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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-29 · Heft 2845 (29.1.1927) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2845 (29.1.1927)
Date
1927-01-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 284 Wien, Samstag Wiener Morgenzertmrg 2». ULnmr 1927 Seite 5 Noch haben Sie die Möglichkeit, s'eh prachtvolle jüdische Bücher UM S O N ST zu verschaffen durch nnsrre Orati-pfämfenaktlon! betrifft., die Y>cm ,,Bun>d" geleiteten Gewerstschaften nichts nni-ern-rlznien., >was stgen die religiösen Gesetze rvrstvs't. A>nt Saüüat wird nicht gcarLeikt. Die AttboltLivoch«: '.'N'det Freitag nachmittags mn 2 Uhr, hingegen ist die .s-on'Nt.'g'Zarbeit bchö.-k'lich g.stattet. Herr I. I a k u - bowiski, der vor kurzem mit den Führern dieser Allbrit.r eiire Un^rvc-dun-g hatte, erfuhr bei diesem Ansatz, das; diese frommen, bärtigen G'«n>erkschaftler auch alle Avbeiterdemon'strationen mitmachen unL> daß aus sie TjtrÖci auch immer Rücksicht genommen wird. So fiel vor einigen J'cchron der 1. Mai aus einen SeLibat. Da die Tall-iiiZarbe.iter bei dcr Demonstration nicht ftchien wollten, erwirkten sie bei ihren chrMichen Genossen, daß der Detnonftrati-cnSum-zug erst nach Schluß des Sä^üatg>otteLdienistes bryinnen Und in der Tat, von der Synagoge und dem Beth-Hamidrcisch weg zagen die Lallit-Hcwl 'ter in Sbreimciln unü Bkkesch in geschlossenen Reihen auf den Sam-melplatz der Demonstranten. Wie erinnerlich, sind die TallitliMÜeiter von Koilem-ea vor einigen Jahren in den Streik getreten, der mit ihrem Sieg geenürt.hat. Sie österr. Keren ftoieffoD'ttftfon. Die Qesterreichische Keren Hajessov-Kommission gibt im nachstehenden de Leitungen der AAion in den einzelnen Wie. ner Bezirken bekannt: 1. Bezirk: Dr Norben Hof mann, k. Bez.. Zelinllagasse 18. Tel. 66-8-18; 8. Bezirk: Markus Bart seid, 2. Dez.. ZirkuSgasse 88. Tel. 46-4-Z6; Prater: Ing. Mark: s Mühl baue r, 2. Bez., Vorgartenstraße 150; 8. Bezirk: Bruno Radi nowitz, 3. Bez., Rudolf v. AUpl. 5. Tel. 64-8-16; 1.—5. Bezirk: Meier Schreier. 5. Bcz.. Spengergasse 7 a, Tel 60-5.-20; 6.—8. Bezirk: Ing. Walter Fleischmann, 8 Bez., Minden-gassc 7. Tel. «6-9-79; 0. Bezirk: Frau Rclbekka Meiner, 0. Dez., Scrviiengassc 13. Tel. 66=6*04, und Frau Sabine Paßweg, 9. Bez., Schlickgasse 5, Tel. 68-8-89; 10.—11. Bezirk: Ing. Joses Fi sch - ntonn, 10. Bez., Viktor Ader-Platz 1. Tel. 5Z.Y.79; 16. bis 17. Bezirk: Leepold Srtzmann, 16. Bez.. Brnnnengasse 41, Tel. 25-7*88; 18. Bezirk: 0frou Dr. Perle Wechsler. 9. Bez^ Währingerstraße 2, Tel. 170-65; 19. Bezirk: Alfred Weiß- Hut. 18. Bez., Billrochstraßc 39, Tel. 14-9-76; 20. Bezirk' MoseS D r n I l. 20. Dez.. Klosternenburgerstrahe 18, Tel. 46-2-66, und I. G « l d b c r g, 20. Bez., Gausplatz 6; Kvischenbrücken: E. O p per m a n n, 20. Bez., Universumstr. 