Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2927 (22.4.1927)
- Date
- 1927-04-22
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Rk. S6S7 Men, Fve^toy Wiener Morgeuzetttttrg SS. April 1687 Sstte 3 Re StlmAzettel für die Kahlen i» wie«. Wahlberechtigte, die für den National rat, den Gem^inderat und die Bezirksvertretung ihr Wahlrecht ausäben wollen, können sich, eines Stimmzettels bedienen, der das Dreifache des in der NationalratswaUordnung vorgeschriebenen Formates (10 mal 7 Zentimeter) mstveisen muß. Ein solcher Stimmzettel ist in der Weise herzustellen, daß er auf der einen Seite ein Ausmaß von 10 Zentimetern und auf der anderen Seite ein solches von 21 Zentimetern hat und durch zur Schmalseite parallel gezogene Striche in drei gleiche T-L?«- geteilt» TAUWO PFLANZENMARGARINE . für ihra OJTERBKCKEREIEN1 wird. An Stelle der Stricye können die Stimmzettel auch perforiert werden. Ein Tell ist für die Wahl in den Nationalrat, der zweite für die Wahl in den Gemeinderat und der dritte Tell für die Wahl in die Bezirksver-- tretung bestimmt. Die für die beiden letztgenannten Bertretungskörper bestimmten zwei Teile müssen in dem einen Teil die Aufschrift (den Ausdruck) „Gemeinderat", im anderen die Aufschrift „BezirksVertretung" tragen. Der für den Nationalrat bestimmte Teil kann, muh aber nicht mit der Aufschrift „Nationalrat" versehen sein, er gllt auch für den Nationalrat, wenn er diese Aufschrift nicht trägt. Will ein Wähler nur für einen der drei Bertretuugskörper oder nur für deren zwei abstimmen, so hat er die Abschnitte längs des Striches oder längs der Perforier rung abzutrennen. Es ist aber auch ein Stimmzettel im Formate von. 10 mal 14 Zentimetern gültig, der nur für den Gemeinderat und die Bezirksvertretung oder für den Nationalrat und die Bezirksvertretung oder für den Nationalrat und den Gemeinderat abgegeben wurde. In diesen Fällen muß der Stimmzettel einen in der Mitte zur Schmalseite parallel gezogenen Strich (Perforierung) aufweisen. Der Wähler kann aber seinen Willen, für einen oder zwei Bertretungskörper abzustimmen, auch dadurch zum Ausdrucke bringen, daß er den Aufdruck (Aufschirift), der die Parteibezeichnung oder beides trägt, durchstreicht. Die Abgabe von.getxennten Stimmzetteln für jeden der drei Bertretungskörper ist selbstverständlich zulässig. Im übrigen sind die Stimmzettel oder beim vereinigter Stimmzettel die auf die einzelnen Bertretungskörper lautenden Teile des Stimmzettels gültig ausgefüllt, wenn sie die Parteibezeichnung oder wenigstens den Namen eines Bewerbers der gewählten Parteiliste unzweideutig dartun oder nebst der Parteibezeichnung die Namen eines oder mehrerer Bewerber der von dieser Partei ausgestellten Parteiliste enthalten. Las MiuoE des Grälen Gnndacker Wmdhas. Bei F. G. Speidel in Wien ist oben ein nachgelassenes Werk des im Jah.e 1924 wvfivt* &euen Wiener Dichters Paul Busson erschiene.!, die Sommergeschich.e „Sylves.er", eines der feinsten und blühendsten Geschenke an den Leser. Der Roman, der von Erwin WeiU vollendet wurde, läßt ernennen, was Bnsson noch hätte geben lk.nnen wenn nicht ein allzu früher Tod dem Leben dieses lächelnden, milden, alles verstehenden Philosoph , ein Ende bereitet hätte. Wir lassen mit Emwitligung des Berlages einen Te l des Romane^ folgen und bemerken zum besseren Verständnis, daß der Held der Sommergeschichte in einer vermauerten Kammer seines Wohnhauses ein