Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2893 (18.3.1927)
- Date
- 1927-03-18
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2981981--29430-3017558- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 2808 Wien, Freitag zwischen einem M-ann uns der Witwe nach dem Bruder seines Vaters oder seiner Matter". Die englischen Volksvertreter machten sich über dies« SlUsierung der Familienmoral lustig and ein anderer konsevvativer Parteinehmer «einte: „Die Dache erinnert mich an das Kinderräts«l vergangener Tage: Schwestern und Wriider habe ich lein«, ater dieses Mannes Vater ist der Söhn meines Vaters. Ich glaub« kaum, Latz es in diesem hohen Hause fünf Leute gebe, die den Schlüssel zu diesem Rätsel wüßten." Der Abgeordnete Venn lietz sich jedoch die Palme nicht so leicht aus der Hand reißen und begründete seine Vorlage ferner damit, datz es zahlreiche Engländer, beziehungsweise Englänbevinnen gebe, die nach Kanada und Amerika aus« wandern, um mit ihren Nichten und Neffen legitim getraut werden zu können. Er mein>te sogar, solche Heiraten wären sehr erwünscht, da Nichten und Neffen dank der nahen Verwandtschaft ihre Fehler und Vorzüge, nachdem die Jahr« ..of indiSererion" vorüber sind, genau kennen. Ein sozialistischer Abgeordneter meinte, es sei gewiß eine böse Dache, wenn man Männern gestatten würde, junge Mädchen aus der Verwandtschaft ihrer Frau zu heiraten, die eigentlich ihre Töchter sein könnten. Dies würde den ersten verhängnisvollen Schritt auf einer abschüssigen Bahn bedeuten, deren GnLe nicht abzusehen sei. Ein anderer Gesetzgeber könnte nächstens nach diesem Beispiel ganz gut damit kommen, den Männern die Vielweiberei gesetzlich zu gestatten. Da fand sich aber ein anderes konservatives Mitglied des Ha:.seS, Oberst James, rer die Vorlage unterstützte unv zwar aus Gründen der „progressiven Eugenetik". Jedenfalls wollte er sie auf die Schwester >der verstorbenen Frau abgerundet" wissen. Captain M i a c m i l l a n erklärte sich entschieden gegen dies« Verge-walchlgung des europäischen Familiensinnes und sagte, die J«>ce, daß der Mann in Bezug auf die weiblichen Verwandten seiner verstorbenen Frau sich eine „eheliche Reserveanlegen könne, widerstrebe dem normalen Empffnden. Es wäre schon viel richtiger, den Männern eher zu erlauben, ihre Schwiegermütter zu heiraten, während Captain Bourne hinzufügte, mit dem gleichen Rechte könnte das nächstemal jemand mit einer Vorlage kommen, die den Männern bas Recht geben soll, -die Großmutter ihrer Frau zu ehelichen. Dagegen meinte ein Sozialist, er würde alles billigen, was darauf abziele, die Leute zur Heirat zu ermutigen, deshalb sei ihm auch diese Vorlage genehm. Schließlich verwarf aber das Haus mit großer Mehrheit den in eine Gesetzvorlage gehüllten Unsinn. Das Wetter. Wien, 18. März. Die Aufheiterung hat gestern weiter« Fortschritte gemacht und eine Temperaturgunahme bewirkt. Nach der Vorhersage ist heiteres, wärmeres Wetter zu erwarten. Flugpostverkehr Wien—Prag—Berlin. Amtlich wird gemeldet, baß am 21,. d, M. der Flugpostverkehr auf der Streck« Berlin—rag—Wien und zurück ausgenommen wird. Die Flugzeuge werden täglich ar.ßer am Sonntag starten. Ernennungen zu Medizinalräten. Der Bundespräsident hat mit Entschließung vom L. März d. I. den praktischen Äerzten Dr. A-or;;t o I. c n und Dr. Bertold Fric> mann in Wien taxfrei den Titel eines Medizinalrates vernetzen. 