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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-14 · Heft 2920 (14.4.1927) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2920 (14.4.1927)
Date
1927-04-14
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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14. «prü 193? Ut. 3920 Oft!«» AmhimM». XBten, VDniKI»rag .....^fyrja^jagTaragss' ^gs,-rmgB «Mdsatzend fSeM.ll». ZlotoPvlsV. Aus Baden bei Die n wird uns berichtet: AuS Anlatz der llebe^Llung unseres zionistischen Freundes, des Herrn R. M. Z l a t o p o l s I i, nach Palästina fand Samstag, den 9. April, im Hause des Herrn Fußmann eine solenne AbschiedSfeier statt. Auf dem Festban!>t, das sehr animiert verlief, sprachen die Herrn Rappaport, Rothschild, Kultusvorstand Schwarz, S. Komet und E. Ehrenstein. Hierauf mürdigte Salo Perl stein in längerer Rede Herrn Zlatopolfki als Menschen und zionistischen Juden und nahm namens der Jugend Abschied. AlS letzter wrach Herr Rabbiner S. Fried mann warme Worte des Abschiedes. In bewegten Worten darckte Herr ZlatopoMi in hebräischer Sprache für die Ehrungen, die ihm so reichlich zuteil wurden. Die Feier schloß milder Ueberreichungeiner Dankadresse. Herr M. M. Zlatopotzki ist ein Bruder des bekannten Zionistenführers tzilel Zlatopolfki. Bom Keren Kajemrth. Der Ausweis der Jänner-Leerung erfolgte in folgenden Nummern der ,,Wiener Morgenzeitung": 27. Februar, 6. März und 10. April. Di« Einzelnachprüfung der Leerungsrssultate ist am besten möglich, wenn die Adresse des Büchseninhabers angegeben wird. Persönliche Vorsprache sehr erwünscht! Govsieber in Swböhmen. Aus Prag wi^d gemeldet: Vor einigen Tagen wurde die Straße bei V o d n i a n in Südböhmen mit Kies geschottert, der aus einem naheliegenden Steinbruch gewonnen wurde. Beim Zerklopfen der Kieselsteine wurden Blättch§n eines biegsamen Metalls gefunden» .die die Arbeiter anfangs wegwarfen. Später wurde jedoch sestgestellt, daß es sich um G o l d handelt, das in den Ki^elsteinen eingeschlosien war. Das Arbeitsministerinm hat das erHältige Terrain' für den Staat sicherstellen lasten. Die Nachricht von den Goldfunden hat in der Umgebung ein wahres Goldfieber hervorgerufen. Sonntags wahlfahrteten Ströme von Menschen nach Vodnian zu der mit dem goldhaltigen Kies geschotterten Straße. E SrSfsuurrgsanzeige. Herr DmN Neumann, ehemaliger Restaurateur deS Hotel „Post", hat die Leitung der Gasttvirtschäft „Zur alten Universität", 1. Bezirk, Bäckerstraße 13, Telephon 79*0*68, übernommen. Reichhaltiges Mittagsmen« zu S. 1.20 und S. 1.40, gutgelagertes Schwechater Lagerbier mrd vorzügliches Wittingauer Heseper. Ersttlassrge Weine. E Frühling in Bade«. „Ein Frühlingstag im Wienerwald ist etwas herrliches, schade, daß man am Abend wieder in den Arm und deu Staub der Großstadt untertauchen muß. Bleibt man aber ein paar Tage draußen, so fehlt es oft am notwendigsten Komfort und jeglicher Unterhaltung." Wer hat diesen Ausspruch nicht schon selbst getan oder zumindest häufig angehört? Derartige Pessimisten schicke man getrost nach Baden; dort finden sie alles: Licht, Luft, Fvühlingszauber und Komfort. Die ^eise werden — dies ist ein Erfolg des rationellen Kurbetriebes — Heuer besonders mäßig angesetzt. Das vom-Vorjahre bestens bekannte Strandbad wird mit den ersten richtigen Frlchlingstagen eröffnet. Die Anlagen wurden in vieler Hinsicht noch erweitert, wie sich jeder bei einer Besichtigung, allenfalls bei einem Probebad zu Ostern überzeugen kann. Zu Ostern konzertiert die Kurkapelle dreimal täglich. Also vergessen Sie nicht hr Ihrem Osterbudget: Eine Fahrkarte Wi7n-B<rden. Setriite, BorttSge und Serfatntnlnttgen Volkshochschulen Leopokdstadt, Landstraße, Simmering und Brigitwmm. Von heute