Pergament» gefunden hat, tvelches den hier wicdergegedenen Text besitz». Cum Deo A. D. 1697 Bon jenen Kreatur..rr, so von mir, Gundacker Grafen Windhag, Freyherrn von Poltramstein und Aigenfeld, in die Pehnlichie Frag genommen, so sie nicht Ms freien Stücken Red und Antwort gestunden. Der Jüd Nathansohn, so mit allerley Tand und Krimskrams als eyn fliegend Händler über Land gezogen, hat dem Bfleiderer eyne trächtig Kuh aus dem Stalle gestohlen und allsogleich an den Mann bringen wöllen. Seinem frechen Laugnen, falsch Schwören und Gegeyfer ist der rot Matz, der Angstmann, mit etzlichen Daumschrauben beykommen, also daß der Jüd eines gedappert, so bei denen Jüden das Wahrreden Heysset. Sirrd alsobald vor» denen Händer» des Jüden zwei blutig zerquetscht Stumpen herabgehungen. Urtel: Hundert Stockhieb, krüftiglich zugschlagen und dann ein Hunbshatz aus dem Dorfe. Die Köter habetl dem Jüden das Nokolore arg zersetzet und auch manch Stück Fleysch mitgerissen. Der Jüd ward außerhalb der Geimarken von eyner Ohnmacht befallen und ist »vochenlaug :m Kotter auf dem Stroh glegen, ehsvor er genesen. Später ist es dann an den Tag tomnteu, daß der Pfleiderer den Jüden falsch beschuldiget u»rd nicht oer Die Ausfüllung der Stimmzettel kann durch Handschrift, Druck oder sonstige Vervielfältigung geschehen. Die Stimmzettel müssen aus weichem weißlichen Papier hergestellt sein. Ungültig ist ein Stimmzettel, wenn er: 1. zwei oder mehrere Parteien bezeichnet, 2. garkeine Partei, wohl aber zwei oder mehrere Namen aus verschiedenen Parteilisten bezeichnet, 3. bezüglich des Ausmaßes sowie d. Art und der Farbe den vorhin angegebenen Dorsch,ich. n nicht entspricht. Wenn ein Kuvert mehr als einen gültig ausgefüllten Stimmzettel für einen und denselben Bertretungskörper enthält und diese Stimmzettel auf verschiedene Parteilisten lauten, so si^ alle ungültig. Die für die anderen Vertretungs... . \,zx etwa noch beiliegenden Stimmzettel werden in ihrer Gültigkeit dadurch nicht berührt. Würde also z. B. ein Kuvert einen für alle drei Vertretungskörper auf die Partei A lautenden dreiteiligen Stimmzettel und daneben noch einen besonderen für die Bezirksvertretung auf die Partei B lautenden Stimmzettel enthalten, so sind sowohl der letztere TAUWO PFLANZENMARGARINE wird unter ständiger Aufsicht Sn Ehrwürden des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld, Mattersburg, aus Pflanzenfetten hergestellt und kann daher in allen strenggläubigen Familien verwendet werden . KUflEROI. WERKE A. G., WIEN wie auch der auf die Bezirksvertretung lautende Abschnllt des dreiteiligen Stimmzettels ungültig. Me beiden anderen auf Nationalrat und Gemeinderat lautenden Abschnttte hingegen sind gültig. Demokrmischer Wahluvsllg. Die Demcnrachche Partei, die einzig und allein aus ihren Kandidaten besteht, hat die Unterstützung der österreich isch-israelitischen Union gefunden. Weshalb auch nicht? Wenn es sich darum handelt, jüdischen Volkswillen zu verfälschen, jüdische Stimmen für nichtjüdische- -Zjwecke abzutreiben, dürf doch die organisierte Assimilation nicht fehlen. Sie ist geteilt. Einige treiben sich in der Umgebung der Einheitsliste Seipel-Riehl herum, einige sind von der Sozialdemokratie als Hausjuden gemietet worden, die dritten sind demokratisch. Bon diesen reden wiir jetzt und die österreichisch-israebitische Union tut ihr Bestes. Sie legt den demokratischen Aufrufen eine von Dr. Jakob