißbräuche kann sich der Eigentümer, wenn -ec es für wünschenswert oder notwendig hält, durch Wahl eines Losungswortes schützen. Die Einlagen auf Ueberbringer-Sparbücher werden derzeit mit 4 Prozent verzinst. Die Verzinsung wird ton Dem der Einlage folgenden Werktage bis zu dem der Behebung vorangehenden Werktage geleistet. .Beträge, bis zu 10.000 Schilling werden ohne Küirdigung zurückgezahlt, für Beträge über 10.000 Schilling bis zu 100.000 Schilling! wird eine siebentägige, für Beträge über 100.000 fSchilling eine 14tägige Kündiguttg gefordert. Für Einlagen von 500 Schilling aufwärts ftmn mit dem Postsparkassenamt eine dreimonatige Bindung vereinbart werden; hl diesem Falle zahlt die Postsparkasse derzeit 5 Prozent Zinsen Ein« Besonderheit und eine besondere Art der Ueberbringer- Sparbücher sind die Prämieneinlagebücher, mit deren Ausgabe die Oesterreichischü Postsparkasse ebenfalls am 22. April beginnt. Für die Einlagen auf Prämieneinlagebücher werden nur 3 Prrtzent Zinsen geleistet; als Ersatz für diese geringere Verzinsung nehmen Prämieneinlagebücher, bei denen die Einlage während des ganzen Prämienjahres mindestens 300 Schilling betragen, hat, nach Ablauf des Prämienjahres an einer Prämienauslosung teil. Die Prämieneinlagebücher werden in Reihen (Serien) geteilt; die erste Reihe umfaßt 10.000 Prämieneinlagobücher, für die 186 Prämien ausgesetzt sind, davon eine zu 10.000 Schilling, 15 zu 300 Schilling, 20 zu 200 Schilling, 50 zu 100 Schilling und 100 zu 60 Schilling. Die Prämien werden ohne jeden Abzug ausgezahlt. Das Prämienjahr für die erste Reihe beginnt schon am 1. Juni 1927 und endet mit 31. Mai 1928. Die PrämietbauSlosung erfolgt am 31. Mai 1928. Für den Teil der Einlagen auf Prämie,reinlagebücher, der die Mindesteiniage von 300 Schilling übersteigt, werden, wie für Einlagen auf Ueberbringerbücher, derzeit 4 Prozent Zinsen, vergütet. Im übrigen gelten für Prämieneinlagebücher dieselben Bestimmungen wie für Ueberbringerbücher. Die Ueberbringer-Sparbücher und die Prämieneinlag ebücher werden nur beim Postsparkasfenamt in Wien ausgegeben, sie können jedoch bei jedem Postamt bestellt werden und O können bei jedem Postamt mittels besonderer Einzahlungsscheine, die Sei den Postämtern vorrätig gehalten und unentgeltlich ausgefolgt worden, Einlagen auf Ueberbringer- und Prämienbücher geleistet werden. Alle Arten von Einlagebücher» der Oesterreichischsn Postsparkasse sind rentensteuerfrei. Für di« 'Einlagen und für die Prämien haftet der Bund in vollem Umfang.; / Wien, 13. April. „Qodtteft". DaS Wort wird in dieser Wahlkampagne arg strapaziert. So oft es gebraucht wird, steht es in Beziehung zu den jüdischen Wählern und will sie von der Mieschen Partei abziehen. Wenn sie jüdisch wählen, behauptet die Seipelsche Eirrheitzliste, so dienen sje indirekt dev" Sozialdemokratie. Wenn sie jüdisch mähen, so sagen die werktätigen HauSjuden, dienen sie indirekt der Seipelschen Einheitsliste. Der Tanz um die Juden geht also lustig weiter und die geehrten jüdischen Mitbürger stehen jetzt hock) im Kurs. Nur noch «wenige.Tage, dann wird die Hausse in Judenstimmen einer furchtbaren Baisse Platz machen und die eine Partei wird der anderen vorioqrs>en, daß sie direkt eine Judenpartei sei. Wahlwitze machen jetzt die Runde. — Fragt ein geschätzter Wähler den anderen: „Wie wirst du wühlen? Rot oder Schwarz?" — „Ich werde anständige Menschen wälzen," repliziert der Angesprochene. — „Dummkopf," schreit' der erste, „deinetwegen wird