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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-05 · Heft 2911 (5.4.1927) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2911 (5.4.1927)
Date
1927-04-05
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sehe 4 ÄNvntz Dkenskig KAM mn Nr. Söl l gerirrgen Teile durch Versicherung gedeckte SBi-anifl.fjjabä wird auf 30.000 Schilling geMitzt. Der Brand dürste durch FunkenfUrg infolge eines schadhaften Ofenrohres entstanden fein. B« rhostu ng ernes Wienerin Berlin. Am HO. v. At. zeigte die Pelztonfettioirsstrnia Ritter-, innn» «. Co., Mariahilferstraße 68, ittt SichechpitS« durean an, daß ihr Vertreter, der 23jährige Richard Wolf, nach VerWung von Veruntreuungen geflüchtet sei. Die Firma beziffert ihren Schaden auf 10.000 bis 16.000 SchMiirg, obwohl bisher nur ein Schaden von etwa 6000 Schilling festgestellt werden konnte. Wolf Mrrde Nun, wie gemeldet wird, in Berlin verhaftet. Zunahme der Millionäre in Amerika. Aus der jetzt in Washington derösfenMchtten auch» lichen Stattistik ftir 1925 geht hervor, daß Amerika.im Jahre 192ö 30.295 Millionäre kMtte. Gegenüber 1924 bedeutet dies einen Zuwachs von über 9000. Sieben Amerikaner hatten ein Einkommen von über fünf Millionen Dollar jährlich, neun von über vier Millionen Dollar, fünfzehn von über drei Millionen, 29 von über Wer Mllionen und über 200 von über einer Million Dollar. E Die Hkupttrefferserie des „Glücksbauer"! Die Zahl der Haupttreffer, roclche durch den „Glücksvauer" in letzter Zeit gewonnen wurde, hat sich wieder um eineu vermehrt. Dieser wurde anr 1. April mit Baulos 1923. II. Serie 19.277, Nr. 65 gewonnen! Das sprichwörtlich: Glück des „Glücksbauer"! Vollständiges Ziehungsergebnis im „Glücksbote", 4. Bez., Favoritenstraße 4. Mhne und Kunst. »Der Patriot" Deutsches VoÜstheater. Diesmal kein Wenn und kein Aber. A Lfreid N-ouman n, der Autor des Schauspiels, ist ein Dichter, ein dramatischer noch dazu. Der pathologische Wüterich Zar Paul, der kraftvolle Befreier Rußlands Graf Pahlen (ein Mann großen Formats), die Kurtisane Ostermann, diese drei Hauptgestalten des Werkes sind da, sowie sie auf den Brettern zu agieren beginnen. Der Autor muß nicht „nachheslsön", sie führen chr Eigenleben. Die Handlung — Vorbereitung und Durchführung eines Putsches, der die Entfernung deZ Zaren beAveckt und bewirkt — hat heißen dramatischen Atem: Entschluß des Patrioten, den verrückten, unfähigen, grausamen Autokraten zu entthronen, Ausrvahl der Verschwörer, Intrigenspiel mit der schönen, dem Anschlag Lud insbesondere 'dem Patrioten selbst als Weib gefähr- DHea Ostermann, rechtzeitige Beseitigung 'des HauptmrtwllserZ, der mt ausgezeichneter Mensch, ckber ein Schwäch- Wg O — scharf, Schlag ans Schlag rückt die Hand- Lrng vor und schließt mit der Palastrevolution. — Bei MnffüHrungen in Deutschland schied Pahlen freiwillig aus dem Leben, aiä das Werk vollbracht war, weil Zar Peter entgegen dem Versprechen, das er gegeben hatte, getötet werden mußte oder weil er durch Selbstopferuing fgtaä llnoigennützigkeit erweisen wollte, der Patriot. — Ihn Deutschen BolkStheater habe ich diese Schlußszene uW vermißt. Pahlen, an die Leiche des erwürgten Zaren tretend^ sagt, er hrcke auch mit dieser