Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2885 (10.3.1927)
- Date
- 1927-03-10
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2981973--29345-3017465- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite Wien, Donnerstag Sinnt Msegeiriettrms 10. März 1927 Nr. 2885 Bühne und Kunst. gvsen-Ausgrabung. ,.!^-vda Gabler" im Deutschen Poltstheater. Die Angelegenheit der Generalstochter Hcdda Gabler, die euren wenig anregenden Mann geheiratet hat, allerhand Gravitatspathologie von sich gibt und mit Pistolen Unfug treibt, war schon vor einem Bierteljahrhundettt höchlich langwellig und ist heute nicht interessanter geworden,, da sie dem Debüt eurer blorrden deutschen Dame zuliebe wieder einmal auf die Szene gebracht wurde. Aida Stukering, die durch vier Akte Heldin dieses verstaubtesten aller verstaubten Ibsen-Stücke zu sein hat, zeigt — außer Opernmaß — roenig Aehnlichkc.it mll ihrer äthiopischen Vornamensbase; sie ist von gutbürgerlicher Gelassenheit urrd ihr schauspielerischer Puls schlägt sehr normal; ihre Hedda ist sehr gut erzogen, unterstreicht Bedeutsames, wo es nötig ist, und hantiert kühl mit Manuskripten, die sie nichts angehen, und Waffen, die unnötigerweise losgehen. Man kernte eine stets gefaßte, also verwendbare Darstellerin kennen. Um die Debütantin ivar eine Aufführung gruppiert, die das Stück furchtbar ernst nahm (es wäre vielleicht tauglicher, die Sache ins Parodistische zu spielen). Der Ejlert Lövborg, dem Ferdinand Onno seine empfindungsgeladene Rede leiht, nimmt seine unmöglich« Existenz so tragisch, daß man sich ordentlich zusammennehmen muß, um nicht loszuplatzen. Hedwig Keller bemühte sich mll aller ihr zu Gebote stehenden echten Jnnigkell um die unechte Sendung der Frau Elvsted, und Kurt Lessens Gerichtsrat Brack ging intrigcnschwanger dräuend umher, daß es einem angst und bange wuiche. Einzig Hans Ziegler gab den Trottel Tesman, tvas chm zukommt: ein bißchen parodistische Komik; die hätte er als Regisseur auch« den anderen geben sollen. Das sehr gut besuchte Haus nahm die neue Darstellerin iufnd seine alten Bekannten sehr freundlich auf. S. S. Sie goel Kngel-Grdenkfeier in Berlin. In Berlin, wo der vor kurzem in Ja,fa verstorbene hervorragende jüdische Komponist und "Acnsiischriftsteller Joel Engel einige Jahre seines Lebens und Schaffens verbracht hat, wurde für chn am 6. März mittags im Logenhaus Kleiststraße eine würdige - Gedenkfeier veranstaltet. Ein Chor leitete die Feier durch den Bortrag der zwei von Engel komponierten Totenlieder ein. Der Präsident des Verbandes russischer Juden in Deutschland, der greise Staatsrat Jakob Teitel, ein intimer Freund Engels, hielt eine erschütternde Gedenkrede Und stellte Engel in die Reche der großen Toten, die das jüdische Volk im letzten Jahre verloren hat. - Der Dichter Saul Tschernichowski schilderte die adelige musikalische Seele Joel Engels und zeichnete die Tragik seines Lebens. Engel hat sich in schweren Jahren des Kampfes zu seinem Volke durchgerungen, bis seine Seele in der jüdischen Musik ihren „Tikun" (Erlösung) gesunden hat. Dr. I. Brutzkus hob die Verdienste hervor, die sich Engel um das jüdische Volkslied erworben hat. „Wenn es einmal' eine jüdische Musik gibt, so wird der Name des Vaters dieser Musik unvergessen bleiben." Arno Nadel erinnerte an den mystischen Dreiklang der Engelschen Musik zu „Dybuk", der sich unvergeßlich einprägt, und zeichnete die reiche Begabung Engels, des Schöpfers des jüdischen Liedes, der