Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1927-04-12 · Heft 2918 (12.4.1927) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2918 (12.4.1927)
Date
1927-04-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2979076-2981905-2982006--29700-3017853
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

W»*' '5k! LV- 3dt; 4 Wien. Dienstag Wietrer MorgeUgeitung 12. April 1D27 Nr. 8918 Errichtung einer Anrtuaudererhave in Wien. Tie vHcncvütöivcftieu der österreichischen Bundeobahn.il har über Airregung des Wnnderungsamtes im' 10. Bezirk, Laxcuburgerstraße 2, in Wien eine AliHivandervthalke : >nit Kantine) geschaffen, dir zur Unterbringung von Durchivanderertransporteir, welche. Ihre Reise in Wien unterbrechen müsse«, und zur Unterbringung Non Auswandererlransporleu ans Oesterreich, die in Wien zusamntettglestellt «verden, dienen soll. Die Schaffung dieser Auswanderer- Halle war eine Notwendigkeit, da es aus verschiedenen Gründen, insbesondere aus sanitären Rücksichten nicht tveiter anging, dast Dnrchivanderertransvorte — wie dies früher wiederholt vurgckominen ist — in den stehenden Eisenbahnzügen oder auf beit Bahnhöfen nächtigen. In der Ausnmndererhallc wurden 50 Schlafgelegenheiten mit Strohsack, Kopfpolster und Decken geschaffen, so daß Transporte und Einzelauowanderer beziehungsweise -durchwanderer daselbst beste Ausnahme und Bequemlichkeit finden. Das Unterkunftoentgelt für die Nacht bei Benützung eines Bettes beträgt für Envachscne und Kinder über 10 Jahre 2 Schilling, für Kinder vom vollendeten 4. bis vollendeten 10. Lebensjahre 1 Schilling. Sie bebende Erde Aus Mostar in der Herzegowina wird gemeldet, daß dort Sonntag nachmittags, 3 Uhr 53 Minuten 21 Sekunden, ein ziemlich starkes Erdbeben verspürt wurde. Das Erdbeben hat keinen Schaden angerichtet. Zwei Minuten später erneuerte sich das Beben in verminderter Stärke. Der Bevölkerung hatte sich große Erregung bemächtigt. Wie aus K e c s k e m c t gemeldet wird, wurden Sonntag, 4 Uhr nachmittags, mehrere starke Erdstöße verspürt. Die Bewohnerschaft der Stadt, die bereits früher dorr einem schweren Erdbeben heimgesucht worden war, wurde von einer Pa nik ergriffen. Schäden wurden keine verursacht. Auch aus dön Städten N a g y k ö r ö s, C z e gled und Felegyhaza werden Erdstöße gemeldet. Die Erderschütterung war von unterirdischem Grollen begleitet. Umwandlung vo» Kohle in Anthrarit. Der „Matm" meldet: Ter Leiter der staatlichen. Versuchsanstalt für Kohlenverflüssigung A u d i b e r t 'sei bei seinen Versuchen zur Gewinnung von Petroleum aus Kohle unerwartet zu neuen Resultaten gelangt. Ms er die Destilterung bei verhältnismäßig niedriger Temperatur (500 statt 1100 Grad) in besonders konstruierten Hochöfen durchsührtc, habe er entdeckt, daß man au sein erTonnejeder beliebigen Kohle 750 Kilogramm ausgezeichneten Anthrazits gewinnen könne, ferner 75 Kubikmeter verdichtetes Gas imd 120 Kilogramm Teer. Die, Umwandlung von Kohle in Anthrazit bedeutet iwcf) einer Berechnung des /,Matin" für Frankreich eine j ährliche Ersparnis von 1.5 Milliarden Franken.. E Mit 97 Prozent Regelmäßigkeit trau 100 Prozent Sicherheit wurden die Linien der Polnischen Lnftverkehrs-A.