Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2891 (16.3.1927)
- Date
- 1927-03-16
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28i Wien, Mittwoch Wiener Morgen-eitnng 16. März 1927 ieite 7 Sühne und Kunst. Smma Srammatica. «derzeit die größte italienisth« Schauspielerin, ist gestern in de« frühen Morgenstunden in Men eingctroffcn. Einer unserer Mitarbeiter nahm Gelegeicheil, mit der großen Künstlerin, die heute ein Gastspiel in den Kammerspielen eröffnet, über ihre künstle rische Entwicklung und über ihre künstlerischen Neigungen zu sprechen. Die Grammatica, eine zierliche Blondine mit feinen ausdrucksvollen Gestchtszügen, ist die Tochter eines Souffleurs, also beiin Theater aufgewachsen, und war von frühester Jugend in der nächsten Umgebung der Eleonore Düse, rillt deren Dheatergesellschaft sie noch als .Kind in Wie» war. Ihr Rollenrepertoire ist sehr weit gespannt. Sie spielt ebenso die Phädra wie den jungen Dichter in Shaws „Candida", den Weibs teufet, wie die heilige Johanna. Auch die Schwester der Grammatik ist eine hervorragende Darstellerin und sie g-edenkt im Herbst gerneinsam mit ihr ein neuerliches Gastspiel in Wien zu absolvieren. — In Wien niird Emma Grammatica diesmal DAnnunzios „Traum an einem Früh- Ungsmovgen", Barries' „The Medals of lhe old Lady", Ibsens „Nora", Schönherrs „Weibsteufel", ^Vierge solle" von taille iitrb „Femme du Clnirde" von Dumas spielen. Konzert des Staatsovernchores. Dev Wieiwr Konzertsaal ist um eine Ehorvereirügurrg uiüjßti Der Chor der Wiener Staatsoper, der gerade in letzter Zelt nntev Leitung von Prof. Moser ctucit schönen Mrjschwung gcnonnnen hat, wird fortan rcgelinästig Konzerte veranstalten, womit ein Mangel unseres Mufikl^beM abgestellt ist. Längst schon brauchte Wierr außer seinen trefflichen Liebhaberchören auch einen Berufschor, dessen Mitglieder neben musikalischer Bildung auch Stimm-- istaterial besitzen. Zudem hat gerade ein Opernchor das dramatische Tentperament, welches bei schivierigeu Partien über heikle Situatiorien ani leichtesten himveghilft. Jml ersten Konzert, in welchen: Direktor Franz Schalk eine gut abgetönte, schwungvolle Aufführung der Bach'schen H-Moll-Messe bot, gab e§ freilich keine heiklen «Atuationeu. Bis auf eine kleine Entgleisung einer Solistin ging alles wie am Schrrürchen und der polyphone Sah, welcher Katholisches mit Protestantischem zu wundervoller Havmvnie verbindet, erklangt so klar und fällig, wie man ihn schon larrge nicht in Wien gehört hat. Erlesene Mittoirkende waren ausgeboten: das Philharmonische Orchester, die Danken Schumann und Anday, die .Herren P a t a k y und M a n o w a r d a. Wenn auch alle an diesem Ehrenabend des Opernchoves ihr Bestes gaben, so verdient doch Fräulein Änday für ihren Arienvortrag, in welchem ihre sinnlich warme Starme aus der Tiefe '«s Gemüts schöpfte, noch ein Sonderlob. flb. Aas den Theatern. Bürgt ater. Morgen, halb 8 Uhr, „Zu ebener Erde und e r st e r Stock" gAbonnemeut 5. Gruppe). A lade m ie th ea te r. Morgen, halb 8 Uhr, zum ersten Ntale „Liebe", Tragödie von 'Anton Will-gans (Abonnement 4. Gruppe). Opern theater. Morgen „Der Gaukler un serer lieben Frau"; hierauf das Ballett „Die Jahreszeiten der Liebe". Deutsches V o l k s t h e a te r. Morgen 30. Ausführung des Lnjstspiels „Der Garten Eden" von Oesterreicher und Bernaue-r. K