Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1927-03-23 · Heft 2898 (23.3.1927) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2898 (23.3.1927)
Date
1927-03-23
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2981905-2981986--29482-3017615
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

@riic4 men, Mittwoch Wtever Msrge«ßettm»s dVvISCNL 'rrse»0L8kl.lLO»^?7 ^«V5V«^8SL. Heute Mittwoch, den 23. März, um '/,9 Uhr abends in den SonterrainlokaMtäten des Cafä Lovrana, III. Löwengasse 36 VORTRAG des Herrn Professor Julius Wolfsohn Qbert „Bor Jude ln der Musik“ Musikalische Illustrationen: Prl. Helene Bondl (Klaviervorträge), Herr Leonid Birsen (Vfolinvorträge), Herr Vlädo Schreiner (Cellovorträge). Öäste willkommen. UiMRRMGISflRRBaRRSRRBRRRDRSIRRBRaRRnRRH Der Ausdau des österreichischen Lustverkehres. Sröfftmng 0er Kluglinie Wien—Berlin. Anläßlich der Eröffnung der Luftverkehrslinie Wien— Prag—Berlin und umgekehrt und der im Anschluß daran stattfinbeNden Tagung des Luftverkehrsbeirates machte gestern Handelsmiuister 'Tr. Schürff in einer Pressekonferenz Mitteilungen über die Entwicklung und den Stand der österreichischen Passagier- und Postknftfahrt. Oesterreich und insbesondere Wien ist dank seiner geographischen Lage tvie kein anderes Land geeignet, ein Knotenpunkt des internationalen Lustverkehres zu werden. Im Jahre 1926 wurde Wien von folgenden internationalen regelmäßigen Lustverbindimgen berührt: Wien—München mit Anschluß an das deutsche und schweizerische Lustverkehrsnetz, Wien—Prag mit Anschluß an Straßburg und Paris sowie an Warschau, Wien—Krakau mit Anschluß an Warschau und Danzig, Men—Budapest mit Anschluß an Belgrad—Bnlaest—Konstantinopel, Wien—Graz—Klazensurt—Venedig. Außerdem beflog die. Lufthansa die Linien Innsbruck—München fowi- Salzburg—Reichen hall—München mit Anschluß nach Berlin. Durch die Eröffnung der Strecke Berlin—Wien ist nun die Verbindung Malmö—Rom hergestellt. Die Lime, die gemeinsam vom der österreichischen Luftverkehrs-Aktiengesellschaft und der deutschen Lufthansa A.-G. betrieben wird, wird ganzjährig je zweimal in der Woche in jeder Richtung geführt werden. Am 18. April d. I. soll der Betrieb eüif der innerö sterreichifchen Linie nach dem Wosten ausgenommen und währet sechs Monaten sechsmal wöchentlich in jeder Richtung mit Kleinflugzeugen durchgeführt werden. Die Flugverbindung Wien—Venedig dürfte schon in kurzer Zeit dem Verkehre übergeben werden. Der Flugverkehr zwischen Graz und Budapest toird Mitte April ausgenommen werden. In das diesjährige Budget würde ein Betrag von 1 Million Schilling zum Ausbau der Lustverkehrslinieu eingestellt. Um die Sicherheit des Luftverkehrs zu erhöhen, wurde m Oesterreich ein iFlugsichernngsdienst durch Einrichtung von Flugwetterbeobachtungsstellen und eines Funkdienstes geschaffen. JtatttnMg Bei Flugzeuge- ®ien—Serim. Das auf dem Rückflug Wien—Berlin befindliche Verkehrsflugzeug hat gestern nachmittags um halb 2 Uhr auf dem Kamm des Erzgebirges bei Zmnwald eine Not lau-' düng vornehmen müssen. Die Passagiere und die Führer blieben unverletzt. Die.Passagiere müssen die Fahrt nach Berlin mit der Eisenbahn fortsetzen. Eines Morgens betritt ein wüst aussehender junger