Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2888 (13.3.1927)
- Date
- 1927-03-13
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Men, Sonntag Diener Morgen-eienng IS. März 1937 Nt. 2888 Jüdische Welt. 8ta Mischer Berkheim in Berlin. Aus Berlin wird berichtet: Um den Gefahren einer längeren Arbeitslosigkeit jüdischer Jugendlicher entgegenzulreten, liat das Wohlsabrts-- und Jngettdamt der jüdischst Okmemfce beschlossen, in den Bezirken stärkerer jüdische Siedlung Berlins eigene I u gendwerkheime zu errichten. Das erste Heim wird am 1. März im Hause Augustftraße 14 eröffnet. In diesem Heim sollen unter Leitung eines Buchbindermeisters die Jugendlichen mit leichten Buchbindevarbeiten beschäftigt werden. Unter der Aufsicht und ständigen Mitarbeit eines Jugendpflegers, sollen UnterrWskurse, Lesestunden und gemeinsame Ausflüge veranstaltet werden. Der Oberpräsident der Provinz Brandenburg und von Berlin hat sich bereit erklärt, einen Teil der Koste n dieser Entrichtung zu übernehinen. Die Eröffmmg weiterer Heime soll in kürzester Zeit erfolgen. Sie Mische Fra« unv la» jüdische Haus. In der Zeit von: 3. bis 10. April findet in Köln eine vom Schwesternbund der Rheinland- und Moriahloge veranstaltete Ausstellung statt, die der jüdischen Frau urtb dem jüdischen Haus gewidmet ist. Es soll den jüdischen Frauen gezeigt werden, wie sie ihrem modernen Heim eine jüdisch-traditionelle Note und zugleich eine geschmackvolle Form verleihen können. Die Ausstellung bringt iu erster Linie gedeckte Tische mit jüdischem Charakter, denn gerade um den gedeckten Tisch versammelt sich ja vor allem bei festlichen Gelegenheiten die Familie am liebsten. Daneben werden auch Gebrauchsgegenstände, rituelle Geräte, Bilder und Bücher gezeigt werden, und zwar sowohl alte als auch moderne Schöpfungen, um so zu erläutern, wie das jüdische Familienleben zu allen Zeiten nvit der Kunst iu Beziehung gestanden hat. Gleichzeitig findet eine Soitderausstellung von künstlerisch svertvollen Mümissen jüdischer Männer und Frauen statt. Navtog-Feier an der Jerusalemer Universität. Das Institut für Mathematik und Physik an der Hebräißhen llnwersitat in Jerusalem veranstaltet aus Anlatz des 20V. Todestages des genialen Physikers Jsaac N e w t o n, bei auf beit 31. Marz d. I. fällt, eine Gedenkfeier sowie eute Serie von Wer Vorlesungen über Leben und Werk von J^ac Nerv ton. Eine relkgionöwistenschafUi/he Sammlung an der Marbutgtt Unmersität. An der Marburger Universität wird eine relt'aionswissenschastliche Sammlung für die Zwecke des avademifchen Unterrichts errichtet werden. Wie der I. T. A.- Bertreter erfährt, soll im Rahmen dieser Samm ung auch erue besondere Mische Abteilung errichtet werden. Sereine, Borttüge ttnö Serfammlnnsen. Zionistische Pesirkssektion Leopoldstadt 2. Bez., Zirkusgaste 33. Montag, den 14. Mary, .8 Uhr abends, Dkitgliederverftumnlung. 9 Uhr abends Sitzung des Gesaimvorstanüer. — Jngendverein „Erez Israel", 2. Dez., Zivkusgasse 33. Heute, 568 Uhr, 4. literariss^r Llberrd (Mendete. Mocher Sforim). Bortr<^ Dr. Ch. Tarrakower. — Jüdische Moderne. Mittwoch, 8 Uhr abends, Cafe Habsburg, 1. B., Rotenturmstr. 