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Wiener Morgenzeitung · 1927-02-04 · Heft 2851 (4.2.1927) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2851 (4.2.1927)
Date
1927-02-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite s Sie«, Keeidckff t>\t übrigens über ihre gegenseitigen Ansprüche ein Einvernehmen getroffen heben, sind keineswegs solchen Charakters, daß eine strafbar« Schuld hinlänglich b^- miesen werden konnte, insbesondere, da auch Prinz Cyrill erst in letzter Zeit erklärte, daß er nicht geschädigt sei imd >ich dem Strafverfahren nicht anschlietze. Ser M«m mit Yen vier Sravr«. .!»s Ga rscha u wird gemeldet: Im Warschauer Rab- . -j.ate gab es Montag eine große Sensation. Eine Frau. Sara Sch., erhielt ein Telegramm, in dem es hieß: Avne! Kolb erg gestern zwei Minuten nach seiner Heirat verhaftet." Der Inhalt der Depesche hat Sensation hervorgerufen, da die Affäre Kolberg, welcher v i e r Franen heiratete und Vater von acht Kindern ist, in ganz Polen vor einiger Zeit großes Aussehen erregte. Lor einigen Jaisreu wurde der Wjöhrige Adriel Kolderg mir einer Cyajan K. bekannt und kurze Zeit darauc heiratete er die junge Dame. Nach der Heirat hatte sich Kolberg, der früher ein Melancd war, vollkonnnen verändert. wurde auffällig elegant und blieb oft ganze Ncnlfte ivtg. Dies dauerte iimnerhin drei Jahre, im Verlaufe deren er glücklicher Pater von zwei Kindern wurde, das dritte war unterwegs. Plötzlich verschwand Kolberg und erst nach iy3 Jahren glückte es seiner Frau, seine« Aufenthaltsort zu eruieren. Er lebte in Kowel, wo er mit einer Rosa I. verheiratet war. Auch dort wurde er. Familien-' vater. Er wurde von einem Bekannten davon verständigt, daß seine erste Frau seinen AnfenthaÜSort wisse und zu ihm fahre und floh noch zur rechten Zeit. Die zwei Frauen verständigten sich jedoch und beschlossen, den twulosten Mann aufzufinden. Kolberg flüchtete nach Siemiathez, einem Dovft in der Nähe der sowjetrussischen Grenze, wo er wieder ,>Melaned" wurde. Auch dort heiratete er und auch mit der dritten Frau hatte er ein Kind. AVer die ersten zwei Frauen wurden mit einer ganzer! Phalanx von Verwandten nicht müde, ihren gemeinsanren Gatten zu suchen und fanden ihn schließlich in Grodno, wo er wieder heiraten wollte. Dies ist ihm aber eigentlich nicht ganz gelungen, denn zwei Minuten »ach der erfolgten Heirat, als er noch unter dem Baldachin stand, stütntte die Polizei, begleitet dörr den Gattinnen Nr. 1 und 2, herbei und verhaftete den unglücklichen Mann, womit feine „Heiratskarrierc" vorläufig unterbrochen erscheint... Ser Kampf um die Amttomielelchra in Kovmo. Aus Kvumo wird uns berichtet: Als Antwort auf die wiederholten Ausschreitungen der antisemitischen Studentenschaft an der Kownoer Universität imb die von dieser, aus- ,he streuten Verleumdungen gegen die jüdischen Mediziner hielten die jüdischen Studenten dieser Tage eine Protestverfammlung ab, in welcher mehrere wichtige Beschüsse gefaßt wurden. In einer Resolution wird erklärt, daß Studenten,, welcher Richtung, imnrer, kein Recht besitzen, sich, in die Frage der Beistellmrg von Leichen für das anatomische. Institut'zu mengen oder über sie zu entscheide,!. Dieses Recht steht bloß dein Universitätssenat und der