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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-10 · Heft 2916 (10.4.1927) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2916 (10.4.1927)
Date
1927-04-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6eife *0 Men, Sonntag Wiener Morgenzeltung 10. Apr« 1027 «LM« s.L.re Pflicht getan." Das Auditorium nahm das llrteü mit lebhaften Bravorufen auf. 3k>r dein Vebünde des Lartoesgerichtes hatte sich eine ungeheure Menschenmenge MgVfmmneL, um das Urteil KU erfahren und um auf die Hauptpersonen des Prozesses, die sämtliche sofort auf freien Fuß gesetzt wurden — auch gegen die Enthaftung Emil Mareks hatte der Staatsanwalt nichts einKuwenden — zu warten. Als die Familie Marek das graue Hans verließ, wurden ihr bo-bhafte Odat'i'L-NQm dargebracht. Würdelos. W>r rnrs liegt ein gerucktes Rundschreiben, wiÄches duz Wiener Frrnm rrn DezemVer 1926 an ihre ProviirzknnWhaft versendet hat. Einige Stellen des Rundschreibens »eien hier mitgeteilt: „Schon seit einiger Zeit machen wir die Beobachtung, daß eine Horde landfremder Leute ans dem Osten (von uns in Sperrdruck gesetzt. Red.) bald hier, bald dort bei unseren Abnehmern cinfAkt m6> sie . . . zu Bestellungen veranlaßt, um ihnen dann einen Teil der Ware abzuschwatzen. Tim so er fchw irrdolbe Ware verwenden diese Leute dazu, unsere Kurweu inj anderen Gegenden zu unterbieten, was ihnen umso leichter Mt, als sie weder Steuern zahlen noch Geschäftsspesen zu tragen haben und sich bei der tiefen Knltnrstufe, auf der sie stehen, mit einem Profit begnügen, bei dem ein ordentsichevKaufmann nicht mehr bestehen kann." In diesem Tone geht es in. jenem RundfchLeiben noch durch zwei Wsätze fort. Unsere Lefer werden mm vermuten, daß Verfasser und Absender jenes famvsen Rundschreibens in eytenr der radauantisemitischen, Hakenkreuzlerischen Unternehmen zu suchen sind, welche ihre schäfüiche Untüchtigkert und unsolide Gebarung durch grobe Beschmrpßmrg und Beleidigung der Inden wettzmDrchM vernrernen. Mt tiefem Zorn und Beschämung zugleich muffen wir aber uritterlen, daß jenes Rundschreiben von einer vom Juden geleitetem Ges,ellschaft, der Znndhölzchem-Verkaufs-Ges. rn. b. H., nird zäoar firme nnräßig gezeichnet, vevstchrÄL hrttx&e. Das uns vorliegende Exemplar Lr-Lyi di-e Urrtorschrift des leitenden Diriekderbesellschaft, Herrn Bernhard Fürth. Die „Jgrrks" ist die Verkaufsgesellschaft der „Solo" Zünd- Wcrveu A>G., an der im hohen Maße jüdisches Kapit&M. b^derligt ist, in deren Leitung Juden sitzen und deren PrvfsMiM nicht zuletzt von jüdischem Konsum abyängt. Ohne die Gerrealogie der leitenden Herren jener Gcfckllsthafteu zu kestnen, hakten wir es doch ftir sehr wahrscheinüch, daß der <Äammbaum des einen oder anderen Funktionärs der,^gnis" nnd „Solo" ein oder auch mehrere Mitglieder jener „Horde landfremder Leute aus dem Osten" .austvtzist. Nur Juden, die jeder inneren Würde bar sind, sind fähig, ihre nationale oder stammliche Zugehörigkeit, so zu verleugnen, daß sie von ihren Brüdern int Osten als einer „Horde" sprechen. Die „Wilden" besitzen mehr ilmeven Stolz, mehr persönliche Würde, als jene verächtlichen Juden, welche ihrer heiligen Dividende wegen den traurigen Mut ausbringen, in einem öffentlichen Zirkular mit Schkmpstvvrten aus den: Lexikon der Hakenkreuzlfer eine vermeintliche Konkurrenz abznwehren. Jenes Schandmal von einem Rundschreiben, in welchem mit dreister und ignorantenhafter Präpotenz von „tiefer Kulturstufe die Rede ist, kann natürlich nichts der von der Anerkennung durch die „Jguis" wahrlich unabhängigen Kultur der Ostjuden anhaben, es sagt uns aber alles über die wahre Kultur seiner Verfasser, die sich wahrscheinlich einbilden, daß ihr weißer Kragen und Bügelfalte wertvollere Errungenschaften der Kultur sind, als' das Bibelltrtb Tasmnd- Studium jener ,Hwrde". Proseffor Hugo Greßmamr I« Wu«s» verstorben. Nacheinem Telegramm ans Chicago ist dort der Professor der Theologie und Leiter des Jnstitutum judaicum an der Beniner Universität, Prof. Hugo