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Wiener Morgenzeitung · 1927-02-27 · Heft 2874 (27.2.1927) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2874 (27.2.1927)
Date
1927-02-27
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2874 Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitunx- 27. Februar im m WW D Pos ersieiii—l i«i H8VI«»» noo die weltberühmten neu hergesteift' unter streng ritueller Aufsicht des „Chtef-Rabbi“ von Erez: Israel, Sr, Ehrw. Herrn A.I.Kook, Jerusalem und Sr. Ehrw. Herrn Oberrafr&lftferJdstei Chaim Sonnehfeld^Jaffa« Gepackt ln hygienischen, Kartons zu V, kgnfetto. Generalrepräsentanz für ganz ■ Oesterreich-: ■ f . Nathan KKroeleizlci, Wien,. II.:: Eeopolslsgsas»^ 4S9 46-1-90 illlalen: UU €!■«*«■««■■*€■•*« »» — HU Und. Autfartensriraae SS Zionisten! Erfüllet Eure Pflicht und kaufet zu Pessach nur Mazzoth aus Erez Israel! Michaelis Wer die 6in Sesprdch mit der Achtrrln. Äste große dänische Dichterin Karin Michaelis, die' nach Absolvierung von drei Vorträgen. „Liebe, Ehe und Scheidung", „Glück und Unglück in der Ehe" und „Frauen unter sich" Astern abends vor dem Wiener Publikum über „Mann und Frau" sprach,.hatte das Schicksal, das jeder: an dev europäischen Kultur interessierten Menschen streift, nämlich schrn frühzeitig .mit jüdischem Wesen in Berührung zu kommen. Und sie besaß die mutige Neigung, dem Judentum auf" allen Wegen.'menschlicher Erkenntnis und Mühlsinten-. fität-ncMugehen und es. in sich Erlebnis werden zu lassen... Auf drei Linien. gelangte Karin Michaelis zum Judentum: Auf dem Wege der Liebe — schon, als Kind im'Leinen Dorf,, später als Studentin der Musik' hatte sie. jüdische Mädchen zu Freundinnen und in ihren SchnfLen giht. es. kaum ein rührenderes Kapitel als das' von den Mit-, schülerinnen im Roman „Das Mädchen mit d:n Scherben", in welchem die jüdischen Mitschülerinnen mit einer unerhörten Wärnre und tiefem psychologischem Verständnis geschildert werden.-Und in dem noch pW. teröfsentlröhten MömiM...„Das i. Geheimnis" setzt die Dichterin - jener koscheren Pension ein' DÄWM.M. der sie-'Wbäte Tage des - Leidens -urchder Föeüde verlebt hat. Auf dem Wege der Verehrung — der bedeutet die Freundschaft zu' den großen jüdischen Männern, vor allem ihrer Heimat, zu dem jüngst verstor- - bAen Europäer Georg Brandes und dem repräsentn- , Men Konpnrnisten Dänemarks Victor Benedix.-A u f dem Eege des Mitleids — das.edle Herz"der Frau empört sich gegen jedesl Unrecht, das Mensch o' er Mer angetan wird; es hat Mitleid mit den Entrechteten und Entwürdigten und fühlt es tief, daß der Jude ein Anrecht aus.Ehre, Würde und Heim hat. „Diese Wege," sagt die. Dichterin, „führten mich zum allgemeinen Problem des jüdischen Volkes, das ich das Glück hatte, in den edelsten Exemplaren.khnnen zur lernen. Ich sah bei. meiner Vorurteilslosigkeit auch die Fehler der' Juden, ward aber immer wieder gefesselt durch'ihre. Hochherzigkeit, Großzügigkeit, Menschlichkeit, durch ihren; wuiünrvvllen Familiensinn und die Hingabe an alles, was Kultur heißt. Meine Jugendeindrücke waren entscheidend.! Ich sah das große. Herz der Juden, nicht nur den. Intellekt, uNd ich empfinde die Stellung der Jude:: u: der Welt als besonders wichtig." Derart twickette sich bei Karin Michaelis eine sonoerbare. En.wicklung, die in jedem großen Menschen jüdisches Blttt wittert und wenn man ihr diesen Hang verübeln wollte, würde sie sagen: Gäbe es keine Juden, dann gäbe es auch kein Publikum;-denn jeder Jrche nimmt teil-an al .