Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2850 (3.2.1927)
- Date
- 1927-02-03
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2981938--28969-3017054- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Agen 1× ep/1043981
OCR text
Men, Donnerstag Diener Moraercheit««- 3. Ketzruar 1887 Seite 8 ttt. r. Priska Lubliner erzählt: Die Freund-in des Herzogs von Molma, die teuerste Krau Berlins, wurde vn Os kreisch am geboren. Der Vater sang sie mit Liedern von Prinzessinnen und KönigL'sö'hnen, von Perlen und Diademen in den Schlaf und die kleine PriEa war überzeugt, daß Glanz und Her-rlichkei-t, die in diesen Liedern Vorkommen, dereinst ihr gchören rverden. AL:r i'hr Herz gehörte seil jenem Tage, da sie, die SicHen-jäHrige, die Zallbertöne aus der Zigennergeilge des kleinen Abel Adler f'/j’ ■ zmn erstenmal gehört hatte, dem Spielgenossen ihrer Kindheit. Sie rettete d«m Knaben die Geige, als seine christlichen Mitschüler ihn vor der Stadt überfielen und ithn an -wer kreuzartig zusammengelegte Hölzer banden; fic lief zu seinen Eltern und bonachcichtigte den Vater des Lnaüen, den alten Gerso« Adler Großes Aufsehen erregen in Skandinavien die strvsatio» nellen Berichte i er gcitunken -über die HeilerkoigL, welche dte dokrigen Aerzte mit Venerin erzielt haben. Die Wirkung des Mittel erstreckt sich über ein sehr n«eites KvankheitSgLbiLt. besonders alle chronischen Leiden, rheumatische und gichtische Beschwerden bis zu den schwersten ErfchcinungS-formen. Mchstn- und Darmleiden, Frauenleiden cer verschiedensten Grnose sowie überhaupt auf alle Leiden und die vielen Störungen, die durch ein Nachlassen der ZeÜiatigkeit verursacht werden. Diese Berichte bestätigen eie überaus günstigen Er» folge, die in Wiener, Pariser und Berliner Spitälern auf all Viesen KranTheitSgebicen mit Benecin erzielt wurden. Gaih besonders aber heben die Aerzte tM Eigenschaft des Benecins hervor, das allgemeine Wohlbefinden des Patiriu-en zu hoben. Venecin wirtkt durch Körpecumstiminun.r, ms audie reagiert jeder Organismus auf seine eigene. Art. ES ist der große Vorteil ces Präparates, da); eS ohne besonder..' ".'erbaltungsnraßregsln getrunken werden kann. Denn Venccin rst lein spezifisches Heilmittel. Venerin übt eine starke stimulierende Wirkung aus die jedem Organismus eigenen natürlichen HeiNräfte aus. ohne d'e ja eine Heilung überhaupt nicht MMich ist. Ueberraischend ist es, daß die Patienten ihr End urteil über Venccin immer wieder in dieselben Worte kleidc-.' Ich bin durch Venccin ein neuer Mensch geworden! von dem Gesckchenen. Mit klopfendem Herzen horchte die kleine Priskg LMiner an der Tür des Krankenzimmers, in dem der kleine Mel Adler lag und flehte «zu Gott um seine Gc-nHung. Va-ld darnach verlor sie ,'hven Jugeni-gespielen; sie fand ihn Mt er wieder, aber sie feitib ihn nie; denn sein Herz gehörte nicht ihr, sondern der Welt. Und als Priska Ludliner für ihren Wel Adler starb, da beachtete er cs kaum. Dies ist das Schrrkfal einer Heldin aus dam sensationellen Roman von K u r t Münzer »guve aus Kreuz I" Das School der anderen Helden und ihrer gangen Gpoche schildert in atemtauköendor Spannung dicistr neue Roman, der zum ersten Male 6nr 5. Februar m der ,M'i-ener Maringeltur.y" erscheint. Neu-LeW, gMeii» m«e Haupistadt. Die englischen Dorninchns gehen rmchcina.cker daran, den vom Geschäftslärm erfüllte „eingeborenen" Hauptst-adtm abtrünnig zu werden, und neue zu errichten, die in möglichst grosser Abgeschiedenheit als bloße Regierungs- Hauptstädte gelten sollen. Am 9. Mai soll in Canberra, dieser jüngsten Haupt sticht Australiens, die erste Parlamentssession vom Herzog von Dort, dem zweitgeborenen Sohn des englischen Königspaares, eröffnet wecken — das Pritvzenpaar hat dieser Tage auf dem Schlachtschiff „Nenown" die Ausreise angetreten —, und nun hat auch Ostindien, das reichste Auwel der allbriit'chen Kaiserkrone, seine neue Kapitale in Neu-Delhi (New-Dehi) erraten. Der Plan, die Regierungsbehörden und den gesamten VerwaltungLapparat aus Kalkutta, wo bisher der Vizekönig von Indien residierte, zu verlegen, ist vor fünfzehn Jahren gefaßt worden und damals bestand noch die Absicht, Alt-Delhi als neue Hauptstadt zu wählen. Man kam aber darauf, daß der, Boden von Delhi während dw tropischen Regenzeit vom Wasser derart dürchtväukt wird, daß eS für die Euckpäer eine schwere gesundhüt iche Gefahr bedeutet, auf diesem Boden zu leben. Auf der Such: nach einer entspreche- ^deren Oertlichkeit kam man nach Raisina,, einige Meilen von Alt-Delhi entfernt» wo auch-die sanitären Voraussetzungen gegeben sind. Hier trnrb die indische Negierung, fünf Monate im Jahr amtieren, und dann in den übrigen . Monaten der Tropenhitze, wie bisher üblich, nach S imla in den Httlstates am Fuße des Himalajagebirges übersiedeln. In Neu-Delhi wurden zur Unterbringung der Behörden mit dem -größten Aufwand die wundervollsten RegierungSpaläste, in orientalischem Stil gehalten, errichtet, von denen der Sitz des Vizekönigs alle anderen übertrifst. Auch für die ÜbriM Würdenträger ist bestens gesorgt und jene mit Familie erhielten durch die Großmut der Negierung kleine Lustschlösser als Residenzen zugewirsen. Prunkvolle Straßen und Avenuen machen Neu-Delhi zu einer der modernsten, ja sogar europäischestes Negiwungssiädle. Am weingsten . konnte, noch für die Unterbringung der Fremdell. in Hotels und für die beim Hose des Vizekönig-S akkreditierten fremden Diplomatm vorgesehen werden. Die Umgebung des Plateaus von Naisina tt voll mit altertümlichen indischen Ruinen und verfallenen G .üf'.en eingeborener Herrschergeschlechter? Dieses verwitterte Steinwerk bildet einen eindrucksvollen Kontrast zu den modernen Bauwundern, die unter der Hand indischer und europäischer Architekten in Nell-Delhi entstauben sind. Die Kosten der neuen Hau.pt- .stadt werden, wie nun feststeht, etrva 11 Mi'l. Pfund Sterling betragen. Der neue Vizekönig von Indien erösfnete letzten Dienstag das neue Parlamentsgebaude, einen 'Prachtbau, orientalischer Kunst, in Neu-Delhi, der drei Körperschaften umfaßt: da3 Haus der Fürsten, den S t a a t srat und die eigentliche g e setz gebende Körperschaft. Nach der Verlesung dr Bot'chi't des Königs von England nahmen der Vizekönig lind seine Gemahlin au f Z w si g o l d e ne n T h r o n st ü h l e n Platz, unter einem karmvislnroten, mit Go'd durchsetzten Baldachin, Mld cinpfingen die Baukünstler des Wunderbarstes. Von Pen