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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-07 · Heft 2913 (7.4.1927) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2913 (7.4.1927)
Date
1927-04-07
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. SNS Wien, Donnerstag 7. APrkk 1927 Settel Der Sohn des Moses Mautner Ein Wiener Roman von Leopold Hiotator« Copyright Iffl hyB.'LiHrit fettag, Wien - Lriprig Beklommen betrat Gustav das Speisezimmer. Die Eltem — Herr Hermann Mar indes auch gekmttwett — standen bereit. Der Gerichtshof Mar versammelt. „Wo warst vrr?" begann die Mutter. *— „Mutter! Sch Hab'..." — ,0o tvarfl bu?" — „Mutter! Ich Hab'..." Er kam nicht weiter. „Was hast dir?" — „Mutter! Sch Hab' mlit einem Kollegen eine lateinische Schulaufgabe. . ."■ — „Was? Unten int Hof am Wagen machst du lateinische Schulaufgaben?! — „Mutter! Ich Hab'..." Da verlor Frau Sali die Geduld und damit er etwas habe, gab sie ihm —1 wie sie es nannte — ein „Kopfstück". Nun trat dev Vater in Aktion: „Elender Lausbub! Ich wer dir geben, Lügen, sagen! Zu Mittag kriegst du keine Mehlspeis' ttttb nachmittag wirst du emgesperct!" — Nun — es hat dem Buben nichts geschadet, aber den Eltern auch nichts genützt. J'm Gegenteil. Er wurde verstockt, trotzig, fühlte int Studium nur noch die Last und, keine Freude uttb blieb im Gymnasium Mück.-Soi standen die Dinge, als! Oitkel Leopold!uM Rat gefragt wurde. Die Mutter versuchte es Nun mit Güte. „Schau, mein Kind!" sagte sie am nächsten Tage zu Gustav: „Schau! Wenn du nix lernst, kannst du nicht im GymMfiUM bleiben! und keine Atatura Machen! — Weißt du das? — Weißt du auch, was die Mrkuva is? Mtes kmmst du wer». Die ganze Welt steht dir offen: Einjährigenrecht, Universität, Technik! Was du willst. Wenn du. aber — wenn Mir dich aus dem Gymrrasium nehmen Müssen, was kannst du da werden? E Schuster, e Schnecken, e Hmckwerker! — Gut. Es hat ja was für sich! Die Geschäftsleut' sind heut' besser dran; aber lass' dir was sagen, Gusti: du bist noch ein unerfahrenes Kind und verstehst es nicht. — DU kannst ein großes Geschäft haben, du kannst reich werden, e Rothschild kannst dü Wern; aber alles das kann Man div weg* nehmen! Aber Wissen! — verstehst du mein Kind? — Wissen! das kann dir kein Mensch wegnehmen! Folg' mir und sei ein gutes Kind und lern!" — Diese innigen Worte der Mutter hatten ihn fast Kn Träum gerührt. Er versprach viel Und — hielt wenig. So sind die Kinder — aber auch die Erwachsenen: Je vernünftiger und überzeugender Man einem Menschen rät, um so fester hält er, was er unterlassen sollte. — „Recht hat sie ja, die Mutter," dachte Gustav, Und es kann ja ganz schön sein mit dem Wissen! Wenn Mau nUr nicht so viel lernen Müht' —" Und so geschah es, baß' Fvaiu Sali nach einigerr Wochen wirddr Kllm Herrn Professor gerufen tvucke, aber diesmal zUm Klassenvorstand Und der düstere Herr sprach ernst: „Frau Mautner! Es ist das beste: Sie nehmen ihn aus der Anstalt!" — „Herr Professor, ich bitte..." —„FraU MaUtner!" Nnteckvach^ der Professor, „es ist in der Kbnserenz beschlossen wocken: entweder Sie nehlnell ihn freiwillig aUs der Schule, oder — er wird ausgeschlossen!" —. — „Was is, Sali?" wollt« Herr MaUttier fragen, als seine FraU nach Hause kam; ckber als er ihr verstörtes Gestcht sah, fragte er nicht Mehr. Sie fiel ihm weinend Um dm Hals : „Hermann! Die.Schand'! Wir Müssen ihn hrnaUsnchmen, sonst wird er ausgeschlossen!" — „Was'? Ausgeschlossen? WarUm? Was hat er anigestellt?