UnterrichtsvÄioaltung zn. Das Vorgehen der antisemitische!! Studenten sei eben eine Nachahmung der Vorgänge in Polen und Rumanien. Die, jüdischen Studenten .erklären schließlich, daß sie gegen eine Zmoeisung jüdischer Leichen an das anatomische Institut nichts einzun^nden haben, sofern die maßgebenden staatlichen Behörden dafür sorgen wollen. Diese Beschlüsse wurden den, Universitätssenat, den: Dekan der mÄrizrttischen Fakultät, den: Bildungsnftnkstcrium und dem jüdischen Sejmklub unterbreitet. . Da die radikalen litauisch:!! Studentengcuppen trotz wiederholter Ermahnung des Dekans forderten, daß die jüdischen Mediziner im anatomischen Institut erst nach den litauischen zur Arbeit an Leichen, zugetassen werde!!, beschloß der Rektor, das anatomische Institut auf unbestimmte Zeit zn schließen. Der Leiter des anatomischen Instituts Pros. Z i l i n s k y erklärte Pressevertretern gegenüber, daß die Behauptung, von nicht eintvandsreiem Verhalten jüdischer Studenten gegenüber.christlicher Leichen eine völlig unbegründete Verleumdung und die Folge von Mrhetzuugen sei, durch welche die litauische Universität kunpromittiert tvcrden soll. ' . Wien, 4. Februar/ T>as Weiter. Gestern herrschte mildes Wetter, mit zeitweisen Niederschlägen. Die Voraussage . lautet: Vorwiegend heiter, mild, Nachtfrost. 8i« Mvrtz vor 20 Jahren? . Aus dem noch nicht beuützteu Teile des neuen evangelischen Friedhofes nächst dem dritten Tor des ZentraHrier-hofes wurde am'.26. v. M. ein Ske-lett gefunden, das mindestens 20 Jahre, in der Erde gelegen ist und wahr-scheinlich die letzten Ueberreste einer erinordeten Person darstelft. Zwei FrlSdhäfSarbeiier stießen bei der Arbeit auf die Skeletchile. Der' Schädel war gebroä-en. was auf eine gewaltsame Todesart schließen laßt. Die Knochen wurden in bas gerichtlich-medizinische Institut geschafft und die Stnatsamoaltschaft von dem Knochenfund verständigt. Ttt» eiues Webruvanuetz durch Leuchtgas. Gestern früh wurde der 28jährige Wehrmann des J.-R. 4, Slttbert P.erg s r, Iüfefstävttrstraße 9. in seinem' an. Mc »Küche anstoßenden Schlaflabrnetr von seinen Angehörigen leb-, los ausyeMnden. Küche und Kabinett waren mit LeuchsgäS erfüllt. ße^'Hahn des tÄaÄochers stand offen und der Berbmrungsschlauch hing frei hera-b. Die Rettungsgesellschaft wurde berufen," dsch bonme der Jnl-peStionSarst nur mehr den Emtritt des.Todes feststelleu. Feuer 1« $« Bilst» Bosel. Gestern ist tn üer dem Bankier Sigmund Bosel gehörigen Villa. t&, Gl-orieLtegasse 17.. ein Feuer.auSgedvochen. Durch Uebechitzung eines BügelofenS in der «n Dachgeschoß WWK» vuviycH§iiuiRy 4. Februar 1927 skr. ZODl gelegenen Bügekkammer ist eine Hoitovand, di« die DügsL» von der Dodemammer trennt, in Brand geraten. Dadurch sind auch Awei LiegestWe, drei Läufer, ein Paravent und «in antiker Bikderrahmen verbrannt. Ehe noch tue Feuevwchr kam, konme das Feuer vom Portier de» Hanfes im Verein mit einem Wachvbeämten nn te rdr ü ck t werden. Großer Lederdiebstahl. In der Rächt zrun Ä. v. M. wurde m der Ledersaivri-k Löwy u. Schnitzer in Ätzgersdorf «in Einbruch verüb., bei dem aus dem Zurichtermun LedevfeNe im Gewichte von 220 Kilogramm im Wert« von 5100 S. gestohlen wurden. 