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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-16 · Heft 2922 (16.4.1927) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2922 (16.4.1927)
Date
1927-04-16
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seit« 4 Men, Samstag Wiener Morgsnzsnung 16. April 1927 Nr. 3922 leck Heute, Samstag, de» 16. April. Leopold st ad t. 4 Uhr nachmittags, Restaurant Schmidt, Ausst.llungsstraße, noben dem Polizeikommissariat Prater. Redner: Jehirda Schmidt, Dr. G o l d h a m m c r, Oberbaurat Jn-g. Stricker, Dr. Wald m a n n. 5 Uhr nachmittags, Machsike Hadath, 2. Beg., Schiffaintsgassc 20. Redner: Dr. Israel W a l d m a n n, Komm.- Rat Max Markus. 5 Uhr nachmittags, Mechisch Jeschuah, 2. Bcz., Josesinengassc 7. Redner: Samuel Kantor, Dr. Israel Taubes. 5 Uhr nachmittags, Chasidim, Herminengasse 8. Redner: Dir. Josef Boxenbaum, David Nebenzahl. 6 Uhr nachmittags, Liviath-Chen, 2. Bcz., Hollandstraße 2. Redner: Dr. Heinrich Glanz. Brigittenau. 8 Uhr nachmittags, Schomre-H-aüath, Kluckygassc, Ecke Othmavgasse. Redner: Löbl Taubes. Sonntag, den 17. April. L e o p o l d st a d t. 4 Uhr nachmittags, Machsike Hadath, 2. Bez., Schiffamtsgasse 20. Redner: Dir. Josef B o x e n b a u m, David N e b e n z a h l. 4 Uhr nachmittags, Llvialh-Chen, 2. Bcz., Hollandstraße 2. Redner: Wolf tz e r z b e r g, Dr. Israel W a l dm a n n. 4 Uhr nachmittags, Mechisch Jeschuah, 2. Bez., Jchefinengasse 7. Redner: Bezirksral P l a s ch k e s, Kommerzialrat Max M a r k u s. , 4 Uhr nachmittags, Bethaus Chasidim, Herminengasse Nr. 8. Redner: Samuel Kan to r, Dr. Heinrich Glanz. 6 Uhr nachmittags, Bethaus Beth-Jzchak, Wohlmuthstraße 31. Redner: Jehuda Schmidt, Dr. Löwenherz. ' Brigittenau. ' y24: Uhr nachmittags, im Froß-Büssiug-Saal, 20. Bez., Wallensteinstraße 72. Redner: Dr. LeopoldPlaschkes, Oherbüurat Stricker. Montag, den 18. April. ... L e o p ol d st a d t. 6 Uhr nachmittags, Bethaus Gemilath-Chesed, Littenbrüungässe 18. Redner: Dir. Boxenbaum, Doktor Glanz. -' 6-Uhr, Bethaus, Ennsgasse 17. Redner: Chune Dörfles David Nebenzahl. - 8 Uhr abends, Cafe Dänemark, Praterstraße 48. Rednsvi'Dr. Josef Löwenherz, Dr. Goldhammer, Dr> R y b a t s ch e w s 1 y. . ,6. Ahr abends, Volksküche, 2. Bez., Krummbaumgasse Nr. 8. Redner: Dr. Destder Friedmann, David Ne- Lenzah!. 8 Uhr-abends, Sektionslokal, Jungstraße 8. Redner: Jchuda -S ch m i d t, Dr. P l a s ch -k e s, Dr. Israel T a ubes. Alsergrund. 8 Uhr abends, Cafe Metropol, Soutcvrcnn, Bevggasse Nr. 33. Redner: Dr. Georg Weiner, Ing. Robert Stricker. « Brigittenau. 4 Uhr nachmittags, Btthaus Ansche Dath w' Zedek, Trüuenfelsgasset Redner:' Dr. Israel Taubes. 8 Uhr abends, Toynbeehalle, Denisgasse 33. Redner: Dr. Israel W a l d m a n n, Dr. Josef L ö w e n h e r z. All llle Svrengellelter! Diejenigen Sprengelleiter, welche ihr Material noch Nicht abgeholt haben, wollen unverzüglich in unserem Zentralwahlbureau, Wien, 2. Bez., Taborstraße 1—3 (Telephon 43-3-19, 44-0-38), das Material in Empfang nehmen. Mische Studenten und Studentinnen! Nur noch wenige Tage trennen uns von den Wahlen. Habet ihr vergessen, daß ihr an den Hochschulen schutzlos, dem Antisemitismus ausgeliesert seid? Wisset ihr nicht, daß ein Gesetz in Vorbereitung ist, das euch zu rechtlosen akademischen Bürgern erniedrigt? Begreifet.ihr, daß nur bewußt jüdische Vertreter,, auf jüdisches Programm gewählt, eure Interessen vertreten können? ' Ihr dürft nicht untätig abseits stehen, wenn es um eure Wchte und um eure Ehre geht. Wir fordern euch aus, euch