Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2884 (9.3.1927)
- Date
- 1927-03-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2981972--29333-3017452- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 2884 gm***« ffliitfin.irr» <X$f6Rp l/vulu)Dt^ Wtt»sr Mvr-e»-Ottmtg 9. Mlrz 1937 Sside 5 Wien, 9. MSrg. Das Wetter. Di« jetzt herrschende «eOerlage zeiyt NeiWng zu Niederschlügen, wie solche bereits im Westen Europas asstrllen sind. Die Vorhersage lautet: Vorwiegend ttM, zeitweise Niederschläge, etwas kühler. * JÜDISCHE WELT Montag nachmittags wund« die ÖffMjriflc Gpenasermeisterstochter Eleonore Pate?. 21. Vez., Pragerstraße 77 wohiHast, (itt sie die Fahrbahn übersetzte, von einem Prkvatauto, baS der 22jShriae Bautechniker Josef Voit lertfte. übe röhren. Mt mehrfachen Rippenbrüchen und inneren Verletzungen wurde sie in des Leoppldstädter Kinderspi-tal gebracht, wo sie gestern starb. Nach Zeugen<russt>qen soll das Kind an -dem Unfall selbst schuldt ragend sein. Die Lebensmüden. Gesten? nachts wurde der Mähri-ge Zuckerbäcker PinlaS Wittmann^ Mxinyergasie wohnhaft, von seiner Gattin in der mit Leuchtgas erfüllten Wohnung tot aufgefunden. Notlage soll die Ursache des offenkundigen SslbsbmordeS gewesen sein. — Der bSjähriae Pensionist Gustav Kuh. Quellenstmße wohnlnst. hat sich gestern nachts im Hause Wiedenergürtel 12 aus bisher unbekanntem Motiv erhängt. — Wegen Krankheit hat sich gestern mittags der 52jährige. Rayousinspektor der Sicherheitswache Josef Johann S. in seiner Wohnung in Favoriten aus seinem Dienstvevotver eine Kugel in die Herz gegend gesagt -und war aus der Stelle tot. Ehrung zkonistkscher Beamter. Samstags den 5. d. M. fand -dm festlich geschmückten Saale der Bezirkssektion Leopoldstaot eine Feier zu Ehren der zionistischen Beamten Frl. Julie Braunstein und Abraham Zahler statt, welche durch zehn Jahre dem Beamtvnkörper der Wiener zionistischen Bureaus angehören. Das ausgezeichnete und opfevvolle Wirken dioser Beamten wurde vom Präsidenten des Zionistischen Landeskomitoes, Herrn Doktor Goldhammer, ferner van Frau Erna Patak, Herrn Dr. Tartakower, Herrn Dr. Zweig (Jerusalem), der gegenwärtig in Wim weilt, Herrn Dr. Gelber und Herrn Gemsinderat Dr. PlaschkeS gewürdigt. An die offizielle Feier schloß sich eine musikalffch-oMaimatorische Mademie, die von >den Damen Spiro und Teich'berg sowie den Herren Schwager und Fränkel bestritten wurde. Den beiden sehr verdienten zionistischen Beamten wurden Ehrengeschenke Überreicht. „Palästina als Kinderlatch." In Graz gelangt der neueste Palästina-Film dun Rahmen einer Veranstaltung der zionistischen Ortsgruppe Sonntag, den 13. d. M., nll Uhr vormittags. im Ring-Kino zur Aufführung. Einführungsvortrag Heinrich Hermann. Verhaftung eines Provistonsbetrügors. Der. Verlag Bvauß Brancherrführer in München, der ein Telephonbuch für Wien herauszugeben beabsichtigt, hatte ails einen seiner Agenten den 45jährigen Ernst Falke aus Gera ange-stellt. Falke sollte Inserate und Abonrwments für das Telephonbuch sammeln. Mitte Jänner dieses Jahres hat er mit dem Generalvertreter zum lebten Mal abgerechnet. Falke setzte nach Entzug der Vertretung seine Agilationstätigkeii auf eigene Faust fort und schädigte so 272 Firmen um insgesamt 1400 Schilling. Gestern wurde Falke, der