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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-28 · Heft 2844 (28.1.1927) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2844 (28.1.1927)
Date
1927-01-28
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nt. 2844 Men, Freitag Wlenee Moraenzettnng S8. Jaiwek 1927 Seite 8 hart und Dr. Ztunwald mit feinem Schabbesessen am Freitag". Abgeordneter Pkechula (deutschnatlonal): Ihr habt Wieder den Basel und die Hammerbrotwerke'. Abgeordneter P e tz n e k: Es ist eine alte Geschichte, das; die Christlichsozialen alle Juden, mit denen sie schlechte Geschäfte gemacht haben, uns zuschleben wollen. Der Bürgermeister von Wiener-Neustadt, Ofenböck, (Sozialdemokrat), stellte den Antrag, die Bundesregirrung sei aufzufordern, die Organe der Bnndespoltzel aus Wiener- Neustadt und den Um-gebungsgemeinden sofort aözuberufen. Die Staatspolizei sei in Wiener-Neustadt überflüssig, da den Polizeidtenst tatsächlich die dem Bürgermeister unterstehende städtische Polizei ausübe. „Es kann" — meinte Bürgermeister Ofenböck — „der tragikomische Catt eintreten, daß ich die ganze Staatspolizei in Wiener-Neustadt verhaften lasse und sie dem Bundeskanzler nach Wien schicke." Ne LWruktlonim Veme:«l»rra». Nach den stürmischen Sitzungen der letzten Tage ist Iw Wiener Gemeinderat gestern eine merkliche Erm'üdung eingetreten. Tie Sitzung bot das üblich: Bild. Die Christlich-sozialen setzten ihre Obstrukticnstaltik fort und meldeten 21 Redner zu der in Beratung stehenden Berwaltungsgruppe „Städtische Unternehmungen" an. Nachdem vier Redner, welche insbesondere die Zustände bei der Straßenbahn heftig kritisierten, gesprochen hatten —- Gemrinderat Lehningcr protestierte gegen dieVerjudung der Straßenbahn, rnil dort zwei (!) jüdisch: Be- «miinueit angestellt sind — ste.lte wie alltäglich Gemeinderat Hofbauer den Antrag auf Schluß der Debatte und Wahl eines Generalr.dncrs. Der Entrüstungssturm, der in den vorhergehenden Tagen diesem Antrag und seiner Annahme gefolgt war, fiel diesmal äußerst schwach aus. Di: Opposi.ion wählte Gemeirrderat Kunschak zum Generalredner, der au d:r Betriebssührung der Stadtbahn sachlich: Kritik übte. U. a. führte er aus, daß in den Gebäuden der elektrischen Stadtbahn Schießübungen des Republikanischen Schutzbundes abgehalten werden, wogegen die Sozialdemokraten auf ähnliche Zustände auf der Uyiversität hinwicsen, nur daß eS sich dort um Schießübungen hakenkreuzlerifchcr Studenten unter Patronanz des Rektors handelt. Nach einem 'Schlußwort des Referent n Vi'ebürgermeiste'e E mmerling wurde das Budgetkapitel gegen die Stimmen der Christlichsozialen angenommen. Glitt sonderbare. Schachwelte. Hefter ems foutciftare W e t >te wird aus Paris tzeine-det: Sck«achfreunLe, A unft B, weiteten mit Dr. Aljechin, b>.'ikann!>iich ein-.m der besten Dundli'NgS'spicller der W.lt, das; er nicht im«stande sc«', auch nur zwei Spiele g.leich^it'>g ohne B.'se'hen der Bretter zu g>:Mn>nen, wenn er au'f dem e'.-nen Brett als W'ßer, auf dem anderen aber als Schwarzer spicfte, und wenn es den Gegnern a-r.ftri.ir'g'istsllt sei, zu z'mhen, wann es ihnen beltröe (ciPi'o nicht m strenger Rei'hen'fotge viner nach tum arideren). Dr. Aljccktin, der keine Falle vermutete, ging auf die Wette ein. Er begann aEs W:ißer grgen A, worauf B den nö'im!l''chen Zug als W i ß>?r machte imd den schwarzen G-7genzr«g Dr. Aljechins aftwartete. Den nämlichen G igengll'g machte dann A auf seinem Brett, imd die'se Zr^mechse'lkc'tte, wclbei Dr. Mjech'in gcuvissermaszen tz'«gen sich saschst zu spieen g?