Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2917 (11.4.1927)
- Date
- 1927-04-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3917 Mett, Montag Wiener MorgerrzeiLrrrrg 11. April 1927 Seite 8 Sie europäische (Radtomoche. Programm deu etnop. Motionen vom 11. Jtptit Pi» 17. Jtprit Msatag. Berlin, Welke 484 u. 866. 17: Konyert. 21: Kammermusik, cmischl. Dang. Pretzburg, Welle 30». 18: Konzert. 20: Uebertra-gung mi8 Prag. Brün«. Welle 441L. 17.45: Deutsche Sendung. 19: Heiter« Wmd. 21: Jazz. Daventry, Weile 1860. 12: Musik und Gesang. 20.48: Musik. , . Smnlftttt, Welle 428.6. 16.30: Konzert. 18.16: Klavierjuartette. Königsberg, Welle 303. 16.30: Konzert. 18.16: Schopenhauer. 19.30: Vortrag über di« kulturgeschichtlichen hebräischen Gesänge. 20: Hebräische Musik. KönigSwnftvrhausen» Well, 1360. Iß: ErziehungZKerat-ung. 18.30: Englisch. London, Welle 361.4. 17; Tanz. 19: Konzert. 20.46: Neue Tänze. 22.30: „Lyrano de Bergerae". Hamburg, Welle 394.7. 16.15: Kammermusik 18: Unterhaltungskonzert. 20: Diolim lonzert. Pvag, Welle 348.9 11: Grammophonübertragung. 12.16: Konzert. 16.30: Konzert. 18.35: Deutsche Sendung. 19.80: Konzert. 21.30: Tanzmusik. Warschau, Welle 1150. 18.00: Jazz. 20.30: Konzert. .Dienstag. Berlin. Welle 484 u. 566. 16.30: Konzert. 20.45: Orchesterkonzert (Haydn, Schubert). Preßbrrrg» Welle 300. 18: Konzert. 20: Ueibertr. a. Prag. Brünn, Welle 441.2. 12.15: Konzert. 17.45: Deutsche Sendung. 19: Mtftan, zösische Musik. 20.30: Konzert. Daventry, Welle 1600. 18: Musik u. Gesang. Ab 14: Londoner Uevertragung. Frankfurt, Welle 428.6. 16.30: Konzert. 20.16: KbrÄerquartette. Königsberg. Welle 303. 18.30: Spanisch. 20: Oratorienabend. Königswusterhausen, Welle 1300. 18.30: Spaniich. 20.39: Berlm. London, Welle 361.4. 14: Musik. 10.10: Tanzmusik. 2046*. Mvzart'Gonaten. 20.45: Opernaufführung. 23,30: Tanz. Hamburg, Welle 384.7. 16.15: Konzert. 20: QpemrülbertraMNg. Prag, Welle 348.9. 11: Schallplatten. 12.16: Konzert. 16.30: NachnkittagÄlM» zert. 18.35: Deutsch? Sendung, ßl: Onbrikek-Abmd. Warschau. Wolle 1150. 17.15: Konzert. 20.30: Wagwr-Konzert. Mittwoch. Berlin, Welle 484 u. 566. 13.30: Glockenspiel. Volkslieder. 16.30: NachrnitbagÄon-ert. 81.30: Pretzburg, Welle 360. 18: Konzern 20: Uebertr. aus Prag. Brünn, Welle 441.2. 17.4a: Deutsche Senfoawtfr. 10=30: Udfotfo. a. Prag. Daventry, Welle 1660. IS: Mttagsmusik. 14: Londoner Programm. H30: Ranzmusik. Frankfurt, Welle 428.6. 16.30: Konzert. ZV: OpernausfühmilH „Mr Königsberg» Welle 363. 1 ” - Sch«-". 10.39: Konzert. 39.15: Deutsche GM. 6: Jugen'opprtrag. 21: MUitärwnzert. Königs,vusterhausen, Well« 13SZ. ' „ . «*; Französisch, lö.gür GtensMphi«. Wt Vvkkechund, 18.30: Englisch. W 20: Psxsin. London, Welle 361.4. 14r Musik. 17: Konzert. 20,45: Bunter Äbend. 89t Konzert. Hamburg. Welle 364.7. 13.80: KWlisch. 14.Y5: KonGkt. ISWrÄUnz. SV: KvNMrt. Prag, Welle 348.9. 11« SchyWlatten. 