Greß- Manu, der ans einer BortragSreise durch die Vereinigten Staaten Gegriffen war, plötzlich gestorben. ' Prof. Hugo G r e h m a n n, der am 21. März 50 Jahre alt geworden war, galt in wissenschaftliche Kreisen als, erste Kapazität auf dem GÄiete der altteftamentlichen und altorientalischen Religionsgeschichte. Sein besonderes Jntersffe wendete er den judatstischen Wissenschaften ttnb der jüdischen Geschichte der alten und ber neuen Zeit zu. Vor einigen Jahrm ist auf seine Jnküative das Jnstttutum judaicum an der Berliner , Universität gegründet worden, dessen Leiter er bis zuletzt war uÄd dessen Ausgestckttung er seine besondere ^gslÄ wSmretr. Se Pinedo fliegt »eit«. Auf einem amerikanischen Flugzeug. Deäoyo?, 9. April. De Pin edo ist gestew an Load deis iy... von der amerikanis chen Regsievnng geschenkten Flugzeuges nach San Diego aufgestiegen, begleitet von einer Ehven^skorte von dr-.st «mieMmMen FlnMugeu König Ferdinand. ' Bttkare st, 9. April. (Orient-Radio.) Nach Mjit teklung der behandelnden Aerztje fft die lokale und allgemeine Besserung VN Befinden hteS Königs soweit fortgeschritten, daß man vom. Gintrütt im R^kon-- val-eszenz sprechen kamt. «Mrelse der mm Maria. Belgrad, 9. April. Königin Maria von Jugvslaioieir wird, da das Befinden ihres Vaters, des Königs von RnnÄnien, keinen Anlaß zu unmittelbarer Besorgnis gibt, in den nächsten Tagen in Belgrad zurückevtvarten. Bekämpfen Sie das Alter durch Verwendung von SKLBROLSYRÜP nach Univ.-Prof. Dr. Mladejovsky. SKLEROLSYSUP ist ein bewährtes, erfolgreiches Mittel zur Vorbeugung u. Bekämpfung der Alterserscheinungen. In allen Apotheken erhältlich. Haupt-Depot: Apotheker C. Brady, Wien, L, Rotenturmstr. 18. 6in Meisterstück der Angenieurkuust. Aus Stockholm ward uns gemeldet: Dine hervorragende Leisturng der schwedischen Jngenieurtechntt stellt der Platzwechsel zweier Ersenbahnbr ü cken Wer den Indolsäbv bei Krokmn in Norrland dar. Da die alte Brücke für die modernen Lokomotiven zu schwach war, war der Bau einer neueu Brücke erforderlich die auf dem Fundament der alten ruhen sollte, während der Oberbau der alten -Brücke, die fortan als Chausseebrncke dienen sollte, WKuhsben tvar. Diese schwierige Aufgabe ist dadurch gelöst worden, daß in zwei Meter Entfernung die Brückenpfeiler und Lanübesestigungen für die Ghausseebrücke und daneben die neue Brücke ans provisorischen Gestellen errichtet wurden. Dre neue Brücke, die 160 Meter lang ist und deren Oberbau 40b Tonnen wiegt, mußte nuu gleichzeitig «mit der alten ihren Platz wechseln. 130 Mann nahmen an der Arbeit teil und Millimeter für Millimeter wurde die alte Brücke von ihrem Unterbau gehoben, und die neue, die ans kolossalen Holzrüstungen mit Eisenschierren fortbewegt wurde, folgte ruckweise nach. Der Austausch der beiden Brücken, dem eine große Anzahl Vertreter der Eisenbahubehövden und anderer interessierter Kreise beiwohrrte, nahm nur acht Stunden in Anspruch, so daß der Movgenzug noch über die alte Brücke fuhr, während der NachmittagHzug bereits die neue Brücke passieren konnte. W i ett, 10. April. Das Wetter. Die Verschlechterung der Wetterlage hat sich gestern etwas gemildert. Die Niederschläge sind zurückgegangen, die Temperatur hat sich ein wenig erhöht. Dieser WettevcharaAer dürste nach oer Vorhersage andauern, - die Temperatur steigen. DienstDbikänm. Der Inspektor des Tempelvereinas ftir Maria hilf und Neubau, Herr I. Lowh, begeht Sostntüg, den 17. April, das Jubiläum seiner 25jährigen AmtstätiAeit. Die Feier findet an diesen: Tage um 9 Uhr vormittags im Tentpel 6. Bez^ Schmalz'hofgasse, statt. Erhohilng der Hebamwcnentschäd iguug. Die von der Genreinde Wien bisher an Hevanrnwn für den geburtshilflichen Beistand bei Entbindungen armer Wöchnerinnen gezaMe Entschädigung betrug 30 Schilling. Der Genreinderatsausschutz für Wohlfahrtsangelegenheiten hat diese Entschädigung auf 40 Schilling erhöht. Die Erhöhung tritt rückivirkend 'mit 1. April in Kraft. Das Gesanrterfordemis wird für -das Jahr 1927 mit 15.960 Schilling Veranschlagt. i Der