-wumgen war, wiederbc'ite sich, bis ans bei'den Breiten Wa'tz in anscheinend überlegener G'winm'stellu'Ng stand. Nun aber sagte. Dr. Mjech'in. gleichsam als cft er sich im Stz.'llu'N'g^gebilde geirrt hätte, einen o-fsensichssich nnvernü ns tilgen weißen Zug an, den nach-nahmen sich das Schach«g:>s:"l'!l des B fträi.Ctc.; dieser wollt? jetzt sein gutes w-'ißes Spiel auf eigene Faust zum Sic-g führen, um auf scllche Art den Blinilpieler doppelt h:-n?ingulegen. Kaum war tz'e Nachahmnn'gis'kette untenbrechen, so erwies sich der Fcch^ug ftes Grosme'isterS als Dg:nn einer zwar sehr waMassigen, öfter im g-^ftenen F<^ll>' doch zureiclnnden irat:o-n. Dr. Aljechin siegte auf be»'-dan Brettern nrid strich den heften W.'tAetra'g ein. StünigltAe HSabedrSüi fSr srchsig Dollar. Aus Stockholm wird uns gemeldet: Starke Entrüstung herrscht in ganz Schweden über die peinliche Lage, in die der Schriftsteller und ForschungSrelsende Prinz Wilhelm ,b o n. S ch weden bei den Amerikanern geraten ist. Der Prinz, dessen Drama „An Bord" kürzlich im Helsingsorser Theater uraufgesührt wurde, wird Ende dieser Woche in der Newhorkec Carnegie Hall einen Borxrag mit Lichtbildern über seine Forschungsreisen in Afrika und Südamerika halten. Die deutschamerikanischen-Wasa-Logen, unter deren Acgide die Vorträge stattfinden, haben den Kartenverkauf an eine Agentur übertragen und diese ladet nun die wohlhabenden Bürger der Hudson-Metropole ein. sich für sechzig Dollar einen L o g e n s i h zu sichern. Zur Begründung des hohen Preises wlr derklärt. daß Se. Kgl. Hoheit nach dem Vortrags mit jedem der Logenbesucher einen io a r nt e u Händedruck wechseln werde, elne^ Aussicht, die natürlich jedes Uankeeherz höher schlagen läßt! Als der prinzliche Schriftsteller von dieser eigenartigen Auswertung seiner Person erfahren hat. soll er kehr entrüstet gewesen sein und erklärt haben, -ah er nur als bescheidener Forscher gekommen sei und daß er ebenso gerne mit irgendeinem Zuhörer der Galerie Händedrücke wechseln würde wie mit den Inhabern der ZeLzig-Dollar-Sihe. Dem Prinzen ist übrigens auch die Ehrenmitgsiedschifi des amerikanischen — Langbein klubs angeboten worden, der in den ganzen Vereinigten Staaten für längere Betten ustv. agitiert. Der Prinz hat aber die „Ehrung" dankend abgelehnt. Wien, 28. Jänner. Das Detter. Gestern herrschte überall heiteres Wetter. Die Voraussage lautet: Vorwiegend heiter» Temperatur andauernd. Promotion. Heute findet im großen Festsarle der Unive.sitat um 12 Uhr mittags die Promotion des Herrn Rudolf Weißberg, la.tgjiihriaen verdienten AitZsi'.mffm't.l'ede; und gewesenen Obmannes des akademischen Vereines jüdifUM Mediziner zum Doktor der gesamten Heilkunde statt. Tod durch Le« t.-as. G:stern wurde die 67jährige Private Katarina Kr 1z ln der DeniS^a.f.' 67» in i,.er mit Leu i.t-ad er ü t.eit ftfrt,« bei gcö'f.rctem WandgaIhrhn und bera'.hlniendem Gasfch auch tebl s aufgefmden. Die Nett mgs.'efel fchaft wurde berufen, doch konnte der Jnsteltlonsa zt nur mehr den Eintritt des Todes festste len. Es soll sich um einen Unfa l durch unvo.si.'