a m rn e r s P i e I c. Das heutige erste Gasospiel G r a :nma t ica: D"An nu nz io: Sogno d' un mattino da Pr>mavera (FrühlingsmorgeMraum), Barrie: Medaglie della vecchia signora (Die Medaillen der alten Dame) beginnt um 7 ltff)c. Die männlichen Hauptrollen spielt Memo Bcnassi, der langjährige Partner der Düse. Theater an der Wien. Heute beginur Louis Tre um a n n sein Gastspiel als Präsident Tontscheff in „Die Königin", in welcher Rolle e.r mit Bnrgschausp'ieler Raoul Aslan alternieren wird. Restroys „Thannhäuser"-Parodie im Theater an der Men. Restroys unverwüstliche ,Thannhäuser"-Parodie, gelangt unter der Regie des Kammersängers Alfred Piccaver diesen Samstag um halb 4 Uhr nachmittags im Theater an der Wien zur einmaligen Ausführung. In der Hauptrolle treten auf: Haust Niese, MW Griebl, Gabriele Modl, Burgischauspie-ler Franz Höbling und Willi Dhaller, Eugen Günther, Josef Fleischmann, Josef Hauischuljz und Josef König. Das verstärkte Orchester des Theaters an der Wien wird Professor Josef Holzer dirigieren. Thomas Mann arbeitet an einem Werk über ,Hofes in Aegypten". Aus Warschau wird uns berichtet: Bei einem Presseempfang antworlete der Dichter Thomas Mann auf die Frage, mit welchen Arbeiten er sch gegenwärtig beschäftige, daß er jetzt aii einem Werk arbeite, das die Geschichte „Joses und seiner Brüder in Aegypten" behandelt. Er wolle diese Zeit nur 1450 vor kr heutigen Zeitrechnung so schildern, wie er sich die wahrscheinlichen Begebenheiten vorstelle. Die Arbeit sei bereits so weit fortgeschritten, das; er mit ihr binnen kurzem werde herauskommen können. Miguel de Unamuno, der spanische Dichter und Philosoph, komnlt Ende April in die Schweiz und nach Deutschland und wird in einer Reihe von Städten Vorträge halten. In Berlin gelangt aus Anlaß seiner Anwesenheit sein Drama „Ein ganzer Mann" zur deutschen NrauMhrung. (Die „Wiener Ätvrgenzeitung" hat vor kurzem sine Novelle aus Uncmmn-os „Das Antlitz des Todes" veröffentlicht.) Jüdisches Künstler-Kabarett, 2. Bez., Praterstvaße 00. Heute findet ein Abend zu Ehren des beliebten Mitgliedes dieses Künstler-Ensembles,. des Herrn Bernhard Mittler, statt. Zur Aufführung, gelangt unter anderem zum ersten Male das von Mittler' bearbeitete Buzet'fche Melodram „Unschuldig verurteilt". Beginn präzise 8 Uhr. Jüdischer. Kunstabend. Für diesen Sonntag, den 20. März, unter, der künstlerischen Leitung Bernhard Scharrers stattfindeyden Abend (Festsaal des BereinGeimes, 8. Bez., Benno-, platz 1a) gibt sich lebhaftes Interesse kund. Es wirken unter .'ndepcm mit: Maria. Gntlmann (Deutsches BoWtheater), Oberkaritor 0). Margit lies, Schriftsteller Dr. Siegfried Z ch m i tz. Hanna S ch w a r '> (Bolksoper) und Eellövirtuofe Jcmchinl S t u t s ch e tv s t \y Serichtssaal. Ser Jtau&anfoB in Brr Slmmdtifortgafle. Wegeil Verbrechens des Raubes, ve-rschiedeucr Betrügereien und Uebertretung des Waffenpatentes hatte sich gestern vor den Geschworenen der 35jährige Ranchsangkehrer Leopold Hofer zu verantworten. Am 1. Dezember kam Hofer in kurzer Zeit zum fünften Diale zur Wohnungstür seiner Bekannten, der Eheleute Oehler. Frau Dehler, die allein in der Wohnung war, Errichtete ihre häuslichen Arbeiten. Als sic auf dem Boden kniete, um ihn ouszureiben, versetzte ihr Hofer mit einem großen Kieselstein einen heftigen Schlag ans den Kops