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Wiener Morgenzeitung · 1927-02-25 · Heft 2872 (25.2.1927) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2872 (25.2.1927)
Date
1927-02-25
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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k'ite 6 Wien, Freitag Wiener Morgenzsituttg 2o. Fcvruar 1927 Nr. 2872 Bühne und Kunft. Wolsgang Vorn. Ausstellung in der Buknm. junge Künstler hat feit seinem ersten Äuftreicm ln Wien emo reiche Entwicklung durchgemacht: nach dem Techm» scheu und nach der Zormewsprache hin- Der Weg von der materiellen Form zur Symbolik jeder Kunst ist ihm bewußt worden und er geht ihn, ohne zur Seite zu schielen und ohne sich darum zu kümmern, wie man „Heuer" malt. Die breite Malweise und der Wille zur straffen Komposition, die keine toten Stellen kennt, kennzeichnen sein Streben, wenn auch die inneren Spannungen bei ihm mehr in der Farbe als in der Form sich abspielen.. Sehr wichtig allerdings, daß Wolfgang Dorn sich vor Willkürlichkeiten bewahre und dem Konventionellen ausweiche, wie ssics beispielsweise bei einem Frauenporträt (zum roten Kleid komplementäres Blau des Hintergrundvorhangs) geschehen ist. Seine Liebe gehört der Lyrik im Aquarell und der Zeichnung, die alle Elemente physiologischer Charakteristik in sich birgt. o. r. Aus de» Theater«. Vperntheater. Morgen, 0 Uhr, „Die Meistersinger von Nürnberg". B n rg th e a t e r. Morgen, 7 Uhr, zum ersten Male „Z u ebener Erde und erster Stock oder die Launen des'Glücks", Lokalposse mit Gesang in vier Aufzügen von Nestroy (neue Einrichtung), Mustk mit teilweifer Benützung Adolf Müllerscher Motive von Julius Bittner. Akad e m i et hea ter. Morgen, %8 Ufit >,Sp re l ia» Schloß". Ka m m e r s p i e l e. Die heutige Urauffühcunq des Lustspieles „Benus im Völkerbund" von Rolf Lauckner beginnt Präzise um %8 Uhr. Modernes Theater. Im' Rahmen der Nachtvorstellung finden heute, morgen und Sonntag Aufführungen von „Lord Spleen", Die Peitsche und...?", „Der Herr von Nr. 13" statt. Beginn 10% Uhr nachts. Neue Wiener Bühne. Als nächste Novität gelangt Dienstag, den 1. März, der dreiaktige Schwank von Hennequin und Beber „Er mußdicEhe brechen" zur Aufführung. Theater in der Josefstadt. Sonntag, den 27; d. M., vormittags halb 12 Uhr, gelangt bei kleinen Preisen als Veranstaltung des „Theater dis Neuen" Franz Theodor Csokors „Die Stunde des Absterbens", eine Höllenfahrt in fünf Akten zur Uraufführung. Littrerabenp I. Gorsky. Ein Opernsänger, der vom Konzertpodiam aus zu fesseln versteht — eine Seltenheit auch in dem jo reichen Wiener Konzertleben. Dem russischen Daritonisten I. Gorsky glückte es, weil hier ein Temperament mrd ein geborener Musiker abseits vom jeitfr Schablone, auch in bezug ans das Programm, seinen,. Weg geht. Was. zunächst auffic-l, war die harte Schule, durch die der Künstler .gegangen war, sie unermüdliche Arbeit am reim Technischen vorzügliche Vokal isation und Ausströmen der Stimme, ohne in Manieriertheit zu verfallen; ein bravouröses Belkcmto, das der am Verersbuvger Konservatorium stu>dierte Sänger in italienischer Sie „Tote Stadt" im Schwarrbarth-Prozeb. Aus Paris wird uns berichtet: Das Verteidigungskomitee für Schwarzbarth beschloß, Rachel Feinbergs