Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2863 (16.2.1927)
- Date
- 1927-02-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 286 Wien, Mittwoch Wlsrrer Msrgenzettiurg 16. Februar 1937 GökdeS BerlSngeknng verSluvieodauer an derWieaer rieriirzttlchea Hochschule. Um «ine Ungleichung an die tierärztlichen Hochschulen in Deutschland zu erzielen, an welchen die Studiendauer neun Semester beträgt, hat das Professorenkottegium der Wiener tierärztlichen Hochschule beschlossen, dem Unterrichtsministerium eine gleiche Verlängerung der bisher geltenden Studiendauer von acht Semestern vorzuschllagen. Diese Verlängerung, die schon seit mehreren Jahren geplant war, wird voraussichtlich schon für das nächste Studienjahr, d. i. vom Herbst 1927 an, zur Geltung gelangen. Wien. 16. Februar Das Wetter. Gestern herrschte ziemlich starker Frost. Nach der Voraus, sag« sind ziemlich große Wetteriunterschtede zu erwarten. Einstellung der passiven Resistenz ln den BundeSmontanüctrieben. Am 4. d. M. haben die Angestellten der BundeSmontanbstriebe von Häring, Kirchbichl und Brirlegg in Tirol mit der passiven Resistenz eingesetzt. Zwischen den Vertretern des Bundes der öffentlichen Angestellten und der Regierung ist nun in den meisten Streitfragen eine vollständige U e herein st i m mu n g erzielt worden, weshalb gestern die passive Resistenz in den Bundesbergbaubetrieben e i n g e st o l l t wurde Verbesserungen der Juvalideufürsorge. Am Donnerstag wird im Nationalvat.die gestern vom Ausschuß kür soziale Verwaltung beschlossene neunte Novelle zum Jnvalidenenqchädignngsoesetz zur Verabschiedung gelangen. Der Ausschuß fügte m das Gesetz einen neuen Absatz ein, der den Witwen nach Hilflosen und Kriegsblinden die Witwenrente auch dann gewährleistet, wenn die Eye mit dem Hilflosen nach dem l. Mai d. I. geschloffen wurde. Auch für Kinder, di« aus Jnvalidenehen stammen, die nach dem 1. Mai 1927 geschloffen wurden, wird ein Zuschuß zur Rente wie biÄer bezahlt. Falls ein Invalider mit dem Ergebnis der ersten Begutachtung nicht einverstanden ist, kann er eine neuerliche Begutachtung seiner Invalidität verlangen. TodeSsturz beim Fensterputzen. Die 4Mhrigr Postoberoffizralsgatti-n Luise Transchke gig 8 sltvD-pSA-irvV SunuMW asatz; ui uasgsv sryoai Fenster putzen. Sie stieg auf das Fenstevbrett und wollte dorr das Seil am SicherhettSgurtel, den sie schon umgeschnallt hatte, befestigen, wurde jedoch von Schwindel befallen und stürzte drei Stockwerke tief auf vie Straße. Die RettungSgesellschaft fand sie schon tot vor. Wiederauffinkmng der vermißten Bürgcrschülerin. Die vorgestern als vermißt gemeldete zwölfjährige Bürgerschülerin Rosa V e n ch i a r u t t t wurde gestern vn Wiener- Neustadt aufgegriffen. Die Eltern wurden hievon benachrichtigt und baden sich nach Wiener-Neustadt beoeben, um dort das Kind abzuyolen. Explosion eines Spiritusbrenners. Im ArbertSlosenamr auf dem Margaretengürtel erfolgte gestern, als »rer Beamte Josef Jersbek einen Spiritusbrenner anzünden wollte, eme Explosion, durch die Jerakel Brandwunden im Gesicht, an den Armen und Händen erlitt. Die Nettungsgesellschaft brachte ihn in das Spital. Der Schrecken