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Wiener Morgenzeitung · 1927-03-31 · Heft 2906 (31.3.1927) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2906 (31.3.1927)
Date
1927-03-31
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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jCBtüMV ffib. Wi? M. SSYY 0cfe' "4 sUPnwjcneWg S Der Wozeß um das abgehackte »eia. ÄÄ, Reue Stuventeuuuruheo In Faffy. Bukarest, 30. März. (Tel.-Comp.) Gestern abends Zogen die streikenden Studenten der Universität Jassy vor die Wohnung des Professors Restartu, der am Vormittag den S t r e i k in einer an die Sttrdentcnschaft gerichteten Rede m i tzbilligt hatte. Die Studenten toollten mit Gewalt in die Wohnung des Professors eindringen, worauf der Professor aus einem Revolver Schreckschüsse abgäb. Hierauf zogen sich die Studenten zurück' und manifestierten in den Straßen, wobei sic jüdische Passanten verprügelten. Die Unruhen dauerten bis in die späten Nachtstunden an. Ass kszs-LlÄ Bei einer Nattütmlfeier. C^ern o w i tz, 30. März. Im Nationaltheater fand amSamstag eine vom Rektorat der Universität veranstaltete Beffarabien-Feier statt, zu der auch Abg. Dr. Mayer- E bnet und Oberrabbiner Dr. Mark geladen waren. Nach der Festrede des Rektors Draganescu wurde die Wmgshymne gesungen, die stehend angehört wurde. Eine im Theatersaale befindliche cuzistische Studentengruppe begwm hierauf ein antisemitisches Lied zu singen, in welchem das Wort „jüdis ches G e s ind el" wiederholt vorkommt. Deputierter Dr. Ebner und Oberrabbiner Dr. Mark verließen hierauf das Theater. Bezngspreise der „Wiener Modenzeitung-“: Monatlich Wien und Oesterreich . . . . ..5 5*— Tschechoslowakische Republik ......... öK 22— Jugoslawien..Dinar 60 — Polen .. . . Zloty 6 — Deutschland ............ Goldmark 4 — Frankreich, Beigftn ..Frcs 35 — Italien. Lire 20*— Rumänien .................. Lei 170 — Bulgarien Lewa 100*— Amerika .. .Dollar 1*— Schweiz und das übrige Ausland ....... Frcs 5*— Oesterr. Postsparkassenkonto 150.693. E 2,100.000 Kilometer haben die Flugzeuge der Polnischen Lufwerkchrs-A. -G. „Aerolot", Wien, 1. Bez., Tegetthoffstraße .7-, Tel. 71-0-84, bisher zurückgelegt. Kein Passagier ist ums Leben gekommen, kein Warentrausport verhören noch beschädigt worden. an, die umgekehrt proportional ist dem Quadrate ihrer Entfernung und direkt proportional dem Prodickte ihrer Massen. In dem erwähnten grundlegenden Werke zeigte er, daß in der Tat unter dem Einflüsse einer solchen Kraft die Planeten ,Mpler'sche Ellipsen" uni die Sonne ziehen müssen, und daß die drei Kepler'schen Gesetze nichts anderes sind, als die Folgen dieser Attraküonskraft. Es ist merkwürdig, 'wie dieses das ganze Universum beherrschende Gesetz sich mehreren feilte* Zeitgenossen offenbarte, ohne von ihnen in seiner ganzen Tragiveite erkannt worden zu sein; es sah so aus, als oh es auf einmal spruchreif wurde und seinen Entdecker suchte. Es wurden Vermutungen ausgestellt, die direkt auf das Vorhandensein eines solchen Gesetzes hinzielten, Bruchstücke davon aufgesaßt, ohne die Zusammenhänge herauszufinden. Erst Newton ward es Vorbehalten, das Attraktionsproblem in seinem ganzen Umfange zu töfett und es in exaktester Form auszüspreche'n. Dieses Gesetz hat zwar in der letzten 3ett durch Ecknstein eine gewisse Korrektur erfahren, indem der letztere Nachweisen konnte, daß