Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2909 (3.4.1927)
- Date
- 1927-04-03
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 2909 Wien, Sonntast Wievee Morgeuzsttmrg 3. April 1927 Sekte 7 I 9 78*1*86 ifetot e k huren engcurdes der c christlichfür soziale sen, in der ilversauuni. : ger den kämpfe des der Küche t Personen und eine lis werden Her täglich dem jüdigeliefert, installiert :a Schule, r steht die vvate und Itet Dem gesprochen, osef Bondi, >auer, Max mer, Prof, ek, Doktor Dagobert cau Hennh kritzler mü« ld Kind" larialstlfev« 6. April, Med^-Rat Dr. Edith r. — Die Uhr nachermäßigten Um 8UHdie großen T U y £ IV& [ffc 9tt 7, > -a mctM itionsmittel Blatt die cht an der r Bereinilsiin" wiü> en. Gegenvon zeHn eß durchge» hattein Her einen freundliches und schrieb : sagte, die e Fliegen :n", schrieb a^Ction des zu domenernstlich zu nicht hinaber nicht Dip Re- »r poetische sliagen unn. Darauf l gegen dir mgsm-ittel. >!e ärztLich lmhaltigon adern und -nnen das izitat, woribeitsLraft c ein wichnuiM'Mhalt Wolldas Mergute Ber- >f«ch rangen anz-Jasef- S u>nd des Einingek» Heimat iger Gastwirt« Bäcker« ichhaltiges!S Tchwe« hier. Erft- IVDMCIIE WEIT Wsvs« «an m der Pariser AnZeagafse spricht. Die ssLariser jüdische Kolonie hat tmedcr eimnal interessanten Oksprächsstoff. So vnrd erzählt, das; sich bei einem jüngst vom Präsidenten der Republik Doumergue veranstalteten Empfangsabend nt der Elysee folgendes zugetttrgen habe: Unter jj&t Geladenen befand sich auch der OIKrrabbiner von. FWikreich. Otach dem Cercle begab sich die ganze vornchme^Gesellschaft in das Büfett, wo ihrer reich gedeckte Tische mit dm feinftru Leckerbissen, harrte. Die Gäste sprachen, den Gerichten herzhaft zu, als der Hausherr dm Oberrabbiner erblickte, der wohl am Tische mit den anderen Gästen Platz nahm, ohne jedoch etwas Ar essen. Präsident Dmnnergue ging auf der: Oberrabbiner zu und fragte lächelnd: f „Wie? Hochtvürderl hatten nicht mit iiaß'?" „Sie entschuldigen schon, Herr Präsident," antwortete dev Oberrabbiner, „aber meine Religion gestattet mir nur dm Genuß rituell zubereiteter Speisen." „Mon dkm, ich bedaure es aber aufrichtig, daß wir daran nicht dachten, aber dem muß sofort abgehvlfen tVerden," sprach der Präsidmt. Fünf Minutm später wurden zwei harte Eier serviert, die der Oberrabbiner zur Freude des Präsidenten mit sichtlichem Behagen verzehrte. Eine zweite Geschichte, über welche das Pariser nein Ghetto jetzt gleichfalls viel zu erzählen weiß, berichtet Jean Goß int Budapester jüdischen Blatt „Orszagvs Egyetcrtes": In der kleinen Stadt des Seinedepartemcnts Livry-fur-Seine hat vor nrehreren Jahren noch kein einziger Jude gelebt. Seither hatten sich etwa sechzehn jüdische Familien, zumeist kleine Getverbetreibendc artgesicdelt, die mit ihrer französischen Umgebung in bestem Einvernehmen lebten, bisher jedoch noch keine Synagoge hattm. Diese kleine Indengemeinde vermochte die Mittel zur Errichtung eines eigenen jüdischen Bethauscs nicht anszuvrmgen, obgleich der Stadtrat den Baugrund gratis beistellen wollte. Sie ivandtm sich an den 5lnltusminister tun einen Snbvmtionsbeitrag. Der Minister bedauerte, hiefür keine bttdgetäre Deckung zu haben, erklärte sich jedoch bereit, 0000 Francs für dm Zweck beizusteuern. Auch die Pariser jüdische Gemeinde votierte den gleichen Betrag und die Beistellung zweier Thorarollm. Es fehlten noch 15.060 Francs imd nun kommt die Sensation firr die Jtcdengasse. Dar als überaus wohltätig Und nnvvremgenommen bekannte Kardinal Dubois, der von der Sache erfuhr, spendete ihnen für die Errichtung der Synagoge 10.000 Francs und der Rest wntbc schließlich aufgebracht. So kam die erste Synagoge in dem'llemen Städtchen dos Seine-Departements zuflaride. PsiizedMfion km Wische« SchrWeSerSerM i» Warschau. Ans W a rfch a u wird uns berichtet: Kurz vor Beginn eines sehr stark besuchten Vortrages des Professors Schneursvn Ln dm Lokalitäten des jüdischen Schriftsteller-- und Journalistmveveines erschien ein Beamterder politischen Polizei, um eine Revision durchzuführen. Vom geschäftsführendm Präsidentm des Bereites, dem Schriftsteller Segalowicz um Vorweisung des