^: Kulturerscheinungen. Was den Anteil der jüdischen Frau an der' R e g e n e r a t ton des J ude n t um s und' an: palästinmsi'chen Aufbauwerk anlangt, möchte Karm Michaelis noch - nichts Definitives sagen. Bei ihrer Liebe, für die eigene Erde und Landschaft findet sie es Nur begreiflich und gerecht, daß die Juden „irgendwo zu Hau '." wollen. Die dam'chen der Zusammenhang mit dem Boden nitht fremd. Sie meint daß ein seelischer Konnex mit darErte sich^ allmählich her« auskristallisierer: und den Prozeß des, eigenen Heims beschleunigen werde. „Die besten Menschen unler den Juden sind die Zionisten, Menschen, die - nicht geneigtstick, sich irgendwo dulden zu lassen, sondern stolz und freimütig sich ' ihr Schicksal selbst bereiten, wollen.. Während aber, beispielsder Haag zur Scholle bei uns in Dänemark ein natürliche» ist, muß die Mische Frau in Europa, tvill sie sich in Pa« jC-'ö nützlich machen, ein unerhöhtes Opfer brin-eu und ih'xe Vergangenheit über Bord werfen. Die. große Kraft der F-xau im allgemeinen muß unbedingt, in Palästina im be-? sonderen, von hghnbrechender Wirkung jverden., Wenn die Juden -ine Zeit lang in engem Zusammenhang, - mit der Erde und mit der Natur sind, können sie yolflom^ mene Menschen werden. Die nächste Generation kann alle Vorzüge und keine Fehler frer jüdischen .'Raffe ausweisen." Mit besonderer Betonung sagt die Dichterin: ,,Jch habe euW Antipathie gegen jeden plumper: Nationalismu. - Trotzdem begreife ich den Zionismus, denn ich sehe ir: ihm.eine >Rest euer a t' i o n e i n e s T e i l e s d e r M e n s ch h e: t. Allerdings wünsche.ich die Jüdm nicht fort aus Europa.' Dimtt ich'finde, daß alle.Künstler im Juden ihrer Förd e r e r u n d H e l f e r sf i n de n undin das Licht 'der großen europäischen - OeffentlichM.. 'gestellt' werden. «Europa'' braucht diesen Sauerteig,, ahne' den -es ein fader. Kuchen wäre." - Und anf PaÜstina zurückkommendr „Ich wünschte, das gesamte jüdische Proletariat, die proletarischen Flauen könnten nach und' nach in Palästina angesiedelt "werden, damtt Gelegenheit gegeben sei-,- dem Sichlurgsproblem den größten, weitgespanntesten Nahmen zu ge'e.r. l Ich gä>enke, in der nächsten Zeit eine Studienreise nach Palästina zu' machenum dort persönlich die jüdische Frän'an der Arbeit ^-zuWen/" t- ' -! Zum. -.Schluß ' liest',. Karm WDWi.^urxMicken, daß sie-.in allen großen EuÄpäerN ,jüdisches^ Wesew süD,, .weil sie.ihm die -Kraft zuschxeibc,' alles,zu.vertiefen'Und zü'ver-- edelm. '; . ./; :;7 .' Wien, 27. Februar. Negenwetter.' ' , ' Gestern ist eine allgemeine Verschlechterung, des We-:ter§ ei-nigetrebon, . .stelleniwe'se gm: eim feiner - Regen .nöctzer.' Die V o r h er sä ge -lau-tet: 'Dr-M, Meide Schläge, etwas wärmer, leichbe Winde... . . .. ' ' . ' . Beethoven-Postkarten. Wie berej-:s m-itgetellt wurde, gidt die österr. Pv-stverwal« tung anlätzlich der Ge-pentsieier des 100. Todcs>t-a.'es LiHwig ter Güttvglie'itSda'uer in-Verkehr gese Die Bundeslohvanstält für orientalische Spräche» gibt bekannt: an Wochentagen cmtgege.a'genommen. In der Großstadt vermißt. AuS Leipzig erhieL-t riie Wi-ener Pällze: die De«ständ'gnng, -oaß die Private Träger.