indischen Fürsten waren die reichsten, der Ra'ah von Bari l) a und der Maharadscha R a n a von D o l p u r, in prächtigen edelsteingeschmückten Kostümen erschienen. » Siegmund Bösels Aufstieg und Katastrophe 8 3» btefer?chriU h iib »i« ' er'enntoi« der -pachake Vliifß cn «int« Bj S,«[man»en, der ver beschichte angeliisti, ma Cff«n eit u. Lb!,ktivtiS[ H cht der». — Mil 4 i'uiuftrat.oiien Pre s ü V—. N A«» de« Jnlialt r Bv'el ird «a»fman» , «d klt wt ras» ,ur Höfte - > Basel und - >e San» «r''rai e'le — Basel u«»» die Presse. — Basel W U«v t>'t Posisvarkaie- Palet und d e PaUrrt u'w. » Srhilltll» bet allen Buch.ü».ieni. Kalvaiteuren »der direkt bei,» B j A>i»a«P«rlaa. Wien, l. Be», Sde,,dars«lstrabr Wie«. . Februar. Das Wetter. Gestern sind stellenweise geringe Nies?crscküchge gefallen. Die Vorhersage «neldei: Mildes, meist heiteres Weri-'r auf den Bergen Nachtfrost. NamenSgleichheit. Der Direltor der ,Jnva"-kDruckeroi, Herr Karl La tt»l> ersuch: uns festz-ustellen, daß er mit dem ais Eigentümer, Herausgeber und Verleger genannten Karl Lang der „'Seut'to' österreichischen Tageszeitung* nicht identisch »st. Selbstmorde. Die 41jährige Anna Klein, Gaätin des Linolaumerzeugers Siegmund Klein, wurde gestern vormittags in ihrer Wohnung mit Leldck^gas vergiftet leblos aufgefunden. Dir NetiungSgesellschaft stellte Wiederbelobungsversuche an. Lie »ber ersoigloS blieben. Frau K'ern soll die Tat aus Kränkung darüber begangen haben, daß ihr Gatte einen Prozeß verloren hat. — Die 43jährige Geischäs'tsvienerSgat.tin Emilie.Ha w rgn e i hat sich gestern in ihrer Wohnung mtr Leuchtgrs vergifköt und wurde tat aufgefunden. Sie hat die Drt an? begangen. Ein Drama der Not. Aus der Mahnung des arbeitslosen Kellners EduarL Art mann in Favoriten verspürten gestern nachmittags dir HauNbcwcihner oinen durchdringenden Leuchtgasgeruch. Man brach die Türe der Wohnung ein und fand auf dem Beiden d-jc 2SMrige Gattin des Kellners und ihre Le:».en kleinen Kinder . nlit Zeichen der Leuchtgashergiftnng. In der Küche stand der .<öahn des Gaskochers offen, von dem ein Schlauch 'bis ins Zimmer führte. Frau Artmann bat:e sich mit ihren beiden Kindern in »Ne Nahe des Endes des Gasschla'.-.ches <nlf den Boden gelogt und so den Tod erwartet. Bitterste Not ist da? Mo:iv der Tat. Ein folgenschwerer Disput. Vorgestern erstattete der Ko rb stecht e rn> c i st er Gottlieb Sw ob oda beim Polizeilommissaria.e!-->äbreng '-bic Anze-ige. daß sein Sohn, e.er 19 Jahve alte Koabflechtergehilse Karl Swoboda. von einem Burschen nach vorauSgegangenem Sirene durch einen Sch u ß i n den U n terschenkel verletzt worden sei. Die polizeilichen Erhebungen ergaben, daß Karl Swoboda, lvelcher bis vor kurzer Zeit dcmdeutschen Turnerbunde ange^rt hat, am 31. v. M. aber/-s in der Semperstraße mit dem 18jährigen Tischierlehvl'ing Ot:o Steidl. welcher nach seiner Angabe sozialdemokratischer Jugendovdner ist, und dessen Freunde, dem 16jährigen Praktikanicn Karl L r n e k wegen ver Vorfälle i m B u r g e niand in einen Mortstreit geraten war, der in Tätlichletten auSartete. Als Steidl hiebei den Swoboda mit einem Ochs uziemer gekcl/agen hatte, entivand ihm dieser den Stock, worauf Linck dem Steidl eine F >l a u b e r t p i st o. l e zustecktc, aus .