Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2879 (4.3.1927)
- Date
- 1927-03-04
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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V M«r, Fvettag gRAR M M WU MMOFM, m wWiff wvvpii|itiRiis «. «vrz 1927 *t. »70 =ZS JUDE ANS KREUZ! ROMAN von KURT MÜNZER i\pj»igfc» iwkr». Llhrit T«d%, Wiw - Lafewic. «W. VKVfCfraVy „Är, der fimge Herr Adler sitzt da auf der Pcvmer^roe urü» ist ein gwßer Herr geworden, was?" sagt« Rickrtl Lublin« mW setzte sich breit und klirrend von Silberfiligranschmuck. In dem schwarzen Seidenkleid vom heimatlichen Schabbes. Ihr Mann tvar tot, mW sie, mit ihren -<köch«NMersahrungen aus Tcplitz und Karlsbad und Marienbad, wo auch ihr die große Welt aufgegangen war, batte sich darauf sofort diesen Man entworfen. ®te ging mit der Tochter an die Riviera, wo sich nun, nach fern Kriege, wieder der Reichtum der Erde Kusamnrmfindeu würbe, und tvvllte dorr mit der Schöne,» ihr Geschäft machen. M« sie war hilflos, als sie nun an der Küste der-großen . Abenteuer landete. Äbel Adler sollte ihr Helsen. Sie sprach, als wäre es das Natürlichste und Harmloseste. „Sehnst, mein lieber Herr Abel, ich chib Se schon neulich gesehn uud Hab gehört, Se wohnen bei einem reichen Russen. Nu, er is gelähmt. Aber!vas schad't 's? Ob ev se möcht haben, dst Priska? Hörenst, Abele, ich Hab se nich aus den Augen gelassen./. Was solln mer bleiben arm« Leit, Herr Wler? Mein Mann, der Schmul, Gott hab'n seligwar'n guter Jid, aber ein Schaute. Hat sein Geld gegcberr für andere. Und urir stehn jetzt da! Se tun eine - Mizkvv, wermst uns helfen." Mel erschrak »richt, er kannte das L^en. Gr lachte und Udete von mwrem. Es toaren scharr Herren genug an Nickel Lubliuer her-- abgetreten, schon mttenvegs, im Zuge, hier in Nizza. Von Priska ging der Zauber lüsterner Keuschheit aus. Aber keiner hatte der Mutter genug geboten. Es mußte ein kleines Vermögen sein, das Priskas Unschuld trug. Das sollte sofort sicher angelegt werden, als Kapital für alle Fäll«, ZmS arch Zins. ' Am Abend saß Abel mit Priska unter der PÄme, der sie glich, und Nickel Lubliner redete mit dem lächelnden Pokorski, der diesmal zum Schweigen und Hören veurrterlt war. „Priska," sagte Abel, „wirklich, du willst? Weißt du — „Ach, bitte, Abel, jq, ich weiß. Und ich will. Es ist yu langweilig, das Leben. Sollte ich wirklich den Sälo» Pfeiffer in Oskretscham heiraten, den Zahnarzt, und kochen und häkeln uich ein Verhältnis mit dem. Amtsrichter, haben? . Ich will in die Welt, ich will Perlen haben und ein Him-! melbett und ein weißes Auto mit italienischem Chauffeur und um zwölf rnittags Schokolcwe trinken, pm eins aüfstchem 'Ich bin mindestens so klug 'wie du. Ich w?iß,. daß ich alles aus Romanen habe — aber ich habe, auch Dost»- stwjky und Wasserniann gelesen, — daß ich eine KleinmLchenphantasie habe. Aber, Mel, well ich ein Mädchen bin und' well ich schön bin und nicht gcarz dumm, kam^ ich dm-wllsten Phantasien verwirklicht sehn. Ich werde' bis eins in einem Himmelbett Louis ,setze liegen und mei* < neu brächnen Chauffeur küssen, twnn mein Herzog, fort-? gegangen ist; ich wer de. mir russische Mindhurwe halten und Perlen tragen, daß Prinzessinnen erbleichen. Der Her-? zog von Molina ist seit gestern Hier, heut Nacht wird