24. Vortrcw Dr. Leo Goldhammer: „Die Aufgaben der jüdischen National- und Sozialpolitik." — Kredltkassa für Kleingewerbe und Kleinhandel ln Wien. Mittwoch, den 16. Marz, halb 7 Uhr abends, in den eigenen Bureauräumen, 2. Bez., Praterstratze 9, 4. ordentliche Generalversammlung. — Haboneh. Jüdische Techniker werden ersucht, ihre Adresse ehestens bekanntzugÄren an: .Haboneh", Cafe Habsburg.:!. B.> Rotentuvmstraße 24 — Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien. Monrag, halb 3 Uhr abends, im Klubfaa'e eer Hakoah, 1. Bez^ Mpplingeüstratze 24—26 (Cafe Altes Rathaus). VortragHofrat Prof. Dr. Salomon Frankfurter: „Preß-' bürg und. Wien, Historisches und- Erlebtes." — Wiener Beth-' Hsmidrasch. 5 Uhr Lektor Dr. S. Geib Ha us: Mechilta; 6 Uhr Lekr'or Dr. S. Rubin: Midrasch, nach den Quellen erörtert und interpretiert. — MaimonweS-Jnstilmt, 3. Bez., Hetzgasse 40. Moirräg, 6—7 Uhr, Dr. A. K a m i ir k a: „Die apokryphen Einschaltungen in die Megilla"; 7—8 lchr, „More Ne-buchim, über eie intellektuelle und moralische Ungleichheit der Menschen." — Wiener Juristische Gesellschaft. Mittwoch, den 16. März. %7 Uhr abends, tm Hörsaäl 33 der Universi'.är Bortrag Dr. Fritz Hausmann (Berlin): „Aeutzere und innere Wandlungen des Aktienrechtes in den verschiedenen Staaten." — Volkshochschule Leopoldstadt (Volksheim). 2. B., Zirkusgasse 48. 7 Uhr, FestsaaL: Vorlesung Anton Amon: Heitere Hochzeits- und Ehegeschichten aus aller Wolr. Karten zu 40 Groschen bis S 120. — In den rhythmischen Kursen der Schule Hellerau Laxenburg sind noch einige Plätze zu vergeben Jüdisches Zentrum der Sozialen HilfSgemeinfchaft Anitta Müller, 2. Bez., Untere Augartenstraße 35. Mon.aa, halb 5 Uhr nachm., 4. Kind er nachmittag: Licht-bildervortrag S. AbeleS; König Dawid in der Geschichte; König Dawid in eer Legende. In der Pause Musik, geleitet von Oskar Ebenstem. — 7 Uhr abends im Rahmen der Elternabende Borcrag mit Lichtbildern; Dr. Isidor Kl aber: „Ueber Berufsberatung." Eintritt frei! Gäste willkommen! Dienstag, 7 Uhr abends im Nahmen VeS Msktrotechnikkurses (Ing. O. Singer) Exkursion in daS Röntgenirrstilur des Rothschttd-SpitaieS, Versammlung %7 Uhr vor dem Rothschild-Spital. Purim-Kinderfest. Die hebräische Schule der zionistischen Sektion für die westlichen Bezirke Wiens. 6—8, veranstaltet heute um 3 Uhr cm Vereinsheim, 8. Bez.. Bennoplatz 1 a. ein Purim-Kinderfest. — Anmeldungen und Einschreibungen für oie hebräische Schule, 8. Bez., Bennaplatz 1a. finden jeden Montag mär Donnerstag von 5—0 Uhr daselbst und für die hebräische Schule. 6. Bez., Ma r iah ist exst ratze 99 (HotÄ Palace). Mezzanin, finden sie jehen Montag von 4—5 Uhr und Mittwoch von 3—6 Uhr daselbst statt. Der Eintritt, ist jederleit möglich. Bortrag über moderne Wiener Küche. Frau Marianne Stern spricht Uber „Die moderne Küche im Dienste »er Körperkultur"; Frau Hanne Wassermattn über „Tägliche Gymnastik im Dienste der Körperkultur" (mit Vorführung der täglichen Hebungen). Der Vortrag findet DonnerStaa. 7 Uhr abends, im Fesstaale des Ingenieuru. Architekten-Vereines. 