-rer Steidl einen Schuß auf Swoboda abgab. Swoboda wurde in den linken Unterschenkel getroffen. Der Grad der Verletzung - ist noch nicht bestimmt. Srcidl und Lrnek, v-on denen keiner einen Waffenpaß besitzt, wurden de-m L-andeSgerichte einge- Lte-fert. Schreckensszene in einer Backstube. In der Dachstube eines Bäckermeisters im neunten Bozivt spielie sich gostern früh eine entsetzliche Szene ab. Die Gehilfen waren zur AlLeit angetreten, als plötzlich der Wjähxige Gchilse Adols R a c e k von Geistesistvrung befallen wurde. Er stürzte sich mit seinem scharfgeschliffenen Brotmesser auf den 51jährigen Bäckergehilfen Johann Spaz i'e re r nnvverjuchre ihn niederzustech-cn. Spa^ierer wehrte sich und dir anderen Gehilfen eilten ihm zu Hilfe, so daß Nacek «blassen mußte. Er eilte nun in den D-orraum un-d schnitt sich selbst mit dem 40 Zentimeter langen Brounesser den Hals von einem Ohre bis zum andern durch. Er stürzte blut-überströmt zusainmei'. Die Nottungsgesellschast brachte Racek und Spazierer, der bei der Abwehr eine Schnittwunde am linken Unterarm erlittep hat. in die Unfallstation, wo 9tacek nach kurzer Z-vit starb. Neue Telcphonnummern im Wiener Ostbahnhofe. Ab 3. Februar l I. sind der Bähnhostiorstand, sämtlich«. VerkehrödienststeÜen, Gepäckabgabe, Eil- und Frachtautmagazine, Zoll ellarant, Stveckenlertung Men 10st und Wien 2 Ost, Vertrauensmünnerausschuß unter der Seriennummer 56-5-70 erreichbar. Die Fernsprecheinzelanschlüsse Nr. 64-308 Auskünfte über Zugklperkehr, Nr. 66-4-45 Ai skünste über Ei-lgutverkehr. Nr. 64-4-23 Auskünfte über Frachtenverkehr. Nr. 54-306 Frachtenmagazin 8, Nr. 57-1-89 (früher 60-9101 Noll'frihrdienst, Nr. 64-2-12 Materialmagaziri, Nr. 58-8-73 Keizhausleibung un-d Nr. 60-4-94 Meäkstätte bleiben unverändert. Fünf Kinber kn einem Fahr zur Welt gebracht. Das hat eine Frau Johnson in K n v r v i l l c -- natürlich in Amerika, der Heimat der Nelordziffern: sie gebar Zwillinge und nach Ablauf von zehn Monaten Drillinge. Frau Johnson ist erst 29 Jahre alt. Sonst gesunb und man lxir' von ihr daher noch manches erwarten. Eine mißglückte Nordpolcxprdillou. Die französische Nordpolexpedition, vom Leutnant D a rc i S vorbereitet, ist in die Brüche gegangen. Schon im Septemtyet war ein Teil der Ausrüstung, bestehend in zwei Flugzeugen. Filmaufnahmcapparaten, Proviant ufw. mit Ccm norwegischen Schiff . Junger Elisälieth" von Havre nach Bergen gesandt worden. Aber wider Erwarten waren die Expoditions- Mitglieder» die in Spitzbeogen überwintern sollten, nicht mitgekommen. und da sie auch bis jetzt nichts von sich hören ließen, ebenso die Fracht noch nicht bezahlt ist. haben?ric Behörden in Bergen die Zwangsversteigerung der 'Ausrüstung angeordnet. Hinter Darcis» Expedition stand, so wett bekannt ist, ein ame rstains-'-cr Brei-andern DaS Spie'kasino im Alldiz-Kiosk. Aus Ko n sta n t i n o p c t wird ic-legraphieri: Die Einrichtung des SpieökasinoS im früheren Suttanscylo,; ^-i!di^ hat sich als beirächtlich>er finanzieller Erfolg für eie Stadt Konstantinope! erwiesen In dein Bierielljahr seines Bestehens sollen vom Unternehmer bisher 136.000 türkische Pfund an die Stadt bezahlt worden fels.