Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2853 (6.2.1927)
- Date
- 1927-02-06
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2853 Wien, Sonntag Diener Morgenzettnng 6. Februar 1927 Seite 11 AWe und Kunst. Ae neue ork« Stkaur-Lperette. „Die Königin" im Thceucr m, der Men. der Wiener .Ivnig'in" werden nu-n auch die Lkepliier Habtacht stehen müssen, die eine Ueterstevlung von der Spree an die Donau für ungesund gehalten haben. Man sprach von der M.rssary, von Palbenberg, von der wundervollsten Espru-Groieslhumormischung. und Plötzlich entpuppt sich .,un«sere" Königin als nicht mrncer amourüs und seriensicher. Schon das schmisisige Vorspiel gab den Duft reizendster Romantik, und als die mit blendendster Charakteristik dahinrau« schenken DreiL-ierteltakienirceS der Exlönigin uw" drS künftigen Exprasidenden Handlung mit Mi'iten verschmolzen, fühlte daS P-ublikum. zur FesteSsttmmung nur durch die Tmdition venpflich.et» in der Gesellschaft eines Mu>sii)erS zu sein, der bei aller Einhaltung <er Genregrenzen daS Delikateste und Einfallsreichste zu geben weih. D.e jede einzelne Nummer auö der Stimmung und Situation wächst, wie seDst das Boblstümlichste ncke sie Haltung trag:. daS ist wieder echteste Oscar StrauS-Marke. Und d-or mwsikalische Gowinn des MendS: *«r geniale Einbau der Jazzmusik in das europäische Orchester. Die großen Nummern, der CS-Dur-Char^eston. im 2. Akte das Blues^uett. das Lied ter Mosel und das zarte F-Durstieb „Wenn ich abends schlafen geh", tragen bei aller Ncblefse Hine Popularität in sich, die durchschlägt. Die große Liebe. die Bruno Gronichstaedten und Ernst Morischk« mit einem neuen un^ in den Details Überraschenden Motiv dichteten, fand einen Nahmen, t>er auch einer nichtenthronisicrlen Königin würdig wäre. Die geschmackvollen Tänze deuteten den Weg an, der von der Schablone weg in den Operet:enrhlsthmi:s -rer Zukunft führt. Hubert M a r i s ch k a. Dichter. Regisseur. Bonvivant und Sänger, kümmerte sich als Präsident nicht viel um Politik und so konnte er einen seTst in den gewagtesten Situationen glaukwürdigen Grandseigneur darstellen. Frau Betty F isch«r siegte durch den G'ianz iijrer Toiletten unc verstand eS diesmal, den tragischen Akzenten Wahrscheinlich'evt zu geben. Jugendliche Charme der drolligen Lizzi Holz sch uh. tänzerische Bravour des Stehan'fmanderlS Steiner, gefällige Komik Waldemars, :et dritte Akt im Zeichen des menschlichsten KomAerS Hans Moser, die Bühnenbilder von Kunz, wer könnte einer solchen Kavalkade widerstehen? Trotz alledem: t«r Abend gehörte rem Komponisten. Das Publikum bereitere der neuen Königin Ovationen bis Mitternacht. O. R. .Sin Wer Setz'imni»-. Renaisjancebühne. Michael Feuersteins zweiter dramatischer Versuch, die drclaktige Komödie „Ein süßes Geheimnis", dje in der Renaissancebühne mit frenndschaftlich-herzlichnn Beifall ausgenommen wurde, zeugt von einigem Theaterempfinden. Schade, daß so viel Lanzen darin gebrochen werden: für die Dispensehe, für dle Mutterschaft, für allerhand, was so an den Wochentagen gang-und gäbe ist. Dieser Umstand gibt der Sache nicht nur papierene Sprach", sondern auch papierene Theatralik. Darüber hinaus ist doch eine recht geschickte Hand zu bemerken, die komische Situationseffekte zu mischen weiß. Der Einfall, daß eine Mutter ein Kind, daS die Tochter zu erwarten hat, gewissermaßen auf ihr Konto nimmt, um der Tochter Enttäuschung und Schande zu ersparen, ist nicht schlecht, und das süße Geheimnis (das nicht sehr kompliziert, aber etwas umständlich gelüftet wird) gibt Anlaß zu einigen bewahrten Schwankdrolerien. Wirksame Helferin hatte der Autor an Frau Riese, die ihren bekannten kernigen Muttertyp mit resoluter Bravour darstellte. Das