-di« sich auch Müller zu nennen p»slegt> nach Men.gereist ,uyd.,:hierim' Ho:«l „Erz-Herzog Nmner" wohnen-soll.: Die Eph-ebüngen ergaben,-daß Ge- ' nannte im Hotel.bis zrm heutigen Tage als. Mädchen namens „Enes Müller" aus Sachsen gewshin-t hat. Sie hat heu-te dach Hotel verlasse'ch oh'ne zu sä^n;-wohin sie sich'bembl.'Mrn vermutet, baß diese „Enes Müller" mit der bewmfrfcett Irmgard Träger identisch ist. Gestohlene Automaten. Vorgestern, nachts, wurden' von mehrere:: Hausern in der -.KaisevstraHtz und -der .Ne-utaugasse f.ü n-f S-.cho kock.a dea u.t oma.te.n' ahmWrert! und'.wegigsschafsi. Der Wert beträgt'je 280 Schilling. . zrulturabender jiVische« Frauen in Brattflsva. von Frau >w w | m« ii ii whw wivii mvvv „euciiiviui rich Heine, und Lässalle". Vor. Eingehen in das eigentliche Thema, spraä). Rcdnerin wärme Worte des Gedenkens für - Achgd-Ham. Fra» Dr. Hofmann entwarst spdänn die Mrfumrlstenen Chflräkterbilder der zwei großen Mischen.Menschen Heine und -Msalle. Heinrich Heine m - zeitlebens von seinem Fjidentnme 'innerlich nicht loskommende Ber- Generatlon,. die zwar nicht mehr ,, trotz. aller.Emanzipationsbestreqgen -dieses Ghetto in der Seele die siampfnatur tzaffalles, dieses des Ghetto, dieses kWren Bor» Wfers - für soziale Gerechtigkeit, der. nach blendendem «Weg Np W-erWjd. ' Dtt äußevst. interessanten, formvollendeten Aussichrungen wurden von dem zahlreich erschienenen, distinguierten Publikum Mit großem Beifall ausgenmnmen. . n Zudc tr^ter jener Wi im Ghötto aufge buchen doch M W trägt.' Demgegenüber >en Juben ap^ " in 9m* vl uJHlw r Waste feite Auf dem Weg zur Guttlottur. Eine erschütternde Sze« emigneee sich dlchse deaux' zwiscten einem Mann, der zur Gmllotlm und seiner Frau, von der er Abschied nahm. Das" mens Geantry war.zuM Tode verurteilt warten. \ den Bruder des Mannes verai-fwt' hatten. DvS Todesurteil der Frau wurde in letenSlängliches: GefSnonis umgewandekt; dem Manne wurde gestattet, bevor ei den Weg zur RichtstAEantrat, noch' einmal siine Frau zu sprechen. Als er ihr gegeyWe^. stand/sägte-er: „Dahin hast du mich also -gebracht! Jetzt müßk. du allein sehen, wie du auskommst." Die Frau brach in Dränen Nus; ter Mörder küßte sie; dann ging er festen Schrit-Wzur Guillotine und war nach einer Minute vom Leben zum $ote«fefördert. , Ein Man«, der seine Witwe teervt. Das Leben schreibt seltsame Romane. Kommt te Vieser. CTage vor dem altchrwürdigen Amtsgericht in C.e t re ein Herr zu dem in sein. NachmittagSpenium verttefvrn Beamtem Der fragt in gemesienem Amtston nach bcs* Fremden .Wünschen. „Ich Witt.die E rb scha ft me in e r Witwe antrete»!!" Der Beamte reißt die Augen aus; lmtsricliter, ich sagte schon, daß es sich um meine- MtM hanhelt!- .— „Wußte ws doch," erwiderte ter Beamte,, „dann müßten Sie also tot sein, liebe::'Herr." —^ „Sttmuck, stimmt auffallend! Bin ich auch!"' Erholt einen Zettel allster Taßhe, in dem er für tot «nd seine Ehe, f ür gelöst ' e-.rklärt totrb. Herr T. war vor Jahren nach Amerika ausgewandert und hatte iährelang - nichts von sich.- hören kaffen. Darauf Wurde et für tot erklärt. Zurück-! gekommen, galt sein erster Weg dem Gericht, um seine inzwischen verstorbene Frau, seine Witwe, z« beerbe». Damenhüle als LichtsignaU Mit leuchtenden Färben bemalte Dameri^ hüte sind die neueste' Erstheinuna' in der englischen Hütmode. Man.sieht in London hie und da schon! solche mit kleinen Silberstguren garnierte Hüte, die ick Dunkeln Phosphoreszieren.. Mit geringen.Mitteln und Ähne/ große Mü-hr ist es einet'zeichnerisch begabten Dame daounl) ermöglicht, ihren Hut zu modernisieren urrd gleich--' zeitig -das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden,', da. diese leuchtenden Hüte in der Nacht und bei W . ihre Trägerin sic!)tüar Weden lassen, was zumal in London einen nirbt zu unterschätzenden' Vorteil im. StraßenvetlM. bildet. Man wählt neben kubkstifchen Zeichnungen <f$- Hutsthmuck Muster in Strichlinien, ägyptische Figuren ober; Tiere, die in phosphoreszierenden . Farbe» auf den Wvaozen Grund des Hutes gemalt werden, Der „RateukSnig". . In D S ß'n ö ck in Thüringen starb fast.Mjahriä der äU ..Rabenkonig" bekannte Schausteller Friedrich P r i e b n tv- Bor 40 und 50 Jahren war er'durch seine merkwürdisen Tierdressuren ein Anziehungspunkt auf allen Jahrinärven Deutschlands. Er brachte es fertig einen Sperber mlt Singvögelm einen .Fuchs mit einer. Tfluve -und Katzen /mit Mälisdn zu 7 e rennt eni In 1 ei le! uni.eine) Wa MenWpe. durch'tzretste er Städte und Dörfer, begleitet-von Dö h l-e»^- die - um ihn herumflogen, in die Luft emporstlege». und auf.. lerne Zurufe, willig zurückkehrten. Der eigenartige Mann batte..'eine' red>t. romantische Jugend verlebt. Wetber hätten - ihn als Wanderburschen nach Italien verschleppt, wo.erim: Heere des König? Franz ^11.- von. Neäpell'üüd .StziWn. diente.;Jm Kriege verwundet, .- gelang es-ihm- Nach - RE zu entkommen und schließlich, auch-in die Hermät MrüklKk'ehre.n-. . - '° - . -/-/»r Wo ««bttotzf nicht hilft tzen Maw 3n einem schönen AochzeitStteid, Da soll sie es einmal probieren. Des Liebsten Hevz mit Essig z« eühres» Hub er-Essig überall erhMIUch. E Blutwallunge«, Herzbeklemmung, Atemnot, Äügstgefühl, Nervenreizbarkeil, Migräne, Schwermut, Schlasiosigkeit wnnen, durch den Gebrauch des natürlichen Franz-Jöfes."Mtterwaffers bald beseitigt werten. .WWnschaftlilhe Zeschelluügen bekrafttgen, daß das' Frünz-Jöftf-Waffer bei BerstapfunaSzuständen aller Art mit bestem Erfolge dient. E Das Alter naht und . mit ihm seine Beschwvvten.?Be-- nommenhert, Kopfschmerzen und SchwindelgefW treten.auß.- die^AÄeitsfMigkeit nimmt ab, Es gilt, den vettaMen Blutgefäßen ihre Elastizität wiederzugeten. Das seit vielen Fahren bewährte -Radios ff i e t i n -enthält reines Radiumchlorid,- welches, die verkaMe Gefätzwand aöbaut und forkspül: und-die NeEIdung gesunde» Gewebes anrpgt. Die Folge ist sine-' bessere Durchblutung des ganzen Körpers und. die' Meder- - heHtellung. der Leistungsfählg^eit.. - Der. Ratziumgchaltwird, amtlich.überprüft. Häupchepöt: Apotheke Bayer, Wienni.-Dez^ Wollzei'le 13. ' E Der . bekannte Uuiverfitätsvrofessor Dr. V. Mlatejovsty in Prag, hat zur Vorbeugung und Bekämpfung der am meisten gefürchteten Alterserscheinung, der Arteriöstlekose, ein «rfolg- >reiches Mttel gefunden, das unter dem Namen Sklerolsyrup 'infolge seiner hervorragenden Wirkung in kürzester Zeit in.'ber' ganzen. Kulturwelt große Verbreitung gefunden-. hat. .Her Sklerolsyrup setzt den hohen-Blutdruck herab, fördert die BlutzirküWon. schützt dadurch vor' Schwindelanfällen, Beklem-' mungen, Atemnot, Angstgefühlen usw. und hebt das Allgemeinbefinden. Der Sklerolsyrup ist in Apotheken erhältlich. -Generalvertrieb: Apotheke E. Brady, . Wien, 1- Bez., RotenturMstr. .l«, Ecke Fleischmarkt, wo auch Literatur stostenlos erhältlich ist? '. ' iraQiQ TAUSENDE . «nteter Abonnenten haben bereits Prämien erhallen TAUSENDE haben ihre Ansprüche'geltend gemacht und erhalle» in den nächsten Lägen ihre Prämien. Wo ist Zhr« A«meldm»g I

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