Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2917 (11.4.1927)
- Date
- 1927-04-11
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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$effe4 Dien, Montag Wiener Morgerrzeltirirg Nr. 2917 11. April 1927 Beispielloser Triumph Sesterreichs. katastrophale Niederlage Ungar«». — Lefterreich ftegt 6:0 (4:0). SDta (2). M»iw. Slam, ffieffelfl ml smald Wledeg sie rare. Ein« der größten Fußballfeusationen spielte sich gestern auf der Hohen Warte ab. Die Helden des Ereignisses waren Oesterreichs Auswahlspieler, während die Vertreter Ungarns, eines sonst im europäischen Fußballsport führenden Landes, eine gercüiezu klägliche Rolle spielten. Der heimischen Mannschaft gelang einer der grandiose st en Siege überhaupt, und ein einzig dastehender Erfolg in der Geschichte der Kämpfe beider Länder. 6:0 war das Resultat des 59. repräsentativen Zusammentreffens zwischen Oesterreich und Ungarn. Ein Ergebnis, das bei der sonstigen Gleichwertigkeit der beiderseitigen Fußballklasse beispiellos dasteht, und einen Klassen unterschied bedeutet. Das war gestern auch tatsächlich der Fall. Die Vertreter Oesterreichs beherrschten in turmhoher technischer und taktischer Ueberlegenheit das Feld und ließen die Ungarn nie auf« kommen. Wenn auch alle günstigen Umstände diesmal auf osterreichischer Seite lagen und einige der Treffer glückliche Produkte waren, während die Ungarn anfangs von Mißgeschick begleitet waren so ergab sich die Ueberlegenheit der heimischen Spieler derart überzeugend, daß, vom Trefferergebnis abgesehen, tatsächlich eine tiefe Kluft zwischen dem Können Oesterreichs und den Mängeln der Ungarn klaffte. ' Es - spielte eigentlich nur eine Mannschaft, das waren die Oesterreicher. Die sieben Vereinen entnommenen Spieler vereinigten sich zu einem Teanl. das Spielkunst und Überlegenes System aller zu einem einheitlichen Ganzen gestaltete, während die aus drei Vereinen zusammengestellten Ungarn in ihren Reihen die größten Gegensätze aufwiesen. Nichts ist bezeichnender für den Triumph der österreichischen Klasse im gestrigen Spiele, als der Umstand, daß auch numerische Schwächungen ihr die Spielinitiative nicht entreißen konnten. Die österreichische Mannschaft spielte wie aus einem Guß, ob nun Jszda oder Sindelar den Angriff führte. Es wäre ungerecht, einen Spieler über den anderen zu stellen und, wenn einzelne besonders hervorgehoben werden sollen, so ist dies nur auf ganz exzeptionelle individuelle Leistungen zurückzuführen. So übertraf Blum seine bisherigen Meisterleistungen noch um Bedeutendes und Wessely, die ganz einzigartige Lauf- und Schußmaschine, hatte eine Tagesform, daß fast alle Treffer seiner Initiative entsprangen. Saft im Tore arbeitete ruhig und kaltblütig, Rainer war ein würdiger Partner Blums und die Halfreihe über Erwarten gut. H o f f m a n n bewies seine Teamreife in glänzender Weise. Der noch entwicklungsfähige junge Mann hat sich gestern großartig gehalten.' Geyer und Richter arbeiteten schneidig in der Abwehr und mit großem Nutzen für den Angriff. Im Sturm gab es nur Lichtpunkte. Wenn wir zuerst Rap pan nennen, dann ist es, weil der Wackermann alle Erwartungen übertraf. Neben ihm arbeitete der kleine Weiß furchtlos und äußerst zweckmäßig. Jszda und Sindelar hielten sich glänzend und das Paar Horvath-Wessely führte höchste Fußballschule vor. Der Triumph gegen den Uruguay-Meister Penarol von der Vorwoche wurde gestern in verstärktem Maße den mehr als 40.000 e^zückten Zuschauern wiederholt. Die Ungarn erschienen in ausgesprochen schlechter Aufstellung. Bis