übrige Ensemble fügte sich dem vorgeschriebenen Lustspiellrmpo mit mehr oder weniger Teweglichk'it. Ueber das Maß hinaus Herr Alfred Mahr, der eine etwa zwanzig Jahre zurückliegende Komik (etwa nach dem Typ des Kellners ln: Blumenthalschen „Weißen Rößl") recht sympathisch wirksam machte. Ein kleines Kokotlchen, das Maria Wal dner barstellte, bcimes, daß diese Schauspielerin weit mehr kann. Es gab durchapplaudierte Akte und reichlich Blumen. S. S. 27Ö.080 Dollar für einen Renrvrantt. Wie aus N e whork mitaeteikt wird, hat Sir Josef D uv een de<t Gemälde Remb:audts „Titus in einenl Lehnstuhl" um 270.000 Dollar gekauft. Bas een Mater«. Burgtheater. Morgen, halb 8 1!hr, ^Mtbca0 (Theatergsmeinde Serie B, blau). A k ae m i e t h e a t e r. Morgen, halb 8 Uhr, *3) t1 Durchgänget im" von Li dwig Fulda. L u st s p i e l t h e a t e r. Morgen und Dienstag ga-stiert daS Fre.e Theater mit dem Luistfipiei .^Kater Lampe" von Emil Rosenow. K ä m m e r s p i e l e. Wegen Eriranäung eines Hauptdarstellers entfallen ab heu e bis auf weiteres die Nachtvorstellungen. Die A-B-E-Revue geht allabendlich um halb 8 Uhr in Szene. Oper n thea te r. Morgen, hastb 8 Uhr, „Der Maskenball" mit Umberto Urtano vom Scala-Theater in Mailand als Erst (Lheatergeme.nde Serie E. gelb). Frau Kammersängerin Kurz tritt a!S „Page OS.'ar" zum erstenmal in cieser Spielzeit auf. Dienstag ,-S i e g-f r i e d". Deutsches Volkstheater. Die Erstaufführung von John Lalli.nort'hyS neuem Cchau.sip.el „F lucht" (Escape). Übersetzt von Leon Schcklik, findet SamStag. halb 8 Uhr, sta" VolkSoper. Morgen ,4Eß ilhelm Tell". „Dcr Zug nach dem Westen" hat einen ständigen Zug nach dem Apollothrater zur Folge, was bei der Fülle des Gebetenen in dieser Berliner Revue begreiflich erscheint. Eine neue TanMnstlerin, Frau Gunvaar Ulring (Darontn Königsloarter), stellte sich gestern vor. Sie konnte die Karolecona in jeder Beziehung würdig vertreten und erntete verdienten Applaus. aS. Richard Hold, vorn Deutschen LandeScheater in Prag, fang'ln der Donnerstag-Aufsüh.ung von „Orpheus in der Unterwelt" an der VolkSoper den Orpheus. Er bot eine gesanglich und schauspielerisch ausgeglichene und geschmackvolle Leistung, die stürmischen Beifall des ausverkausten Haus^ fand. Die nächsten Ncvltllcn LeS BurgtheaterS. Tie erste Aufführung von NestrM „Zu ebener Erde und erster Stock" wird Sonnlaz. den 28. d. M. stattfinden. Die nächste Novität wird hierauf die Komödie „Das Genie und sein Prüder" von Sil-Bara sein. — Im Akademietheater findet Mittwoch, den 8. d. M., die erste Auf ü'^rung des LustfvielcS „Marika" von Stefan Z e g o n patt. Die näch'te Neuheit „Lieb e", eine Tra'ödie von Anton WildganS, ist für Anfang März gr^ plant. TA 43-408 Tel. 47-1-79 m « i flsii ilifliJ 81« ] II iii - 91 Mtüxlet mann ii.taborjtr.4A. SS « Versäumen Sie niclii die Beizten Tagge 0 M i o äer beispiellosen Verkaufs-$ensaiion Alle ewdenfflidken f |1 ja | fi c vn ü w «8 ln rd<ftAa1<i0stci 4Xua1itüis- OJCI39 mV mm * C II JhisntalIV %u vetbiü/fcnd niedrigen (Freisen 5000 Meter Wfische-Chiffone, 75 br., per Meter S 3000 Stück Damenwüsche-Oarnitnren, ajouriert u gestickt, Hemd od. Hose, reduziert §§ 2000 8t. Hosen-Combinbges, ajour. u. gest. h „ Dämon-Homeien b . . . . Madras-Stoff, für Vorhänge, per Meter «i « 1*98 2*90 ras 1000 Stück weiße Damastbrnstliemden, _ .... alle Halsweiten . . . . . . . . S J 80 2000 Stück Herrenkragen, _ alle Halsweiten, weich, weiß und färblg . . ,, 20 Herren-Hemden ä.. „ |*98 SiXserHlcher, nur . . . . „ —'49 Interessant und lohnend Ist die Besichtigung unserer 26 Schaufenster. Im Foyer: „Schattenspiele“ I I eWUWWSM»g,0WW»MW»M«SW»w>e^»»»',Mer«Ik«WV>>WM0>mWWUWIlWW0WWW»nWW»UWW»>>8VWVW>WWW»W»BBWWWWVBl»»W0»^^ '-D9WWWM MM