CventuaKM rechnen müßer^. Und der Vorhang Mlt; nicht zu früh, pHht M Wtz, die Tat ist gescht, das Besieiungswerk vvltzogxn. Prachtvolle ^penen, wie sie nur einem Begnadeten gMngen: der Zar am Schoße des Grasen Pahlen ein- Mummernd wie ein unmündiges Kind, in den Armen des Mannes lallend, der ihn zu vernichten beschlossen hat; der Zarewitsch Alexander, der zarte, nach Baterliebe dürstende Jüngling ohne Harm vor dem vertierten, selbstsüchtigen Vater; knapp vor Schluß eingefügtes, mit sicherer Hand hmgesetztes retaMerendes Moment der Tragödie — die SSerfdjmötcr zweifeln an ihrem Führer. Und den ganzen Abend ein festgefügter, klarer, sicherer Dialog. Jawohl, ein neuer Dramatiker, man hat allen Grund, sich zu freuen, daß er entdeckt, nicht schmachvoll tibersehen wurde. Direktor Beer leitete eine würdige Aufführung. Herr Klitsch als Patriot, schon in der Maske hervorragend, hat durch Einfachheit ustd wohldurchdachte Disposition der Rolle ivettgemacht, was ihm viettesicht an Persönlichkeit schlen mag. Herr Forest ftrieft den infantilen, entmenschten Zaren in der Raserei erschreckend, in seinen Angstanfällen erschütternd. Aber wenn man bei diesen beiden» doch noch an größere, eindriuglichiere Darstellung denken kann — etlva an Wegener als Patrioten mck> Pallenberg als Zar Paul — so ist die Ostermann der Erika Wagner schlechthin meisterhaft. Schlangeuklugheit, Ehrgeiz, den letzten Trumpf in die gepflegten beringten Finger zu kriegen, lüsterne Unterwürfigkeit dem hundertprozentigen Manne Pahlen gegenüber, Angst, daß die Hand, die sie kost, zur vernichtenden Faust sich ballen könnte, und hundert Finessen weiblicher Berfühimngskunst und Herrschsucht find in diese Gestaltung einer großen Dirne verwoben. Das Publikum spendete auch nach Schluß des Abends andauernd und begeistert Beifall. Vielfach rief man die Namen der Hauptdarsteller, als wollte man seine Zustimmung auf diese beschränken. Wir für rmsvren Teil sind überzeugt, daß hier ein Fehlurteil vorliegt. Die Gestalten des neue» Dichters haben Leben, sein Drama hat Atmosphäre, und die Anerkennung, die den Vermittlern für künstlerische Hingabe znkomme, stehe im gebührender: Abstande Hüller dem Dank für den Dichter. Wir grüßen Alfred Reumann. Otto Abe-los. Aus tat Stauet» rglh ea ter. Morgen, %8 Uhr, „Zu epe uer krde und erster Stock". Oper nt he«ter. Morgen, A& Ühr, T'i«'f4an<d". jLHeatergemeirHe, Serie A.) W«NMB« Grölte Jüdische Wählerversammlung Donnerstag, den 7. April 1927, am halb 8 Uhr abends, im Restaurant „Zur goldenen Glocke**, VW., Neöbaögaäse Nr. 5 Referenten r ObedbaursU Robert Stricker, Dt. Felix, Dr. Max Bernhardt, Bdz.-Rat Moritz Rohn. mdlscbe Wühler und Wählerinnen, erscheinet in nassem ■■«■■W—BBaSBSlSSaSWgSflBMSliBI— Deutsches Volts theater. Heute, morgen und Samstag „©er Patriot", Donnerstag „Flucht", Freitag „®et Garten Eden". Saansivy wchMtloyS detbutteren in ^Kabale und Liebe" Karl Meixner vom St<chttheater ln Saarbrücken als Ferdinand und Sonja Ambach von der ,freien Bühne" als Loulsc. Rolanldbühn«. Heute Mn 26. Mate ,-D-orime und der Zulfall". Kammerspnele. Das G-aqWnÄ Eviba Gläßu»ers boglumt morgen, Uhr, mit ^Modeill-ha-us Cr evetie" van Leo Wclliher Stein. Das ,M«e Mencr ttrmservatorimn", Klasse Burgffchau« spiel«: