Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2923 (17.4.1927)
- Date
- 1927-04-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitnng 17. April 1927 Nr. 2923 Seite S Bon Dr. Albert Neuburger. -♦ Man stelle sich die Szene vor: Im alten Syrakus ist — ss etwa 250 Jahre vor Christa Geburt — Markt. Man ist gerade im schönsten Feilschen, da gcht der Skandal les. Ein Mann komint dahergelaufen, völlig unbekleidet, und schreit unentwegt „Heureka, Heureka, Heureka!" Pvs deutsch: „Ich hab's gesunden, ich hab's gesunder:!" Der gjfenit war der Lerül;:nte griechisch: Physiker und Mathematiker Archimedes. Da§, tvltö er gefunden hatte, war das heute noch seinen Namen tragende physikalische Gesetz, daß ein in eine Flüssigkeit getauchter Körper darin scheinbar so viel von seinem Gewichte verliert, wie das Geivicht der von ihm verdrängen Flüssigkeittmenge beträgt. Es ist zu bezweifeln, ob damals irgend jemand auf denr Markte von Syrakus dem ArchimedeS etwas für diesen „Fund" gezahlt haue, der seinen Na inen unsterblich machte. Wie unS der römische Baumeister und Schriftsteller Biiruvins mehr alS 2000 Jahre später berichtet, soll sich die Geschichte dieser hochtrichtigen Entdeckung folgendermaßen zugetragen haben: Ter König Hiero von SyrakuS ließ sich einen goldenen Kranz anfertigen. Der Goldarbeiter betrog ihm, steckte einen Teil des Goldes ein und mischte dafür Silber bei. Hiero schöpfte Verdacht, konnte aber den Schwindel nicht Nachweisen, denn Grrichtschemiker gab es damals noch nicht. Ebensowenig eine chemische Analyse, die es ermöglicht hätte, Gold und Silber wieder zu trennen. Da sollte Archimedes helfen. Der wußte auch keinen Rat. Jedenfalls ging er zunächst einmal baden. Als er in die Wanne stieg, bemerkte er, daß das Wasser im gleichen Maße über ihren Rand austrat, in dem er seinen Körper mehr!und mehr hineinsenkte. Nun hatte er, was er brauchte. Bor lauter Begeisterung hüpfte er wieder heraus, lief splitternackt und von Wasser triefend durch die Straßen nach Hause und schrie nnenllvegil „Heureka". In der Tat läßt sich nach dem von Archimedes gefundenen Gesetz die Zusammensetzung eines Metallgemischrs berechnen. Diese Geschichte ist tonitderschön — nur schade, daß sie wahrscheinlich eine Sage ist! Außer dein 250 Jahre später niedergeschriebenen Berichte des Bitruvius ist nichts Zuverlässiges darüber bekannt geworden. Archimedes selbst, der nach seiner .Entdeckung eine Abhandlung über „Schwimmende Körper" schrieb, erwähnt nichts davon. Noch mehr derartige Sagen ranken sich uni seine Person und lim seine wissenschaftliche Tätigkeit. So soll er sich, nachdem er die Gesetze über die Wirkung des Hebels gefunden hatte, anheischig gemacht haben, die Erde aus ihrer Bahn zu heben, wenn man ihm einen festen Punkt im Weltall gäbe, aus den er seinen langen Hebel stützen könne. Als Syrakus belagert würbe, soll er die feindlichen Schiffe mit Brennspiegeln in Brand gesteckt haben — schon aus technischen Gründen eine Unmöglichkeit! Ebenso ist eine technische Unmöglichkeit, daß er ein riesiges Schiff mit Hilfe eines einzigen Flafchenzuges ins Wasser ließ -7-, und so gehen die Sagen über die Wunderdinge weiter, dir .er angeblich verrichtete. Keine einzige dieser Erzählungen ist bewiesen. Archimedes iß: nicht der einzige große Mann der Wissenschaft