Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2912 (6.4.1927)
- Date
- 1927-04-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 »IA«( JÜDISCHE WEIT 6. April rvsr Nr. 2912 Sum Ableben Luriatis. Ans Rom meldet die I. T. A.: König Victor Emannel erschien persönlich im Trauerhause LuzzattiS und sprach den Hinterbliebenen sein tiefstes Beileid auS. Der amerikanisch-jüdische Publizist Hermann Bernstein hat Luzzatti tvenige Tage vor Lessen Ableben gesprochen. Luzzatti sagte: Die Juden sind in den letzten 2000 Jahren' das am meisten gefolterte Volk der Welt gewesen und sie haben dieses Schicksal am ■ wenigsten von allen Völkern verdient. Luzzatti war durch die Nachrichten aus Rumänien in Trauer versetzt und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Bemühungen zur Erleichterung des Loses der rumänischen Juden zu einem Erfolg führen werden. Bernstein schloß: „Bis zu seinen! letzten Atemzug blieb Luzzatti dem jüdischen Volke und der jüdischen Sache treu. Italien hat seinen größten Staatsmann, das jüdische Volk einen seiner edelsten und mutigsten Kämpfer verloren." MWIInIs Mntf für üulgi Luzzatti. Rom, 5. April. (I. T. A., Ministerpräsident Mussolini HiÄts-in der Kammersitzung einen Nachruf für Luigi Luzzatti, in welchem er sagte: LuzzattiS Merk ist mit der italienischen Geschichte des letzten halben Jahrhunderts innig verknüpft. Er tvar vielleicht die hervorragendste und repräsentativste Persönlichkeit der Gegenwart. Der hohe Rang, den Italien auf dein Gebiete der sozialen Gesetzgebung unter den Nation«» rinnimmt, ist zum großen Teil dem Werke LuzzattiS zu danken. Mussolini sagte, cr habe in den letzten Jahren oft Gelegenheit gehabt, die weisen Ratschläge LuzzattiS einzuholen, so insbesondere bei der Schaffung der kooperativen Organisation durch die faseistische Regierung. ' Mussolini schloß: Luigff Luzzatt, war einer der großen, weisen und reinen Männer, die nie au slch denken, sondern stets an das Vaterland, die dem Vaterland zur Ehre gereichen und es verdienen, daß man über sie trauert und sie ehrt. Im/ Senat hielt Tittoni dem verstorbenen Senator Lurz, Luzzatti einen ergreifenden Nachruf. Er prieS in begeisterten Worten die große Persönlichkeit und das reiche Leben LuzzattiS. Parlament und Senat sandten der Familie LuzzattiS Beileidstelegramme. Es kondolierten ferner der französische Bot- -schaster in Rom, Herr Besnard, der persönlich im Trauer- Hause erschien, im Namen der französischen Regierung, sowie di« Vertreter anderer Großmächte. Auch vom Jüdischen Parlamentsklub in Polen traf ein Beileidstelegramm ein. ' , Sin Wischer Museum in Sreruowltz. Dev Kultusbeirat der jüdischen Gemeinde Czeonowitz hat auf Grund des Referates des Professors Julian Silberbus ch die Gründung eines jüdischen Museums beschlossen. Man ist daber von der Erwägung ausgegangen, daß in ganz Rumänien zerstreut hultur- und kunsthistorisch sehr wertvolles jüdisches Material — oft Sachen von einzigartiger Großartigkeit und Bedeutung — sich befinden «uinfc zugrunde gehen, wenn sie nicht von fachkundiger Hand gesammelt und aufbewahrt werden. Die Kunst werke jüdischer Rotgießer und Silberarbeiter wandern zu Trödlern und von dort Werden sie zu Liebhabern gebracht, didiese Arbeiten für ihre Salons verunstalten lassen. Ebenso gehen reiches Ur> Kundenmaterial und seltene hebräische und jüdische Schriften, Umka und Inkunabeln zugrunde. Eine Kommission wurde bereits vom Kultusvorstand ein- Vereine, Vorträge und Versammlungen. Zionistische Frauengruppe 20. Heute um 8 Uhr abends km Beveinsheim, 20. Bezirk, Jägerstraße 30, Borlrag Sophie Löwen herz: „Die jüdische Frau." — Maimon'rdes-Jnstimt Wien, 3. Bez., Hetzg. 