von Döbling. Der Lvsahrige ehemalige Privatbeamre u<nd jetzige Hilfsarbeiter Johann V e c e r a. der m der Baracke 2ül in der Grinzinger Allee wohnte, wurde gestern wegen fortgesetzten Ueiberfällen auf Frauen un>? Mädchen verhaftet. Er Hai m der letzten Zerr, zumeist^des Abends, wiederholt Frauen in anstößiger Weise belästigt und dies bei seiner ersten Anhaltung mit einer vkranthafteu erotischen Veranlagung begründet. Nun haben sich seit seiner letzten Freilassung aber neuerlich solche Ueberfallsszenen abgespielt. bei denen eS klar wurde, daß der Ueberfall nicht so sehr rer Person, als vielmehr dem Handtäschchen derselben zugedacht war^ V e c e r a wurde verhaftet und er gab zu, es in zwei Fällen auf das Täschcban der Ueberfallenen abgesehen zu haben. Er wurde dem Lande?' geeicht eingeliefert Kuppelei in einer Stabtpension. Seit einiger Zeit sind der Polizei von verschiedenen Seiten Anzeigen zugegangen, daß die als „Tänzerin" gemeldete Steffi Lorand (dies ist der Künstlername) ihr in der Pension Zentral m der Kävninerstraße 33 gemietetes Zimmer zu kupplerischen Zwecken mißbraucht. Nachdem Beobachtungen Mi Stich hültißteit dieser Anzeigen bestätigt hatten, schritt die Polizei kürzlich ein, verhaftete Frau Lorand und lieferte sie dem Bezirksgerichte ein Sie hat zugegeben, in ihrem Zimmer Rendezvous zwischen Herren und Damen vermittelt und daraus Borteil gezogen zu haben Gegen sie wurde die Anzeige wegen Kuppelei und geheimer Prostitution erstattet. Die Inhaberin der Pension stellt ihr Mtwiffen an diesen Vorgängen in Abrede, doch wurde sie unter dem Verdacht der Dorschubleistung zur Kuppelei dem Gericht zur Anzeige gebracht. Eintragung polnischer Staatsangehöriger in die Staatsbürgerschastsregister. Die Konfularabteilung der Gesandtschaft der Republik Polen in Wien gibt bekannt: Die in Oesterreich ständig wohnhaften polnischen Staatsbürger werden in ihrem eigenen Interesse aufgefordert, bei der Konsularabtei-lung der Gesandtschaft. Wien. 3. Bez., Rennweg 1, Mezzanin, Tür 4, entweder persönlich an Wochentagen zwischen 10 und 12 'A Uhr wegen Eintragung in die Staalsbürgerschaftsregister vorzusprechen oder auf schriftlichem Wege die Eintragung zu bewirken. Die Eintragung erfolgt kostenlos gegen Beibringung eines Nachweises der polnischen Staatsbürgerschaft und nach Vorlage von Personaldokumenten. Minderjährige bis zu 18 Jahren werden gemeinsam mit den Eltern eingetragen Die „Großmutter der Revolution" gestorben. Nach einer Meldung der „Bvpsischen Zeitung" ans Leningrad ist eine der bekanntesten rusiischen Revolutionäre. Angelika Balabanowa. die rm Äolksmimve die „Großmutter der Revolution" genannt wurde, im 84. Lebensjahr gestorben. Sie hat 1871 in ParrS an dem Aufstand derKommune tellgenommen Bon früher Jugend an >-<".ste sie als Agitatorin durch Rußland, Oesterreich, England Italien, wo sie viele Jahre unter den Landarbeitern verbrachte. Diebstahl' nach dem Kalender. Vor einem Londoner Gericht stund dieser Tage ein Mann unter der Anklage, zahlreiche Äutodiebstähle verübt zu haben. Der Verteidiger machte daraus aufmerksam, daß all« diese Diebstähle an einem Dienstag geschehen seien; die Feststellung der