man eine neue Partei gründen!" — Und' doch! Der jüdische Wähler braucht nicht weit zu gehen, er sehe nur direkt geradeaus, nicht nach rechts, nicht nach links. Die Partei der anständigen Menschen wird für ihn nicht allzu schwer zu finden sein. Die jüdischen Kandidaten hatten nichts mit Wölkersdorf, nichts mit der Postsparkasse, nichts mit der, Deutschen Bodenvank, nichts mit Bösel, nichts mit dem Arsenal, nichts mit Blumau, Fischamend und wie die Schandflecke auf der schwarzen und roten Ehre noch heißen mö^en, zu tun. Sie sind die ehrlichen, aufrechten und anständigen Menschen, die der jüdische, Wähler braucht, um ihnen ohne Bange seine Bettrctung anzuvertranen. Wir haben ein direktes Wahlrecht. Wählen wir also direkt die jüdischen Kandidaten und nicht indirekt schwarze und rote Antisemiten. Der direkte Weg ist doch der beste. Der jüdische Wähler wird die Richtigkeit dieser Binsenwahrheit erkennen und Sonntag direkt auf sein. Ziel loSsteuern. Das Wetter. . < •" t Dis Besserung des Wetters hat nicht' ailgehalten. Die Temperatur ist zwar, noch weiter gestiegen, doch hat' ein Sturift, dem nachmittags Regen folgte, das schöne Wetter wieder bceiilträchtigt. Die Vorhersage lautet: Veränderlich, Niederschläge, Temperaturabnahme, starke nordwestliche Wind' ° Flußsand 5 Gramm Gold und 12 »Gramm Silber gefunden. In diesen Tagen wird sich eine spezielle Kommission mjt diesen Funden befasien. Die polnisch« Emigration im Jahre 1926. em vergangenen Jahre sind aus Polen insgesamt 8 Personen ausgewandert, davon 117.136 nach dem . übrigen .Europa und 49.457 .nach?überseeischen Landern. Die meisten Emigranten suchten Frankreich auf (n3.5H4), dann folgen Deutschland (43.391), Belgien (l',r>8) u;id Nach Kanada emigrierten 15.795 Personen, nach Argentinien 14.034, nach den Vereinigten Staaten 8249, nach Palästina 6839 und nach Brasilien 2471. Sechzehnte österreichische Kiassenlottckie. Bei der gestern abgchalteue» Ziehung des dritten Tages dev 6. Klasse geivannen: 100.000 Schilling Vas Los Nr. 54.521; 6000 Schilling das Los Nr. 84.797; 4000 Schilling das Los Nr. 40.203; je 3000 Schilling die Lose Nr. 605, 20.577, 20.870, 80.967, 37.992, 95.134, 98.602; je 2000 Schilling' die Lose Nr. 2836, 13.562, 38.011, 52.573, 76.761; je 1000 Schilling die Los« Nr. 17.345, 30.528, 31.171, 44.310, 15.980, 67.095, 73.095, 76.461, 81.483, 82.610, 87.610, 87.250, 93.144, 99.859. Außerdem wurden 2472 Gewinne zwischen 600 Schilling und 160 Schilling ausgelost. E Zirkus Krone ist nach wie vor öie Sensation von Wien. Zivkus Krone bietet weit mehr, als er in seinen Ankündigungen versprochen hat. Das Gastspiel dauert nur noch kurze Zeit. Die bereits festgesetzten Reisepläne können keinerlei Abänderung erfahren, weShabb jedem Zirkussreund anzuraten ist, die Schaustellungen bald zu besuchen. An jedem Sonntag, Mittwoch und Samstag findet um 3 Uhr eine Nachmittagsvorstellung mit tut» gekürztem Programm statt. An den Wochentagen zahlen Kinder unter IS Jahren in den Nachmittagsvorstellungen auf allen Plätzen nur halbe Preise. Bühne und »Alle« verkehrt!" Reime Nacht in den Kammersprelen. Neunzehn Bilder waren angcliündigt, nach sechzehn war eS schon halb zwei. Und das alles Mer 'das Thema von der Verkehrtheit und dem Verkehr in seinen Spezies. Für die in keiner Weise originellen Ein- und Ausfälle, welche meist — wie neu! — m't Heurigem und Alt-Wiener Romantik arbeiten, zeichnen Wilhelm Slerk und Dr. Fritz Liebstöckl verantwortlich; es ist ihre Sache, die