40. 0—7 Uhr: Dr. A. Kamiwka: „Das Buch Nachwm." 7—8 Uhr: Rabbiner M. Hprowitz: „Schir haschirim vavba." — Verein zur Förderung §es physimlischen und chemischeu Unterrichtes in Wien. Samstag, 7 Uhr, im großen Hörjfotfl des Histologischen Instituts, 9. BezirT, Schwarzspanierstraß« 17, Bortrag Ingenieur Ernst Roller: .Alettners Ruder und Rotor." Jüdisches Zentrum der Sozialen HUfSgeuveknfthaft Anitta Müller, 2. Bez., UQntere Augartenstraße 35. Anmeldungen für den neu beginnenden hebräischen KurS für Airfänger werden noch im Sekretariat von 6 bis 8 Uhr entgegengenommen. — Heute, 7 Uhr, Kurs für Jndividualpsychologje, Frau Martha Holub. Predigten in den israelitischen Gemeindetempeln. Freitag findet bei dem um 3f±l Uhr beginnenden Abendgott-ysdienste im Gemeindetempel, 18. Bez., Schopenhauerstrahe 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang) eine Predigt statt. Ferner ward am Samstag (9 Uhr 15 Min.) im Gemeindetempel, 21. Bez., Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rofenmann) ein exegetischer Bortrag gehalten. — Samstag um 3 Uhr nachmittags Jugendgottesdienst in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Eine Mische Akademie in St. Pölten. Sonntag, den 10. d., findet in St. Pölten in Gräbers Gasthof um 3 Uhr nachmittags eine Akademie unter Mitwirkung des Herrn Oberrabbiners Dr. Adolf Schächter und des Bundes j üdischer Jungwanderer statt. Das ReinerträgniS ausschließlich zionistischen Zwecken zu. Entwicklung des AutonpmiegedauköuS der jüdischen Gemeinden. Ueber dieses Thema spricht heute um halb 9 Uhr abends über Einladung der Mischen Tischgesellschaft „LandstraA' im Cafe Hovrana, 3. Bez., Löwengasie 36, der Vizepräsident dev israelitischen KuttuSgemeinde, Herr Dr. Josef Löwenherz. Gäste willkommen. Ausstellung „Die praktische Hausfrau", 2. Bez., Taborstratze 8 a. Täglich von 3 bis 6 Uhr nachrnittigK interessante Vortrchge VorMmn-gen bet freiem Eintritt. gesetzt, welche Herrn Advokaten Dr. Max Diamant zu ihrem Vorsitzenden wählte und aus den Herren Maler Artur Kolnik, Architekt Schwarzmann, Professor Julian Silberbusch, Industriellen Josef MizniHer, Professor Emil Zappler und Ingenieur H. Zwilling besteht. ES ist hie Bildung einer Gesellschaft der Freunde deS jüdisch»« MüseumS in Czrrnvwitz in Aussicht genommen. Die ««entschlossenen liberalen Rabbiner. Die Vereinigung liberaler Rabbiner Deutschlands hielt in der «bgelaufenen Woche hinter geschlossenen Türen eine Sitzung ab, in. welcher die Stellung der liberalen Rabbiner zum Zionismus hätte festgelcgt werden sollen. Zu einer einheitlichen Auffassung konnten die Anwesenden offenbar nicht gelangen, denn die folgende Resolution trägt alle Merkmale eines nichtssagenden Kompromißes an sich: „Die Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands erklärt, daß der Grundcharakter des Judentums religiös ist und bleiben muß. Sic lehnt jeden Versuch der Deutung des Judentums als eines ausschließlich nationalen Gebildes entschieden ab. Sie überläßt es dem persönlichen Verantwortungsgefühl eines jeden Einzelnen, welche Stellung er gegenüber dem Zionismus