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Wiener Morgenzeitung · 1927-03-15 · Heft 2890 (15.3.1927) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2890 (15.3.1927)
Date
1927-03-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sette 4 Wien, Dienstag Wiener Morgenzeitrmg 15. MLrz 1927 Ar. 2990 Lion, die beim Gerichtsprästoenten darum vorstellig geworden nmr, die Oefftntlichkett bei der Verhandlung mrszufchlietzen, nicht willfahrt worden und Tag für Tag imirde b:x peinlichsten und unappetitlichsten Seiten einer Sexnalerpre l'img in breitester Ocffentlichkcit erörtert. Der größte Teil der jüdischen Bevölkerung Polens und airch der jndi chrnPresse hatte sich angewidert voll diesem Schanspiel abgenxmdt, das daS Gericht zum besten gab. Frau Skate Rubin wurde des Verbrechens der ErprefflMg schuldig befunden und zu sechs Monaten schweren Kerkers, verschärft durch Fasten und einmal wöchentlich hartes Lager, jedoch bedingt mit dreijähriger Bewährungsfrist verurteilt. Ferner wurde sie zur Tragung der Prozeßkosten, zur Rückgabe der den: Rabbi erpreßten Geldbeträge, die das Gericht mit 1000 Dollar bezifferte, sowie zur Rückgabe der Juwelen (die bei der Verhaftung zusammen mit 23CO Dollar bei ihr gesunden wurden) verurteilt. Ferner wurde über Slate Rubin die sofortige Landesverweisung ausgesprochell. Slate Rubin erlitt, als sie das Urteil vernahm, einen Nervenzusammenbruch Sie wird die Grenze Polens sofort verlassen müssen und damit fällt der Vorhang über eine mehr als unappetitliche Angelegenheit, die durch effektvolle gerichtliche Szenen zu einer üb en Sensation gemacht wurde. Die antisemitische Presse hat natürlich aus dem Prozeß Kapital geschlagen und ergeht sich in spaltenlangen Erörterungen über — den Talmud» der den Juden die Freiheit zu allerhand Schl? htigkerten gibt. An diese Erörterungen schließt sich nach bewährter Methode dann die übliche Hetze gegen die Juden. (,. •‘3ToS Narodu" dekretiert: „Fast das ganze Judentum ist durch den Prozeß kompromittiert.") Die .,talmudischen" Kommentare der Hetzpresse gehen hauptsächlich von der unter Zwang erfolgten Unterfertigung eines Heiratsdokumentes durch Rabbiner Spira aus, dessen Existenz nicht einmal einwandfrei feststeht. Den antisemitischen Instinkten der Straße zuliebe, die durch solche Erörterungen genährt werden, scheint das Nachspiel veranstaltet zu werden, das der Prozeß noch haben wird. Die Bigamie-Anklage gegen Rabbi Svira wird» wie soeben bekannt wird, von der Staatsanwaltschaft erhoben, und die Verhandlung soll Mitte Mai in Przemhss stattfinden. Man muß eben «ag „Sensationen" Kapital schlagen um jeden Preis . . . Men, 15. März. Das Witter. Das Zusammentreffen einer warmen, feuchten Südwestströmuna mir einer kühlen Novroststvömung hat stellenweise Niederschlage verursacht. Nach der Vorhersage ist besseres, aber noch nicht anSauernd schönes Wetter zu erwarten. Lerkaufsstmrden im Stratzerchandel zur Nachtzeit. Das Feilbieten von heißen und kalten Wurstwaren, von Brot uitä) Gebäck, von Käse, Eiern u. dal. auf Ständen in der Straße, ist Gewerbetreibenden, deren Gewerbeberechtigung auf die Nachtstunden und obige Waren beschränk, wird, unter