Fritz Blum, führte anläßlich der Festakkdomie dcS .Verbandes der Jndustrieanggsie-Uten zwei Einakter auf. „Wenn wir altern", eine stünnmngsvotte Plauderet von Ludwig Fulda, mü> „Einsame Seelen" von Homunkulus. Unter der verständnisvollen Leitung und Mittvirkung Mums bo-tat dis pmaen angehenden Künstler eine gerundete Vorstellung, die auf anschnncheM Niveau stand. Wir nennen insbesondere die Dam«» Fernan, Walden und Baldauf sÄvie oie Herren Höllmüller und Anfricht. Starken Beifall fanoe» auch die Vorträge der Geigers Drucker. Der Dichter „Jaknohas" gestorben. In MoÄapr skavü däelser Tage der bekannte hebcLisch-jüdische SchriftstMer JesaiaS Nisi san Goldberg im Mter von 69 Jahren eines plötzlichen Todes. Die überaus zahlreichen Arbeiten des Verblichenen ev- Menen nnter dem in der hebräischen und jiddischen Literatur oelannt gewordenen Schriststellernamen „Faknahas". Er wurde im Minscer Gouvernement geboren, war Mitarbeiter der alt«n „Hazefira", ,^ameliz", „FrainV, „Hain!/" und vieler anderer jüdischer Zeitungen. Bor kurzer Zeit erst berichteten wir, daß die Svtvjetrsgierung Goldbevg, der in Moskau lebte, in die Reihe der verdienstvollen Schriftsteller erhob und ihm eine auskömmliche Staatspension bewilligte. Bereiue. Vorträge und BersamM,«.«geu. Zionistische Sektion 6—8, 8. Bezirk, Bennoplvtz 1a. Heute mn 9 Wr abends Vortrag: Dr. Le-o Gold Hammer: ,^>ud SÜß Oppenheimer." — Jüdischer Frauenbund. Heute, 3A8 Uhr, 2. BeAirik, Untere Augartenstraße 35, Mbebvortrag der Frau Esther M-ieses: „Das Hohe Lied" und Pessach-Hagadah. Eintritt frei. — Ueber „Die internationale Handelskammer uw» ihre bisherige Tätigkeit" spricht morgen um Al Uhr abends im Großen Sitzungssaals der Wiener Handelskammer (1. Bezirk, Stuibenriny 8-^10) Sektionschsf Richard Riedl im Rahmen des Bortvagszykl-us der österreichischen Bölkerbnudl iga Wer'die Wellwirtschaftskonferenz. Ferienkolonie Böslau. Der Humanitätsverein für die westlichen Bezirke Wiens eröffnet seine Ferienkolonie rn Böslaiu in gleicher Art wie im Vorjahre, und zwar: 1. Kolonie vom 14. Jmri bis 12. IM 1927, Mädchen uiilb KnÄben von 7 bis 11 Jahren; 2. Kolonie vom 1b. Juli bis 12. August 1987, Mädchen bis za 14 Jahren; 3. Koilv-nie vom 17. Augiust bN 14. September 1927, Zknabe-n As zu 14 Jahren. Anmeldungen und Zuschriisten sind nicht mehr an Ignaz Reuse Id, Men, 6. BeFirk, MariaWferstraß«, sondern an das Sekretariat des Vereines, Men, 6. Bezirk, Gnmperidorsichraße Rr. 92 (Karl Fröhlich), zar richten. Gerichtssaal. »er BerwaUangsgerlchtshof erNSrt die «Me» der israelMsche» Koltusgemeinde Baden fBi ungültig Der WerwaLtmrgsgerichtAhof umter Wovsitz boS Präsiden- -tan Dr. Schuster erklärt« mit «vnor gestern geifäUren EmdscheLdung die WaWcn in ke,ir VorsNrnd -der isväel-i^i'schen Ku-ltusgenvoinde in Baden, die a-m 16. Frb-vuar 1926 stattstrniben, für -un-gültig. Die bvi divfon Mahlen umt^rleigenc Opposition un-t-er Wihmmg de-s Herrn Wilhelm Mandl erhclb nämlich -bei der BeZirkshau-ptmannffchasit Protest gegen die Mechtsgültigk-sit »er Wahlen urrber Hinweis idavau'f, daß nach tz 66 der Statme-n acht Tage vor der Wahl! kein e Wvränberunge-n -mehr in den Wähiler-listen bongenam-m-orr wackln m>d wcrhremd dioser Schutzfrist Relilarnevdianen bezüglich der