8fo Jubilar. Anläßlich des 7b. Geburtstages des Herrn Gabriel Dukes, Obmann des Böchausvorstandes und Chewra Kadischa, Wien, 31. Bezirk, fand am 13. März im Floridsdorfer Sitzungssaale der Kultusgemeinde eine überaus stark besuchte Feier statt, welcher der Präsident der Wiener Kultusgemeiude Generalstabsarzt Dr. Pick und Vizepräsident Dr. Ornstein beiwohnten. Nach Ansprachen des Präsidenten, ferne; der Herren Rabbiner Doktor Rosenmonn, Medizinalvat Dr. Ruß, Bezirksrat Bück und Doktor Julius Grünwald schloß die Feier ,nrit vielen Ehrungen für den Jubilar. Der „Tag" an die Bernay-A.-G. verkauft. Die Aktienma-jorität des ,^ag" ist nach einem gestern verlautbarien Beschluß des BerwaltungSrales aus dem Besitz der Firnta S. Basel in den der ,ß8« v n a y - Druck- und VerlagS-Ä.-G." übergegangen. Die ,^ag"-A.-G. wiro eine Kapiralsvermehrung beschließen; die jungen Aktien sollen der Bernay-A.-G. zur Deckung der noch unberichtrgten Druckereirechnungen deL ausgehändigt werden. An der Ver« nay-A.-G. ist die Anglobanlk und die ,F)rbiS->A.-G.", ein tschechoslowakisches ZeitungSverlagsunternehmen, beteiligt. Großer Einbruch. In der Nacht zum 17. d. M. drangen Einbrecher vom Keller, aus in das Geschäft des Hermann Jockel. Mariahilferftraße 70. und stahlen 1000 bis 1300 Meter Kleiderunv Futterseidellsioffe im Werre von 16.000 bis 1Ü.000 Schilling. Einer der Täter dürfte sich beim Einbrüche verletzt halben, da ein mit Mut bestecktes zerrissenes Taschentuch mit dem Monogramm „A. P." zurückblieb. Großer Schmuckdiebstahl. In der Wohnung der Professorswitwe «Anna Rosival, 3. Dez., Kolonitzplatz, wurden aus dem Schreibtische «in goldener Armreifen mit 7 bis 9 Brillanten, ein Paar Brillantohrgehänge, eine Brillantbrosche und «in Brillantring m Werte von zusammen 6000 Schilling gestohlen. Der falsche Finanzminister Dr. Grimm. In Triest wurde dieser Tage der von den Wiener SicherheitSbehörden gesuchte Dr. MoiS Grimm verhaftet, weil er in Wien verschiedenen Firmen unter .der Vorspiegelung, daß er der ehemalige Finanzminister D r. Grimm sei, hohe Geldbeträge entlockt hatte. So büßte die Euiterinittelunternehmuug Moritz Kost 19.460 Schilling, die olziwdusirie Pleßüer in Men 6000 Schilling, der Gutsbchtzer Josef Kuchar in Varkany 950.000 tschechische Kronen ein. Auch in verschiedenen anderen Städten hat Dr. Grimm, der mit dem ehemaligen Finanzminister nicht im entferntesten verwandt ist, Betrügereien aus«>eführt. Das AuSüeferungS« verfahren wurde eingeleitet. Zirkus Adolfl. Das Programm stehl im Zeichen der Rinokampf-Konkurrenz. Der Zuschauerraum ist dicht beseht, die Darbietungen der Künstler werden mit dankbarem SBeigtt ausgenommen. Trotzdem liegt eine fühlbare Nervosität über der Arena, di« sich in stürmischem Händeklalschen en'lädt. als die letzte Abt.-lung, das Ringen, angekündigt wird. An einem TW nimmt ein Dutzend Wiener Morgenzeitung schwarzer Röcke Platz, die Scheinwerfer spielen, 24 Muskel« und Fettparete ziehen unter den Klängen des Gladiatoremnarsches ein. Jemand stellt vor, hält eine unverständliche Rede (von o«r Galerie wird Hm zugernftn: ^Schneiddil") und dann «ht's ans Ringen. Das sachverständig Publikum lebt j<ch«n Griff, jede klatschende Ohrfeige mit, schreit pfui, applaudiert heftig, wenn einer den Gegner kracheiw um die Erd' haut, und rast bet einem effektvollen Schluß. Die Fleischgebirge müssen immer und immer wieder sich verneigen ... Wer kauft