10465 MirtagSmusik. 1630s Kammer, jtf, 18.35; Deutsche Gendung. 80: KonMt. 21: Hörspül. musst Warschau. Wette N86. 16,48: Jugendsendung 38.30; Jazz. 1745: 90.30: Konzert. Donnerstag. |o^0; „Ostepn" von GiriMsixg. Prcschurg; Well« A06. 18: Konzert. SV; llehsrtr. m§ Prag. ®t6«^iPeB| 4ü,2. ig_ un^ Mer." ft, Mmnm 8“"SW», jmp M.» SiiniMerg, Melle 303. 11.80: Konzert. 10? Kvuzeri. 20; Mche-vm' KammmNtUftk. f$Äo: Londsn, Welle 361.4. 17; Konzert, 1845: KindkMdtk, S9.4Ü; Leichte spanische Musik. Bunter Abend. Hamburg, Welle 394.7. 12.30: Konzert. 14M; KvAMt. Wz KaiyM S0.W? Opernkonzort, NachmittagSikonger t. Kurs. 20: Dnwrak: 18.36: Stabat Prag, Welle 348.9. 41: Schallplatten. 16 JO: Deutsch? Sendung. 19.15: Franz, mater." Warschau. Welle 1150. 17.30: LiteraturWevsichi. 18: Tanzmusik. 16: Englisch. 20.30: Konzert. BerNn, Welle 484 tu 566. 16.30: Frauenstunde. Freitag. 16: Parsifal. Pretzburg, Welle 300. 17.46: Salonmusik. 19.16: Slowakisch. 19.36: 2246: Ucbertr. aus Prag. Konzert. Brünn, Welle 441.2. 17M: Deutsche konzert. Sendung. 20: BeeH-oven-SympHm^i«« Daventry, Welle 1606. 13.30: Orgelkonzert. M 14: Londoner Programm. Frankfurt, Welle 428.6. 15.30: Jugendallerlei. 16.30: Frauenstunde. 17.46: Lesestunde. 2045: Konzert. Königsberg, Welle 303. 11.30: Konzert. 16.30: 19.16: Konzert.?6J0: Stenographie. 17LV: Geschichte. 16.80: Englisch. 30.45: Buartes Programm. 23: Konzert. Könk^swustertzausen, Welle 1300. 20: Berlin. öonbon, Welle 361.4. 10: OrchestLrkmrAort. Konzert. Hamburg» Welle 394.7. 14.00: Konzept. 16.16; Humor. 20.30; Bunter Mond. Prag, Welle 348J. 11: Schallplatten. 12.16: Konzert. 16.30: Konzert. 18Jö: Deutsche Sendung. 20: Konzert. Warschau, Welle 1150. 18: Konzert. Samstag. BerN«, Welle 484 tu 566. 17: Unterhaltungsmusik. 20.30: Konzert. Pretzburg, Welle 300. 17.40: Jugeniprogramm. 18: Konzert. 21: Uebartr. aus Prag Brünn, Welle 441.2. 18.30 und 20: Prag. Daventry, Welle 1600. Londoner Programm. Frankfurt» Welle 428.6. 15,30: Jugendstunde. IG.00: Neue Opereklemnuiju. 20.16« Symphvniekonzert. Königsberg, Welle 303. 11.30: Kontzevt-. 16i30: Operette mrvusik. 19.30: Nesii«-- tionen. 20.15: „Jedermann" von Hoffmannsthal. Könkgsmnsterhausen, Welle 1300. 15.30: Esperanto. 16.30: Pestalozzi. Ab 20: Berlin. London, Welle 361.4. 10.30: Militärkonzert. 19: Tanzmusik. 2045: Konzert. Hamburg, Welle 394.7. 12.30: Konzert. 14.05: Konzert. 16.16: Cellokonzert, 29: „Fauste von Goethe. Prag, Welle 348.9. ' 11: Schallplatten. 12.15: Konzert. 17.65: Deutsche Sen» düng. 18.15: Puppentheater. 20.30: Konzert. Warschau, Welle 1150. 16.30: Konzert. 20.30: Konzert. Sonntag. Berlin, Welle 484 u. 566. 11.30: Konzert. 16: Vortrag. 16.30: Kammermusik 18.30. Opernaufführung. Pretzburg, Wolle 300. 18: Musikabend. 19.26: Thea-lerÄbertraguug. Brünn, Welle 441.2. 19: Konzert. 20: Konzerl. Daventry, Welle 1600. Londoner Uebertragung. Frankfurt, Welle 428.6. 12: Konzert. 