Verantwortung dafür zu tragen, daß in ihrer (um im Jargon des Hauses Liebstöckl zu bleiben) Weiterer Rückgang der ArbeltSlssigveit. Mitte April 1927 wurden in Oesterreich insgesamt 190.981 unterstützte Arbeitslose gezählt.. Im Vergleickst zur letzten! Zählung vom 31. März 1927 ergibt sich eine Abnahme u m 17.365, gegenüber dem Höchststände vom 28. Februar 1927 (244.267 unterstützte Arbeitslose) eine Abnahnte um 53.286 Personen. Zu der eingangs angegebenen Zahlvon J.90.981 itn'.crstützten Arbeitslosen kommen noch jene Arbeitslosen, die bei de l Arbeitsnachweisftellen .zur Arbeitsvermittlung vorgemerkt. sind, ohne, eine Unterstützung zu beziehen (etwa 23.000f Personen Mgcnüber 30.000 am 31. Märzmtnd. 33.000 am 28i Februar 1927). DrrsorgungSgenüM l ' In dem gestern ansgegebenen BunbesgeseMatt ist eine Beryrdnung des Puntzesministeriums für Finanzen verläutbart, welche bestimmt, daß. Erziehmngsbeitrüge, Waiscnpensionen und außerordentliche.Versorgungsgenüsse, deren Bezug an die Voraussetzung der Unversorgtst,rit geknüpft ist, erst dann zur Einstellung gelangen, wenn das Einkommen der beteiligten Person , den Betrag von jährlich 720 Schilling oder, falls das Ausmaß des Versorgungsgenusies ein höheres ist, dieses erreicht oder übersteigt. Da die lbersorgungsgrenze" bisher mtt jährlich 360 Sck>illing festgesetzt war, wird - durch die neue Bestimmung ' dafür gesorgt, daß einer erheblichen Anzahl von Empfängern von Versorgungsgenüsien der bezeichnten Att durch längere Zeit ihre Versorgungsgenüsse belassen werden. Erhöhung der Einshaltnngsgebühren im Te'ephurbnch. Gebüh.en für Zusahzeilen und für mohst!st,He Einschaltungen rm Telephonbuch wurden von 3 auf 4 Schilling pro Zeile erhöht. RegterungSrat Dr. Leiter gestorben. Nach kurzem schweren Leiden starb hier am 19. d. im 69. Lebensjahre der pensionierte volkswirtschaftliche Nedc.llcm des „Neuen. Wiener Tagblaktes", Regierungsrat Dr. Friedrich Leiter. Aus seiner Feder stammt eine Reihe wertvoller Monographien über volkswirtschaftliche und steuerrechtliche Fragen. Als Vizepräsident der „Concvrdcn" hat Dr. Leiter für die sozialen Einrichtungen der Journalisten Ersprießliches gelüstet. Das Leichenbegängnis fand gestern in aller St'lle statt. Selbstmord eines dreizel-njätzrigen Bürgerfchülers. Gestern früh wurde der 13jäh>ige Bürgerschüler Norbert Lang, Untere Weißgerberst'raße 49, in der mit Leuchtgas erfüllten Küche der elterliche» Wohnung bei den geöffneten Gas- Hähnen von seinen Angehörigen tot am Boden liegeird aufgefunden. Der Knabe hatte im Laufe der Nacht die Lahne der Gasleitung in der Küche geöffnet und das aus strömende Leuchtgas eingoatmet. Das Motiv der. Tat soll Fürcht vor Stvafr gewesen sein. DaS Polizeikommissariat hat entsprechende Erhebungen emgeleitct. * Schriftsteller Philipp GaPer. Am 26. d. M. feiert der Wiener Vertreter fpanischrr, portugiesischer.und südameilkanischer Blätter Philipp Gaaer in vollster Frische, seinen 70. Geburtstag. Gaiger ist im Jahre 1837 in Eperies gäboren. Er hat auf Ereichen ausgedehnten Reisen die Welt des Orients studiert und hat in Paris und wÄhrerid des Krieges in Spanien zum FreunÄeskrels M.ix NordauS und des vor Mel Jahren in Sevilla verstorbenen jüdischen Forschers Dr. Hauser gehört. Flugverkehr London—Konstantlnopel.; In der nächsten Woche wird der regelmäßige Lustrverkchr Mischen London und Konstantinopel ausgenommen lverden. Diese Linke stellt die längste Flugstrecke in Europa dar. Gowsunde in Polen. Warschauer Blätter berichten, daß im Sande des Flusses Lan in der Polesie Gold und Silber gesunden worden sei. Wie rveit-r verlautet, wurden in Mei Kisten „govenschten" Hand selbst bewährte Pointen unwirksam werben Mer in diese Oede hat Dr. Egon Neu mann einige musikalische Einfälle gesetzt, die durch Witz und Feinheit erfrischend wirken. Schon die erste MuMnummer „Worauf's den kleinen Mädchen äwkommt" zeigt Frische und ist wirksam. Ein richtiger Schlager Josefine" (.