unter dem fauchen Namen „Ing. Ernst Helmi ch" in einem Hotel im zweiten Bezirk wohnte, verhaftet. Magazinseinbruch. Gestern nachts wurde das Magazin des Moses Böhm, Brigittenauer Lande Nr. 60, erbrochen. Gestohlen wurden 300 Hasen- und 400 Kaninchenfelle i.m Gesamtwerte von 2000 Schilling. Verhaftung zweier Diehkommiffionüre. Unter dom Verdacht, der Firma „Ju ga slavia", Dieh- und Pferdekmmnissionsgesellschast m. b. H. in St. Marx, vor vier Jahren einen Betrag von fast 150.000 Schilling entlockt zu haben, wurde Montag ■ hier der 45jährige Viehhändler Julius T e p t s ch aus Targul-Mare verhaftet und dom L-andesgericht eingeliöfert. Unter oem Verdachte der Mitschuld wurde der 40jährige Viehhändler Bernhard Markus aus Oradea- Mare in Rumänien festgenomimen. Die Anzeige gegen Deutsch ist schon im Sommer 1023 im Sicherheitsbureau erstattet worden, doch war Deutsch in Wien nicht aufzufinden. Die Verfolgung bei dem rumänischen Behörden war bisher ohne Ergebnis geblieben. Das SicherheitSburcau brachte nun in Erfahrung, daß sich Deutsch in Geschäflsangelegenheiten in Wien cmfhalte und in einem Hotel im 2. Bezirk wohne. Er und Markus wurden in St. Marx nun jestgenommen. Bessere Zigarren. In den letzten Tagen fanden Besprechungen der Generaldrrek-tton der Dabakregle mit den Vertretern des JentrallbetriebSrates über die Festsetzung der Normalleistungen der Dabadarveiter und Arbeiterinnen statt. Der Generaldirektor teilte im Laufe dieser Verhandlungen mit, daß die Generaldirektion eine qualitative Verbesserung der Zigarren des Spezialtari'fes herbeiMühron beabsichtige. Diesem Zwecke dienen auch die in der letzten Zeit getätigten neuen Tadakankänfe, bei «denen nur bestes Material erworben, wurde. Einbruch in eine Synagoge. Me aus Budapest gemeldet wird, sind unbekannte Täter in die Synagoge in Tata eingebvochen und haben aus einem verschlossenem Eisenschrank den ganMN Silberfchatz der Gemeinde, Kultgegenstände aus dem 16. und 17. Jahrhundert von hohem künstlerischen Werte, insgesamt etwa 120 Kilogramm Silber fovtgeschileppt. Die Polizei forscht nach den Tätern. Eine fromme Kirchenglocke. In dem deutschen Städtchen Langenhof bei Bernstadt trägt die Kirchenglocke dl« folgende Jnschrist: „Der allmächtige Beherrscher aller Welten möge unser Glend, die internationale römisch-jüdische Korruption, als Anjtifterim des Weltkrieges überwinden 'helfen. — Der alten Heimat zum Geschenk von Otto Schmidt urib Frau, Langem Hof bei Bernstadt/' Sanatogen. Unserer heutigen Auslage liegt ein Prospekt des Rer« venstärkungsmirtels Sanatogen bei. £ Alles ist schon dagewesen, aber die wirkungsvolle Qualität von Löiven-FvanzbranmNveln mit Menthol ist von niemandem erreicht worden Ueberall erhältlich! Ins iüdistfte Hans das jtidisdke Sl&J Lurch eigene Kraft. Das Jubiläum des jüdischen Textilkönigs von Polen. Dieser Tage feierte der Generaldirektor der „Widze tver Manufaktur" Ascher Kohn sein ZOjähriges Fubi lämn als einer der lvichtigften Faktoren der Textilindustrie in Polen. Ascher Kohn, der sich durch seine ans Wunderbare grenzende Karriere den Beinamen „der jüdische TextUföttig" erworben hat, ist eine der typischen jüdischen Persönlichkeiten in Polen, die den Kaufmanns stand als eine hohe Mission auffassen und den Handel auf die Stufe der Kunst