zur Newton'scheu Attraktionsformel noch ein Zusatzglied hinzukom'men müsse, und daß die ,IePler'schen Ellipsen" ihre Lage im Raunte nicht betbehalten (Perihelverschiebung). Seine Bedeutung darf aber deswegen keineswegs geschmälert werden. Abgesehen von der weitgehenden praktischen UebevLinstimnmng der NetMvn'schen Attraktion, gilt auch für sie ein Wort Einsteins; „Es ist das schönste Los einer physikalischen Theorie, wenn sie selbst zur Aufstellung einer umfassenden Theorie den Weg weist, in welcher sie als Grenzfttll MÄteMck" Dr. Jakob Gr ,"< n 6 c r n. Jrrde-r Mvchs-n VoMnttwgsvÄchmriSmrg wurde das Vechör mit Maricha Marek svrtgeseßt. Auf verschriene Vorhalte des Vorsitzenden erwiderte die Angeklagte: ,Lch habe keinen Aufwand getrieben tmd tvenig gesellschaftlichen Verkehr gehabt. Für die Wirtschaft brauchte ich monatlich 5 bis 6 Millionen Kromn." — Bors.: „Sie sind auch viel im Automobil gefahren." — Angekl.: „Herr Präsident, das Autofahren ist meine große Leiden sch a-s-t." — Bors.: ,Me haben auch das Bedürfnis gehabt, P elze zu t r a ge tt." — Angekl.: „Aber heute kostet doch sin Psh. weniger als ein guter Tuchmantel." Nun wurde die AngeUagte über den Abschluß der NrchrSversicherirag vernommen. Auf Geheiß ihres Mannes sei sie $u der Versichcrungsgesellschaft gegangen und habe dort mit dem Beamten Lazansky verhandelt. Lazansky soll dabei zu ihrem Manne gesagt haben: „Schauen Sie, welcher Gefahr Sie sich als Leiter dieses Unternehmens (das burgenländische Elektrizitätsu-nternehmen) aussetzen," und habe ihm zugeredet, bk Versicherung, die Marek nur auf io&OOO Dollar abschließen wollte, auf 400.000 Dollar zu erhöhen." — Borst: „Die Herren von der Versicherungsgesellschaft stellen aber die Sache ganz anders dar. Lazansky soll im ersten Moment über die exorbitante Höhe der Versicherungssumme perplex gewesen sein." — Angekl.: „Was ich hier vorgebracht habe, ist die volle WahrheiL" — Vors.: „Ihr Mann hat sich als akademischer Ingenieur und als Direktor ausgegeben." — Angekl.: Mein Manu nannte sich Ingenieur und als Direktor der burgenländischen Gesellschaft konnte er sich schon deshalb bezeichnen, weil er noch im Jahre 1935 dafür Steuer zahlte." — Vors.: „Er hat auch sein Geburtsdatum falsch angegeben." — Angekl.: „Ja, er hat sich immer für älter ausgegeben." Während der Fragen des Privat beteiligtenvertreters D r. Lenhoff begann Frau Marek wieder h e f t i g z u zittern, so daß der Vorsitzende eine kleine Pause eintreten lassen mußte. Die Angeklagte muß schließlich zugeben, daß sie sich das Geld für die Prämienzahlung nur schwer beschaffen konnte. D r. Lenhoff: „Warum hat Ihr Mann nicht eine Lebensversicherung abgeschlossen? In diesem Falle hätte ihm der versicherte Betrag ja einmal bestimmt zufallen müffen." Martha Marek gibt darauf verschiedene Antworten, worauf Dr. Lenhoff erklärt, daß sie an seinen Fragen vorbeirede. Emil Marek erbittet sich nun das Wort und sagt: „Hätte ich gewußt, daß es der Versicherungsgesellschaft nur auf die Prämie ankotnmt, nicht aber aus meine Bonität, dann hätte ich nur die Prämie erlegt und auf die Versicherung verzichtet. Ich wäre heute auch ein armer Krüppel, aber ehrsam mvd nicht kompromittiert in der ganzen Welt." Hierauf wurde die Verhandlung unterbrochen. In' der Nachmittagsverhandlung erzählte Frau Marek den Hergang des Unfalles. Sie sei zur kritischen