.tiges lautieren mit der Gasleitung handeln. Die Untersuchung ist im Gange. Dom Tode ereilt. Auf dem Nranz-Jstess-Kai vor dem Hause Nr. 17, ist gestern nachmittags ein f'nn irm Su-lage ge.mchrt, zusammengestürzt und alSb'ld gestirbcn. Er dürste der Navhthaindustricile Aron Z u ck e r b e r g, ü. Bez., Embelgafs: 41. sein. tmmvfTmnm? In den stillen Städtchen, m der brausenden Weltstadt im Frieden der Völker, im Wahnsinn ihres Krieges in Not und Entarten^, in Qualen des Hungers immer und überall gellt der Ruf: J J J UDE ANS KREUZ Er ist aus dem Haß geboren und verführt zu Haß und Mord; alle Opfer der Liebe sind vergeblich — sie überlönt der Schrei: UDE ANS KREUZ Diesen uralten Irrweg haßerfüllter Verblendung hat ein Dichter der Gegenwart, Kurt Münzer, in e’nem Roman von erschütternder Wirkung geschildert. UDE ANS KREUZ ist der Judenroman von heute; er gestaltet mit weltumspannendem Griit, hält in atemraubender Spannung. Deutschland und seine Hauptstadt, Zürich, Genf, Paris im Brand von Krieg und Nachkrieg, die Erniedrigten und Bel idigten, die Entfesselten und Entaiteten, die Reinen und Gepeinigten aller Länder und Völker ziehen in dem von Meisterhand geschriebenen Roman in grandiosem Bilde vorüber. JUDE ANS KREUZ d r jüngste sensationelle Roman von Kurt Münzer, erscheint zum ersten Male am 5. Februar I. J. in der „Wiener Morgenzeitung". TAUSENDE UN «rer Abonnenten haben bereit- Prämie« erhallen TAUSENDE haben ihre Anwrüche geltend aemacht und erhalle« ln den nächllen Tagen chre Prämien. Wo Ist Ihre Anmeldung? Prof. Karl ttdcl gestorben. G:st:rn abends Ist der einst überaus gefeierte Musiker Prof. Karl Udel im 83. L:benSjachre gestorden. Cr war der Begründer des we.tbe anuten „Mel-Quar.etts- und hatte alS Geizen- und Birl .spieler de f 'iiedenen Opembüftnen angehört. Seit 23 Jahren war er blind. Eine vrrmisite Nealstchäle.ln. Seit 28. v. M. wird die Rca^schül-rin Carmen Tesar, am 31. August 1910 z r Prag geboren, vermißt. G# wich vermut.t, ta { das M'idchsrl elte.liche Strafe deshalb süvcht.te, w:il cs eigenmächtig von einem Span'astezutchaben Abh.bnnkcn gema 'st hat. Die vom Kommisiariaie etngefeitetett Erbe.un cu e.ga'en dam..ls, daß das Mädchen seit ihrem Ve.s '/winden in einem Cafe in Rudolfshrlm und in einem in der Sta t sich ausgeh'lten l^t. Als sie am 39. v. M. wieder in das Cafe kam, wurde sie angeha.tcn und dem Vat:r übergeben. Am 8. d. M. zeigte dieser wieder beim Kommis a.iat an, daß seine Tochter J:U dem 6. d. M. abermals aus der Wchnung ve.f.^wunden el. Die bischerigen Erhebungen ha':en nicht die geringste spur von ihrem Aufent -a t ergaben. Selbstmordversuch aus Angst vor der Opsn-Uon. Gestern nachts hat sich die L4jä'chrige ElektrotechnikerSgattin Paula H e l l i tz e r innerhalb weniger Minuten, in denen ihr Gat.e bei seiner im gleichen Haus wohnhaften Mutter weilte, mit Petroleum überschüttet und das Kleid angezündct. Der Gatte. d:r das ausflammende Zün. holz gesehen hatte, eil:e rasch in die Wohnung und fand seine Gattin in eine Feuersäule gehüllt am Boden liegend vor. Ber .7cn Nettungsarfteiten zog er sich schwere Brandwunden zu. Beide CHcgat:en mußten ins Sprtal gebracht werden Frau Hellitzer hatdre Tal aus Frrcht vor einer bevorstehenden Operation und wegen ArieitSlosigikelt des Gatten begangen. Ihr Zustand ist lcidensgesährlich. Der , Herr Thrr.'urdirektor". Der 49Mrrge angebliche ^fteatevNrc'ktor Rudolf Zambauer hat vor einiger Jeit in der Mariahllserstraße Nr 82 ein „Atelier" eröffnet und auf EeschäftSpapiercn den Anschein eines Niesenliongerns erweckt. Der Titel lautete- „Diroktor Zambauer, ZambaueVerlag Künstlerheim". Vereinigtes Vereinsöureau literari,7',:L Kunstfilm Tbcaterschaa Wien. Grillparzer-Bühne Troppau. Autorisierter Hcraus.