emporheben. Wie bei den meisten solchen glücklichen Ausnahmsnaturen, knüpfen sich auch «t die Familie des Ascher Kohn interessante Legenden. Sern Vater Levi Kohn besaß ein kleines Schnittwarengeschäft in Lodz, von dem er sich und seine Fanrilie nur kümmerlich erhalten konnte. Levi Kohir war ein heißer Chassid und Anhänger des Rebbe von Male, den er wiederholt aufsuchte, damit er für ihn bete. Bei einem solchen Beftlch verabschiedete sich Levi Kohn von seinem Rebbe, der ihm jedoch noch bleiben hieß. Kohn begründete seine Eile damit, daß er noch den Personenzug, der auch eine dritte Klaffe führe, erreichen wolle, da er sich nich^ erlauben kömre, mit dem Schnellzug, der keine dritte Klaffe habe, zu fahren. Der Rebbe antwortete ihm: „Bleibe. Ich will eben, daß du Schnellzug zweiter Klaffe fahrest." Levi Kohn folgte foem Rebbe. Auf der Fahrt nach Lodz sprach er in der zweiten Klaffe den Großindustriellen Baron H einzel. Sie kamen ins Gespräch und Levi Kohn beklagte sich über den schlechten Geschäftsgang. Baron Heinzel sah, daß er es hier mit einem außerordentlich fähigen Menschen zu tun habe, dessen Fähigkeiten er für seine Firma verwenden könnte. So kam Levi Kohn zur Firma Heinzel & Kunitzer, dem größten Textilhaus in Polen. Vor 30 Jahren, im Jahre 1897, wurde der damals 27jährige Ascher Kohn Direktor der Familie der Firma Heinzel & Kunitzer in Lodz. Hieran knüpft sich keine Legende, vielmehr fielen die organisatorischen Fähigkeiten des jungen Kohn allgemein auf. Ascher Kohn wurde in chassidischer Atmosphäre erzogen, zeichnete sich schon als Jüngling durch großes Wissen aus und begann seine Karriere auf dem Gebiete der Textilfabrikation damit, daß er einen Webstuhl erwarb und die Weberei praktisch erlernte. Vom Jahre 1897 angefangen, steigt Ascher Kohn von Erfolg zu Erfolg. Die Schnittwarenhändler von Polen wurden allmählich alle seine Kunden. Der Absatz' im gewesenen Kongreßpolen wurde so groß, daß die Fabrik bedeutend vergrößert werden mußte. Als im Jahre 1905 tvährend der stürmischen Ereignisse in Rußland einer der Chefs der Finna, Julius Kunitzer ermordet wurde, übertrug die Verwaltung der Gesellschaft Herrn Ascher Kohn die Leitung der Firma. In: Jahrs 1912 wurde er in der Generalversammlung der Aktionäre zum Generaldirektor der Firma Heinzel & Kunitzer, die bald darauf in „Widzewer Manufaktur" um geändert wurde. Das Unternehmen blühte in ungeahnter Weise auf. Da ftrmf der Krieg. Fast alle Fabriken wurden stillgelegt. Aber Ascher Kohn beschäftigt seine Arbeiter auch weiter, führt neue Fabriksgebäride auf rmd bereitet sich während des Krieges für die Produktion in der Nachkriegszeit vor. Um diese Zeit wird Ascher Kohn fast ausschließlicher Besitzer der „Widzewer Manufaktur". Nach dem Friedensschluß im Jahre 1919 erhält Ascher Kohn, ohne jede Regierungsbeihilfe, bloß auf seinen guten Namen und seine anerkannte Fähigkeit hin, in England einen Kredit auf 350.000 Pfund Sterling. Die bereitstehende vergrößerte Fabrik beginnt mit Bolldanrpf zu arbeiten. Anstatt der früheren 400 Arbeiter werden in der „Widzewer Manufaktur" jetzt 7000 Arbeiter beschäftigt. Ascher Kohn wird der Beherrsch'rdes Baumwollmarktes in Polen. Im Jahre 1922 wird die riesengroße Spinnerei der „Widzewer Manufaktur" ein Raub der Flamntett. Ascher Kohn verliert