Memo iremverk „Die Tote Stadt" aus. dem Jidbischen ins Französische zu übersetzen und dem Gerichtshof als Beweismaterial vorzulegen. Durch die durchaus authentischen Aufzeichnugen in:der „Toten Stadt" werde das Gericht ein klares, wahrheitsgetreues Bild über die Vorgänge in der Ukraine zur Zeit der Petljura-Herrschaft erhalten. ' Me SSiieinnn der Handwerks unter de« 8«den im Lften. Sechstausend Juden, Kinder und Erwachsene, haben tm Jahr 1926 in den von der amerikanisch-jüdischen Gesellschaft „Ort" zur Verbreitung der Handwerke und der Landwirtschaft unter den Juden in. Polen, Rußland, Rumänien, Litauen und . Lettland erhaltenen Gewerbeschulen ein nützliches Handwerk erlernt. Aus dem vom Sekretariat des „Ort" dieser Tage veröffentlichten Berichte geht hervor, daß der größte Teil dieser „umgeschichteten" Ju-. den, di? bisher „Luftmenschen" waren, das Damenschneider-, Schlosser-, Mechaniker-, Zimmermanns- und Tischlerhandwerk #u ihrem künftigen Beruf gewählt haben. Unter den Absolventen der Ortschulen findet man weiters viele Herrenschneider, Schuhmacher, Uhrmacher, Optiker, Eisenarbeiter, Formgießer, Metallputzer, Bienenzüchter, Photographen, Schriftsetzer u. a. Die Schüler waren zur Hälfte Schulkinder und zur anderen Hälfte Erwachsene. Hebräische Irinderliteratur aas der Pariser Ausstellung. Die Paristr Schriftstellerakadomie veranstaltet eine internationale Ausstellung von Jugendliteratur Die jüdische National- und UniversstätLbibliothet in Jerusalem sandte auf Einladung der AusstellungSleitüng gleichfalls eine Auswahl hebräischer Jugendbücher. Dieser Tage erhielt die Bibliothek ein Schreiben der Ausstellungsdirektion in Paris, in welchem diese für die Sendung dankt und versichert, daß die hebräischen Jugendbücher sowohl wegen ihres Inhaltes als auch wegen ihrer schönen Aus, stattung und Illustrationen eine Zierde der internationalen Ausstellung bilden und als Muster moderner Argendbücher gelten. Schule sich zu eigen gemacht hat. Das Programm beherrschten Tschailowfth, Dorüdin, Kudrln, Mussorskh, Kalinikow unv Arensky, daneboii blühte Richavv Srrautz' ^Zueignung". Im Russischen echt, iM Europäischen von evensolcher Beseel.heU hatte Gorsky sie zahlreiche Zuhörerschaft bald auf seiner Seite. Die mitwirke-nde Frau K l e i n - W e i tz b e r g t r gab dem Niveau des Sängers nicht nach. In ihrem Programm fitücrt besonders die „Melödies habraiques" Von Ravel und die „Volksweise" des jungen Wiener Komponisten Franz Mittler auf, der sich auch als ausgezeichneter Begleiter bewährte. Auch ihm galt neben dem Säilgerpaar der stürnrische Verfall eines kunstverständigen Publikums. Es war ein stimmungsvoller Abend. or. Die Opernwoche. In der kommenden Woche erscheinen folgende Werke kn Repertoire: Sonntag, den 27. d., „Die Königin von Saba", Montag „Intermezzo", Dienstag „Wiener Walzer" — „Puppen fee" — „Sonne und Erde". Mittwoch „Margarete". Donnerstag E r sta u ff ü h r u.ng von Paul Hindeniths „Card i 11 a c". Freitag „A i d a", Samstag „Intermezzo". Vereine, BortrSge «nd Bersammlaagea. Zionistische Jugeudorganisation Prater. Jungstr. 