Tatsachen durch daS Gericht ergab denn auch, daß der Angeklagte feit drei Monaten nicht einen einzigen Dienstag hatte vorübergehen baffen, ohne ein Auto zu stehlen. Der Verteidiger behauptete. diesei nur al- Ergebnis einer krankhaften Zwang-« yorftelliung zu erklären und voantragte daher mit Erfolg eime Untersuchung seine- Klienten auf sch«« Aeliksmstmch ■OBBS I. Wl LDPRETMARKT1 bbessese Der Uogtzk, der Perlen wiederüelebt. Aus Paris wird gemeldet: Bor dem Gericht hatte sicl) der in Paris wohlbekannte indische AoM Barmar zu verantworten. Der Aoght, der durch seine Massagek Ü n st e sich großen Ruhmes erfreute und für dessen Kuren vielfach Fremde, insbesondere aus England nach Paris reisten, beschäftigte sich auch mit der Wiederbelebung abgestorbener Perlen. Er war wegen Kurpfuscherei angeklagt. Die medizinische Fakultät hatte ein für Barmar ungünstiges Gutachten abgegeben. Er könne, heisit es darin, einen Nerv nicht von einer Sehne unterscheiden. Eine ganze Reibe von beugen, darunter hohe Beamte und auch drei Aerzte, erklärten, von Barnrar geheilt worden zu sein. Als jedoch die von der Anklage geführten Zeugen aufgerufen ivurden, die bei Barmar keine Hilfe gefunden hatten, erklärte dieser, in jeder ärztlichen Praxis würden sich wohl gleichfalls derartige Zeugen finden. Der Präsident der AVvokatenkammer Robert, hatte selbst oie Verteidigung übernommen. Das Urteil in dem Prozeß, der in der Pariser Gesellschaft großes Aussehen hcrvorruft, wird in acht Tagen verkündet werden. Der neue „LehmanU", „Wiener Adreßbuch 1927." Nicht allzu groß ist Me Zahl der Bücher, die verdiensn, ald unentbehvlich bezeichnet zu werden; unter den wenigen aber wird wohl jedermann — vor allen der Geschäftsmann — dem Wiener Äoreßbuche, Lehmanns Wohimngsanzeiger, einen bevorzugten Matz einräumen. Es ist erstaunlich, was auf den 3000 Seiten dieses zweibändigen Werkes alles zu finden ist: Das Namensverzeichnis. das alle einen aigenen Hausstand führende Wiener Einwohner registriert, das Firmenverzoichnis, das nicht nur alle Wiener Firmen und irgendwie geschäftlich ' tätigen Unternehmungen in alphabetischer Reihenfolge cmfühvt, sondern sie auch nach den verschieoenartilgen BövusszweijM gruppiert, das alphabetische Verzeichnis der Straßen, Gaffen und Plätze Wiens nebst den Verbindungen der elektrischen Stwaßenbahnlinion, der farbige Stadtplan von Wien nebst Planbuch, das Verzeichnis aller Behörden, Aemter. Anstal-ten, Vereine und vieles, vieles andere noch, worüber sich jeder im Evwerbsloben Stehende täglich, ja stündlich, zu informieret genötigt ist. Der .Lehmann" ist soeben rm 68. Jahrgang erschienen und gibt Zeugnis von dem Bemühen des Verlegers, der Geschäftswelt rin zuverlässiges und erschöpfendes Nachschwgewerk zu bieten. Das Wiener Adreßbuch 1887, Lehmanns Wohnungsanzeiger, ist zum Vreise von S. 4b— durch die Oesterreichische Anzeigengeiellschait A.