01 Fell« wurden im Rasenbergergraben nächst dem Grotzsender gefunden. Langfinger im Paftautt. Dem Israel Zuflucht, 2. Bez., Äörnergafs«, wurde gestern im Postamts in der Waintrauhengasse eine Brieftasche mit 1100 S. und 140 Dollar gestohlen. Spurloses Verschwinden einer Kon-orisün aus Preftwrrg. Nach einer gestern von der PoUzeiÄirttÄon^in Bratislava nu Wiener Sicherheitsburenu eingelangten'Mittelung ist seit vem 31. d. M. die 16jährige Kontoristin Eli-sabebh K o h n alldem Elternhaus in der Ve.nturgasie auf rätselhafte Weise verschwunden. Das Mädchen wird als mittelgroß mit vollem rundem Gesicht, blonden Bubikopf, statt kurzsichtigen Augen beschrieben. Sie,-var zuletzt mit'drapfärbigom Ma-niel, braunem SamMeid und brauneu HaDschuhen sowie Schneeschuhen und dunkeilfärbigem Hute bstte-rdet und trug eine rote Aktentasche und eine statte, eing-eifaßte Brille bei sich. Auf die Eruierung >der Vermißten als Lebenden ist yine Belohnung von 3600 tsch. Ke. auSgesetzt. NotlanVuM. hx« PysfaslLrflvgzeugvr Wstn-München. Gestern ist-ln Sierning Sei Stehr wegen vkötzlich eingetretenen Schnee st urmeSnm 13 Uhr, 15 Minuten, das von Wien auf dein Flug nach München befindliche Postflugzeua D 203 gelandet.. Das Flugzeug bleibt unter entsprechender Betoachnng über Nacht an der LandungSstelle. In ihm befanden fich zwei Piloten und eine AdnfiralSwitwe als Passagier. Brschlonnigung drr Puketbeförvemmg fSr Gvaz. Die biS ' längstens 18 Uhr beim Postamte 'W i e n 7 6 l-Südoahnhof^ zur Aufgabe gebrachren Pakete für Graz .-Klangen noch am'Vormtttag des der Aufgabe.unmitte-Ibar sollenden Wochentages in Grog'zur Bestellung. Lwrbes^erunng des Äusflugsvettehres an Sonntagen auf der Süddayustrecke. Der Personenzug Nr? 638 wird auch weiterhin an allen Sonntaaen ab Mürzzuschlag nach Wien-Sübbahnhof geführt. (Mürzzuschlag ab 20 Uffc 2 Minuten, Wien-Südbatznhof an 22 Uhr 52 Minuten.) Hiedurch wirb insbesonderr den Besuchern des Neuberger Sportgevietes eine günstige Personenzugsverbindung zur HeimDM nach Wien geboten. Die .Schänder des Erzberger-Rachenaukl', «eetzafttt. ir > Wie aus Witten gemeldet wird, sind zwei Mitglieder des Bundes „Stahlhelm" als Schäni'er des Erzberg-Rattzenau-Eoert-Denttnals auf dem Hohensreln ermittelt luardcn. Die beideu 19jährigen B u r sch t n haben ihre Tat bereits eingeftanden. Dievstäble im Luxuszug. Der Zugsführer und der stellvertretende Zm>sj»'u,rLr ui* LuruSz u. g e s B e n t i m i g l i a — Paris^-Cal t i,.s wuroen, wie aus Pa r: s gemel-c-rt wird, gsstern früh ür'i dji Ankunft, des Zuges in Paris unter dem'Pgvdachle vsihr sd.,!!. ratz sie seit uie-hr als einem Jahre z a h l r'e i ch e R e i se? e wahrend der Nacht be stöhlen haben. Bei de-M-Zu^ sührer wurden Schmncksachen im Werte von 3 00.0Oft Francs gefunden. Er gestand, mir feinem Kollegen.wöb' rend. dc.r Fuhrt zahlreiche Diebstähle begangen zn Hamm. $ ’i Juwelier, der die von den beiden gestohlenen Gegenstände -st st kauft hatte wurde ebenfalls verhaftet. Israelitischer Hnmanitätsve-vei« für den zehnte« Bezirk. 