xr mich in der Theaterpause sehen. Und dann. —." Ahel verstand sie so gut. - Er konnte nichts sagen. Nur: „Mer das Glück —." „Glück!" rief die - Siebzehnjährige. ,^Jch habe Phanta-; sie, aber ich bin keine Phantastin. .Seltsam: Männer blei-; denkst»- lange. unschuldig und Schwärmer. Nicksts ernüchtert sie. Glück sagt er — und blickt aufs Meer, über dem di« i Sterne ausgehn." Sie lachte mit goldener Stimme; es war wie i Gesang eines seelenlosen Wesens. „Mein armes Vaterlc! Warn die . Mutter mich geschlagen hatte, kam er. an mein , Bett und erzählte Märchen: ein Prinz wird kommen und ,Gott du Gerechter' wird er sagen, ,wie schön' ist 'das Schick-? se?, und.wird dich heiraten und mit Perlen überschütten. .i.'* Für Purim - Aufführungen empfehlen wir HAMANS IIIIIII!llllliill!|i>l>I|[.'llf|'!l!llll|ll|!lllll!lll|ll||l|ll|llll||||||||il|l!|||||!|||||||||| FLUCHT iKiDiHiKirniiiiiiiiiiiiiiiuiüiiiiMiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiifiiKiiiiiH von SAM NI Y GRONEMANN Ein entzückender, kleiner Purimscherz in 5 Szenen Ein Märchenspiel, voll launiger Einfalle, lustiger Verse und wirbelnder Situationen PREIS 1 SCHILLING Buchhandlung R. LÖWIT WIEN, I., ROTENTURMSTR. 22 Sie verstumm«. „Ja, Priska, wir waren zusammen Kinder — ,^Ja, und ich nHUte keinen Prinzen, ich wölkte dich heiraten, ^lbel... Aber-du lächeltest verächtlich Heut lächelst du noch viel schlimmer: gleichgültig_Utw wenn du wolltest —.. „Was, Priska?" „Siehst du, d,r ist der erste .Stern. — Nein, ich werde mich dem alten Herzog von Molina verkaufen... Jetzt liebt mich die Mutter. Wie ein Züchter sein Vieh liebt: er lebt von dem Ertragt. Um sie zu kränken, könnte ich ivohl nein sagen, aber es lohnt sich nicht. Mag sie den Profit haben. Ich werde genug tragen, .es reicht noch fü» sie mit. Abel — bist du noch ohne Frmr? Ach, ich glaube, es ist tödlich, dich zu lieben. Nichteinmal in dein.Auge geht man «in. Du siehst durch alle.hindurch. Was fuchst dn?^ Sie nahm seine Hand, betrachtete ste.;,WaS fuchst du. Prifta?^' Sie warf, seine Hand fort ifttb lachte stckt. „Tie Wundmale. Mel. Ich sah dich am Kreuze hangen. Weißt du noch? Damals Hab ich deine Geige gerettet. Du hast mir nie gedankt. Ja, was suchst du? Das Kreuz hinter allen Mmschen? Deine Liebe, Abel, ist sehr von oben herab. Du kränkst, wenn du liebst. Du beschämst die, die du liebst. Du läßt dich herab. Wie alt warft jou damals?" „Ich will davon nicht sprechen — „Priska!" rief Rickel Lubliner über bi« .Me«. „Ja, ich muß mich umzichen. Wir .haben heut ei .Meid gekauft, weiße Gaze. Wir habrn nur noch für drei Tage Geld... Abel, wem» ich mit dem Herzog abschließe. darf ich-darf ich vorher W dir .kommen, nullst btt | mich einmal küssen?" „Priska V rief die Mutter uns kam «liy farmtv*- schaukelt. Priska bekam kein« Antwort. - Zn diesen Tagen machte Marstr Äwxejennm aus i*:i Fahrt von Paris nach Rom Station in Nizza, um ihrer? Gatten zu besuchen. Sie brachte purpurn flammende Crchideen mit goldenen Kelchen, und das starre kalte Lächll,. auf ihrem leidenschaftlich schönen Gesicht vcrschv.md, als Kvnstantin Nikvlmtsch nach einent Glas rief und die Blu mm neben sich auf dem Fenfterbord behielt. Abel brachtr' ihm die Kristallschale, er trug einen weißen Leinenkitiiei und sah aus tvie ein Sechzehnjähriger. .Er