auf das Verteidigungstrio gab es höchstens noch einen vollwertigen Mann, das war der Linksaußenstürmer K o h u t, der aber nach schönem Start fast gar nicht mehr ins Gefecht geschickt wurde. Schlossers Verdienste gehören der Vergangenheit an. Man erweist ihm keinen Dienst, wenn man ihn in ein Auswahlteam stellt. Dan konnte sich nicht bemerkbar machen. Für internationale Begegnungen sind seine taktischen Mängel zu groß. Molnar ist ein notorischer Feigling, der jedem Eingreifen abhold ist. Opata, der ihn ablöste, ist wohl ein Kämpfer, er arbeitet aber viel zu plump. R azso war Mol nar in zweiter Auflage. Er konnte sich während des ganzen Spieles fast gar nicht durchsetzen. Die ungarische Halfreihe fiel total um. Die Leute fanden sich nicht zurecht und wurden von den Oesterreichern gehörig an der Nase geführt. Die Brüder Fogl waren die Stütze des Teams. Gegen die fortwährend sturmlaufenden Oesterreicher konnten sie nicht mehr ausrichten. Gegen das Raffinement des Paares Wessely-Horvath erwiesen sie sich auch oft als zu plump. In der zweiten Hälfte stürzten sie sich besonders wild en den Kampf und „demolierten" Sindelar und Rappan. Auch Weiß bekam seinen Teil. Bened a ist zweifellos ein glänzender Tormann und an den Treffern schuldlos. Man kann ihm höchstens Wesselys Eckboll Vorhalten. Schiedsrichter C e j n a r amtierte im großen und ganzen richtig und korrekt wie immer. Die Mannschaften traten in folgender Aufstellung an: Oesterreich: Saft; Rainer, Blum; Richter, Hoffmann, Geyer; Weiß, Rappan, Jszda, (Sindelar), Horvath, Wessely. Ungarn: Beneda; Fogl 2, Fogl 3; Borsani, Lutz, Oppitz; Raszo, Molnar (Opata), Dan, Schlosser, Kohnt. Ja« Spiel. Oesterreich hat Abstoß und schon geht Rappan durch. Seinen unhaltbar scheinenden Schuß wehrt Beneda durch kühnen Wurf ab. Blum rettet vor Kohut zur Ecke, die vergeben wird. Ein Angriff der Wiener Stürmerreihe wird von Wessely begonnen, der Ball geht bis zu Weiß, aber Mzda kommt zu spät. Kohut bricht durch, seinen Bombenschuß fängt Sasi siche-r. Ein -schönes Zusammenspiel zwischen Rappan und Weiß bringt den Ball vor Wessely, dessen Schuß der ungarische Tormann noch im letzten Moment zur Ecke dreht. Gleich darauf wehrt Beneda auch einen Strafstoß Wesselys robiusonierend ab. Die nächsten Minuten bringen das österreichische Tor in Gefahr, Kohut köpft an die Stange und den Nachschuß hält Saft. Einmal wird.Da n frcigespielt, sein scharfer Schuß streicht am Tore vorbei. Noch ein scharfer Kopf ball Kazsos, der knapp über die Latte geht, und dann ist es mit der Offensive der Ungarn so ziemlich vorbei. In der 25. Minute fällt der erste Treffer für O e st e r r e i ch. Nach schönem Zusammenspiel flankt Wessely und Jszda lenkt den Ball, mit Kopfstoß ins Netz.- Bier Minuten später folgt Treffer 2. Im Gedränge köpft Rappan und der Ball springt neben der Stange ins Tor. Nach weiteren drei Minuten ergibt sich der dritte Treffer. Den abgewehrten Ball Horvaths schießt Jszda ein. > 3:0 für Oesterreich. Jszda, am Knie verletzt, tritt aus und'Sindelar spring: ein. Er bemächtigt sich sofort des Balles, gibt schön an Rappan, dessen Schuß die Latte trifft. Beim Versuch, einzaköpfeu, wird Sindelar über den Hausen gerannt. Den diktierten Elser verwandelt Blum zum vierten Treffer. Die letzten Minuten vor der Pause sehen die Ungarn in Front, der feige Molnar wird von Opata abgelöft, ein Volleyball Kohuts verfehlt weit das Tor und dann geht^s in die Halbzeit.' In der zweiten Hälfte spielen die Ungarn gegen die durchbrechende Sonne. Die Oesterreicher sind nach wie vor offensiv und komimen immer wieder in den Tovbexeich Ungarns. Beneda hält einige Schüsse, dann kommen die Gäste etwas auf, die Flanke Razfbs gelangt zu Schlosser, der vergibt. Opata Macht sich einigemal bemerkbar, seine Schüsse werben aber von Saft gehalten. Horvath und Wessely kommen in schöner Kombination vor uüd erzielen eine Ecke. Wessely tritt den Ball, der, begünstigt durch Wind und Fälsche, über den Kopf Benedas hinweg im Netz landet. 