1"- Die am ,27. Jänner itattgehabts Aest-sitzuug-. aus Aud'ß SeS"50jährigen Bestandes nahm einen wüMgen Verlauf uns die zahlreichen Ehrengäste sprachen dem Vereiit» t-ciseu Tätigkeit inrbesondsre in den Kriegsjahreu eine segensreich« ivär. ihren Dank und chre Anerkennung aus. Zu Ehrennritgliedcru wurden ernannt die Herren Signinnd B r a n dw « i n e r. Rudolf Ä nie» Etnan-uel R o b i c z e k, Israel Bau m, Samuel H a m m e r sch l ag, Emanue! P o I'a ce k und FrÄu Rosalic Lamp!. L 5. Tikwa-Nedoute des Vereines T i k w a i h I e h u d a. Samstag, den 5. Februar 1027, Schwarzenbeeg-Kafino. Ballorchester Andre« Hummer. Entree S 6.—. E Zionistische Bezirkssektion Leopoldstabt. Unser Gg. .iv£ Küvsorgeraj Herr Ignatz Stern hat einen schweren Vertust durch den Tod seiner Mutter erlitten. Die Bezrrkssaliion -''d der ’ Klu'b der jüdischen Döandatarc sprechen Herrn Stern hgs tiefste Boi leid aus und bitten die Mitglieder, sich bei d-''m Freitag, den 4. d. M., um halb 12 Uhr (3. Tor) stattfindenden LeichenltzegängndS zu bereiftgen. E Lrthagon. Dieses Heilmittel enthält vcvläWch erprobt« zum Teil schon lange rni VoMe vielfach gegen Perdauungs» beschwcrdcn erfo-lgreich angewandte herlsalne Bestandteile. In den letzten Jahren wurde, die Wirksamkeit des -Litlhagon srnvohl auf der Klinik als auch von erfahrenen Aerzteu bei Leperer krank ungcn bestätigt. Die Lithagon-Medistn soll früh mch abenld-S in der Menge. eines KäffettLffels mindestens jMrei Wochen eingenommen werden. ooefflotpgwowtw)BlöOTwmww9mftm^n9f^^ (Sebenffelet am vierten Mestage Mar Rardaa?. . Aüs^^ Anlaß.-viertem. WietzerkeHr Todestage^ vyn"Max 'Nordan^ätzd rn iParis' unter dem Borsitz .ton: Wladimir Jast.otr.n sky eine Gedenkfeier statt, in der s»ie- W'itwe'-des 'verstorbGen.'Zionistenfüyrers, F-rau Anna N o r d ä u, Leben ürid Werk ihres Gälten schilderte.- Nordau wählte, sagt« sie,- Paris zu seinem Wohnsitz, weil er eine tiefe Li;be für das Land der Freiheit und. der großen Revolution hegte. In'Paris schrieb er seine Hauptwerke-, in Paris fand er' auch zuerst den schriftstellerischen Ausdruck für seine zionistischen Jd.^en. Hier ist er zuerst Theodor. Herzl begegnet. Seit dem Dreys u s - P r o z e ß, schloß Frau Nordau, widmete Max Nor-- dau sein Leben der jüdischen nationalen-. Sache.' Nathan Straus ia PMftiaa. Der bekannte amerikanisch-jüdische Philanthrop N athian Strausder,' tvie 'berichtet, erst jüngst wieder 250.000 Dollar für die Errichtung und Erhaltung eines modernen Gcsundheitsinstrtuts in Palästina widmete, wird, wie aus Newyork berichtet wird, in B-gleitmrg seiner Gatttn demnächst seine! Reise nach Palästina antreten. Herr Straus ersuchte, bei diesem Anlässe von jedem offiziellen Empfang abzusehen, da er diesmal nicht die Absicht habe, sich iw Palästina mit zionisttscher Politik oder wirtschaftlichen Fragen zu befassen. Er sehne sich bloß danach, ein — letztes Mal das „teure Land der Väter" zu sehen und darin einen Monat beschaulicher Ruhe und Erinnerung zu genießen. - v Sr. Viktor gÄobsoha ia RamSniea. Wie man uns aus Brckcwestberichtet, tverltv Dr. Viktor I a k o b s o h n, der Vertreter der zionistischen Oc- Mmisatüm beim Völkerbund, Ende Jämrer einige Tage in Rumänien. Die rumänischen Zionisten, hatten chn zu ihrem Delegiertentag eingeladen, der am 33. und 24. Jämier stattsstchen sollte, jedoch, wie berichtet, von der Behörde unter Hinweis aus mögliche vuKistische Ruhestörungen verboten wurde. Herr D r. I a k o b s o h n erstaftebe am 24. Jänner im engeren Krfts der zionistischen Führer Bukarests ein ausführliches Expose, wobeiex die Bedeutung der politischen Erfolge hervorhob, die in Genf durch die direkt« V-evtvetrmg der zionistischen Bewegung erreicht toerden konnten.. Am Abend-.sprach, er vor eirieni. zcchlreichen Publikum der besten jüdischen- Gesellschaft Bukarests tn einem Vortrag über das Verhältnis des Zionismus zur Mandcttskommiffion und zum Völkerbund. Am 29. Jänner wurde Dr.