Mann das Telegraphenbureau in Cincinnati. Er ist sehr mager, trägt ein Cowboyhemd und steckt in viel zu weiten karierten Hosen, die in die halbhohen, seit Wochen nicht mehr geputzten Schaftstiefel hineingestopft sind. „Wo ist der Chef?" fragt er gummikauend die Beamten. Aber alle starren ihn entgeistert an und niemand antwortet; endlich platzt alles heraus. Doch wie diese Vogelscheuche fünf Minuten später den berühmten Telegraphisten von Louisville, der wie ein Blitz arbeitet, als Probeleitung glatt abführt, lacht niemand mehr . . . In Cincinnati steht Edison mit der Elektrjizität bereits auf so vertrautem Fuß, baß er itt «grimmigem Scherz seine Kameraden beim Händewaschen elektrisiert, unsichtbar über ihnen lote ein Gott, hohnlachend ihrer Verrenkungen. Mit Mr. Sommers, dem Inspektor der dortigen Linie, freundet er sich an, hier lernt der bisher Einsame auch den späteren Freund, den abenteuerlichen Milton F. AdamS, kennen. Cdisotts Versuche und Bücher kosten Geld. Obwohl jetzt zum Tagtelegraphisten vorgerückt, benutzt er jede Gelegenheit, durch Nachtdienst Ueberstunden gu verdienen. Sein Gehalt wirvon 60 auf 105 Dollar erhöht. Aber in Memphis, Tennesse, bietet man 125 Dollar und freie Kost! Wetter also, nur weiter. In MemphtS findet Gfifon einen Chef — ebenso ehr. geizig wie talentlos, der es sich in den Kops gesetzt hat, einen automatischen Wiederholer nach seiner eigenen Idee zu konstruieren, bisher ohne Erfolg. (Sbifou findet rasch die gewünschte Lösung, worauf der Gentleman — wütend übet den Erfolg deS Untergebenen — eine erlogene Anklage gegen ihn erhebt, die wiederum mit Kündigung endet. (Küsons Lage Ist kritisch; seine Ersparnisse find —njcht zuletzt durch die undankbare Experimentierarbeit in Memphis — aufgezehrt, seine Gesuichheit ist durch Nachtwachen erschöpft, seine Garderobe vernachlässigt. In Louisville, dem telegraphischen Knotenpunkt des Kriegsschauplatzes, soll es gut bezahlte Arbeit geben! Aber wie die 100 Meilen zwingen? An die Eltern will er sich nicht wenden. Kämpft doch der Vater selbst schwer um seine Existenz! So zieht er mit einem Schicksalsgenossen, William Foley, an einem traurigen Wintermorgen auf Louisville los, zu Fuß, im Sommeranzug und Strohhut, nach manchen Erfolgen und Erfindungen von allen Qualen der Kälte, des Hmcgers und der Erschöpfung gehetzt. wie Musteia schafft. Bon Dr. »nion Revesz. „Wie ist Ihre Lebensweise, Herr Professor", hagle ich Albert Einstein, „wie teilen Sie Ihre 'Zeit ein?" — „Mein Leben ist sehr unregelmäßig" — antwortete er. „Wenn mich ein Problem beschäftigt, finde ich keine Ruhe, kann ich überhaupt nicht arbeiten. Tage-, sogar wochenlang gehe ich auf und ab in meinem Zimmer, spaziere ich im Garten, ich schlafe, in Gedanken vertieft liege ich stundenlang, ich rauche, ich träume, ich denke nach..., ich schaffe. Doch es gibt Wochen, in denen ich mich überhaupt nur der Arbeit widme. Ich gehe immer um 11 Uhr schlafen und stehe um 8 Uhr auf. Wie Sie sehen, schlafe ich sehr viel, doch ich benötige das Schlafen, ich brauche viel Ruhe. Nur sehr selten gehe ich in Gesellschaft, die Gesellschaft langweilt mich. Leider rauche ich sehr viel, obgleich ich mir dessen bewußt bin, daß der Tabak sehr