Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2853 (6.2.1927)
- Date
- 1927-02-06
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Wie«« Msrs«Sett««g Nr. Wien, Söftntaß ■.’cfljenuifjt a ungenützten engl-schen KM-enstreik-Kon« nutfhtr stark aktiv geavorden war, kann sich die polufdK Regierung eine mäßige Revalorisierung des Zloty erlauben, indem sie mit Absicht ihre schlitzende .Hand dem Devisenkurse entzogen hat, vas sofort eine Verbesserung des Werlverhältnisses 'des Zloty gegenübr-r dem Dollar zur Folge hatte. Zu einem Ähnfick' günst'igen Urteil über die THeiaurierungHm'ethcben der PctroleumM.Mchaften sind jedoch die vorliegenden Dilanizbrbelfe recht dürftig. Die „Galicia" deklarieirt pro 1986/26 einen Brutto- Mvinn von 3.4, Abschreibungen im SRrrtc von 3.1 und einen R-eing-rwinn von 0.223 Millionen Zloty; die Karpathen A. -G. Lcklariert einen Bruttcgcwimi von 33,879 Millionen Zloty. Lasten in der Höhe von 33,842 Millionen Zloty und einen Reingewinn von 37.000 Zloty. Im Frieden pflegte gerade die Galiz'Ische Karpathen A.-G. sehr detaillierte Angaben im Gewinn- und DerluffEc-nto zu macken: Der Aktionär konnte sich ein Bild machen über B triebAkcisten, Zinsen, allerlei Ävvsen. Steuern uni> Michrei'bungen Heute ist das alles in der einen Post Lasten" zrisamMengefaßt heute hat sich die Karpathen A.-G. die summarische BilanzierunMnehl'vde der „Galicia" an-geeignet, die unter der Post „Abschreibun-gen" wieder all das zusammenfaßt, was die Karpaiihen A.-G. unter Lasten verstehen mag, und überdies auch noch die eigenen rviuklschien Mschreibunigen. In der Golderössnungsbi-la>yz der „Galicia" standen die Anlagen mit 32 Millionen Zloty zu Buch, in der Bilanz 1986/26 mit 30.6; abg schrieben wurden jedoch wie envä'hnl, über 3 Millionen, so daß also über 1.5 Millionen neu investiert worden sein müssen, woraus allein schon ersichtlich ist, daß das Wort Bruttogewinn irreführend ist und es eigentlich Reingewinn heißen müßte. . Dies Wort'aber mußte vermieden werden, weil sich dann oben die Dividendenlosigikoit der Galicia-Aktie nicht hätte rechtfertigen lassen können. Bei 'der Karpathen A.-G. tvaren die Anlagen in der Bilanz 1924/86 mit 46.3 Millionen Zloty angegeben, in der Bilanz 1925/26 mit 53.8 Millionen; bei unbekannten Mschreibunigen müssen also uim 7.5 Millionen Vevmögenszuwüchse (durch. Ankäufevon Terrain, Erweiterung des Faihr- Parks uisw.) stattgefunden haben. Das Verchältn-is der K r e d i t o r e.n (44.26 Millionen Zloty) zu den Deb i tore n (9.6 Millionen Zloty) und V o r r ä te n (18.8 Millionen Zloty); zrvsammen 28.4 Millionen Zloty, ist sehr, ungünstig, erklärt sich aber aus der großen Expansion der Gesellschaft, die sich acht kleinere Gesellschaften eimverle-ibt, kostWelige, allerdings zum Dril bereits erfolgreiche Bohrungen, namentlich in Bytkcw, vorgenommen und in der Raffinerie in Jodl-icge sclhr viel investiert hat. Wie der „Oosterreichilsche VoWwirt" meldet, soll das uryünstige Verhältnis der Verbindlichkeiten zu den Außenständen und Vorräten binnen kurzem verbessert werden. Die GeseMchast wird 3 0 0.0 0 0 tz i s 3 6 0.0 0 0 junge Aktien, waihrscheiNlich mindestens zum Tageskurs mit Coupon 1926/27, den Aktionären anbieten, wobei -der Pariser Dambrowa-Konzern, der 85% der Aktien der Karpathen in seinem Besitz hat, die Emission garant-ieren wird. Der Erlös wird zur Abstattung der sclhr beträchtlichen Schuld (31.18 Millionen Zloty) an die Dambrcwra verwendet werden. Die ab 1. Mai 1926 ausgelaufenen Zinsen sollen erlassen werden, eine erhebliche Entlastung, wenn man erwägt, daß die Passiv zinsen im Berichtsjahre 192 5/2 6 allein 2M Millionen Zloty ausgemacht haben dürften. Außerdem sollen zur Verminderung der Bankschuld (13.45 Millionen langfristige Kredite der Niederösterreich'.ischen Eskompte- GeiseMchcvft) im Portefeuille der Karpathen befiudliche Aktien der Apollo - A. - G. sowie Aktien der Vaterländischen Mi n e ra l ö l i n d u st r i e A.