Kinderlieber und des ekstatischen chassidischen Tanzes. Redakteur H. Swet, der Joel Engel nähestand, beklagte das Mißgeschick des Juden-. turnß, baß feine schaffenden Söhne verliert, bevor sitz ihren Weg vollendet haben. Oberkantor M. Tschlitz kr sang einen Totenpsalm vor, worauf der Sänger Leo Rjasanzeff einige Lieder Engels zu hebräischen Texten, darunter das meisterhafte „Amnam jeschno erez", zum Text von Tschernichowski, zum Bortrag brachte. - Ae Berwanvlnngen des Hans Müller. Bon unserem Berliner Mitarbeiter. In Men hieß es „Menschen ohne Erde" und endete im Ausbruch nach Zion. Aber es stellte sich gewiß heraus,, daß der Meister in einigem sich verrechnet hatte. 1M> als nun Berlin sich an das Judenstück macht, muß wohl der Titel fallen, denn das Berliner Publikum ist einseitig gebildet aus deutschen Staatsbürgern jüdischen Glaubens. Soll man denen von Heimatlosigkeit reden? Nein, da droht Gasahr dem.' Erfolg. Also: „Die goldene Galeere." Ziel ist: der Erfolg! Ihm fallen UÜberzeugungen und Sympathien. Der Meister der Routine, der großen Szenen, Hans im Glück, ist treu nur seiner Unbeständigkeit. Aus einem Stück für Zionisten kann man, im Handumdrehen, eines für Assimilanten machen. Der junge Zionist kehrt nicht mehr zu seinen Jaffa-Orangen zurück, er bleibt „zu Haus" im Vaterland und arbeitet beim Papa. Juden in Deutschland sind Deutsche. Und gehören an Rhein, Elbe, Spree. Ter Meister gibt allen recht, er bekennt sich ran: zu einer Sache: zum PubMum. Einen Glauben muß jeder Mensch haben: er hat den ans Parkett. Und er gibt ihm, »»W»WW»»>»8D>»5>WW»WWW»>M»WWWW Ottomane - Matratzen Auch Teilzahlung! FU,M “* N. Weltz.Wlen, II., Darwingasse 39 laniiiiaiiiiiiiiRiiHiaiiiiiiiiiuiiin was es verlangt. — Auch hier interessiert Hanna Ralph und entzückt JUa Grüning, die noch eine Szene mehr geschenkt bekommen hat als in Wien. Rollen! Rollen! Rollen! Nun, Jlka wenigstens füllte sie mll einem Menschen aus. Theater! Theater! Theater! Wie jammervoll, daß man's aus Juden, Judentum und Jndeuschnsucht macht! Die müßten Dichtung werden! . K. M. Aus de« Wenter«. B urgthearer. Morgen, 7 Uhr, „Do n Carlos". (-Theatergemeinde Serie E, gelb.) Operntheater. Morgen, 7 Uhr, gelangt neu einstudiert die Oper „Der Gaukler unserer lieben Frau" von I. Massenet zur Aufführung. Hierauf folgt das Ballett „B a l c o st u m e". Deutsches Volkstheater. Dos Lustspiel „Der Garten Eden" von Oester reicher und Bernauer gelangt morgen zur 60. Aufführung. Kam merspiele. Die Premiere des Vaudeville „Oskar lass' dich nicht verführen" von Lunzer, Horst und Beda, Musik von Ralph Erwin, wurde auf Montag, den 14. d. M., 10 Uhr nachts, verschoben. — Für Samstag und -Lvnntag wurden als Nachtvorstellungen „Karussell" mit Maria Orska angesetzt. -- Sonmag, H4 nachm., „Venus im Völkerbund". Neue Wiener Bühne. Samstag, 3 Uhr nachm., gelangt Raimund's „Bauer als Millionär" zur Auf. führung. Sonntag nachmittag gelangt mit Adolf Weiße und Claire Wolf a. G., Ganghofer und Brociner's Hochzeit von V a l e n i" zur Ausführung. Modernes Theater. Freitag findet eine Veranstaltung der Literarischen Bühne statt. Zur Aufführung gelangt Gerhvrt Hauptmanns Legendenspiel „Kaiser Karls G e i s e l". — Ms nächste Premiere wird die deutsche Uraufführung der Komödie „M an heiratet erst im d.rrtteu Akt" von Alexander Erdei vorbereitet. Der unbekannte Dichter. In einem Konzert, das von der Deutschen Studentenschaft der Wiener Universität am 5. d. M. im Großen Musikvereinssaale veranstaltet