bis einschließlich Montag keine Vorlesungen. Briefkasten der Redaktion. Salo-Bad««. Die Adresse ist uns leÄer nicht bekannt., Gremium österreichischer Handelsvertreter (pro“ tokollierter und nichtprotokollierter), Beisender,. Kauflente in Wien. Einladung to adle jüdischen Handelsvertreter, Reisende, Kauf* (eute und Kommissionäre in Wien zu der h e n t « Donnerstag, den 14. April, 8 Uhr abends, im Theatersaal des Zentralkellers, Wien, II., Tabdrstraße 8 a, stattfindenden Handelsvertreter* Wählerversammlung TAGESORDNUNG: 1. Der Verzweiflungskampf der Handelsvertreter and Kommissionäre. 2. Stellungnahme zu aktuellen Problemen unserer Berufsbranchen. Referenten: A. M. Ehrlich, Präsident des Gremiums österr. Handelsvertreter, Reisender, Kaufleute und Kommissionäre. Oberbaurat Ing. Bobert Stricker. Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes. Kollegen 1 Jüdische Handelsvertreter, Reisende, Kaufleute und Kommissionäre, erscheinet in Massen» um unsere katastrophale Not und den Ruin des Handelsvertreterstandes kund zu tun, Hort unser wirtschaftliches Programm, um unsere Forderungen den Mandataren darzulegen. JÜDISCHE WEIT Srgunifuti»» der amrSuni'chen PaUißina- B>restdest-er. I« Newyork purde vor kurzem eine Organisation aller amerikanischen Juden, die in Palästina Boden besitzen, inS Leben gerufen. Der Zweck dieser Vereinigung, die den Namen „Magine Erez" (Beschützer deS Lande-) führt, ist den Mitgliedern die Möglichkeit zu bieten, ihren Bodenbesitz in Palästina rationell auszunützen. Bis heute haben etwa 20.000 amerikanische Juden in Palästina' Böden um den Betrag von vielen Millionen Dollars erworben, der zum großen Teile brach und unbebaut liegt. Diesem Nebel soll nun durch eine Art zentraler Verwaltung und BMrirtschafMug deS BodenbestzeS agbeholsen werden. Lu» Budget der -aüaffah. Aus Jerusalem wird der Zion. Korr, unter dem 6. d. M. berichtet: Die Kommission der amerikanischen Hadassah, die seit einiger Zeit im' Lande weilt, um oen inneren Betrieb der Hadassah in Palästina zu kontrollieren und zu neuen Vereinbarungen mit der Zionistischen Exekutive hinsichtlich der. Aufbringung der Mittel und der Kontrolle der Tätigkeit der Hadassah zu gelangen, hat im Namen der Hadassah mit der Zionistischen Palästina-Exekutive eine Vereinbarung, die natürlich noch vom Zionistenkongreß bestätigt werden muß, getroffen, wonach die Hadassah die volle V e r a n t w o r t u n g für ihr vom Kongreß. genehmigtes Budget übernimmt. Der Keren Hajessod wird somit der Hadassah weiterhin keine Subventionen mehr zukommen lassen. Die Kontrolle der Hadassah obliegt dem amerikanischen Direktorium unter Hinzuziehung eines Vertreters der Zionistischen Palästina-Exekutive. In Palästina selbst wird die Hadassah von einem beratenden Komitee kontrolliert werden, das aus sechs Mitgliedern besteht, von denen vier von . der Hadassah und zwei von der Zionistischen Palästina-Exekutive ernannt werden. Fra» MerkM Pijade gestor'en. ' Die Vorkämpserin für . die. jüdisch«: Gleichberechtigung in .. . Serbien. In Belgradstarb vor - einigen Tagen in hohem Alter Frau Merkada.Pijade- Die Verstorbene war eine der im Auslande wenig bekannten jüdischen Frauen, die -ihr ganzes . Leben dem jüdischen Volk gewidmet hat. Sie war die Tochter, des imvorigen Jahrhundert weithin bekannten Belgrader'-Grobkausmanns Ch a j i m N a ch-; m i^s^'ders schoiz lange^vordev zionistischen Bewegung seine Liebe , für iPalästina und dessen. Aufbau werktätig bekundete. .Er besuchte, zweimal Palästina und stand mit Mo.ses Montefiore,„ Baron Hirsch und Baron Edmond de R.o t h s chi l d. in Palästinaangelegenhii'en in : regem Briefwechsel. Seine Tochter Markada wurde später, als der- Zionismus sich zu organisieren begann, , die eifrigste intfc