Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2881 (6.3.1927)
- Date
- 1927-03-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2981969--29303-3017419- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Gien, 6rwwttiüKi Wiener Morgenzettung 1. März 1S87 Nr. 8881 Da» Wetter. Gestern ist die Temperatur im allgemeinen wieder gestiegen. Nachmittags setzte jedoch ein leichter Wind ein, der die warme Temperatur etwas herabdrückte. Nach der Voraussage ist mildes, heiteres Wetter zu erwarten, doch durfte in Bälde eine Verschlechterung eintreten. Todesfall. Herr Kommerzialrat Mir Strauß und seine Gattin Marie wurden durch den Plötzlichen Tod ihres einzigen achtjährigen Sohnes auf das tiefste betroffen. Alle Sympathien wenden sich den unglücklichen Eltern zu. Das Leichenbegängnis findet heute. Sonntag, 12 N^r mittags am Zentralfriedhofe (1. Tor) statt. Das Leichenbegängnis D-r. D. HalpeeuS. Unter starker Beteiligung fand letzten Freitag das Leichenbegängnis des Herrn Tr. David Halpern statt. Nach dein ergreifenden Nachruf, den Herr Rabbiner Doktor F e u ch t w a n g hielt, würdigten Herr Dr. G e l b a r d namens der zionistischen ArbeitSpartei „Hitachduth" und Herr Dr. Tnrtakower namens des Zionistischen LandcSIomiteeS und des Keren Hajcffod die zionistischen Verdienste des Verstorbenen. Herr Ing. Mandl sprach namens des Generaldirektors Ing. Flach und der Beamtenschaft der „Gefin". Am offenen Grabe nahmen Herr Dr. Jellinek für die Lese- und Redehalle jüdis'"r Hochschüler, Herr Stark für den jüdisch-akademischen - ästenverein und Herr Gelber für den Gesamttier jüdischer Hochschiiler „Judäa" von dem Verblichenen scliivd. Die kantoralen Funktionen versah Herr Ober?.!'.-. M n r g u l i e S. Protestkundgebung vor Tierfreunde gegen einen Im Opernkino kam es gestern bei der Vorführi, >$§ Filmes „D er Kampf der Geschlechter" und er Naturaufnahme zu stürmischen Szenen, die von den Äreichen anwesenden Mitgliedern des Tierfchutzvercines heroorgerufen wurden, weil in beiden Filmen Sticrkampfszenen gezeigt wurden. Unter den Demonstranten befand sich auch Nationalrat F o r st n e r und der '-Präsident des Tierschutzveretnes Melkns. Der Leiter des Kinos liest den Film sofort einstellen und Wache holen, die das Nattonale mehrerer Demonstranten aufnahm. Päfte für Staatenlose. Das Verkehrs- und Transitbureau des Völkerbundes, das in Gens im Beisein des jüdischen Vertreters Herrn Zevr A v e r f o n tagt, hat ficf) mit der Frage der Pässe für Staatenlose besaßt und beschlossen, daß jeder Regierung aufgetraaen werden soll, den in ihrem Lande wettenden Staatenlosen Dauerpässe auszufolgen, die den Staats» bürgerpäsfen gleichwertig sein sollen. Audi die Nansen- Pässe sollen durch die neuen Jdentitätspäste ersetzt werden. Die Beschlüsse des Verkehrs- und Transitionreaus wurden dem Bükkerbundsrat zwecks weiterer Verfolgung unterbreitet. Autoruf. Gestern mittags wurde die neue Einrichtung des „Auto- Nlfes" eröffnet, durch die cs möglich ist, Automobile vom Standplatz telephonisch vor jedes beliebige Haus zu beordern. Da im Telephonbuch die Nummern der Standplätze noch nichtverzeichnet find, werden an alle Telephonabonnenten in kürzester Zeit Verständigungen ergehen, in denen die Autornfnummern mitgeteilt werden. Keift gern die Frau, so vat' ich dem Gemahl: Echick' sie zur Arne bei dev nächsten Wahl! Dort soll sie ihre Stimme geben. And Dir bleibt dann ein friedlich Leben Mit Hnber-Esfig. Ueberau erhältlich. E Wer in vorgerücktem Atter an Beschwerden aller Art, insbesondere an Mattigkeit, nervösen Zuständen nstv. leidet, versuche das ärztlich erprobte Radio sNerin, das die geistige und Körperliche Äribeitssähigleit auffrischt und die Murzirlulation hebt. Der Nadrumgohalt wird amtlich