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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-14 · Heft 2920 (14.4.1927) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2920 (14.4.1927)
Date
1927-04-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Men, Donnerstag SHettet Morgeirzeitimg n: Aprki rsZ? M. sm ££ Denecin krästigk den Organismus — fchÜK vor^ Erkrankungen, «—w J* * Wahimeeting der lüdMen Turner?chast. Heute, Donnerstag, findet im Lokal des Turnvereines Waikkabi, 9. Bez., Liechtensteinstratze 29, ein Ä a h l m e et i« g der jüdischen Turner statt. Sprechen wird Oberbaurat Ing. Robert Stricker. Jugendliche Gäste willkommen. Beginn der Versammlung um halb 9 Uhr abends. Mdifche WZtzlerversnrmnlnngen. Honte Donnerstag (8 Uhr abends): Zeopoldftndt. Cafe Edison, Bereinsgasse 15, Ecke Darkmngasse. Redner: Gemein de rat Dr. Plafchkes, David Rebenzahl. — Zcntrnlkeller, Tnborstraßc 8 a. Redner: 9L M. Ehrlich, Gemeinderat Dr. Plafchkes, Oberbaurat Ing. Robert Stricker. — Verein „Nasche Hilfe", Iosefinengasfc 7. Redner: Genleinderat Dr. Leopold P l a f cf) f c s, David Nebenza h l. Neubau. Restaurant „Grüner Baum", Mariahilferstraßc 56. Redner: Gemeinderat Dr. Leopold Plafchkes, Dr. Eugen Felix, Dr. Desider F r i e d m a n n. Alsergrund. Saal des Turnvereines Makkabi, 9. Bez., Liechtensteinstraße 20. Dersaminlung der jüdischen Turnerschaft. Referent: Ing. Oberbaurat Robert Stricker. Döbling. Gasthaus Payer, Silbergasse. Redner: Ing. Freundlich, Dir. A l t m a n n, Alfred W e i ß h u t und Ehaim Gelber (letzterer an die jüdische Jugend). Brigittenau. Restaurant Hacker, Rauscherstr. 5. Redner: Genieinderat Dr. Leopold Plafchkes, David Neb-en z a h l. VERBAND JÜDISCHER KAUFLEUTE, INDUSTRIELLER U. GEWERBETREIBENDER IN WIEN, II., REMBRANDTSTR.16 TEL. 45-8-34 E8Ri2LA£&3J!$$i2 an alle jüd. Kaufleute, Industrielle, Gewerbetreibende, Handelsvertreter und Kommissionäre in Wien, zu der heute Donnerstag, 14. April, 8 Uhr abends im Zentralkeller, Wien, II., Taborstr. 8 a, stattfindenden %04itätew-,UcKsammlnm&. Tagesordnung: I. Der Verzweiflungskampf der Kaufleute, Industriellen, Gewerbetreibenden und Handelsvertreter. — II, Wiederbelebung der Volkswirtschaft. — III. Stellungnahme der jüdischen Kaufleute, Industriellen, Gewerbetreibenden u. Handelsvertreter zu den bevorstehenden Wahlen. Referenten: A. M. Ehrlich, Präsident des Gremiums österr. Handelsvertreter, Reisender, Kaufleute und Kommissionäre; Oberbaurat Ing. Rob. Stricker; GR. Dr. Leopold Plaschkes. I Jüdische Kaufleute, Industrielle, Gewerbetreibende und Handelsvertreter! Erscheinet in Massen, um unsere Not und den Ruin des Kaufmarmstandes kundzutun und unseren Mandataren unsere Forderungen darzulegen. geritzt werden, als Saft eine vortreffliche Salbe Hervorquillt. Bei Jericho ist die fruchtbarste Gegend Judäas mü> es gedeiht daselbst der Balsam in Menge. Den Balsam bezeichnet Josephus als köstlichstes Erzeugnis des Landes. Auch Galen holte sich gerade aus Palästina den Opobalsam. Nebstdern wird auch der Hennastrauch (Kypros) erwähnt. Die Henna diente zum rosigen Färben dier Finger- und Fußnägel. Den Honig hielt man, wie aus Plinius hervorgeht, für ein Konservierungsmittel. Josephus berichlrt, daß die Leiche des vergifteten