verneigte sich vor Frau Pokorski, und sie sah zu, wie seine schönen Gei gerhände mit mtzückend männlick^em Ungeschick die Bhuixr ordneten. Er hatte sie noch nicht angesehen; ihr Blick lastete auf seinm Lwern; er fühlte sich erröten, alpend, nüe er in diesen dunklen Augen sich spiegelte. Er g'ng hinaus, setzte sich in den Garten -er Villa, die Pokorski allein bewohnte. Nach eurer halben Stunde — sie hatte sell Jahren nicht mehr so lange, bei ihrem! Mannst gewellt — trat sie aus denr Hause. In einen hauchdünne* seidenen Mantel gehüllt, in ihrem kleinen weißen Hütchen, ohne Schirm, leicht in aller Ueppigkett, schwebend, ohne §ä chcln. „Wollm Sie mit nur reisend sagte sie mid stano neben ihm. Er blieb sitzen, er sah sie an. Cr verlor sich iü itp-" Schönhell. Cr sah sie an, er lächelte so wenig wir sie. (Fortsetzung folgt.) I. Preis: Eine ..von 300 Binden II. Preis: Eise Gratisreise nach Palästina III. Preis: Fünf Dunam Land In Palästina und weitere 47 Preise -Ausschneiden. dHr,2Q 10 12 | 18 11 17 25 29 18 31 .. 31 [ 34 39 46 47 I;w H 15 fl 16 s ■ :■» ■ Sfl 20 j •j 22! in BUB 23 : B 24 fl 26 ■ ■ 27 28 I W ' ' ■ 80! i H 32 : ■ fl 83 fl U 35 ■ ■: 36 fl 37 38 | 40 m 42 | 43 fl 44 — : 46 fl | - RS 48 ■'"'i t j Ml Name-. Adresse: .... 4»<wo-fsm«n wwm •*** ....Ausschneiden BEZEXOBHUira . Wa g r e c h 11 1 WertpapiSr, 5 Oriech. mythologische Person,: 9 Weltbewegung, 12 Itäl. Musiknote, 14 Kurort In Ungarn, 15 Luit (fremdsprachig), 16 Pranzös. Artikel, 17 Musikai. Note, 20 Sohn des Zeus, 21 Nebenfluß der Donau in Bayern, 23 Oattung, 24 Titel, 25 Burgschauspieler, 27 Person aus der Bibel, 29 Vorhang, 30 Hafenstadt des alten Rom, 31 Stadt in Deutschland, 32 Zustand des Wassers, 33 Fluß in Spanien, 34 Kino, 37 Jdd. Priester, 39 Vorwort, 40 Göttin (lat.), 42 Aramäische Bezeichnung für „Vater", 44 Und (fremdspr.), 45 Sypon. für Empfindung, 47 Weibl. Vorname, 48 Nebenfluß, der Elster. DES WORTE: Senkrecht: 2 Ratschlag, 3 Jüd. Prophet. 4 Vorwort, 5 Jüd. König, 6 Männl. Vorname, 7 Musikai. Tonstufe, 8 Soviel wie Mund ( at ). 10 Synon. für „schlecht", lt Garten (hebr.), 13 Berühmter Philosoph der Neuzeit, 16 Berühmter französ. Dramatiker (16. Jahrh.), 18 Jüd. König, 19 Urteil, 20 Kartenspiel Einteilung, Tour, 22 Ungarisches Komitat am linken Donauufer, 24 Pferd, 25 Spielkarte, 26 Verneinung (fremdspr,), 28 Ausruf, 34 Vergnügungslokal, 35 Welbl. Vorname (aogek.), 36 Spielkarte, 38 Bekannte jüd. Nachrichtenstelle, 40 Artikel, 41 Hebr.Pürwt, 42 Behörde, 43 Hebr. Fürwort, 45 Abk, für „Summa", 46 Franz. Fürwort. Erklärung: Ab 13. Februar erscheint täglich in der »Wiener Morgenzeitung" ein Kreuzworträtsel. Die Diagramme sind auszuschneiden und mit Tinte oder Tintenbiei auszufOllen und zu sammeln. Am Schlüsse unserer fierie sind dann die gesammelten Lösungen samt den in jeder Nummer befindiiehett Rätselkupons an die „Rätselredaktion der Wiener Morgenzeitung0 einzusenden. Jedar Einsender kann an der öffentlich stattfindenden Verlosung, deren genauer Zeitpunkt noch bekanntgegeben wird» teilnehmen. Blätter» In welchen unsere Rätsel erschienen sind» Können jeder» zeit gegen Einsendung des Betrages in Briefmarken von unserer Administration nachbezogen werden NB. Der Beischluß des auf Seite 2 befindlichen Kupons ist unbedingt erforderlich. ^403