und preßte ihr den Mund zu. Sie stieß ihn zurück mxd rief um Hilfe. Hofer lief davon und flüchtete über das Dach in das Nachbarhaus. Ein Wachmann fand Hofer in einem Winkel des D a ch b o d e n s v e r st c ck I auf. Er hatte eineil R c v o l v e r mit vier Patronen bei sich. Der Angeklagte bekannte sich in der Untersuchung schuldig; er habe sich einer Brieftasche und eines Handtnschcheris, das er iit der Kredenzlade gesehen, bemächtigen wollen. Die Anklage bemerkt, daß die Geldbörse s leer gewesen sei. Die Geschworenen erkannten den Angeklagten im Sinne der Anklage mit 8 gegen 4 Stimmen schuldig und baten den Gerichtshof mu Anwendung der äußersten Milde. Der Gerichtshof verurteilte Hofer zu vier Jahren schweren Kerkers. Hofer nahm die Strafe an und darM" Gerichtshof für die milde Strafe. Eine eingebackerre KÄchensthabe. Am 29. September 1926 wurde ln dmu Betrieb des in der Schottengasse etablierten Bäckermeisters Wilhelm Briickmann von. Markt- Sie letzte Man; der Union-Bank. Am frühesten voll altert Wierrer Bankbilanzen liegt dies-, rnal die Bilanz der Unionbank vor, die besonderes Interesse dadilrch beansprucht,, weil sie die rechnerische Grundlage für die Fusion der Unionbank mit der Bodenkrepitanftalt liefert) die irr der für den 25. Marz einberufenen Generalversammlung beschlossen werden tvird. Am gleichen Tage wird, wie bereits berichtet, auch die Alk-, gemeine Werkehrsba nk ihre Fusion mit der Bodenkreditanstalt beschließen. Die für die Msorbiernng. beider Institute erforderliche Kapitalserhöhung Um 30 Millionelt Schilling tvird die Bo den kr cditaustalt in ihrer am 26. März stattfrnderchen mlßerordentkichm Generalverfcmtmlung vornehmen. Die letzte selbständige Bilartz der Unionbmck weist für das Jahr 1926 einen Verlust von 156.179.58 Schilling auf, ivähreltd das Jahr "1925 einen Gewinn von zirka 2.2 Millionen Schillittg cruMweisen hatte. Der Bilanzbericht der Bank führt dies auf die. im letzten Jahve vorgekomlnetlen Besitzverschtebturgelt in der Unionbcmt zurück, die eine gewisse Zurückhaltungzur Folge hatten. Der beträchtliche Rückgang im Ertrage des lauferrden GtWäftes hat das Bilanzresultat entscheidend beeinflußt; wohl ist all Effekten, Valuten und'.'Konsortialgeschästen/.Msosge von günstigen R alisatwtten, ein Gewinn von 3.57 Millioiten Schilling (um fast 2.3 Millionen inehr als pro 1925) ausgewiesert, doch ist der Geioinn a;r Zinsen und Provisionen/ (2.56 Milliorten Schilliitg) gegenüber km Jahre 1925 fast um die ,Halste gesunken. Die Persoitalauslagen und Spesen (8.15 Milllonen Schilling) sind um zirka 320.000 Schilling gestiegelr. Die Debitoreit (131.7 Millionen Schilling) mld Kreditorelt (131.02 Millionerr Schilling) ün Bankurtd Warengeschäfte siltd ettvas ltiedriger als im Jahre 1925 ausgewiesen. In der Bilanz ist benterkensivcrt die ZusantUienfassung der Effekten und Konsortialgeschäfte zu einem einzigen Konto (früher zwei getrennte Konti), das mit 29.7 Millionelt Schilling gegen das Vorjahr um 1.83 Millioneit gestiegelt ist. Diese Zusammenziehung läßt die im letzten Jahre stettgefuildenen Verschiebungen gewisser Positionen nicht deutlich erkenlten. Sonst ist aus kr Aktivseite die Post „Realitätelt" (5.45 Millioiten Schilling) um 110.374 Schilling gestiegelr; diese Steigerurrg stellt die im Jahre 1926 gelelsteten Rcstzahlttttgert für derr Ban