Krokodile? Eine Londoner Aukttonsfirma, di« Hauptsächlich als Kommissionär der Hafenverwaltung arbeitet, gibt bekannt, daß auf ihrer nächsten Versteigerung u. a. ein« Anzahl von lebenden Krokodilen unter den Hammer kommt. Die Tiere entstammen dem Besitz einer Tierhandelsfirma, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist und die Hafengebühren nicht hat bezahlen können. Da die Hafenverwaltuna selbst einen Liebhaber nicht finden konnte, hot sie jetzt den Auktionator damit betraut, die Krokodile an den Mann zu bringen. 18. März 1927 Sette 5 Die Toten von Newyork ziehe« um. Die Erweiterung des städtischen Dahnnetzes, »>u der fortwährend wachsende Verkehr in tft Hudson- Metropole erforderlich macht, lätzr für pietätvolle Rücksichten nicht viel Raum. So mußten die Friedhöfe, die in Newyork, wie überall, unmittelbar Lei den Kirchen angelegt wurden, für den BerkehrSgweck freigemacht werden. Man muhte deshalb die Ruhe von Taufenden von Toten stören, um für die Geleise Platz zu schaffen. Die Ueberführung der Toten m entfernt gelegene Friedhöfe wurde heimlich in der Nach: durchgeführt, um der Bevölkerung daS peinliche Schauspiel dieser Dcaffenüberführung zu ersparen. Von dem alten Friedhof von Dyckmann bei dem Harlemflutz wurden allein 417 Leichen ausgegraben und fvrttranSportiert. Aus einem der Friedhöfe ruhten die Toten schon seit dem Jahre 1664, als Newyork noch nicht viel mehr als ein Dorf war. Neunzig Prozent der ausgegrabenen Reste stammen von Toten, .die vor dem Jahre 1970 bsstattet wurden. JÜDISCHE WEIT N« Wischer Kongreß gegen den Mädchenhandel. Die schwere wirtschaftliche Notlage, in der die Juden der osteuropäischen Länder fett Jahrzehnten leben, hat es verursacht, daß die Opfer der internationalen Mädchenhändler seit jeher zum größten Teil jüdische Mädchen und Frauen waren. Der Krieg und feiste verheercnden Folgen und später die Judenpogrome haben die Lage der jüdischen Frauen noch verschlechtert. Tausende jüdische Kriegs- und Pogromwaisenmädchen sielen, ohne moralischen und wirtschaftlichen Rückhalt sich selbst überlassen, zur freien Beute für Mädchenhändler aller Nationen. Es ist nicht zu leugnen, daß auch unter den Mädchmhändlern ein starker Prozentsatz Juden ist, und wenn diese ihr verächtliches Geschäft erfolgreicher führen können, so ist das — so paradox es klingen mag — dem moralischen Gefühl der verlassenen Mädchen zuzuschreiben, well die jüdischen Mädchenhändler diese Mädchen fast ausschließlich dadurch ins Garn locken konnten, daß sie mit ihnen eine Scheinehe eingingen, um sie dann im Orient oder in den südamerikanischen öffentlichen Häusern zu verkuppeln. Solange in diesen Zentren des Mädchenhandels die Jüden nicht den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Boykott und die gerichtliche Verfolgung der Mädchenhändler selbst in die Hand nahmen, konnte die von den europäischen und amerikanischen jüdischen Organisationen schon seit langem unternommenen Abwehrmaßnahmen gegen die Umtriebe der weißen Sklavenhändler keinen Erfolg haben. Der Weltverband der jüdischen Frauen hat nun im Verein mit dem W e l t v e r b a n d d e r frto* nistischen Frauen es schließlich erreicht, daß in all den großen südamerikanischen und orientalischen Zentren die Juden selbst .und vor allem die jüdischen Frauen an der Verfolgung der Mädchenhändler und an den Schutzaktionen zugunsten der jüdischen Mädchen und Frauen in allen