oder Technik, der zum Gegenstand sagenhafter Berichte wurde. Der italienische Physiker Hausfrau, die am Pessachsefw auch besondere Sorgfalt darauf legt, verschiedene Formen und Arten von Lattkes (Eierkuchen) vorzusetzen. Für die einzelnen Tage M Festes hat sich in den verschiedenen Gegenden und Städten eine ganz bestimmte Reihenfolge der Gerichte' herausgebildet. Um nur Einiges Herauszugreisen: so speist man in dem an der westrussischen Grenze gelegenen Städtchen Dobrzyn an der Drewenz, das auf Jiddisch Dobschinfl heißt, am Sedcrabend in folgender immer der gleichen Folge: Eier in Salzwasser, Fisch, Lockschen, d. h. Nudelsuppe (aber pessachdick), Chrimsel, um dann nach Klümpchen einen Slibowitz. zu sich zu nehmen. Dieser Slibowitz, das ist Pflaumenschnaps, ist im ganzen Osten der beliebte Jontef-, Trank. In Hamburg-Altona war die Reihenfolge der Gerichte am ersten Sederabend eine etwas abweicherrde. Es gab: zuerst Fisch. Dann folgte Suppe mit „Schwämmchen", hierauf kam Fleisch, dann Mazzahknödrl, endlich Mazzahklimp (mit Aepfeln, und am letzten Tage mit Rosinen^ in Fett gebacken). Dabei haben diese Schwämmchen nichts mit Pilzen zu tun. Sie sind vielmehr danach benannt, daß sie auf der Suppe schwimmen. Auch das Frühstück hatte vielfach seine bestimmte Folge. In Hanrburg-Altvna war es nach altem Herkommen: Rauchfleisch, demnächst Leber, und zwar geröstet, und daneben Pökelfleisch. Das wurde mit Mazzäh gegessen. Außerdem wurde natürlich „gebrockt". Zu Schabbes gab es Mazzahkugel in Scholet. Sie mußte so mit Fett angesetzt werden, daß man sagte, „sie muß zittern und weinen". Ebenso wurde der Frotter-(Blätter-)Lockschen mit viel Fett, aber süß, angesetzt. Solche Lockschen gab es im ganzerr Jahre und außerdem eben am siebenten und achten Tage des Pessachfestes. Der Osten kennt für Pessach vor allem die Rote- Rübensnppe, die gesäuert ist und Borscht (eigentlich Borschtsch) heißt. Sie stammt ans der Ukraine,!vv die Jüdinnen im allgemeinen mehr vorzügliche Bäckerinnen sind, währerrd die lettlijndischen Jüdinnen sich a!s hervorragende Köchinnen auszuzeichnm Pflegen. Borscht ist in ganz Polen einschließlich der ehemaligen Provinz Posen ünd damit auch in Berlin für Pessach das Standard geruht. Galileo Galilei entdeckte 1583 die Gesetze, denen^ein schwingendes Pendel unterliegt. Er soll dazu durch einen Kronleuchter im Dom von Pisa veranlaßt worden sein, den er während des Gottesdienstes beobachtete und der hin- und herschwang. Nun ist es sehr unwahrscheinlich, daß ein Kronleuchter in Schtv-ingungen gerät, der in einem festen Gebäude von der festen Decke herabhängt. Infolge seiner Schwere würde er aber Wohl schon nach der icrstcn Schwingung zur Rllhe kommen. All das hindert jedoch nicht, daß sich die Sage vom schivingenden Kronleuchter bis auf den heutigen Tag erhalten hat und vielfach gedruckt sinket. Am 22. Juni 1633 mußte Galilei die Lehre des KopernikuS abschlvören, wonach sich die Erde um die Sonne dreht. Als er den Schwur geleistet hatte, soll er ausgerufen haben: „Und sie bewegt sich doch!" Man kennt heute, insbesondere durch die genauen Forschungen vor: Wohlwill, die Geschichte dieses Schwurs ganz genau. Sie hat sich ganz anders zugetragen und niemals hat Galilei den Ausruf getan. Die Legende davon will aber nicht aus der Welt verschwinden. James Watt soll als armer Knabe einst beobachtet haben, wie auS dem Teekessel ein Dampfwölkchen entströmte. Damals bereits soll er den Günmken gefaßt haben, eine Maschine mit Dampf zu betreiben. Dieser Gedanke ließ ihn nicht mehr los. So wurde er gum Erfinder der Dampfmaschine. Längst ist nachgewiesen, daß an dieser ganzen Erzählung kein wahres Wort ist.