1. Bez., Eichenbachgasse 9. statt. Karten in der Buchhandlung Lanyi, 1. Bez* Kärntnerstratze 44. Bühne und Kunst. Santo als „Lebensretter". Premiere in oer ReimisfaneedützNe. Die als Komödie gemeldeten drei Akte von Rewe Fauchois, deren französischer Titel „Boudu sauve des eaux" ebensowenig zutreffend ist, wie der deutsche „Der Lebensretter", spielen in einem Buchladen am Seineufer. Aus besagter Seine, in der freilich viel Spreewasser fließt, hat Herr Lesttngois, ein verschrobener Buchhändler, der für Voltaire und Victor Hugo schwärmt, Anatole France mit Büchern, seine Frau mit Sottisen und sein Dienstntädchen aus der Bretagne mit Männlichkeit beliefert, einen unsympathischen Kerl herausgezogen. Der dankt es seinem Lebensretter schlecht, indem er ihm in die Bücher und in die Ehe spuckt, seine Schuhe an den Vorhängen, seine Hände am Busen der für, Lesttngois reservierten bretonischen Unschuld abwischt, dem Buchhändler ein Haupttrefferlos stiehlt und ihm schließlich das Kindernädchen wegheiratet. Nach einem wirklich komödienhaften Anfang breiten sich in diesen drei Akten allerhand zwischen Saßmann nick) Sternheim liegende, nicht immer appetitliche Humore aus, die entschieden nicht bekömmlich wären, gäbe nicht Josef Jarno den Buchhändler. Sein Lesttngois ist ein Prachtexemplar, von dem seine Zunftgenossen manches lernen könnten, vor allem Witz.' Den bestreitet Jarno hier fast ganz aus Eigenem, da die Posse nur Text liefert. Er tut es in jener beiläufigen Art, die kaum ein zweiter Wiener Schauspieler so beherrscht, wie er. So iouvde Jarno der Lebensretterdieses Stückes, das nur durch ihn seine Existenzberechtigung erhält und den Anspruch, Zugstück zu werden. Das sonstige lebendige Jnveittar der drei Akte brachte Jarno die Stichworte: Alfred Mahr mit charakteristischer Maste, Else Panto vorschriftsnväßig jung, appetitlich und von keinerlei Denken beschwert, Else Schilling mit vertrockneter Altweiberkomik. DaS Publikum bejubelte Jarnos glänzende Leistnna. " S. S. Jüdisches Künstler-Kabarett 11.'Bez., Praterstraße 60 Leiter: M. Streng Telephon 48-B-Ö0 Voranzeige! Mittwoch, (Ion 16. MSr* 1927 Sondorvorstolteng; zu Ehren des Herrn ßernhord HfUtfler. Zur Aulführung ge anert: in«ii Unschuldig verurteilt! uhmii Melodrama in 3 vkt?n von Duzet. Neu -be»:bei <*t von Br tytttler.* Ferner: Aus der Revue „Von Sechystow bis Ahierlfca“ die Szenenbilder und die Kolporteurszene - „WIENER MORGEN ZEITUNG" Beginn präzise 8 Uhr' RBSttUHBBOBBH Aas den Theatern. -- - Opern: heare r. - Morgen, halb 8 Uhr, >,D i e. B o h c m e", Z)ienölag,'-7 Uhr, „De r R o seniaval l.e r". Rolan d bühy e. Montäg, den 14. -., bleibt .das Theater ^gesÄloss'en. Diünstäg zrm erstenmal „Dort ne Und 0er 8 Ufa..". i Theater an der Wien. Louis Treu mann wird ab Mittwoch allermeren-d mir Burg'schaus'Pie'er NaoulAslan als Präsident Tonschesf in Königin" auftreien. Natmundthcater. Die Altwiener Operette „DaS Schwalbennest" von Ernist Marischka und Bruno Granichstaedten feiert Dienstag ihre 200. Aufführung. Volksoper. In der Zeit vom 20. März bis 21, April findet ein Magner-Hhkl: s, statt. - Anna . PKvlciwa gastiert LamStag, ^en 19.,'und Sonntag, den 20. d. M.' ' Heilig <S C- Maßate 1 i er für feinste Herrengarderobe WIEN I KÄRNTNERSTRASSE 9 (Mezzanin) Großes Lager feinster englischer Stoffe Kulante Zahlungsbedingungen Burgtheater. Morgen, 7 Uhr, „Don Carloi* (Theatergemeinlde Serie F). Akademietheatcr. Morgen, hällb 8 Uhr, „Spiel i m Schloß". K a m m e r f p i e l e. Die ÄbschiedSvorstellungLN Maria O r S k a S wurden wie folgt