Zeit mit ihrer Schwester und ihrer Mutter in der Küche getvesen und habe plötzlich das Wehgeschrei ihres Mannes gehört. Daraufhin sei sie hineingestürzt und habe gesehen, wie der Holzblock auf seinem Fuße lag. Mit Hilfe der Hausmeisterin habe sie das Bein auf dem Block gebettet. Dr. Lenhoff: „Warum haben Sie nach dem Unfall die blutgetränkte Hose verbrannt?" — Angekl.: „Wir haben zwei Hunde und daß Hunde sehr wütend sind, wenn sie Blut riechen, wissen Sie ja. Meine Mutter ist überdies sehr abergläubisch und deshalb habe ich die Hose verbrannt." — Vors.: „Ich möchte Ihnen noch einmal Vorhalten, daß der Augenschein an dem Beine gezeigt hat, daß offensichtlich mehrere Hiebe gefallen sind. Bleiben Sie bei Ihrer Verantwortung?" — Angekl.: „Ja, ich bleibe dabei. Es war so, wie ich es sage." Nun wurden die ersten Zeugen einver-! nommen. Zuerst wird der Chemiker Fritsch, der Neffe I des verstorbenen Herrn Fritsch, bei dem Frau Marek den Haushalt geführt hat, verhört. Er soll über das Verhältnis der Angeklagten zu seinem Oheim aussagen, erklärt jedoch, nichts Näheres zu wissen, sondern immer der Ansicht gewesen zu sein, daß zwischen ihm und ihr ein ähnliches Verhältnis bestanden habe, wie das eines Kindes zu seinem Vater." — Vors.: „Ganz so wird es wohl nicht gewesen sein." -r Der nächste Zeuge ist der Diener des Grafen Lefours, Johann K e p l i n g e r, der im gleichen Hause wie Fritsch wohnt. Er weiß auch nichts Näheres über das Verhältnis des Fritsch zu Frau Marek anzugeben, sondern sagt nur, daß es bei Fritsch sehr rein und nett gewesen sei. Am Schlüsse der Verhandlung stellte Dr. Kraszna den Antrag, den Vorsteher der Zimmermanngenofsenschaft darüber einzuvernchmen, daß Unfälle ähnlicher Art bei Ziuunnleaten sehr häufig Vorkommen mvd sthr Wwere Berkchungerr nach sich ziehen, ferner die Mnmg eines Mannes, der sich durch einen Unfall ähnlicher Art ein Bein durchgeschlagen hat, weiters soll der Gerichtspsychiater Dr. Bischof einvernommen werden, der mit einer Frau Tropp ein Protokoll aufnahm, die Marek kurz nach seinem Unfall gesehen hat. Frau Tropp, die zu dieser Zeit schwer krank im Spital lag, ist inzwischen gestorben. Weiters beantragte Dr. Kraszna einen Lola-laugenschein im Hause Mareks in Mödling. Dr. Teirich beantragte die Einvernahme einer Frau, die Zeugin war, wie sich ein Knabe den Fuß glatt abgeschlagen hat, eventuell die Einvernahme jenes Knaben. Dr. Silberknopf beantragte die Einvernahme eines Mödlinger Friseurs, bei dem sich Marek kurz vor dem Unfall rasieren ließ, ohne auch nur die geringsten Spuren von Erregung zu zeigen. Der Staatsanwalt sprach sich gegen die Stattgebung sämtlicher Anträge aus. Der Vorsitzende brach hierauf die Verhandlung oö, die heute mit der Vernehmung der Angeklagten Pcmka Löwen stein fortgesetzt werden wird. E Netzer die elektrische WSrmespeich«>rr»g i« modernen Haushalte. Die Frage der llmwand-lung des Nachtstromes in Wärme hat in der letzten Zeit die größte Bedeutung erlangt, da seit dem Ausbau der Wasserkräfte die städtischen Elektrizitätswerke in den Nachtstunden über genügend elektrische Energie verfügen. Nach reifer Ueberlegung und zahlreichen Versuchen ist es unter Bedachtnahme auif das Problem der Verwertung des Nachtstromes in Wärme gelungen, zwei Apparate der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, die bereits zur vollsten Zufriedenheit ihren