Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2895 (20.3.1927)
- Date
- 1927-03-20
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Men» Sonntag Wisse» Morgenzeitung 80. März 1927 'veite 11 JUDE ANS KREUZ! »OMAN VON KURT MÜNZER copssfeM twr tr bidvit VMtec. wko - t>ip»ig M. Fortsetzmrg.) Sie hätte nichts zu wünschen, wen» Abel Adler bei ihr saß. Jetzt küßte er sie, und ihr Mund wurde unberührt für diesen Kuß. Sie errötete wie ein Kind. Gottes Blick, wenn er aus den Menschen füllt, reinigt ihn von außen bis innen von Erde und Leben, und sie stand immer unter Gottes Augen, in ewigem Bade von Gnade und Erlösung. Rickel Lubliner, die Mutter, die Fäuste zum Himmel gereckt, «och >oenn sie scheuerte, wusch, buk; Rickel Lubliner schlug die Tochter wie damals vor fünfzehn Jahren. Ihr Griff, wenn ste ihr half, war hart bis zum Schmerz, hinterließ Spuren in der zarten Haut. Sie haßte das Mädchen, das sich — um zu helfen, zu schützen — das Rückgrat hatte zerbrechen lassen, uneingedenk der Mutter, die nun nach Jahren fürstlicher Führung wieder in Küche und Kammer verbannt war. < Aber Priska spürte nichts mehr von den Unbilden des Daseins. Sie war schmerzlos bis zu den Hüften, ihre Nerven gelähmt, sie lebte nur noch mit dem Herzen. Ihre Beine lagen sich wund, die Mutter versah die Pflege schlecht. eeaeoeeososeoepeosooeooeeeeeoqeoeoaeeQE SIEGM. KORNMEHL GROSSFLEISCHHAUEREI Zentrale: IX.» Bezirk, Berggasse 19, Telephon 17-S-99 n. 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilung für "i^J-Fleisch Unter Aufsicht des EhtwQrdleen Rabbinats der Ist. Kultus* gemeinde Wien 40 IX., Berggasse 15 XVIII., Währingerstraüe 97 ioQOQQQooQeQQeoeeoeQoeooQQeQooeQee la. ^s«. 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Sie lag da nickt sah in Abels Gesicht und erlebte noch ehe sie gestorben, die Seligkeit. Seine Hände spürte sie an den schon toten Stellen des Körpers. Furchtbare Handreichungen waren zu tun, dem die Funktionen des ÄlbeS waren gelähmt. Sie konnte sich von Adel alles gefallen lassen Gr saß jede freie Stunde bei ihr, die für ihn starb. Sie starb ganz langsam, um die einzige irdische Freude auszUkosten Abends ging er spielen. Draußen, außerhalb dieser Mägdekammer, war das wüste und gemeine Leben, aber kein Echo drang hier herein. Schon im Korridor, vor der schmale» Tür, der irdische Lärm. „Doktorleben," flüsterte Rickel Lubliner zu Boris Steinberg, „sagmse, Doktorleben, wie lange noch wirdse machen, die Arme! Sagense, muß »ich e Testament geschrieben werden? Wemife, Gott sei's geklagt, wennse stirbt, Lin ich die Erbin, auch wenn nichts da is? Lassense se doch was Schriftliches aussetzen, wie? Sonst steh ich dann da, eine geschlagene Mütter, und Hab nebbich kein Stühlchen für meine atmen Glieder." Abends kam Oliva Leu, sie stellte Blumen an das Kammerfenster, immer frische, duftende, sie brachte Obst und leichtes Brot und saß bei der Sterbenden, und sie sprachen von Abel. Oliva Leu reiste nicht in die