-G , Wien, 1. Bez., WAdPretmarkt 1, Dellephon 02.5.85 Serie, sowie durch alle BuchhanAungen zu beziehen. E „Reformation" gilt auf der ganzen Linie, eine Reformarion ist Lcwen-lFrangbranntwein mit Menthol. Ueberall erbälllichk 1ÜD1SCIIC WEIT Sr Profeffor 8'nstek« am d-m Kuratorkum der Jerusalemer UnlverWt ausgeirete«? Das Newyorker Organ der Hiiachduth Zeire Zion „Far'n Folk" bringt in seiner Nummer vom 4. Februar die von keiner anderen Seite bisher bestätigte Meldung, daß Professor Einstein seine Stelle im Kuratorium der hebräischen Universität in Jerusalem niedergelegt habe. Eine zionistische Landesorganisation ln Unzarn. Budapest, 15. Februar. (I. T. A.) Nach eingehenden Verhandlungen mit den Behörden konnte man zum erstenmal in Ungarn an die Gründung und gleichzeitige Konstituierung einer zionistisch:« Landesorga..isation in Ungarn schreiten. Zwar sind die Statuten offiziell noch immer nicht bewilligt, doch hat die Polizeibehörde'die Gründung und Konstituierung der Organisation vorläufig zur Kenntnis genommen. Zum PrLsid.nten^der Land^sorganifation wurde Dr. Ostern, züm Vorsitzenden des Landeskomitees Dr. Nissan Kahan gewählt. Die Wahlen wurden von einer Massenversammlung vorgenommen, der ungefähr 1000 organisierte Zionisten beiwohnten. Bsi der Gründung wirkte der Generalsekretär der zionistischen Weltexekutive, Herr Israel Cohen aus London, mit. 8iu christlicher Märtyrer de» „chrlftlichuatlormieu" Kurier. Vor einigen Tagen starb in Budapest das Mitglied der Stadircpräfentanz und ehemaliger Rechtskonsulent der Stadt Budapest Dr. Dalthasar Keönch. Der Verstorbene gehörte als einer der wenigen christlichen Liberalen und Beamten zu jenen, die wegen ihrer Judenfreundlichkeit vom christlich-nationalen Kurs kurzerhand entlassen worden waren. Das Verbrechen des städtischen Anwaltes war auch ein sonderbares. Im Jahre 1910 erschien in Budapest ein Pamphlet des berüchtigten Fälschers Alfons Luzsenskh, das unter dem Titel „Die ungarische Uebcrsetzung des Talmud" eine Sammlung der ausgesuchtesten, verwerflichsten Fälschungen und Erdichtungen von Talmudstellen darstellte. Jüdische Gelehrte haben damals die ‘ Fälschungen sofort nachgewiesen und überdies einwandfrei festgestellt, daß Luzsenszky, der behauptet hatte, die Uebcrsetzung aus dem original-hebräischen Text des Talmud besorgt zu haben, nicht nur kein Wort hebräisch verstand, sondern überhaupt nicht hebräisch lesen konnte. Damals erschien in einem der jüdischen Blätter von Budapest eine Zuschirift des städtischen Anwaltes Dr. Balthasar Keönch, der tatsächlich sich mit hebräischen Wissenschaften befaßt hatte, ein Kenner des Talmud war und als solcher mit scharfen Worten die niedrigen Fälschungen der antisemitischen Geschästspolitik verurteilte. Diese Zuschrift hatte damals begreiflicherweise großes Aufsehen erregt. Als dann zehn Jahre später die rassenschützlerische Wolfs-Partei auf Grund von gefälschten Wählerlisten die Verwaltung der Stadt Budapest eroberte, begann sofort die „Säuberung" des Magistrats von jüdischen, freimaurerischen und liberal gesinnten Beamten und Lehrern. VineS der ersten Opfer war der jetzt verstorbene städtische Anwalt Dr. Balthasar Keönch. Die Führer der Wolfs- Partei erklärten damals ganz offen, daß ein Verteidiger des Talmud unter dem neuen Kurs unmöglich länger Anwalt der Stadt Budapest bleiben könne. Dr. Keönch verlor seine.Stelle und fristete fein Leben als Rechtsanwalt. Sie Wams-Dynastie von galkkew. In