Ausschluß der- Verwendung von Frauen und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahre an allen Tagen in der Zeit von 10 Uhr abends bis 6 Uhr früh sestattet. Die gebrechlichen Wiener Häuser. Gestern nachmittags ist von dem Hause, 9. Bez., Staudingergasse 14, das dem Rabbiner Mayer aus Czernowitz gehört, ein im zweiten Stockwerk angünachter Balkon infolge Verwitterung herumergastürzt, glücklicherweise ohne Schaden anzurichten. Die Feuerwehr mußte ober dem Haustore ein Notgerüst anbringen, um die Bewohner vor Gefahren zu schützen. Veränderungen auf dem WohnungSmarkte im Februar. In Februar sind in Wien auf dem WohnungSmarkte inS- §efamt 75.700 Veränderungen vorgekommen, und zwar bei Inländern: Hauptwohnparteien: 5437 An- und 2732 Abmeldungen. Uuterparteien: 26.461 An- und 27.662 Abmeldungen; Massenguartiere: 174 An- und 340 Abmeldungen; bei Ausländern: Hauptwohnparteien: 416 An- und 266 Abmeldungen, Unkerparteien: 6534 An- und 4698 Abmeldungen. Ein ISjühriger Schlosserlehrling verschwunden. Der 15jährige Schlossevlehrling Josef Spacek i>ft_ seit einer Woche aus der elterlichen Wohnung in der Enger thtstratze verschwunden. Sr hat die Wohnung mir dem Bemerken verlassen. nur ein wenig spazieren zu gehen. Seither ist er nicht mehr zuruckgekehrt. Zirkus Adolfi. Die Direktion des Zirkus Adolfs wird die Eintrittspreise ab 16. März d. I. bedeutend ermäßigen, um allen Schichren der Bevölkerung die Möglichkeit zu bieten, an den internationalen Rrngkämpfen, bei denen die bedeutendsten Weltmeister vom Auslande ringen, teilzunehmen. Gin Sind mit drei Köpfen. In einem unweit von Rowno gelegenen Dorf gebar eine junge Bäuerin vor einigen Tagen einen Knaben, der drei Kopfe hatte. Das Kind lebte im ganzen zwei Stunden. Der Leichnam dieses abnormalen Neugeborenen wurde dem anatomischen Museum von Wilna überantwortet. Die Maturafurcht. Während des Absturientenexamens hat sich in Neusatz an der Oder der Oberprimaner K u S k e aus Furcht, daß er das Examen nicht bestehen würde, erschossen. Verband der ostjüdischen Oyganifationen in Wie«. Die bereits angekündigte ostjüdische Massenversammlung findet beute, Dienstag, den 15. d. M., im Vereinstz:im „Nord-Ost", 2. Bez., Lavorstraße 21, statt. Auf der Tagesordnung stehen dringende, unaMchiebbare Angelegenhüten. Referenten: Dr. Israel Taubes und DvVtor S ch m e r l e r. Die dem Verbände bereits anaesthloisencn und noch nicht angcschlossenen ostjüdischen Organisationen werden ersucht, pünktlich 8 Uvr abends zu erscheinen und an der Wahl der Exekutive teilzunelmwn. E Ein bewährte- und erfolgreiches Mittel zur Vorbeugung und Bekämpfung der am meisten gefürchteten Alterserichei. nung, der Arterienverkabkung, ist rar Älerolsirup nach Univ.» Prof. Dr. Mlckdejovskh. Der Sklerolsirup fördert den durch die Verkalkung behinderten BluikrerSlauf und behebt damit die Ursache, die oie Aldersbeschwerden, wre Schwindelanfäll«, Beklemmungen. Angstgefühle, Atemnot u. dgl. Herbor ruft. Der Sklevolsirup ist in Apotheken erhältlich. Generaivertrieb: Apotheke C. Brady, Wien, 1. B., Rolemurmsiraße 18, Ecke Fleischmarkt, wo auch Literatur kostenlos erhältlich ist. E