Ornstein gezeichnete Empfehlung bei, die natürlich als Hauptschlager gegen die Zionisten ins Treffen fütrrt, daß sie die Juden zu Bürgern minderen Rechtes machen wollen und sich hiezsr der Minoritätenbestimwmngen des Friedensvertrages bedienen. Der jüdische Wähler, der diese Empfehlung unter die Augen bekommt, erinnert sich natürlich sofort an die tschechischen Einwohner, die auf Grund des Friedensvertrages ihre 14 Schulen in Wien bekommen haben, die aber trotzdem niemand als Bürger minderen Rechtes anzusehen wagen würde. Niemand würde es aber auch wageu, den Tscheche»: Selbstentäußerung und Verzicht auf die Geltendmachung eines Rechtes anzuraten. Es gM keine tschechische Assimilation, w<e»l das natiormle Selbstüewußtsein der Tschechen dies verhindert. Wäre es bei der» Tschechen auch nur denkbar, daß z. B. ein tschechischer Seelsorger von der Kanzel herab sie auffordern würde, für eine nichtschechische Partei zu stimmen? Nun, bei den Juden ist es geschehen, daß der Rabbiner Dr. Grünwald in einer Predigt für die Demokratische Partei sich eingesetzt hat, in einer Predigt, die er am Pessachfeft, dem Fest der jüdischen Freiheit gehalten hat. Das ist eine Bevsündigung gegen den Geist dieses Festes und erinnert auch lebhaft an diejenigen, die sich zugunsten der jüdischen Sklaverei wider Moses und Ahron stemmten. Me die JffierftStteer lügen! Gestern ist wieder ein Wcchlsluigblatt verbreitet worden, das di« Juden einlädt, nur für die Sozialdemokraten zü stimmen. Das Flugblatt ist natürlich anonym. Tie sozialdemokratische Partei unterzeichnet einen solchen Wisch nicht, aber sie bedient sich seiner schr gerne. Als Verleger und verantwortlich zeichnet der Kultusrat Dr. Edwin Bader, also einer der Hausjuden, die sich dazu hergeben müssen, den Verrat zu empfehlen. Leider gibt es kein Gericht, unr Wähler tmrd vas tun nrüssen. solches Beginnen zur Verantwortung zu ziehen. Der Mische Das Flugblatt behauptet nichts tndp und nichts w:n> gjer, als daß die Jüdisch-nationalen daraus Ms fink, die hakenkreuzlerische Liste zu fördern; ferner, daß die hinter der Einheitsliste stehenden Par-eim die jüdische Liste TAUWO PFLANZENMARGARINE 12» Ausgiebig - Bekömmlich - Nahrhaft KUNEROLWERKE A. G„ WIEN fabriziert haben. Das Veueuruden nmß ein sehr trau-, riges Geschäft sein, aber wahrscheinlich lohnt es sich. Denn anders als für dicke Bezahlung kann n»M nicht so lügen! Und dann noch in einem Athen» behauptem, daß die kulturelle Arbeit in Oesterreich von der Soziademokratie allein verrichte» wird. Deshalb also haben die Juden, wie der Kultusrat Bader sehr genau weiß, keine jüdische Schulen, deshalb konnte an den Hochschulen der faktische Numerus clMsus eingerichtet werden, deshalb beschünpft die „Arbeiter-Zeitung" den Zionismus und deshalb spukt der „Ment/' den Colonel Wedgtvvod an. Deshalb sammeln die Parteigenossen des Dr. Bader, die Poale Zion Unterschrif- Nathansoyn, Müurn Mannharts Bub die Kuh aus dem Stalle gezogen. Einen Dukaten Schmerzensgeld dem Jüden Ms der eygen Tasche bezahlet unb von diesem mit vielem Handküssen und untertänigstem Danke quittieret. Am 5. Septembris eyngliefert: Der PMer Franziskus Haidegger. Ist von meynen Jagern Kirnpauer und Seybel dabey betreten worden wie er eyn starken Hirschen Ms dem Auweg mll Pulver und Pley abgschossen. Den Pauren gebunden vor mich gebracht und allfodann erstlich mtt glühenden Zangen gezwicket und gepeyniget, bis ihm die Sinne