feinen Re'.'seibriefen aus LstMizien beschreibt I. Jaiktkibomsik-i im „Moment" seine Eindrücke in Zolkicw: „Meine «erste Station vm Belger Kreis ist Zolkiew, eine nlte F-estU'Nig'ssta'd't. Die Ueberröste der F-rsturgsknaucr zichen sich durch das Stadtzentrum hin und ein großes Tor mit zwei schweren Ketten bezeichnet den Matz, wo die Festung.süriü'cke anfigezogen oder herabgelassen wurde. Schenswert ist in Zotkiew die alte Synagoge, die mit 'besonderer Ertauibnis des Königs Sobieski erbaut wurde. Die Synagoge wurde dem allgemeinen Staidtibi'ld ainge'paßt und trügt aus ihren Mauern deutliche Hinweise eines Festungsbaues." Die Führung durch Zolikiew übernahm dann Mayer, der Schames, ei-n Jude von 74 Jahren, der weder lesen noch schreiben kann, sich aber durch ein phänomenales Gedächtnis auszeichnet. Er hat die genauen Taten aller Jahrzeiten der ZoKiewer Juden im Kops. Er ^hat eine große Fcvmtlie zu erhalten, denn nicbt nur seine Kinder, sondern auch seine Enckel wohnen bei ihm. ^Seit 26 Jahren" — erzählt Mayer-Schames — „bin im schon Stadtschames in ZoNisw. Auch mein Vater und mein Großvater waren Schamossim. In (meinen jungen Jahren war ich Soldat und diente volle vier Jahr? beim Militär. Damals habe ich auch Koift tage b?i Juden gegessen." ,.Was für Kostage?" fragte ich. „Ihr erinnert Euch nichts In jener Zeit bestand ein Gesetz, wonach Leuten, die ihre Steuern nicht -bezahlten. ein Soldat ins Haus geschickt wurde, den sie so lange verköstigen mußten, bis die Steuern ,/lb>gegessen" wurden. So habe auch ich jedesmal bei einem anderen Juden ,Kost" gegessen. Beim Mllliiär war ich Tambour, und schlug ich meine Trommel, da wi'derhallte die gange Stadt." Die Synagoge ist eine Schenswürdi-gteit. Im Innern b sitzt sie eine ganze Reihe interessanter Hängeleuchter. die viele hundert Jahre alt sind. An den Wanden sicht man große polnische S'.vatsadler gemalt, woihl zum Zeichen des Dankes für König Sobieslki, beiden Bau dieser Synagoge ermöglicht und unterstützt hat. Eine Marannen-Zynagoge in Liffaban. Aus London wird uns berichtet: Die in der letzten Zeit eingeteitete Mtion unter den portugiesischen Maraunen, mit dem Ziwecke, diese wieder zum Judentum zurlücktznfiühren. hat zu dem Ergebnis gesührt, daß die Marannen selbst sich zusamimenschlossen und nunmehr an den Bau einer eigenen Synagoge für Maramren schreiten. Die Londoner spaniolischportugiesische Kultusgememde befaßte sich in ihrer letzten Vorstandssitzung mit dem jüngsten Bericht aus Lissabon, in welchem der Beschluß bezüglich des Synagogenbaues bokanntgcgeben wird. Die Vorstandssitzung beschloß daraufhin, der neuen Mavannengemeinde in Lissabon für ihre Synagoge zwei Thorarollen mit allam Zubehör zu widmen. Brandkatastrophe im Judenviertek von Cherbourg. Wie aus Paris gemeldet wird, ist ein Teil des jüdischen Viertels der Hafenstadt Cherbourg am 10. d. M. einer Brandkatastrophe zum Opfer gefallen. Zwanzig von Juden bewohnte Häuser und Verkaufsbuden wurden eingeäfchert. Da die Häuser und die Habe der jüdischen Parteien mir zum geringsten Teile gegen Feuer versichert waren, ist her Säiade sehr groß. Biele Fr ' -"n sind völlig ruiniert Und obdachlos geworden