Löwen-Franzbranntwein mit Menthol. Die großartige Wirkung bei Erfüllung, bei gichtischen oder rheumatischen Schmerzen ist weltbekannt. Ueberau erhältlich! E Ltthagon. Dieses Heilmittel enthält verläßliche erprobte zumTeil schon lange im Volke vielfach gegen VevdauungS« beschwcrden erfolgreich angewandte heilsame Bestand:eile. In den letzten Jahren wurde die Wirksamkeit HS Lithagon sowohl auf der Klinik als auch von erfahrenen Aerzten bei Lebererlrankungen bestätigt. Die Lithagon-Medtzin soll früh und abends in der Menge eines Kaffeelöffels mm» bestens gwei Wochen eingenommen werden. Nagen u. vsrmSsMenSe nehmen mit bestem Erfolge „BQLUC&RBON“, zu Sammetigesefcte Tlerkohle-Tabletten. Bolucarbon, von äizt- Iktien Autoritäten empfohlen, bestbewährt bei Blähurgen- Atifstoßen. akuten und chronischen Magen- und Darmbeschwerten etc., sind in der Apotheke C. BRADY, Wien, I., Rotenturmstraße 18, Ecke Fleischmarkt, stets lagernd, wo auch Literatur gratis erhältlich ist. Postversand Überallhin, Rpnrtffl4< das neue 99Ol Ul Ul! ID’lfgetränk das erste Mal auf der Wiener Frühjahrsmesse zu kosten 1 Aas der brasilianischen Mate, in Südamerika seit Jahrhunderten ein unentbehrliches Volksgetrlnk, wurde ein sektattiges alkoho freies Br* frischungsgetrlnk hergeetellt, welches in seiner Art einzig dseteht und von den hervorragendsten Amtlichen Autoritäten Deutschlands bestens begutachtet wurde. Bs ist nicht nur ein begehrtes Getränk der Abstinenz'er, sondern nach der Alkohotfreande .und Rauober. Gemischt mit Wein oder Kognak &bem*eht es darob seinen wundervollen Geschmaok. Wirkung: Anregend ohne anfearegen nnd ohne Rücksicht auf die Jahreszeit erfrischend. Kostproben in der Rotunde, Windmühle*Pavillon Nr. 766$. Alleinvertrieb für Österreich: Carl Landsees Erben, Hotel Tirol, Innsbruck [ JÜDISCHE WEIT Ser ametifnnifdHB»ifdje Kongreß. Stephen Wise zum Präfidenteu wiedorgewSlstt. Der amerikanisch-jüdische Kongreß, über dessen Sitzungen wir wiederholt berichteten, hat den bisherigen Präsidenten Dr. Stephen S. Wise zum Präsidenten wiedergewählt. Dr. Wise erklärte, er übernehme das Amt für nicht länger als ein Jahr. Der Kongreß beschloß, sich an der Reorganisierung des Komitees der jüdischen Delegationen in Paris zu beteiligen und einefünfzehngliedrige Mordnung zu der Konferenz für den Schutz jüdischer Rechte, die im kommenden Sommer in einer europäischen Stadt abgehalten werden tvird, zu entsenden, ferner eine Kommission zur Erforschung der Einwander nngslage in verschiedenen Ländern zu ernennen. Die nächste Sitzung des amerikanisch-jüdischen Kongresses wird spätestens Jänner 1928 stattsinden. Diesen Kongreß wird das Statut einer Bereinigung sämtlicher jüdischen philanthropischen Institutionen in Ameri n sowie ein Plan der charitativen, kulturellen und nationalen Wohlfahrtspflege in Europa und Amerika vorliegeu. Eine Abordnung des Kongresses wurde vom Präsidenten Coolidge empfangen. Sie übergab dem Präsidenten die vom Kongreß gefaßten Resolutionen gegen die Verfolgung der Juden in verschiedenen europäischen Ländern. Präsident Coolidge wies auf die beispielgebende Loyalität der amerikanischen Inden zu Regierung und Staat hin und