Au-Sübung des Wah-lvechles nicht mehr berücklfichtigt warben dürfem. Der behte Dag Hur Ein-- ibringtmg von Ne§ko>mationen fei daher der 6. Februar gewsfen. Nichrs-d-ostowe-niger wurden noch am -folgenden Tage, am 7. Februar, 9leklamat'wnen berücksichtigt und durchge>führt. Die -Bezirkshauipkinannfchaft wies den Einspruch mit dem Bemerken zarrück, daß nach dem allgemeinen Sprachgebrauch -unter acht Tagen eine Woche zu verstehen ist, und die Landes-rogie'vu-nig bestätigte dieise Gntischeiduing. Dagogegr eriklärte -das Bundesm-inLsteri-um sür Unterricht die Wahl wegen BerTehn-rng dvs § 6V der GtatiUiten für nng-ü-ltig. Der V-erwatl-tun-gSgevichtShof beschäst/igte sich -gesternmit der Beschwerde, die der Vorstelher der K>u-kbuAge>meinde, Joses Stein-er, durch NegienumgLrat Dr. Bach rach gegen diese ErrtscheidUn-g angestrengt hatte. Der Vertreter des BunldeSmimsterimmS Hofrat Dr. Ebe r th aller erNävte die Annahme der Reibla-mationen am 7. Februar als einen groben Verstoß gegen die Wchl-ordrmng, welchem. Sta-nkipunKr sch auch der -Vertreter des Herrn Mandl nnd seines Anhanges Dr. Smo-le anischloß. Der VerwalirrngsgerchtZhoff wi-eS die B-es-chfwerde als -unbegründet ab, da eine Verletzung der achttägigen Schnchfeist auch im -Gm-v-evstamdms mit der Opposirian nicht sbatvftndon hatte dürfen. Mit dieser Enksche-idung ensche!men die Wahlen der Badner KultuSgsmeiinde vom Jahv 1925 annul-liert. Der gekündigte Hausherr. Mn seltssamer Metprozeß, in welchem ein Hmisherr durch die Kündigung einer Metp-artei aliZ Loyalitäten seines eigenen Hauses hevausgebvacht werden sollte, wurde dieser Tage durch eine Entscheidung des Obersten Gevichtslhoses endgültig erledigt. Der Fachlehrer Adolls Sa latsch hatte zur Zeit der JnPation einen Dell seiner geräumigen Wohnung, die er im Hauise des Fabvibanten Otto Wagenberg, Duchlauben 19, inne hat, der Ang-lobank - in Untermiete gegeben. Nach Beendigung des Unter-m-ietverhaltnisies standen die Räume eilte Zeitlang leer und wurden zunächst vom Wohnungsamte anyofordert. Nachträglich verzichtete jedoch das Wohnungsamt auf Antrag des Hauseligentümers gegen ein ent* sprechendes Aequivalent auf die Anforderung und erteilte die Gene>hnrigung, daß der Hausbesitzer oie Räume f-ür eigene Ge« schästszwecks verwende. Nach Wegstrll des Ansorderungsgefetzes kündigte Adokff Salatsch dein Hausherrn wegen Eigenbedarfes die Räume, wobei er den Stand>pun>kt ein nahm, daß der Hausherr nunmehr Untermieter sei. Der bekl-agte Hausherr wendete ein, daß die ihm seinerzeit unter Verzicht aus die Atr-fovderung von dem Wohnuttgsamte Werlassenen Räume in seinem ei-genen Haust von ihm nunmehr als H a u p t m i e t e r -benützt werden. Diesen Standpuntkt billigten alle drei Jnstangen und eNklärtei» die Wndigung für unwirksam. JÜDISCHE WEIT gsaar Lewis gestorben. Der Pionier de, Kimberley-Diarmmtenfvlder. Nach einem T-eil-egramm aus Kapstadt -tn Südasvika ist dort Jsaac Lewis, der belannt-e Mllicmär -und Chef der woltbel-annten Firma Lervis u. Marks, im Mter von 78 Jahre« Vevstochen. Sein Name war mit dem seines verstorbenem Sozius, Senator Samuel Marks, in. Sü'däsrika in aller M-unde. Geboveu wurde Jsaac Lewis in Polen im Jahre 1849. Er kam 1870 -nach Südafrika und war einer der Pioniere