Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2874 (27.2.1927)
- Date
- 1927-02-27
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Si!' | l i i! i! £i. Februar ifißf Nr. 2874 Kaufet <tte in Geschmack txrtd Qualität unübertroffenen erstklassig aHrenommleften Schmidt - Mazzoth ( welche unter streng orthod. Aufsicht des Rabblnates der Isr. Kultusgemeinde Wien hergestellt werden. Die Mazzoth 'werden aus dem feinsten Mehl der Budapester Giselamühle erzeugt. Ueber Herkunft und nnV3 des Mehles erliegt bei mir zur freien Einsichtnahme der ytrsn des Ehrw. Herrn Jeschaje Silberstein, Oberrabbiners der aut orth. Gemeinde Waitzen. zentrale: N.BrOlletZkl,ll-,LBOPOlll$flaSSe43 Tel.46.190 Generalvertreter : Albert Körner und 3akob Welss Filialen: II., Glookengässe 22 Untere Augartenstrasse 25 OÖOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOCXX)OOOOOOCOOOOOOOOOOCOOOOQCXXXXXXXXXX?QOQC auch zu dauernden schweren Storungen in der Gehirne sphäre führt. Weiters muß Man an raumbeengende Geschwülste im Gehirne denken, die sich aber meist vorher durch Kopfdruck und Kopfschmerz oder durch Störungen im Sehakte angekündigt haben. Im Gegensätze zu der eben, vom Gehirn ausgehenden Bewußtlosigkeit faßt man den bei einem diabetischen oder 'urämischen Koma auftretetrden Bewußtseinsverlust als eine innere Vergiftung auf, die durch abnormale,. im Harn auftretende Stoffe, im ersten . Fall im Zucker, im anderen im Eiweiß, verursacht.wird. Der bewußtlose Zuckerkranke -ist durch die abnorme große Atmung und durch den Geruch : nach Azeton gekennzeichnet. Die Urämie ist die Folge einer chronischen Nierenerkrankung. Die Untersuchung des Harns auf Eiweiß und die Untersuchung des Augenhintergrundes mit dem Augenspiegel klären sofort das Bild auf. Hicher gehört auch die bisweilen bei Schwangeren auf- :tretende sogenannte Eklempsie, das ist die mit Fraisen einhergehende Bewußtlosigkeit, die eine schwere, lebensgefährliche Vergiß g des Körpers darstellt. Viel häufgier.^ entsteht aber Bewußtlosigkeit durch von außen dem Körper zugeführte Gifte- Entweder handelt es sich .hiebei um. mißbräuchliche Anwendung öder Verwechslung, -von Medikamenten, oder um Selbstmord. ..Benommenheit mit Krämpfen nach Art der. Epilepsie findet sich bei Vergiftung mit Kokain, Atropin, Absinth, Alkohol, Jodosjorm. -Besonders empfindlich gegen solche Krampfgifte sind Kinder. Die häufigste medizinische.Vergiftung stellt die mit Verona! - dar, das als Schlafmittel Verwendung findet oder die mit Morphium, das' bei allen Schmerzzuständen Linderung verschafft. Hier findet sich die bekannte Verengung der . Pupillen,. während Pupilldnerweiterung auf Vergiftungmit Atropin (Tollkirschengenuß) hinweist. Den Zustand tiefster Bewußtlosigkeit erzeugt man außer durch Schlafmittel durch die verschiedenen Narkvsemitteh wie Aether, Chloroforin. Viel zu wenig bekannt ist, daß auch eine schwere Magen-Darm-Jntoxikation, wie sie bei einer Wurst- oder Fleischvergiftung vorkommt, mit Brwußtseinsverlust einhergehen kann. Ferner wäre noch die Benommenheit bei Kohlenoxyd- oder Leuchtgasvexgiftung. zu erwähnen. Auch bei schweren Blutverlusten oder hei .Verblutungen infolge innerer Verletzung (Durchbruch eines . Magengeschwürs oder bei Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter) kommt es zu Beiummenheitszuständen. , Die Zahl der von außen zugeführten Gifte, die mit Bewußtlosigkeit einhergehen, ist Legion. Nur die wichtigsten konnten Erwähnung sindeni Aus den kurzen Ausführungen ersieht man, daß der Krankheitszustand der Bewußtlosigkeit kein so einheitlicher Begriff ist und daß die Beantwortung über die