sagte, dies müsse die Regierungen in Europa davon überzeugen, daß durch Intoleranz gegen die Juden keinem Lande ein Nutzen erwächst. Fnfio« der zwei grSß'en Reiamgrmeinden New Borks. Aus New York wird uns berichtet: Die Lsgislative des Staates Newhork hat soeben der Fusion d?r zwei reichsten Reformsynagogen Emanuel. und Beth-El in der reichen Fifth Avenue zugeslimmt. Diese Fusion ist ein charakteristisches Symptom für den Niedergang der Reformbewegung in Amerika. Es wird daran gedacht, eine der beiden Synagogen zu verkaufen. Der Wert des Baugrundes beträgt heute sieben Millionen Dollar. Die Kosten des ungarischen Rumerns rlonsn«. Aus Budapest wirunS geschrieben: DaS ungarische jüdische Hilfskomitee zur Unterstützung der Opfer des N u m e r u s e l a u s e S hat in den letzten Wochen folgende Summen überwiesen: nach O e st e r r e i ch 2645 Sckilling, Belgien 2V0 belgische Francs, Deutschland 260 Goldmark, Schweiz 126 Francs, Italien 10.400 Lire, Tschechoslowakei 7600 tschechische Kronen und nach Frankreich 210 Dollar. DaS ist nur ein Bruchteil dessen, was als Sühngeld für den Numerus clauses der ungarischen Wirtschaft entzogen wird. Der Verband der neologe« Judengemeinde in der Gl»» wakei. Die neologen jüdischen Gemeinden in der Slowakei werden sich, wie gemeldet, demnächst zu einem Verband zusammenfchlietzen. Ihre Teilnahme haben bereits 60 Gemeinden zugesagt. Die Aktion zur Gründung des Verbandes leitet die neolimische Judengemeinde Bratislava. An die Spitze des Verbandes wird der Präses der Bratiflavaer Gemeinde Dr. Viktor Stein treten. H Treffpunkt der Hessebesucher 11 Sie speisen vorzüg'ioh und billig in den Wiener Qrand-Restaurante „National“, II., TaborstraDe Nr. 18 „Zitabof, VII.. Marlabilterstr. 88a Erstklassige Wiener und orientalische KDcha Speisen Natur» am Rost und Spieß — Beste Getränke Sin Prozeß zwischen der südafrikanische« zionistensöderatlon «nd der „3ea\ Vor einiger Zeit starb in Marizburg (Süd» afrika) der reiche Unternehmer Albert Nathan. In seinem Testament vermachte er 600.000 Pfund für den „jüdischen Kolonisations-Trust". Im Sinne der letztwilligen Verfügung soll besagter Trust tvährend der Dauer von fünfzig Jahren jährlich einen besttmmten Betrag erhalten und der nach Ablauf dieser Frist vorhandene Betrag sei dem jüdischen Kolonisations-Trust zum Zwecke der Ansicdlung von Juden in Palästina auszufolgen. Da eine Institution mtt dem Namen „jüdischer KolonisationZ- Trust" nicht existiert, vertritt die zionistische Föderation in ihrem Festftellungsprozeß den Standpunkt, daß der Erblasser an die jüdische Kolonialbank (Jewisih Eolonial-Trust) gedacht habe. Die Erben des Albert Nathan hingegen vertreten in dem Prozeß den Standpunkt, daß der verstorbene die Jewish Colonisation Association (Jca) vor Augen hatte. Man sieht dem AuSgang dieses Prozesses, in welchem eS um den namhaften Betrag von ungefähr eineinhalb Millionen Dollar geht, mit begreiflichem Interesse entgegen. Der Schöpfer der deutschen Kind:rvolkSküich>en 8V Jahre att. Der Schöpfer der KindervolkZküchen und Volkskinderhvrte in Deutschland, Hermann Abraham beging, wie gemeldet, am 11. März in «Berlin in