schädlich auf das Gedächtnis wirkt. Aus demselben Grunde genieße ich kein alkoholisches Getränk, keinen schwarzen Kaffee, höchstens dann, wenn ich in Gesellschaft speise." „Finden Sie genügend Zeit, um sich auch mit den bildenden Künsten, mit der schönen Literatur beschäftigen zu können? Ist es wahr, daß Sie ein ausgezeichneter Violinist sind?" — „Mein Gott! — es ist wahr, daß ich für die Musik schwärme, auch, daß ich täglich Violine spiele, doch davon kann keine Rede sein, daß ich ein ausgezeichneter Violinist wäre." — „Glauben Sie ihm nicht," unterbricht das Gespräch Einsteins Frau. „Er hat nicht nur eine Künstlerseele, sondern besitzt auch ausgezeichnete Technik." — „Wer sind Ihre Lieblingskomponisten?" — ,Mach und Mozart." — „Und wen halten Sie für den größten Schriftsteller?" — „Cervantes und Dostojewski. Meiner Meinung nach sind die „Gebrüder Karamazoff" und „Don Quijote" die besten zwei Romane der Weltliteratur." — „Lieben Sie Balzac nicht?" — „Nein —, das heißt, ich kenne ihn nicht. Ich habe nur einen Roman von ihm gelesen, eine langweilige Sache über Kleinbürger. (Wahrscheinlich hat er die „Les petits bourgeois" gelesen.) Was die Kunst anbetrifft, interessieren mich die Malerei und Bildhauerei, doch ganz besonders die Baukunst." — „Ist es wahr, daß Sie sowohl in der Wissenschaft wie in der Politik ein Revolutionär sind?" — „Unsinn! Ich bin kein Revolutionär, nicht einmal aus dem Gebiete der Wissenschaft, da ich aus den alten Theorien alles, was es darin Gutes und Brauchbares gibt, verwende. Ich bin weder Sozialist noch Kommunist. Ein aufrichtiger, überzeugter Demokrat bin ich. Mein Herz ist mit den Arbeitern, meine Sympathie mit ihren Wünschen, doch kann ihnen meine Logik nicht immer folgen." Einstein über Suvenlum und Wissenschaft. In Berlin ist soeben ein jiddisches Buch von T. Schallt über die spezielle Relativitätstheorie erschienen. Zu diesem Werk, dem ersten ausführlichen Origtnavwerk in jiddischsv Sprache über die Relativitätstheorie, hat Professor Einstein folgendes Vorwort geschrieben: „Früher hatte unser jüdisches Bott einen festen Zusammenhang durch die strengen Traditionen. Die Segnungen dieser Bindung mußte es durch kulturelle Abschnürung bezahlen, die zu einer großen Einseitigkeit der geistigen Betätigung und Weltanschauung führte. Kann dieser Mangel behoben werden, ohne die nationale Existenz zu gefährden? Ich denke, daß dies möglich ist: Das Leben des Individuums und der Gemeinden nach Traditionen; das Denken keiner anderen Hemmung unterworfen als der Beschränktheit des menschlichen Geiste-. In diesem Sinne freue ich mich über das vorliegende jiddisch geschriebene Werk Wer die Relativitsttstrheorie." 6in lliiUjttoer Brettbart. Aus Warschau wird uns geschrieben: Hier und in der Provinz erregen gegenwärtig die Produkttonene ines elfjährigen jüdischen Athleten namens Mischa Geller große- Aufsehen, der ebenso wie der verstorbene Siegmund Breitbart Eisenstäbe zu Spiralen biegt, Nägel mit der Hand kn dicke Bretter einschlägt und dergleichen. Der junAe Bursche ist von schmächtiger Gestalt, aber überaus sehnig und muskulös und seine Produktionen haben ihm sehr rasch den Beinamen „BreitbartS Nachfolger" vrrschaslft. Da» New