17: Nachmittagsunterhaltung. 20.30: Buntes Programm. 3230: Tanzmusik. KönigSwusterhausen, Welle 1300. 12: Konzert 16: Leichte Musik. London, Welle 361.4. 1530: MilitärmrvsÄ. 31.16: Konzert. 22.16: Synchhonieabend: 23; Jazz Hamburg, Welle 394.7. 13.06: Konzert. 17: NachmittagÄongert. 18.86: Unterhaltungsmusik. 20: Kabarett. Prag, Welle 848.9. 12.16: Konzert. 16.30: Konzert. 16: Deutsche Sendung 19; Konzert. 20: Symphoniekonzert. Warschau, Welle 1150. 17.16: NachmittagsEonzert. 20.30: Kongert. 32: JazZ. Der Sohn des Moses Mautner Ein Wiener Roman von Leopold Hichlor. Oo&pdgW 1887 byR* Löwit Y«ri*g, Wfc» *» IMjaäg Und kamt Hatte sie MSgesprochen, schob sich wie Kmrc Tröste ein Reftchen dieses Lebens lgngsqnr und zadurch die Tür». Gustav war da und blieb bei der Türe stehen. „Wie ev dasteht!" rief de« Vater. „Wie wenn er nicht bis Mch zählen könnt' l Und kommt sich um halber zwcch nach Haus! Wo warst du so lang? Red'!" — Darf ein KiM> rchen? — In Girstavs Seele lebten noch allen Freuden des Vormittags * Die Märsche der Regimentskapelle klangen in ihm. Er sah noch dm geflochtenen Stab des Tambours und im klemm, schönen Kopf dvS Ponys und die Msevkaserne! — Hätte er reden dürfen k „Vater! Mutter!" hätte er gemfm. „Ms lvar so Mn! Wunderschön! Ihr müßt morgen mitgehen!" Ko hätte der Knabe gerne gesprochen. Wer zwischen Kindheit und Mer stehen trenneiÄ die Jahre. Hoch gufgsschichttt, W imd dumpf, — «ms Mknep. Und Herr Hermann fragte hinter tm Mauer; „Mo. was is? Wo warft du? Bist de stumm gewsrdm?!" M zog Gustav das zusammmge-- fsltste Zeugnis aus seine» Rocktasche, legte es wortlos auf den Tisch, verließ rasch das Zimmer und — zur McheMt Such die Wohnung. Vater und Mutter sahen einander verständnislos an und sprachen fast MHZeittz: „Nu?" Dann nchm H«r Hermann den Zwicker, setzte ihn auf di« Ras«, Afftwtß das grauweiße Dokument und las. „Was iß, Hermann?" fragte FrM Sali. „Weg is er aus der Schul'." „Was?" „Ja, weg" ----- „Ganz ckus?" — Die Muthe« schob h?n Teller zur Mw. M sprach nichts. Ihre Hände zitterten. „Kränk' dich nix, GaMen!" rief Herr Hmnann. „Ich hO's immer gesagt: Es wird nix fein mit dem Jungen!" und entschlossen, als wäre damit das Leid beseitigt schob er da^ sinignis zu« Seite Und sprach; „Fcht «Isen M weiter." ™ „Kerisi-ann! Ich kcn n utz nrehr essen." ----- Ahllten die Kinder etwas von den; Herhkeid ihre« Eltern Und ----- von der eigenen Reue, dle sie später einmal, tvttM die Eltern nicht nrchr sind —- empfinden werden; Sie uuLer-- ließen manches und viele MAsche Streiche und nWichs Wboreien blieben unausgeführt. Und dennoch: man darf M NW wünsche«, daß die Kinder anders seien. Nur so, wie sie Gott erschlffen hat, in ihrer naivsn Rückstchtslosigkeitr heiter, sorglos, unbekünnnert um die Wünsche der Großen, sind sie ein Lluvll und eine Freude des Lebens. — Nachmittags hielten die Eltern kurzen Rat. Man einigte sich, Gustav in dis