^ — „Er laßt die Buben keine Ruh'! sagen die Professoren und darum! haben sie beschlossen, daß mir ihr eirtweder ans der Schule nehmen oder..." .Herr Hernvamr schwieg. Da fragte FraU Sali: „Was wird jetzt geschehen Mit ihm?" — „NU/ was soll lna tun, Sall? — Sn die Mrgerschnl' wird er! g-chen." — „Und dann?" — „Wird man ihn in eine Lehr/ geben." — Sn eme Lehre! Was wtaa aus den Träumen der Mutter geworden! Sie! dachte daran Urrd tvernte still. — Verzweifle nicht, liebe Mutter! Der Handtverkerstarck ist älter Und vielleicht auch wichtiger als die Mlde der Akademiker! Und was der Mensch braucht: klaren Kopf und gutes Herz; beides hat dem jüngstes Kind. Mehr — hätte ihm auch Sie Kochschick nicht gegeben. Biekkeit — nicht cinMal das. . I 5. KapideL: Wenn Gott den Menschen eine Freud« müchm will, schenkt er ihrren Ä Nicht ein Kind. Biele Köcher. Der liebe Gott weiß warUM: Wenn ein Kind den Eltern tzerzleid zusügt, ntachen es die anderen Kinder wrcker gut. Das Ehepaar MaUtner hatte fünf Kinder Und in diesem reichm Setzen sonnten fich nUU die Seiden alten Leute ein wenig. Fünf Kinder g-eSen viel Arbeit, lassen kevnp Zeit jjuv Trübsal, insbesanders... Sch habe bisher ver- G. Fortsetzung.) Ottomane - Matratzen Auch Teilzahlung! —- M.Wellz, Wien, ll., Darwingasse 394% SUPPEN WÜRZE (unter Aof,lobt da« Ew. Harrn Rabb. S. FOrat hargastollt) macht iiippw und Saucen dollkat gefjett Und hole nach: Frckckin Mfi, die älteste Tochter war bereits zwei Monate vst Herrn Bernhard Lanrpl, einem Wurstfabrikanten, verlobt. — Da die Hochzeit für die nächste Woche bestimmt war, begann FvaU Sali: „Also Hermann! Fetzt Mußt du mir einmal fwgat: Willst du jMs Esten bei Winternitz oder bei .Sohr?" — „Sali, tu' wie du glaubst." -- „Sa. Setzt sagst du: Du' wie du glaubst und dann wirst du mr DrMoürf' iniachen! Sag' Mr Nur, wo soll ich bestellen?" — „Sali, tu' wie du glaubst." — „Mso dann gbvck' ich: ist es am besten bei Winternitz!"-FraU Sali ging zum RestäurateUr Winternitz, bestellte vierzig Gedecke, oder „Couverts",- wie Herr Winternitz des Wohlkkrnges wegen sagte. Heinrich, der älteste Sohn bestellte zwölf Fiaker, denn er sagte: „Mutter! Das nnt d ie Wägen überlass' nur, das wer ich arrangieren!" Ferner bestellte Frau Sali für Gustav erneu schwarzen Anzug mit einem „Creme" Gilet und fügte, grollend hinzu: „Verdienen tust du 's nicht, daß dir e neuen Anyng kriegst! Aber um kann dich zur Chassene nicht so gehen lassen!" — Dann bestellte Frau Sali LaUfieppiche, die in der Einfahrt des Hanfes und auf den Treppen austzebreitet werden sollten; dann bcstelüe sie Blumen zur Ausschmückung des Tores und der Stiegengeländer und dann bestellte sie... Ach! Wad muß eine Mutter zur Hochzeit der ersten Tochter alles bestellen! Wie seufzte Frau Sali Urtb wie gerne tat sie es. Täglich ging sie mit Rest, dev. BvaUt Und Berta, der jüngeren Tochter zur Schneiderin; demk einmal saß die „Schoß" nicht recht Und das aickerenml spannte der Atlas mit Rücken des Brautkleides zu sit>r. „Es is schrecklich!" seufzte Frau Sali. ».Wenn es nur scho vorüber wär!" — — (Fortsetzung folgt:) «r Denecln kräftig! d'öttDrganssMUs — schütz! vor ***Mfts' Erkrankungen. Der moderne Haushalt. Ae reine Wohnung. Bon Architekt Otto Polak-KeLwig. Mau sagt, daß Lu China nur der Arzt bezahlt wird, der seinen Klienten — nicht Patienten — gesiock erhält. Das Gesund seL» wird also bedeutend höher geschützt als