Nock« Schachturnier. Aus New Uork wird beruhtet: Die zwei Hängepartien aus der vorletzten (19.) Runde wurden fortgesetzt, doch konnte nur daS Spiel Aljechin-—Spielmann beendet werden, das Aljechin gewann. Dtze Partie Biidmar—-Mckrshali wurde abermals vertagt; Btdmar hat Gewinnchancen. Die letzte Runde des Turniers, aus dem TapaWanoa als Neger hervorgehsn wird, kommt am Mittwoch zur AuSwayuny. Stand: Capadlanoa IBA, Aljechlm 11, Menyoto lisch 10, Divmar 0 (eine Hängepartie), Sptelbrmmn VA, MarGall ß (einte Hängepartie). Die Verurteilung Hriarich Sklarz' rechtrkrWg. Die Bemfung zurückgezogen. Berlin, 22. März. Me bereits zwei Monate währende Berufungsverhandlung in dem Strafverfahren gegen den Kaufmann Heinrich Sklarz hat heute ein überraschendes Ende dadurch gesunden, daß der Angeklagte durch seine«: Verteidiger seine Berufung gegen das Urteil des Schöffengerichtes zurücknehmen ließ, so daß dieses Urteil, mit dem Sklarz wegen Betruges in Tateinheit mit Untreue und Erpressung ju c ineinhalb Jahren Gefängnis und 50.000 Mark Geldstrafe verurteilt witt>. 28. März E Rr. 2868 rechtskräftig geworden ist. Sklarz hat in der heutigen Verhandlung unter Berufung auf seinen Gesundheitszustand um Entlassung aus der Untersuchungshaft gebeten, was vom Gericht, da nunmehr eine Berdirnkelimgsgcfahr nicht besteht, zugestanden wurde. Rapoleou I. Ein neuer Prätendent ist aufgetaucht. Ein Mr. H. I. R a n d e r s o n, der den Anspruch erhebt, als Napoleon V. anerkannt zu werden, hat sich an Bord der „Thuringia" nach Europa begeben. Er will in Paris seine unmittelbare Abstammung von dem großen Kaiser bekräftigen lassen. Leicht wird er es allerdings damit nicht haben. Mr. Waldo Gifford Leland, der Leiter der historischen Untersuchungen für das Carnegie-Institut, bringt den Behauptungen Randersons stärkste Zweifel entgegen. Dieser behauptet, vom Herzog von Reichstadt abzustammen. Der deutsche Kaiser und der Kaiser von Oesterreich hätten seine Ansprüche schon vor dem Kriege anerkannt. Da dem Sohr: Napoleons IH., der 1879 im Kampf gegen die Zulus gefallen sei, die Bezeichnung Napoleon IV. gebühre, dürfe er sich Napoleon V. nennen. Mr. Leland dagegen weist daraus hin, daß der Herzog von Reichstadt im Jahre 1832 zu Schönbrunn an der Tuberkulose gestorben sei. Er sei nie verheiratet gewesen und habe keine Kinder gehabt. Mr. Randerson dagegen behauptet nichts weniger, als der Prinz sei entführt und nach Amerika gebracht worden; er habe sich in Kentucky niedergelassen und dort eine Familie begründet, deren Erbe und Vertreter er, Mr. Randerson, sei. Es wird doch stets dafür gesorgt, daß den Parisern der Stoff zum Spotten nicht ausgeht. Folterkrimlnallftik. Die moderne Inquisition. . In der Zeitschrift „Biologische Heilkunst" veröffentlicht Dr. I. R. Spinner einen Aufsatz „Geständnis- Medizin", der u. a. auch an die Folter der Untersuchungshaft rührt, an diese „polierte Folter", diesen Kampf gegen die Nerven des Häftlings, dessen Zusammenbruch als Sieg gebucht wird. Mer dieses Thema und auch das von den berüchtigten Dauerverhören, die den übermüdeten und schlapp werdenden Sünder zur Strecke bringen, bilden Kapitel für sich. Bon besonderem Interesse war uns, was Dr. Spinner aus Amerika zu