war, wirkte auch Kammersänger Alfred Jerger mit. Unglücklicherweise wählte dieser Sänger drei Gedichte von Eichendorff und — den Belsazar von Heine für seinen Vortrag. Und siehe da, das Programmheft zeigte jedes der Gedichte Eichendorfss mit dessen Namen, den Belsazar jedoch schmückte der weiße Fleck des völkischen Zensors. Vielleicht a-ynte ein Großteil der andächtigen Zuhörer gar nicht, welches Gift ihm da ohne Autorname serviert wurde. Professor Gundolf in Wien. Der bekannte Biograph Shakespeares und Stephan Georges, Universitätsprofessor Doktor Friedrich Gundolf (Heidelberg), spricht über Einladung des Ku-lturbundes am Samstag, den 12. März um 14 & Uhr abends im Vortragssaal. 1. Bezirk, Annagasse 5, über: „Shakespeares Macbeths" Gäste willkommen! Hakoah-Orchester. Vergangenen Sonntag besuchte Komponist Emmerich Kaiman die Orchesterprob« und bekundete für das Orchester großes Interesse, wobei er sich über dessen Leistungen besonders lobend aussprach. Nächsten Sonntag beginnt die Probe um 1410 Uhr. Sämtliche Mitglieder werden ersucht, püicktlich zu erscheinen, da ein besonders maßgebendes Mitglied der Wiener Musikgemeinde seinen Besuch zugesagt. hat. — Das Orchester erhielt aus Prag eine Einladung, bei einem im November d. I. vom Keren Kajemeth veranstalteten Konzert im großen Lncernä-Saale, zu welchem bereits der Wiener Cellist Feuermann verpflichtet ' wurde, mi"zuwirken. Die Verhandlungen, welche zu einem günstigen Ergebnis führen dürsten, stehen vor oem Abchlnß. — Die Orchesterproben weisen in oen letzten Wochen einen Rekordbesuch auf; trotzdem mögen es sich alle Mitglieder angelegen sein lassen, gute s Musiker für das Orchester zu werben, damit es bei den bevorstehenden Veranstaltungen, deren--.Arrangement eine, der ersten; Konzertdirektionen Wiens übernehmen wird, in kompletter Besetzung austreten kann und auch über die unbedingt notwendige Reserve verfügt. FurtwLngler m AmerLka. Aus Washington wird unterm 9. b. M. gemeldet: Wilhelm Furtwän'er dirigierte gestern vor vollbesetztem Hanse unter großem -eifall ein Konzert, bei dem hauptsächlich Werke deutscher Meister gespielt wurden. Dem Konzert wohnten das diplomatische Korps und Mitglieder der Regierung bei. Exotische Musik. Die große Internationale Ausstellung „Musik im Leben der Völker", die vom 11. Juni bis 28. August in Frankfurt am Main stattfindet, wird ' auch eine große ethnographische Gruppe enthalten. Es ist gelungen, für die Zusammenstellung und Gestaltung dieser Äbteilung, die die Musik aller Erdteile berücksichtigen wird, Herrn Professor Dr. Curt Sachs in Berlin zu gewinnen, der die Arbeiten für die ethnographische Gruppe der Frankfurter Ausstellung bereits ausgenommen hat. Vereine. VorlrSse «nd Versammlungen. Führerkurs des zionistischen Knlturamtes, 9._ Beg* Währingerstraße 16. Heute. bis M9 Uhr.- Hebräischkurs (Letter Sch. Auerbach); N9 Uhr: Vortrag Dr. Gelber: „Vorläufer des Zionismus". — Moadon iwri, 2. Bez., Zirkusgasse 33. Samstag, Uhr: Vortrag Schlomoh Auerbach: „Symbolik und Romantik in Bialiks Werken". — Zionistische Mädchengruppe 6—8, 8. Bez.. Bennoplatz 1a. Heute, 8 Uhr abends: Vortrag Dr. Viktor Much: .Hygiene des Alltags". — Zionistisch« Jngendorganisation Prater, 2. Bez., Jungstraße 8. Heute, 8 Uhr: Vorrrag Oberbaurat Ing. Robert Stricker: „Nationale Arbeit im Galuth". Anschueßend Diskussion. — Morgen, Freitag, Beginn des Seminars „Palästinakunde". Referent: Mendel. — Wiener Bei-Hamtdrasch, 2. Bez., Tempelgasse 3. Heute. 