das Gesundwerdeu. Auf die Wohnung angewendet, will das besagen, daß es bedeutend wiWger ist, die Wohnung so anzulegen und auszngestalten, dasheißt zu möblieren, daß sie nicht schmutzig wecken kann, als fie mit noch so großem täglichen Aufwand an Zeit und Kraft mit allen technischen Behelfen der Neuzeit zu reinigen, eine Arbeit, die trotz eben dieser BehÄfe nicht aufgehoben, sondern nur verringert wecken kann, da die Reinigung der Wohnung von Tag zu Dag wieder erfolgen muß. Äber man darf nicht vergessen, Reinigung P nur Heilung, Reinhaltung aber ist Prophylaxe. Me Elemente, die für bk mühelose Reinhaltung der Wohnung Ln Betracht kommen, sind vor allem die raumumschließenden Flächen und die Möbel. Bonden raumbildenden Machen ist der Fußboden wohl di« wichtigste.« In der modernen Wohnung gilt bereits der Fußboden als vollgültiger Wvhnplatz. Man freut sich heute über den Glanz der elektrisch gewichsten Parketten und begnügt sich, kleine Teppiche oder Motten an geeignete Stellenaufzulegen. Der Fußboden der Wirtschaftsräume tank heute technisch so eimvandfroi belegt wecken, daß er allen Ansockerungen der BeqUemlühkert (Fuhwärme) undReirckichkeit entspricht. Linoleum oder gar Gummibelag auf Kortuuterlage ist ein solch idealer Belag. Im Badezimmer würde «h aber doch weihen Plattenbelag mit aufgelegten japanfichen Matten vorziehen. Um nun beim Badezimmer zu bleibe«, wäre der idercke 'Zustand der, daß dasselbe Bekl«idungsmaterial Fußboden, Wände und Plafond deckt, so daß die Reinigung des Raumes mit der geringsten Mühe vorgenommen werden könnte. In den Wohnrüumen ist die Frage : Tapete oder Malerei? nicht vPrewoiters zu entscheide». Angst vor Ungeziefer spricht dafür, insbesondere in den Schlaframnen Malere! Kr wählen, die durch Bespritzen mit Wachs vollkommen glatt und auch hygienisch, ausgeführt wecken kann. Oelanstrich würde noch zw^ntsprechender fein und kann auch sehr wohnlich austzeführt wecken, ist oder natürlich sehr teuer. Di« Decke wick heute ausnahmslosj licht gehaltert, schm, um durch den Reflex möglichst viel Licht im Raum zu zerstreuen. Nun noch einige Worte über die Möbel, vom Standpunkt der Reinhaltung der Wohnung aus betrachtet. Im technisch aufgeklärteren Westen ist der Schrank schon lärmst Bauglick geworden; speziell der amerikanische Grundriß ist durch die zahikreicheu „closeds", das sind Schrankräumg, gekennzeichnet. Die Angst vor Ungeziefer und vor der Schwierigkeit der Reinigung der eingebauten Schränke ist absolut rächt gerechtfertigt. Denn eine solch« Schrmrkkamnrer imck mit waschbarer g&fttec Tapete ausgekleidet oder mit Oelsacke gestrichen Und ist daher schr hygienische Die Wohn- und WsitschastSräume werden durch Einbauen der «Schränke von MÄbeln entlastet und find dadurch ebenfalls viel leichter rem zu halten. Besonders in d«r modernen Küche sollen die eingebauten Schränke vollkommen glatte, durchlaufende Flächen bilden. Bei den freistehenden Schränken in Wohn- und Wirtschaftsräumen sott man, um StanbablagerUNgen zu vermeiden, darauf achten, daß entweder ein vollkommener Sockel angebracht wird, oder daß die Füße hoch genug sind, daß mau mit dem Besen darunter den Staub herdorkchren kann. Auch soll die rckere Fläche freistehender Schränke nie über Augenhöhe liegen. Denn gesehener Staub weck immer weMwischt. Aach MSaarr liefen Prallnfe. Der amerikanische Verband der Süßzvarenhändler Hai eine amüsante Umfrage veranstaltet, um festzüstellen, ür welchem