^ebalerl" zu bringen) ist geeignet, den nrilsilkaHchcn Bedarf sämtlicher Tanzibars, Kaffeehäuser und häuslichen Tan^chilfsmittel für längere Zeit zu decken. Das Terzett,Jn 24 Stunden" hat musikalischen Geist unb das Lied ,Hrauenaugen" einige Empfindung, Die Musik, bestimmt quch. den Charakter der Aufführung, in der vor allem-Paula Bros! g mit Anmut und Grazie tanzt, singt und spielt. Acht nette Girls mit wienerischem Rhythmus beleben die Szene. Mit den -„Frauenaugen" und in ihnen holte sich ein neuer Mann, Manfred Koempel, Erfolg. Hans Lack ne r bringt Couplets sehr wirksam .und Sigi Hofer . besorgt den Part siWien H.". in seiner trockdnen, geradezu fatalistischen Art sehr ergötzlich. Ganz ansgezeichnet säuselt Peter Lorre ein verknittertes Oesterreich« rtnm im Couplet ,/Alles vermehrt" vor sich hin. HanS Peppler und das Ensemble des Hanfes tun gutgelaunt mit. Die Abteilung „Tanz" ist ausgiebig versorgt; etliche Tanzrhychmen hat Erwin Straus beigesteuert; sie sind liebenswürdig — unauffällig und werden von Marianne K ü r e r mit kraftvollem Eifer verdolmetscht.' Fritz Steiner „reso't" sich durch; im übrigen — in einem Lokal in der Pratcrstraste spielt eine jüd'sche Thoalertruppe; dort sah ich einen jugendlichen Tanz- und G-esaugskomiker mit Namen Fostel; der wiegt etliche Dutzend Fritz Steiners auf. . . Alles in allem — auf der Bühne wird unlerhallsam gearbeitet. Dafür dankte das Picblikum mit lebha^em Beifall, >der etliche Wiederholungen erzwang. S. S. Ä«s drn Theater». Operntheater. Morgen, halb 8 Uhr „Madcim e S3 u 11 c t \ 1 y". Burgtheater. Morgen, halb 8 Uhr „T r i e > ch ü b e l" (Abonnement sechste Gruppe). Akademiet hcater. Morgen, halb 8 Uhr „S pi e l im Schloß". Die Opernwock/e. In der nächsten Woche finden der StaatSoper folgende Borsto'lungen statt: Sonntag, den 24., „Lohengrin" (Dirigent Fcllx WeingarLner); Montag, den 25., „A i d a" (Theatergemeinde); Dienstag, den 26., „Tie Frau ohne Schatten" (Theatergemdinde); Mittnwch, den 27., „Margarethe"; Donuerstqa, den 28. „Carmen" (mit Frau Jeritza in der Titelrvlw, Tiri ent 7<Ti;Weinlt r); Frei ai, len 29., „T i c M a cht des Schicksals". tTh.atergemeinoe); Sam.tag, den 80., „Falstaff" (Dirigent Felix Weingartner); Sonntag, den 1. Mai, bleibt die Staatsvper ebenso wie die anid'even Bundestyieater geschlossen. Ein fhlagsertrger Dfmterdirektor. In Bayreuth brachte Dheaterdirektor Eßmann das überall mit verdientem Publikumsersolg aufgestthrte, sehr amüsante und bestimmt nicht anstbsttge Lustspiel „Der Garten Eden" heraus. Aber ein Teil des Publikums fand die Novität sebic anstößig, ja unmoralisch. Der Stadtrat Bayreuth schloß sich dieser stttiichen Entrüstung an und verbot die sonntägige Wiederholung. Prourpt setzte. Direktor Eßmann als Erhatzvürstellung — „Die deutsche n Kleinstädter" an. Kotzebues kräftige Satire auf das scheinheilige Spießertum. Ob wohl der löbliche Magistrat und seine stttengestrcngen Untertanen den Witz verstanden haben? Wähtel nur die Jüdische

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