48. > » Zur Unterstützung der Mtion werden auch auS-denvAus-lane e hervorragende Persönlichkeiten, darunter der Col. Wegd« wood, eintveffen, die in Meetings die Wiener Jndenschaft über den gegenwärtigen D:vnd 'des jüdischen Aufbauwerkein Palästina informieren werden. Beranstattungen lm Nahmen der Aktion. L Heule, hakb 8 Uhr abends, Massenp-crsammlung im Herme der Zionistischen Sektion ..Prater", 2. Bez., Jungstraße 8; Redner: Dr. Leo Goldhammer, Präsident Ser Zionistischen 'Landesorganisation für -Oesterreich, Doktor E. M. Zweig ($ct: jVom),, Pros. Moses Rath. 3. Morgen, 10 Uhr vorm.. Vorführung 'cf. neuesten Palästina silmS „Kinderfand Palästina" im .Heimatkino, 9. Bez.. Porzellangasse Ist; Redner: Dr. Jakc'h Weiner. 3. Montag, den 31. Jänner 1927. 8 Uhr oibcndL, Mitgliederversammlung S-ektion „Innere Stadt" im Sonterrainlokal Cafe Hohsburg (Eingang Gricchcngasse); Redner: Doktor Josef L cw e n h e r z, Dr. Radja Stein. Montag, den 31. Jänner 1927, 10 Uhr abends, Vorführung des neuesten PalästinafilmS .Kinderland Palästina* im Wallewstein-Kino, 20. Bez.. Mallensteinstraße; Redner: Dr. R. M. Gelber. Wichtig Kr KnltiufteiierMchttge! k W-ir erhalten vom B«avstan> der Israelitischen KultuSgemeindc folgende Notiz: G.-Z. 486/37. Kundmachung. Gemäß tz 98 das staatlich geneHmigten Statnteü bestcht ytr; jeden Angehörigen der KultusgLmeinde, welcher ein Vermögsu besitzt, einen Erwerb hat o:er ein Einkommen 'bezieht, die Pflicht, sich zur Kultukrstener zu me-l.den. Alle nach -der vorstehenden Pestimmun-g inktuHlst-euerpf-l-ichtigen, biither »chicr doch nicht der Besteuerung unterzagenen Personen werden hiemit dringend aufgsfordert, sich bis längstens 28. Februar 1927 beim Steueramte, 1. Bez., Seitenstaüengaffe 2, mün-A'ich oder schriftlich uutcc Darlegung der Einkommens-, Er-wevbS- und BermögeyS-varhältnisse zu melden. Falls diese 'Anmeldung ier»ringc»näh erfolgt, wird von einer Nachlcsteuerung abgesehen; unterbleibt jedoch die Anmaldun-g ckhne triftigen. Grund, -rann werden die Steuer- '-'Nichtigen für die -letzten 6 Jahre nachbestcuert werden. Der Vorstand der Israelitischen Kn-ttnSgemeinde Wien. Wien,!m Jänner 1927. Letzte Nachrichten. -I« Stt&gelK&e hu ShgeotDneten Hattglae. Warschau, 28. Jänner. Bei der dritten Lesung des Staatsvoranschlages Im Plenum des Sejm ergriff der Obmann des jüdischen Parlamentsklubs, Deputierter Hartglas, das Wort und befaßte sich hauptsächlich mit dem krassen Gegensatz, der zwischen den Leistungen der jüdischen Bevölkerung Polens zum Staatshaushalt, und dem Aufwand des Staatsbudgets für die jüdische Bevölkerung besteht. Deputierter Hartglas wies darauf hin, daß von den Steuereinnahmen mehr als die Häl fte von der jüdischen Bevölkerung kommt, die nur zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht. Welche Summen wendet jedoch der Staat für die jüdische Bevölkerung aus? Im Budget des Ministeriums für Kultus und Unterricht befindet sich eine Summr von 185.000 Zloty für die religiösen und kulturellen Zwecke der jüdischen Bevölkerung, darunter 85.000 Zloty für ein Religionslehrcrseminar. Da das Gesamtbudg'et des Kirltus- und Unterrtchtsministeriums 33,5 Millionen Zloty beträgt, entfallen auf die jüdische Bevölkeru..g davon 0,8 Prozent. Bet einer jiidischen Bevölkerung von drei Millionen S elen in Pelen wendet der Staat für jeden Kopf der