geschwunderr. Hat der Haidegger ehzuvor eyn solch erschröcklich Geschrey ausgstossen, so der wacker Tischbein, fast in Versuchung kommen, war, die Peynlich Frag vor der Zeit zu beendigen. Hab zuerst dem . Tischbein zugesetzet, er mög fortfahren in der Peynlichu» Frag und als dies nichts genutzet, ja der Tischb.in die Zangen hingschmissen, selbst die Zangen ergriffen und den Haidegger weiter tocquieret. Dann ih»t in der Kammer bis zum Morgengrauen liegen lassen und erst am Vormittage das Urteil verkündiget. Urtel: Maleficant solle bey günstig Gelegenheit id est bey der nächsten Treibjagd auf den Rücken von eynem pirschen gebunden und daun seinem Schicksale überlasse», werden, nächstlich aber bei Wasser und Brote von einem Priester des HERRN auf den Tod sich vorbereiten lassen, damit er in würdiger Weis eingeh in das Himmelreich, so es diesem Wilddiebe sollte beschieden seyn in Gottes allmächtiger Gnad. Da Maleficant jedoch den Pater Severinus, so ihn» Trost zuzusprechen gewillet gewesen, mit lästerlichen Flüchen und Gespotte überhäufet, überdies ihm, dem Gesalbten des HERRN als ein Unhold das Heilig Buch nachge--- schmissen und dann darüber diabolischrriveis anfgelachet, obendrein noch zweenhundert Stockstreich und hernach gesalzen Wässer in die Wunden zudiktieret. Urtel vollstrecket am 26. Oktobris: Denen Treybern Quirinus Feichtinger, Willibaldus Hellmann und Paulus Mayern dem Aelteren wars gelungen, eyn Hirschen, so stark im Wildpret geweser», einzufangen, wars jedoch nicht ohne eine schwere Wund abgegar»gen, so der Hirsch ' mit seinem Geweyh dem Feichtinger zugefüget, an der er itzo noch laborieret. Bey Tagesanbruch, b^aben wir uns — -id est meyne Wenigkeit, sodann der Herr Ulrich Lobkowitz und der Herr EusebiuS Maria Sprinzenstein, so als liebe und verchrungswürdige Jagdgäst bey mir w-eileten — in die Aue. Den Haidegger, der mehr tot als lebendig erschienen, quasi einem Mgestorbenen gleichend mit seinem grün Antlitz, schileppten sie allsohald gebunde»» herbey. Traten seyne Augen baß Ms den Höhlen, so er den Kronenhirsch erblickete. Tat der Maleficant ein gar jämmerlich Gebitt, Hub auch ein Gewinsel und Geflenne an, man möge rhu in Gnad und Huld lMfen lassen, er hätt ein schwanger Weyb und zehn» Kinder, so ihres Ernährers beraubet würden. Tat der Herr Lobkowitz lachend die richtig Frag, ob der Haidegger mit gerMÜtem Wildpret seine Bankerten ernähren wölle. Lachten wir andern Herren hellauf über das Gefrag. Gab ich den Männern eilt Zehchen. Schnallten sie allfobald den Haidegger auf den Rücken des Hirschen, so wild röhrete. Jagte man itzund den Hirschen mÜ Hussah und Horridoh dahin und schlug er wohl an die zehenmal den Heydegger an Weydenbäum und Strauch- »verk, quasi, als unvernünftig Kreatur den Berfitch machend, sich von dem Lumpen zu befreien, »vasmaßen dem Hirschen nicht gelungen, da »nan extrastarke Strick ausgesuchet. Schichten die Treyber, um uns Herren das gelungen Schauspiel nit entgehen zu lassen, den Hirsche»» stets aufs Neu zu uns. Konnten wir deutlich wahrnehmen, wie sich der Leyb von dem Heidegger in ein blutend unkenntlich Corpus verwandelte. Der Hirsch.sodann in meineni Feuer zusamlnengsbrochen. Ward allsogleich das, was von dem Maleftcantm überblieben, abgeschuallet und in eyner abgelegmon Ecken des Freythofes zu Sanet Emeran in die Erden verscharret. Der HERR JesuS Christ fey der armen Gek>l -'nMg. RequieSeat in Pace. Ameru