vollzählig in den Dienst der jüdischen Sache zu stellen und an der Wahlarbeit tatkräftig teilzunehmen! Werbet für die „Jüdische Liste"! Das Wahlkomttee der jüdischen Studentenschaft. * Anmeldungen zur Mitarbeit werden entgegengenommen: . a) Mensa academica judaica, v. Bez., Zimmermannplatz 8, bei Frl. Braunstein, täglich von 12 bis ü Uhr. b) In der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, 9. Bez., Türkenstraße 9, täglich von 4 bis 10 Uhr. c) Im jüdischen Wahlbureau, 2. Bez., Taborstraße 1, während des ganzen Tages. d) Im jüdischen Agitationslokal, 9. Bez., Glasergasse Nr. 4 a (Souterrain), täglich von 3 bis 6 Uhr. .ftqqftooeeaeetteecieoftQQoeaeafteaegoeeaoeea} IBLAIMSCHEINS! Pflanzen-Margarlne j TERNO Unerreicht in Qualität und Preis! j> Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehr- < s würden des Herrn Oberrabbiners S. F ü r s t je Darf ln kainant jüdisch an Haushalt fehlen i \ noe TOD j lieber all erhältlich 164 <j KARL BLAIMSCHEINS vereinigte Margarine- und j Butterfabriken, Wien, 14. Bez., Diefenbachgasse 59 < s An Die MWe SngenD Stau! Seid ihr als Z i o n i ste n an den Wahlen interessiert oder nicht? Ueberlegt das selbst, nachdem ihr die Ausführungen eurer Freunde gehört habt. Erscheinet alle in den jüdischen Jugendversammlungen, in welchen Studenten zu euch sprechen werden! Das Wahlkomitee der jüdischen Studentenschaft. # Jüdische Jugendversammlungen finden statt: Samstag, präzise 3 Uhr, Lese- und Redehalle jüdischer . tzochsch'''-"', 9. Bez., Türkenstraße 9, Mädchen der- I s a m - g. Redner: Chaim Ge Iber/ Dr. S. j Sch' ' v, M. Landau, Jakob Stark. Tagesbericht. Revkeselmtg des Vereinsrechtes an der Wiener llniverfitöt. Ter akademische Senat der Wiener Universität hat sich in seiner letzten Sitzung mit den Rechten der studentischen Korporationen an der Wiener Universität und mit der Anerkennung dieser Körperschaften befaßt. Der Senat hat die Rechtsstellung der Vereine aus neue Grundlagen gestellt und — nach einer Kundmachung des Rektors — folgendes beschlossen: Die Ausübung der Rechte der studentischen Vereinigungen auf dem akademischen Boden der Universität hat zur Voraussetzung die Anerkennung der Vereinigung durch deu akademischen Senat. Diese Anerkennung wird nur auf b e s o u d e r e s Ansuchen erteilt. Als erste Bedingung für diese Anerkennung wird, um die Ausübung solcher Korporationsrechte durch Zwergverbindungen hintanzuhalten, eine Mindestzahl von Mitgliedern gefordert, derzeit zwanzig, und zwar. müssen diese ordentliche Hörer einer Wiener Hochschule sein. Der Nachweis dieser Mitgliederzahl ist alljährlich neu zu erbringen. — Eine weitere Vorschrift geht dahin, daß die Funktionäre der Vereine ordentliche Hörer der Universität (also keiner' anderen Hochschule) sein müssen. Die Vereine dürfen ferner keine Tätigkeit entwickeln, die den Interessen der Universität zuwiderlaufen. Bon der Anerkennung des Vereines werden folgende Rechte abhängig gemacht: Zunächst das Recht, Eingaben an die akademischen Behörden namens des Vereines zu machen, das Recht, beim Rektor, und den akademischen Behörden korporativ vorzusprechen; nur an anerkannte Vereine können fortan Räumlichkeiten in der Universität überlassen werden, und zwar gegen jederzeitige Kündigung; das gleiche gilt betreffs der sallweisen Ueberlassung von Hörsälen zu Vorträgen oder anderen Veranstaltungen. — Bon der Anerkennung hängt auch die Gestattung von Anschlags tafeln, das heißt das Recht zur Veröffentlichung der Ankündigungen in der Universität ab. Die Entziehung der Anerkennung durch den