-G. „Aerolot", Wien, l. Bezirk, Tegetthoffstraße 7, Tel. 71-0-84, mit Ganzmetallslugzeugen beflogen. Spruche des Sirakiden hervor: ,Zalte den Arzt in Ehren, wie es ihm zukommt, damit er dir zur Verfügung stehe." Tempelärzte. Als älteste, die Existenz eines eigenen Aerztestandcs, wenigstens Wundärzte andeutende Bibelstelle ist die im Exodus ent^rltene Rechtssatzung anzusehen, wonach jeder, der eilten anderen verletzt hat, für die Heilungskosten aufzukonlnten hat. Im Iosephus lautet dieses mos. Gesetz folgendermaßen: Wird er wieder heil und hat er vielen Vfufmaub durch seine Krankheit gehabt, so soll der' Täter ihm alte 'sAezahlen, rvas er für sein Krankenlager und für die Aerzte ausgegeben hat. Von Berussärzten ist bei Iosephus u. a. in der Geschichte der Könige Saul, David, Hiskia die Rede, wobei der Bibeltext aber keine Grundlage liefert. Uebereinstimmend mit der Bibel erzählt Josephns vom König Joram, daß er sich nach Jesreel zurückzog, um dort seine Pfeilschußwunde heilen zu lassen, ohne das Heilpersonal näher zu kennzeichnen. Wiederholt erwähnt unser Autor in der Krankheitsgeschichte des Herodes Aerzte. GNer Aerztin ist in der „Selbstbiographie" gedacht. Im Indischen Krieg wird zwar der Berwundetenpflege Erwähnung getan, aber nicht gesagt, von wem die Pflege besorgt worden ist. Aus einer Angabe des Iosephus, daß er es war dies vor seiner Gefangennahme durch die Röiner — zur Behandlung seiner Verletzung Aerzte kommen ließ, kann man die Existenz eines einheimischen Aerztestandes ablelten. Der Arzt gab sich auch nrit der Bereitung der Arzneien ah. Die Geburtshilfe lag aber ganz in der Hand der schon im Pentateuch erwähnten Hebammen. In der Paraphrase des 1. Kapitels des 2. Buches Mose läßt Iosephus den Pharao den ägyptischen Hebammen den Befehl erteilen, genau zu erforschen, wann die hebräischen Weiber niederkommen und die Geburt sorgsam zu überwachen. Er sagt ausdrücklich, daß dies deshalb geschah, weil nur solcherart das Gebot der Aussetzung und Tötung der neilgeborenen jüdischen Knaben durchzuführen war. In der Bibel sind es dagegen' die Hebammen der Hebräer, denen der Befehl erteilt wurde Sie „ENtgift" in 0er Flasche. In Lodz hatte eine Witwe, die sich durch einen kleinen Handel durchs Lesen schlug, groschemöLlse eine Summe zusammcngespart, die für die Aussteuer ihrer einzigen Tochter bestimmt war. Das Geld tauschte sie immer in Dollar um und stopfte diese in eine Flasche hinein, die sie sorgsam versteckte. Als sie nun kürzlich nach Hause kam, erzählte ihr ihre Tochter freudestrahlend, sic habe auf leichte Weise 15 Groschen verdient; sie habe unter altem Gerümpel eine Anzahl Flaschen gesunden und sie einem gerade des Weges kommenden Lumpenhändler angevoten, der ihr freilich nur drei Flaschen als brauchbar für 16 Groschen abgenonrmen habe. Die Mutter sah sofort voller Schrecken nach und fand ihre böse Ahnung bestätigt: die Tochter hatte gerade die Flasche mit den 60(1 Dollar perkauft. Die Frau alarmierte sofort die Polizei, die setzt aus der Such? nach dem Händler ist. Seebad Grado bei Triest -nto 1V2 PENSION GOLDBERGER Streng rituelle Rüche / Gigtner Schachet mit Reboles von drei orthodoxen Rabbinern / Sltäßige SBreise / QeSffnet von Sttai bis September / linier SHufstcht des ^Hamburger ‘Vereines für rituelle Speisehäuser. . Besitzet* A. Goldberger > ..- — Mer WSlfen ausgewachsen. Wie der indische Berichterstatter der „Tintes" aus AlLa» Hab ad meldet, fanden kürzlich Hirten in der Nähe von Mia« wana, 110 Kilometer von Allahabad entfernt, einen etwa zehn Jahre alten indischen Jungen kn einer Wolsshöhle. Aus den Fußspuren in und vor der Höhle ivar ersichtlich, daß der Junge hier unter den Wölfen gelebt hatte. Er war unfähig, zu sprechen oder aufrecht zu gehen. Er ging vielmehr auf allen Bieren, schlürfte das Wasser nach Wolfsart mit der Zunge und aß Gras. Man brachte den Jungen noch Allaihabad, wo er unter ärztlicher Behandlung im Krankenhaus verpflegt wurde. In der Nacht aber begann er tvild zu heulen, biß sich selibst und andere Patienten und mußte schließlich gefesselt weichen, damit Unheil vermieden wurde. Der Junge ist stark abgemagert, aber sonst körperlich gut entwickelt. Auf einer Seite des Gesichtes hatte er eine furchtbare Narbe, die offenbar von einem Ti'erbiß herri'chrt. Man hat den Jungen jetzt nach Boretsch gebracht, um ihn dort in einer Nervenheilanstalt zu «behandeln. Ssfc? rheumatischen Beschwerden mehr nach einer ein« sachenDenecin-Trinkkurk "" ' E Große Lkkasion in Ueßergaugr-RScken bei Malowan, 1. Bez., Spernelng LS. Vorgenannte Firma bringt wie alljährlich auch Heuer Ucbergangsröcke in den herrlichsten Farben und Dessins, modernsten Schnitten, in jeder Größe, durchwegs auf Seide gearbeitet, zum Preise von S. 160.