unermüdlichste Agitatorin. des Zi.nismus in Serbien. Der wichtigste und 'wirkungsvollste Schritt ihres Lebens, schreibt die jüdische Wochenschrift „Israel" in Belgrad, geschahim Jahre 1880. Gje wohnte zu dieser Zeit mslt . ihrer. Familie in Balje v o. Die Juden im alten Serbien waren noch damals apf dem Gebiete-des Handels und der Arbeitsmöglichkeit schweren Pesch änkungen unterworfen. Merkada lPijade begann den Kampf für die volle Gleichberechtigung , der Juden , in Serbi-n. Sie verhandelte in diesen.Fragen mit zwei Ministern, und zwar mit den Ministern Mijatovie und. Garaschanin. Als diese . VerhaMungen nicht den . vollen Erfolg hatten, erschien sie in Audienz beim König Milan Obrenovic. Ihr taktvolles und kluges Auftreten brachte ihre wichtige Aktion zum Völlen Erfolge. In den Kreisen der Regierung wurde; sie sehr gelobt und hochgeschätzt.,In den letztcn Jahren ihres Lebens lebte sie fast.ausschließlich für den Gedanken der i zionistischen Bewegung. , Dr. Bütte Pijäde, P.äsident der B'nei Mrith-Loge und Mitglied des Magistrats in Belgrad, gleichfalls eine führende zionistische Persönlichkeit in Jugoslawien, betrauert in der Dahingeschiedenen seine Mutter. Ae AiustelllNig »Li^illdische Freu Md du jüdische Hau" in «öl» Die am vorigen Sonntag in der Rheinlandloge in Köln eröffnet« Ausstellung »Dir jüdisch« Frau und das jüdische Haus" findet in der jüdischen wie in der nichtjMschen Oeffentlichkeit großen Anklang. In der vom Schwesternbund der Kölner Jüdischen Loge arrangierten Ausstellung sind die verschiedenen Feste und ihre Symbole, soweit sie, sich im häuslichen Leben darstellen, Gegenstand der Schau. Der gedeckte Festtagstisch bildet in den meisten Kojen den Mittelpunkt; auf ihm finden sich neben den Geräten, den schön gearbeiteten . Weinbechern und Karaffen, den Brottellern und Messern aus Sibber, den bronzenen Sabbatlampen, silbernen Leuchtern und kupfergetriebenen Gießfässem zum Händewaschen alle die Gegenstände, die besondere Gelegenheiten symbolisieren, so am Sabbqtausgang die feingeavbeiteten silbernen Riechbüchsen, oft in der Form zierlicher Türmchen, die kunstvoll gearbeiteten Passahgeräte, sowie die illustrierten Hagadahs. Die Laubhütte wird gezeigt, geschmückt mit Grün und Früchten. Auch öle Feste der Kinder ziehen vorbei, Chanukkah mit den, vielen Lichtern, den Menorahs, endlich die Purim-Symbole. Daneben finden auch die Familienfeste der Beschneidung, dev Einsegnung und der Hochzeit eindringliche Darstellung mit sinnig aufgebauten Gabentischen und dem fröhlich-ernsten Aufbau des TrauhrmmelS. Man sieht hier Arbeiten des Frankfurters Leo H o r o v i h in Silber und Bronze, einen prächtigen Dronzeleuchter von Benno E l k a n, Silberavbeiten von Friedlander in Düsseldorf, die Erzeugnisse der 5kunstgewerbeschule Freudenthal in Breslau, sowie Gemälde und Intarsien des bekannten Künstlers Oskar Haber er, früher Karlsruhe, jetzt Berlin. In einem besonderen Raume werden jüdische Familienbilder vom Gilde des 18. Jahrhunderts an bis auf unsere Tage gezeigt. Neben den festlich zugerichteten Räumen ist eine Sabbatnachmittagsstube mit jüdischen Büchern zu sehen. Professor Levy Bruhl siebzig Jahre alt. Wie aus Paris telegraphiert wird, feierte am 10. April Lucien L e v y B r u h l. der hervorragendste Soziologe der Gegenwart in Frankreich, Nachfolger von Emile Boutroux auf dem Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie an der Sorbonne. Herausgeber oer »Mevue Philosophiaue de la France et de l^Etvanger", Vizepräsident der Pariser Academie des scieneeS morales et politiques, seinen 70. Geburtstag. Beförderung von Professor Dr. M. Sobernbeim. Aus Berlin meldet I. T. A.: Ter Legationsrat beim Ausrvärtigen Amt, Professor Dr. M. So beruhe im, wurde zum ersten Legat'onsrat