L^hre zu gelben, und zwar zum Schwiegersohn, ß Herrn Bernhard Lampl. „Das is das beste," schloß Herr Hermann. „Soll er e Selche« wern; Was willst du sonst mit ihm machen? Darum fahr' hinaus. Sali und rch' mit Bernhard. Mllst du^ — ,^Ja, Hermanm. Ach ich-- hin««." -- (6. FortsidungH Herr Bernhard Lmnpl, der 'Schwiegersohn mrd Warflfabrikant hatte den Ruf eines guten Menschen. Schmi in seinem Aeußeren war eine gewisse BonHonunie. Wenn er in den Pau'en seines Bettiebes, ein wenig Siesst^ haltsM, an den Türpfosten seines Kontors gelehnt stand, ten. Kopf ein wenig zur Seite geneigt und das mit einer weißen Schürze bedeckte, eür wenig vorspringende Bäuchlein dein Besucher entgegenhielt, mußte dieser sagen; Dein Mwnrü kannst du verträum. Wenn aber einer schärfer in Herrn Bernhards Züge blickte, so konnte er unterhalb der Mundwinkel ein kleines, listiges Fältch-en entdecken und darin lesen: „Verlasst dich aus nrich; es wird nicht mein Schaven sein." ----- Rest, seine tzrM zehn Ähre jüngere Frau, war anders! geartet. — Ihr Wesen atmete Wahrhett und Unfrichtigkeit. Sie sprach, was sie dachte und meinte, was -sie sprach. Was man im Leben beschönigend Diploinatie nennt, war ihr stemd. „Ich sag' jedem ins Gesicht, was mir nicht paßt!" Und trenn sie Herrn Bernhard belehrte: „Rest! du tvirst dir damit schaden s" erwiderte sie kurz: „Was gehen mich! die Leut' an!" ---- Trotz diesen Verschiedenheiten, oder vielleicht gerade deshM, vertrugen sich Leide Leute, sehr gut. Er gehorchte in Kleinigkeiten mrd errang dafür in großm Dingen fein Recht. — Zu diesen beiden Leuten kant anr späten Nachmittag Frm: Sali. „Kinder!" begann sich nach den ersten BegMnngen. „ich bin zu Euch herausgekommen, gu dir, Bernhard, weil du einmal gesagt hast, du möchtest Äusti in die Lehr' nehmen, wenn ex aus der Schul' kommt zmd heut' is er. sie machte eine bezeichnende Hmldbeivßgnng, „ans der Schuld Sa möchtt ich dich bitten, Bernhard, ob du ihn iu. die Lehr' nehmen willst?" — Das war Herrn Bernhard zu überraschend; ex hatte Gustavs Eintritt erst für den Herbst erwartet. „Jcht, in der schlechten Geschäftszeit!" pachte er, „noch einen Esser!?" sind doch wyllte er nicht „Nein" sagen. Dem widerstrebte seine Girtmütigleit. Es lvar eine, schwierige Situation. „Ja" wollte er Mlch nicht sagen Und so schob er die Entscheidnng — zNlpeilen ist es gut, lvenn nmn verheiratet ist — zu seiner Frau hinüber. „Wenn es der Rest recht ist!" sagte er, obgleich er N'ttßte, daß ihr jetzt nicht recht sei. „Wenn, es ihr recht ist," wiederholte ßp, „lvarum nichts"^ — „Willst du, Resil?" wagte die Mutter. — Die gute Resi, dse in ihrer ahnnilgSloftar Offellheit jedem Menschen ihre Menmitg ins Gesicht lvarf, antwortet« kurz: „Nein. Mntter. Erst iin Herbst." — Bekümmert fragte die alte Frau: „Was sollen wir mit dvn Buben anfangen bis Mm Herbst?" — „Na, soll er Halt gleich Kr Uns koMnm!" sagte Frml Rusi. — GvMtzMg m*