Großstädten und Hasenplätzen Exposituren der Kampforganisation errichteten. Berichte aus Argentinien aus der jüngsten Zeit wissen bereits zu melden, daß, wie z. B. in Buenos-Aires, die jüdischen Besitzer öffentlicher Häuser der allgemeinen Verachtung und dem gesellschaftlichen Boykott ausgcsetzt sind. Selbst solche, die in den letzten Jahren von dem Schandgewerbe reich geworden, dieses ausgaben und sich von dem alten Milieu lossagten, werden in der jüdischen Gemeinde nicht geduldet. Tatsächlich wurde die Entlarvung und Verhaftung der berüchtigtesten Mädchenhändler in den letzten zwei Jahren nur durch die Mithilfe der jüdischen Schutzverbände in diesen Ländern möglich gemacht. . . Jetzt ist die Aktion bereits so weit gediehen, daß die in Betracht kommenden jüdischen Organisationen in der ganzen Welt zu einer Konferenz zusammentrcten können, in der das Programm der Zusammenarbeit und sowohl der Abwehrmaßnahmen als auch der Vorbougungsmethoden, wie Arbeitsvermittlung, Errichtung von Frauen- und Mädchenheimen, Hafen- und Bahnhofdienst, Anlegung einer schwarzen Liste der Müdchenhändler in allen Ländern und eine Kooperation mit den Behörden, Beschlüsse zu fassen. Diese Konferenz ist, wie uns aus London berichtet wird, für den 22. Juni d. I. einberufen worden. Generalkonsul Sagen Landau 78 Fahre alt. Wie uns aus Berlin berichtet wird, feierte dort gestern der bekannte Bankier Eugen Landau seinen 78. Geburtstag. Er ist seit 24 Jahren, spanischer Generalkonsul und gehört zu den markantesten Figuren der Berliner Gesellschaft. Im jüdiischen sozialen Leben ist er sehr stark hervorgetreten und ist auch Mitglied der Leitung des deutschen Keren-Hajcssod-Komitees. Eugen L a n d a u ist der Schwiegersohn von M e y e r Magnus, des einstigen Berliner Stadtrates, der .25 Jahre lang Vorsteher der Berliner Jüdischen Gemeinde war. Sein Stiefsohn ist der Legationsrat im Auswärtigen Amt, Professor Dr. M. S ob e r n h e! m. Der neue Rat der Bukarester jüdischen Gemeinde. In diediesen Tagen haben die Wahlrn zum Rar der Bukarests jüdisckM Gemeinde siattgefunden. Da nur eine einzige Wahlliste eingereicht worden ist. wurden als gewählt erklärt: Zum Vorsitzen: en der Gemeinde der frühere Vorsitzende Herr Eli B e rcoviei, zu Bizevorsitzenden die Herren Adolf Vernarbt, Präsident der Zioniitischen Organisation, der Präsident der Union rumänischer Juten Dr. Fildermann, Dr. Drein» Hardt und Micu Z « n >t l e r« Sla Wisches FubllSnm ln Kanada. Heuer werden es sechzig Jahre, seitdem die Kon- Mution von Kanada und die Vereinigung der erstell Provinzen in dieser Dominion Großbritanniens zustande gebracht wurde. Die kanadische Regierung unterbreitete dem Parlament eine Gesetzesvorlage bezüglich der Fcimr dieses Ereigrtisses. Neben dieser Landesfeier begehen die Jüden -in Kanada ein eigenes Jubiläum. Es sind jetzt gerade 160 Jahre, seit in Kanada die erste Synagoge und jüdische Schule -errichtet wurde, und 95 Jahre, seit den Juden von Kanada die volle Gleichberechtigung zugebilligt wurde, was um so bedeutsamer ist, als die Juden in England erst um einige Jahrzehnte später die vollen politischen Rechte «erhielten. Für beide Jubiläen werden in Kanada bereits große Vorbereitungen getroffen. Rathau Strauß «ud die Wische Pollrel vor Tel Awiw. Aus Tel Awiw wird uns geschrieben: Während der ArüvesenlM Nathan Strauß' in Tel Awiw trug sich die folgende Episode zu: Eines Tages ging