Senat kann erfolgen, wenn eine dieser Voraussetzungen, z. B. die Mindestzahl oder die Zugehörigkeit zur Universität, sich ändern, besonders, tvenn die Interessen der Universität durch - die Bereinstätigkeit schwer gefährdet werden. Die Verfügung des Senats tritt mit dem beginnenden Semester in Kraft, so daß die Vereine bis Mitte Mai um die Anerkennung ansuchen und von diesem Wintersemester angefangen nur jene Vereine obige Rechte auSüben können, dir die Anerkennung des Senats nach Beibringung der Liste ihrer Funktionäre und eines genauen Mitgliederverzeichnisses erlangt haben. * Es war schon hoch an der Zeit, daß sich die akademischen Behörden endlich dazu herbeiließen, die strittige Frage des Studentenrechtss zu klären. Ob die gefundene Lösung die richtige ist, muß mehr als zweifelhaft erscheinen. Die akademischen Behörden werden durch die obligatorische Einreichung der Mitgliederlisten jedes Vereines die Möglichkeit haben, über die politische Gesinnung jedes einzelnen Studenten genauest informiert zu sein. Die Koalitionsfreiheit wird durch diese Möglichkeit der Bespitzelung arg in Bedrängnis geraten. Und noch eine zweite Bestimmung des neuen Studentenrechtes muß das schwerste Bedenken erregen, nämlich die Entziehung der Anerkennug, wenn durch den Verein die Interessen der Universität schwer geschädigt werden. Diese Kautschukbestimmu n g kann sehr leicht mißbraucht iverden. Da kann eS ganz gut passieren, daß nicht die Hakenkreuzler, die den geordneten Studienbetrieb durch ihre Ueberfälle stören, gegen die Interessen der Universität handeln, sondern die jüdischen Studenten, die sich dagegen zur Wehre setzen. Ob von nun an die Änschlagskäslen in der Universität nicht mehr die beliebten Pöbeleien gegen die jüdi schrn Studenten enthalten werden? Es wird einzig und allein auf deu akademischen Senat ankommen, der die Bestimmungen handhabt. Man kann diese neue Ordnung nur mit schärfstem Mißtrauen behandeln. Sine nächtliche Haitsvuechsnchnng in der „Akbelter-3ektung". Bergrat Ing. Reinl, der im Jahre 1928 den früheren Staatssekretär für Heerwesen Dr. Deutsch in einem Gasthausgarten in St. Nikola als Schuft und fein Vorgehen als Schufterei bezeichnet hatte, war damals in beiden Instanzen freigesprochen worden. Disset Tage veröffentlichte die „Arbeiter-Zeitung" eine Interpellation des Abgeordneten S ch e i b e i n, in der Reinl, der im Jahre 1922 Beamter der Salinenverwaltung in Hall war, unlautere Manipulationen mit Bauholz und Zement vorgeworfen wurden. In einer anschließendeir Gloffe tmirden Reinl ausdrücklich Lumpereien vorgoworfen. Daraufhin ließ dieser durch seinen Arrwalt die Ehrenbeleidigungsklage gegen ba? Blatt einbringen und in der Redaktion der „Arbeiter- Zeitung" Donnerstag nachts eine Hausdurchsuchung nach dem Manuskript vornohmen. Der verantwortliche Re> dakteur des Blattes wollte diese mit der Begründung verweigern, daß das Haus Eigentum des Bürgermeisters Seitz sei, der als Abgeordneter die I m m unität genieße. Trotz dieses Cinspruches wurde die Amtshandlung fortgesetzt und von der Durchsuchung nur dir Schreibtische der immunen Abgeordneten A u ft e r I i tz und Dr. Bauer ausgenommen. Die Polizeikommission beschlagnahmte schließlich sämtliche noch vorhandenen Exemplare der „Arbeiter-Zeitung", die den inikrirninierten Artikel enthielten. Beendigung des Streik» in »er österreichischen Gummi-Industrie. Aus Linz wird gemeNrt: Rach monatelangen Verhandlungen und vierwöchigem Streik in der österreichische 'Gummiindustrie kam es mir zu einer Einigung. Bei d>ev Firma Reithoffer