- Bor allem ist James Watt nicht der Erfinder der, sondern nur einer, allerdings sehr verbesserten Dampfmaschine. Es gab'schon Dampfmaschinen, ehe er seine Maschine baute. Man kennt sein Leben bis in alle Einzelheiten-. - Er selbst hat niemals etwas von dein Teekessel berichtet. Diese Geschichte zu erfinden, blieb irgendeinem phantasievollen Schriftsteller Vorbehalten. Worauf sie richtig, wie dies ber derartigen Legenden der Fall zu sein pflegteihren Lauf durch die Welt nahm. Für die kranke Frau des Anatomieprofeisors zu Bologna, Lulgi Galormi, soll eine Suppe aus Froschschrnkeln gelocht werden. Die Froschschenket hängen am Balkongitter zum Trocknen und geraten Labe in merkwürdige Zuckungen-. Diese Beobachtuirg führte dann zur Entdeckung der „galvanischen" Elektrizität, auf der unsere heutige Elektrotechnik beruht. In dieser Erzählung stin'.men nur die Froschschenkel. Alles andere ist hinzu erfunden. In Wirklichkeit präparierte Galvani Froschschenkel für anatomische Zwecke und bemerkte, wenn er sie mit dem Messer berührte, Zuckung:::. Wie derartige Fabeln der Wissenschaft entstehen, dafür ein typisches Beispiel! Der berühmte englische Physiker Jsaac Rtzvton soll im Garten seiner Mutier gesessen und beobach.et haben, wir ein Apfel zur Erde fiel. Daraus schloß er, Laß der Erde eine Anziehungskraft zu eigen fein müsse. Welches sind nun die Quellen' für diesen Berich:'? Sein Autor ist der gewiß phautasiebegabre' — Voltaire, »>er fic im Jahre 1738 im dritten Kapitel seiner „Elemente dgr Philosophie Newtons" niederschrieb. .'Als man stutzig wurde imb ihn zur Rede stellte, behauptete er, ein: Nichte Newtons, eine Der Elsaß hat seine Küche.für sich. So wie er sich durch Juddefisch auszeichnet, jene mit Knoblauch süß hergerichteten Fische, wie man sie vor 120 Jahren. auch noch in Strausberg in der Mark mit Vorliebe genoß, so hat man auch sonst seine beförderen anderen Gerichte und für Jontef eine besondere Gerichlsfolge- In Hagenau und Umgebung gibt cs am ersten Sederabend Fleifchsuppe mit Mazzahknöpfle, aufgehackte und gebratene Karpfen mit Peterle, d. h. Petersiliensauee, und Knoblauch sowie Suppenfleisch ohne Beilage. Dann aber folgte Apfelscholet. Ter besteht aus geweichter Mazzah, dazu ganz dünn geschnittenen Aepfeln, gestoßenen Mandeln, Zucker, Zimmt und ein tvenig Mazzahmehl. Das Gleiche gibt es auch am zweiten Sederabend, nur mit der einen Abweichung, daß man statt Mazzahknöpfle einmal Schmalzknöpfle in die Brühe tut. Das Menu für die Mittage steht ebenso fest. Am ersten Tage gibt es zu Mittag: Fleischsuppe mit Sago und Ei, Spinat mit EL und gebratenen Kartoffeln, Suppenfleisch Zum Gemüse gibt es sodann Tranche, das heißt dünn geschnittenes Pökelfleisch zuletzt aber Biskuit aus Kartoffelmehl, Eier, Zucker und Anis. Dann schließt man regelmäßig mit Apfelkompott. Der zweite Mittag sicht Suppe vor mit geriebener Kartoffel und Ei, Blumenkohl, sauer-süß gekocht, und