Heimat zurück, wo im Sommer ihre Hochzeit mit dem jungen Wassiless sollte gefeiert werden. In jener Nacht des Schreckens war sie hinter den Männern hergelaufen, die Prissa forttrugen. Unserv*)_ Kreuzworträtsel- „Geh, bitte, geh, ich m u ß," hatte sie flehend zu ihrem Verlobten gesagt, und ihr Blick war so voll des Unaussprechlichen gewesen, daß er zurückblieb, weit hinten folgte und vor Prissas Haus stand, bis Oliva wieder heranskam. Sie schien ihm vernxmdelt, wie angerührt von einer höheren Macht, und sah ihn an, als wäre er nicht da oder doch von anderer Welt. Und er empfand sofort: es klaffte zwischen ihnen niemals überbrückbar. Eine Erkenntnis, an der er, Weltkind, nie teilhaben könnte, hatte sie plötzlich ihm, allen, entrückt. Er reiste am andevm Lage ab tmb schrieb chrr „W geschehe, was du willst." Ste schickte ihm, in Rosen urck Myrten, de» Mng nach und ehre Zelle: „Vergib mir. MH liebe dich zu fchr, um dich zu belügen. Ich könnte nie mit ganzer Seele deine Frau sein." Und nun saß sie Abend Mr Merck an Prissas' Bett. Ihr hatte sie es erzählt. „Ich war noch ein Kind, als ich ihn spielen Prte. In Zürich, Ich liebte ihn sofort. Nicht weil seine Geige mW verführte. Ich wußte noch nicht, was es war, aber ich spürte die Menschlichkeit in ihm — oder besser, ich spurte das Göttliche hinter seiner Menschlichkeit. Er war gewiß nicht vollkommener als irgendein anderer Mensch, aber Gott marin ihm sichtbarer. Ich sah ihn vor eine rasende M!enge treten. Er stand nicht wie ein' Held da, ach, er hat nichts vom Helden, welches Glück! Eher war er wie ein Engel. Was sollen wir mit Helden! Wenn es Kanonen gibt und Bomben, haben ja Halden keinen Sinn. Jetzt ist die Zeit für Engel. Und er schien mir einer. — Dann wußte Ich nichts mehr von ihm und begegnete Wasslleff. Es war aus der Chaussee zwischen Saint Germain und Paris, und eine alte Frau war in seinen Wagen hineingelaufen. Sk: blieb tot hinter ihm liegen. Gerade fuhren wir vorbei und hielten. Cornelius war schon bei der Alten und hob sie! empör. Er hielt sie, die doch schon tot war, noch foi zart-, lich in den Armen und so vorsichtig, als sollte sie erst zum Leben erwachen Eü war so überirdisch schön, als er sie ansah, dann aufblickte, mich anblickte rock mir üuf seinen, starken Armen die Tote hinhielt, zeigte: sich, ich habe das getan... In diesem Augenblick dachte ich an de» jungen! Geiger. Auch dieser Fremde ließ es durchleuchten: das Göttliche hinter seinem Menschentum. Ich spürte den Engel in ihm, die Annäherung des Menschen an Gott... SokaWe ich ihn... (Fortsetzung 'm MonbagiNM.) - L Preis: Else Bibliothek vra 300 Banden D. Preis: EIm Bratlsrsise nach Palästina tU. Preis: Fünf Dunain Land h Palästina and weitere 47 Preise wmmmmmma TAGESORDNUNG: Jüdische Wahlkampagne u. Zionismus REFERENT: S. KANTOR Ausschneiden Freie Aussprache. Gaste willkommen. FEST ’ AAL DES VEREINSHEIMS VIII., BENNOPLATZ la Heute um halb 8 Uhr abends Ifidisüher Kunstabend (Künstlerische