Bevölkerung sage und schreibe drei Groschen zur Befriedigung ihrer religiösen und kulturellen Bedürfnisse auf. Sogar bei den Mohammedanern ist diese Kopfquote erheblich höher, denn sie beträgt einen Zloty; für die katholische Bevölkerung beträgt sie eineinhalb Zloty. Deputierter Hartglas befaßte sich ▼▼▼▼▼▼vvvvvvvvrwvv f n dri stillen Städtchen, in der brausenden Weltstadt Im Frieden' der Völker, im Wahnsinn ihres Krieges in Nnt und Entartung, in Qualen des Hungers immer und überall gellt der Ruf: JUDE ANS KREUZ . Er ist aus dem Haß geboren und verführt zu Haß und Mord; alle Opfer der Liebe sind vergeblich — sie übertönt der Schrei: UDE ANS KREUZ %ß Diesen uralten Irrweg haßerfüllter Verblendung hat ein Dichter der Gegenwart, Kurt Münzer, in e'nem Roman von erschütternder Wirkung geschildert JUDE ANS KREUZ ist der Judenroman von heute; er gestaltet mit weltumspannendem Griff, hält in atemraubender Spannung. Deutschland und seine Hauptstadt, Zürich, Genf, Paris im Brand von Krieg und Nachkrieg, die Erniedrigten und Beleidigten, die Entfesselten und Entarteten, die Reinen und Gepeinigten aller Länder und Völker ziehen in dem von Meisterhand geschriebenen Roman in grandiosem Bilde vorüber. fUDE ANS KREUZ Jß der jüngste sensationelle Roman von Kurt Münzer* erscheint zum ersten Male am ’ 5. Februar I. J. in der »Wiener Morgenzeitung“. AAA4AAAAAAAAAAAAAAA Der Kluge baut vor. Dies gilt besonders wählend der gegenwärtig herrschenden Grippe u. Influenza Sanitätsbehörden und Aerzte empfehlen als bestes Vorbcogungsmittel strenge Hygiene. DIANA HO FRANZBRANNTWEIN MIT MENTH 3L ist das beste Hausmittel zur rationellen Pflege der Atmungs- Organe sowie des Körpers Täglich mehrmalige Spüluugen Ton Mund und Rachen, einige Tropfen dem Waschwasser beigegehen, erhöhen die Widerstand-kraft und st&rkon den Organismus. Diana - Wremslermiminifvarde&xe ÜBERALL ERHÄLTLICH! daun ir.it den Fragen des Hochschulstudiums der jüdischen Jugend und wies darauf hin, daß die söge n annte Autonomie der Hochschulen die bequeme Handhabe für die inoffizielle Einführung des Numerus clausus bietei. Aakowlly gibt die g!oniftenverf2!gur?sen i» Sowiettotzlanv zn. Paris, 28. Jänner. In einer Unterredn-ng. die ein Mitarbeiter des „Parker Ha-jnt" mit dom Srxiwctßofar.'Mc-n Rakowi'ky hatte, stellt diciser die von der russilch-en Enii-grant-enprcsse verbreitete Meldung üüer eilten Pogro-m russischer Bauern auf dr? jiid-is.'ksn Kolonien im J<fc!terino5lc«m-er Gonnernoment in Abred-e. Hi-nge-g-en gibt er zu, daß dre Zwniisten von der ri'.ss'.schen Regierung verfolgt werden und stellt die Nichti-s.»"eit dar ihm vorgoba-lt-enen Meldung nicht in Abrede, daß -die Ziouistzon in Massen in die G ef ä n g n i s s e u n 'd Konzentrationslager g'schl7P>pt werd-7-n. Rak-owffy sucht diese Mabrc-gÄir. damit zu b-egoimden, daß die Zionisten in ihrer Prov-^-ganda sich sowfetfeindlich-er Argumente bö' dienen, lim die jüdischen Massen zur AuÄvanderung nach Palästina zu b7iweg-en. werde die Sewselmacht in einer Weise beurteilt, w'e die Regierung es nicht nchi-g hinncH'nen könne. Die