Ariftobal lange in Honig einbalsamiert, lag, bis sic in der Königsgruft bestattet wurde. Oel wurde bei den Leibesübungen in den Ringschulen verwendet zunr Einreiben der Glieder. Die Juden durften ein fremdes, nicht von den Stammesgenossen geliefertes Oel nicht benützen. Unter dem Einfluß der eindringenden hellenistischen Kultur hob sich auch das Badewesen; König Agrippa ließ prächtige Badeanstalten aufsühren. Man gebrauchte Warmbäder und Oelhäder zu Heilzwecken. Besonders rühmt Josephus die warmen Quellen von Emmaus bei Tibcrias und die warmen Quellen von Kallirrhoe. * Diese Bruchstücke mögen zeigen, daß das Studium der Schriften des Josephus auch für den Arzt von Interesse ist. Der römischen Macht hat er willig gehuldigt, der hellenischen Kultur Bewunderung gezollt, aber trotzdem fühlte er sich dauernd seinem Volke verbunden, er wollte in der heidnischen Umwelt Israel zu neuen: Ansehen verhelfen und begegnete erhobenen Anwürfen und Verunglimpfungen mit voller Energie. „Niemals werde ich so sehr unter den Freniden aufgehen", so sagte er einmal. in seinem Werke über den Jüdischen Krieg, „daß ich aufhören werde, meiner Abkunft zu gedenken, daß ich meiner Stammesgenossen vergasen werde." Die Geschichte seines Volkes zu schreiben, die Ideen darzulegen, für die es lebte, stritt und litt, das schien ihm der beste Weg, um den anderen Anerkennung abzuringen. Auch wir sollen nicht vergessen, daß die Geschichte, dort, wo mit Argumenten der Kamps geführt wird, eine Rüstkammer ist, die Waffen des Geiste.' liefert, daß jeder Stand, der seine Bergangmhcit geringjchätzt, sich selbst verleugnet! HaBatelier HEILIG & C», I., KlrninersfraBe 9 Telephon 78-1*86 Telephon 78-1-86 y| E » MONATLICH t SO*- MONATLICH % 60— MONATLICH S 00'- 1 Frühjahrsanzug 1 Modehose I Frühjahrsanzug 1 Frühjahrsrock 1 Frühjahrsanzug 2 Hosen 1 Sommeranzug 1 Ffühjahrsrock 1 Sömmeranzug 1 Winterpaletot 1 Sommeranzug 1 Winterpaletot 1 Herbstrock 1 Herbstanzug 1 Modehose 1 Smokinganzug 1 Modehose ABONNEMENT-DAUER ZWEI JAHRE 1 Sportanzug 1 Ueberrock Kleider bleiben Eigentum des Abonnenten. — Bügeln, Reparaturen kostenlos Inklusive Abholung und Zustellung. — Garantiert beste englische Steffe und erstklassige MaBarbeH. Sie Lase der Süden in RumSnien. Ein Appell des Board of Drputies an den Völkerbund. London, 10. April. Der Jewish board of Deputies ijat heute einmütig den folgenden Beschluß gefaßt: , Im Hinblick auf den Bericht des Joint Foreign Committee betreffend öle Lage der Juden in Rumänien, drückt der Board of Deputies, der die jüdischen Kongregationen und die anderen repräsentativen Organe der Juden im britischen Reiche vertritt, sein tiefstes Mitgefühl mit den rumänischen Glauüensbrüdern aus, die den Angriffen auf Leben, Eigentum und Ehre ausgesetzt sind. Der Board Protestiert in feierlichster Form gegen das Versagen der rumänischen Regierung in der Angelegenheit des Schutzes der loyalen jüdischen Bevölkerung und in der Gewährung gleicher Rechte und der Gleichheit vor dem Rechte, aus die alle rumänischen Bürger laut den Bestimmungen der rumänischen Verfassung und laut den in den internationalen Verträgen eingegangenen Verpflichtungen des rumänischen Staates Anspruch haben. Das Joint Foreign Committee ist ermächtigt, alle chm ratsam