einnimmt. Sie hofft, daß die Besiedlung Palästinas in einem Geiste erfolgt, der eine Belebung der jüdischen Religiosität verbürgt." Hundert Jahre alt geworden. Man schreibt uns aus i|t im Alt ^. o«, u iüj >X) u> der ältest; Mann unseres Ortes, Herr Jakob Menachem IMeow gestorben. Der Verblichene war bis in die testen Lebenslage geistig und körperlich vollkommen frisch. Unter großer Teilnahme fand das Leichenbegängnis dieses frommen Juden .statt,. der sich insbesondere während des KnegeS und der Bombardierung des Ortes als edler Menschenfreund erwies. Sejmdcputierter Wypodsti 70 Jahre alt. 2Lus Anlaß des in diesen Tagen stattgesunoenen VOjä-yrigen Jubiläums des polnischen Sejms Dr. Jakob Wygodski widmete die gesamt« jüdische Presse Polms, insbesondere im Wilnaer Wahlkreis, den er lm Se^m vertritt, den Verdiensten des Jubilars um die russischen Juden und 'die- Entwicklung des Zionismus anerkennende Begrüßungen. Deputierter. Dr. l W'y g od s k i gehört trotz seines hohen Alters zu den temperamentvollsten Debatwren -im.. polnischen Parlament, wo. er - wegen .. seiner tiefen . Sachkenntnis auf den wichtigsten Verwaltungsgebicten in hohem Ansehen steht. Ehrung Mischer Gelehrter in der Schweiz. Die preußische Akademie der W,s,enschaften hat den ordentlichen Professor für Geschichte an der Eidgenössischen Technische Hochschule in Zürich. Dr. Alfred Stern, zum korrespondierenden Mitglied ihrer philosophisch-historischen Klasse gewählt. — De: ordentliche Professor an der Berner Universität, Dr. Leo A sh er, lourde zum auswärtigen Mitglied der Königlich medizinischen Akademie in Rem ernannt. ' Ernennung des Sekretärs des Großrabbiners von Jugoslawien. Wie uns aus Belgrad geschrieben wird, hat das jugoslawische Kultusministerium zum Sekretär des. Großrab'biner? Dr. Js-crk Alka lat, den Herrn Schalom Rstsso, ehemaliges langjähriges Mitglied der Exekutive der Städwomoinide Belgrad, ernannt. - Bernaro Bakon äst einer Kolonie eine Wasserleitung bauen. Aus Jerusalem wird uns berichtet: Anläßlich der Eröffnungsfeier für die fertiggesterlte elektrische Beleuchtung in Rischa Legion, gab der Bevollmächtigte des Londoner jüdischen Philanthropen Bernard Baron» Jakob G o r d o n, bekannt,. daß Herr Ba^on beschlossen l'.che der in der-Nä're von Rischon gel'genen Siedlung „Poro " eine Wasserlcitung cinrichten zu lassen. Mit den Noraro....:r hiezu wurde bereits begonnen. Jakob Wassermann und die amerikanischrn Jude«. Sein Fiasko in New Kork. Jakob Wasiermann hak, wie wir seinerzeit berichteten, als Gast eines jüdischen Bankiers einige Wochen in Amerika verbracht. Sein ganzes Verhalten und ganz besonders der Mißerfolg, den er mit einer Vorlesung in der New Wörter Columbia-Universität erlitt, gibt dem bekannten jüdischen PMi-, zistsn Reuden B r a i n r n Anlaß, sich in einem größeren Artikel im New Yorker „Tog" mit dem deutsch-Mischen Dichter Jakob Wassermann und seinem Fiasko in Amerika zu befassen. Diesem Aussatz entnehmen wir die folgenden Stellen: „Der sehr populäre Jakob Wassermann kam nach New York, wo die größte Zahl seiner Anhänger und Loser schließlich Juden sind. ES scheint jedoch, daß er schon mit dem vorgefaßten Entschluß hierherkam, der Gast von Nichtjuden zu'sein; er kam als Deutscher und nur als deutscher Dichter und RomanschrWeller Er suchte hier die nichtjüdische Welt, die echt amerikanische, aber diese schenikte ihm sehr