er an der Polizeikaserne von Tel Awiw vorbei und sah einer Uebung der Mannschaft unter Leitung des neuen Polizeipräsidenten, Herrn Spektor, zu. Er war von dem Aufsehen dieser strammen, gesunden, jüdischen Polizisten und ihrer interessanten Uebung so entzückt, daß er in die Präsidialkanzlei ging und dort einen Scheck aus 250 Dollar mit der Bestimmung erlegte, daß dieser Betrag der jtiM* scheu Poli'eimannschast für einen vergnügten Abend übergeben werde. Kaum war j.'doch Nathan Strauß in seinem! Hotel angelangt, wurde ihm ein Brief der Polize,imanwi schast überreicht, in welchem die jüdischen PoLzisten dem Speltdex für feilte Widmung bestens danken, jedoch von ihm die Erlaubnis erbitten, die 260 Dollar nicht zur Veranstaltung eines lustigen Abends, sondern zugunsten der Arbeitslosen von Tel Awiw verwenden zu dürfen. Nathan Strauß war außer sich vor Freude über diese Haltung unserer „Boys", wie er die jüdischen.Poisizisten nannte, gab natürlich seine Zustrm'rmrng zu dieser Verwendung des Betrages behielt sich jedoch vor, die gesamte Polizeimannschast zu sich zu einem Tee zu ladet und mit ihr einen vergnügten Abend zu verbringen. BureaEatie und Heldentod. Aus Newyork witt uns geschrieben: Bennie Keßler stammte aus Rußland, woher er noch vor dem Kriege nach Amerika auszewandert war. Als der Krieg kam, meldete sich Keßler freiwillia zur amerikanischen Armee. Bevor er an die Front gefchim wurde, echielt er die amerikanische Bürgerschaft, die er allerdings nicht mehr lange genießen konnte, denn er siel im Kriege und mnterließ in Rußland eine Witwe nrit zwei Kindern. Die Witwe hatte einen Anspruch auf eine Hinterlassenschaft ihres Mannes im Betrage von 15.000 Dollar, die sich aus einer Versicherung und anderen einer Kriegerwitwe zukommenden Gebühren zusammensetzt. Frau Keßler wollte, als der Krieg zu Ende war, nach Amerika fahren, um sich dort als amerikanische Bürgerin niederzmasscn und ihre Erbschaft anzutreten. Da kam das Staatsdepartement für Einwanverungswesen und machte der Frau auf Grund irgend eines ParagraMn im Dschungel der Einwanderungsgesetze das Bürgerrecht streitig. Sie habe, so hieß es in der Entscheidung des EinwanoerungSamteö, zu lange im Auslände geiveilr und habe ihr Bürgerrecht verloren. Drei Jahre lang verfocht, das Nechtsbureau der jüdischen Eimvanoererhilfsgeseltschast „Hias" das Recht dieser Kriegs-witwe und ihrer Waisen, bis es jetzt mit Hilfe des Verbandes jüdischer Kriegsveteranen gelang, das EinwandernngSamt umzustimmen. Frau Keßler ist bereits nat> Newyork avgereist. Ei« PalästineEortrag vor indischen Studenten in Bomban. „Die Zukunft Palästinas" war das Thema von Dr. Alexander Goldsteins letztem Bortrag in B o in b a y, den er in der Vereinigung mohammedanischer und indischer Studenten hielt. Sir Chimanlal Setalv a d, einer der vornehmsten Bürger von Bombay, führte den Vorsitz. Nach dem Vortrag wurden Lichtbilder voraeWrt, welche den Aufbau oes Jüdischen Nationalheims in Palästina zeigten. Der Vorsitzende gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß der Ruf aus ValaWna bei von Juden von Bombay ein Eck-o finden iverde. — Das Dlrektoriunl des Keren Hajessod hat beschlossen, nach Aden eine Delegation zu entsenden, die aus Herrn Menachein Lewi, ehemaligem Overravbiner in Persien, der je^ in Palästina seit Jahren ansässig ist, und Herrn Naamani, politischem Sekretär der Zionistischen Palä^na-ExeLMVe, dekÄ