8. Heute, 8 Uhr, Referat im Seminar: .Theorie und Geschichte des Zionismus", Sonntag, %8 Uhr, Vortrag. — Zionistische Sektion Brigittenau. Heute, halb 8 Uhr abends, im Veremslokale, 30. Bez., Jägerstraße 30, Vortrag: Dr. Go Idstein, über „Midrasch". — Maimonides-Jnftitut, Wien. Morgen, 3—4 Uhr: Dr. A. Kaminka: „Kultus, Priestertum und wahre Religion". Montag. 6—7 Uhr: Dr. A. Ka-mmka: „Das Buch Micha". 7—8 Uhr: „More Nebuchim: Willensfreiheit und Schicksal. Sine Milliardenklage Basels. Die Geschichte von 10.000 Unionbank-Aktien und zwei Deckkonii. DaS Bankhaus S. B o s e 1 hat gegen die Dankkommanditgesellschaft B. Fuchs u. C o. in Prag beim Wiener Handelsgerichte einen Prozeß angestrengt, mit tvelchem es aus gegenseitig«: Geschäftsverbindungen den Ersatz von rund 7 Milliarden Kronen und 73.000 rsch. Kr. begehrt. Aus der Klage geht hervor, daß die GsschäftSvebbindung zwischen den beiden Banken im März 1928 ausgenommen wurde. Am 24. September habe die Beklagte 10.000 Stück Unionbank« akti-en zu einem Kaufpreise von einschließlich der Umsatzsteuer und der Courtage von 380.335 Schilling übernommen. Die ,10.000 Unionvank-Aktien , wurden unter dem Deckkonro ,.F r ied r i ch La ng" hinterlegt. Die Beklagte disponierte über dieses Konto bis 1928. Aus den Geschäften habe sich mit dem Stande vom 16. August 1926 ein Saldo zugunsten der Hauses Basel in der Höhe von 705.226 Schilling ergeben. Am 9. Februar 1924 errichtete das-Bankhaus Bosol unter dem' Decknamen „S i e g m u n!d König" ein Konto tn Prag, das . ebenfalls mit dem Stichtage des 15.' August 1626 einen Saldo von 348.774 tsch. Kr. zugunsten des Bankhauses S. Basel auf-wies. Nach Gl at Stellung aller gegenseitigen Geschäftsverbindungen resultiere aus den beiden Deckkonti für 78.0»« Wische Farmer la Amerika. Dieser. Tage erschien der 27. Jahresbericht der Agricultural Society, des unter dem Nam?n B ron H'rch-Ge ell.ch. f.! e an t n Ve> - bandcs der jüdiß-.-en Farmer in Amerika, dem wir die folgenden interessanten Daten entnehmen: Im Laufe der 27 Jahre ist die Zahl der jüdischen Farmer in Amerika von 1000 auf 75.000 angewachsen, welche zusammen eine Million Acker Boden bewirtschaften. Ter Gesamtwert dieses jüdischen Farmlandes wird quf mehr als 100 Millionen Dollar geschätzt. Zu den wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft gehört die Bewilligung von billigen und langfristigen Krediten. Im Jahre 1926 haben 464 Farmer durch solche Kredite eine vorübergehende Krise überwinden können. Wichtig ist auch, daß die Gesellschaft landwirtschaftliche Sachverständige in die Farmeir entsendet und die jüdischen Farmer sachlich aufklärt. Auch Stipendien für die Kinder jüdischer Farmer in Yen staatlichen Schulen gewährt die Zentrale, die neben dem jü>dMen Fachblatt „Der jüdische Farmer" auch landwirtschaftliche Lehrbücher und Aufklärungsliteratur herausgibt. Ein Einkaufbüreau. regelt für die jüdischen Farmerden rationellen Einkauf des-erforderlichen Saatgutes, der Maschinen und sonstigen Bedarfsartikel. Ebenst) kümmert sich eine eigene Abteilung um die ständige hygienische Verbesserung derZustände in den Farmen. Tie meisten jüdischen Farmen sind durch ihre Gesellschaft in die Lageversetzt, ihre Kinder, in jüdische Schulen zu schicken, während ihnen selbst jüdische Zentren zur Verfügung stehen. rar erste hrblMche Such la latelalscher reachchrlft. Aus Jerusalem me.