Dienst gut und billig versehen und deshalb in einem modern geführten Haushalte nicht mehr fehlen sollten. Es sind dies der Eloktro-Heißwasserspeicher und der elektrische Speicherofen für Raumbeheizung. Zweck dieser Apparate ist also, die während der Nachtzeit ausgenommene elektrische Energie am folgenden Tage als Wärme wieder abzug-eben. Für alle Apparate, welche nach dem genannten Speicherprinzipe arbeiten und von dem städtischen Elektrizitätswerke geprüft wurden, wird im Sinne obiger Ausführung ein bedeutend ermäßigter Strompreis in Rechnung gestellt, und zwar ist derzeit der ermäßigte Speicherstrom um 72 Prozent billiger als der Kraststrom beziehungsweise um 86 Prozent billiger als der Lichtpreis und beträgt 0.7 Groschen pro hWh. Der Elektro-Heißwasserspeicher besteht aus einem geschlossenen, verzinkten Eisenzylinder, der von einer dicken, wärmeisolierenden Schichte umgeben ist und tat welchem das Wasser mittels elektrischer Heizkörper während der Nachtstunden auf eine Temperatur von 85 Grcck) Celsius ausgeheizt wird, um im Laufe des folgenden Tages dem Verbrauche zugeführt zu werden. Der Apparat arbeitet vollkommen selbsttätig, da nicht nur die Nachfüllung des Wassers, sondern auch das Ein-, bezw. Ausschcrlten des Kraftstromes mit Hilfe einer eigenen Schaltuhr automatisch vor sich geht. Der zur Verrechnung des Stromverbrauches notwendige Kraftzähler wird von! den städtischen Elektrizitätswerken kostenlos beigestellt, während als Mietgöbühr für Schaltuhreck bei Heißwasserspeichern bis zu 150 Liter Inhalt 3.— Schilling für jeden sechswöchentlichen Berrechnungsabschnitt eingehoben werden; für den Stromverbrauch kann jedoch über Wunsch des Konsumenten ein pauschalierter Betrag festgesetzt werden, in welchem Falle die Mietgebühr für die Schaltuhr entfällt; dieser Pauschalbetrag beträgt beispielsweise für einen 25-Liter-Speicher 5.25 Schilling einschließlich aller Abgaben für je 6 Wochen. Auch bei den elektrischen Speicheröfen wird die Aufgabe gelöst, elektrische Energie durch den Nachtstrom billig zu beziehen und in Form von Wärme für den nächsten Tag aufzuspeichern. Die Arbeitsweise dieser Oefen ist die denkbar einfachste; sie werden nachts durch den elektrischen Stront angeheizt, wobei sich die in den Oefen befindliche Wärmespeichermasse evwärmt. Während der Tageszeit bleibt dann der Ofen ausgeschaltet, gibt aber die im Laufe der Nacht aufgenotmnene Energie in Form einer kräftigen Wärmeströmung an den umgebenden Raum ab. Um dem Publikum diese beiden neuesten Apparate sowie auch alle sonstigen, in einem modernen Haushalte zur Verwendung gelangenden elektrischen Apparate und Geräte systematisch geordnet vor Augen führen zu können, haben die städtischen! Elektrizitätswerke in ihrem Direktionsgebäude, 9. Bez., Martannengasse 4, die „Stewe"- Ausstellung geschaffen, in der die meisten dieser Apparate im Betriebe vorgoführt werden. Es soll noch darauf aufmerksam gemacht werden, daß die meisten, in genannter Ausstellung zur Schon gestellten Gegenstände an Konsumenten der städtischen Elektrizitätswerke auch gegen bequeme Teilzahlungen abgegeben werden und daß zur leichteren Geschäftsabwicklung bei Ratengeschäften die Vorweisung womöglich der letzten Stromrochnung sehr erwünscht ist. Veneein ßrüsligl Len Organismus — WA vor^ HtUftMi Erkrankungen. +**+

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