5:0 (10. Minute). Blum rettet gegen Opata, dann bricht Weiß durch, stankt und Rappans Kopfstoß trifft die Querlatte. Rappan stößt mit Fogl 3 zusammen und tritt stark blutend ad. Wessely spielt sich immer wieder durch, seinen scharfen Freiswß kann Beneda mit Mühe über die Latte drehen. Dann wird auch.Sindelar von Fogl 2 kampfunfähig gemacht und auch Weiß muß sich einige Zeit nach Zusammenstoß mit einem der „Fögl" erholen. Oesterreich hat kurze Zeit nur acht Mann im Feld, die längste Zeit aber neun und als Sindelar wieder ein(pringt zehn- Mann. Auch bei der numerischen Schwächung durch den Abgang Rappanist Oesterreich bmternd überlegen und beherrscht das Feld. Die K it g’fl r n sind ganz z e rf a l l e n und können sich kaum mehr über die Mittellinie durchsetzen. Sindelar arbeitet als rechter Flüge Würmer und gefährdet einigemal ernstlich das Ungarn-Tor. Einen schönen Paßball schießt Weiß unmittelbar vor dem Tor Beneda in die Hände. Die v i e r z i g st e M i n u t e bringt den letzten Treffer. Horvath und Wessely spielen sich mühelos durch und Wessely schiebt daun den Ball zu Horvath, der glatt ein sendet. Gleich darauf gibt es wieder einen Prachtlauf Wessclys, dessen Bomln: vom ungarischen Tormann abgewehrt wird. Der Schlußpfiff, besiegelt i’"v" '' " dem Beifall der strahlenden Zuschauer die vexnick' der Ungarn. Das Vorspiel der Bmateumannschasten. Ungarn—Oesterreich 2:1 (1:1). Bei den Ungarn waren die ehemaligen Internationalen Zsak und Pataky m'n großem Erfolg tätig. Die ungarische Mannschaft war ausgeglichener und hat den Sieg verdient. Die Tore erzie-lteu: Geßl für Wien, Fröhlich und Bobrik für Ungarn-. Wien Budapest l: 1 (0: i). Dieses Match fand in Szeged i n vor 4060 Zuschauern statt. Das Ergebnis, entspricht, dem Kräfteverhältnis. Die Wiener waren technich besser. Für Budapest war Barg« erfolgreich, für Wien glich Stepan durch Elfmeter aus. ffiien—©inj 3 :1 (10). 35L0 Zuschauer hatten sich in Graz zum Städtcspiel gegen Wien eingcfundem Die Grazer leisteten starken Widerstand. Für Wien waren Iura nie und Hoftafch (2) erfolgreich, für Graz S t r a k o w i c. Eine zweite Niederlage Penarni»! Der Fußva.lmeister vvu Uru guay trat gestern in München gegen Bayern vor 30.000 Zuschauern an und erlitt seine zweite Niederlage auf europäischem Böden. Die Sübamerilaner zeigten wühl artistische Ballbehandlung, spielten jedoch ohne Durch'ch ags.rast. Bayern gewann 2:1 (1:0). Die Gäste gelangten erst zwei Minuten vor Schluß aus einem Elfmeter zu ihrem Treffer. Ungarn—Jugoslawien 3:0 (2:0). Diesen in Budapest stattfindenden Länderkampf leitete der Wiener Retschnrh vor 12.000 Zuschauer Die Ungarn waren überlegen. Bei den Jugoslawen bot der Tormann eine gute Leistung. Die Treffer erzielten Sziklossy, Orth und Szabo. Vorher spielten die Polrzeimannschaften von Ungarn und P o l e n. Ungarn gewann 2 : 0 (1: Q). Wiener Mnnnfcha.ten im Änsknd. Rapid und Wa cker.gastierten, gestern in BrünN und muHt:n Niederlagen in Kauf nelstnen. Zidenice schlug die Mcidlinger 4:2 (1:1), Moravsko Slavia besiegte die Hütteldorfer 4:1 (1:1). Der B rin i tte n auer A. C. spielte in Belgrad ge en den Sportklub 1:1 (0:0). Die Jugendrnannschast