in Garsten bei Steyr, die über 500 Arbeiter beschäftigt, wurde gestern noch mit den Vorbereitungen zur Wiederaufnahme des Betriebes begonnen. Auch in den Gummifabriken Traiskirchen, Josefstal, Brertensee und Stadlau wird, sobald cs technisch möglich ist, die Arbeit wieder ausgenommen werden. Sie Sienstmänner wollen sich automodilisieren. Die Genossenschaft der Wiener Dienstmärmer ist im Begriffe, sich nach deutschem Muster zu modernisiererr. will das Dienstmann-Gewerbe automobilisieren. Dadurch will sie bewirken, daß dem Publikum und der' Geschäftswelt die Kolli möglichst billig befördert werden. Zur Gründung dieser geplanten Wirtschaftsgenossenschaft beruft Vorsteher Schweinburg für den 18. d. M., um 2 Uhr nachmittags in die Gastwirtschaft Friedrich!, 7. Bez., Neustiftgasse 5, eine Gmwssenschaftsversammluug ein. e Was ein Kubikmeter Gas leistet. Der moderne Haushalt und die fortschreitende Technik in Gewerbe und Industrie haben sich, um den Anforderungen der Zeit gerecht werden zu können, vielfach auf die verschiedenste Verwendung von Gas eingestellt. Jnsbesonders die Wiener Haushalte und Gewerbe, die von den städtischen Gaswerken mit einem Gas beliefert werden, dessen Kublkmeterpreis von neunzehn Groschen weit unter dem Friedenspreis steht, haben sich die Mlligkvit, Nützlichkeit und Zweckmäßigkeit der Gasverwendung zunutze gemacht. Der beste Beweis dafür ist die Tatsache, daß die Zahl der Gasabnehmer, die am 31. Dezember 1913 nur 211.815 betrug, bis 31. März I. I. auf 349.070 stieg. Diese bedeutende Vermehrung ist begreiflich und selbstverständlich, wenn man die Leistungen kennt, die ein Kubikmeter Gas vollbringt. Es sin-d erstaunliche Leistungen und deshalb verdienen sie, soviel wie möglich populär gemacht zu werden. Jnsbesonders die Hausfrau, die heute noch die Kohlenfeuerung in ihrem Haushalt benützt, sollen die hervorragenden Leistungen interessieren. Für neunzehn Groschen, also mit einem Kubikmeter Gas, kann zweimal ein Mittagessen für fünf Personen, bestehend aus Suppe, Fleisch, Gemüse und Mehlspeise, mit der Znbereitungsdauer von anderthalb Stunden gekocht werden. Es können auch zivei bis drei Kilogramm Schweine- oder Kalbfleich, eine mittelgroße Gans oder fünf Hühner mit der Bratdauer von drei Viertel bis anderthalb Stunden gebraten werden. Auch beim Backen erzielt ein Kubikmeter Gas großartige Leistungen. So können drei Gugelhupfe, die je von einem halben Kilogramm Mehl bereitet werden, drei Pfannen Buchteln, die je von drei Viertel Kilo« ' gramm Mehl hergestellt werden, und schließlich vier Topfen« kuchen, von denen jeder aus anderthalb Kilogramm Mehl gemacht wurde, mit der Backdauer von zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten gebacken werden. Auch bei der Bereitung von Warmwasser, das jeder Haushalt erfordert, leistet ein Kubikmeter Gas Vorzügliches. Er reicht aus, um zwanzigmal je einen Liter Wasser siedend zu machen oder hundertvierzig Liter Badewas/r auf 35 Grad Celsius zu erhitzen. Ein besonderer Vorteil der Leistungen eines Kubikmeter Gas liegt darin, daß er für das Bügeln mit einem Gaseisen fünf Stunden ausreicht. Alle diese Beispiele Mssen sicherlich jede moderne Hausfrau nicht nur von der Äistungssähigkeit eines Kubikmeter Gas, der, es sei nochmals evivähnt, nur neunzehn Groschen kostet, überzeugen, sondern auch von der Nützlichkeit und Zweckmäßigkeit der GaSverwendung Überhaupt. Deshalb kann die Schlußfolgerung daraus nur eine sein, die lautet: GaS verwenden, heißt Zeit und Geld sparen.

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