6 Uhr: Lettor Dr. S. Gelb haus: .^Historische Psalmen". — Oesterreichisches Museum, 1. Bez., Stübenring 5. Heute, 7 Uhr abenes: Vortrag Umv.-Prof. Dr. Emanuel L oe w y: „Phid-ias- Probleme". — Volkshochschule Leopoldstadt (Bolksheim), 2. Bez., Zirkusaasse 46. 7 Uhr: K o r a n y i - H ö h n i g - bäum: Stimmbildung, Chorgesang, Sologesang. Dr. Beer: Höhere Mathematik. — Volkshochschule Brigittenau (Volksheim), 20. Bez., Stromstraße 78. 7 Uhr: Hofrat Bunzel: Geschichte des Sozialismus; Dozent Kainz: Deutsche Dichtung der Neuzeit; Dr. Neu mann: Bau und Leistungen des menschlichen Körpers; Ing. Chameid.es: Elektrische Kraftwerke. 8 Uhr: Dr. Matejka: Naturschönheiten und Naturmerkwürdigkeiten aus aller Welt. Kurs des ziouistischeu Kulturamtes für hebräische Stenographie. Der Kurs für hebräische Stenographie unter Leitung des Herrn Preminger wurde beretts eröffnet. Weiters Einschreibunaen werden an Wochentagen vormittags im Krvlturamt, 1. Bez.. Kärntnerstraße 28, und am Samstag um H7 Uhr im 'Aurslokal. 2. Bez., Zirkusgasse 93, entgegengenommen. Kursg0bühr für den ganzen 20st-ündigen Kurs 10 Schilling, Ermäßigungen nach Möglichkeit. Unsenn. Darmleldende nehmen mit bestem Erfolge „BOMIC^ItSON“, zusammengesetzte Tierkohle-Tabletten. Bolucarbön, von ältlichen Autoritäten empfohlen, bestbewährt bei Öläburgen, Aufstoßen, akuten und chronischen Magen- und Darmbeschwerden etc., sind ln der Apotheke C. BRADY, Wien, I., Rotenturmstraße 18, Ecke Flelschmarkt, stets lagernd, wo auch Literatur gratis erhältlich ist. Postversand überallhin Serlchtsfaal. Ser Antonnfall se» LandesgerichtsprSstdenten Attman«. Wegen des schweren Autonn, alles des Landesgericht o- Präsidenten Dr. Ludwig Altmann am 3). v. I. hatten sich gestern gegen die Anklage n-egen Vergehms gegen die körperliche Sicherheit der 22jähttge Ch'.n,feur Ru dolf Tragschitz und der 33;ährige Antota iunternehmer Georg H o rn a zu verantworten Der Autorin'al. der lichjmn halb 10 Uhr abends <tu einem naßkalten nebeligen Tage ereignete, war darauf zurüchu ühren, daß die beiden Chauffeure, die mit ihren Wagen gcgeneinanderfnh.en, durch einen znnschen ihnen fahrenden S.raßenbahnzug um die Aussicht gebracht waren. Dem Motorsührer der Straßenbahn gelang es noch, im letzten Augenblick seinen Wagen zum Stehen zu bringen, nicht aber dem neb'n ihm fahrenden Chauffeur Horna. Dieser verriß seinen Wagcit nach links, fuhr aber dabei so heftig au einen Mast der elektrischen Straßenbeleuchtung an, daß sein Fahrgast Dr. A'tmann auf den Boden des Wagens geschleudert und schwer verletzt wurde' .Hiebei erlitt Brände t Attmann offene Brüche des l i k e n Unterschenkels un R i ßi n b Quetschwunden an anderen Körp^r.eilcn. De z'em lich schweren Verletztutgett hatten eine Be r u fs st ö run g von mehr als zwei Monaten zur Folge. Tragschitz bestritt jedes Verschulden. Er behauptete, die Straße irr genügender Entfernrrng vor der Straßenbahn überquert zu haberr. Freilich konnte er rricht Ivissen, daß neben der Straßenbahn noch ein Auto fahre. Horr a vercmtnottete sich dahin, daß er ordnungsgemäß auf der linken Seite mit normaler Geschnnndigkeit neben der Straßenbahn gefahren sei; die Ueberquerung des anderen Wagens sei vollrommen überraschend gewesen. Präsi'ent Altmann, der zur Verhandlung nicht geladen war, ieß fei e Privatansprüche durch Hofrat Dr. Jacob geltend machen. Nach dnrchgesührtent Betveisverfahren verurteilte der Gerichtshof unter Vorsitz des Oberlandesgerichtsrates De. Wilhelm Tragschitz bedingt