erscheinenden Schritte zu unternehmen, um die Drangsale der rumänischen Juden zur Kenntnis des Völkerbundes zu bringen und die Geneigtheit der britischen Regierung zu gewinnen, in der Weise, daß diese Regierung die Aufmerksamkeit des Bölkerbundrats auf die von Rumänien verübten Verletzungen des Minderheitsvertrages vom 9. Dezember 1919 (wie in Arti«kel 12 dieses Vertrages vorgesehen ist) lenkt. Ae Pogromhetze in DentWand. Berlin, 12. April. (I. T. A.) Im Sportpalast wurde gestern abends eine republikanische Kundgebung abgchalten, in der Oberpräsident H ö r s i n g und ' Äbg. Dr. Josef Wirth die Hauptredner waren. Oberpräsident Hörsing wandte sich im Verlauf seiner Rede mit großer Schärfe gegen das Treiben der Radau-Antisemiten. Er sagte-: In keinem Lande . Europas ist die Geduld, die Langniutr dev staatserhaltend err Bevölkerung, der Republikaner, so groß gegenüber den Feinden der Republik, wie in Deutschland. Die. furchtbare K ul t u r s ch a n d e des Radau-AntisemitiSnms ging über uns und bereitete den Weg für die große Schande, die uns betroffen, für den politischen Mord, vvr. Da wurde in letzter Stunde unser Bund, das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, gegründet. Unsere beispiellose Entwicklung ist beginnt. Wir trugen, die Farben der Republik bis ins letzte Dorf. Wir stellten das Vertrauen zur Republik wieder her. Doch es sieht so aus, als ob wir und das ganze Land nicht zur Ruhe kommen sollten. Der Ausgang der letzten Reichspräsidentenwahl weckte bei den Rechts- Rbolschewisten wieder Hoffnungen. Jetzt kam die Rechtsregierung als ihr Ideal. Es ist kein Zufall, daß ms.t. dem Erscheinen dieser Rechtsregierung die Bewegung der Rechtsverbände mit dem' ganzen Radau-Antisemitäsmus gewaltig aufge flammt ist und das Kleinkaliberunwesen erschreckend zu nimmt. Die Führer der Rechtsverbände führen eine drohende Sprache gegen die Republik. Sie verfügen zurzeit über große Geldmittel. Anstelle der Staatsordnung ist in vielen Orten Deutschlands der völkisch-nationale Radau erschienen, jüdische Bürger sind brutal mißhandelt worden. Wir haben zu der Landespolizei, insbesondere zum preußischen Minister des Innern und seinen Beamten, daZ' große Vertrauen, daß diese Radaubrüder von der Straß« gebracht werden, daß ihnen Hören und Sehen vergeht. Aendernng des Atel» des Königs von England. L-oudon, 13. ,April. Der König gab feine Zustimmung zu dem Entwurf, der den Titel des Königs von England und den des britischen Parlaments ändert. Der bisherige Titel ,church Gottes Gnade König des Vereinigten Königreiches" wird nunmehr erweitert durch die Worte „von Großbritannien, Irland und den überseeischen Dominien." 1 Die Aendernng des Titels des britischen Parlaments soll dem Umstand Rechnung tragen, daß der irische Frei - staat ein eigenes Parlament besitzt. ~ Am feesten sind doch die Geschka-hüte Vti., Kaif@?s3r«B0 129 Wt£tf II., AlioiofraSo Nr. 0 Wloirkatastrophe in Amerika. Alle Stadt vom krvboven verschwunden. — Savlrelchr Todesopfer. New Work, 13. April. Die Staaben Arkansas und Texas wurden von einer schweren Zyttonkatastrophe hcimgesucht. Im Staate Arkansas hat ein Wirbelsturm die Stadt Fordsmith fast vollkommen dem Erdboden gleichgemacht, die Häuser wurden niedergemäht, die 'Zahl der Todesopfer