den Mut nicht. Mit gesteigerter Energie tritt er sofort an den Wiederaufbau der Spinnerei, die er mit den allermodernsten Einrichtungen versieht. Er erhält abermals ein englisches Darlehen von einer Million Pfund Sterling tmb Ascher Kohn ist auch heute noch der „jüdische Textilkönig" und einer der ersten wirtschaftlichen Faktoren in Polen. Ascher Kohn besitzt auch so viel Klugheit, trotz seines großen Vermögens und feiner unbestrittenen Erfolge, keinerlei Ehrenstetten im politischen oder gesellschaftlichen Leben nachzujagen. Aber er ist allen, die seines Rats bedürfett, zugänglich. Eine große humanitäre Tätigkeit entwickelt er als Präsident des Lodzer Ochens B'nei B'rith. Er blieb auch weiter der treue Jude und überzeugter Zionist, der er, seitdem er ins öffentliche Leben trat, immer gewesen ist. Ascher Kohn verkündet« erst kürzlich seine Absicht, in Paästina eine Fabrik nach dem Muster seiner eigenen Unternehmung zu schaffen, di«, wie er meint, die ganze Welt n Erstaunen setzen ivürde. Ms Sir Windham Deeds letzthin in Polen war und nach einem Besuch in der „Widzewer Manufaktur" seiner Bewund-wung über deren Einrichtungen und obersten Leiter Msdruck gab, bemerkte Ascher Kohn lächelnd: „Wenn Sie einmal, Sir Windham, Oberkommissär von Palästina werden, biete ich Ihnen schon heute meine Dienste als Handelsminister an..." Aaron Wilhelm Königswarter geiferten. Auf seinem Gute in der Tschechoslowakei verstarb im Alter von 60 Jahren Baron Wilhelm Königs- Wärter. Er war ein Sohn des Baron Moritz Königsivarter. Die Fanrilie Königswarter ist mit den Familien Nochschild, Goldschmidt und Schiff verschwägert. Der vevstorbene Baron Wilhelm Königswarter war mit Henriette Golb schmidt aus London verheiratet. Er selbst hat keinen aktiven Anteil an jüdischen Angelegenheit!«: genommen. Die Juden von Beisl. Ter Abschieosbrief des Bürgermeisters. Bor einiger Zeit legte der Starosta der Stadt Belsk in der Bialystoker Woiwodschaft, Antotti Czaikowski, wegen Uebernahme eines anderen Amtes seine Bürger- Eisterstelle Nigrer. An die jüdische Gemeinde von Belsk richtete er einen Abschiedsbrief, in welchem er u. a. schreibt: „Es ist nrir eine angenehme Pflicht festzustellen, daß ich während meiner ganzen Amtszeit bei den selbstbewußten Wischen Bürgern stets die bedingungslose Pflichttreue und Loyalität für unsere Gesetze und unser Land, wie es wahren Bürgern der polnischen Republik geziemt, beobachten konnte. Diese Grundbegriffe, ilvelche jeden freien Bürger in jebem1 Land verpflichten, bieten die Sicherheit, daß bei voller Rechtswirksamkeit unserer Verfassung, die allen loyalen Einwohnern von Polen volle gleiche Rechte garantiert, unser Land in der jüdischen Bevölkerung Patrioten gckvinnen wird, die sowohl unsere Grenzen als auch unser wirtschaftliches Leben treu behüten üoerderr. Indem ich, geehrte Herren, von Ihnen Abschied nehme, spreche ich den innigen Wunsch aus, daß der Gott Israels die jüdische Bevölkerung von Belsk und den Belsker Kreis stets beschützen nvöge." Ae fachliche Ausbildung jSdischer kmigranleu. Aus Berlin wird uns berichtet: Hiev fand vor einigen Tagen eine Beratung der Vertreter des Hias-Emigdivekt und „Ort" statt, in welcher die Frage der fachlichen Ausbildung jüdischer Emigranten besprochen, wurde. Das Reforat erstattete