^ober der Bühnenzeit.schlift „Contradietio in a^'ecto". Originalherausgcbcr „Die Nacht", Chefredakteur d^r .Internationalen ausländ scl--cn Korrespondenz". Repräsentant des „Altösterrcichisck-cn Künstlerhelmes". .Ligezag" usw. Auf Grund dtescS verl-ockenden Titels engagierte Zambar-Lr verschiedene Leute zu fingt-rken D:schaftigungen und nabm ihnen Kautionsteträ-ge in der Höhe von zusammen \2 000 S. alb. we'^a b eeaen ihn die Anzeige erstattet w"rde. Gestern ha: er sich se'ftst gestellt und wird dem Wiener Lan« deSgericht erngeliefert werden. Die Or^anlsie ung der gewe'enen zionl^i'chrn Ho^'c^üler. D^r v:r ku z:m v-trö'sentü.'t? Appell an die tm Berufsleben stedsn^en e^en ali^en zi'-n'stischen Hot'.s'-'üler bat üer-'its gute Wirkung getan. Bei dem Gründungskomitee ist eine ero^e Za^l von Zuschriften eingegangen, in denen die Initiative dos zionillisthen LandeS-'kom'itees frewbig begrü't ivkrd. Das Gründungskomitee des zu bildenden BerbandrS bat bereit? die St tu'en Überreicht und beginnt seine Tätigkeit mit einem Werbevort-ag, den der Präsident des zionistis-ften Lan'-sskomitees Herr Dr. Leo G o I d- Hammer heute um 8 Uhr abends im Heim der Bezirkssektion 6—8 iBcnnop^a') 1) tztitt. Es ist zu erwarten, daß sich a l: in Wien toeilendcn ehemaligen zionistischen Hoch^> schü'er zu.dieser Veranstaltung einfindcn werden. HundcwaggonS auf den Bundesbahnen. Wie verkautrt. f:ll durch die neue 'Eisenbahmverkehrsordnung eine Bestimmung vorgesehen werden, wonach bei jedem Zu-e ein Wagaon a^s Kmndewagen mitgeführt wird, der in erster Linie für Personen bestimmt ist, die von Hunden b:gleitrt werden, und für besten Benützung besondere Gebühren vorgeschrieben sein sollen. Sechzehnte östcv:«i, hische K'assenlctterie. Bei der gestern adgehaltenen Ziehung des 2. Tages der 2. K'aste gewannen: 2Ü.0L0 S. das LoS Nr. 70.0-15; je 5000 S. die Öfe Nr. 24.GC6, 23.607; je 3000 S. die Lose Nr. 11.622, 70.412; je 10CO S. die Lose Nr. 34.832, 89.203. Außerdem wurden 9Ö3 Gewinne zwischen 500 S. «nl1 96 S. ausgelost. Flucht eines Budapefter Juweliers. Aus Budapest w'rd gemeldet: Der angesehene Budapester Juwelier Josef Rubin ist nah Verübung großer Sid'.oiudeleicn aus der Hauptstadt vers'-w mden. R..bln der noch vor einigen Jahren den besten Ruf batte, machte große Bcste lungen bei deutschen nnd österreichifvchün Cdelsteinhändlrrn und Juw l'e .cn. Rubin übernahm die Waren, blieb den K a u f v r e i S s ch u l d i g und als seine Gläubiger drün5t:n, ergriff er die F.u-Ht. Ges.'ädtgt sind zadlrekche Firmen der W»t>: en6 anrfie in und 1« Wien, uni i cn Bet a v n üb c e' n e M i. l i a d e K r o n e n. Gestern erschiöt.en die Vert.eter zweie. Wiener ^mve^erc bei der Oberstadtlmu?:t:nannf>dast und beantragten eine Hansdurchs:lcl'ung in den G"s mstsräumen und in der Wohnung des geflohenen Juw.liers. Hier wie dort fand man nur wertloses Zeug vor. Warschauer Radio. tag 'Lie Warsi!iauer vcavioitatton sendet Freitag und SamSvon 12 Uhr mit,ag) bis 5 Uftr nachmittags, sowie am Sonntag von dreivie.trl 13 Uhr di) 3 Uhr nachmittags die S'> ußprodultiouen der derzeit in Ma.si.au stattsindenden „C h o p k n - K o n k u r r e n z". Freita; und Samstag spielen die besten a )t Bewerl'er die Klavierkonzsrte von Chopin tiitt OrchesteabeLeitung, Sonn'ag, die für die ersten drei P.eife in Bet a t konm'e"'^'"' des Wsttfpleles. E E» ist durchaus nicht, gUchgÜltia, was man zur Einrei» bun-g bei Rheuma oder Gicht verwendet. LöwenfranzbranNt« wein mit Menthol ist die Parole! Ueherall erhältückl t

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