berichten weiß. Drüben gilt, wenn er recht hat, auch heute noch die physische Folter und neben ihr das — Gift, um das Geständnis zu beschleunigen. „Ein Dr. House aus Texas ist der Erfinder des seltsamen Trankes, der aus ,japamscher Belladonna' bestehen soll. Gr soll dadurch. eine ,Bresche ins Geheimnis" legen, daß er die Sperrungen des Bewußtseins, die gesamten Hemmungen aushebt und der Befragte nichts antworten kann als die Wahrheit. Uebrigens kann dies schon der Alkohol. Er ist ein Verbüßter der Kriminalpolizei, denn viele Verbrecher verraten sich im Rausch. Der amerikanisch« Giftrausch ist nichts anderes, als ein durch den Arzt geübtes Trunkenmachen, ein Aussragen im Gistrausch. Es ist nun Dr. Spinner gelungen, die Wurzeln dieser amerikanischen Folterkriminalistik im europäischen Mittelalter aufzufinden. Ihr geistiger Hüter wav der Henker. Ihr Schutzengel die Jirquisition.. Ihr Tummelplatz der Hexenprozeß. Jesuit Delrio erwähnt einen westfälischen Edelmann, den man zwanzigmal vergeblich gefoltert habe, ohne daß er gestanden hätte. Da gckb ihm der Henker ein berauschend es Getränk und er bekannte."Der erste uitd berühmteste Gerichtsmediziner des Mittelalters, Paul Zacchias, päpstlicher Leibarzt, schreibt darüber: „Einige pflegen wohl auch den Abend vor der Tortur den Gefangenen unter das Essen etwas zu mischen, davon sie gleichsam als im Kopf verwirrt werden, seltsame Reden führen und dadurch sich noch verdächtiger mache::, aß wenn sie gar vom bösen Feind besessen wären." Dich« erwähnt auch eine „Hexensuppe", deren einer wirksamer Bestandteil Schwarzkümmel gewesen sein soll, indes es in der Hauptsache Bilsenkraut war, das zur Anwendung gelangte, denn in Luzerner Stadtrechnungen des 16. Jahrhunderts kann man lesen, daß man dem Henker die ,Mlsam tränke" für die Heuert extra honoriert hat. Las uralte «eich der Schminke. ES wäre grundfalsch, zu denken, daß die Schminken etrü Errungenschaft der Neuzeit sind. Die Putz- und Verschünerungssucht haftet tief in der menschlichen Seele und war sicher beim primitiven Menschen nicht geringer, als wir sle heute beim hochzivili-sierten vorsinden. Darüber geben uns Gräberfunde sowie bildliche DarsteüMWn verläßliche Nachricht. Ganz besonders waren die Schminken alS Totlettemittel bei den alten Kulturvölkern, den Babyloniern und Aegypteru, geschätzt, wo sich die jungen Mädchen weiß und rot schminkten, ihre bleichen Lippen färbten und das Haar mit duftendem Oole salbten. Im alten Indien hatte das Schminken sogar religiöse Bedeutung, denn jede Sekte hatte im'Lande des Brahma andere, durch Schminke erzeugte charakteristische Zeichen. Aber auch die indischen Irauen verpönten dieses Mittel nicht. Der Siegeszug dieser SchönheitSlünste führte später über Griechenland mch Rom, wo sie wahrend der Kaiserzelt zu großer Bollendung gelangten, was die damaligen Poeten, wie Hvid, Jmienal, nidjt abhklt, dagegen so manche bissige Satire zu schreiben. In -der Neuzeit ivar es besonders Frankreich, wo die Schminke sehr zur Geltung kam. Ihre Blütezeit fällt in die Mitte des 18. Jahrhunderts, das auch sonst an Uebertreibungen so reich ist. So mancher Dame des galanten Jahrhunderts

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.