mit zweijähriger Bewähru: gssrist zu sechs Wochen strengen Arrest und zur Zahlung von 5000 S. Schmerzensgeld an Präsident Llltmann. Georg H orna wurde mit-der Begründung freigesp rochen, daß durch das Beweisverfahren kein sein er fettiges B rschulden. fcstgestellt werten konnte. Das Anfahren an den Lichtmast könne ihm bei der sch upfrigen- Fahrbahn ebensalts nicht an ge astet tverdm. Tragschitz hielt sich Bedenkzeit ofsen. Abgebaute Bankbeamte müssen von der Gewerbebehörde berücksichtigt werden. Der abgebaute Bankbeamte Emil N u ß - bäum hatte beim Magistrat um Zulassung zum Betriebe des Gewerbes der Herstellung und des Vertriebes eines Universal- Rein'igungs- und Waschmittels angesucht. Der Wiener Magi-, strat als Amt der Landesregierung lehnte im Juli 1926 dieies' Ansuchen mit der Begründung ab, daß ausreichende Gründe für eine Zulassung nicht vorliegen und rück s i ch t swerte Umstünde in der Person des Ge su ch ste l lc r s nicht gegeben feien. Gegen diese vom Bun-desministerium. für Handel und Verkehr bestätigte Entscheidung brachte Nußbaum die Beschwerde au den V e r w a l t u n g s g e r i ch t s - Hof ein, in welcher er geltend machte, daß er als abgebauter Bankbeamter gezwungen sei, sich einen neuen Eriverb zu suchen, worin gewiß cin „rückstchtswerter Umstand" zu erblicken sei. Der Verwallungsgerichtshof gab der Beschwerde Folge und hob die a n g e f o ch t e n e Entscheidung auf.' Die Strafe des jugendlichen Mörders Oliva herabgesetzt. Der 17jährige Bäckerlehrling Josef Oliva, welcher angebnch aus Rache die'Hausgehilfin Marie F r ied l durch Messerstiche ermordet hatte, wurde, wie erinnerlich, vom Schwurgerichte zu zwölf-Jahren schweren Kerkers verurteilt. Seine Nichtigkettsbeschwerde wurde vom Obersten Gerichtshof verworfen. Nunmehr hat der Oberste Gerichtshof der von der . Mutter des Verurteilten erhobenen Berufung gegen das Strafausmaß Folge gegeben und die Strafe auf zehn Jahre schweren Kerkers herabgesetzt. Bestrafung hakenkreuzlerischer Schmiersinken. Das „Berliner Tlrgeblatt" meldet aus Bochum: Vor dem Schöffengericht fand die Verhandlung gegen zwei Mitglieder rechtsradikaler Organisationen statt, die das Ebert-Rathenau- Erzberger-Denkmale auf dem Hohenstein bei Witten .an der Ruhr mit roter Farbe beschmiert hatten. 'Die Angeklagten erhielten zwei, beziehungsweise einen M o n a t G e f ä n g n i s. Der neue Vorstand des Vereines der Staatsanwälte. Am 7. d. M. tagte eine attßerovdentliche Vollversammlung des Vereines der österreichifchen Staatsanwälte, um zu der durch die Demission des bisherigen Vorstandes geschaffenetl Lage Stellung zu nehmen. Die Verbitterung der staatsanwaltschaftlichen Beamten über ldas Vorgehen der Regierung, die nahezu alle Forderungen der Staatsanwälte unerfüllt gelassen hat, bewog den lattgjährigen Obmann des Vereines der Staatsanwälte. Genevalanwalt Dr. Niggl, und die übrigen Mit-' glieder des Vorstandes, ihre Stellen niederzulegen. Die Vollversammlung wälhlre nun etiistimmig Hofrat Dr. Winterstein zum Obmann und die Staatsanwälte Hofrat Doktor- König (Graz). Pressestaatsanwalt Dr. S ch w a r tz, Doktor K ra l■! I, Dr. Grütf che l, Dr. Rotz (Kreuts) und Doktor Milski in den neuen Vorstand. M I. Graben 20 ETROPHON m Otfizielle Niederlage voa The Gramopboae-Qo Ltd London (Gratnola). — Gramopbones. Plntton, Tanz, Oper, Uovues ubw - Größte Leistunge(äbig- Ueit. - Täglicher Poatversand — Kataloge and Prospekte gratis und franko. — Einzige Niederlage von. **«■**«<5 .»»«mra»