-G., Budapest, abigestoßen werben. Aehnliche Maßnahmen zur Vermin-dermng der Bankschuld, bAv. Entlastung des Z'misenkontos braucht die „Galicia" nicht zu treffen, da bisse über e>in na,n'Haftes ffüssl-ges Vermögen verfüigt, das in Paris arbeitet — die überwiegende Aktien Hoheit gehört der France Polonaise — und einen ants ähnlichen Zir.sengewinn gebracht haben muß. Die Bilanz der „Galioia" gibt davon freilich nichts zu. Eine der reichsten Gesellschaften, deren Barvcrmögen gewiß in guten Geschäften arbeitet, war leider seit drei Jaihren nicht in der Lage, dem Aktionär eine Anerkennung s d i v i d e n d e zu bieten. Da es dabei nicht mit natürlichen Dingen zugcgangen sein kann, so begreift inan «die respektwidrigen Gerüchte, woirach die Oe st e r r e i ch i.sch e P et r oleum - H a n d e l s gef ellscha f t, der einige Großaktionäre als Alleininhaber angeboren, d-ie gesamten Dividenden abschöpsen soll. Wenn gleichwohl dke Pet-roleumwerte an der Wiener Börse wiederum eine An'fwärtsbvw-igun'g e-ingeschlegen haben, so erklärt sich dies, aus der jüngsten Kur s b e s s e r u n g --- e s Z l o t y. Das valutarische 6. Februar 1927 Seite 18 Moment hat wieder einmal seine faszinierende Wirkum. ausgeübi, biennal allerdings nicht ganz allein, es wußten auch noch die , fiskalischen Maßnahmen" der polnischen Regierung nr.Ü die abwahrenden „Dhssaurierungsnic!hoden" der Gefellschaisten hinzukomme^. um i>hm Geltung zu verschaffen. mmtm der Wollo-Mle an der Prag« «drse. Die Niederösterreichische Escompte, gefellschaft hat gemeinsam mit der Soeiete des Petroles de Dabrowa in Paris einen größeren Posten von Aktien der Apollo-Mineralölrafsinerie-Aktiengesellschaft in Preßburg von der De u t s ch e n P e t r o l e u maktien gefellschaft in Berlin übernommen; die Aktien, welche bisher nur an der Wiener Börse notiert sind, gelangen demnächst durch die Böhmische Eskomptebank und Kreditanstalt, und Ziv u o> stenska banka zur Einführung an der Prager Börse.' Ir. Schätzt über Kreditgewährung. Die Tagung der deutschen Genossenschaften. Berlin, S. Februar. (Wolfs.) Heute wurde hier der dritte Giroverbandstag des genossenschaftlichen Giroverbandes der Dresdner Bank eröffnet. Reichsbankprästdent D r. Schacht legte die Bedeutung der Aufgaben der deutschen Genossenschaft dar und betonte, daß den Genossenschaften die Personalkreditgewahrung zukämc, während den Sparkassen die Nealkreditgewährung obläge. Die Kreditgewährung der öffentlichen Hand sei verfehlt wegen ihres beamtenmäßigen Charakters und der Gefahr übermächtiger Konkurrenz. Der Vertreter des allgemeinen Verbandes deutscher Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften in Oesterreich, Professor Neudörfer, bezeichnete in seiner Ansprache als moralisches Motto der genossenschaftlichen Bewegung: Selbsthilfe, Selbstverantwortung, Selbstverwaltung. Neudörfer gab der Hoffnung Ausdruck, daß die österreichischen Genossenschaften. dereinst als wichtiger Bestandteil in die groß'-.' d e u t s ch e G e n o s s e n s ch a f t s o r g a n i sa t i o n a u ft genommen werden möchten. eine wichtige Kutsche duna der Abrechnung»- gerichishoirr. Einer Wiener Geschäftsfrau, die in England verschiedene Guthaben aus der Vorkriegszeit hatte, wurde am 29. September 1925 eine Gutfchriftsanzeige des Ws Wir verläng~m unsere Främienahtion! I. Wer das Abonnement fflr ein Jahr einzahlt, erhält als Prämie je nach Wahl ein Exemplar der folgenden Werke: 1. Josephus Flavius: Sämtliche WerkeDer jüdische Krieg und Jüdische Altertümer, zusammen in drei eieg. Prachtbänden (2000 Seiten holzfreies Papier, sdioner, klarer Druck). . 2. Heinrich „ Graetz: ii. Wer ein Halbjahresabonnpfnent einza^lt, erhält als Prämie je nach Wahl ein Exemplar folgender Werke: 1. Theodor Herzl: Feuilletons. In zwei vornehmen Geschenkbänden. 2. Adolf Böhm: Die zionistisch« Bewegung; das Standardwerk der. neuen jüdischen Bewegung in zwei Großoktavbänden. In wertvollem Ganzleinenband. III. Werbe prämien. Wir sind überzeugt, daß unsere Leser die Bedeutung unserer Prämienaktion würdigen werden; sie entspricht unserem Plan, jüdisches Wissen in die weitesten Kreise zu tragen. Deshalb setzen .wir auch auf die Werbung von neuen Jahresabonnenten jüdische Bücher als Prämien aus. Wer nur zwei neue Jahresabonnenten der „Wiener Morgenzeitung“ wirbt, erhält schon eine Piämie, und zwar: Scholem Alejchem: Volkstümliche Geschichte der Juden. 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