ernannt. Eine nachahmenswerte Einrichtung. Aus Kiel wird uns geschrieben: Unsere Religionsschule hat ein Kparsystem für wissenschaftliche Fahrten eingerichtet. Dadurch ist es den Schülern möglich, Reden in andere Gemeinden zu unternehmen. Nachdem zunächst nur die Gemeinden der Provinz, auch Altona und Hamburg, besucht wurden, galt die letzte Reise der Gemeinde Berlin. Die Schule hielt sich unter Führung ihres Leiters Rabbiner Dr. A. Posner vom 4. bis 7. April in Berlin auf, lernte die großen Synagogen, religiösen und sozialen Einrichtungen und das jüdische Leben Berlins kennen. Wie an anderen Orten fand die Schule auch in Berlin gastfreie Aufnahme und Führung durch die Kenner der einKelner« Stätten. Neue Reisen werden schon geplant. Bühne und Kunst. Ae .Sans« Natter". R«>>« Wiener Bfchn,. Das wirklich heitere Spi:l von Stärk und E i s l e v feiert« in der Wasa^asse fröhliche Aufersteh-irng. Die Advokatenpersislag« hat von ihrer Aktualität nichts eingebüßt, besonders, wenn die Herren Rechtsanwälte so gut wie von den Herren Zeisel und Marcelt Benard gegeben werden. Sie erweisen sich als ebenso tüchtig im (An)stiften einer Ehe, wie in deren Schridung, aus Idealismus und tvegen der Exprnsnote. Die Figur des zur Ehe gepreßte« Solizilators wurde wieder vom Mi'.autor Ludwig Stärk dargestellt. Er hat seinen Mann diesmal noch mit Schwciijk- Nuancen bereichert, was ihm dröhnenden Applaus eintrug. Herr Daehn ist ein Dichterkomponist aus Kattowitz; er macht das sehr lustig. Frau Garden, im Pyjama ebenso pikant wie unnahbar, wenigstens für ihren Gatten, prickelt tänzelnd durch das Stück, dessen Gerichtsszene voll Ulk ist. Außer den Genannten hatte das bewährte Ensemble der Bühne reichen Anteil an der freundlichev Aufnahme. a. s'. PrSf«»»»a«rschSffe für BSHaeukandidaten. Wie bereits mitgetcilt, hat der Kartellverband deutscher Bühnenangehöriger eine „Warnung vor dem Schauspielerberuf" erlassen. Nunmehr hat der deutsche Bühnenverein und die Genossenschaften deutscher Bühnenangehöriger, die auch ihrerseits eine „Warnung vordem Zulauf zum Theater" erlassen haben, den gemeinsamen Beschluß gefaßt, p a r i t ä t i s ch e P r ü f u n g s a u ss ch ü f jeeinzurichten, damit diejenigen, die trotz dieser Warnungen den Schauspielerberuf ergreifen wollen, auf ihre Begabung geprüft werden. Die Warnung der genannten bewen Körperschaften ist noch eindringlicher als die kürzlich mitgetMe Warnung des KartellverbanheS. — Wir fürchten, diese Prüfungskommission wich das Schauspielerelend nicht beseitigen, aber das Untaler^ approbieren. Aar Dttt Theatern. Operntheater. Morgen bleibt das Theater geschlossen DamStag, halb 8 Uhr, „Der Maskenball". Kammerspiele. Heute, halb 8 Uhr, Uraufführung von „Mary und die Liebe", „unanstäl.vigc" Bi.der aus dem Leben einer anständigen Frau, von Siegfried Geyer, mit Erika Gläßner. Moderne- Theater. Samstag Erstaufführung von Louis Berneuils Lustspiel „Fauteuil 47", deütsch von Robert Blum. Sonntag und Montag nachmittags „Die Peitsche und . „Der ungebetene ©oft", „Besuch Im Bett", ^Lauf' doch nicht immer nackt herum". Trostlose Lage der österreichischen ProvinWhnen. Unter dem Vorsitz des Theaterreferenten der Stadt Innsbruck, tagte heute im Sitzungssaal des Bühnenvereines eine Versammlung der Tbeaterreferenten aller österreichischen Provinzbühnen. Einmütig wurde berichtet, daß die Provinztheater, an die in künstlerischer Beziehung stets steigende Anforderungen gestellt werden, in schwerer finanzieller Bedrängnis sind. Es wurde abermals hervor gehoben, daß nur eine Subvention dieser Bühnen durch den Bund diese triste Lage bessern könnte. Hakoah-Orchester. Heute, Donnerstag, 7 Uhr abends, B o l > probe.— Sonntag keine Probe.

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