der Ktmb-erleY«T^amanten-felder. In späterem Jahren schwang er sich MM Führer der DiEanten-»Jndustrie Süd« afritas aus. Er war einer der größten Grundbesitzer von DranSvaal. Jsaae L-Swis ist der Bogrüuder des seinen- Namen tragenden jÄbbschen Wchs-enhawseS in Johaunisburg. Seistvem -letzten Wutnsche gemäß wird feme Leiche nach England gebracht und aus dem jüdischen Friedhof zur London-Willesdeu an de-r Seite feiner 1619 verstorbenen Fvau betgssttzt werden. S« Preisansschreiben der amerttankschen Ratioualsoads-zentrale. Wie wir bereits berichteten, hat di« awerikawischte Zentralstelle für den jMschen Nativnalfonds für eine Nationalfondshymne in englischer und jiddischer Sprache eine Preiskonhrrrenz ausgeschrieben. Der Preis beträgt je 100 Dollar. Zu Jurorm wurden berufen: für die englische MsschreÄung der Dichter und Leiter der Thomas-Jesferson-Hochschjule in Netvhork Dr. Elias Liebermann, der Literarhistoriker Josef Ph. Eron und der Verfasser der z!v-ei Werke „Voll Gentiles" (Ihr Christw) und „D, the (Ich, der Jude), die in Amerika geradezu sensationell geivirkt haben. Die Juroren für das jiddische Lied sind der Dichter David Pinski, der Chefredakteur der jiddischen Monatsschrift „Zukunft" Abraham Li es in und der auch in Wien rühmlich bekannte jüdische Schauspieler Dr. Ben Zwi-Barwt-vff. Der Einsendungstermin läuft am 11. April ab. Ike kanadischen kiawandernasrgesetze. Wie lvir dem „Canada Avler^^ entnehme», hielt der jüdische Deputierte t>es kanadischen Parlaments F. W. Jacobs Vor kurzem im Parlament eine längere Rede gegen die Härtere der Eiuwandernngsbesti-mittnngen. sür Kanada, derenBerschärfung jetzt von der Regierung geplant wird. Nach einer sachlichen Kritik führte Jacobs aus: Wollte der Nazarener Jesus heute nach Kanada einwanderir, würde man ihm wie auch de» Aposteln im Sinne der EiuwianderungSbestimmullgen die Einreise verweigern. Hauptsächlich vier Voraussetzungen für seine Zulassung in Kanada könnte er nicht erfüllen: er gehört nicht der laudwirtschafilichen Arbeiterklasse an, er war Zimmernranu, ein Beruf, der gcgewv-ärtig hier unerwünscht ist, er besaß keinen nach uuserenr Gesetze» gültigen Reisepaß nnd schließlich hätte ec auch der Forderung nicht Nachkommen können, die ununterbrochene Fahrt von seinem Auswanderungsland bis nach Kanada und das Vorhandensein bewt Verwandten in Kanada n(v^,"—r Verurteilung eines jüdischen LeHkerS in Wejf«.',uien wegen eines autifafchistischeu ArtiöelS. Aus Rom wird uns berichtet: In der Hauptstadt Mesfh-niens Adis Abeba »vnrde dieser Tage der Lehrer einer jüdisilvu SchiUle wegen eines im dortigen Blatt «'rschieneuen a:: ifaschistischen Artikels auf Betreiben des itilienifchen Konsuls zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat und einer Meren Geldstrafe verurteilt. Die Schule, in welcher' der Verurteilte unterrichtete, wurde geschlossen. Auch, der Chesi redakteur des betreffenden Blattes erhielt die Stuafe Am einem Monat Gefängnis. Grne Buer VrktlsiLoge in Keonftadt installiert. In Kronstadt, Siebenbürgen, wurde durch den Großpräsidenten des rumänischen Ordens, Oberrah'üirrer Dr. Nicmrrvwer, eine neue Bnei Brith-Loge eingeweil'-t, die den Namen „Vl^rn-a" führt.

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