geröstete Mazzahknöpfle, die in Norddeutschland Mazzahklöße, in Mitteldeutschland und Polen Äneidelech heißen. Es folgt Kalbsbraten mit roten Rüben, die im Elsaß Tahnen genannt werden, angesetzt mit geriebenem Meerrettig. Dieser führt dort bei den Juden den Namen Grejn, bei den hessischen und ebenso den polnischen Juden Chrein ausgesprochen, entsprechend dem oberdeutschen Kren. Daran schließt sich Mandelkuchen aus Kartoffelmehl mit gemahlenen Mandeln, Zucker, abgeriebener Orangenschale und Eiern, um mit Rhabarberkompott das Mahl zu beschließen. Ein Hauptgericht für Pessach sind überall die Mazzeklösse. Deannächst kommen die Chrimselech, die dem Sprachforscher daö Rätsel ihrer Namenjetymologie ausgeben. Dmn es äst keineswegs ausgeniacht, daß der Name aus „Gerinnsel" eutftcmueu ist, wie behauptet wurde. Das sind bei den polnischen Jude,: üind ebenso in der Ukraine winzige drei-' eckige Kirchen aus Mazzemchl, mit Pflaumenmus gestillt Frau Conbuti, habe ihm diese Geschichte erzählt. Aber noch mehr! DaS Geburtshaus Newtons wurde später von einem Herrn Turnor gekauft. Ta es eine Sehenswürdigkeit geworden war. so verfaßte dieser ein kleines Büchlein mit Erinnerungen an Newton. Darin berichtete er gleichfalls von diesein Baum, der aber seiner Mitteilung zufolge nicht mehr vorhanden war, da ihn inzwischen ein Sturm gefällt hätte. Dagegen zeigte er einen — Stuhl vor, den er ans dem Holze IM berühmten Baumes habe anfertigen lassen, dem die Missen schuft fo viel verdankt. Als Quelle aber für seine Kenntnis gibt Herr Turnor diesmal den — Herrn Conbuti an, dessen Frau Voltaire schon früher zitiert hatte. Auf di?'? Wrise entstehen die Legenden der Wissenschaft! Ae „Driver" habe» sich überlebt. Amerika ist das Land der „Drives". Ein Drive ist eine mit dem Aufwand der modernsten Propagandam'kttel durchgefützrte Sammelaktion für cCncit bestimmten Zweck. Drive ist die Kriegserklärung gegen die Indolenz der Bemittelten den sozialen und charitativen Bedürfnissen ihrer Gemeinschaft gegenüber. Wird ein Drive zur Erlangung emer bestimmten Smume proklaiett, dann wird das ganze Land nttt Komitees und SuvkomitceS überschwemmt, die „Publicity" in Bewegung gesetzt, eine Armee von Propagandisten mobilisiert, Theater, Konzert, Tanz, Film und Radio ln 'den Dieüst des „Drive" gestellt, 'bis die voraus d stimmte Summe an Beiträgen "für den allerdings immer slVr'ngcü Eitler hereingeb rächt ist. Die Höchstleistung an ck^lMgen Ittlen"bisher dre"Audelt i*n Amerika ausZuweisen, weil an ih-re Gebefreudigteit die ylvhsten Ansprüche gestellt werden. Jedes Kapitel der Leidensgeschichte der europäischen Juden schließt mit einem Drive der Juden in den Vereinigten Staaten. Mitunter allerdings kreuzen sich zwei oder mehrere größere Drives für jüdische Zwecke, wie im letzten Jahre die breit Millionen drwes für dre Federatton of Jowish Charities, für die Krimkolontsatton und der zionistische Drive. Das Abkommen Mavsyall-Wetzmann ist gewissermaßen der Friedens vertrag ber letztgenannten zwei Drives. Es scheint jedoch, daß auch die DriveS, diese amierh» kanych-jüdifche Art der freiwilligen Besteuerung für Wohllängkeirszivecke, sich überlebt hat. Und bezeichnenderweise ist es dre Nenchorker Federation of Jewish Charities, die durch ihren Führer Morttmer L. Schiff in den „NewyorL