steht noch nicht fest. Im Staate Texas wurde die Stadt Rockssprings halb zerstört, dort gibt es nahezu 150 Tote. In der nahe davön gelegenen Stadt Kerrywill, sowie in einer Anzahl Dörfer der Umgebung sind etwa 100 To t e zu beklagen. Viele Orte sind zerstört. Das Fehlen jeglicher telephonischer und telegraphischer Verbindung gestattet noch keinen genauen Ueberblick über die heimgesuchten Staaten. Sonderzüge mit Hilfspersonal und medizinischem Material sind an die Unglücksstätten abgegangen. Brand eines New Dotier Woltenkmtzers. Aus Newyork wird berichtet: Der vierzigstöckige Neubau' des New Netherland-Hotels, gegenüber dem Plazahotel, 59. Straße, Ecke Fünfte Avenue, steht in Flammen. Die Ursache ich unbekannt. Der Dachstichl hat Feuer gefangen. Das Flammenmeer erreichte spät.' abends das zwanzigste Stockwerk. Es handelt sich um die größte Feuersbrunst in der Newyorker Lokalchvonik. Die Feuerwehr ist völlig ohnmächtig, da der Wasserdruck für diese Höhe unzureichend ist. Sie begnügt sich mit der Absperrung und Sicherung der Nachbarhäuser, die durch den niederprasselnden Feuerregen bedroht sind. Der Schaden ist nicht festzustellen. Bisher sind noch keine Verluste an Menschenleben gemeldet. Petrolenmbrand in Rnmünken. Drei Gruben in Brand geraten. Bukarest, 13. April. Äus C a m p i n a wird gemeldet, daß eitte Petroleumsonde der Gesellschaft „Unitea" in Brand geraten sei. Infolge heftigen Windes griff das Feuer auf eine, andere Sonde dieser Gesellschaft und auf eine Sonde der Gesellschaft „Steaua" über. Ein Ingenieur und drei Arbeiter erlitten l ch w e r e Brandwunden. Der Materialschaden ist groß. Ansdeckung lommnnMcher Sprengftofflager in Bnlgarten. Sofia, 13. April. Die Polizei entdeckte in der Nähe des Städtchens Zladika in der Erde vergraben vier Petroleumbarrells, die mit Explosivstoff angefüllt waren. Insgesamt enthielten sie 88 Kilogramm Protil, denselben Explosivstoff, mit dem auch seinerzeit das Bombenattentat gegen die Kathedrale von Sofia verübt worden ist. Der Explosivstoff wurde vvn Kommunisten verborgen gehalten. Bas Menbotzmmglüd ln Brünn. Brünn, 13. April. Heute ist ein weiterer bei dem gestrigen Eisenbahnunglück verletzter Arbeiter-gestorben. Im ganzen sind somit bisher vier Todesopfer zu beklagen. Die Verletzung eines andern Arbeiters ist so schwer, daß mit seinenr Ableben gerechnet wird. Dev durch das Unglück verurs achie Schadenwild auf zwei Millionen Kronen geschätzt. 36 Todesopfer eines hindoftanifchen Bade« fester. Hardwar, 13. April. Im Verlaufe deS gwßen hindo» stanifchen Badefestes drängte sich eine zahlreiche Menschenmenge mit solcher Eile zunr Gangesfluß, um die heiligen Gewässer zu erreichen, daß 31 Frauen und 16 Männer im Gedränge umkamen. der zanidonl'Prozeb. Rom, 13. April. Heute hätten im Zaniboni-Prozeß Mussolini und sein Privatsekretär als Zeugen einvernommen werden sollen. Das Gericht beschloß jedoch mit Rücksicht auf die große dienstliche Inanspruchnahme dieser Zeugen, sich mü der Verlesung ihrer vor dem UntersnchungsrWer abgelegten Aussagen zu begnügen, obwohl der Militärstaatsanwalt den juristischen Einspruch erhob, daß das MÜitärßrafgesetzbuch eine bloße Verlesung von Zeugenaussagen nicht erlaube.

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