überprüft. Depot: Apotheke Daher, Wien, 1., Wollzette 13. E Das große Geheimnis. Es kommt selten vor, daß ein Artikel die urchestrittene Anerkennung Aller sich erwerben soll. Eine solche Anerkennung bei der jüdischen Bevölkerung zu erwerben. ist besonders schwer, denn der jüdische Geschmack ist sehr wählerisch und aus -diesem Grunde schwer zu befriedigen. In einer Beziehung jedoch rst die Meinuiig aller Juden der Wel: einig. Alle, ohne Ausnahme, bestätigen, llaß die weltberühmten amerikanischen „Manischcwitz-Mazgoth" sowohl in Geschmack, Qualität wie auch in Bezug auf hygienische und rituelle Herstellung unvergleichlich sind. Es ist dieser einzig, artigen, großen jüdischen Fabrik gelungen, die früher ganz gewöhnliche Mazzoth in ein Produkt von hervorragendem Wohlgeschmack zu verwandeln. Darin liegt auch das Geheimnis des großen Erfolges der „Manischewitz-Prcs -üktionen" auf der ganzen Welt und die Beliebrheit, die sich die ..Momschewih» Produkie" in kurzer Zeit auch in Wien erworben haben. E Bürodienst. Stenographie, Maschinschreiben, Kansmäri. .asches. Beginn 7. März. Weizmann, 1. Dez.. Wollseile S. Telephon 72-206. E Für wenig Geld schöne Schuhe zu bringen, ist eine Kunst, welche die Firma Del-Ka vollkommen trifft. Beweise liegen vor un Inserat Seite 13. Reizende Frühjahrsmodclle in echtem Boxkalfleder, oäk farbig (Nußfarbe), grau sowie Schlangen- und Krolodilpressung zu-m Preise von nur S. 9190. E Herr Robert Ceschka, Chef der renommierten Hutfabrii Karl Ceschka's Söhne. Wien. teilt uns mit, daß die allerneuesten Mcl:elle für Herren.FrüUahrShüte bereitsMtzaelangt und in den Verkaufslokalen ohne Kaufzwang zuHWhtigeu sind. In Kürze wivd die Fivma „Ceschka" i-hr wjWUeS Besrandjubttäum feiern, und aus diesem Arttaß sicherlich Gegenstand zahlreicher Ehrungen sein. Der Name „Ceschka" ist im Laufe der Jahrzehme fast ein Begriff geworden, haben doch die ..Ceschka.Hüte" den Ruf der österreichischen Hutinbustrie xm gesamten In, und Auslage mikbegründet. Die Popularität der Ceschka-Hüte ist auf die gediegene Qualität und solide Preiscerechnnng der erstklassigen Erzeugnisse -urücktzuführen. Wir empfehlen jedermann, vor Einkauf von Damen» oder Herrenhüwn die Schaufenster sowie Lagerräume der Firma Ceschka, 7. Bez., Kaiserstrahe 123, und 9. Bez„ Mserstraste 6. zu besichtigen. E Die zionisttsche Dektton Prater und die ihr angeschloflene Frauengruppe gratulieren ihren Mitgliedern Frt. Sali Schneekraut und Herrn Hermann Pauker anläßlich ihrer heute stattfindenden Trauung. E Unschädliches Entfettung-mittel. Man kaufe sich in der nächsten Apotheke 4 Dekagramm Fucabahnon, davon nimmt man 2 Wochen hindurch zweimal täglich je eine Bohne nach der Dlahlzeit, hernach 3 Wochen dreimal täglich je 2 Bohnen nach der Mahlzeit, sodann wiederum zivet Wochen dreimal täglich 1 B'""" n-,ch der MMzett. Der Erfolg ist ein über»' Laschender. I! JÜJPISCIIE WEIT || Sie Rechtsqot der Jude« I« Deutschland. Bei der Beratung des deutschen Reichsjuftizctats hat der demokratische Reichstagsabgeordnete Brodaus den folgenden Fall vorgetragen: Der „Völkische Beobachter" in München berichtete im November v. I. über den Deutschen Tag in Nassau und bchauptete, die Juden seien an die feindliche Besatzungsbehörde mit dem Wunsche herangetreten, den Deutschen Tag zu verbieten. DaS Blatt schrieb: „Somit lieferten auch beim Nassauer Tag die Juden den Beweis, daß sie allein die wahren Todfeinde des deutschen Volkes sind und daß sie die französische BesatzungSbchörde lediglich als Werkzeug betrachten, mit dessen Hilfe sie die Befreiung Deutschlands aus den Klauen seiner Verderber zu verhindern suchen." Der Vorstand der Jüdischen Kultusgemeinde in Nassau stellte daraufhin in München Strafantrag. Der Staatsanwalt wies diesen