üet I. T. A.: Der Redakteur Ben Awi gab eine Biographie seines verstvrben-'n Vaters, des hebräischen Sprachforschers und Verfassers deS „Thesaurus" Ben Iehuda, in hebräischer Sprache, gedruckt in lateinischen Letjern, heraus. Gs- U dies W eM tot lateinischer Schrift erscheinende he- MM Buch Bosol eine Schilling- und Tschechenkronensoocerung in der Höhe des Klagepunktums. Diese Forderung wirb nun im Klagoivege geltend gemacht und überdies die AuSfolgung von 25 Poldihütte«, 276 Alpine Montun-, 2620 Unionbank-, 6 Verkehrsbankaktien, 200 Bulgaren«, 450 Koliner Dünger«, 200 Krizik- und 120 Pilsner Braüaktien begehrt. Die Beklagte hält dieser Forderung entgegen, die gegenständlichen Geschäfte seien lediglich Herrn Bedrich Fuchs angegangen. Es seien unerlaubte, verbotene und rechtsungültige Geschäfte gewesen. Die 10.000 Unionbank-Aktden betreffen einen Akt der Dankbarkeit des Präsidenten Basel gegen de* Börsenrot Bedrich Fuchs. Er wurde von Basel ersucht, Regulierung der Kurse der Unionbank-Aktien an der Prager Börse durchg'.-führen. Bedrich Fuchs besorgte dies ohne irgendcine Gegenleistung. Er ließ Bosel auch an oin-em Syndikate in KrizikllM D«nek-Aktien partizipieren, an welchem Basel 280.000 tsch. Kr. l^crdientr. Bedrich Fuchs habe ferner dem Präsidenten diskrete Dienste geleistet, von denen die Beklagte vorläufig noch keinen Gebrauch machen wolle. In Anerkennung dieser Verdienste habe Bosel Bedrich Fuchs 10.000 Unionbank-Ak:ien, die syndiziert waren, gegeben und ihm dabei versiöjert, der Kurs werde auf 500.000 Kronen steigen, ein Verlust sei ausgeschlossen, ikbrrdicö ncrpslichke er sich, die Aktien zum Origirralkurse jederzeit zurückgunehmen. Dies war im 2ept>ember 1923, wobei Fuchs erwiderte, das Geschäft verstoße gegen die tschechoslowakischen Deviseuvorschriftcn. Daraus habe Basel den Ausweg mit' dem Deckkonto vorgcschlagen. Daraus gehe hervor, daß es sich um ein rein persönliches Geschaft zwischen Bosol und Fuchs hand>le. Jur Durchführung der beiderseitigen Beweise wurde die Vcrhmidlung vertagt. Anzestelltenkantkonrn al« Vetrlrbskatzital. Gustav Matthä, ein tochnif.hor Beamter, ging mit seinerQuartiergeberin ein LiebeSve h'iltnis und eine Handelsgesellschaft ein. Er gründete die „L^ohd-Handelsgesellsthaft" und zog als Mitarbeiter den oftmals rvegeu Betruges und Diebstahls bestraften Johann Marek, einen Sohn des ehemaligen Finanzministers, so-rle den angeblichen Wurstfabrikantcn Valentin T sch e v a u s bei. Das Gründungskapital verschaffte sich Matthä dadurch, daß er seine Freundin veranlaßte, ihre Wohnung zu verkaufen. In dein Bureau des Lloyd wurden zunächst merkwürdige Transaktionen zur Gvnnnnung einer Schreibmaschine durchgeführt. Auch kamen der Wohnnngseigentümerin Schmuckstücke im Werte von ungefähr 2000 Schilling abhanden. Matthä gestand später, die Shmucksachen gestohlen zu haben. Bet der Veräußerung war ihn der Kaufmann Otto Josef Singer bch'lflich. Im Mai 1923 gründeten Matthä und Singer eine Fabrik zur Erzeugung chemischer Ptoduktcs-' die „C h e in i a g". Das Geld für den Betrieb verschafften sie sich durch Kautionen von Angestellten. Sie gründeten in den vers.hiedenen Bezirken Repräsentanzen, Rcchnungsabteilungen, Zweigniederlassungen, - wobei nattirlich die Angestellten nichts zu tun hatten. Die herausge- ' lockten Kautionssummen