—. Nachdem bei diesem AnM'bot großer Andrang zu erwarten ist, ersucht die Firma, nach Möglichkeit den Einkauf vormittags vorznnehmcn. Das Wetter. Der Einbruch von Polarluft aus dem Norden hat in europa die Temperatur stark gedrückt. Gestern früh herrschte überdies windiges Wetter. Die Vorhersage lautet: Wolrig, dabei ziemlich heiter, morgens kühl, Niederschläge nicht ausgeschlossen. Ei» Strandbad in Gmunden. Die Stadtvertretung Gmunden hat den Aickauf der zwischen dem ehemaligen toskanb'che» Besitz in Ort und dem Bootshause des Gmundner Ruderklubs sich erstreckenden Bucht des Gmundner Sees zum Zwecke der Errichtung eines großen Strandbades mit zirka 1000 Kabinen einstimmig beschlossen. Der Bau des Strandbades, mit dem unmittelbar nach Ostern begonnen werden soll, muß bis spätestens Ende Juni in allen seinen Teilen fertig sein. Dreizehn Wrggons Benzin verbrannt. Aus Bukarest wird gemeldet: Auf der Linie Ploestt— Sloüozia stießen zwei Petrolemnzüge zusammen, wobei dreizehn Waggons Benzin in Flammen aufgingen. Sechs Personen kamen dabei ums Leben. E Ein bewährtes und erfolgreiches Mittel zur Vorbeugung und Bekämpfung der am meistert gefürchteten Altersevscheiikung, der Arterienverkalkung, ist. der Sklerolsirup nach Univ.- Prof. Dr. Mladejovsky. Der Sklerolsirup fördert den durch die -Verkalkung behinderten Blutkreislauf und behebt damit die Ursache, die die Altersbeschwerden, wie Schwindelanfälle, Beklemmungen, Angstgefühle, Atemnot u. dgl. hervorruft. Der Sklerolsirup ist in Apotheken erhältlich. Generalvertrieb: Apotheke C. Brady, Wien, 1. Bezirk, Rotentnrmstraße 16, Ecke vnn a! fatvr H»r tiySloidlnS orJi rif tHrfl JÜDISCHE WEIT Sie ßhasaren Handsißrist in der ßambridger «niversitSts.Bibliothek. Großes Aufsehen erregte seinerzeit die Entdeckung einer jüdischen Handschrift zur Geschichte der Chafaren, die der seither verstorbene Rektor des jüdisch-theologischen Seminars von Rewyork Dr. Schechter in Kairo gefunden hatte. Diese Handschrift enthält wichtige Mitteilungen über den alten russischen Fürsten Oleg. Die Handschrift wurde damals von der Cambridger Universitätsbibliothek erworben, wo sie sich auch heute noch befindet. Der berühmte russische Orientalist Prof. Kokvwzew, der auch im Beiles-Pr ozeß eine wichtige Rolle gespielt hatte, reiste im Aufträge der Sowjetregieruug zum Studium dieser auch für die Geschichte Rußlands wichtigen Handschrift nach London. Ueber das Ergebnis seiner Studien äußerte sich Professor Kokowzew einen: Mitarbeiter der „Kraßnaja Gazettcv^ nne folgt: Die Chafaren rvaren bekanntlich ein selbständiges Volk, das int neunten und zehnten Jahrhundert ein eigeites Staatslvesen in Südrußland hatten. Zwei Jahrhunderte lmtg bildete der Chasarenstaat gewissermaßen die Grenze zwischen der zivilisierten Welt in Europa und dem „wilden" Rußland. Zur Zeit der höchsten Blüte ihres Staates nahmen sie den jüdischen Glauben att und wurden spater von den Russen vernichtet. Laut Ansicht Prof. Kokowzews steht die Echtheit der Hmtdschrift über jeden Zlveifel. Sie stammt allem Anscheine itach aus dettt 12. Jahrhundert und hat ttnter der Eiwoirkmtg der Zeit stark gelitten, so daß eine Mzahl von Stellen heute bereits kattnr mehr leserlich sind. Aus