Ai',"«Wanderung nach Palästina sei Wohl nicht devoten, do-ch werde keine- Propaganda zi'gelosscn. die eine MassenaivMarrderüng ziml Nachteilie der Sowjetregierun-g b'wivken kann-- Wien. 29. Jänner. ~ DaS Wetter. Gestern herrschte allgemeines FrosUoetter. an einigen Stellen pad es unbedeutenden Schneefall. Die Voraussage spricht von andauerndem Frost. Der Bahr.hrscnndverkehr wird abgelentt. Vom 31. Jänner bis 5. Februar wird der Batzn^ofrundverkehr der Straßenbahn wegen, Arbeiten auf dem Mar^aretengü tel vom Mariabilferoürtel über Wallgasie— Gumpenderferst-abe—Neinpre6?t?dorferftraße bis'Ma^einsdorfer P atz geführt. Wegen Arbeiten in der Hinteren Zollamts'trabc wird der Bahnhofrundvestkehr von der Jnvalidenstrabe über Wallzeile—Stubenring—Uraniastraße zur Radetzkhstraße gefiihrt. Hauspersonal beim Magistrat anmelÄenk Nach dem Gesetze über die .Hauspe.s^nalabgabe ist jede Veränderung in der Zahl des Hauspersonals anzumelden. Wird durch eine Aenderung im Stand der verwendeten Personen ein Anspruch auf Ermäßigung der Abgabe oder Abgabefreiheit begründet, so ist darum anzujirchen. Die Anmeldungen sind innerhalb von vierzehn Tagen nach der Veränderung bei der Magistpatsäüteilung 5 iim Neuen Rathaus, 2. Stork, Tür 31, zu erstatten. Ein furchtbarer Unfall. In den „Apollo"-Werken, 11. Bez., Grittgaffe 51, hat sich gestern früh ein gräßlicher Unfall ereignet. Als der öljährige Heizer Josef Eder seinen Dienst bei der Dampfleitung tat, öffnete sich plötzlich ein Ventil und glühend heißer Dampf strömte aus. Eder stürzte bewußtlos zusammen. Er hat s ch w e r st e V e r b r ü h u n g e n ain ganzen Körper erlitten. Die Rettungsgesellschast wurde Wohl berufen, a'lein der Arzt Tonnt: nur fesistellen, daß der Mann schon tot sei. Die gerichtliche Oeffnung der Leiche wurde beantragt. $;>:i Filmschwindler aus Palästina. Der Kaufmann Otto Kauf ließ gestern den' 50jährigen angeblichen Kaufmann Abraham P i n k e n z o n zu Baltzi in Rumänien geboren, wegen Betruges verhaften. Pinkenzon war vor einigen Monaten in Palästina, wo er sich in seiner Not ake an Kauf w'ndte, dem er unter dem Borgeben, er erwavts Geld aus Rnmänion, 23 englische Pfund entlockt?. Damit verschwand er aus Palästina. Kauf teilte hier der Polizei auch mit. daß Piukenzon von der englisthen Polizeibehörde in Jerusalem auch wegen verschiedener Betrügereien steckbrieflich verfolgt werde.' Er habe sich bei verschiedenen Kaufleutcn in Palästina als Filmvertreter eingesührt und ihnen vorgegeben, dast er aus Europa soge^ nannte „Schlagersilme" liefern könne. Unter diesem Vorwand habe er ihnen bcträcht iche Beträge entlockt. Auch dem Ingenieur David Davids wie aus Baceau in Rumänien hat er unter der Angabe, Filme preiswert aögeben tu fiimti'ti ‘Jllfl 'T-nflni' ctiHnrff »lllnrimiiiw rtnT» fiat Kui* aglische P?i Pinkenzon wurde dem Landesgericht eingeltefert. Groß-Pras. Au-f Grrnv vor-läufiger Berechnungen nach den Gevurtö-, Sterbe- und Meld-ezisfern hat Grvß-Prag gegenwärtig 787.009 Einwohner, darunter 365.600 Männer und 861.4«* Frauen

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