des Mohnhällses int 19. Bez., Sieveringerstraße 23 dar. Jur Jahre 1926 hat die Unioltbank nur Ivcnig Syndikatsgeschafte entriert. Sie beteiligte sich alt der letzterr Baulose-Ettlissiolt, ferner an der llprozentigen Anleihe der Gemenlde Badgcisielll ultd an denk Kottsortmnr für die Uebernahnte voll 25 Milliolteit Mark dronkümle Konkmanditattteilell der Direktwlt kr Diskolttogesellschaft in Berliit. Diese Geschäfte iwirbcu hn Berichtsjahre günstig abgeivickelt. Int Allgenlenlelt zeigt die Bilaltz, daß die Liquidität der Uitionbatrk in:' Jahre 1926 gexiltger toar als früher; die AnspallNtUtg tvar aber zufolge des bekannten Majoritätstvechsels und .seiner Folgert stärker als sonst. DoK zeigt diese Bilanz,. mit der das Institut seine selbständige Existenz beschließt, ei^e recht gute Grundlage tnid lässt cs bedauern, daß durch unzweckmäßige TranSaktionei^ denr Jllstitttte die selbftastdigst ELlststnzlltögUchkeit genymmeik würde.' - - Die Fusion mit der Bodenkreditanstalt wird bei kt Ultionbaitk, >vie bereits berichtet Ivnrk, einen - starken Persvnalabbmr urrd aiuch einm solcherr in der Leitung mit sich umtsorganen des ersten Bezirkes eine Rebijion vorgenoumtell, da von einem Herrn im Marltamt ein aus der Bäckerei Briickmanns stammender Grahamwecken vorgewiesen würde, in welchem eine Küchenschabe eingebacken Mir- Die Markkamtsorgane konstatierten mehrsirche sanitäre ÜMlstände im Betrieb, irtsbesondere beanstäildeten sie daß im Magazin, in loelchem das zur Erzenguim des Gebäcks notwendige VNehl eingekagert war, der Fußboden sehr schab Hafk war, so daß sich in'den Fugen Staub ansamrncln konnte. In der vor dem Bezirksrichter Dr. Berger, Stvali bezirksgcricht I, durchgeführtcn Verhandlung wurde kr Beschuldigte wegen Uebertretung des Lebcnsnrittclgesetzcs z>i einer Geldstrafe von 100 S-cklilling, eventuell zu drei Tagen Arrests Verurteilt. Ein Stiert die AiaruritätsprüsUng. Der Absolvent ber höheren techuifch-gemerbll'chen Bnndeslehraustalt in Mödling Alfred Ai ü t't c r brachte beim Professorenköllc giuiu der philosophischen Fakultät'der ttnioersität Wien da;. Ansuchen ein, ihn zltr Jinuiatrikulation als ordclitlicher Hörer für Akathematik rrud Physik zu boit für Realschüler vorgcschricbenen Bedingungen zu zu lassen. Er begründete dieses dülsuchen damit, daß er durch '-Absolvierung der Unterrealschule (mit Vorzug) und durch das von der Mwren technisch-gewervlichen vlluwcslchranstnst in bllödlillg. erworbene Reifezeugnis (iu.it Auszeichnung) zur Inskription.als ordentlicher Hörer an der technischen Hochschule berechtigt sei. Er sei also einem Realschulabsolventen glcichznstellen, der imch einer Ergänznngsprüfung aus Latein usw. auch an der Universität immatrikuliert werden könne. Der Dekan der philosophischen Fakultät gab dem Ansuchen des ^Gesuch« stellers keine Folge. Alfred Müllerbrachte deshalb gegen das Professorenkollegiuin der philosophischen Fakultät die B e s ch iv erde an den B e r w a l t n n g s g c r i ü) t S h o cht, in welcher er geltend machte, daß.Vorschriften, welche seine Immatrikulation zwingend verbieten würden, Nicht bestehen. Der Vermaltungsgerichischof wies die Beschwerdv als unbegründet ab, weil nach der eigentümlicheir BcdcntnnL des ^Ausdruckes „Vcnturitätsprüsnng" in der allgemeinen Stlidienordnung mit Rücksicht auf die Zeit der Ei - lasfung derselben (1. Oktober 1850) unter „Maturität- Prüfung" keineswegs auch die Reifeprüftmg an cirrer technisch-gewerblichen Lehranstalt verstanden werden könne. kr Verkehrsbank zusammengelegt werden. MMkre iMÄ 8«d«AriesSkÄrm»s ik! PMftlM. Am 21. Februar fand im Hauptburchru - des uersn Hajessod m Jerusalem eine Presselönchrenz statt, in welcher Herr M. Disengoss, der Leiter deS Departements für städtische Kolonisation der Palästiua-ELekiit'lve, ein. Referat erstattete. Unser F. L.