voller Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. Abraham ist der Leiter des Verbandes für Kindererholungsheime, dem er seit Jahren seine ganze ArbeMkräst widmet. Die von ihm begründeten Kindervolksküchen führten bis zur Verstaatlichung die Schulkinderausspeisung durch, wozu im Kriege noch die großen, gleichfalls von Abraham ins Leben gerufenen Mittelstands¬ und Beamtenküchen kamen. Abraham wirkt auch auf dem speziellen Gebiete des jüdischen WohlfahrtSivesens in verdienstvoller Weise. Gr ist Präsident des jüdischen Altersheims in der Gormandstraße, in ivelcher etwa 100 'Greise und Greisinnen untergebracht'sind und dem auch eine VE-sauSspeisung angegliedert ist. Er leitet das jüdische Johanna- Kinderheim in der Elsässerstraße, sowie viele andere jüdische Wohlsahrtanstalten. " Vereine. Vorträge und Versammlungen. Führerkurs des zionistische« Kulturamtes. Heute, 7 <Dte 9 Uhr, 1. Bsz., Kärntnerstraße 28, Dr. N. M. Gelber: „Vorläufer deS Zionismus". — Zionisttsche Bezirkssektion 20, Jägerstraße 80. Heute, 6 Uhr, Vortrag Pros. Dr. Samuel Krauß: „Nom und Judäa". — Wiener Beth-Hamidrafch, 2. Beiz., Dompelgasse 3. Heute. 0 Uhr, Lektor Dr. S. Gelbh a u 3: historische Pstlmen". — Jüdischer Frauenbund. Heute, halb 8 Uhr, 3. Bez., Untere Augartenstraße 35, Bibelvortw^ der Fr. Esther Mieses: Wochenabschnitt und 'das „Buch"Esther. — Pfadfiudcrbund „Zelrenn". Heule, Punkt 8 Uhr ab., im großen Saal des Wiener Ningoafe Eltern^ Meeting. Sprechen werden Frau Prof. Dr. M. Bloch« Pappenheim: .Moderne Müdchenerziehung"; Herr Otto Hochstädt: Di« Erziehung zum Menschen. — BolkShoch» schule Leopoldstadt Molksherm), 2. Bez., Zirkusgasse 48. 7 Uhr) Dr. Eckhardt: Von der Romantik zum Expressionismus; Neg.»Nat Wehr: Vorschule der Mathematik; Jug. Weisglaß: AuSgewählte Kapitel aus der Radiotechnik; 8 Uhr: Dr. Eckhardt:. Das. Betrachten von Kunstwerken; Ing. WeiSglaß: Technische Sprechstunde. — Volkshochschule Brigittenau (VolkSheim), 20. Bez., Skromstraße 78. 7 Uhr: Dr. Heindl: VesterreichlscheS AribeitSrecht. Die sozialpolitischen Fragen und die internationale Welt« wirtschaftskonferonz. Uvber dieses Thema sprich: Mittwoch, den 16. März 1927, halb 7 Uhr abends, im großen Sihungssaale der Wiener Handelskammer (1. Dez.. Stubenring 8—10) Herr Univ.-Prof. Dr. Karl P r i 'b r a m, Sektionsleiter im Internationalen Arbeitsamt, Genf, im Nahmen des Vortragszyklus der österreichischen Vdlkerbundliga über die Welnvirtschaftstonferenz. Die jüdische Oefftntlichkeit sei wieder einmal an Leopold Hilsner erinnert, das arme schuldlose Opfer der antisemitischen Infamie. Wir haben erst kürzlich eine Skizze von Vojta Ra ko u S veröffentlicht, der erzählt, wie in einem 'böhmischen Dorf «in Judenkind de« Hilsner spielen mußte. Was ^damals, vor 25 Jahren geschehen ist, das har, unsere Zeit schon vergessen und sie vergißt auch an den jüdischen Proletarier, der in Ivjähriger' Kerkerhaft seine Jugend verbringen mußte und als gebrochene Existenz, in Hunger und Krankheit in einer dunblen Kammer in Wien lebt. Wir hoffen, daß diese Zeilen dazu beitragen wenden, 'taß man sich an ihn wieder erinnert.

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