beliefen sich auf 18.000 Schilling. Schließlich hatte Singer auch durch eine Heiratsannonce die Bekanntschaft einer woh tätigen Dame gemacht die ihn als Betriebskapital 9000 SchMng vorstreckte. Ein Cchösfensenat verurteilte die rvegen Betruges und wegen ' Diebstahls Angeklagten Matthä und Singer zu'je - vier Jahren schweren Kerkers. Das Verfahrengegen Marek und Tschebaus wurde ausgeschieden. Eine Preßklage gegen die „AE«iter-Zeitung". Gestern fand vor dem Strafüezirksgericht 1 eine Preßklage des Scl/riftstellers Sigmund Kaff gegen den verantwortlichen Redakteur der „Arbeiter-Zeitung" wegen Vernachlässigung der pflichtgernäßen Obsorge statt. Gegenstand der Klage bildete ein am 30. Oktober v. I. in der „Arbeiter- Zeitung" erschiener Arttkel, in westliem von dem Kläger behauptet wurde, daß er zur Heldengalerie der Gewährsmänner der bürgerlichen Publizistik gehöre, daß er von der sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen sei und daß or von einem alttestamentarischen Rachebedürfnis beseelt sei. In der Klage wurde ausgeführt, daß diese Auwürse vollkommen unrichtig seien. Der Vetteidiger des beschuldigten Redakteurs Dr. Oswald Richter führte aus, daß in den inkriminierten Aeußerpngen objektiv der Tatbestand einer Ehrenveleidigung nicht gelegen sei. Der Rsihter verurteilte aber den Redakteur in vollem Umfang der Preßklage zu einer Geldstrafe von 50 Schilling, eventuell zu 48 Stunden Arrest. Ware für Expenfen. Nach der Konkursordnung können Rechtshandlungen wegen Benachteiliaungsavsicht des Ge- 1 meinschuldners, wegen Vermögensverschleuderung und wegen Begünstigung angesochten werden. Eine . Sonderbesttuzmung sagt aber, .daß Leistungen auf Grund von Einzelverkäufon im gowerbsmäßigen Betriebe nur anfechtbar sind,; wenn eine Benachteiligungsabsicht gegeben ist. Diese Bestimmung bildete zum erstenmal oen Gegenstand einer Entscheidung des Obersten GerüchtShoses. Dr. Leo Munk als Maftevevwalter im Kovkurs des Kaufmannes Leopold Weiß' sah sich veranlaßt, gegen einen anderen Anwalt eine Klage einzuvrlngen, weil dieser wenige Wochen vor der Insolvenz des Sck)nldners Waren aus dem Gesck.'äfte des Kridatars bezogen hatte, diese aber nicht bezaUte,- da ihm eine Gegenforderung an Expensen gegen den Geineinschuldner zustand. Die erste Instanz entsrhieo zugunsten des Klägers, die zweite Instanz gab der Berufung des Beklagten Folge und hob das angesochtene Urteil auf, allerdiugs unter Vovöi'HUt eines Revisionsrekurses. Streitentscheidend sei, ob die Kompensation ver Kaufschillingsforderung mit der Expensen« forderung zulässig sei. Dies müsse bejaht werden. Dem seitens des Klägers gegen diesen Beschluß eingeörachten Rekurs hat nun der Oberste GeMtshof Folge gegeben. Eine Kompematton, führte der Oberste Gerichtshof aus, stellt sich auch dann als anfechtbare Begünstigung dar, wenn von vornherein nicht die Absicht bestand, die Ware gegen Kompensation zu bezichrn. Der Kaufvertrag ist ein normaler geivesen, aber das Rechtsgesthäft wurde dadurch anfechtbar, daß der Beklagte der KauMitlingsforderuna seine Expensenforderyng kvmpen'ationSweise geg-nülierstellte. Auf Grund dieses BeMu ses hat die zweite Instanz die Be- Nlfung zurückgewiesen. JÜDISCHE WE1Y

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