-Berichterstattcr schreibt uns Hierüber: . . / Herr Difengosf sah in seinem Refecat-e mit Recht davon ab, von der Tätigkeit der Abteilung für Handel und I n d u st r i e zu sprechen, die die Vorgängerin der jetzt von Disengosf geleiteten Abteilung war. Diese Abteilung Hatte ein zu kleines Budget, als daß ihr etwas anderes möglich gewesen wäre, als kleine Anleihen' zu'gewähren, Informationen zu geben und einiges Material durchzuarbeiten und zu publizieren. Aber auch don der Tätigkeit der neuen Abteilung sprach Disengosf nicht, denn diese Abteilung besteht erst drei Monate, und das. ist eine zu kurze Zeit für einen. Rechenschaftsbericht.'To beschäftigte sich der Redner vor allem mit der Zukunft, mit dem. Programm der neuen Abteilung. Er ging davon aus, daß d'st gesamte zionistische Ideologie von der zentralen Bedeutung der Landwirtschaft durchdrungen sei, daß er grundsätzlich noch heute dersell ben Meinung sei, Diese Einstellung aber bewirken müsse, daß die öffentliche Meinung den Fragen Der städtischen Kolonisation fremd, ja ablehnend gegenüberstände. Während die Landwirtschaft in Palästina doch heute jahrzehntelange Erfahrungen hinter sich habe, ein geregeltes Versuchswefen besitze, eine eigene Literatur bervorge.bracht habe, und inan so schließlich doch einen Weg gefunden habch sthle das alles der städtischen Kolonisation. In der Hauptsache geht Disengosf nunnrehr auf dre Möglichkeiten der Industrie in Palästina ein. Die übliche Argumentation, <. ..n Land ohne Kohle und Mineralien keine industrielle Zukunft Huben könne, sei veraltet. Der Redner führte das Beispiel zahlreicher Länder an, die ebenso, wenig von der Natur zu Jndustriczeittreu bestlmrnt schienen wie Palästin-a und doch, vor allein seitdem man die „weiße Kohle", die Wasserkraft, zu benutzen gelernt habe, hätten sie sich industriell außerordentlich entwickelst Der Redner zitiert z. B. die Entstehung einer Textilindustrie in Toscana. Deshalb müsse m-an sagen, daß Palästina für eine große Reihe von Industrien gute Möglichkeiten biete. Disengosf sprach hier ausführlicher vor' alleru über die die Produkte' der Landwirtschaft krarbeitenden Industrien. A e g y p t e n z. B., dessen Zigaretten doch weltberühmt sind, baut kcinerlei Tabak, sondern führt alles aus d e u Balknulä n d e r n ein. Palästina dagegen ist ein zum Tabakbau sehr geeignetes. Land. Aehnliche Perspettiven wurden dem Z u ck e r r o h r und der B a u nr w o l l e gestellt. ’ Die Ausgaben, die der Zionistischen iExekuttve kr der. Eubivicklung der Industrie znsielen, mäffen jedeusulls. dahin richtig verstanden werden, daß män Fabriken nicht auf dem direkten Wege mit itationalom Kapital schaffenkönne, wie man das in der Landwirtschaft tue. Das Privatkapital müsse die Industrie erbauen, aber das ^ripat- TOIKiVlIRTSCIIAFT bringen. Die Wechselstuben werkn zum Teil nttc ‘ denen