- Jakckbsohn voir - dem Mnister des Aeußeven Mitilin eu zu einer längeren Besprechung empfangen. Am folgenden Tage konferiert« er mit dem Minister des Innern Gogä und mit dem UnierrichtSminister Petrovici, fowni mit dein rumänischen Soziologen Profeffor G u ft y und mit dem geivesenen rumänischen Botschafter-in Washington, Prinzen Anton B i-be s'c u.-.-Sodann hielt .D r. J a k o b ßo hA.- in dem Bukarester Komitee für den Völkerbund in Anwesenheit des Rektors der Universität Herrn P a n g r a t ti, des Prinzen Brancovan und anderer hochstehender, rumänischer Persönlichkeiten, einen Vortrag über den Zionismus und sein Verhältnis zum Völkarbm'.d, der ai!-f die Z^ Hörer einen tiefen-Eindruck-machte. Fllnfziglöhriges ZnbUSum von Pelach Akwah. In diesem Jahre werden es fünfzig Jahre, daß die „M u t t cr.de r Kolonien" in Palästina, Petach TiÄvah gegründet wurde. Das Juthiläum wird in der Kolonie selbst mit einer Reihe von festlichen- Beranstal-. tungen begangen, über deren Wnsen schon jetzt Borhandlungsn gepflogen werden. Petach Tivwah, das aus kleinen Ansarpgert sich zur reichsten und solidsten jüdischen Siedlung entwichet hat, zählt heute zehntausend Einwohner, die von der gegenwärtigen wirtschaftlichen Krise in Palästina kaum etwa? verspüren. Konservierung Mischer Mertümer iu Lern« berg. Dern soeben herausgegebenen Bericht des por einem Jahr gegründeten Kuratoriums für Konservierung historisch wertvoller jüdischer Altertümer in Lenrberg sind. einige Daten zu entnefjWn, die als nachahmenswerte AnreguN" gen auch anderen jüdischen Gemeinden empfohlen werden können. Lemherg ist reich an historischen Dokumenten, die bisher zerstreut, vernachlässigt, dem Vorfall und der Verwüstung nahe waren. Die Grabsteine in den alte« jüdischen Friedhöfen, äußerst wertvolle Synagogeneinrichtungen, Thoraschmuck usw., die über die Geschichte der Juden wichtige Aufschlüsse zu geben vermöchten, Ware« wissenschaftlich herrenlos und gar manches ging auch bereits verloren. Das unter Führung des Ingenieurs Awin arbeitende Kuratorium hat nun schon im ersten Iah« seiner Tätigkeit die wichtigsten Grabsteine der Friedhöfe restaurieren und photographieren lassen, die' Entzifferung der Inschriften begonnen, die Synagogen, alte B.etlokale,- Lehrstüben usw. auf das Borhandcnseiu von historisch und künstlerisch brauchbarem Material durchforscht. Besonders empfehlenswext ist die Einrichtung des -Kuratorimns, daß dia Schuljugend in diese historischen Stätte», in den alten Friedhof und in die alten geschichtlichen Go« bäude zu Vorträgen über das alte jüdische Lencherg gosührt wird. Das Kuratorium hat ferner 30 verschiedene Grabsteimunster angefertigt, damit das wilde Chaos i« den jüdischen Friedhofsanlagcn des Ostens für die Zukunft vernlieden werde- Die erfolgreiche Arbeit des Kur-»

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