dieser Handschrift ist nicht mit Sicherheit festzustellen, in »velchem Jahr die Chafaren die jüdische Religion attgenommen und infolge ivelcher unmittelbarett Einflüsse! i sie diesen Schritt unternoninten haben. Da» Maische Gesetz über de« Gilmbeas- Wechsel. Aus Warschau mrd uns berichtet: Trotz des Artikels 111 der polnischen Verfassung, durch welchen alle alten russischen Verordnungen über die Beschränkung der Gewisienssreiheit attsgchoben rvurden, fordern viele Behörden bei Anmeldungen von UöberLritten vom christlichen zum jüdischen Glauben die Beibringung einer besonderen Bewilligung des Ministeriunls. Das KultusnttnifterLunthat nun in einem Runderlatz an die Bürgerureister und Regierungskoutmissäre die Ungesetzlichkeit eines solchen Vorgehens sestgestoltt und verfügt, daß den Nabbinaten zu ihrer Darnachh-altung eine Abschrift des Erlasses überiuitte'tt werde. Eine arme jüdisch« Familie erbt z-völs Mi.tioneu Dollar. Die in Nonien, Rumäitien, ansässige, tu ärmlichen Verhältnissen lebende jüdische Familie Locker wurde von dem New- Norker Hinterlassenschaftsamt verständigt, daß ein küotlich verstorbener Verwandter sie zum Erben seiner zwölf Millionen Dollar, d. s. ztoei Milliardeit Lei, betragende Hinterlassenschaft bestimmt hat. Verband jüdischer Studenten in Koumg. Aus Kowuo wird uns berichtet: Die Vorgänge ent der litauischen Universität in Kowiro während der letzten Mortate veranlaßtett die jüdischen Studenten dieser Universität sich zu einem Verband zn organisieren. Zuttächst witrde der Vereitt jüdischer Mediziner gegründet, der außer der Rechtshilfe und Unterstützung arnier jüdischer Mediz-incr es sich auch zur Ausgabe gestellt hat mit beit jüdischen Organisationen „Ose" nnd „Rasche Hilfe" sowie allen anderen jüdischeit Anstalten, die auf dein Gebiet der Verbesserung der Hygiene unter den Jttdeu tätig sind, mitzuarbeiten. Erwähnenswert ist hiebei, daß nahezu 50 Personen der Studcntten der Medizi,: an der hiesigen Universität Juden süÄ>. Die Hngo-^reuß-Straße in Berlin. In der Berliner Stadtverordnetenversaminlung löste die Beratung des Antrages der sozialdemokratischen Fraktion, eine Straße nach dem Schöpfer .der Reichsverfassung „Hu g o-Preuß-Straße" umzubenennen, eine lebhafte Debatte aus. Besoitders die R e cht sparte j e n wandtert sich gegen die Umbeneitnung der Luisen- und der Neuen Wilhelmstraße in Hugo-Preuß-Straße. In der Mstimmung wurde der Antrag mit 119 Stimmen der Sozialdemokraten, Demokraten und Kommunisten gegen 90 Stimmen der bürgerlichen Rechtsparteien angenommen. . (I. T. A.) Baron von Richthvfen, der Dirigent des Orient-Teparteinents des deutschen Außenministeriums, ist in Jerusalem eingetroffen. ■ Reklame-Anoebot! iS Keine Lotterie! KeineTeilünfi:-! loo SdBiiimg in ftar zahle ich jedem ohne Ausnahme, welcher den „Lustigen Gesellschafter“ (mtl. 1 Heft ä 40 g) durch Voreinsendung von S 5.— auf 1 Jahr abonniert und folgende Aufgabe richtig löst.? Die leeren Felder sind so auszufüllen, daß so viele gerade und schräge Reihen wie möglich die Summe 15 ergeben. Die 5 muß in der Mitte stehen bleiben; darüber kommt die Zahl 9. Wahl und Anordnung der übrigen Werte sind beliebig, da es nur auf die Anzahl der erreichten Summen änkommt. Es ist daher nur eine Lösung pro Einsender erforderlich und zulässig. Sie ist zusammen mit einer Füofschillingnote ohne weitere Mitteilungen, aber mit genauester (1) Absenderangabe einzureichen. Die 100 Schilling erhält jeder Löser ohne Ausnahme (also keine Teilung. Verlosung oder sonstige Verpflichtung) aber nur, wenn der Abonnementsbetrag von $ 3.— in bar belllegt. Alles andere zwecklos. F. Ode rieh, Verlag, Hamburg 19, Wiesenstraße.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.