behördlichen Auftrages ersucht, konnte ec einen solchen nicht b erb ringen. Er ließ sich erst einen Auftrag telephonisch erteilen und rief Polizeisukkurs herbei. Anfänglich wollte der Beamte sämtliche Besucher des Vortrages perlustrierm, wurde jedoch davon durch die Vorstellungen des VereinspräMums abgebracht und fcc* schränkte sich auf eine Leibesvisitation bei drei Besuchern, dem jüdischm Arbeiterführer Jsak Gord i n, dem Geschäftsführer der Wilnaer Truppe M a s o und Herrn Dr. Glücksmaun. Obwohl die Visitation ergebnislos blieb, wurden die drei verhaftet. Dr. Glücksmaun und Herr Mafo wurdm bald freigelassen, Gordin hatte ein Verhör über die Teilnehmer am Leichenbegängnis des polnischen Revolutionärs Tomaszewski, an dem er teilgenommm hatte, zu. überstehen. Er verweigerte jede Aussage, und so wurde dann eine Hausdurchsuchung in seiner Wohnung vorgenouunm, die jedoch auch, nichts Verdächtiges zutage brachte. Erst dann wurde Gordin freigelassen. Der Vorfall hat bei der jüdischen Bevölkerung Warschaus große Erregung horvorgernfen, zumal er als entschiedener Uebergrrff betrachtet wird, da der Pokizeibeamte nicht mit den gchörrgen behördlichen Aufträgen versehen war. Ser polnische Uaterrichtsminifter gegen die Sleichberechtigung der hebkRsche» Schale«. Aus Warschau meldet I. T. "A.: Ter polnische Unterrichtsministcr Dobrucki empfing eine Abordnung der Elternkonfercnz der Tarbuty - Schulen in Polen, die die Forderrnrg aussprach, den: Scjin ein Ge' sehprojekt betreffend die Errichtung staatliche.rVolksschulen für die jüdische Minderheit zu unterbreiten; dieses Projekt solle auch die <Yleicl.sttllrrng der hebräischen Lehrer mit den polnischen aussprechcn. Ter Minister erundertc, ein allgemeines Gesetz betreffend Gründung von Staatsschrcten ftrr die jüdische Minderheit sei schon deshalb ein Ding der Unmöglichkeit, weil die Indm nicht in bestimmtm Gebieten lonKLntriert sind. Es bestehe für die Jupen nieht dic g-eringste Hoffnung, daß sich die Lage in Zukunft ändere. Cs-bestehe jedoch die Möglichkeit, die Tarbutch-Schulerr aus den staatlichen Fonds nach Maßgabe des Erreichbarcn zu unterstützen. Im übrigen sei irr dm polnischen Staats-« fchulm dem Unterricht in dm jüdijH--retrgiäft-'r Fächern Raum genug gewahrt. Pksf. Dr. DssrÄ» Prato OberrÄMiner von Aiexaudrie«. Nach langwierigen ergebnislosen Berhandlungeu des Pvrsidiums der jüdischen Gemeinden von Alexandrien, Aegypten, mir verschiedenen bekannten europäischen Rabbinern, wur'oc der bekannte Gelehrte Professor Dr. David P r a t o aus Florenz zum Oberrnbbiuer berufen. Der neue Oberraviner genteßr nicht nur als Hebraist, sondern auch klaffrfcher Phitotog und Historiker und Pädagog einen ausgezeichneten Ruf. In den letzten Jahren war Dr. Prato Generalsekretär des jüdischen Nationalfonds und Lkeren Hajefsod für Italien und seine Kolonien, nahm anr.' Karlsbader Zivnistencongrest als Delegierter teil und leistete während der Frtcdensverhandlungen als Privatsekretär Dr. Wcizmanns sehr wertvolle Dienste. Im Jahre 1924 wurde er von der italienischen Regierung mit einer politschcn Speziattnission nach Tripolis entsendet. Jüdische Ehestatistik aus Warschau. Ausder Var kurzem veröffentlichten amtlichen Statistik über die Eheschließungen in Warschau im Jcchre 1926 acht hervor, daß int allge-!meinen die Zahl der geschlossenen Ehen, obgleich die Zahl der Einwohner im selben Jcckjre -stm 10.000 gewachsen ist, gegen '1925 um' 920 gesunken ist. In: abge« Laufenen Jahre 'wurden insgesarnt 7815 Ehe geschlosseu, davon waren 6405 christliche lind 1410 jiZdische. Die Zahl,; der Eheschließungen im Jahre 1925 betrug insgesamt 84351 und zwar 7155 christliche und' 1280 Mische. Es ergibt sich daher, daß, während die Zahl der christlichen Ehen im -Berichtsjahr um 7-50 zurückging, es um 130 meffx 'jAdische Eheschließungen gab als inr vvrantzogangenen Jahr, wobei noch zu bemevken ist, daß die amtliche Statistik nur diejenigen Mischen EtzeMMeßunqg-' verzeichnet, die nicht nur inr Rabbinat, sondern dm Hör dem Standesamt geschloffen imtvben. / yo'fK n äpartep äBidenmantBl ""1'f;,, s Fescher Bashaii. 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