wenig Beachtung, machte aus ihm kein Wesen, ignorierte ihn auffallend, trotz seiner Berühmtheit in Europa. — Die Mische Welt hätte ihn feierlich ausgenommen. Er aber wollte weder mit den Mischen Massen noch mit der jüdischen Intelligenz Fühlung nehmen, ja ihn, den Romandichters interessierte nicht einmal das jüdische Leben in New Kork, das für jeden modernen Erzähler eine wahr« Gobdgvube, einen. Schatz an Typen und Situationen bildet. So kam es, daß ihm hier in Amerika beide Welten entschlüpft sind: die jüdisch« und die nichtjüdifche. — Und Wassermann ereilte die verdiente Strafe. Er hielt einen Bortrag in ■ t 'r EÄumbia-Universität (den ersten und vorläufig den letzten; er ist bereits nach Kalifornien abgereist, wo einer seiner Romane 'verfilmt wird). Zu diesem Vortrag wurde er vom deutschen Departement der Universität eingeladen. Das PuibMum bestand aus Deutschen. Die meisten waren deutsche Juden und jüdische Krauen, der Meine Rest beftaich <n®8 deutschen Christen, aber kein einziger echter Amerikaner war zu sehen. Ich wohnte dieser Vorlesung Wassermanns bei; sie hat auf mich «inen peinlichen Eindruck gemacht. — Wäre in den jüdischen Zeitungen ein Bortrag Wassermanns angekündigt worden, hätte der größte Saal von New Dort gefüllt werden können und der Dichter wäre mit Enthusiasmus gefeiert worden. Die Vorlesung fand in einem Keinen Saal, der allerdings gefüllt war, statt. Die Aufnahme des Dichters im Publikum »var eisig. Der Vorsitzende, ein echter Deutscher, der aber ossenbar noch nie etwas von Wassermann gelesen hat, führte ihn in ka'ltcr, fawioser Vorstellung ein, gobrauchle einige närrische Phrase:: vom deutschen Dichter, der viel, sehr viel Rommne x^chrieben habe; die Betonung lag aus dem Worte „viel", <ti?4f der Quantität. Und die amerikanischen Zeitiurgen vcvschtviegeu dir Berlesnn« Wassermanns und seine Muse volllsläntdig." Aus vcn Theatern. Durgtheater. Morgen, halb 8 Uhr, zum „Trieschübet", eine tragische Begebenheit von Franz NM. (Abonnement 1. Gruppe.) Akademietheater. Morgen, halb 8 Uhr iebc" von WildganS. Opernthcatcr. Morgen, halb 8 Uhr „Salome" mit Vera Schwarz a'.s Salome. Dingen: : De. Richa.d S t r a n s> a G. Deutsches Bolkstheater. Sams.ag nachminag„Kabale und Liebe", Sonntag nachmittags GalÄvorthys „Flucht". Johann-Strauß-Thealer. Sonntag gelangt als Nachmittagsvorstelluna bei ermäßigten Preisen „Dre För^eechristl" zur Aufführung. Abends 8 Uhr täglich „Glück in der Liebe"'. , , Beethoven-Feier der staatlichen Musikakademie. Morgen, Donnerstag, 7 Uhr abends, siirdet im Amdrmietheater eine von der Hochschule für Musik und darstellende Kunst veranstaltete Beethoven-Feier statt, Lei der ausschließlich Mitglieder des Lehrkörpers der Hochschule und Akademre Werke Beethovens zum Vortrag bringen werden. Beschränkter Kartenverkauf: Donnerstag von 10 bis halb 1 Uhr, 3. Bez., Lothringerstraß; 18. Gegen das Zuspätkommen in den Bundestheatern. Mit Rücksich: auf zahtreicpe Beschtverden über die uulieösameu Störungen, welch: die zu spät kommenden Besucher^ der Vu.idcstheater verursachen, findet sich die Generaldirektion der vstvrreichischen Bundestheater veranlaßt, neuerlich darauf aufmerksam zu machen, daß in den BundeSthaatern während der Vorspiele lind während der Mte die Zugänge und Saattüren zum Parkett, Parterre und den Galerien geschlossen bleiben und daß daher Zuspätkommende Besucher nur