Ing. Fränkel. Nach eingehender Debatte wurde beschlossen, die fachliche Ausbildung der Emigranten vor ihrer Auslvanderung in den Handwerker- und landwirtschaftlichen Schulen des „Ort" in den einzelnen Auswanderungsländern durchzuführen. Es handelt sich um die Ausbildung von landwirtschaftlichen Arbeitern, Handwerkern und qualistzierten Arbeitern. Die Kontrolle über diese neue Tätigkeit wird von einer besonderen Kommission! mit Dr. B r u tz k u s an der Spitze ausgeübt werden. Vorläufig wurde?: 'für diese Zwecke 10.000 Dollar votiert!. Dr. Jakvö Snmbu! in Sarajevo gestorben. Bor kurzem stavb in Sarajevo im Atter, von 82 Jahren der angesöhene Arzt Dr. Jakob Sumvul. Der Verstorbene, der aus einer Aerztefamitte stammt — sein Vater Samuel SüMbul war bereits in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ein berühmter Arzt und Hofarzt des bekannten Fazli Pascha — gehörte zu den hervorragendsten jüdischen Persönlichkeiten in Sarajevo. Jakob Sumbul, der seine medizinischen Studien in Konstantinopel absolvierte, gründete auch die erste moderne Apotheke in Sarajevo. Sein Haus war der erste Sammelpuntt der jüdischnationalen uno zionistischen Jugend. In demselben Sinne wirken auch seine Söhne Ing. Samuel Sumbul, Architekt in Belgrad, der zu den führenden Persönlichkeiten der Juden in Jugoslawien gehört, Josef Sumbul, Direktor der Laibacher Bank in Novisad, Moritz Sumbul, Zahnarzt in Sarajevo, sowie auch mehrere Töchter des Verstorbenen. Dubnows Besuch in Palästirm. Profeffor Dubnow teilt der I. T. A. mit, daß er in diesem Jahre noch nicht seinen Besuch in Palästina verwirklichen kann. Die Palästina-Einwanderung. Im Monat Jänner 1927 sind in Palästina 181 Personen einaenmndert und 536 Personen ausgeivandert. Im letzten Jahresviertel 1926 sind m Palästina 1920 Personen eingeivandert, unter ihnen 752 aus Polen, 220 aus Rußland, 234 aus Mesopotamien, 127 aus Rumänien und 127 aus den Vereinigten Staaten. In der gleichen Zeit sind ausgeivandert: Oktober 1057, Nov>ember. 822, Dezember 642 Personen. Daö Hilfskomitee Ort-Ose-Emigdirekt in Bulgarien. Das Gemeinschaftliche Hilfskomitee Ort-Ose-Emigdirekt, welches der Träger der Idee des Mischen Aufbaues in Osteuropa ist, hat eine Aktion in Bulgarien zugunsten der jüdischen Aufbauideee begonnen. Als Vertreter des Komitees weilt dort Herr Dr. Lewinsky, um die jüdische Oeffentli-chkeit in Bulgarien über die Ziele des Gemernschastlrchen Hilfskomitees aufzuklären. Die jüdisch« Liste bei den Genieinderatswahien in Osijek. Für die demnächst stattfindenden Gemeinderatswahlen in O s i j e (Essek, Jnavsiawien) haben, wie mta gemeldet wird, au chdiesmal die Juden ihre eigene L i st e ausgestellt. Führer der jüdischen Liste ist der Präsident der Kultusgemeinde Dr. Hugo Spitzer, langjähriges Mitglied des Gemeinderates. — Bisher haben die Juden zivei Gemeinderatsmandat innegehabt. Die Peffaichfahrten nach Palästina in Amerika begannen. Bor einigen Tagen haben sich in Newyork etwa 150 amerikanische Juden an Bord der „Mauretania" zu einem Pessachvesuch nach Palästina begeben. Ein Teil von ihnen will sich in Palästina ständig niederlaffen. Fast die ganze zweite Klasse des Dampfers wurde von den jüdischen Reisenden, für welche die Schiffsgesellschast eine eigene jüdische Küche einrichtete, velegr.