Leitung: Bernhard Scharrer) Mitwirkende: Maria Guttmann (Deutsches Volkstheater), Qberkantor Gerson Margulies, Dr. Siegfried Schmitz, Hanna Schwarz (Volksoper), Joachim Stutschewski Einladungen r Vereinsheim, Vill., Bennoplatz la. jj Erfahrenes Klnderfräufeln | J| wird zu drei Kindern (Alter 2—6 Jahre) gesucht. | S Vorzustellen Sonntag vormittags bis 13 Uhr I B XIX., Peter Jordanstraße 66 oder Tel 14-2-78. g f W UBAUFFÜHRUN4 I Sein purimspiel: i von ARNOLD ZWEIG , * Donnerstag, den 24. MS» 1927, ]! in Olympias&len, L» Rotgasse * mit ««NIVGkSnSdm »ÄLL Mhol u. Löwit, I», Rotenturm»traße 22, Bücheigtube Ergib, Bol il„ Taboratrufle W». und «Aida«, lC TabofirtnÄ« 5 Martha Feuer Wien Hermann Heinrich Wien empfehlen sich all Verlobte Wien, im MB« 1927 i i I r j i i i; r i : i 1 | $ir.36 7 | 8 13 i 14 21 - 22 32 i 33 i 30! Bl BEZEXCHinJSrG DER WORTE: - Wagrecht: 2 Schlitten, 5 Gewicht, s 7 Teil des Fußes, 9 Fluß in Italien, 11 I Schiffsangestellter, 13 Slawische Abk. für j „Straße“, 15 Bodensenkung, 17 Deutscher j Dichter, 18 Stimmlage, 19 Form von sagen, | 21 Fußballmannschaft, 23 Gewässer, 24 - Getränk, .26 Astronom Waliensteins, 28 1 Europäische Hauptstadt, 29 Mineral, 30 Züchtigungsmittel. 32 Fluß in Oesterreich, j 34 Lebensnotwenaigkeit, 36 Ueberbleibsel, 38 Fremdsprach. Ausdruck für scharf, 39 Artikel, 40 Schlagader, 43 Titel, 45 Chem.; Zeichen für Aluminium, 46 Bauernrepublik . in den Pyrenäen, 48 Französ. Fürwort. 49 Schubfach, 50 Zeitabschnitt, 51 Bankenansturm. j Senkrecht: 1 Abk. für »Wiener Internationale Messe“, 2 Sendling, 3 Medikament, 4 Nord. Göttergeschlecht, 6 Bürde, 8 Historischer Berg in Tirol, 9 Anschrift, 10 Fruchtbarer Wüstenabschnitt, 12 Altes Schriftzeichen, 13 Berittener Soldat, 14 Abk. für „laut“, 16 Gestalt aus „Hamlet“, ly Firmenvertretung, 20 Nahrungsmittel, 22 Bibi. Person, 23 Fürwort, 24 Monat, 25 Synonym für machen, har :ln, 27 Tag (hebr.)> 3t Gebirge in Asien, 33 Römischer Kaiser, 35 Staatsvoranschlag, 37 Plunder,; 38 Nebenfluß des Rheins. 39 Umstandswort, i 41 Fluß jn Deutschland, 42 Fischfett, 44 so wie 48 wagrecht, 46 Tierleiche, 47 Papageienart, i 3 j Name; Adresse: 5—Ausschneiden AwfaO ,| Beachten Sie unsern Rätselbriefkasten am Montag! _____ I I ■ - " " - - ---- ' ■ NIMM Ei-klänin<rs Ab 13. Februar erscheint täglich In der.WienerMorgenzeitung“einKreuzworträtsel. CJKtarwagj Sind anszusenneidea und mit Tinte oder Tintenblei auszuffllien nxvd a, M«, nt ein. Am Schlüsse unserer Serie sind dann die aeaammelten Losungen samt denk; jeder Nummer beündliehen Rbtaelkupon* an die jRStselrednktlon der Wiener Morgenaeitaag* einzusenden. Jeder Einsender kann an der Mtentllch atattflndenden Verlosnng, deren genauer Zeitpunkt noch bekanntgegeben wird, teilnehmen. BIJtter, in weichen unsere Rätsel erschienen sind, kflnnen Jederlei Einsendung des Betrages in Briefmarken von unserer Administration nachbezogen werden NB. Der BelscbluS des aut Seite 2 befindlichen Kupons ist unbedingt erlooktUch.