Times" für die Abschaffung der DriveS eintritt. Schiff weist nach, daß die Drives, mit ungeheuren Spesen verbunden sind, die dem wohltätigen Zwecke entzogen werden, daß ein ganzes Heer von Kaufleuten und sonstigen Berufsmenschsn für ungezählte Stunden ihre teure Zeit — also wieder Geld — opfern müssen. Er schlägt dahxr doch daß jeder, der in den leltzten. Drives unter dem Zwang und Druck der Drivemafchinerle einen bestimmten Betrag gewidinet hat, den gleichen Betrag für das nächste Jahr freiwillig gebe, weil — ja weil sonst wieder: der Drive kommen müßte. Er, Mortimer L. Schiff selbst, erkläre sich bereit, eS zu tun. '• ES ist wohl wahr, daß die anrevilvsrifchen Julien/ soweit sie die Gebenden sind, der Drives bereits überdrüssig geworden sind. W ist aberkamn anzunehmen, daß die zahllosen Drivemeier (ad notam Dereinsmeier) und Propagandachefs, denen auch die Drives bufineß ist, so leichten Herzens die Drives werden sterben lassen. -6. -Mfe. uiib in Fett gebraicn. In ihrer äußeren Form ähneln sie ant meisten den HMnarrlarschrn, die zu Purim gebacken werden. Viel größer sind die Charimsel, die deshalb auch nicht . bij Verkleiilerungsendung tragen, die in Hessen und angrenzenden Landschafteni LÄsouders für den letzten Tag von Pessach hergestellt lverden. Das sind größere, flacher^ Kuchen aus Mazzencchlteig bereitet, mit Aepfeln und Rosinen:, un& dann auf der Pfanne in Fett geschmort. . . Gerade loegcii der verbackenen großen Rosinen kominen diese hessischen Charimsel nur für den letzten Tag vor, Pessach in-Frage. In Hamburg-Mtona hat man in früheren: Jahrzehnten doch an Pessach Rosinen genommen, da sie frisch aus deny Sacke vom Schiffe tarnen. Es erübrigt sich, noch hnrzuzufügen, daß «mn au Pessach dort ioenig Geflügel aß. Täglich gab es „Mazzekleeß" Und „Fleischkleeß", ebenso wie rnan in der Provinz Sachsen gewöhnt ivar, am Feiertag! zum Frühstück täglich Rauchfleisch mit Mazzah zu essen. Schließlich müssen besorgte Haiusfrauen noch beruhigt werden, Lenen es sicherlich anfgesalten ist, wenrr hier von „Nudeln" für Pessach gesprochen worden ist. Es gibt ijatsächlich solche Mrdeln, und in Polen sind sie für jede Bouillon da. Aber sie urerderr ohne Mehl gemacht. Auf der Pfanne tverden 'unter Verwendung vorr Kartoffelmehl papirr-- dünne Eierblättev hergeKellt und diese irr Art von Nudeln! geschnitten. Diese Pessach-Lockschen ^ebm d?r Boriilloir einen gmrz.besonders guten vGeschrnack. Endlich ^soll hier eines Brauches gedacht werden, dessen ich mich »aus dvr Kit eriurrere, ivo ikf) vor mehr als drei 'Jahrzehnten irr Palästina lebte. Pessach war zu Ende nud irr Tiberias luan.Mt die Jrrden nach! dern „larrgerl Wehn Rachmrr" nach Hanse / ttunrrien. Bald darauf fanden sich die arabischen Nachbarn ein, uint derr Jrrden frisch gebmkerre Bvotftaden zu bringftrr r.'fnd sie danrkt gastlich zu bewirten. Pessach ist das F,est, bei dessen Eingang man sich nach den eigenartigerr Gebräuchen erkundigt, die Mit ihnr verbünden sirrd. Man sollte auch nicht vergessen, sich im Verlaufe des Festes zn vergegenrvärtigen. daß diese nlttn Bräuche, die nicht u/statt ich festgelegt n'rrd utib die doch unentwegt festgehalten i ^st)en, geeioitet "find, die Poesie des jüdischen Hauses festzuhatterl rrnd darrrit nur schönsten zur^Cw- Haltung des Jrrdentums beizutragen.