festgesetzt: Sonntag abends „A m o u r e u s e", nachts .Karussell"; Montag Molnar- Abend ,/B t i 11 e <b e n" und „V eilchen" (Premiere); Dienstag abends „A m o u r e u 's e"; Mttwoch und Donnerstag nachts „Amoureufe". Novitäten des BurgtheaterS. Im Bn»sthea!er wird in der zweitett Hälfte t>ics-es Monats Artur Schnitzlers ,.Komödie der Verführung" wieder in den S^pielplan ausgenommen. ÄiS nächste Ncii>heit kommt Ende dieses Monats Lil-Varas KomSdie „Das Genie und sein Bruder" sur Anffühmng. Im Akademie!spater gelangt Donnerstag, den 17. d. M., Anton Mldgans Tragödie ..Liede" zllr ersten Mfführung. Am 22. d. M. wird im Akademiethoaier zum ersten Malle die Komädie „Komtesse Mitzi" von Artur Schnitzler gegeben. Neues Wüner Ltonservatorium. Als Vorstellung der Schauspielschule ging i-m JosesstLdter-Theater Gorki's „Nachtasyl" in Szene. Wohl deshalb, weil dieses Stück an die fünfzehn wichtige Nöllen enthält. Nur sind eS-leider Gottes scharf geprägte Charakterrollen.- Eine stimmungsvolle, nriT Verantwortung studierte Gesamtaufführung, deutliches verständiges Sprechen, gute Mimik. Daß nur einzelne Gestalten glaubwürdig gelangen, ist selbstverständlich. Bei Schülervorstellungen soll man keine Namen Nennen. „Aber der Darsteller des „Schauspielers" ist bestimmt ^eine starke Begabung. Auch der jungen. Dante, .wplche dje. Anna spielte, ist eine schöne Zu- (unft'zu prophezeien. Auch sonst lernte man eamge Talents fetmrn. , . . . Mascagni —. italienische" Vertreter bei der Beethoven- Feier. Wie die römischen Blätter.berichten! ist Mascagni zum offiziellen Vertreter Italiens bei'der Wiener Beethoven- Feier ernannt worden.-?ules Romains In Wien. Zu der am Sonntag, den . M., im Burglhcater statlf'indenden Aufführung von „Der Dikttator" wird Jules Romains nach Wien kommen und der Vorstellung über Einladung. Direktor Herterichs beiwohnen. ... .; Jüdischer Kunstübend. Unter der künstlerischen Leitung von .Bernhard Scha r re r findet am Sonntag, Pen 20. März d. I.. im F.chtsaale des Vereinshe-imes, '6. Bezl, Bennoplatz 1a, ein jüdischer Kunftabend statt. Es wirken unter anderem mit: Maria Guttmann (Deutsches Bolkstheater), Schriiftstcller Dr. Siegfried Schmitz, Hjaima Schwarz (Vol'ksopex), Cellovirtuose Jachim S tutschews k y. Anfang halb 8 Uhr . abends. ' IC Benar Heifetz spielt in seinem .ttnzigen Konzert «n 10 März im mittleren Konzerthaussaal mit Franz Mittler am Klavier: Henry Eccles, Locatelli, Regere Drozdow (Urayfsührung), Nachnmninöw, Tschaidowsky. > Karten an der Konzerthau Skassa. Jrr» fiffäyffäPPrisfrZ'rfV* rZI flrf ÄVWfKJWtfiÄnRiflnR5¥R n sind doch in Geschmack und Qualität unübertroffen und werden unter streng orthod. Aufsicht des Rafcblnates der isr. Kultus:;«meinde Wien hergestellt. Die M*»z?.oth werden aus dem f e i n st e n Mehl der ßudapester Oiselamühle erzeugt, eit vielen Jahren genieß°n die „Schmidt-Mazzoth“ das beste Kenommöe und sind als die besten bekannt, Ueber Herkunft und nntfiQ dtS Mehles. erliegt bei mir iur freien Einsichtnahme der ntysn des Ehrw. Herrn Jeschaje Siioerstein, Oberrabbiners der aut orth. Gemeinde waitzen. . , zentrale NBprodetzklv|!.fieopold$gasse43T«1 ^-190 Generalvertreter; Albert Körner und 3akOb Weiss- Filialen: II., Glockengasse 22 — II., Untere Augartenstrasse 25