ursächlichen Momente zu den schwierigsten medizinischen Fragen gehören kann. ««»glerchrreaten für Lelbreatuer. Die Anmeldu>n.gen von Ansprüchen auf Ausgleichs, reuten nach dem Leibrentnergesetz beginnen Dienstag, den 1. März I. I. Die Anmeldung hat in. der Zeit vom 1. März bis einschließlich 31. Auguist 1927 p e r* foul ich (mch-r schriftlich) durch Len Anspruchswerber oder eine von ihm damit betraute Person unter Mitbrurgung eines 1-Schilling-Stempels zu erfolgen, und zwar in Wen beim Ministerium für soziale Verwaltung, 1. Bez., Hanmschgasse 3, zwischen 9 und 13 Uhr, außerhalb Wiens bei der poetischen Bezirksbehörde (Bezirkshauptmannischaft, Stadinmgi-- stra-t), in-deren Sprengel der Anspruchswerber wdhnt. Die -verspätete Anmeldung hat Len Verlust des Anspruches zur Folge. Bei der Anmeldung ilst vorzuweisen: Eine Bescheinigung über Len Wohnsitz (MetdezeÄol, allenfalls Lsgirimationspapiere und sonstige öffentliche Urkundey); eine Beschein.iguu'g über die österreichische B u.n d e s b ü r g e r s ch a f t des AuspruchÄverberS, die Verisicherungsürkunde (Polizze, Mitgliedsbuch); bei Leibrenten, die nicht späbesteiis im Achvö 1919 flüssig geworden sind und bei denen fortlaufende Prä« .mien gezahlt worden sind, böe- Bestätigung über die letzte Prämienzahlung (Prämienquittun-g, Bestätigung im Mitgliedsbuch); woinögÜch eine Bescheinigung über die Höhe Les Jahresoin-komäneüs -des Anspruchswepbers. GMe s Me«, Gümüag Leb« Beivudtloflgleit. rm Sr. 6aan Dm. Men Menschen bekannt ist der unangenehme Zwischenfaß, wobei ein Mensch aus völliger Gesundheit und bestem Wohlbefinden heraus plötzlich in einen Zustand der Beno-mnwrcheit oder der Bewußtlosigkeit verfällt. Die meiste« Laien verbinden mit dies«» Ereignis den Begriff des Schlaganfalles, was im allgemeinen auch richtig ist, wenn sie sich auch keine entsprechende Vorstellung von den KmnkheitSvovgängen machen können. Bewußtlosigkeit heißt Ausschaltung des Bewußtseins,, das nach unseren heutigen Kenntnissen seinen Sitz im Gehirn hat. Somit ist Bewußtlosigkeit eine Erkrankungsfotze des Gehirns. Hier muß man dann unterscheiden, ob die Erkrankung, die den bewußtlosen Zustand herbeigeführt hat, vom Gehirn selbst und seinen Häuten ausgeht, oder durch eine Fernwirkung auf baS Gehirn, etwa durch ein im Körper entstandenes oder von außen eingeführtes Gift zustande gekommen ist. Dein Bewußtlosen kann man nicht ohneweiters die Ursache der Bewußtlosigkeit abkesen. Wohl kann eine eingehende Untersuchung, die sich auf fast den ganzen Körper erstreckt, auch ohne jede Angabe über den Patienten, zu einer Diagnosestellung führen, aber eine solche Untersuchung nruß sich auf die Ohren, die Augen, das ganze Nervensystem, den künstlich entnommenen Harn (da der benommene Kranke nicht spontan den Han: entleert) und auf die Entnahme der Rückenmarksflüssigkeit erstrecken, um ein einwandfreies Resultat zu ergeben. Diese Untersuchung erforderte viel zu viel Zeit; dem Kranken muß aber, wenn ihm zu helfen ist, erst Hilfe gebracht werden. In solchen Fällen ist uns die Anamnese, die Vorgeschichte der plötzlich ausgetretenen Krankheit, der beste und rascheste Helfer. Man erfährt dann bald von der Umgebung, ob dieser Zustarid aus völlige« Gesundheit plötzlich aufgetreten ist, ob er sich von einer Infektionskrankheit, an eine Verletzung oder gar an einen epileptischen Anfall angeschlossen hat. Der Arzt wirb mich versuchen, auszuforschen, ob der Patient sich nicht ' doch in letzter Zeit etwas unwohl gefiihlt, ob er nicht psychische Sonderbarkeiten und Reizbarkeit aufgezeigt und seine Geschäfte vernachlässigt hat, wodurch sich die