mit folgender „Begründung" ab: „Es besteht kein öffentliches Interesse, wegen Beleidigung von Einwohnern der Provinz Hessen- Nassau vor dem Schwurgericht in München ein Strafverfahren von Amts wegen durchzuführen." Nun legte die Kultnsgemeinde beim Oberstaatsanwalt in München Beschwerde ein. Aber auch dieser lehnte ab mit der „Begründung", daß die Gefährdung des öffentlichen Friedens durch den beanstandeten Zeitungsartikel wegen der weiten Entfernung des Wohnsitzes der Verletzten vom Erscheinungsort der Zeitung gering zu achten und deshalb ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung nicht geg eben ist. Jetzt verlangte die Kultusgemeindc von den» „Völkischen Beobachter" die Aufnahme einer Berichtigung auf Grund des Pressegesetzes, was von dem völkischen Organ abgelehnt wurde. Darauf ivurde Antrag beim Amtsgericht in München gestellt, man solle den „Völkischen Beobachter" verhalten, die Notiz aufzunehmen und einen Strafbefehl erlassen. Aber auch diesem Antrag nmrde nicht Folge gegeben. Der Amtsrichter erklärte vielmehr, der Vorstand der Nassauer Kultusgemeinde sei n i ch t aktiv legitimiert. * Der Arzt Dr. Rudolf Döring aus Hainewalde wurde in erster Instanz wegen öffentlicher Beschimpfung der Republik zu 40 Tagen oder 600 Mark Geldstrafe verurteilt. Er rief, in dieser „Judenrepublik" könne man es zu nichts bringen, toenn man nicht Jude sei oder eine Jüdin zur Frau habe. Das Bautzener Landgericht setzte di? Strafe auf 210 Mark herab mit der Begründung, daß der Ausdruck „Judenrepublik" nicht der Staatsform, sondern dem Zustand im Reich gegolten habe, in dem die Juden eineerhebliche Rolle und einflußreiche Stellung inne hätten. Ser Etat der Berliner jüdischen Gemeinde sür 1827. Die NeprüsentantenversamnilunH der Berliner jüdischen Gemeinde wird sich demnächst mit dem Etat für 1927 zu beschäst'Mn haben. Laut dem dem Gemei'ndevorstqnd bereits vorliegenden Voranschlag haben sich die Gesamtausgaben givgenüber dem Etat von 1926 von 8,353.000 Mark auf 9,221.000' Mark, also um rund 870.000 fUiatt erhöht. Die Gesamteinnahmen sind um rund 15 Prozent gestiegen. Von den Einnahmen müssen 5,650.000 Mark durch Steuern ausgebracht werden. Mehr <tU 2y2 Millionen entfallen auf Ausgaben für Kultus- und Ritual-Angelegenheiten. Die Aufwendungen für Unterrichtszwecke und für die Uriievhaliung der Gemoindebibliothekcn betragen 1,080.000 Mark. Das Wohlfahotswesen soll mit 2,680.000 Mark dolievt werden, für allgemeine jüdische Angelegenheiten ist ein Betrag von 406.000 Mark aufgeworfen. Die allgemeine Verwaltung im Jahre 1925 wird etwas über V/2 Millionen erfordern. Im Etat erscheint erstmalig 'in diesem Jahre die Mtvilung für Jugeudpfloge. Für den' Jugendpflege-Ausschuß sind an Ausgaben 32.000 Mark vorgesehen!. In der Position „Allgemeine jüdische Angelegenheiten" erscheinen 280.000 Mark als Beitrag für d-cn preußischen Landesverband. Die Ausgaben für Gehälter und Remunerationen sind auf Über eine halbe Million Mark gestiegen. . Nagenu. Darmleldende nehmen mit bestem Erfolge '»BOMJCARBON'S zusammengesetzte Tlerkohle-Tablettert. Bolucarbon, von ärztlichen Autoritäten empfohlen, bestbewährt bei Blähungen, Aufstoßen, akuten und chronischen Magen- und Darmbeschwerden etc., sind In der Apotheke C. BRADY, Wien, Rotenturmstraße 18, Ecke Flelschmarkt, stets lagernd, wo auch Literatur gratis erhältlich ist. Postversand überallhin. Der Ratdi von Raooszice gestorben. Am vergangenen Freitag verstarb in Lodz der in der Ehastidim-Welt sehr populäre Rabbi Elttier Dow von Radoszice, ein Enkel des bettlh.nten Rabbi Baer von Radoszice, im Alter von 79 Jahren. Mchr. als 80.000 Trauernde sthrittern hinter dem Sarge. Zu seinem Nmhsolger nmrde der zweitälteste Sohn, Rabbi Chaim Ascher, bestimmt, ivährend