Einbruch im Cobnrg--Palais. Die Täter, die in der Nacht zum 11. Jänner den auffeüenerregenden Kasseneinbrnch im Wiener Coburg- Palais in der Seilerstätte begangen haben, wobei ihnen Wertgegenstände in der Höhe Von 12.000 Schilling in die Hände fielen, sind ausgeforscht und verhaftet worden. Es sind das der Friseur Rudolf Bauernfeind, der Hilfsarbeiter Franz Kope^tzkh, der Hilfsarbeiter Viktor Cerde n'L.a, der Geschäftsführer Viktor Bartone'k, der dsgent Oskar Barborka, ünv der in Brünn verhaftete Livmcnvertreter GeoB HoSner und feine Gltebre. Ein Gesandter wegen Betrug verurteilt. Aus Warschau wird gerneldetr Der ehiemaltge polnische Gesandte in Bukarest, Marian Linde, wuridse soegen Betruges zu einem Jahr Kerber verurteilt Er war der Bruder des seinerzeit ernrordeten Präsidenten der polnischen Postsparkasse, Hubertus Linde, und hat zu Lebzeiten seines Bruders auf einem auf 80.000 Zloty lautenden Garantiedokument der Postsparkaffe die Unterschrift seines Bruders gefälscht. Sein Mitschuldiger, der Großindustrielle Bau wurde zn eineinhalb Jahren Kerker verurteilt. Die beiden Verurteilten wurden gegen Kcurtwn vorläufig auf freiem Fuß belassen. Zirrus ALoksi. Heute 3 Uhr nachmMags sehenswerte FaMi'li envorstellung. Um 8 Uhr abends das Aprilprogramm und als Einlage die großen EntscheidungSLämpfe inr Ringen. Flecktyphus im Bezirks Wilna. Nach Meldirnzen aus dem Wilnner Bezirk sind dopt Fälle von Flecktyphus festgeftellt »vordea. Ser große krfolg den das Warenhalts Brüder S ch i s f m a n n. 2. Bez., Tabor« K48, mit seinen! Geschästsvrrnzip: Möglichst geringer : zur Erzielung eines möglichst großen Umsatzes" erzrett hat," veranlaßt dieses stadtbekannt billme Kaufhaus, anläßlich oer Osterfeiertage außerordentlich günstige Okrasions-AngÄote zu brinaen, die jedermann den Einkauf erstklassiger Waren ermöglichen. Beachten Sie nachstehende, unglaublich billige Preise: Prima-Koton ,für Kleider, 70 Groschen, Prima-Marocaine und Voile, für Kleider, pro Meter 86 Groschen. 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Die Burectus der Neuen Wiener Sparkasse, Äelche sich bisher im Anftaltsgebäicke der Allgemeinen österreichischen Boden-Credit-Anstatt, 1. Bez., Teinfaltstvaße - 8 (Eingang! Löwelstraße) befanden, werden ab Montag, den 11. April d. I. in das Gebäude der ehemaligen Allgemeinen Verkehrsbank, 1. Bez., Wipplmgerstvaße 28, verlegt. Diese feit mehr als 65 Jahren bestehende Sparkasse, die M den Rcfuidssten nnd bestfundierten Sparmstituten zählt, ninftnt Em-i lagen während der Kaffastunden von 8r—2 Uhr zur bestmöglichsten Verzinsung entgegen. t Sendet Eure Waren nach Polen mit Uugzeugen der Polnischen Luftverkehrs A.--G. Asvohch. Wien, 1. Bez., Tegetthoffstraße 7. Jede Auskunft durch Telephon 71-0-84. Fracht pro Kilogramm' 0,75 Groschen inklusive Depsicherung. E Man will Dein Bester nur. mein lieber Wähler, Sprechen die Volksvertreter aller Farbnuancen. Und haben sie'r, wird nur der Wähler schmäler. Dann wächst ihm der Verstand, dem Bonzen wächst der Pauzea. 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Ortner, Vorstand der zweiten mediziklischen Klinik in Wien: ,Jch bestätige Ihnen auf Ihren Wmffch gern, daß ich mit den Bolucarbon-TaAetten Brady, namentlich bei abnormen Gärungs- und Zersetzungsprozessen im VerdauungSkanale, sehr zufriedenstellende Erfolge erzielt habe." Hauptdepot: Apotheke C. Brady, Men, 1. Bezirk, Rotendurmstraße 19, Ecke Fleischmarfft. Täglicher Posbversand. E Bekanntmachung! Das außergewöhnliche Angebot im Aiueigenteil (100 Schilling in Var) ist kein Noklameischerz, sondern durchaus rechrSperbindlich. F. Oderich, Hamburg 19. E Bei rhenmatffchen, gichttschen Schmerzen und verwandte« KranVheitserscheinungen liegt belarmtlich eine Stoffwechselstörung infolge fchlerhafter BlutbÄchassenhöit vor. Zur Aus- «cheidung der schädlichen Bestand teile im Blüte ist nun Tu gal m heworragonder Weise geeignet. Dogail hemmt die Ansammlung der harnsauren Salze und vermehrt ihre Ausscheidung. 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