während der Pausrn Einlaß finden. Gerichtssaal. Dle Vrnssoneü der Lehrer de« ArarlMschr» Taubftummcninstiiute». Der Klage der Lehrer stattgegrben. Zehn Lehrer des Jsraelitkfchen Taubstumminriilstltulrl! auf der Landstraße, welches wegen ungünstiger materieller Verhütt-» nisse im Juni v. I. gesperrt wurde, halten, wie seinerzeit berichtet, beim Aewerbegericht gegen das Kuratorium Klagen auf Zahlung der Ruhegcnüsse in der Höhe der vollen Pension den städtischen Fachlehrer eiugebracht. Sie stützten diesen Anspruch auf ein Ilebereinkommen, welches nach einem Streik im Jahre 1920 zustande kanr, demzufolge die Pensionen der israelitischen Taubstummenlehrer Men der scädlischen Lehrpersonen gleichzustellen wären. Ter Kurator für die Anstatt hatte eingewendet, daß die Differenz der Bezüge stur aus den laufenden Einnahmen zu decken sei und daß so tott^e keine Zahlungen erfolgen können, als keine Einnahmen Vorhand;,: feien. Der Präsident deS GnverbegerichteS, Hofrat Dr. Mauthner, gab orn Klagen vollinhaltlich statt, weil'nach deir Bestimmungen des UcbereinkmnmenS vom Jahre 1920 den Lehrern di« gleichen Bezüge, wie den städtischen Fachlehrern zugesichcrt wnrd«n. In der gestrigen Beruftlngsverhandlung vor dein Hofrat Zöllner beantragte der Prozeßkurator Dr. Steinbach, daß lediglich die Ansprüche der Lehrer, solveit sie von der PensionSanstalt bezahlt werden, zu befriedigen seien oder höchstens so.veir der Fonds oder die laufenden Einnahmei'. zur Deckung hinreichen. Dagegen vettvieS der Klagevertreter Dr. F o r a l l davauf, daß eventuell auf das beträchtliche Bennögen der Anstalt gegriffen werden könne. Wären die Pensionisten, von dei'^n manche 35 Jahre lang tätig waren, lediglich ans die Bezüge von der Pensionsanstalt angewiesen, so würden sie glatt verhungern können. Dr. G r i m m Verlvies daraus, daß die Gemeinde Wien bereit war, die vollen Pensionen den Lehren, zu gewähren, wenn iljr das Institut,überg:b;n würdö, wtzS aber vom Kuratorium abgelehnt wurde. Dar Sermt wies die Benlfung zurück und bestätigte daS erstrichtcrliche Erkenntnis, »veil nur der Vertrag vom Jahre 1920 maßgebend sei, wonach den Lehrern dieses Institutes die Bezüge der städtischen Lehrer gleicher Kategorie und daher auch diese Pensionen zu bezahlet tvären. Da daS Kuratorium sich aufgelöst hat und überhaupt keine Verwaltung, mehr besteht, so tvird zur Befriedigung der Ansprüche dev Lehrer ein Vermögenskurator eingesetzt werdrn müsse«, um auS den vorhandenen Realitäten die An'v'.""cl>- lest-i.-digc» zu können. Irr Mörder des Juweliers Grevena« vor dm Veiqworene». Dn Frankfurt a. M. begann gestern vor dem Schwurgericht d«r Prozeß gegen den Fuhrunternehmer und früher ti Installateur Frievmch Schultheiß, der am 23. Jänner 1927 den jüdischen Juwelier Joseph Grebenau ermordet und bo- -raubt hat. Die Tat geschah an einein Sonntag vormittags um 11 Uhr im belebtesten Viertel der Stadt, in der Kaiserstraße. Die Mordkommission hatte bn einer Hausdurchsuchung so viele belastende Beweisstücke gegen Schultheiß gefunden, daß zu seiner Verhaftung geschritten tvurde. Bei seiner Veriwhnlung leugnete er zuerst, den Mord begangen zu haben, legt» aber dann ein Geständnis ab und gab an,, tym Grebenau gereizt worden zu sein, tvrshalb er ihn niedergeschlagen und bann erschossen hat. Bei dieser Aussage bleibt der MörW auch bei der Vernehmung vor dem Schwurgericht» Bühne und An