der älteste Sohn, Rabbi Israel Josef, sein bishierigeS Amt als Raw von Radoszice behält. Der Schwiegersöhln des Verstorbenen ist der Rabbi von Suchenioiv. Ein alter jüdischer Bauer gestorben. Wie^unS aus Tel Am iw berichtet wird, starb dieser Tage einer der ältesten Bauern und Gründer der Kolonie Metulla Solomon Baswitsch im Alter von 74 Alicen. Vor 36 Jcchren nvnr er mit seiner Familie aus Pinsk u.Al)> Palästirm gekommen. Seine Frau, die ihn nunmehr betrauert, gehört zu den ersten hebräischen Lehrerinnen in Palästina. Am Tage des Leichenbegängnisses waren die Schulen zum Zeichen der Trauer geschlossen. Rabbiner Dr. Freier — Prediger der Berliner jüdischen Gemeinde. Der Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde hat einstimmig beschlossen, Rabbiner Dr. Moritz Freier zum Prediger sür die konservative Gemeindeshnagoge zu wählen. Dr. Freier, ein Absolvent des Breslauer jttdisch-cheologischen Seminars, war nach seinem Examen zunächst Rabbiner in Eschwege, bekleidete dal Großraobinat von Bulgarien ln Sofia, kehrte nach dem Kriege nach Deutschland zurück und war zuletzt in Breslau tätig. Eine Spinoza-Ausstellung in der Nationalbibliothek in Jerusalem' Anläßlich des 250. Todestages von Baruch Spinoza veranstaltete die Leitung der National- und Universitätsbibliothek in Jerusalern im Katalogsaal eine Ausstellung von Werken Spinozas und Schriften über den Phttosophen. Die Bibliothek besitzt unter anderen auch zrvei Erstdrucke von Spinoza und zwar sein erstes Buch „Die Phllosopchke des Descartes", das im Jahre 1663 erschien und die erste Ausgabe der Sittenlehre, die im Jahre 1677, in welcl-em Spinozza starb, herauskam. Ueberdies wurden auch verschiedene seltene Portraits des Philosophen ausgestellt. * Strafe für pflöchtvergeffene Familienväter. Aus Newvork wird uns berichtet: Das jüdische Mitglied des ämeriranisthen Kongresses Dickstein brachte in einer der letzten Kongreßsitzungen einen Gesetzantrag ein, der im Falle seiner Annahme für viele tausende jüdische Familien in Osteuropa von außerordenLicher Bedeutung ist. Nach dem Antrag sollen eingemanderte Männer, welche ihre in Europa zurückgebliebene Familie eriviesenermaßen nicht unterstützen, auf administrativem Wege aus Amerika a n s g ew i e s e n und deportiert werden. Der Antrag weist darauf hin, daß die Zahl der Männer, welche sich um ihre Familie nicht kümmern, immer mchr wachse. Diese herzlosen Männer seien nicht würdig in Amerika ein angenehmes Leben zu fristen. Der Antrag Dicksteins hat, wie ans Washington gemeldet wird, in Kongretzkreisen sehr gute Aufnahme ß.;: . u. Eine neue große Synagoge in Schnngl) .'. Me Londoner Blätter melden, »vtrd Ende dieses Monates in Schanghai, vorausgesetzt, daß die Verhältnisse es zulasten, die nunmehr fertiggestellte große Synagoge, Me den Namen Beth Aharon erhielt, feierlich etngewetht werden. Die neue Synagoge wurde ausschließlich aus den Mitteln der Frau S. A. H a r d o o n errichtet. Dis Baukosten betrugen 300.000 Dollar. Tie Synagoge hat 800 Sitzplätze und einen großen Lesesaal, der 400 Personen faßt. Frau Hardoon hat die Synagoge zum Andenken an ihren verstorbenen Vater Aron Hardoon erbauen lassen. Hfr«« «srwteimgaB lw> Wi«a*g noc bw die weltberühmten nec bv Palästina-Mazzoth hergeatellt unter stren| ritueller Aufsicht des „Chief-Rabbi" von Erez Israel, Sr, Ehrw. Herrn A. I. Kook, Jerusalem und Sr.Bhrw» Herrn Öberrabbiner Josef "Chaim Sonnenfeld, Jerusalem Gepackt in hygienischen Kartons zu '/, kg netto. Qeneralrepräsentanz für ganz Oesterreich; Narflaam Brofletelci, WIü. Ecsov»o8«l0g|aiMe 49, Hur« 4W&-Ä" Vlllplcmi «aioddenataad« re» ~ BB„ w«**. Afciurtaan'tfctmvtivaflfto Zionisten! Erfüllet Eure Pflicht und kaufet zu Pessach nur Mazzoth aus Erez Israel!