der Vienna trat gegen die Jugendmannschaft von GraddansÄ an und spielte 2:2 (1:1). Theater «qu.muk Bnrgtheater: Der Alpenköntg und der Menschenfeind Anfang V,8. Ende vor 10 Uhr Akademietheater Liede Anfang V,8, Ende 10 Uhr Staatsoper r Der Troubadour Anfang l/,8 Uhr Ende vor 10 Uhr Deutsches Dolkstheater: Der Patriot Anfang %8. Ende vor 10 Uhr Bolksoper: Rienzi Anfang 7. Ende */,ll Uhr Theater a. d. Wien: Die Königin Anfang */,8. Enor gegen 11 Uhr Johaun-Strauß-Thearerr Glück in der Liebe Anfang 8. Ende l/,ll Nhr Raimund-Tdeater r DaS DreimaderlhauS Anfang ft,8. Ende gegen ft,11 Uhr Wiener Büpgertheater r Geschloffen'' Stadtlheaterr Wien lacht wieder Anfang >/,8. Ende nach 10 Uhr Reuaiffauee-Vübne. Die Frau, an der Kette Anfang ö. Ende nach 10 Uhr Ttzester in der Josefftadt r Fra« Warrens Gewerbe Anfarm '/*& Ende 10 Uhr Neue Wiener Sühne; Päpstin Johanna Angeliea Anfang V,8 Ende 10 Uhr Kammerspiele Modellbaus Crevette Anfang ft-8 Ende */410 Uhr Modernes Theater : Die Peitsche und ..? — Der Befehl — Die Rote — Der ungebetene Gast — Besuch tm Bett Anfang 8 Ende 10 Uhr Lnstfpiel'Theater r DaS Sprungbrett der Liede Anfang 8 Ende nach 10 Uhr Roland-Bühne: Dortne und der Zufall Anfang */48 Uhr. Ende nach 10 Uhr Jüdisches Künstlerkabarett. 2. Bez.. Praterstraße 60. Reifete dem Redens 8 Jüdische Bübne. 2. Bez.. Taborstraße 12. Kinder uhn Seichel 8 Zirkus Ad ölst. Renzqebände. Apollo-Theater: Haller-Revue «An und auS" Amanq '. 28 Uhr Variete Reklame, 2. Bez., Praterstraße 34 Die Sttefmqma . 3 AM ^Radio^Programm Hente Montag 11 Uhr: Vormtttagsmufik. 16'15 Uhr: Nachmittagskonzert. 1710 Uhr: Jugendstunde. Das Abenteuer Karl Weyvrecht« Nordpol-Expedition Gesprochen von Othmar Biegler. 1810 Uhr: Die Entwicklung der Oper. Prof. Richard Specht. ^.8 40 Uhr: Beziehungen zwischen Strahlung und Leben. Dr. Erich Ban dl. 19'10 Uhr: Wiener Premieren. (Eine Theatervorschau.) Emil Klager. 20-5 Uhr: Natur schitderungen und Stimmungsbilder in der dramatischen und symphonischen Musik. Ausführender Das Wiener BotkSopernorchester unter Leitung von Dr. Ludwig Kaiser- Morgen DienStqg 11 Uhr: Vormittagsmusik. 1615 Uhr: NachmiltagSkonzert. Mttwirkend: Opern ängerin Melanie Domenego- FetdhauS. 18 Uhr: Grunde der Frau. Die Pariserin. Susanne Mercie. 18 30 Uhr Blumen und Tiere. Zahlen und Zeichen als Symbole. Hofrat Otto Ehrenstein. 1910 Uhr: Esperantokur». 19 30 Uhr: Englisch <• für Vorgeschrittene. 20 5 Uhr: Äonzertakademie (Johanne» BrahmS). Klaviervorträge' Walzer, Op. 39; Intermezzo und Rhapsodie, 0p 119 (Am Flügel: Anny MteSler). Lieder von Brahms, vorgetrageu von Konzertfän-eUn Bella Alten (Begleitung der Lieder: Prof. Erich Meller), Streichsextett, Op. 18, K-Dur (Streichquartett A. Mildner). 316 Udr: Holländi'che Lieder, vorgetragen von Konzertsängerin Co van GeunS. Begleitung der Gesänge.- Prof. Erich Meller. FAJUS-GUMm SCHUTZ ERSTKLASSIG Oral Mutter gagan. Voralnaandung von 120 Schilling Veraand unauffllilgl. Fajua-Zantrala, Wlon, II.. Qlookangassa 14, Abteilung M NÄHMASCHINEN "AHRRilDER 1927 S so.- PICK monatlich! ■ » ^1» M IX.. LteehtonatelnatraBa Nr. 87 •V., Wladnar Hauptatraßa Nr. 6 Slmtl Sport* u < öur|atenortlK# Prima Waschseidenstrümpfe S 7*50 Jakob Geltes u. Rotgasse i (Ankerhof) Ju! Alleinige Anzetgen-Armahme Annoncenexpeditioa Heinrich Schalet Wien. 1. Bezirk. Wollzette 11. terausgeber und Eigentümer: Jüdische: eitvngsu. Berlagsgef. mb. H>, Wien. : 2. Bez., Taborstraße 1-—3. — Verantwort!. Redakteur: Jakob Krausz. Wien, 19. Bez.. Brechergaffe 9. — Druck: „Jnva". Wien, 7. Dez.. Lerchenfelderstraße 1. ,■-uritii&w’. •.