Umfang d^ mämüühe Geschlecht am Verbrauch von Schokolcke, Pralines und Bonbons beteiligt ist. In. tausend Geschäften, die dem Verband angehören, wurden vier Wochen hindurch die einkausenden Herren systematisch um Auskunft gebeten, ob sie für eigenen Gebrauch oder für Geschenkzwecke kaufen. Me Zufammenstellnna der Antworten ergab, daß die Männer im Konsum von Süßigkeiten fast die Frauen erreichen. Mit aller Vorsicht schätzt der Verband jedenfalls, daß minedstens ein Drittel des Gesamtverbrauches der Bereinigten Staaten auf die männliche Bevölkerung entfällt. E Bedeutender Fortschritt der Sarverweuduus im Hanrhav. Es ist eine allgemein bekanitte Tatsache, daß die Gaspreise in Wien weit unter dem FrijedenZpreis stehen. Me die attderetr städtischen Monopokbetriebe acks- ~ tat auch die Wiener Gaswerke nach dem Grundsatz der Selbstkostendeckung mrd haben daher an die Gemeindekassen keinen Reingewinn abzuführeu. Der billige Gäspreis und die moderne Haushalttechnik haben deshalb in den letzten Jahren dazu geführt, daß die Zahf dier Mener Gasäbnehmer s p r u n g h a f t g e stieg e n i st. Im Jahre 1913 erzeugten die Wiener Gaswerke 191.000 Kubikmeter Gäs'und hatten dafür 212.000 Abnehmer. Es wurden 75.000 Kubikmeter Gas für Koch- und Heizzwecke verwendet, 35.000 Kubikmieter für die Industrie^ 16.000 Kubikmeter für die öffentliche Beleuchtung und schließlich 65.000 KiElNeter für die Beleuchtung von Wohnungen, Geschäften, von Häusern, Fabriken und Werkstätten. 94.000 Kleimvohnnngen, 40.000 mittlere und 16.000 große Wohnungen genossen die Vorteile der GaÄ- Verwendung, inährend 292.000 Kleittwohrrungen, 80.0-00 mittlere urck 9000 große Wohnungen auf die Gasverweudung Verzicht leisten mußten. Ein ^ürtz anderes Bild zeigt demgegenüber das Jahr 1926. Die Gaserzeugung betrug im Vorjahre 269.000 Kubikmeter,. wv für 387.000 Mnehmer zu zählen Ivaren, deren Zahl am'31. Jänner d. I. schon' 389.355 betrug. Zum Kochen urtd Heizen wurden 183.000 Kubikmeter Gas verwendet, 53.000 Kubikmeter als Jndustriegas, 11.000 für die öffentliche uttb 23.000 für die private Beleuchtung. Einen gewaltigen Unterschied aber gegenüber de» Verhältnissen im Jahre 1913 zeigt die Gasverwendung in den Wiener Wohnungen. 215.000 Kkein-- wohnungen, 75.000 mittlere und 20.000 große Wohrutzlgen wurden im Vorjahr Mit Gas versorgt, während 205.000 Kleinwvhrmrrgen, 49.000 mittlere und 7000 große Wohnungen noch keinen Gasanschluß hatten. s Die Gegenüberstellung der Verhältnisse der Jahve 1913 und 1926 beweist, daß sich das Gas in den letzten Jahren nnt Riesenschrittcrr den Haushalt er> obart hat. Die Wiener Gaswerke befinden sich stets auf der Höhe und daher ist es begreiffich, daß sie allen Anforderungen der Zeit, der Technik und schließlich auch der Konsnmentcn jederzeit gAvachsen sind. Briefkasten. Anna H ... in St. Pölten. Welche Vorteile ge>wvhrt das Kochen mit Backpulver? Schnell-iMit, Billigkeit, 'sicheres Gelingen, leichte Verdaulichkeit, Schmackhaftigkeit und Erhaltung der modernen Linie. Näheres nächstens. % Frm» Mell W ..., BÄdling. Wo lerne ich moderne Haushailtbehslse kennen? In der AuIstellung „Die Frau von heute", 9. Bezirk, Alsersttaße 23. Ganztägig geöffnet. Eintritt frei. Täglich Vorträge von 1 bis 12 Uhr und von 3 dis 6 Uhr, Demonstrationen, Vorführungen. wäscht tüi* ganz Wien! ZENTRALE:VI'WALLG':4'TBL' 5 5 - 20 SEPIE Kostenlose Abholung und Zustellung In I

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