Aufmerksamkeit des Arztes auf eine beginnende Gehirnparatzft richtet. ' Handelt es sich um einen älteren Menschen, der in Wer Zeit über Kopfschmerzen unb Schwindel geklagt' hat, von dem gar bekannt ist, daß er einen erhöhten Blut-» brück aufgewieftn hat, so hat man es zweifellos mit einer Apoplexie, einer Hirnblutung, zu tun, welchen Zustand mau . mr Volke als Hirnschlag, bezeichnet. Eine genaue. Untersuchung wird dann auch meist eine halbseitige Läh- ' mung ftstfiäken. Ueber die Art der Herdstörungen im GehüÄ Laven auch die verschiedenen Reflexe an den Sehnen. aribden Augenpupillen auf. Letztere Untersuchung ist überhaupt sehr aufschlußreich und kann rasch die Ursache der Bewußtlosigkeit aufklären. PÜötzliche Benommenheit bei einem jüngeren Menschen^ wird, wenn sie schlagartig erfolgt, an . einen Herzfehler denken lassen^ in dessen Folge sich ein Blutgerinsel von den Herzklappen losgelöst und ein großes Gehirngcfüß verstopft hat. Entzündliche Erkrankungen des Gehirns, die verschiedene» Arten der Gehirnhauterkrankungen, so es die tuber^ klckSse öder die eitrige Form, erzeugen gleichfalls ohn^ besondere vorhergehende Erscheinungen oft Bewußtseins- Verluste. Allen bekannt ist die Benommenheit bei Kopfgrippe, die wir in den letzten Jahren erst genau studieren konnten und Wohl meist zu Erwachen des Kranken, aber nachahmlich wäre-wenn nicht nebenan, im aus'ver-' kauften Saql der Philharmonie Emil bon Sauet: ebenso perlende, ebenso schillernde entfaltete, noch leichter, schwebender, entmaterialisierter,' ein Noikokomeister, ein Goldgifeleuir. Dieses feinste Gezirkelte, präzis Gefeilteste geht dem Publikum leichter und süßer ein als' der schwere (und gewichtigere?) Lamönd Zum Schluß — nach aufregender Jagd mit dam ,^Schwarzen Zycklon", einem Nappihengst feurigste» Bluts, dem Helden eines Usafilms, der in amerikanische» Steppen und Gebirgen ein hinreißendes Tievdasein, wunderbar festgehalten, führt — Wildnis in Land/ Mensch, Tier geht großartig au-f — zum Schlüsse führt der Taumel der Woche in italisches Bacchanale Emil P-ohnke, der Herr des Berliner Sinfonie- Orchesters, spielt Casellas Italien", einen ratschenden. Hymnus auf das Mussoliniland. Mussolinimpfik...Blendend, betörend, mehr durch Klang , als Inhalt. Volkslied tönt und entfaltet sich mit fast beispiel? loser orchestraler Macht. Alles klingt mit, was Stimme hat. Ein ganzes Land, eine Nation, eine Rasse jubelt, eine große Vergangenheit — mehr noch: eine Zukunft. Der Wert dieses Stückes liegt in seiner Idee, in seinem Optimismus. Das Jnstrumentative daran ist erlernbar. Bohnke, sportlicher Mann, blonde Energie, disziplinierte Leidenschaft; kann ein Orchester ebenso ziügeln wie entfesseln. Er ziigelte essicher, als es Emanuel Feuer mann zu Dvoraks Celldkonzert begleitete. So oft man diesen jungen Künstler hört, meint man, er habe noch nie so schön gespielt wie dieses Mal.. Mit der Bluterfülltheit des Tons, der männlichen Inbrunst des. Strichs, der. Verklärung.des Musikan tischen zum MMäUchep., Und so. endet auch diese Jagd durch eine Woche Berlin in einem .Halali von Himmel, Gott und dem GWck seiner Schöpfung. E Ser beispiellose fitfolg der „Stapel-Woch:" veranlaßt das Warenhaus Brüter Schif» m a n n, 2. Bez., Taborstraße 48, diese außerordentliche Berwufs- Okkasion bis Samstag, Pen ö. NÄrz zu verlängern. S3<n> säumen Sie nicht die letzten Tatze und'decken Sie Ihren Warenbedarf zu den hier angeführten Spottpreisen: Prima Hemden^ zephir. per Meter 60 Groschen,. Prima .Wäschrhatist per . Pieter 98 Groschen, Mschtücher per Stück 46 Grvtzhen. 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